Patriotismus

„Und immer noch nicht kann das Kapitel geschlossen werden, es fehlt noch eine Ergänzung zum Patriotismus dieser Gesinnung, der zwar schon öfters angesprochen wurde, aber eine schlichte wie kurze Formel nachzureichen scheint erforderlich.“

Ein Roman ist keine Partei. Und soher werden in einem Roman keine Versprechen, also vor allem keine Wahlversprechen abgegeben, mag es in dem einen oder anderen Kapitel auch nach Versprechen klingen, wie etwa in dem Kapitel Cheffall …

Auch wenn es kein Versprechen war, vielleicht sollte es doch eingehalten werden, gerade in einer Zeit, in der so geklagt wird, es werden keine Versprechen mehr eingehalten, überall nur Wortbruch. Ja, es wird das Versprechen, auch wenn es keines war, weil es in einem Roman romangemäß kein Versprechen geben kann, eingehalten, um nicht ebenfalls zur Enttäuschung beizutragen.

Sie erinnern sich, nein, Sie brauchen sich nicht zu erinnern, Sie können sich von einem Kapitel zu einem anderen Kapitel so leicht bewegen, um den Faden wieder aufzunehmen, Zusammenhänge zwischen den Kapiteln herzustellen, ohne also stur die Kapiteln nacheinander auf einer Linie aufzustellen, um diese hintereinander abzulesen.

Das erinnert Sie an den „kugelförmigen Roman“, wie diesen Sergej Eisenstein — die Umsetzung eines solchen Romans ist wohl erst jetzt im digitalen Zeitalter wirklich möglich geworden. In dieser digitalen Zeit will es aber nicht mehr „kugelförmig“ genannt werden. In dieser digitalen Zeit, wo so viele nach der Glock zu greifen gewillt sind, könnte das Lesen von „Kugel“ eine verheerende Wirkung haben, auch wenn in diesem Zusammenhang mit „Kugel“ ganz und gar nicht gemeint ist das Magazin für beispielsweise eine Glock

Deshalb wird zu Übersetzung gegriffen, die den eisensteinischen Begriff zwar aufnimmt, aber ganz und gar nicht nach Magazin für eine Waffe klingt: Spherical novel in the digital age.

Spherical novel in the digital age ist darüber hinaus auch zutreffender. Es geht nicht nur darum, das lineare Erzählen hinter sich zu lassen, es geht nicht nur darum, Zusammenhänge zwischen Kapiteln herzustellen, sondern Sie können, und das ist nun technisch möglich, sich selbst kleine Romane aus diesem Roman zusammenzustellen, eben durch die Suchfunktion. Sie geben beispielsweise den Begriff „Patriotismus“ zur Suche ein, und erhalten einige Kapiteln zu Patriotismus, die sie dann als Ihren kleinen selbst zusammengestellten Roman speichern können, zum Beispiel unter dem Titel: „Geschichte eines langen Romans mit dem Patriotismus“ …

Sie werden inzwischen den Zusammenhang hergestellt haben, das Kapitel gefunden haben, in dem erzählt wird, wie der zurzeitige Vizekanzler in Österreich von einer Tageszeitung österreichischen Qualitätszuschnitts im Dezember 18 gefragt wird …

„Wenn Sie gefragt werden, ob Sie ein Deutschnationaler sind, sagen Sie zumeist, Sie sind ein Patriot. Muss man sich für Deutschnationalismus schämen?“

HC Strache Vizekanzler Österreich.png

Es wurde bereits festgestellt, Patriotismus ist der Deutschnationalismus zur Zeit als unverfänglicher Begriff für das Marketing. Das ist das eine. Und wird auch von dem zurzeitigen Vizekanzler in seiner Antwort darauf bestätigt. Ergänzend hierzu ist bloß zu sagen, wie sonderlich das ist. Also das Hinterherhinken mit den Fragen an diesen Gesinnungssohn, der selbst allen, kurz gesagt, gesellschaftspolitischen Entwicklungen weit, recht weit hinterherhinkt.

Es wird also nach dem „Deutschnationalismus“ gefragt und nicht danach, ob dieser von der identitären Regierungspartei gesinnungsgemäß vertretene Patriotismus zu schämen sei.

Patriotismus der FPÖ ist gleich Volksgemeinschaft

Es darf nicht vergessen werden der gesinnungsgemäß lange Roman mit dem Patriotismus. Von den Nationalsozialisten wurde nach und nach „Patriotismus“ durch einen anderen Begriff ersetzt, die Nationalsozialistinnen entschieden sich, zum „Patriotismus“ „Volksgemeinschaft“ zu sagen. Und die identitäre Regierungspartei ist, was alles sie immer auch ist, nicht so dumm, den verfänglichen Begriff „Volksgemeinschaft“ zu verwenden; sie verwendet wieder „Patriotismus“, einen Begriff also, der für viele und immer mehr viele wieder mehr und mehr unverfänglich …

Und es wird hier abermals keine „Nazikeule“ geschwungen. Die Keulen der Nazissen schmeißen diese schon selbst zum Fraß vor. Und dieser Fraß schmeckt beunruhigend zu vielen schon so recht gut, verwechseln diesen Fraß mit Schweinsbraten und Knödel …

Sie wissen es selbst, wie in diesen Gesinnungsbuden ständig „Volk“ und „Gemeinschaft“, „Ehre“ und Vaterland“, „Europa der Vaterländer“, „deutsche Patrioten“

Sogar der Leiberlverkäufer des zurzeitigen Vizekanzlers ist in dieser Hinsicht klug genug, und schreibt auf die Shirts mit Strache, Höcke, Weidel, Orbán: „join the patriotic revolution- reloading europe 83%“ und nicht …

Wofür die Prozentzahl VIII und III wohl stehen mag? Auf diese Codespielerei will hier gar nicht eingegangen werden …

Was soll das sein: eine „patriotische Revolution“? Nichts anderes als ein Umsturz, der diesmal wohl den Namen „identitäre Revolution“ würde bekommen, fände dieser tatsächlich statt …

Und wie kann je mit einer „Nazikeule“ geschwungen werden? Allein wenn an den Gesinnungsshirtbruder vom zurzeitigen Vizekanzler gedacht wird …

Alphabet of Enlightenment, H-H: Haverbeck, Höcke, Hofer, Holocaust

Allein wenn daran gedacht wird, wer als „Patriot“ in dieser Gemeinschaft gilt, etwa Ginzkey …

Allein wenn an … Südtirol —

Es reicht nicht „Patriotismus“, es muß ein „ausgeprägter Patriotismus“ sein, und welcher damit gemeint ist, nun, sie schwingen nicht die „Nazikeule“, sie schlagen mit dieser zu …

… ein sonderliches Phänomen ist beim zuschlagenden Patriotismus stets festzustellen. Obgleich es Schläge sind, werden sie zu Beginn stets als Streicheln empfunden, angenehm, wohlig und gänzlich schmerzlos. Daß es aber tatsächlich schmerzreiche Schläge von Beginn an stets sind, wird stets erst am Ende, im Untergang wahrgenommen, dann erst wird stets vor Schmerzen laut aufgeschrien, geheult, geklagt, und beteuert, von nichts gewußt zu haben

Es kann aus noch einem Grund nicht mit der „Nazikeule“ geschwungen werden. Auch der Begriff „Volksgemeinschaft“ ist lange vor dem madigen zwölfjährigen deutschen reich erfunden worden. Die Nationalsozialisten haben nichts erfunden, die Nationalsozialistinnen waren einzig dazu imstande, alles Vorgefundene aufzusaugen und dann alles und alle in den Abgrund zu stürzen, alles zu zerstören, alles zu vernichten. Die Lehre aus dem Nationalsozialismus, schlecht gesagt, weil Lehre und Nationalsozialismus nicht und nicht zusammengehen, ist, wohin Begriffe führen können …

Aber in Österreich reicht das Gedächtnis zumeist nur bis fürchterlichen Ende, also bis zu den madigen zwölf Jahren des deutschen reiches, statt bis zum entscheidenden Anfang, lange, lange vor den madigen sieben Jahren, die es in Österreich wütete, als es begann, mit dem bereitwilligen Schlucken von Begriffen, Parolen, die dann … auch damit können Sie sich einen kleinen Roman zusammenstellen …

Sie können sich auch einen Roman mit Rechtsextremismus …

Oder einen Roman mit „Volksverräter“ …

Einen Roman mit „Rassen“ …

Aber auch einen Bildungsroman, dessen Hauptfigur ein ausgeprägter Theoretiker ist, der gesinnungsgemäß allen zur Lektüre von dieser Gesinnungsgemeinschaft …

Einen Roman der Schreibstaffel …

Einen Roman mit NPD und Patriotismus …

Aber auch einen Roman mit NPD, Burger und zurzeitigem Shirtmodel …

Vielleicht möchten Sie einen Roman mit einem einzigen Mann als Hauptfigur, auch das ist möglich. Es gibt so einen Blumenmann, das aber ist auch zugleich schon ein nächster Roman mit gleicher Gesinnung …

Wie immer Sie sich einen kleinen Roman selbst zusammenstellen, einen Roman werden Sie nicht bekommen, nämlich einen Entwicklungsroman, und das wird nicht einmal Sie überraschen können, spielt dieser Roman doch vorwiegend in Österreich …

Es soll Ihnen nicht verschwiegen werden, welcher kleiner Roman selbst zusammengestellt wurde, dessen Lektüre erheitert. Dieser bevorzugte Roman heißt schlicht wie kurz: Weisenbericht.

Ob damit das zu Beginn angesprochene Kapitel tatsächlich beendet ist, vermag nicht gesagt werden, aber auch das, ob ein Kapitel abgeschlossen ist oder nicht, ist bei einem Roman der, schlecht gesagt, Gattung Spherical novel in the digital age ebenfalls ohne Belang, keine dramaturgische Notwendigkeit …

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