SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner: Hitler „muß endlich klar gegen Nationalsozialismus und Antisemitismus auftreten und sein Durchgriffsrecht nutzen.“

Das fordert Pamela Rendi-Wagner nicht. Aber weil es in der Daueraffäre Österreich wieder einmal um den Nationalsozialismus geht, ist dieses Gedankenspiel erlaubt, was hätte sie, Rendi-Wagner, beispielsweise in den vierziger Jahren gefordert? Daß Adolf Hitler sein „Durchgriffsrecht“ gegen Himmler, gegen Eichmann, gegen Seyß-Inquart, gegen … „nutzen“ muß?

So kommt es vor, wenn sie, Rendi-Wagner, fordert, wie von der Tageszeitung „Kronen-Zeitung“ am 1. November ’19 zitiert:

„Hofer muss endlich klar gegen Nationalsozialismus und Antisemitismus auftreten und sein Durchgriffsrecht nutzen.“

Von wem fordert sie das? Von einem Rechtsextremen.

Was befördert sie damit? Den Glauben daran, es muß einen sogenannten starken Mann geben, einen, der durchgreift, dann ist alles gut, wenn es einen Führer gibt. Gendergemäß müßte hier auch die sogenannte starke Frau, die Führerin angeführt sein, aber es entspricht so gar nicht der österreichischen Wirklichkeit und vor allem nicht der zurzeitigen hoferischen Partei.

Was sagt sie damit noch aus? Norbert Hofer wäre nicht nur freundlich, sondern auch gut, aber seine Partei, aber seine Kameraden, die sind nicht so.

Was sie dabei vergessen machen will. Norbert Hofer ist die Führerfeder des Parteiprogramms der identitären Parlamentspartei.

Was sie dabei vergessen machen will. Unter Strache-Hofer und zur Zeit unter Hofer mehr als je zuvor Burschenschafter als Abgeordnete im österreichischen Parlament, unter Hofer also, kurz zusammengefaßt, so viele Budenmänner wie nie zuvor im Parlament der österreichischen Republik.

Was ihr Appell an Hofer noch ist. Es ist eine gefährliche Forderung an Hofer, sein „Durchgriffsrecht“ noch mehr zu „nutzen“. Auch sein jahrzehntelanges Mitdurchgreifen und schließlich zurzeitig alleiniges Durchgreifen haben seine Partei noch mehr dazu gemacht, zu dem, was er, Hofer, unter einer „normalen Partei“ verstehen will, er dies sich als Ehre und Stolz wohl recht hoch anrechnen wird.

Kurz ist es her, um genau zu sein, im September ’19 erst war es, daß Hofer mit seinem Stefan im Parlament mit einem Antrag ihren lebenslänglichen Gesinnungsbund erneuerten. Als ihre Treuzeugen kämen viele aus ihrer Kameradschaft in Frage, in diesem besonderen Fall des Wegnehmenwollens von Eherechten aber recht Pfeiffer …

Statt von einem gesinnungsgemäßen Anführer etwas zu verlangen, daß er aufgrund seiner Gesinnung gar nicht leisten kann, auch deshalb, weil das von Rendi-Wagner beschworene „Durchgriffsrecht“ gegen ihn selbst zuerst schlagend werden müßte, hätte sich Rendi-Wagner an jene zu wenden, die von ihrem Durchgriffsrecht endlich deutlich und unmißverständlich Gebrauch zu machen haben, an die Wahlberechtigten mit ihrem Durchgriffsrecht mittels deren Wahlrecht.