Der britische Premierminister pilgerte 2x zu Trump und verhandelte mit ihm. Fazit: Nur 10% Zölle für britische Exporte nach USA. Die EU- Chefin van der Leyen „ überlegt“noch. Dafür zahlen EU-Exportländer 20% . Ich verstehe alle, die bei dieser Brüssel-Nichtpolitik grantig werden Wolfgang Rosam, 6. April 2025, Konzernplattform X
Ein Kinderlied, das Wolfgang Rosam vorträgt, mit dem aus einem Wort bestehenden Kehrreim Brüssel, damit es für alle leicht zu verstehen und auch für alle leicht zu merken ist, wer grantig macht: Brüssel —
Im Gegensatz zur „Brüssel-Nichtpolitik“ ist also im Umkehrschluß von Wolfgang Rosam das, was Donald Trump macht, Politik — Und auch das, was Seevögel, flügellose Fliegen, Pinguine und See-Elefanten auf den Inseln Heard und MacDonald machen, Politik, und was für eine Politik, die Politik der See-Elefantendie Politik schlechthin, ebenbürtig dem zurzeitigen amerikanischen Präsidenten, auf seiner Höhe und auf seiner Zeit, mehr, kann ohne Übertreibung gesagt werden, mehr noch als Politik, eine Superpolitik der See-Elefanten, denn sie mußten nicht einmal nach Amerika robben, mußten nicht einmal zweimal bäuchlings nach Washington pilgern, das Wolfgang Rosam dem britischen Premierminister unterstellt, um einen zehnprozentigen Zoll zu verhandeln, sie, die See-Elefanten als Delegierte der Pinguine, der Seevögel, der flügellosen Fliegen konnten auf MacDonald bleiben, um einen zehnprozentigen Zoll auszuhandeln, erfolgreich in dieser Verhandlung waren beide Seiten, ein Zoll in Höhe von zehn Prozent wird die Nicht-Exporte der See-Elefanten in die Vereinigten Staaten nicht schmälern, und die Produkte, die die See-Elefanten in die Vereinigten Staaten von Amerika nicht liefern, werden für die Menschen in den Vereinigten Staaten nicht teurer werden, so erfolgreich verhandelte ihr —
Als einen Mißerfolg ihrer Verhandlungen werten die See-Elefanten es nicht, daß es ihnen nicht gelungen ist, den Zoll in Höhe von fünfundzwanzig Prozent auf luxuriöse Produkte ihrer Nicht-Industrie ebenfalls auf zehn Prozent hinunterzudrücken, denn, so meinen sie, wer sich Luxus leisten kann, läßt sich nicht durch eine zusätzliche Steuer in Form von einem fünfundzwanzigprozentigen Zoll schrecken — werch ein Illtum.
The upshot of Wolfgang Rosam: mac politics great …
Weit über ein Jahr später, Bonobosforscher arbeiten eben gründlich, stellt Dr. Markus Krall zwei Fragen, am 4. April in seinem Jahr ’25, zwei Fragen, wobei es gereicht hätte, nur die erste Frage zu stellen: „1. Frage: Stimmt das?“ Da diese mit einem eindeutigen Nein beantwortet seine zweite Frage vollkommen überflüssig macht.
Wie ein Bonobosforscher folgern kann, folgert Dr. Markus Krall:
Wenn ich darauf hinweisen würde, dass derartige Vergleiche und speziell dieser ein Mittel der Nazis waren, um andere aus rassistischen oder politischen Gründen zu entmenschlichen, bin ich dann der Verharmlosung des Nazi-Regimes zu beschuldigen oder er?
Vor weit über einem Jahr, nämlich am 2. Februar 2024, wurde Alice Weidel von Kira Kramer über das Märchen aufgeklärt, die, deren Spezialforschungsgebiet nicht bekannt ist, und weit über ein Jahr später wird Dr. Markus Krall es wohl immer noch nicht verwunden haben, daß einer Forschungskameradin von ihm – einer recht speziellen Forschung wird wohl auch sie nachgehen – „Nachhilfe“ erteilt werden mußte …
Wie will die AfD bewahren, was sie überhaupt nicht kennt? Da die Partei sich regelmäßig als letzte Hüterin der deutschen Kultur aufspielt, möchte man doch meinen, ihre Politiker wären einigermaßen bewandert in der deutschen Märchen- und Sagenwelt. Alice Weidel, Bundesvorsitzende der AfD, belehrte die Zuhörer mit ihrem Beitrag zur Generaldebatte im Bundestag am Mittwoch eines Besseren.Vorausgegangen war Weidels Selbstentlarvung eine Ansprache des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue, bei der er alle Demokraten dazu aufgerufen hatte, gegen Extremismus Position zu beziehen. Dabei fiel der Satz: „Wir lassen uns dieses Land nicht von extremistischen Rattenfängern kaputtmachen.“ Das wiederum veranlasste Weidel zu der Einlassung, der Bundespräsident habe die AfD-Wähler Ratten genannt. Da braucht wohl jemand Nachhilfe in Märchenkunde.
Ebenso forsch wie Alice Weidel in Deutschland reagierte in Österreich bereits vor über vier Jahren Christian Hafenecker mit dessen gesinnungseigenem Forschungsgebiet, als ein Journalist und eine Journalistin sich zum „Rattenfang“ äußerten, dieses Märchen bemühten …
Seltsam daran ist, wie hartnäckig daran von allen festgehalten wird, daß es ein „Rattenfänger“ … Dabei heißt das Märchen doch „Die Kinder von Hameln“ —
Wenn aus diesem Märchen etwas zu lernen ist, wie es so schön immer heißt, aus der Geschichte lernen, dann dies, die Menschen wollen stets besonders schlau sein, jene, die sie von einer Plage, unter der sie meinen zu leiden, befreien, um ihren vereinbarten Lohn betrügen, und am Ende betrügen sie sich stets selbst, ganz wie jene Menschen auch heute, die meinen, besonders schlau zu sein, wenn sie wählen: die austrian folk seducer with their pipes —
NS Die Kinder „seien“, heißt es im Märchen, „hinweg nach dem Lande Siebenbürgen geführt worden […]
Deutsche Regierung fordert Verhaftung und Internierung von Juden in Ungarn. Klingt wie 1944, ist aber 2025. Julian Reichelt, 3. April in seinem ’25 auf der Konzernplattform X
Atemberaubende Anti-Israel-Propaganda auf @oe1 mit Renata Schmidtkunz, garniert mit absurden Verschwörungstheorien. Auch der glühende Antisemit Karl Marx kommt zu Wort. Kann man alles machen. Aber warum müssen alle Haushalte für so etwas bezahlen?? Franz Schellhorn, 4. April in seinem ’25 auf der Konzernplattform X
Die Grünen hätten den Juden verhaften lassen. Kein Erbarmen! Julian Reichelt, 4. April in seinem ’25 auf der Konzernplattform X
Wie je gewichtig das ist, was Franz Schellhorn je zu sagen hat, ist nie klarer noch zu erkennen gewesen, als in dem was Julian Reichelt von sich gibt, zu dem vitello, das sich wohl selbst auch als ein vitello d’oro sieht, um es anbetend zu tanzen ist. Er, Julian Reichelt, weiß nicht einmal den Namen dieses einen einzigen Menschen, gegen den es einen Haftbefehl gibt. Seinen Namen aber kennt Claudia Plakolm, „Bundesministerin ohne Portefeuille“, deren Aussagekraft der von Julian Reichelt ebenbürtig ist, wenn sie in bezug auf den Haftbefehl gegen diesen einen Menschen von einem „Affront für Österreich“ … Und wenn eines Tages, und dieser Tag kann und wird wohl kommen, die Anklage, das anhängige Gerichtsverfahren wegen „Bestechung, Betrug und Untreue“ in Israel selbst in eine Verurteilung mündet, Benjamin Netanjahu in Haft genommen werden wird, für Jahre in das Gefängnis muß, was wird dann Julian Reichelt schreiben, vielleicht: Das israelische Gericht hat den Juden verhaften lassen. Kein Erbarmen? Verhaftung und Internierung von Juden in Israel? Klingt wie 1944, ist aber?
Und ist zu Franz Schellhorn selbst noch etwas zu schreiben, kann zu ihm noch etwas hinzugefügt werden, das über das hinausgeht, was hier zu Julian Reichelt und Claudia Plakolm —
Damit kein Mensch etwas Falsches weitererzählen kann, also daß Karl Marx noch leben würde, denn Karl Marx ist seit 142 Jahren tot, und dennoch schreibt Franz Schellhorn, in dieser Sendung käme auch Karl Marx zu Wort. In dieser Sendung aber sind tatsächlich nur Pankaj Mishra und Renata Schmidtkunz „im Gespräch“ …
Es gibt ein vitello, das nun recht „goldenen Zeitalter“ wiederkäut, und sich selbst wohl als oltre il vitello und zugleich als vitello d’oro sieht, um es alle vitelloni anbetend zu tanzen haben,
und doch fällt zu ihnen bloß ein Film von Federico Fellini ein: „I Vitelloni“, der von den „Männern“ erzählt, die aus dem Kleinbürgerlichen nicht herauskommen — „Kälber“ im Müßiggang auf der umzäunten Wiese, das oltre il vitello d’oro kann sich selbst wohl nur durch die englische Übersetzung Supercalf oder durch die deutsche Übersetzung Überkalb schmeicheln, und die vitelloni domestici tun ihm, dem vitello, auch darin nach …
Das Drehbuch ist nicht von ihnen geschrieben, wer könnte das je auch annehmen, allein schon das oben Zitierte spricht dagegen, das je annehmen zu können, vitelloni können menschgemäß nicht schreiben, sie folgen bloß austrians …
„Nach ihren Verhandlungen“ mit ihrem ungarischen Amtsministranten sagt Claudia Plakolm, berichtet am 2. April 2025 die „Budapester Zeitung“:
Zum mehrtägigen Ungarnbesuch des Ministerpräsidenten Israels, Benjamin Netanjahu, stellte Plakolm klar, für Österreich sei der Haftbefehl, den das ICC gegen Netanjahu erlassen habe, ein Affront.
Wäre sie, Claudia Plakolm, ein Mann, hätte das beispielsweise ein früherer Bundesminister für Auswärtiges gesagt, daß der „Haftbefehl“ für Netanjahu „ein Affront für Österreich“ sei, es wäre dazu sofort eingefallen: herzig.
Bóka informierte die Bundesministerin ohne Portefeuille über die Volksbefragung auf Anregung der Orbán-[…] Plakolm bezeichnete Ungarn und Österreich als gemeinsamen Kultur- und Lebensraum, Nachbarn, die nicht nur enge wirtschaftliche Beziehungen miteinander teilten, sondern eine tiefe Freundschaft verbinde […]
Sie verstehen, was Roger Ibounigg ihnen Gutes sagt, und mehr noch als Franz Lackner wissen sie vom Guten, daß das Gute nicht nur zu sagen ist, sondern es ist das Gute, nachdem das Gute gesagt ward, auch zu tun, und so ziehen sie los, erfüllt von dem Gutgesagten zu tun das Gute —
Am 29. März 2025, was für eine feine Kammermusik-Aufführung durch Mitglieder des Orchesters „Wiener Philharmoniker“ im „Gustav-Mahler-Saal“, sie, die Musik der Füchse, läßt es zu, die eisenmengerischen Gobelins zu betrachten, an den baldigen
20. April zu denken, an dem das Bühneweihefestspiel in der Wiener Staatsoper zelebriert werden wird, wer wohl mit rechtem Hochgefühl an der Büste von Gustav Mahler vor der Toilettentür vorbei in diesen Pausenraum eilen wird, zu ihrem Eisenmenger, auf ihn mit Prosecco anstoßen werden, auf diesen Hochkulturkünstler,
am 20. April auch darauf anstoßen werden, daß ihr Eisenmenger weiter in der Staatsoper, ihnen die Staatsoper weiter eine Gesinnungsfestung, auch wenn sein „Eiserner“geopfert werden mußte, zum Erhalt des Gesinnungseigentlichen, sind doch seine Gobelins gesinnungswesentlich, sind seine Gobelins weiter in der Staatsoper, und mit der Umbenennung von „Gobelin-Saal“ auf „Gustav-Mahler-Saal“ wurde ihr Eisenmenger von jeder Schuld freigesprochen, denn, wer käme je auf die Idee, einen Raum mit dem Werk eines Nationalsozialisten mit dem Namen eines jüdischen Menschen zu benennen, und weil der Saal mit dem Werk von Eisenmenger nach einem jüdischen Menschen benannt wurde, kann Eisenmenger ja nie und nimmer ein —
und zum Beispiel auch ein Antisemit, was ein Eisenmenger nur sein kann, ist ein „Gründungsmitglied“, etwa von dem 1937 gegründeten „Bund deutscher Maler Österreichs“, dessen recht hehre Statuten es wohl Gustav Mahler, hätte er das noch erleben dürfen, recht angetan hätten:
„Zusammenschluss aller deutschstämmigen Maler Österreichs, die befähigt und gewillt sind, durch ihr Schaffen, frei von modischen oder wesensfremden Einflüssen, am Aufbau und der Erhaltung unserer arteigenen deutschen Kunst im Sinne der österreichischen Tradition mitzuwirken… Mitglieder können alle deutschstämmigen, ständig in Österreich lebenden Maler werden.“
Durch diese Benennung wurde Eisenmenger die Absolution erteilt, und so ist es verständlich, daß Maria Missbach es nur als „Polemiken“ bewerten kann, wenn etwas gegen Eisenmenger vorgebracht wird, milde spricht sie bloß von „Polemiken“ und nicht gleich von Blasphemie, und das hätte sie durchaus tun können, wer hätte sie nicht verstanden, sie hätte dafür vielleicht von Dr. Franz König die Zustimmung erhalten, fand doch für Rudolf H. Eisenmenger eine „Jubiläumsausstellung zum 100. Geburtstag unter der Patronanz von S.E. Kardinal Dr. Franz König, Erzbischöfliches Dom- und Diözesanmuseum, 1010 Wien, Stephansplatz 6 (Kuratorin)“ statt, wie könnte da ein Direktor Holender, ein Dr. Georg Springer Eisenmenger ablehnen …
In einem persönlichen Gespräch mit Herrn Dir. Holender (Staatsoper) und Herrn Dir. Dr. Georg Springer (Bundestheater-Holding) am 10. Mai 2002 um 11.00 Uhr in der Wiener Staatsoper haben beide Herren versichert, dass es keinerlei Ablehnung dem Maler Eisenmenger gegenüber gibt. Die Verhängung sei eine Modernisierung und es gibt Verträge bezüglich der Überhängung, die einzuhalten sind. Herr Dir. Holender versicherte mir, dass der Vorhang darunter unbeschädigt ist und in seiner Amtszeit nicht zerstört wird. Meiner Bitte, die verschmutzten Tapisserien im Gustav Mahler Saal (ehem. Gobelinsaal) zu reinigen, kam Herr Dir. Dr. Springer umgehend nach. Die kostenaufwendige Reinigung erfolgte im Sommer 2002 und wurde auch im Fernsehen dokumentiert. Die Entwürfe zu diesen Tapisserien stammen ebenfalls von Rudolf H. Eisenmenger. Es ist der größte, jemals in Österreich gewebte Tapisserienzyklus, der in der Wiener Manufaktur hergestellt wurde.
Maria Missbach weiß recht Gutes von Eisenmenger zu berichten, und was sie für Eisenmenger recht Gutes tat, er u. a. dank ihr gereinigt wurde, daß es eigentlich sie verdiente, den Raum mit den eisenmengerischen Gobelins auf „Maria-Missbach-Saal“ umzutaufen. Oder doch, kurz wie einfach: „Eisenmenger-Saal“ … Das wäre vielleicht ein wenig ungerecht allen gegenüber, die sich um Eisenmenger bemühten und bemühen, sich wieder betätigen, ihn berühmt zu machen. Stellvertretend für alle vielleicht den Raum doch umzubenennen auf: „König-Missbach-Rosenkranz-Springer-Holender-Saal“ …
1944 schreibt Eisenmenger an den Reichsstatthalter von Wien, Baldur von Schirach: „Als Vorsitzender der Gesellschaft der bildenden Künstler Wiens, Künstlerhaus, melde ich Ihnen den Beschluss des Vorstandes der Gesellschaft: Wir erklären unsere glühende Bereitschaft, dem Führer und dem Vaterlande in der entscheidenden Phase des Lebenskampfes unseres Volkes jeden in unseren Kräften liegenden Dienst zu leisten. Da der Reichsbeauftragte für den totalen Kriegseinsatz alle Kreise des Volkes zum Einsatz aufgerufen hat, zögern wir Künstler nicht, diesem Ruf zu folgen. Wir wollen in Gemeinschaftsarbeit unsere Kraft und unser Gesellschaftshaus dem Auftrage zur Verfügung halten, der uns die unseren Fähigkeiten entsprechende Mitwirkung an der Rüstung unserer Helden an der Front zuweist, sofern wir nicht als Soldaten eingesetzt werden können…“9 Kurze Zeit später wird der Betrieb des Künstlerhauses eingestellt und ein Rüstungsbetrieb in den Räumen errichtet.10
Obschon bereits im Februar 1933 der NSDAP beigetreten,11
9 Brief an den Reichsstatthalter vom 15.09.1944, gezeichnet Eisenmenger, Archiv des Künstlerhauses, Mappe Eisenmenger. 10 Rudolf Schmidt, Das Wiener Künstlerhaus, Eine Chronik 1861–1951, Wien, 1951, S. 111. 11 Personalfragebogen Nr 1,457.641, Antrag zur Aufnahme in die NSDAP, 19.05.1938, AdR, Zivilakten NS Zeit, BMIGA. 12 In Eisenmengers Personalbogen, den er 1951 ausfüllt, ist die Rubrik über die Zugehörigkeit zur NSDAP mit einem Querstrich durchgestrichen, so als gäbe es keine Notwendigkeit diese Frage zu beantworten. Auch im beigefügten Lebenslauf findet sich kein Hinweis auf seine politische Tätigkeit. Vgl. Personalfragebogen vom 09.07.1951, Archiv der Technischen Universität Wien, Mappe Eisenmenger.
Eisenmenger selbst hat das also bereits 1951 ein für allemal klargestellt mit seinem „Querstrich“ in der Rubrik „Zugehörigkeit zur NSDAP“, eine derart ungehörige Frage kann nur mit Nichtbeantwortung gestraft werden, und wer noch davon spricht, tut es nur, um polemisch, mehr, gerade nach der Patronanz durch den Kardinal, gar blasphemisch sein zu wollen …
Wie schön wäre diese Umtaufung, erfolgte diese bereits am bald kommenden 20. April, es wäre nicht ein verspätetes Geburtstagsgeschenk, sondern ein wirklich nachgeholtes Geburtstagsgeschenk, konnte doch dem Österreicher das eisenmengerische Geburtstaggeschenk vor achtzig Jahren nicht mehr in den Bunker zugestellt werden, sein Gobelin, mit dem er ihm mit einem vertraulichen „Du“ gratulierte, ihn, der, das darf vermutet werden, daß dies dem ihm vertrauten Eisenmenger bekannt gewesen sein dürfte, mit seinem männlichen Geschlecht wohl haderte, mit einem neuen Geschlecht beschenkte: „Land“. Übrigens, hergestellt wurde dieser Gobelin von der „Wiener Gobelin-Manufaktur, die dann auch die eisenmengerischen Zauberflötengobelins …
1939 wurde Eisenmenger Präsident des Wiener Künstlerhauses. Er war 37 Jahre alt und zu diesem Zeitpunkt in Bezug auf den Nationalsozialismus absolut kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte sich schon in den 1930er-Jahren stark in den nationalsozialistischen Kreisen engagiert. Seit Februar 1933 war er Mitglied der NSDAP. Das war in Österreich zu diesem Zeitpunkt noch legal. Er blieb allerdings auch Mitglied, nachdem die NSDAP im Juni 1933 in Österreich verboten wurde. Eisenmenger war 1936 Gründungsmitglied im Bund deutscher Maler Österreichs. Das war zu dem Zeitpunkt legal, aber es war ganz klar eine NSDAP-nahe Organisation, die propagandistisch agierte. Ich möchte noch ein anderes Gründungsmitglied dieser 17 Organisation erwähnen, Leopold Blauensteiner, Künstler, Mitglied des Künstlerhauses, ganz wichtig für Eisenmenger in einer Art Mentorfunktion. Er war Präsident des Künstlerhauses vor Eisenmenger und von 1939 bis 1945 Landesleiter der Reichskammer der bildenden Künste in Wien. 1936 hat Eisenmenger an der Kunstolympiade der Olympischen Sommerspiele in Berlin teilgenommen. Das Künstlerhaus hatte die Jury für die österreichischen Teil nehmer zusammengestellt, um die Künstler auszuwählen, die nach Berlin geschickt werden sollten. 1937 hat Eisenmenger dann an der Großen Deutschen Kunstausstel lung teilgenommen, das war die Propagandaausstellung, die parallel zur Ausstellung Entartete Kunst in München stattfand. Interessant dabei ist, dass insgesamt 560 Künstler*innen teilnahmen, darunter nur 28 österreichische Künstler. Eisenmenger hat allerdings nicht nur an der Ausstellung teilgenommen, vielmehr, und das ist bemerkenswert und aussagekräftig, war er eines der nur sieben Jurymitglieder, die die Arbeiten für die Große Deutsche Kunstausstellung ausgesucht haben. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten stellte für ihn eigentlich keine Zäsur dar, für das Künstlerhaus hingegen schon. Wir wissen, dass die Mitgliederzahl durch die Gesetze der Reichskulturkammer und die Ausschlüsse von 508 auf 330 Personen reduziert wurde. Eisenmenger wurde im Dezember 1938 zunächst Vizepräsident des Künstlerhauses. Leopold Blauensteiner bot ihm dann an, die Präsidentschaft zu übernehmen, Eisenmenger hat dies zunächst zweimal abgelehnt. Im Nachhinein, nach 1945, wurde oft behauptet, dass man sich Eisenmenger als Präsident gewünscht hätte, um einen wirklich nationalsozialistisch gesinnten Vorstand zu verhindern. Es gibt aber einen Brief von Blauensteiner von 1939, in dem dieser versuchte, Eisenmenger zu überreden. Blauensteiner schrieb, ich zitiere: „Insbesondere entspreche ich aber einem Wunsch Berlins, wenn ich diese Angelegenheit nochmals aufrolle.“ 1939 wurde Eisenmenger dann Präsident, und er blieb bis zum Kriegsende in dieser Funktion. Er hat während der NS-Zeit an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen. Zweimal hat er den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig mitbespielt. Und er hat, wie erwähnt, von 1937 an an den Großen Deutschen Kunstausstellungen teilgenommen. Er hat zahlreiche großformatige wandgebundene Arbeiten vor allem für den öffentlichen Raum angefertigt. In der NS-Zeit ist zum Beispiel die Arbeit für das Reichspropagandaministerium in Berlin entstanden. Anfang 1945 hat er dann den Auftrag bekommen, für Hitler ein Geburtstagsgeschenk anzufertigen. Einen Gobelin, den er noch Anfang 1945 entworfen hat. 1943 hatte er den Professorentitel erhalten. Das war eine Auszeichnung, die von Hitler genehmigt werden musste. Er wurde in die Liste der Künstler im Kriegseinsatz aufgenommen. Und die NS-Elite, darunter Joseph Goebbels, hat Arbeiten von ihm erworben.
Der nächste große Auftrag war sehr prestigereich, im Jahr 1949 für die Wiener Staatsoper. Die Staatsoper wurde ja 1955 glanzvoll wiedereröffnet; im Gustav-Mahler-Saal, dem Pausensaal, hängen 13 großformatige Gobelins, die Eisenmenger angefertigt hat. Übrigens in derselben Wiener Gobelinmanufaktur, die nur vier Jahre zuvor den bereits erwähnten Gobelin Eisenmengers für Adolf Hitler hergestellt hatte.
Das Wichtigste, ist nun wieder recht oft zu hören, ist die Familie, und dem hätte auch Rudolf Hermann Eisenmenger wohl uneingeschränkt zugestimmt, hatte er doch eine Familie, auf die er sich verlassen konnte, eine Gesinnungsfamilie, die sich ein solch gesinnt Zugerichteter nur wünschen kann, und es sie auch heutzutage gibt, diese Gesinnungsfamilien …
Auch Ex-Präsident Rudolf Hermann Eisenmenger wurde bald rehabilitiert.28 Einen Eindruck von Eisenmengers künstlerischem Schaffen in der NS-Zeit geben die Monumentalwerke Läufer vor dem Ziel (Kunstolympiade, 1936), die Wandgestaltung des Bahnhofs Wels (1938–1940), Heimkehr der Ostmark I und II (1941) und sein noch 1945 für die Reichskanzlei ausgeführter Gobelin Du bist Deutschland. Auch im Hause Eisenmenger war die nationalsozialistische Gesinnung Familiensache. Seine Frau Sigilde, sein Vater, der Arzt Rudolf Eisenmenger, und seine Schwester Grete rühmten sich einer Parteimitgliedschaft;29 sein Bruder Richard Eisenmenger hatte es gar zum Gauamtsleiter des Volksgesundheitswesens in Niederdonau, im Dienstrang eines Abschnittleiters der NSDAP, gebracht und war an Euthanasie-Aktionen in Gugging und Mauer beteiligt.30
Es hat Magnus Angermeier nicht bedacht, daß er mit seiner Badenden auf der Mölker Bastei der Geschichte eine richtige Statue hinsetzte, und nicht bedacht hat seine Auftraggeberin, mag sie noch so sehr die Geschichte nach ihrer Gesinnung umzuschreiben bemüht sein wollen, in der Umschreibung der Geschichte offenbart sich die Geschichte doch immer wieder selbst, gegen ihre Umschreibenden … auch das Beispiel der Steinblöcke mit Badender auf der Mölker Bastei wieder einmal —
In diesem Kapitel soll es einmal noch um die Badende gehen, die die Geschichte selbst erzählt, gegen den Gesinnungstrieb der Auftraggeberin, deren Bemühen es stets ist, die Geschichte so zu erzählen, wie ihr die Geschichte gesinnungsgemäß scheinen soll.
Das ist am 12. Juli 1945 in „Neues Österreich“ zu lesen, und das wird am 28. März 2025 auch vom „Standard“ zitiert, im Artikel: „Nachkriegsmythos – Wie zu Arbeit verpflichtete Ex-Nazis zum Narrativ der „Trümmerfrauen“ wurden – In Wien mussten ehemalige NSDAP-Mitglieder Arbeitsdienst leisten, um die Stadt wieder aufzubauen. Die stigmatisierte Arbeit wurde zum neuen Opfermythos gesponnen“. Am Ende des Artikels „Arbeit und Essen“ in „Neues Österreich“ vom 12. Juli 1945 wird Franz Grillparzer zitiert, auf diesen offenbar aus dem Gedächtnis zitierten Vers wird noch zu sprechen zu kommen sein.
SZ: Herr Angermeier, stimmt es, dass Ihre „Trümmerfrau“ ursprünglich mal als „Badende“ gedacht war?Magnus Angermeier: Das macht doch nichts. Wieso sollte man nicht bereits existierende Entwürfe verwenden? Das machen alle. Auch die Musiker. SZ:Trotzdem klingt das jetzt schon ein bisschen nach Recycling. Sehen Sie: Wenn Sie die „Trümmerfrau“ mit meinem Entwurf für die „Badende“ aus den 1990er-Jahren vergleichen, so werden Sie feststellen, dass der Kopf jetzt eine leichte Drehung hat. Ich habe die Figur also weiterentwickelt. Ihr Blick auf das Siegesdenkmal gegenüber stellt uns die Frage nach dem Sinn von Krieg, Sieg und Niederlage. Eine Skulptur definiert sich auch immer aus ihrem Umfeld: Wasser ergibt eine Badende, Gesteinsbrocken eine Trümmerfrau. SZ: War es für Sie da nicht befremdlich, dass ein Bläserquintett der Bundesheergarde bei der Enthüllung spielte? Das ist die Sache der Veranstalter. Zwei Kirchenvertreter und eine Zeitzeugin waren ja auch anwesend. SZ: Die Festrede hat Herr Strache von der FPÖ gehalten. Eine Parteifreundin von ihm hatte Sie als Gestalter des Denkmals vorgeschlagen. Die kenne ich schon seit vielen Jahren. Aber über Politik reden wir nicht hauptsächlich. Eher über Kunst und Kultur. Ich bin Künstler. Aus der Politik halte ich mich raus. SZ: Geht das denn so einfach? Mit dem Mahnmal scheinen Sie ja nicht schlecht verdient zu haben. Von 60 000 Euro ist die Rede. Zieht man das Material ab, bleibt mir nicht viel. SZ: Eigentlich war die „Badende“ ja für einen Brunnen vor dem Altenheim in Leonding gedacht. War der Entwurf dem dortigen Bürgermeister denn zu nackt oder zu teuer? Beides nicht. Der Bürgermeister war einfach chaotisch. Für mich ist aber eh das Entscheidende, dass diese in Wien aufgestellte Figur für das Weibliche insgesamt steht. Auch meine Mutter wurde nach dem Krieg als Kontrolleurin bei der Straßenbahn verpflichtet, obwohl sie Abitur hatte und gerne was anderes gemacht hätte. Und mein Vater hat es während des Russlandfeldzugs nur wegen einer Verletzung gerade noch rechtzeitig lebendig nach Hause geschafft. Meine Skulptur, schreiben Sie das, ist ein Mahnmal gegen alle Kriege. Und immer sind es Frauen, welche nach Katastrophen das Leben wieder in geordnete Bahnen leiten.
Ein Opfer, auch seine „Mutter wurde nach dem Krieg als Kontrolleurin bei der Straßenbahn verpflichtet, obwohl sie Abitur hatte und gerne was anderes gemacht hätte“ Das weiter, was immer das war, war sie im Krieg machte? Das jedoch ist nicht von Belang, was er von seiner Mutter in diesem Interview erzählt, interessant ist das von ihm Gesagte über die Weiterentwicklung der Badenden … Dieser Weiterentwicklung hat ein noch nicht auch wieder berühmt gewordener, also in Österreich wieder berühmt gewordener Künstler gefrönt,
Es ist richtig, wir bekommen für unsere Arbeit verflucht wenig zu essen. Aber wenn wir nicht mehr arbeiten als bisher, wenn nicht mehr Leute sich an der Arbeit beteiligen, werden wir noch weniger zu essen bekommen. Und wenn wir alle zusammen dasselbe tun wie die Sommerfrischler an der Donaulände, dann werden wir alle zusammen vor die Hunde gehen., Grillparzer sagt in seinem ironischen Vers über das Wienertum: „Erschlaffend wirkt dein Sommerhauch, du Capua der Geister.“ Daß unsere Stadt nicht auch ein Capua der Körper werde, dem soll jetzt vorgebeugt werden. Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.
So endet „Arbeit und Essen“ vom 12. Juli 1945, mit dem Vers von Franz Grillparzer, der in „Abschied von Wien“ ein wenig anders lautet:
Schön bist du, doch gefährlich auch, Dem Schüler wie dem Meister, Entnervend weht dein Sommerhauch, Du Capua der Geister!
Am 26. März seiner Zeit schickt Harald Vilimsky auf der Konzernplattform X einen Aufruf an sich selbst: „Einfach zum Nachdenken….“ Weil ihm offenbar selbst eine Frage sich aufdrängt: „Was stimmt hier nicht?“ Und das ist gut, eine Frage ist oft der Beginn, um ins Denken zu kommen, oder wenigstens, ins Nachdenken zu kommen. Es könnte auch bei Harald Vilimsky einen Prozeß auslösen, nicht des Denkens, aber immerhin des Nachdenkens, wenn er schon bis zu einer Frage sich durchringen kann.
„Was stimmt hier nicht?“ Ist seine Frage. Es stimmt die Gegenüberstellung von diesen zwei Prozessen nicht. Wie generell Prozesse nicht miteinander verglichen werden können und nicht verglichen werden dürfen, schon gar nicht dürfen in Prozessen verhandelte unterschiedliche, miteinander nichts zu tun habende strafrechtliche Tatbestände verglichen und gegeneinander verrechnet werden.
„Was stimmt hier nicht?“ Ist seine Frage. Was stimmt hier? Ist seine durchaus dazugehörige Frage nicht. Es stimmt, daß der alte Österreicher nicht für acht Jahre in den „Häfn“ muß. Sondern, auch das stimmt, er muß für vier Jahre in den „Häfn“, weil er eben, im Gegensatz zum jungen Strafmündigen, nun bereits „rechtskräftig verurteilt“ ist.
Was an beiden auffällig ist, an dem alten Strafmündigen und an dem jungen Strafmündigen, wenn etwas bei diesen zwei Prozessen unbedingt verglichen werden kann oder will, ist deren modische, markenbewußte Kleidung, wie auch in der Berichterstattung über den jungen Strafmündigen nicht darauf verzichtet wird, erfahren zu lassen, was der Strafmündige trägt, wie gekleidet er im Gerichtssaal erscheint.
Stimmt halt nicht, aber wozu braucht die Krone Fakten (oder sieht sich das ITV an) Markus Sulzbacher, 25. März 2025, Konzernplattform X
Statt darüber sich zu freuen, daß Menschen derart genau zuhören, will Markus Sulzbacher nicht wahrhaben, was wahr ist, er meint, berichtigen zu müssen, was keiner Berichtigung bedarf, weil es eben richtig wiedergegeben wird, er meint, Fakten gegen Fakten schaffen zu müssen, wenn die Fakten der Krone der Tageszeitungen schon einmal stimmen.
Tatsächlich sagte Judith Pühringer in dieser Nachrichtensendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs am 24. März 2025:
Wir sagen, hunderttausend neue Bäuminnen in den nächsten fünf Jahren. Warum? Für jedes neugeborene Kind eins, weil wir diese Bäume als Schutzschilder für die Hitze brauchen.
Wer viel, wie es modern heißt, gendert, gendert halt auch mal zu viel, und das wird eben diesmal Judith Pühringer passiert sein. Es könnte die Krankheit des Genderns genannt werden, auch zu gendern, was gar nicht zu gendern gebraucht werden würde. In der Einzahl ist der Baum männlich, aber in der Mehrzahl sind die Bäume weiblich. Beachtenswert ist, wann nicht genau zugehört wird, nämlich dann, wenn gesagt wird, was gehört werden will, wenn es eben männlich klingt. Judith Pühringer sagt in diesem Interview: „Bei den Grünen“. Sie sagt nicht „GrünInnen“, oder, sie sagt auch nicht „bei den Grünen und Grüninnen“, und das ist klug von ihr. Denn. Wer sich im Internet ein wenig umschaut, wird rasch feststellen, daß „GrünInnen“ verwendet wird, um abzuwerten. Zum Abwerten ist auch das Gendern recht, scheuen auch jene Menschen das Gendern nicht, die sonst das Gendern fliehen wie Gott die Aufklärung.
Tatsächlich sagte Judith Pühringer, auch das ist ebenso genau zugehört zu hören:
Wir sagen, hunderttausend neue Bäum in en nächsten fünf Jahren. Warum? Für jedes neugeborene Kind eins, weil wir diese Bäume als Schutzschilder für die Hitze brauchen.
Zwei nicht gesprochene Buchstaben, ein verschlucktes „e“, ein verschlucktes „d“und aus „Bäume in den nächsten“ wird für jene, die das genauso hören wollen, „Bäuminnen“, und für jene, die ebenso genau zugehört genauso das hören wollen, eben „Bäume in den nächsten“ … Was sie eint, ist daraus ein Für und Wider, eine Aufregung zu erzeugen, ist aus einem einzigen Wort, das nicht zum Freuen ist, und doch zum Freuen auch ist, wenn der Sprache eine derart hohe Wichtigkeit zuerkannt wird, als wäre für alle das höchste Gut die Literatur, Literatur, ist sprachen, nicht inhalten —
Die Vorfreude, warum nicht Vorfreude sagen, die Vorfreude auf die Rezension, angekündigt auf Seite 19 der Druckausgabe vom 25. März 2025,
In seinem neuen Roman „Die Richtige“ fühlt Martin Mosebach Künstlern satirisch auf den Zahn. Seite 20
wandelte sich beim Umblättern auf die Seite 20 der Druckausgabe vom 25. März 2025 sofort in wahre Freude; richtiger kann eine Rezension über einen Roman von Martin Mosebach kaum geschrieben werden, und dabei auch noch wie nebenher diese Form der Kritik zu erneuern, wider jedwedes Erwarten, die Rezension könnte je noch eine Erneuerung erfahren. Am 25. März 2025 vollbringt die Tageszeitung „Der Standard“ diese Höchstleistung der Rezension. Die auf Seite 19 angekündigte liest sich auf Seite 20 wie folgt:
Nach einer erfolgreichen Comedy-Tour durch Deutschland und Österreich ist Image der Versuch […] Dazwischen lebt Peggy, eine „gemeine Lesbe“ und gescheiterte Kunststudentin Mitte 30, der die Eltern den monatlichen Geldhahn von saftigen 5000 Euro zugedreht haben. Das bedeutet in erster Linie den Verzicht auf Designergeschirr und andere Kinderlitzchen. Außerdem muss sie sich einen Mitbewohner suchen, um die Miete zu stemmen. Martin.
Er beschreibt sich als „schön, talentiert, reich und dann auch noch so gut bestückt, manchmal fragt er sich, ob er irgendweann an so viel Glück zugrunde gehen würde“. Abseits seiner Selbstwahrnehmung ist Martin aber ein eher unguter Kerl, der bei Peggy einzieht, um einmal am eigenen Leib zu spüren, „wie es so ist, nichts zu haben“. Im Verlauf einer Nacht wirft Image einen Kontrollblick auf das Elend seiner Besetzung, allesamt unglückliche Spießbürger mit ihren Lastern und Perversionen. Dazu gehören noch Martins Stalkerin Olivia und Veronique, die alkoholkranke Kellnerin der titelgebenden Absteige „Image“. Martin ist vergeblich auf der Suche nach einem One-Night-Stand und sperrt Olivia in sein Zimmer, wo sie eine unmenschliche Zerstörungswut packt. […] Die Sticheleien verlieren im Überfluß an Wirkung und legen ein großes Manko offen: Dem Roman mangelt es an literarischer Tiefe.
Diese rezensionistische Erneuerung hat Helene Slancar vollbracht und die Tageszeitung des österreichischen Qualitätsstandards herausgebracht, am 25. März 2025, mit bloß zweiten Seiten dramaturgisch höchst effektvoll in Druck gesetzt, mit einer lapidaren Ankündigung auf der Seite 19 und dann auf der Seite 20: „Zum Lesen […]“
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