Zwangsarbeiterinnen räumen den Schutt weg, während die deutsche Frau zum Baden ist.

Denkmal Trümmerfrauen - Die deutsche Frau geht zum Baden - Zwangsarbeiterinnen räumen ihr den Schutt weg.png

Wahrlich,  „die Botschaft ist durchdacht und mehrgleisig“, also die von der identitären Regierungspartei in Österreich.

Und vielleicht ist die Botschaft des Magnus Angermeier, die er ihr, der identitären Regierungsschaft, meißelte, eine subversive. Subversiv dadurch, daß er sich für die Schaffung eines Denkmals beauftragen und bezahlen läßt, und gegen das gesinnungsgemäße Ansinnen beispielsweise eines zurzeitigen Vizekanzlers in Österreich ihr ein Denkmal der historischen Korrektheit schafft.

Es darf an die Markierung des Denkmals mit „1943“ erinnert werden. Mit dem Jahr, in dem der „totale Krieg“ im Sportpalast wortreich befeuert wurde.

1943: Historisch korrekter kann ein Denkmal der Trümmerfrauen einzig für die identitäre Regierungsschaft in Österreich im Jahr 18 nicht sein. Magnus Angermeier setzt seine kleine Figur einer Badenden nun wiederverwertet aber lebensgroß zur historisch korrekten Deutung von 1943.

Und anders kann die Zeit ab dem „totalen Krieg“ nicht gesehen werden.

Während die deutsche Frau, die zwei Jahre später in den Trümmern des deutschen reiches eine Verschleierungsidentität annehmen wird müssen, nämlich die österreichische der Unkenntnis, die Nichts-Gewusst-Staatsbürgerinnenschaft, zum Baden ist, müssen Zwangsarbeiter die Bombenschäden beseitigen, in Österreich.

So war es tatsächlich, und das zeigt Angermeier mit seiner Badenden eindrücklich, damals, ab 1943, in den Zeiten des „totalen Krieges“:

Die deutsche Frau gibt sich dem Müßiggang hin, die Zwangsarbeiterinnen räumen währenddessen den Schutt weg, damit der deutschen Frau ihre Trachtentreter nicht staubig werden, sie sich keinen Nagel eintritt, wenn sie vom Baden von einem Teich bei Wiener Neustadt oder von welchem Badelackerl bei welch größerem Dörferl immer zurück in ihr Städterl kommt, erfrischt, ausgeruht, bereit zum „totalen Krieg“, den ihr Liebster, wie sie ihm mit klassisch deutscher Lyrik ausgeschmückt nach müßiggängerischen Lackerltagen an die Front schreibt, für sie …

Daran wird die identitäre Regierungsschaft wohl nicht gedacht haben, es nicht durchdacht haben … wann je gingen Menschen zum Wegräumen von Schutt nackt, als Badende. Sie sahen wohl bloß, wie sehr die Frau nach ihrer gesinnungsgemäßen Vorstellung gestaltet ist, nach Vorgängerinnen – vielleicht von einem Fraß, einem Müllner, einem Thorak – gebildet, werden ihr diese möglicherweise eingefallen sein, wer könnte soher je beargwöhnen, ein historisch korrekt gesetztes Denkmal gegen die eigene gesinnungsgemäße historische Sicht zu bekommen, das darüber hinaus recht genau dafür beauftragt und teuer bezahlt.

Es gibt, wie bereits ausgeführt, auch anderswo sogenannte Denkmäler für sogenannte Trümmerfrauen, etwa in Deutschland. Aber keines mit einer Badenden. Es werden Frauen in Arbeitskleidung gezeigt, bekleidete Frauen mit Werkzeug, bekleidete Frauen mit Schaufeln in arbeitender Pose dargestellt, bekleidete Frauen in schweren Arbeitsschuhen mit Spaten und Hacken nach dem „totalen Krieg“ — je nicht nackte Frauen in müßiggängerischer Stellung, mit entblößtem Po breit zufrieden  räkelnd an irgendeinem Badelackerl …

Es gibt also auch anderswo solche Denkmäler, die Frauen sitzend zeigen, die sich von der schweren Räumarbeit für einen Augenblick ausruhen, aber Frauen, die nicht einmal in ihren kurzen Pausen das Werkzeug aus der Hand legen, sogar in ihren Pausen jederzeit bereit sind, sofort aufzustehen, sofort weiterzumachen, sofort wieder an die schwere Arbeit zu gehen. Die Badende der identitären Regierungsschaft hingegen gemütlich mit Händen in ihrem Schoß, vielleicht denkt sie in ihrem Müßiggang daran auch kurz, ob bei ihrer Heimkehr die Gassen wohl schon wieder gesäubert …

Denkmal Trümmerfrauen Magnus Angermeier

2 Gedanken zu „Zwangsarbeiterinnen räumen den Schutt weg, während die deutsche Frau zum Baden ist.

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