Der Landeshauptmann von Burgenland ist in der Welt berühmt

Täglich hebt irgendwer in Österreich zur Klage an, Österreich habe in der Welt keine Bedeutung, Menschen aus Österreich würden von der Welt nicht beachtet werden, so klein, so unbedeutend sei Österreich der Welt.

Aber dem ist nicht so.

Wer beispielsweise nach Riga fährt, wird, kaum in Riga angekommen, sogleich eines besseren belehrt. So wichtig wird Österreich in der Welt genommen, daß sogar der Landeshauptmann vom kleinsten Bundesland Beachtung findet.

Es dauert zwar, bis ein Landeshauptmann des Burgenlandes etwa zu Ausstellungswürden kommt, aber dann ist er der Welt unvergessen, wie Dr. Tobias Portschy

Landeshauptmann von Burgenland - Unvergessen in der WeltEs wird Tobas Portschy wohl dauern, daß von ihm in Österreich selbst, außer in recht gewissen Kreisen, nicht mehr so gern gesprochen, an ihn erinnert wird, aber es wird ihm wohl ein recht großer Trost sein, der Welt unvergessen zu sein, die Welt von ihm immer noch spricht.

Vielleicht wird der jetzige Landeshauptmann in manch stiller Stunde die Befürchtung hegen, es wird von ihm einst, von dem jetzt doch viel gesprochen wird, in Österreich, wenn er nicht mehr Landeshauptmann ist, dasselbe Schicksal erleiden wie Portschy, also an ihn in Österreich nicht mehr erinnert werden wird wollen, von ihm lieber geschwiegen werden wird wollen, er in Österreich das Vergessen erleiden werden wird. Ihm kann zum Troste gesagt werden. Die Welt wird ihn nicht vergessen. Es wird vielleicht ebenfalls lange dauern, bis er beispielsweise zu Ausstellungswürden kommt. Der Trost ist nicht unbegründet. Denn. Er trägt selbst viel dazu bei, mit seiner Koalition mit der FPÖ, also mit der identitären Parlamentspartei, im kleinsten Bundesland. Denn. Wenn es einst irgendwo auf der Welt, beispielsweise in Riga, eine Ausstellung geben wird, in der daran erinnert werden wird, wie es den Menschen, die dieser Ethnie zugeordnet werden, nach 1945 ergangen ist, etwa einschließlich des Jahres 2017, so wird die Landesregierungspartnerin des jetzigen Landeshauptmannes nicht unbeachtet bleiben; trägt diese doch viel dazu bei, daß diesen Menschen die Gegenwart weiter ein Greuel sein muß. Und in solch einer Ausstellung irgendwo auf der Welt wird dann auch der jetzige Landeshauptmann des Burgenlandes seine Erinnerungstafel haben und lesen können, er, der mit solch einer Partei sich als erster wieder verbündet, sein Burgenlandregierungsmodell für ganz Österreich

PS Wie sehr es für die Nationalsozialisten und Nationalsozialistinnen keine Ungleichbehandlung im schlechtesten Sinn und auf barbarischste Art gab, auch davon erzählt die Ausstellung in Riga.Gypsy question - in the same way as the national socialist state has solved the Jewish questionGovernor of the Reichsgau Wien

Eisenstadt und Klagenfurt – Ein Vergleich zu Lasten Kärntens

Ein Spaziergang durch Eisenstadt, bei einer Rast vor dem Landhaus, brachte wieder die Erinnerung an die Tafeln in Klagenfurt, genauer, die Erinnerung daran, daß es wieder eine ganze Weile her ist, die Nachricht vom Landeshauptmann von Kärnten erhalten zu haben, er habe es an den Landtagspräsidenten weitergeleitet – zur Erledigung? Also zum Tätigwerden? Endlich die unseligen Tafeln im Kärntner Landhaus entfernen zu lassen?

Ein Vergleich zu Lasten KärntensEs ist bald wieder ein Jahr her, die Nachricht vom Landeshauptmann erhalten zu haben. Ohne in Klagenfurt gewesen zu sein, darf angenommen werden, die zwei Tafeln wurden nach wie vor nicht entfernt. Sollte es in diesem Jahr dennoch passiert sein, wäre das sehr positiv. Aber, wer Kärnten kennt, weiß, so schnell ändert sich dort nichts. Deswegen darf, auf bloßen Verdacht hin, geschrieben werden, die Tafeln hängen wohl immer noch schwer …

Landhäuser Eisenstadt - KlagenfurtWie anders hingegen ist es in Eisenstadt, im Burgenland. Dort sind im Landhaus gänzlich entgegengesetzte Tafeln angebracht.

Eisenstadt - KlagenfurtEs müssen im kärntnerischen Landhaus, um es nicht mißzuverstehen, als Ersatz keine anderen Tafeln angebracht werden, beispielsweise, wie in Eisenstadt, zum Gedenken an die Opfer der nationalistischen Massenmorddiktatur des deutschen reiches, an die Widerstandskämpfer gegen Faschismus. Sondern bloß Tafeln aus dem kärntnerischen Landhaus entfernt werden. Nur Tafeln entfernt werden, Tafeln mit Worten, die die Gesinnung und Weltanschauung der Täter und der Täterinnen dieses totalitären Regimes weiter an prominenter Stelle schmeicheln und verkünden.

Landhaus Eisenstadt - Landhaus KlagenfurtIn ein paar Tagen ist es ein halbes Jahrzehnt her, daß über diese unseligen Tafeln im Landhaus zum ersten Mal geschrieben wurde. Aber nicht nur das. Bereits damals und immer wieder wurden auch Verantwortliche deswegen direkt angeschrieben. Freilich wurde für keine Sekunde erwartet, daß die damaligen Verantwortlichen aus der identitären Gemein-Schaft die Tafeln abhängen würden. Wer dessen Gesinnung kennt, hätte von ihnen noch mehr Tafeln dieser Art …

Inzwischen sind in Kärnten andere politisch hauptverantwortlich. Aber die Tafeln … Aber Kärnten …

… Lyrik aus der Verherrlichung eines Führers schmückt das Kärntner Landhaus

… Von 2014 wünscht sich das Kärntner Landhaus: Befreit mich endlich von diesen unselig schweren Tafeln

… Für eine neue Zeit sind in Kärnten

… Aber Mares Rossmann spricht, was sie an Nationalgeist einsaugt

PS Die Ehrenbürgerschaft von Oskar Potiorek in Klagenfurt trägt auch nicht dazu bei, den Vergleich zu Gunsten von Kärnten noch …