Trotz Toiletten wird auf die Unzensuriert gegangen

Trotz Toiletten wird auf die Unzensuriert gegangen.jpg

Wie in der Collage im Vergleich gelesen werden kann, hinterläßt die Copysite der identitären Parlamentspartei wieder einmal eine gesinnungsgemäß ausgedruckte Kopie.

Das muß  nicht besonders ausgeführt werden. Es kann in der Collage gelesen werden, im Vergleich zwischen der gesinnungsgemäßen herausgepreßten Kopie und dem Artikel der „Oberösterreichischen Nachrichten“, den die Copysite der identitären Parlamentspartei eindeutig und unmißverständlich als einziges Mittel eingenommen hat.

Es ist bloß, wie übelich, das gesinnungsgemäß Erwartbare.

Und trotzdem muß erneut darauf hingewiesen werden. Es sind, das muß einmal betont werden, aber keine fake news. Denn. Es ist erstens keine News. Die News schrieb die „Oberösterreichische Nachrichten“. Die Copysite der identitären Parlamentspartei kopiert die News bloß und kopiert die News bloß gesinnungsgemäß um. Daher können es auch keine fake news sein. Es ist nur eine Fäkalie. Und zwar in dem Sinne, daß ein Artikel aufgenommen, verdaut und dann gesinnungsgemäß wieder ausgepreßt wird.

Wenn die Copysite der identitären Parlamentspartei schreiben kann, „mobile Toilettenanlagen werden oft gar nicht in Anspruch“ … kann auch geschrieben werden, trotz stationärer Toiletten wird recht oft auf die Unzensuriert gegangen.

NS Was diesmal, wie übelich, die Schreibstaffel der Copysite der identitären Parlamentspartei zu dieser Fäkalie in die Unzensuriert hinzu aus ihren Trachtenbäuchen herausdrückt, will gar nicht mehr … es haben nicht alle solch einen Saumagen, um das ohne sofortiges Erbrechen …

Schließlich leben neben Martin Luther und den M. T. Habsburgs Menschen

Schließlich leben neben den Roma Menschen.“

Diese zitierte Äußerung ist keine aus der sogenannten Nazi-Zeit, ist keine von einem sogenannten bildungsfernen Menschen, ist keine von einem mit Mindestsicherung in einem Gemeindebau lebenden Menschen, es ist eine Äußerung aus dem Juni 2017, getätigt von der „frühe­ren Regierungs­spre­che­rin der Nea Dimokratia, der Jour­na­lis­tin, Heraus­gebe­rin und Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten“ …

Wieder einmal, Juni 2017, „Pogromstimmung“ gegen Roma und Sinti, diesmal Griechenland, diesmal Athen …

„Schließlich leben neben den Roma Menschen“ … Das ist der Geist in Europa auch noch 2017, der Geist, der zugleich jedwede Gelegenheit nutzt zum pathetischen „Nie wieder“, wenn es um den Nationalsozialismus, um den Faschismus geht.

Was für eine ungeheuerliche Aussage das ist, kann mit einer Gegenprobe leicht untermauert werden. Es könnte irgendein Beispiel genommen werden, aber 2017 bietet sich Österreich an, in dem Maria Theresia Habsburg bejubelt wird, als lebte sie, und vor allem als regierte sie. Die Habsburg mit ihrem frommen Antiziganismus. Was gäbe es für einen Aufschrei, schriebe wer: Schließlich leben neben der Maria Theresia Habsburg Menschen.

Nicht minder wohl der Aufschrei, schriebe wer: Schließlich leben neben Martin Luther Menschen. Mit Luther kann auf Österreich als Beispiel verzichtet werden, wie überhaupt mit Luther auf ein Beispielland verzichtet werden kann.

Und in was für einem Europa Roma und Sinti nach wie vor leben müssen, im Jahr 2017, und ein Ende ist nicht abzusehen, kann mit einer weiteren Gegenprobe leicht, und es soll beim Beispiel Österreich geblieben werden, zu verdeutlichen. Niemand in Österreich käme auf die Idee, wenn etwa ein Niederösterreicher ein Kind aus Wien entführt, einen Pogrom gegen alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher …

Europa 2017 für Roma und Sinti kein Europa 2017

 

Elende Praxis des Übersehens

„Zu unterstellen, es sei meine Absicht gewesen, den Antiziganismus von Maria Theresia übersehen zu haben, ist infam. Diese elende Praxis bedarf keiner Auseinandersetzung. Sie speist sich rein aus dem Ressentiment, das ich aus Hundert Meter Entfernung riechen kann. Darauf bin ich geeicht. Wer so schreibt, kann sich trollen. Aber ohne mich.“

Es wurde ihm, Rabinovici, bereits einmal gedankt, wie gelesen werden kann. Es ist ihm noch einmal zu danken, nämlich für seine zweite Reaktion. Diese rundet das Bild noch mehr ab, bis zur Kenntlichkeit.

Wie richtig schreibt er, der Antiziganismus wird „übersehen“, nicht nur der von Maria Theresia Habsburg, sondern von viel zu vielen in Österreich, nicht nur der in der Vergangenheit, sondern auch der in der Gegenwart. Der ist tatsächlich „infam“. Diese „elende Praxis“ jedoch bedarf, wenn ein Einwand ihm vorgebracht werden darf, der „Auseinandersetzung“.

Der Antiziganismus „speist sich aus dem Ressentiment“, das seit Jahrhunderten fortgeschrieben wird. Er ist dermaßen fester Bestandteil der sogenannten österreichischen Seele geworden, daß er nicht einmal mehr von jenen wahrgenommen wird, die den Antiziganismus wahrnehmen. Es kann direkt neben ihm gestanden werden, so sehr ist er zum österreichischen Duft geworden, und er ist nicht zu „riechen“.

Das Land ist „darauf geeicht“. Die Menschen in Österreich sind durch die Jahrhunderte „geeicht“ worden, die Menschen, die vom Antiziganismus betroffen sind, zu „übersehen“. Doron Rabinovici hat damit zum richtigen Wort gefunden. Es wurde ihm nicht unterstellt, „übersehen“ zu haben; es wurde lediglich festgestellt, etwas nicht geschrieben zu haben. Er hat sich damit als guter oder, wie es in diesem Land gerne gesagt wird, „echter Österreicher“ hingestellt, geschrieben seinen Teil, und den anderen ihre Plätze zugewiesen, also wann wer wo vorkommen darf. Als wäre es ein ewiges Gesetz, das dem österreichischen Menschen zur ersten Haut gewachsen ist, und nicht aus dem seit Jahrhunderten gespeisten Ressentiment, wird es, ohne darüber je noch bewußt  entscheiden zu müssen, befolgt, etwa das in keinem Buch festgehaltene, aber auf die Seelentafel geritzte Gebot: je feierlicher, je offiziöser, je prominenter der Platz, desto mehr sind die Menschen, die vom Antiziganismus betroffen sind, desto mehr sind diese nicht nur zu „übersehen“, sondern gänzlich zu verschweigen.

Wann und wie und wo aber über die Menschen, die vom Antiziganismus betroffen sind, nicht geschwiegen wird, konnte auch in diesem Mai 2017 gelesen werden. „Wer so schreibt, kann sich trollen.“ Aber, Doron Rabinovici, wohin?

Doron Rabinovici - Antiziganismus - Ressentiment 24-05-2017Zu der einen Umsonst?

Zu der zweiten Umsonst?

Was die zwei Umsonste in Österreich heute auch verbindet, ist die Überlegung eines Ministers, der es sich wohl auch hoch anrechnen wird, stets korrekt über die Menschen, die vom Antiziganismus betroffen sind, zu sprechen, ihnen eine Presseförderung …

Es hätte gedacht werden können, ein Schriftsteller wie Doron Rabinovici weiß darum Bescheid, daß in einem Roman Figuren die Trägerinnen sind, um etwas darzulegen, mittels einer konkreten Figur eine allgemeingültige Aussage zu treffen, die Zustände in einem Land etwa durch eine Figur konkret erfahrbar werden zu lassen.

Was Lesern eines Romans nicht erklärt werden muß, weil sie es auf Anhieb verstehen, muß – das ist für die Zukunft zu notieren – dem Personal eines Romans doch genauer erläutert werden. Leserinnen verstehen es wohl deshalb auf Anhieb richtig, weil sie nicht involviert sind, sich nicht betroffen fühlen. Figuren eines Romanes hingegen, wer will es ihnen verübeln, wollen sich auch im besten Licht präsentieren, besonders wohl heutzutage, in dieser Zeit der größten Blendung; aber ihnen ist zu sagen, sie werden nicht um ihrer Selbstwillen in den Roman gezerrt, sondern um die Zustände in einem Land, in diesem und nicht nur in diesem Fall Österreich, das jedoch auch bloß stellvertretend  …

Schelten Sie die Figuren eines Romans aber nicht, lächeln Sie milde, etwa darüber wie durchsichtig sie sind. Schelten Sie den Menschen, der den Roman schreibt, keine raffiniertere Figuren … üben Sie aber Nachsicht, in einem Roman der Wirklichkeit können keine anderen …

Wo das noch immer gerochen werden kann, was Doron Rabinovici meint „aus Hundert Meter Entfernung riechen“ zu können, ist vor einem Bild eines Christschwarzen, dem mit größter Nachsicht und größter jährlich wiederkehrender Ehrerbietung begegnet wird, für den Entschuldigungen gefunden werden, wie, er sei halt ein „Kind seiner Zeit“ …

Ein Schriftsteller wie Doron Rabinovici weiß, oder er nimmt es an, wie seine Lesenden das von ihm verwendete Wort „Ressentiment“ übersetzen werden. Sie werden „Ressentiment“, vielleicht so seine Hoffnung, als „Antisemitismus“ lesen, aber Lesende dieses Romans wissen, wie unhaltbar …

Das mit den Übersetzungen ist so eine Sache, und besonders in Österreich, wo auf eine recht besondere Art übersetzt wird, etwa Cordon sanitaire

Aber, wie gleichgültig das doch ist, was haltbar ist, was unhaltbar ist, es kommt wesentlich darauf an, was aufhaltbar ist: Antisemitismus und das Halsbandmaß des Sebastian Kurz …

Was nicht gleichgültig ist, sind also Wahlen, wobei das Wichtigste ist, auf diese sich umfassend informiert vorzubereiten … den Märchen eine Absage zu erteilen, vor allem denen der identitären Parlamentspartei

„Ich weiß, ich gehöre nicht dazu.“

Heldenplatz Mai 2017 - Die Niederlage.jpg

Ach, Heldenplatzreden, wie schön der Heldenplatz redet, immer noch. Glücklich ist, wer die Scheinwerfer ausschalten kann, damit die nicht gesehen werden müssen, die weiter im Dunkeln sind.

Doron Rabinovici hat einen Text verfaßt, zum 8. Mai 2017. Er hat diesen – nach der nachträglichen Ansehung der Übertragung durch den österreichischen Rundfunk – nicht selbst auf dem Heldenplatz gesprochen. Wie muß ihm bei seinem Anlaßschreiben sein Schreibtisch zum Heldenplatz geworden sein …

Glücklich ist, wer sich nicht erinnern muß, an die, die im Dunkeln sind.

Ach, Heldenplatz, du Viktor-Adler-Markt.

Keiner und keine hat sich an die erinnert, die heute immer noch im Dunkeln sind, nicht einmal als Opfer des Nationalsozialismus erwähnt werden dürfen. Vielleicht wird gedacht, daß diese Menschen in der Vergangenheit zur Genüge schon auserwählt waren, nämlich von den Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten, und darin von ihnen als einzige den jüdischen Menschen vollkommen gleichgestellt, aufgestellt zur völligen Vernichtung. Weder der Mauthausen-Komitee-Vorsitzende noch der Bundeskanzler noch der Vizekanzler noch die Vizebürgermeisterin noch der Kulturstadtrat erwähnten diese Menschen, die wohl dafür dankbar sein müssen, daß sie nicht mehr von allen „Zigeuner“ genannt werden, sondern so viele bereits „Roma“ und „Sinti“ sagen. Das soll ihnen wohl Aufmerksamkeit genug sein.

Was für ein Triumph der Niederlage des …!

Was hätte eine Zeitzeugin, eine „Zigeunerin“ – es kann nicht so geschrieben werden, als hätte sich für diese Menschen darüber hinaus, nicht weiter in Vernichtungslagern verschleppt zu werden, mehr geändert, bloß weil sie nun von nicht wenigen „Roma“ und „Sinti“ genannt werden – sagen können, hätte sie am 8. Mai 2017 auf dem Heldenplatz etwas sagen dürfen?

Sie hätte nur sagen können: „Ich weiß, ich gehöre nicht dazu.“ Aber ein Satz in der Gegenwart wäre eine Störung der schönen Heldenplatzfeier gewesen … Glücklich ist, wer die Vergangenheit hat.

Und so konnte die auftretende jüdische Zeitzeugin sagen: „Ich wußte, ich gehöre nicht dazu.“ Und die Fanfaren ertönten und allen schwoll der Kamm der Glückseligkeit ob ihrer …

Sie sprach auch von den Rassengesetzen im Nationalsozialismus, von den „Judengesetzen“, allein von „Judengesetzen“, als wären diese nicht auch und einzig noch gegen „Zigeuner“ …

Holocaust ist gleich Shoa und Porajmos

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

Promoting Luther`s teaching by Playmobil

Wie über Zigeuner geschrieben wird – einst und jetzt

Oh, Heldenplatz. Die Welt feiert Martin Luther. Österreich feiert Maria Theresia. Glücklich ist, wer das Dunkle ausblenden kann. Und deren Dunkles

Maria Theresia, Ahnherrin der Integration in Österreich

Die empörte Zurückweisung von Martin Luther

hat viel mit Menschen zu tun, die weiter im Dunkeln zu sein haben, und dort in der Finsternis sollen sie gehörig anständig dafür danken, heute „Roma“ und „Sinti“ genannt zu werden … glücklich ist, wer ein „neues Österreich“ sieht.

Ach, Heldenplatzreden. Ach, Doron Rabinovici. Und weil er so schön schreiben kann, weil seine Schreibe so ergreifend ist, sollen seine hehren Worte auch hier wiedergegeben werden, aber für jene Menschen, für die am 8. Mai 2017, auch in diesem Jahr kein einziger Scheinwerfer eingeschaltet war, keine einzige Kamera sie …

Ein Text ist und bleibt dann lebendig, wenn mit diesem gearbeitet wird. So wird Doron Rabinovici das auch als Schriftsteller verstehen, ihm vielleicht sogar ein Anlaß zur Freude, wenn auch nicht zu einem Fest sein, oder er wird es zumindest nachsehen können, die respektvollen Eingriffe zugunsten der Menschen, die Opfer waren, Opfer sind:

Das ist das Fest der Freude, denn glücklich ist, wer nicht vergisst: Das war der Tag, an dem der Sieg dem Krieg den Garaus machte. Das ist das Fest der Freude, weil damals dem Morden ein Ende bereitet wurde. Und zwar nicht nur am Schlachtfeld und nicht nur in den Lagern, sondern überall im ganzen Land wurde Schluss gemacht mit den Massakern. Wir feiern die Befreiung von Unrecht und Vernichtung. Wir freuen uns über den Frieden und wir erfreuen uns der Freiheit.

Das ist das Fest der Freude, die wir uns durch niemanden nehmen lassen, doch schon gar nicht von denen, die früher jeden 8. Mai hier mit rotschwarzgelben Schärpen aufmarschierten, um sich ausgerechnet an diesem Datum der Trauer hinzugeben und die Niederlage des nationalsozialistischen Reiches zu beweinen. Wer der Millionen Gefallenen ehrlich gedenken will, beklagt nicht den Ausgang, sondern den Ausbruch des Krieges. Am 8. Mai 1945 wurde mit dem Nationalsozialismus auch der Faschismus bezwungen. Die Niederlage der Nazis ist unser aller Triumph. Sie war die Voraussetzung für ein neues Österreich, für ein demokratisches Deutschland, für ein freies Italien, für ein unabhängiges Frankreich.

Sie ist die Grundlage des vereinten Europa jenseits von Antiziganismus, Antiromaismus, Antisemitismus und völkischer Propaganda. Hätte die Wehrmacht den Krieg gewonnen, wäre die Vernichtung dessen, was einst unwertes Leben und Untermensch genannt wurde, noch lange nicht beendet. Die Männer hätten vor allem Soldaten zu sein und die Frauen die Gebärkanonen für neue Regimenter. Von Stacheldraht wären wir umgeben und unsere Heimat läge im Schützengraben.

Da geht eine Grenze zwischen Faschismus und Demokratie. Es ist die Grenze auf Leben und Tod. Das ist die Außengrenze, die geschützt werden muss. Und jenen, die von Zeiten träumen, da sie unseren Nachbarn zum Flüchtling machten, sagen wir, aus dem Flüchtling machen wir nun unseren Nachbarn. Und jenen, die treuherzig behaupten, sie seien die Juden wie die Zigeuner von heute, denen sage ich: “Da irrt euch mal nicht, denn wir Juden wie die Zigeuner von heute, wir ducken uns nicht, wir kuschen nicht, wir feiern gemeinsam mit den Anderen, die aufstehen gegen den Hass.”

Denn wenn sie gegen Minderheiten hetzen, dann sollen sie wissen, die Minderheiten sind wir alle und wir sind längst die Mehrheit, doch eine, die nicht mehr schweigt. Wir leben die Vielfalt. Wir feiern Europa. Wenn sie nach einem starken Mann rufen, wählen wir die Demokratie. Wenn sie die Angst schüren, zeigen wir Zivilcourage. Wir alle sind die Helden für diesen Platz.

Übrigens, zum Schluß noch. Auf der Website des österreichischen Rundfunks gibt es viele Beiträge zum 8. Mai 2017. Rathkolb etwa, der über die Umbenennung des Heldenplatzes … glücklich ist, wer die Vergangenheit teilhell machen kann. Schüssel etwa, der sich erinnert an seine Geburt … das ist jener vor langer Zeit gewesene Kanzler aus der Kunschak-Partei, der mit der identitären Parlamentspartei … das ist die Partei mit einer recht extrem ausgeprägten Leidenschaft zu einer Frau aus … Im österreichischen Rundfunk sind technisch hoch versierte Menschen am Werk, die wissen, wer das Dunkle filmt, bekommt bloß ein finsteres Bild …

Häupl präsentiert kein erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus

Claim News - Komiitee - Antiziganismus - AntisemitismusEs gehört somit nicht zur Sorte fake news:

Häupl präsentiert erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus

Es ist, wie gelesen werden kann, klar als claim news deklariert. Es ist also eine gewünschte Berichterstattung, eine Berichterstattung, die es geben soll, nach den politischen Entscheidungen, die zu fordern sind. Claim news kann darüber hinaus auch verstanden werden, auf etwas aufmerksam machen, und weil es in diesem Fall auch um Geschichte geht, auf die verwiesen wird, um eine Nachforderung, die längst schon erfüllt hätte werden müssen.

Tatsächlich präsentiert wurde im Wiener Rathaus: das erste Monitoring-Komitee gegen Antisemitismus. Und nicht gegen Antiziganismus. Für die oben verlinkte claim news mußte lediglich Antisemitismus durch Antiziganismus ersetzt werden.

Wenn Sie fragen sollten, warum. Nun, es reichte u.a., wie gelesen werden kann, als Anlaß für die Installierung eines Komitees gegen Antisemitismus bereits ein Vorfall, das Beleidigen und das Anpöbeln eines jüdischen Bürgers. Das ist ehrenwert. Hätte es nicht spätestens nach den Morden in Oberwart sofort ein derartiges Komitee geben müssen, nicht beschränkt auf Wien, sondern ein österreichweites und ein ebenfalls parteiübergreifendes Komitee gegen Antiziganismus? Darauf kann es nur eine Antwort geben: Ja!

Ein Komitee gegen Antisemitismus ist die Kür. Ein österreichweites und parteiübergreifendes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus wäre die Pflicht, ist die Pflicht, aber die ist nicht mit süßlichem Geplänkel zu erfüllen.

Ein Komitee gegen Antisemitismus ist nun in der Zeit, in der es plötzlich eine breite Entdeckung der sogenannten Wurzeln jüdisch-christlicher Provenienz gibt, opportun, und die Gefahr, deshalb breit gescholten zu werden, ist gering. Hingegen mit einem Komitee gegen Antiziganismus sind, und da wird es parteigefährdend, sind keine Wahlen zu gewinnen, mit einem Komitee gegen Antiziganismus wird es gesetzgeberisch konkret, sind Bettelverbote wohl nicht mehr so leicht zu verabschieden. Mit einem Komitee gegen Antisemitismus sind die Parteien glücklich beurlaubt, sich etwa konkret mit dem städtischen Personal auseinandersetzen zu müssen. Wie anders hingegen wäre es, ein Komitee gegen Antiziganismus installiert zu haben …

Hierzu beispielhaft ein Zitat aus einem Brief an den Bürgermeister Dr. Michael Häupl:

„Wir von der BettelLobbyWien kritisieren aufs Schärfste, dass Beamte der Stadt Wien die BewohnerInnen als „Bettelbanden“ diffamieren und das Haus und die Wohnungen den Medien gegenüber beschreiben, als würden die Menschen in unhygienischen Zuständen leben. Diese Berichte nähren alte antiziganistische Mythen vom „dreckigen Zigeuner“. Bauliche Mängel mit „unhygienischen BewohnerInnen“ gleichzusetzen, wie es die BeamtInnen offenbar tun, zeugt weder von seriöser Arbeit noch ist es hilfreich zur Bewältigung sozialer Probleme. Ganz im Gegenteil: Diffamierungen gegenüber armutsbetroffenen Menschen – ausgesprochen von BeamtInnen der Stadt Wien (und weiterverbreitet vom Boulevard) – gießen nur noch mehr Öl ins Feuer der Hetze, die ohnehin gegen armutsbetroffene OsteuropäerInnen betrieben wird.“

Das macht die Notwendigkeit dieser claim news, ist zu hoffen, verständlich.

Mit einem Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus würde es vielleicht der SPÖ schwerer fallen, auf die gutter press zu hören, die gutter press zu bedienen, wie, um ein Beispiel noch anzuführen, um die Osterzeit 2017 herum.

Für ein Komitee gegen Antiziganismus gäbe es also viel, recht viel zu tun, wie Sie allein schon anhand der hier veröffentlichten Kapiteln … und in weiteren Kapiteln …

Weshalb es also noch kein Komitee gegen Antiziganismus gibt?

Vielleicht, könnte die Denke sein, würde das als Belohnung verstanden werden für Menschen, die ja die „Bevölkerung ausbeuten“ …

Ob, eine abschließende Überlegung, der Mandatar der identitären Parlamentspartei mitgemacht hätte, es ihm seine Partei erlaubt hätte, beim Installieren eines Komitees gegen Antiziganismus?

Bei einem Komitee gegen Antisemitismus mitzumachen, nun, das geht recht, die Aussicht, politische Silberlinge einnehmen zu können, dafür kann sogar eine ungelenke identitäre Partei gelenkig werden …

Außerdem: ein Komitee ist ein Komitee ist ein Komiteetscherl, und wer es genau wissen will, hört der Wirtin Unzensurierta zu, die erzählt, wie das in Wahrheit ist, in der identitären Partei etwa mit dem Antisemitismus …

Häupl präsentiert erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus

Antisemitismus-Komitee - Wiener Rathaus

Wiens Bürgermeister Michael Häupl hat übermorgen im Roten Salon des Wiener Rathauses das erste Monitoring-Komitee gegen Antiromaismus in Wien präsentiert. Dabei handelt es sich um VertreterInnen und ExpertInnen aller politischen Fraktionen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Antiziganismus in Wien keine Chance geben.

„Antiromaismus ist immer noch ein aktuelles Thema. Als ÖsterreicherInnen wissen wir um unsere Geschichte, die nicht verleugnet werden kann“, so Häupl. Zudem betonte er die Wichtigkeit dieser parteiübergreifenden Initiative.

Ein Vorfall war unter anderem Anlass für die Gründung der Initiative. Ein Sinti-Bürger wurde im Rahmen eines Fußballspiels beschimpft, beleidigt und angepöbelt. Die Wiener Erklärung gegen Antiziganismus hat das Ziel, ein friedvolles Miteinander in der Stadt zu schaffen und den Respekt für andere Kulturen und Religionen zu fördern. Aufgabe des Komitees wird es sein, Empfehlungen über das Verhalten bei antiziganistischen Übergriffen abzugeben und Steuerungsgruppen einzurichten.

Entstehung der Antiziganismus-Arbeitsgruppe – ein Rückblick

Der Wiener Gemeinderat hat sich übermorgen dafür ausgesprochen, eine Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Antiziganismus in Wien einzurichten. Im Jänner übernächsten Jahres wurde die „Wiener Erklärung zur Bekämpfung von Antiziganismus“ veröffentlicht, die sich an ein Paper der in London gegründeten interparlamentarischen Koalition aus dem Jahr 2009 anlehnt. Darin wird unter anderem festgehalten, wie ParlamentarierInnen, Mitglieder der Regierung, die OSZE, der EU-Ministerrat sowie Führungspersönlichkeiten aller Glaubensrichtungen gegen Hass und Gewalt an romaischen BürgerInnen auftreten können.

Initiiert wurde der Arbeitskreis zur Bekämpfung von Antiromaismus übernächsten Jahres vom SPÖ-Landtagsabgeordneten und Wiener Gemeinderat Peter Florianschütz. Er wird das Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus auch künftig koordinieren. „Es ist unsere Aufgabe und Pflicht dafür zu sorgen, dass jedweder Antiromaismus entschieden bekämpft wird“, so Peter Florianschütz über das Leitmotiv des Antiziganismus-Komitees. (Claim News)

Pressebilder:

Rückfragehinweis für Medien:

Antiromaismus und Antisemitismus

„Jüdischer Zögling von muslimischen Mitschülern terrorisiert“ …

… ist  auf der Website der identitären Parlamentspartei zu lesen, ach, zu welcher Parteinahme ist sie doch fähig, kopierwert ihr sogar das Schicksal eines einzelnen Menschen, und wie wäre es zu hoffen, zeigte sie dieses Mitgefühl auch einmal für Menschen, die der Ethnie Roma und Sinti … aber für diese Menschen hat sie nur … es bewahrheitet sich bloß stets der Spruch: „Die Hoffnung enttäuscht zuerst.“

Antiromaismus - Gheorgheni GyergyószentmiklosNiklasmarkt

Die Website kopiert von klassischen Medien, wie bereits öfters zu schreiben war, viel, aber eben ausgewählt, und ein Bericht über „pogromartige Ausschreitungen gegen Angehörige der Roma-Minderheit“ ist eben einer, der nicht zur …

„- am Freitagabend wurden in Gyergyószentmiklós an fünf verschiedenen Orten Roma-Familien in ihren Häusern von mehreren Gruppen Angreifer attackiert und aus ihren Häusern gezerrt
– mehrere Häuser brannten bis auf die Grundmauern ab, es gibt mehrere Verletzte, ausschließlich unter den Angehörigen der Roma“

Die Parteinahme für den jüdischen Schüler darf aber nicht gelesen werden als eine für den jüdischen Schüler, sondern in erster Linie eine gegen … denn er sei von, wie sie schreibt, „moslemisch-gläubigen Mitschülern aus arabischem und türkischem Umfeld  nicht nur gemobbt, sondern auch körperlich angegriffen und gequält“ worden. Es ist also mehr der Suche nach Verbündeten, wie in

Europa der Nacht

zu lesen, geschuldet.

Unzensuriert - Schreibstaffel - JudenUnd die Schreibstaffel der Website der identitären Parlamentspartei versteht augenblicklich, was sie in ihren Kommentaren zu diesem Kommentar über den jüdischen Schüler zu schreiben hat, zum Beispiel Franz Dinghofer:

„Der kann sich bei den jüdischen Lobbys bedanken, welche uns den Multikulti-Totalitarismus samt Masseneinwanderung verordnen um die europäischen Völker zu vernichten !!!!“

Oder JCStennis:

Völlig korrekt. „Kann man alles nachlesen in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘ (Siegelsachbuchbestsellerliste Nr. 1, New York Times-Empfehlung, Ostküstenpreis 1. Klasse). Dort steht es geschrieben – die Juden wollen das Universum auslöschen: sie haben nämlich bei Lloyds auf das Ende des Universums im Jahr 2017 gewettet und wollen die Wette auf keine Fall verlieren. Und für alle, die es noch nicht wissen: die Juden glauben nicht an die Wiederkehr des Messias, sondern an die Wiederkehr der Singularität ;-)“

„Genau, eigentlich haben ja die Juden den Holocaust selber organisiert, damit sie dann ewig von allen Geld dafür verlangen können.“

Es bewahrheitet sich doch bloß: „Der Feind meines Feindes bleibt mein Feind.“

Es muß nicht noch einmal wiederholt werden, was in anderen Kapiteln bereits dazu zu lesen ist, die mit den Begriffen „Antiromaismus“ und „Antiziganismus“ verschlagwortet werden können … ebenso einige Kapitel mit dem Begriff „Antisemitismus“ …