Fernsehchor der Objektivität

„Bei der Antritts-Pressekonferenz des neuen FPÖ-Generalsekretärs Michael Schnedlitz am heutigen Freitag in Wien gab es auch deutliche Worte von FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer Richtung ORF:

Wir werden schon auch überlegen, wie wir in Zukunft  mit dem ORF umgehen – wenn Sie mir das erlauben – weil ich feststelle, dass viele private Sender in weiten Bereichen objektiver arbeiten als der ORF. Und ich habe jetzt Kontakt gehabt mit einem Unternehmen, das heißt NOGIS, und wir werden ganz genau aufzeigen – auch sehr breit im Netz – was Menschen tun können, um sich die GIS-Gebühren von mehr als 300 Euro im Jahr zu sparen, weil es gibt Sender wie ServusTV und andere auch, die ein besseres Programm haben, wo man nichts bezahlen muss.

Kurz ist es her, daß die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei über die gemeinsame Pressekonferenz von Norbert-Normalpartei-Hofer und dem identitären Willkommenseinpeitscher etwas brachte, gegen den ORF und für die Dietrich-Mateschitz-Fernsehanstalt …

Es kann Norbert Hofer verstanden werden, daß der Dosenabfüller für ihn ein „besseres Programm“ hat, treten doch in dieser Fernsehhalle Personen auf und hin, vor das das Publikum, denen Norbert Hofer vor der Mattscheibe nur mit den gesinnungsgemäß rührendsten, treuherzigsten Blicken …

Männer und Frauen, wie Mölzer, Wiesinger, Kubitschek, Tichy, Tögel, Zellenberg, Fleischhacker, Kelle, Zeitz, Stadler, Odin, Reichel … Fernsehchor der Objektivität

Für diesen Fernsehchor der Objektivität hat sich erst vor kurzem die Website um Aufnahme beworben, mit einem selbst komponierten Objektivitätslied für Afrika …

„Objektiver arbeiten als …“ Hat es das Wort Objektivität vor der Bau dieser Fernsehhalle überhaupt gegeben? Kam dieses Wort nicht erst in die Welt, als Dietrich Mateschitz Servus, Fernsehen und zugleich Servus, Objektivität sagte?

„Objektiver arbeiten, besseres Programm haben“ … Das kann nur wahr sein, denn, würde sich sonst ein Philosoph von Weltgeltung dazu herablassen, sich in dieser Halle eine telegene Denkstube zu richten …

Worauf Norbert Hofer wohl in seiner Begeisterungsaufgeregtheit für diese Fernsehhalle vergaß, auch argumentiver gehe es in dieser Fernsehhalle doch recht zu, besonders gegen „Gebühren“ …

ÖVP und FPÖ – Regierung: Diesmal kurz!

ÖVP und FPÖ - Regierung diesmal kurz

Aber diese Partei gibt es nicht mehr. Sie ist längst, nein, nicht Geschichte. Das klänge zu sehr nach Bedeutung. Sie hat sich einfach in Luft aufgelöst. Sie wurde, was sie war: Luft.

Und nun liegt sie, diese Partei, auf dem Friedhof zur Erinnerung der einst mit medialer Aufmerksamkeit Beschenkten … Noch leicht zu finden, in der sechzehnten Reihe, die Schrift auf dem Grabstein noch nicht bis zur Unkenntlichkeit verblaßt:

Die Freiheit

Da sich die christschwarze Partei in Österreich nicht an ihrer Schwesterpartei in Deutschland orientiert

Unvorstellbar in Deutschland: eine Österreich-Koalition

und ebenso  gegen eine Österreich-Koalition in Österreich ist, kann es für eine Wiederbetätigung einer schwarz-blauen Regierung nur eine wirkliche Parole geben:

 

Diesmal kurz - Schwarzblaue Koalition.png

Diesmal kurz!

Es ist eine Parole. Und es ist ein Versprechen. Das vor der Wahl am 15. Oktober 2017 auf Wahlplakaten im ganzen Land verbreitet zu lesen war.

Also diesmal tatsächlich viel kürzer als in den Nullerjahren.

Vor dem Grabstein Die Freiheit kommt die Erinnerung, wie rasch es damals doch ging, als eine Partei der Koalition die Farbe wechselte, war diese Regierung bald, nein, nicht Geschichte, Arbeit für Gerichtsschreiber … in der kommenden Woche, rund zehn Jahre danach, werden sie wieder ihre Finger wund …

Diesmal hat eine Partei bereits vor der Wiederbetätigung in einer solchen Koalition die Farbe gewechselt. Und nicht erst nach fünf Nullerjahren. Soher muß es diesmal rascher enden, tatsächlich kurz werden, kein Jahr …

Vor allem, um eine Beurteilung bei zu langer Betätigung dieser Koalition abzuwenden, die nur lauten wird können:

Wie die Zeit der ÖVP-FPÖ-Regierung im Rückblick beurteilt werden wird: Nuller- und Trümmerjahre

Und es auch den Gerichtsschreiberinnen beispielsweise der Verhandlung in der nächsten Woche, sofern sie dann noch nicht in Pension sind, zu ersparen, in zehn Jahren wieder ihre Finger wund für die gleichen …

Wenn es also in Österreich politisch und massenmedial nicht breit und massiv möglich ist, den Menschen wie in Deutschland eine Österreich-Koalition in Österreich zu ersparen, dann soll und muß es so kurz wie nur möglich …

Wenn die Nullerjahre der Nullerjahre dieses Jahrhunderts dafür als Blaupause genommen werden, ist die Aussicht gut, daß diese Koalition gleich kurz nach Beginn wieder endet, und diesmal die Partei, die bereits vor Beginn die Farbe wechselte, es der Partei, der sie so recht viel nachmacht,  auch das nachmacht, die es heute ebenso nicht mehr gibt wie die Freiheit, bei deren Grab bloß noch ein paar Unentwegte stehen, in seliger Erinnerung, obgleich sie die damalige Zeit der Nullerjahre gar so bewußt noch nicht wahrnehmen konnten …

 „Unvergessen“ System Haider

Die Schrift auf dem Grabstein ist schon etwas verblaßt. Leichter noch zu finden auf dem Friedhof zur Erinnerung der einst mit medialer Aufmerksamkeit Beschenkten, vielleicht auch deshalb, weil das Grab in einer vorderen, in der achten Reihe auf diesem damals frisch angelegten Friedhof … Seit dieser Zeit sind viele Reihen hinzugekommen, es sind weit mehr als sechzehn Reihen …

Luft zu LuftZu Sylvester, wird erzählt, sollen Journalisten auf diesem Friedhof sich einfinden, Journalistinnen sollen, wird erzählt, in stiller Andacht hin- und herwandern auf dem Friedhof, während die Blätter treiben … woran sie wohl denken mögen?

Vielleicht an den Spruch über dem Friedhofseingangstor:

Wieviel Aufmerksamkeit. Für Nichts.
Am Ende doch stets nur Luft zu Luft.

Unvorstellbar in Deutschland: eine Österreich-Koalition

Österreich-Koalition in Deutschland unvorstellbar

Aus ÖVP und aus FPÖ heißt es jetzt, freilich nicht ohne Häme, in Österreich schneller als in Deutschland zu einer Regierung zu kommen, sie wollen es „besser machen als Deutschland“ …

ÖVP und FPÖ wollen ihre Koalition in Österreich.

In Deutschland wird nun, nach der Koalitionsverweigerung der FDP, nach einer anderen Koalition gesucht. Es kommen viele Koalitionsvarianten, Regierungsvarianten auf den Tisch.

Aber eine Koalitionsvariante ist nicht dabei: die Österreich-Koalition.

Eine Österreich-Koalition in Deutschland hieße, mit der AfD eine Koalition zu bilden. Das Wahlergebnis in Deutschland gäbe zwar diese Variante her, also die AfD als vierte Partei in die Koalition zu holen.

Aber in Deutschland wird an diese Variante nicht gedacht. In Deutschland kommt eine Österreich-Koalition nicht in Frage.

Österreich-Koalition

In Österreich hingegen sind nicht nur ÖVP und FPÖ für eine Österreich-Koalition, sondern, wenn es nach den Umfragen geht, sehr viele Menschen, und auch breitenmedial wird eine Österreich-Koalition herbeigeschrieben.

Das ist eine Bankrotterklärung der Massenmedien, der Menschen in Österreich, die für eine solche Koalition sind, es ist auch eine Bankrotterklärung der ÖVP, nur bei der FPÖ hat Bankrotterklärung eine abweichende Bedeutung, nämlich Österreich in den Bankrott —

Weshalb es in Deutschland unvorstellbar ist, eine Österreich-Koalition einzugehen, dafür ist das Gesinnungswesen der AfD verantwortlich, ein Gesinnungswesen, das im Grunde auch in Österreich eine Österreich-Koalition unvorstellbar machen sollte, aber ÖVP und FPÖ wollen, wie es He.-Chr. Strache offen sagt, „besser als Deutschland“ … Aus seiner Sicht ist das nachvollziehbar, gesinnungsgemäß tief in deutscher Gemeinschaft steckend, die Ränder wollen immer „besser“ und am Ende steht stets der Bankrott …

Und wenn in Österreich tatsächlich eine Österreich-Koalition kommt, wird es nicht heißen, Österreich mache es besser als Deutschland, sondern nur: Österreich, das altdunkle Deutschland …

Welcome to the past - Seb Kurz

Weshalb in Deutschland eine Österreich-Koalition unvorstellbar ist, kann auch von Österreich aus verstanden werden, wobei nicht verstanden werden kann, weshalb in Österreich eine Österreich-Koalition – endlich einmal – nicht ebenso unvorstellbar ist.

Norbert Hofer, EU Nein

Gaulands Bollwerk

Wer gaulandgemäß für Schießbefehl und Stolz auf deutsche Soldatenleistungen im Weltkriege – der FPÖ recht willkommen zur Gesinnungsbereicherung

Sprüche von FPÖ, NPD, ÖVP und vom „Netzwerk der Giebelkreuz-Krake“

Alphabet of Enlightenment, H-H: Haverbeck, Höcke, Hofer, Holocaust

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Österreich: Trend zur Verniedlichung, Beschwichtigung – Herbert Kickl, NPD-Abonnent und Minister in Spe

„Damit sich die Farben Schwarz-Rot-Gold wieder erheben können“, bleibt Norbert Hofer im Parlament sitzen und verrechnet seine Ab-Loge

Nach dem 15.10.2017 könnte es eine identitäre Regierungspartei geben. Deshalb davor nicht nur kurz daran denken, etwa auch an das: Identitäre besingen die „goldene Fahne“ der „Deutschen Arbeitsfront“.

Es ist zwar eine Selbstverständlichkeit. Dennoch soll es festgehalten werden. Jedwede Aussage, also auch eine über die Unvorstellbarkeit einer Österreich-Koalition in Deutschland, bezieht sich nur auf den gegenwärtigen Tag. Es kann also auch in Deutschland morgen, kurz österreichisch gesagt: gestern eine Österreich-Koalition vorstellbar werden.

NS Wenn von Koalitionen im Zusammenhang mit einem Land gÖsterreichesprochen wird, wird das an den Farben der jeweiligen Flagge festgemacht. Im Fall der Österreich-Koalition kann das ebenfalls gemacht, zwar nicht an den staatsoffiziellen Farben der Österreich-Fahne, aber an den Farben der Wirklichkeitsflagge Österreichs.