Das Schlechte aber zetteln die Burschenschafter

Sonnwendfeier - Das Schlechter aber zettelt der Burschnschafter an

Weil es wieder einmal eine Aufregung gibt, es wieder einmal um einen Funktionär der identitären Parlamentspartei geht. Wieder einmal um ein Zitat. Im Zusammenhang mit den sommerlichen Tänzen um das Feuer. „Flamme empor“.

Und wieder einmal geht es um den Nationalsozialismus. Und wie denn anders auch? Bei diesem einschlägig gebildeten Personal. Um dieses einschlägig gebildete Personal geht es aber hier nicht.

Es geht darum, auch das wieder einmal, zu sagen, es soll doch nicht immer gleich mit dem Nationalsozialismus gekommen werden. Oder wie es vom einschlägig gebildeten Personal als sofortige Reaktion darauf stets formuliert wird: mit der „Nazi-Keule“. Was ist eigentlich eine „Nazi-Keule“? Die Keule der Nazi? Das wäre dann eine leere Entkräftigung. Denn. Gegen einen Menschen, der beispielsweise auf Betätigung im nationalsozialistischen Sinn oder auf Verwendung nationalsozialistischer Materialien aufmerksam macht, vorzubringen, er schwinge die Keule eines Nazis, ist widersinnig.

Es sollte also endlich aufgehört werden, mit diesen madigen zwölf Jahren des deutschen reiches reagiert zu werden. Diese in jedweder Hinsicht, also auch moralisch und ethisch madige Zeit war ein grauenvoller, mörderischer, massenverbrecherischer Auswuchs, der in einer Zeile zusammengefaßt werden kann:

Das Schlechte aber zettelt der Burschenschafter an.

In diesem Fall ist es gerechtfertigt, in diese Zeile nur den Mann vorkommen zu lassen. Denn. Es sind in der überwiegenden Mehrheit Männer, die aktiv anzetteln. Freilich darf daran der Anteil der Frauen nie vergessen werden.

Auch „Flamme empor“, das nun der Funktionär der identitären Parlamentspartei, die mit Norbert Hofer einen treuen Fürsprecher der Burschenschaften als Hauptgesinnungsschafter hat, zitierte, legt wieder einmal eindringlich nahe, nicht auf den kriminellen Auswuchs der madigen zwölf Jahre zu starren, sondern darauf zu achten, wann und wie etwas beginnt …

Freilich sangen Nazis bei ihren Bücherverbrennungen auch „Flammen empor“. Aber der Text ist aus 1814. Und über einhundert Jahre zuvor geschah bereits, was dann Nazis eben auch machten, beispielsweise die Bücherverbrennung.

Das Schlechte aber zettelt der Burschenschafter an.

Daran ist also stets zu denken, was aus dem Anzetteln entstehen kann. Über einhundert Jahre wurden vor allem viele, viele Zettel vollgeschrieben, wurden viele, viele Zettel verteilt, bis es zu dem Auswuchs kam in den madigen zwölf Jahren des deutschen reiches.

Nicht an die madigen zwölf Jahre der Verbrecher, der Mörderinnen ist zu denken, sondern an den Vorlauf, wie lange es dauert, bis mit Zetteln so lange gezettelt werden muß, daß Auswüchse unvorstellbarer Grausamkeit angezettelt sind. Zu überlegen, wie könnte der nächste Auswuchs sein. Nicht also vom letzten nationalsozialistischen Auswuchs ausgehen, sondern von seinem Beginn über einhundert Jahre zuvor. Dafür kann die Vergangenheit eine verläßliche Helferin sein. Eine Orientierung dafür kann etwa Heinrich Heine sein, der in die Zukunft dachte. Aus der Bücherverbrennung auf der Wartburg kam er schnell auf … die Nazis haben ihn bestätigt, durch ihre mörderischen Verbrechen, diese angelegt bereits mit der Verbrennung über einhundert Jahre zuvor …

Diese Zettelei geht weiter. Aber es ist kein Fortschritt dabei zu erkennen, nur weil es vor allem eine digitale Zettelei ist. Also nicht mehr ganze Wälder abgeholzt werden müssen für die Zettelerzeugung. Es ist auch kein Fortschritt, daß nach zweihundert Jahren nicht mehr allein der Burschenschafter zettelt …

Freilich, wird etwa an die Schreibstaffel der Website der identitären Parlamentspartei dabei gedacht, muß festgehalten werden, daß auch diese zwölf madigen Jahre in den Kanon ihrer Zettelei aufgenommen sind, sie auch diese Auswüchse in ihre Vorstellungen für die Zukunft nach ihrer Gesinnung einbeziehen … etwa die Steinbrüche, die Lager und so weiter schrecklich fort …

Und wie oft ist gerade bei dem Personal der identitären Parlamentspartei weder ein Blick in die Vergangenheit noch in die Zukunft erforderlich, sondern ein kurzer Blick auf die Gegenwart vollkommen ausreicht, um zu wissen, mit dem Personal ist nichts zu … Und ist nicht im Augenblick der Ehrenritter des St. Georgs Ordens der abschreckende Beispielgeber rechthin? War es von ihm bloße Schlamperei, eine Wahlanfechtung einzubringen, obgleich er, immerhin ein kleiner Präsident, wissen müßte, daß er als Kandidat das rechtlich nicht darf? Oder das schon ein Ausprobieren, mit einem Wahlanfechtungszettel, was alles gehen könnte?

Bei einem, der die Verfassung selektiv achtet, ist alles möglich …

4 Gedanken zu „Das Schlechte aber zetteln die Burschenschafter

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