Österreichische Exporterfolgsgeschichte: Nekrophilie

Es ist der christliche Tag des Jahres, der Tag des katholischen Friedens, wie diesen jedenfalls Gläubige dieses Organisierten Glaubens verstehen, den Frieden, und zur Lobpreisung ihres Führers, dessen Geburt, sollte die Erinnerung nicht täuschen, an jedem 24. Dezember und so auch wieder in diesem Jahr des österreichischen Herrn 18 gefeiert wird, tut sich einer oder eine mit einem Kommentar auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website der, kurz gesagt, identitären Regierungspartei in Österreich hervor.

„Ich verwende ungern Worte, die in der NS-Zeit herabsetzend benutzt wurden, aber hier fällt mir eigentlich nichts treffendes ein als „Untermensch“. Sorry, aber das sind solch abartige Kreaturen, die man hier massenhaft nach West- und Mitteleuropa gelassen hat, dass ich nur noch k…. könnte!“

Und bekommt dafür, wie auf dieser Website übl…, sofort viel Zustimmung, also viele nach oben ausgestreckte Arme mit Daumen …

Vielleicht, es soll diesem Menschen geglaubt werden, verwendet er tatsächlich ungern Worte, die in der NS-Zeit herabsetzend benutzt wurden, aber auf dieser Website werden solche Worte der Herabsetzung nicht ungern gelesen und vor allem nicht ungern geschrieben; es darf hierzu nur an die Ikone der FPÖ erinnert werden: Franz Dinghofer. 

Verleitet und angestachelt zu solch herabsetzenden Worten ist dieser Mensch gesinnungsgemäß durch den Kommentar der gesinnungsgemäß zensurierten Website der Regierungspartei FPÖ, der wie folgt eingeleitet wird unter der Schlagzeile „Unfassbar: Araber vergeht sich nach Einbruch in Bestattungsinstitut an Leiche“:

„Wer glaubt die sexuellen Perversionen, wie Vergewaltigung von Kindern und Mädchen, die Unzucht mit Tieren, stellen den Höhepunkt importierter sexueller Gewalt dar, irrt, gewaltig.“

Es geht also wieder einmal, kurz gesagt, gegen „Fremde“, und diesmal gegen sie mit einer Sexpraktik, die Österreich ganz und gar nicht fremd ist. Ein österreichisches Exportprodukt. Es wird gerne erzählt, Sigmund Freud hätte die Psychoanalyse nirgendwo anders als in Österreich erfinden können. Um wieviel mehr trifft das auf die Sexpraktiken zu. Wo sonst als in Österreich hätte Richard Krafft-Ebing auf den Begriff „Nekrophilie“ kommen können? Nekrophilie, ein Begriff als eine österreichische Exporterfolgsgeschichte. Ohne das österreichische Umfeld hätte Krafft-Ebing vor 132 Jahren das Kunstwort wohl nicht schaffen können, für das er zurückgriff auf die altgriechische Sprache. Und heute noch wäre die Welt ohne diesen österreichischen Begriffsexport darauf angewiesen, dafür einen vulgären Ausdruck zu verwenden, in der deutschsprachigen Welt würde es nach wie vor vulgär wie kurz heißen: Leichenfickerei.

Die gesinnungsgemäß zensurierte Website muß, schließlich ist es am Vorabend der ihr heiligen Nacht, den Gabentisch wieder einmal reichlich decken, nichts darf fehlen, nicht die „Unzucht mit Tieren“, kurz gesagt, alles muß auf den Gabentisch, was in Österreich vielen recht lieb und teuer …

Und weil dieser Kommentator oder diese Kommentatorin aus der Schreibstaffel der gesinnungsgemäß zensurierten Website selbst die NS-Zeit anspricht, am 24.12.18, darf hier der aus Österreich gebürtige Adolf Hitler erwähnt werden: ein Mann der Leichenfickerei – oder kürzer Leichenfickmann oder noch kürzer Leichenmann – müßte er ohne Krafft-Ebing genannt werden. Dank Krafft-Ebing kann über ihn anders gesprochen werden, ganz vornehm in hellenistisch abendländischer Tradition. Es gibt von Erich Fromm die Beschreibung von Adolf Hitler als klinischen Fall von Nekrophilie.

Wenn es also um Sexpraktiken geht, scheint es kein Auskommen ohne Krafft-Ebing und seinem österreichischen Umfeld zu geben. Dies ist nicht das erste Kapitel, in dem er Erwähnung findet …

Und wenn es vulgär um Leichenfickerei oder abendländisch vornehm um Nekrophilie geht, darf nicht unerwähnt bleiben ein spanischer Schriftsteller, den zu zitieren es immer eine Freude ist:

Den Lieblingsspruch von Millán Astray, einem General, der seinerzeit als nationalistischer und heutzutage wohl als identitärer General bezeichnet werden würde, nannte der spanische Philosoph und Dichter einen „nekrophilen und sinnlosen Ruf“. Der Lieblingsspruch des identitären Generals war: „¡Viva la Muerta!“ – „Es lebe der Tod!“ Ein Identitärer, der, so Miguel de Unamuno, suche „gewöhnlich dadurch eine fragwürdige Erleichterung, daß er alles rings um sich her verstümmelt.“ Das war vor 82 Jahren.

Nekrophilie

4 Gedanken zu „Österreichische Exporterfolgsgeschichte: Nekrophilie

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