Der im gesinnungsbarbarischen Begriff „Untermenschen“ versteckte Antisemitismus

 

Österreich 18 - Weihnachten.png

Nun hat also die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Regierungspartei in Österreich doch den antisemitischen Kommentar gelöscht.

Technisch ist es korrekt zu sagen, der antisemitische Kommentar wurde gelöscht.

Richtiger ist es aber zu sagen: der antisemitische Kommentar zur Weihnacht 18 wurde versteckt.

Die Verantwortlichen der Website wissen recht viel, aber vor allem eines, es kommt nicht gut an, noch nicht gut an, sich auch noch antisemitisch zu verorten, gerade zur Zeit, in der in Österreich die, kurz gesagt, Regierung so und alles auf den Importantisemitismus setzt.

So wurde also mit Verzögerung, aber für die Verantwortlichen dieser Website doch mit überraschender Schnelligkeit in bezug auf das Löschen von einschlägigen Kommentaren der weihnachtliche Antisemitismuskommentar versteckt.

Das Löschen, das also tatsächlich bloß ein Verstecken ist, des heimatlichen Weihnachtsantisemitismuskommentars kann nicht die Erinnerung löschen, daß von den sechsundvierzig Menschen, die diesen Kommentar bis zum Verstecken bewerteten, rund dreiundsiebzig Prozent dem Antisemitismus zustimmten respektive lobten.

Das Verstecken, und das ist tatsächlich bloß ein Verstecken und kein Löschen, eines Eigenkommentars der gesinnungsgemäß zensurierten Website fällt ebenfalls nicht aus der Erinnerung. Versteckt bloß vor einer Öffentlichkeit, aber, darf angenommen werden, weiterhin abrufbar für den geschlossenen Bund zur Bestätigung, welchem Ungemach die ihren in diesem Land, die doch nur meinen, was es nicht gegeben habe und dafür auch noch herabgewürdigt bis in das Grab hinein als „Neo…“ — in ein recht frisches Grab allerdings, ausgehoben erst im Herbst 18, das wohl zu einer Pilgerstätte Zum Blutzeugen

Keine Veranlassung aber sehen die Verantwortlichen dieser, kurz gesagt, Regierungsparteiwebsite einen weiteren Kommentar zu löschen respektive zu verstecken, nämlich den, in dem von „Untermenschen“ geschrieben wird, seit dem „Heiligen Abend“ 18 veröffentlicht, nach wie vor veröffentlicht, wie an diesem 27.12.18 zu lesen ist.

Seit dem „Heiligen Abend“ haben einhundertdreiunddreißig Menschen es sich nicht nehmen lassen, die weihnachtliche Herabsetzung von Menschen zu „Untermenschen“ zu bewerten.

Und es fällt noch schlimmer aus als beim Weihnachtsantisemitismuskommentar: rund siebenundachtzig Prozent können diesem Kommentar zustimmen und also loben, Menschen als „Untermenschen“ herabzusetzen.

In dem gesinnungsbarbarischen Begriff „Untermenschen“ versteckt sich auch der Antisemitismus. Jüdische Menschen wurden, aber das muß gerade in diesem zum Gedenkreich 18 gewordenen Österreich nicht ausgeführt werden, weil es, kurz gesagt, ohnehin gewußt wird, als „Untermenschen“ solange als „Untermenschen“ herabgesetzt, bis ein ganzes deutsches reich mit ihrem nekrophilen Anführer aus Österreich bereitgemacht war, sie auch zu physisch zu vernichten, zu ermorden.

Die Verantwortlichen der Regierungsparteiwebsite können von ihrer gesinnungsbarbarischen Sicht her verstanden werden, daß sie den Weihnachtsantisemitismuskommentar löschten, nicht nur aus opportunen Gründen, sondern auch, sie diesen als Einschränkung empfinden müssen, da der Antisemitismus bei weitem nicht alle Menschen erfaßt, gegen die sie gesinnungsgemäß etwas haben, die herabzusetzen sie durch ihre Gesinnung getrieben werden.

Wie gesinnungsgemäß förderlich hingegen muß ihnen der gesinnungsbarbarische Begriff „Untermenschen“ sein, darf mit Recht angenommen werden, da dieser Kommentar nach wie vor veröffentlicht zur Einladung der Zustimmung ist, seit dem „Heiligen Abend“ 18.

Sie wissen es, auch diesen gesinnungsbarbarischen Begriff „Untermenschen“ haben nicht die Nationalsozialisten erfunden, die Nationalsozialistinnen haben daraus nur ihre barbarische Konsequenz gezogen: den Porajmos …

Die Geschichte des barbarischen Begriffes „Untermenschen“ umfaßt weit mehr Jahre als die madigen zwölf Jahre des deutschen reiches und erzählt, welche Menschen als „Untermenschen“ bis herauf in das Jahr 18 herabgesetzt werden. Zur Zeit sind es vor allem alle Menschen, die nach Österreich, nach Europa kommen. Sie kennen alle diese Bezeichnungen, die stellvertretend für „Untermenschen“ verwenden werden. Dennoch diese kurz, aber bei weitem nicht vollständig zusammengefaßt: „Neger“, „Zigeuner“

Im Laufe der Geschichte des Begriffes „Untermenschen“ kamen immer welche Menschen weiter dazu, die als „Untermenschen“ herabgesetzt wurden, etwa im deutschen reich zusätzlich zu den diesem als „Untermenschen“ zur physischen Vernichtung freigesetzten: „Asoziale“, und das waren, wie es identitär recht beliebt ist zu sagen, Autochthone … Für Alfred Rosenberg waren auch „Bolschewiken“ „Untermenschen“ … und schon wieder die Gegenwart nicht verlassen. Gelöscht oder versteckt wurde der Kommentar gegen den Schriftsteller, ein „Kulturbolschewist“ sei er, ebenfalls nicht, und das finden ebenfalls nicht wenige gesinnungsgemäß zum Zustimmen und also zum Loben …

Weihnacht 18 Österreich - Untermenschen

Auf solch gesinnungsbarbarische Kommentare mit der Gegenwart zu antworten, heißt, die falsche Zeit zu verwenden. Es kann auf gesinnungsbarbarische Begriffe wie „Untermenschen“ nur aus der Zeit geantwortet werden, aus der sie sind, die Verantwortlichen und deren Schreibstaffel der Regierungsparteiseite, denn alles andere hieße, sie als Zeitgenossen einzuordnen, und was immer sie sind, eines sind sie nicht, Zeitgenossinnen.

Es könnte Jahrhunderte, Jahrtausende in der Geschichte zurückgegangen werden, um ein Beispiel zu „Untermenschen“ zu bringen. Passend scheint aber die Zeit von Theodor Fontane als Beispielzeit zu nehmen. Fontane, der eine Figur von „Untermenschen“ sprechen läßt, wohl als Antwort auf den „Übermenschen“ von Friedrich Nietzsche, der nach wie vor ein Magnet für Patrioten ist, die Patriotinnen in für sie zurechtgeschneiderter Tracht verhüllt nur …

Wenn allein an den Mann gedacht wird, der für diese österreichische Regierung Paragraphen schreibt und der Obsession verfallen ist, Menschen als „Neger“ und „Zigeuner“ und Frauen als „Weiber“ herabzusetzen, gibt es kein passenderes Zitat als jenes aus dem „Stechlin“ von Theodor Fontane, veröffentlicht vor einhundertzwanzig Jahren und hier wörtlich zitiert aus der Ausgabe als „Insel-Taschenbuch 1955“ des Insel Verlages Frankfurt am Main und Leipzig, erste Auflage 1977, Kapitel 33, Seite 347 … Stechlin zum Hofprediger Frommel:

„Jetzt hat man statt des wirklichen Menschen den sogenannten Übermenschen etabliert; eigentlich gibt es aber bloß noch Untermenschen, und mitunter sind es gerade die, die man durchaus zu einem ‚Über‘ machen will. Ich habe von solchen Leuten gelesen und auch welche gesehen. Ein Glück, daß es, nach meiner Wahrnehmung, immer entschieden komische Figuren sind, sonst könnte man verzweifeln.“

 

6 Gedanken zu „Der im gesinnungsbarbarischen Begriff „Untermenschen“ versteckte Antisemitismus

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