Regierungsaustausch

Es ist wieder eine Glanzleistung, die der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich abliefert, in der Nacht vor dem 1. Mai 19 im Fernsehen, es kann nicht gesagt werden, es werden die Glanzleistungen fehlen, wenn er in drei Jahren nicht mehr als Bundeskanzler interviewt werden wird, sondern vielleicht in einer Nostalgiesendung „Als ich auch einmal glänzte“ …

Befragt nach dem vizekanzlerischen Wort „Bevölkerungsaustausch“ kommt der zurzeitige Bundeskanzler mit „Lenin“ … Hierzu muß nicht viel gesagt werden. Es werden diese Verteidigungsreflexe gekannt, es werden die Gesinnungskreise gekannt, die hierzulande stets dieser Muskel zuckt, gegenzurechnen, zu verharmlosen, aufzurechnen, zu relativieren …

Auch beim zurzeitigen Bundeskanzler schlägt sofort der Selektionssinn an

Um seiner identitären Regierungspartei einen Entlastungsrosenkranz zu beten, hält er der SPÖ „Lenin“ vor, um seine identitäre Regierungspartnerin zu verharmlosen, sie auf eine gleiche Stufe mit der SPÖ zu stellen. Die zwei Parteien stehen aber nicht auf derselben Stufe. Schon ein Vergleich des hoferischen Programms mit dem sozialdemokratischen Programm genügt, um das feststellen zu können.

Der zurzeitige Bundeskanzler hat also sofort selektiert, welchen „Massenmörder“ kann er zur Verteidigung seiner Koalition ins Spiel bringen. Er bringt „Lenin“. Vielleicht wurde ihm Geschichte in der Schule nur bis Lenin gelehrt, aber eher ist anzunehmen, er hat sich bewußt für „Lenin“ entschieden und nicht für … so recht weit weg von seinem Lobgesang auf China, recht weit weg von seinem Forcieren der Geschäfte mit China, wo nicht eine Nachfolgepartei eines Massenmörders regiert, sondern nach wie vor die Partei eines Massenmörders … die Partei eines Massenmörders, deren Morde, deren Niederschlagung demokratischer Bestrebungen so nah in der Zeit …

Dieses Interview war aus einem anderen Grund ein Höhepunkt, wohl die Glanzleistung des zurzeitigen Bundeskanzlers schlechthin.

Der zurzeitige Bundeskanzler sagt in diesem Interview, es gefalle ihm „Bevölkerungsaustausch“ nicht, daß er es „widerlich“ fände, das will er in diesem Interview nicht bestätigen, nur, es gefalle ihm halt nicht.

Das Entscheidende dabei.

Er, der zurzeitige Bundeskanzler, würde es selbst nicht verwenden, weil „Bevölkerungsaustausch“ „sachlich falsch ist“.

Es sei ja kein „Austausch“. Ein Beispiel, was ein wirklicher Austausch ist, bringt der zurzeitige Bundeskanzler nicht vor. Aber es kann ein Beispiel für einen wirklichen Austausch hier nachgereicht werden. Ein wirklicher Austausch ist zum Beispiel jener zwischen dem ÖVP-Nationalratspräsidenten und …

Er, der zurzeitige Bundeskanzler, regiert aber mit einer identitären Partei, mit einem identitären Vizekanzler, der sachlich falsch

Das, auch das, sollten sich Wahlberechtigte unbedingt merken, für jedwede kommende Stimmabgabe in Wahlen, der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich findet nichts dabei, mit Personen zu regieren, die sachlich falsch …

Einen „Bevölkerungsaustausch“ kann es weder theoretisch noch praktisch geben. Was es aber theoretisch immer geben kann und praktisch geben muß, nicht nur in Österreich, also auch in den Ländern, in denen der identitären Regierungspartei Kameraderie regiert, ist ein Regierungsaustausch.

Menschgemäß müssen für einen praktischen Regierungsaustausch Wahlberechtigte die Anstrengung unternehmen, endlich Qualitätswahlberechtigte werden zu wollen.

Fernsehanstalten können schon beginnen, eine Sendung zu planen, mit dem Arbeitstitel „Als ich auch einmal glänzte“ … der erste Gast in drei Jahren sollte dann — sozusagen als Referenz an einen Mann, der immerhin einmal Bundeskanzler war …

4 Gedanken zu „Regierungsaustausch

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