„Der Emissär“

Beate Meinl-Reisinger, nun Außenministerin in Österreich, hätte gerne, so wurde es berichtet, Norbert Hofer zum „Sondergesandten“ ihrer Werbung, Norbert Hofer hätte also, wie es auf der Website ihres Ministeriums heißt, einer ihrer der „Sonderemissäre“ werden sollen … Ganz der Transparenz verpflichtet werden die von der österreichischen Bundesregierung „bestellten Sonderemissäre“ mit keinem geheimen Auftrag, der für gewöhnlich u. a. zu den Aufgaben von Emissärinnen gezählt wird, ausgestattet, sondern mit der gewöhnlichen, aber ihr teuren Aufgabe, die österreichische Kandidatur für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat zu bewerben …

Bestellt zu „Sonderemissären“ wurden, wie es auf der Website des Ministeriums am 26. Juni 2025 heißt, lauter „Ehemalige“, also Menschen, die ehemals politische Positionen in Österreich einnahmen.

Es mag seltsam erscheinen, daß bei den „Sonderemissären“ die Novelle „Der Emissär“ des am 9. März vor einhundertdreißig Jahren in Mannheim, Deutschland verstorbenen österreichischen Schriftstellers,

der am 27. Jänner 1836 in Lemberg, Galizien geboren wurde,

von dem heute in Lwiw, Ukraine, eine Statue steht, sogleich in den Sinn kommt,

und es mag gar nicht seltsam erscheinen, geht es in dieser „galizischen Geschichte“ u. a. m. um eine Mission, die dem Heute nicht fremd ist:

Wir haben eine Mission in diesem Lande, so Du wie ich[:] Bildung, Fortschritt, Freiheit!

Und es mag gar nicht seltsam erscheinen, daß Leopold Sacher-Masoch in den Sinn kommt, für den

Der Mensch, so die offensichtliche Moral, muB das höchstmögliche, erhabenste Ziel verfolgen, d. h. nicht nur sein eigenes, sondem das Los der Menschheit zu verbessern suchen. Dieses edle Ziel kann umso schneller erreicht werden, wenn Mann und Frau ihm als Gleichgesinnte und
-berechtigte mit vereinten Kräften entgegenarbeiten. Patriotismus ist gut, aber es ist allein der kosmopolitische Patriotisrnus des Österreichers (und für den jungen Sacher-Masoch ist der Österreicher immer Weltbürger), der die revolutionaren ldeale von Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit garantiert.

Er glaubte an den horizonterweiternden Effekt einer multinationalen Abstammung und fürchtete die lmplikationen insbesondere einer deutschen Reinrassigkeit, nicht nur für das Individuum, sondern für die Menschheit im Allgemeinen. Er wollte sich vor allem als Mensch, nicht als Repräsentant einer spezifischen Nation und ihrer Interessen verstanden wissen. Ein und derselbe Leopold von Sacher-Masoch zu sein, immer und überall, ein Kosmopolit ohne Bindung an ein bestimmtes Land, doch mit einer Gesinnung, deren Heimat die Welt ist, das war sein hochfliegendes Ideal.

MiIojevie, Svetlana. Leopold von Sacher-Masoch: zur Rezeption und Wirkung eines Dilettanten. A thesis presented to the University of Wateiloo in fulfilment of the thesis requirement for the degree of Doctor of Philosophy in German. University of Waterloo, Ontario, Canada. 1996.

Einer nun bestellten Emissärin wird das Denken und das Ideal des Leopold von Sacher-Masoch ganz und gar unverständlich, mehr noch, recht fremd sein, ihr Verständnis von Patriotismus etwa ein vollkommen entgegengesetzes sein. Und zwar der Emissärin unter den „Sonderemissären“ mit Namen Herbert Scheibner, die eine ehemalige Verteidigungsministerin, mag er auch ein Ehemaliger sein, so steht gerade er für die „politische Erneuerung“ in Österreich, der dafür wohl auch als einziger einen Beweis vorlegen kann, dafür eine Münze aus seiner Brieftasche jederzeit und überall, ob in New York, ob in Genf, ob in Nairobi, ob in Wien, hervorholen kann, eine Münze freilich, mit der vor allem noch in Köttmannsdorf —

Herbert Scheibner ist „Träger der Dr. Jörg Haider Medaille“.

Die Medaille wurde von Abg.z.NR. aD Gerald Grosz am 5. Juni 2010, gestiftet und steht unter der besonderen Patronanz von Frau Claudia Haider als Präsidentin der Jörg Haider Gesellschaft. Mit dieser Medaille sollen im Sinne des großartigen Lebenswerkes von Dr. Jörg Haider Persönlichkeiten geehrt werden, die sich um die politische Erneuerung des Landes besonders verdient gemacht haben. Verliehen wir die Medaille von der Präsidentin/dem Präsidenten der Jörg Haider Gesellschaft und dem Stifter.

Der/die Geehrte ist berechtigt, den Titel „Träger der Dr. Jörg Haider Medaille“ zu verwenden. Die Medaille geht nach der Verleihung in das vollständige Eigentum der/des Geehrten über.

Die Medaille ist kreisrund, hat einen Durchmesser von 6 cm und besteht aus Bronze. Auf der Vorderseite ist das Bildnis von Dr. Jörg Haider geprägt, samt dem Schriftzug „Dr. Jörg Haider – 1950 – 2008“. Die Rückseite trägt die Inschrift „Für Verdienste um die politische Erneuerung“. Gefertigt wird die Medaille vom Ehrenzeichenhersteller Schwertner in Graz.

Wer könnte auch mehr über „politische Erneuerung“ wissen als die Präsidentin dieser Gesellschaft?

Nur noch der „Stifter“ dieser Münze selbst, dem selbst die Medaille für „Verdienste um die politische Erneuerung“ gebührte, und was für Verdienste das sind,

das darf Woche für Woche erfahren werden, ausgestrahlt von einer Fernsehanstalt,

aber auch seine Bücher erzählen von seinen „Verdiensten“,

sogar jenes, das noch nicht erschienen ist, erst im August 2025 erscheinen wird, wieder verlegt von einem Unternehmen aus

Graz, das wie kein anderes in Österreich für „politische Erneuerung steht“, und das seit über einem Jahrhundert

Es muß der nunmehrigen Außenministerin nicht leicht gefallen sein, aus dieser Gesellschaft der Ehemaligen ihr den rechten „Sonderemissär“ zu wählen, ein weiterer und nicht nur dieser hätte sich dafür angeboten, steht doch auch dieser als „Träger der Dr. Jörg Haider Medaille“ für „politische Erneuerung“,

wie ebenfalls Woche für Woche erfahren werden darf, ausgestrahlt auch von ebendieser Fernsehanstalt

Norbert Hofer, der der Außenministerin eine Absage erteilte, ihr kein „Sonderemissär“ werden wollte, vielleicht deshalb, weil er zu demütig, da er doch keine Münze vorzuweisen hat, die ihm „Verdienste um die politische Erneuerung“ bestätigt, ist vor Jahren schon,

also lange vor dem verlangten „Aufwachen„, wie es eben jetzt wieder recht besonders etwa von

Julian Adrat, von

Daniel Gugger, von

Stefan Magnet

gefordert wird, aufgewacht, was „Chemtrails“ betrifft, hat Norbert Hofer ein Wachpartikel aktiviert, für dieses partikuläre Aufwachen

Dann trifft er aber dennoch die Aussage: „Nach mir bekannten Informationen haben mittlerweile durchgeführte wissenschaftliche Überprüfungen keine Hinweise auf die Ausbringung von gefährdenden Chemikalien in die Atmosphäre ergeben.“ Hofer lässt sich da theoretisch noch ein Türchen offen: Er sagt ja nur, dass es seines Wissens nach keine Hinweise gebe – und dass man dies durch „mittlerweile“ erfolgte Prüfungen wisse. Er habe darauf geachtet, in seiner Anfrage fast idente Fragen zu stellen wie damals Hofer, erklärt Stögmüller. „Abseits von plumpen Verschwörungstheorien“, hieß es in der Anfrage der FPÖ aus dem Jahr 2013, „wird immer wieder der Vorwurf laut, dass das Verfahren der Wettermanipulation durch Sprühflüge vermehrt eingesetzt wird“. Hofer wollte wissen, ob dem Verteidigungsministerium dazu Informationen zur Verfügung stünden und ob es Untersuchungen gebe.
FPÖ-Minister Hofer bestätigt: Chemtrails gibt es nicht.
Kurier. 15. November 2018.

mit der Bestellung zu einem „Sonderemissär“ belohnt zu werden, eine noble Geste der Außenministerin, aber bescheiden wie Norbert Hofer ist, hat er es abgelehnt, und vielleicht ist er dann bereit, womöglich noch größere Belohnungen anzunehmen, wenn er ganz aufgewacht

Ein Werk des grozerischen Ackertraktorverlags

Was für ein Glück, für Ingeborg Bachmann, daß sie kein „Weib an der Macht“ war, denn, da hätte sie aber etwas zu lesen bekommen, von Daniel Gugger 888, wenn er bereits vor „über sechzig Jahren“ geschrieben hätte, alt, mehr als alt muß er dafür sein, schon vor „über sechzig Jahren“ geschrieben zu haben, wenn er einen zitiert, der vom „Weib“ schreibt, wenn er von Frauen spricht, im Grunde so alt, daß er diesen aus der Steiermark noch zu dessen Lebzeiten lesen konnte, einen aus dem Steiermärkischen, den heutzutage zu lesen keinem Menschen mehr einfiele.

Bloß, wo hätte Ingeborg Bachmann vor über fünfzig Jahren, vor über sechzig Jahren Daniel 888 lesen können? Nirgendwo. Damals gab es noch nicht diese Konzernplattformen, deren Knechte heutzutage jene sind, die von sich selbst meinen, Herren zu sein.

888 Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.“ Dieser eine Satz von Ingeborg Bachmann ist über sechzig Jahre alt – und trotzdem trifft er uns heute noch mitten ins Herz.

Wir leben in einer Welt, in der viele lieber schweigen, verharmlosen oder verdrängen. Aus Angst, zu verletzen. Aus Bequemlichkeit. Oder weil die Wahrheit zu unbequem scheint. Aber vielleicht brauchen wir genau das mehr denn je: den Mut, ehrlich zu sein. Zuzuhören, auch wenn es unbequem wird. Nicht, um zu verletzen – sondern weil nur in der Wahrheit etwas wachsen kann: Vertrauen. Veränderung. Verständnis. Die Wahrheit ist nicht das Ende. Sie ist der Anfang.

Am 5. Juni 2025 bemüht 888 auf einer Konzernplattform den Wahrheitssatz von Ingeborg Bachmann und steht damit im Brauchtum jener, die meinen, wenn sie nur oft genug das Wort „Wahrheit“ sagen, dafür als ihre Zeugin gar noch Ingeborg Bachmann aufrufen, sie reden wahr.

Ach, wie wahr ist doch alles, was 888 zum Bachmann-Satz schreibt, am 5. Juni 2025, nur, selbst das zu lesen, was selbst geschrieben wird, das kommt auch 888 nicht in den Sinn,

nur selbst sich daran zu halten, was selbst gefordert wird, das kommt auch 888 nicht in den Sinn — wie auch? Kann ein Mensch mit dem selbstgewählten Namenszusatz „888“ einen Sinn haben?

„888“ steht ihm, wie diese Zahl ebenfalls zum Einsatz kommt, nicht für „Heil Heinrich Himmler“, sondern ist ihm eine Engelszahl, und der Sinn, wenn hierbei von einem Sinn gesprochen werden kann, eines Engels ist einzig, als Diener seines Herrn die Botschaft seines Herrn … so wird auch Heinrich Himmler ein Engel seines Herrn gewesen sein, der mit Engelszunge die Botschaft seines Herrn —

Kein Glück ist es, was heutzutage auch von 888 zu lesen zu bekommen ist, etwa gegen Angela Merkel, die ihm in seiner engelhaften Wahrheit eine „mehrfache […]“,

die ihm mit 18 ganz nach seiner Engelszahl gleichgewichtig, und er sie, gemäß seinen dazu verbreiteten Bildchen, einen grausamen Tod … jedoch, die Wahrheit kommt auch in seiner „Wahrheit“ an das Tageslicht, denn das von ihm verbreitete Bildchen dazu ist keine „Hinrichtung“ einer Frau, die eine „mehrfache […]“, sondern die Folter des „Johannes in einem Bottich von siedendem Öl“ in einer Darstellung um 1450. Angela Merkel also eine Märtyrerin wie Johannes, eine größere Ehrerbietung als die von 888 Angela Merkel damit entgegengebrachte ist kaum bis gar nicht denkbar …

Je nichts von Ehrerbietung hält 77, auch nicht gegenüber Angela Merkel. „Zuzuhören“ ist ihm fremd, „um zu verletzen“, ist ihm recht zu tun, dann ihm „nur […] etwas wachsen kann“, nein, das nicht: „Vertrauen. Veränderung. Verständnis“. Ehrerbietung bringt er nur sich selbst entgegen, indem er schreibt, Buch um Buch,

die bloß im Steiermärkischen zu verlegen …

Dem Ackertraktorverlag in Graz, dessen Herrn „Deutschland jeden Tag wieder etwas deutscher […] und Österreich genauso.“ werden will, ist 77 ein Rechtkarätiger

wie auch dem 6er, der ihn recht gern ständig bei sich im Studio …

Oh und Ah geht es dann stets heiß her, im Studio,

heißer noch würde es hergehen, wenn im Studio auch noch mit dabei 888 und 137

NS An Goethe kommt auch 888 nicht vorbei, Verse von ihm zu zitieren,

888 Da reiten sie hin Wer hemmt den Lauf Wer reitet denn? Stolz und Unwissenheit Laß sie reiten Da ist gute Zeit, Schimpf und Schande sitzen hinten auf

wie sie eben nicht umhin kommen, Goethe in der Meinung zu bemühen, dies erhöhte ihre Gesinnung in Gefilde des höchsten Geistes, aber auch mit Goethe bleiben sie tief im Feld, im Acker stecken. Verse aus „Zahme Xenien“ hat 888 für sich gefunden; nun, in diesen finden sich viele Verse, die Antwort auf 888 genug, etwa:

Kein Mensch will etwas werden,
Ein jeder will schon was sein.

So hoch die Nase reicht, da mags wohl gehn;
Was aber drüber ist, können sie nicht sehn.

Was ich nicht loben kann,
Davon sprech ich nicht.

Soll man euch immer und immer beplappern?
Gewinnt ihr nie einen freien Blick?
Sie frieren, daß ihnen die Zähne klappern,
Das heißen sie nachher Kritik.

Dem ist es schlecht in seiner Haut,
Der in seinen eignen Busen schaut.

Gern hören wir allerlei gute Lehr,
Doch Schmähen und Schimpfen noch viel mehr.

Das ist doch nur der alte Dreck,
Werdet doch gescheiter!
Tretet nicht immer denselben Fleck,
So geht doch weiter!

Das Unvernünftige zu verbreiten,
Bemüht man sich nach allen Seiten;
Es täuschet eine kleine Frist,
Man sieht doch bald, wie schlecht es ist.



Und Du, meinst, die Menschen wollen Krieg?

Vor neun Jahren trug Ben Becker vor: „Meinst du, die Russen wollen Krieg?“ Der Anlaß, von Wolfgang Gehrcke am 1. April 2017 aufgeschrieben, ist auf der Website am 17. Juni 2025 zu lesen, war:

Ein Großer der Literatur, … einer, der Millionen Herzen in aller Welt berührte, einer, der sich für Tauwetter und gegen den kalten Krieg eingesetzt hat, ist gestorben. Am 1. April verließ Jewgeni Jewtuschenko im Alter von 84 Jahren die Welt. Sein Tod hat mich erschüttert. Noch im Juni des vergangenen Jahres trug der Schauspieler Ben Becker auf unserer Veranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages des feigen Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion Jewtuschenkos Gedicht vor „Meinst Du, die Russen wollen Krieg?“ In Erinnerung an den Dichter und als Mahnung an uns hier eine Aufzeichnung seines Vortrags: 

Vor drei Jahren, am 4. März 2022 sang Jan Böhmermann: „Meinst du, die Russen wollen Krieg?“ Der Anlaß war der Überfall der Putins auf die Ukraine.

Wie wenig bis gar nicht muß noch erläutert werden, was Daniel Gugger 888 antreibt, das am 4. Juni 2025 auf der Konzernplattform X zu verbreiten:

Meinst du, die Russen wollen Krieg ? (1961, Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko) Dieses Video war lange nicht mehr verfügbar, da das US-Unternehmen YouTube den Kanal von RT-DE als eine Form der Online-Bücherverbrennung gekündigt und somit alle Inhalte gelöscht hat.

Es geht ihm, einfach wie kurz gesagt, wohl auch um das Heil von „RT“, aber je nicht um das Gedicht, ein Gedicht, das 888 nun im Juni 2025 Propaganda für der Putins Krieg. Eine „Bücherverbrennung“ des Gedichtes gab es nicht, was es aber gab, die Einsicht, etwa von Wolfgang Gehrcke, nicht weiter das Video des Gedichts von „RT“ zu verbreiten, Wolfgang Gehrcke entfernte, wie gelesen werden kann, das „RT“-Video selbst wieder,

denn „RT“ verbreitete das Gedicht je nicht als Antikriegsgedicht, sondern als Propaganda für die Putins.

Und am 10. Juni 2025

888 Genau so ist es schön das Sie in der Schweiz sind Dr. Markus Krall ich höre und lese Sie sehr gerne

liest Daniel Gugger, schreibt 888, von Dr. Markus Krall „gerne“:

Nicht […]
Soros […]
Russland […]
Da[…]
Russenpropaganda […]

Wie könnte also 888 je auf die tiefen Erkenntnise des Dr. Markus Krall nicht „gerne“ … auf die tiefen Erkenntnisse dieses ausgewiesenen Bonobosforscher

Menschgemäß sind die Absonderungen von 888 ebenso unerheblich wie jene der Bonobosforschung, aber nicht das Gedicht von Jewgeni Jewtuschenko, dieses Antkriegsgedicht, das zur Frage führt, wie könnte es doch zu einem Antikriegsgedicht für alle werden, überwunden alle sogenannten Vaterländer —

vielleicht genügte es, ein paar Worte nur zu tauschen, ein paar Zeilen nur ein wenig anders zu formulieren, so daß es von allen als Antikriegsgedicht aufgenommen werden kann, gleich, wo immer sie geboren, gleich wo immer sie leben, damit die Teilung überwunden ist; denn die Frage danach, wie in diesem Gedicht, ob denn die „Russen Krieg wollen“, teilt nach wie vor ein, in die einen und die anderen, stellt keine Gemeinsamkeit her, läßt zu viele Antworten zu, letztlich auch Krieg als Antwort —

Und Du, meinst,
die Menschen wollen Krieg?

Ausgangsverse respektive
verwendete Wörter aus „Meinst
du, die Russen wollen Krieg?“ von
Jewgeni A. Jewtuschenko

Meinst Du, die Menschen wollen Krieg?
Befrag die Stille, die da kriecht
im weiten Feld, im Pappelhain,
Befrag die Birken an dem Rain –
wo sie liegen in ihrem Grab,
die Menschen im Waffenrock frag!
Deren Kinder Dir Antwort geb’n:

Meinst Du, die Menschen woll’n,
meinst Du, die Menschen woll’n,
meinst Du, die Menschen wollen Krieg?

Immer fürs Vaterland, stets als
Köder ihnen ausgelegt, fällt
der Mensch in jedem Nationen-
brand. Damit Menschen in Frieden
leben können, holt Euch nicht Rat
von jenen, die nur mögen, das
sie kennen, einzig die Tat: dem
eigenen Reichtum frönen – ihr
Vermögen der Kriege einzig
Sieg, zu tief in uns vergraben:

Meinst Du, die Menschen woll’n,
meinst Du, die Menschen woll’n,
meinst Du, die Menschen wollen Krieg?

Kriege haben uns immer schwach
gesehn, nie mehr soll’s in Kriege
gehn, nie wieder geschehn, daß fließt
Menschenblut, dem Reichtum zum Lohn.
Frag alt, frag jung, sie alle, die
nach jedem Kriege grau, befrag,
nicht allein die mit Dir verwandt –
die Antwort in der Frage liegt:

Meinst Du, die Menschen woll’n,
meinst Du, die Menschen woll’n,
meinst Du, die Menschen wollen Krieg?

Es weiß der Mensch, auch ohne Netz,
wer webt, schmiedet, ackert, sät, Feld
um Feld zum Schlachten bestellt – die
Menschen, die Wahrheit schauend flieh’n:
Du aber, meinst, die Menschen woll’n,
und Du, meinst, die Menschen woll’n, und
Du, meinst, die Menschen wollen Krieg.

„Gipfeltreffen“

„Ich kann bei diesem Irrsinn nicht mehr schweigen“, so Monika Gruber — dafür dankt Daniel Gugger 888 ihr auf der Konzernplattform X am 26. März 2025; es wird nicht gewußt, zu welchem „Irrsinn“ Monika Gruber „nicht mehr schweigen kann“;

was aber gesagt werden kann, ist, Daniel Gugger selbst kann „Irrsinn“ nicht mehr verschweigen, etwa wenn er am 4. Juni 2025: „Die Profiteure der Seuchen und Kriege“ —

Derart eindeutig bildet er seinen „Irrsinn“ nicht immer ab, zumeist und nicht selten reicht es ihm, stellvertretend dafür einen Namen zu nennen, wie so viele weitere auch.

„Hat der Himmel eigentlich früher auch so ausgesehen?“ Fragt Monika Gruber auf der Konzernplattform X am 10. Juni 2025. Diese ihre gar so präzise Frage kann Daniel Gugger 888 ebenso präzise beantworten, der schaut, wie er am 12. Mai 2025 nicht verschweigen kann, „jetzt seid über 17 Jahren fast jeden Tag bewusst in den Himmel und schaue mir dieses Spektakel an…“

Da kann man seitenweise Posts schreiben welche Brisanz die Textzeilen der RKI-Protokolle haben oder nicht haben – Monika Gruber schafft es das Wichtigste aus den Protokollenin 12 Sekunden zusammenzufassen – hervorragend

Derart lobt Daniel Gugger 888 am 30. Mai 2025 Monika Gruber dafür, „in 12 Sekunden zusammenzufassen“: Das ist wahrlich Präzision, und es kann verstanden werden, daß Gerald Grosz sie als das anerkennt, was er auch an sich selbst anerkennt: zwei „rhetorische Präzisionswaffen“. So konnte, wie er am 22. März 2025 schreibt, ein „Gipfeltreffen zwischen diesen beiden „Präzisionswaffen“ nicht ausbleiben. Was wäre das erst für ein „Gipfeltreffen“ in der fellnerischen Anstalt, wenn Monika Gruber, Gerald Grosz und Daniel Gugger 888 …

888

Es scheint zu einer guggerischen Tradition oder zu einem henzeischen Brauchtum zu werden, um den Todestag von Peter Rosegger am 26. Juni herum etwas von Peter Rosegger auf der Konzernplattform X zu verbreiten, im letzten Jahr war es die roseggerische Aufzählung, gegen wen Menschen „zuerst treulos“ werden, in diesem Jahr ist es:

Das Weib an der Macht pflegt sich zu entweiben und weil es kein Mann sein kann, wird es ein Tyrann!

Gugger oder Henze, vielleicht auch Gugger und Henze, aber immer Daniel; er schreibt, wie Rosegger auch. Zwei Bücher, das eine – „Der Skilift zur Erkenntnis“ – mit dem Namen Daniel Henze auf dem Buchdeckel, das andere – „888 Jesus lebt“ mit dem Namen Daniel Gugger auf dem Deckel. Bei beiden Büchern ist das Lesealter angegeben: „ab 1 Jahr“ — auf der Website des amerikanischen Konzerns „Amazon„, mit einer nicht adäquaten Übersetzung, der Qualität mehr entsprechend sollte es übersetzt heißen: Lesealter bis 1 Jahr.

Was die Roseggers für ihre Zeit zu schreiben wußten, weiß auch Daniel Gugger oder Henze oder Daniel Henze und Gugger für seine Zeit zu schreiben,

ob es darüber ist, wer „sogar den Schlaf“

„sogar den Schlaf haben die Zionisten und Freimaurer manipuliert“,

ob es darüber ist, wer „auch hier in der Schweiz“ — „auch hier in der Schweiz sind die Corona Impffaschisten genau gleich wie in Deutschland“; nur, was die Frauen betrifft, braucht Daniel Gugger oder Henze oder Henze und Gugger gar nichts mehr selbst für seine Zeit zu schreiben, das hat für seine Zeit schon seinerzeit Vater Rosegger …

Wie dem auch sei, diesem roseggerischen Getreuen Daniel Gugger oder Henze oder Daniel Henze und Gugger wird es freuen zu hören, daß es in der Steiermark roseggerische Getreue gibt. Da er, irgendwo in der Schweiz lagernd von dort aus so viel von der Welt mitbekommt, wie seinen Ausbreitungen auf der Konzernplattform X entnommen werden darf, und also auch von Österreich

am 3. Juni 2025 eine Bildtafel „Die größten Verbrecher Österreichs“ –, wird er vielleicht bereits vor längerer Zeit wohl mit Freude vernommen haben, daß die schwarzchristidentitäre Landesregierung in der Steiermark auch die „Fortführung der Rosegger-Gedenkjahre“ in ihr Arbeitsübereinkommen geschrieben hat – getreu der Tradition und des Brauchtums der Zukunft zu gedenken.

Es wird nicht das letzte Kapitel zu Daniel Gugger oder Henze oder Gugger und Henze sein, ein Daniel Henze oder Gugger oder Henze und Gugger soll zumindest mit einem weiteren Kapitel bedacht werden; dieses erste Kapitel soll geschlossen werden, mit einem weiteren steiermärkischen Dichter,

auf den die schwarzchristidentitäre Landesregierung in ihrem Arbeitsübereinkommen vergaß, für diesen „Ehrenbürger der Stadt Graz“ auch endlich landesweite Gedenkjahre einzuführen, obgleich nun ein Patriotischer seinen Stuhl in der Landesregierung hat, für den dieser Dichter ein „großartige[s] Werk“ —

„Das ist totaler Horror“

Es könnte eine Sternstunde des Algorithmus genannt werden, am 10. Juni 2025 auf der Konzernplattform X: Unmittelbar unter seinem „Ausnahmezustand“ ist zu lesen: „Das ist totaler Horror“

Denn der Algorithmus erspart jedwedes eigene Wort zu dem,

was Stefan Magnet versucht, Morde in Österreich

und eine Gerichtsverhandlung in Deutschland gleichrangig in einen gemeinsamen „Ausnahmezustand“ zu pressen:

„Das ist totaler Horror“!

Unmittelbar vor dem magnetischen „Ausnahmezustand“ ist zu lesen: „Der Täter erschoss sich angeblich am WC selbst.“ Der magnetische Sender wird nicht auf Algorithmen — wie er stets auf nichts als auf sich selbst verweist — angewiesen sein, um aus diesem von einer „Strippe“, wie sie sich selbst nennt, vorsorglich eingeschmuggelten „angeblich“ zur möglichen weiteren Ausweidung, zu seiner einen Sendung, die durchaus im Bereich des Erwartbaren von einem derartigen Medium der Gesinnung, wenn es also gesinnungsgemäß recht genehm, oder vielleicht sogar mehrere Sendungen zu fabrizieren,

mit Beweisen vom Schlage eines, um einen aktuellen Beispielgeber zu nennen, Julian Benedikt Adrat …

„Beweis: Eine Polizei, die gendert.“

Zu welch einer Selbsterkenntnis — „nie um die Opfer“ — in der Stunde der größten Trauer, die sich denken läßt, ein Julian Adrat und mit ihm wohl alle gesinnungsgemäßen Seinerleut‘, für die er in die erste Reihe vorpreschend dies am 10. Juni 2025 schreibt, fähig ist, darüber hat er an diesem Tag des größten Leids, das Menschen, die den Tod ihrer Angehörigen zu gegenwärtigen und zu beklagen haben, und mit ihnen zu trauern ist, widerfahren kann, Zeugnis gelegt.

In #Graz sterben Schulkinder – das Establishment jubelt heimlich, weil der Täter vielleicht kein Ausländer war. Es geht ihnen nie um die Opfer, nur ums Framing. Blut auf dem Pausenhof? Egal – Hauptsache, kein „Rechter“ profitiert. Beweis: Eine Polizei, die gendert. Was muss noch passieren, damit diese Gesellschaft aufwacht?

Das Kenntnisreich des Julian Adrat wird aber nicht erst an diesem 10. Juni 2025, als mit dem größten Weitblick, der sich denken läßt, es ihm möglich ist, vom fernen Berlin bis in die Dreierschützengasse in Graz zu schauen, errichtet worden sein, sondern schon lange davor, allmählich und stetig über Jahre hinweg Holzlatten zum Heimreich geframt, es läßt sich denken, daß auch sein Roman „Familie B.“ Beweis dafür ist. Wie reich dieser sein Roman — es läßt sich denken, daß dieser Roman voller Beweise von der tiefsten Tiefe ist, die sich denken läßt, wie diese seine Kostprobe von einem „Beweis: Eine Polizei, die gendert.“

In dieser schwersten Stunde, die sich denken läßt, ist auch ein Julian Adrat durch und durch erfüllt von Vorsicht und Rücksichtnahme, es ist ihm wohl klar, es ist nicht die Zeit für Behauptungen und Selbstgewißheiten, sondern es ist die Zeit, in der nur mit Bedacht zu fragen ist, und so frägt Julian Adrian nur, aber gar teilnahmsvoll mit Obacht:

Hört man da „A[…]“?

Dieser Selbstzuruf, mit dem Julian Benedikt Adrat am 10. Juni 2025 die seine Chance wahrnimmt, voranzuschreiten, nicht nur in das „Establishment“ Seinerleut‘ irgendwo ungesehen eingereiht zu sein, wie würde es Julian Adrat vergönnt sein, wenn die gesinnungsgemäßen Seinerleut‘ sich von ihm führen ließen, damit dieses sein „Establishment aufwacht“, so wie er es gar recht beweislastig mit seiner Selbstaufwachung …

Es fehlte Österreich mit Ariel Muzicant eine gewichtige Stimme gegen „Faschisten“, und die auch weiß, was „antisemitisch“ ist

Wie oft in den letzten Jahrzehnten durfte die gewichtige Stimme des Ariel Muzicant gehört und sein Gewichtiges gelesen werden, eigentlich immer, wenn es galt, gegen „rechtsextreme“ — „in meinen Augen Faschisten“ …

Beispielhaft dafür darf herangezogen werden sein „Appell an ÖVP und SPÖ“ in einer der sogenannten angesehendsten Tageszeitungen Österreichs vom 3. April 2023:

„Keine Koalitionen mit den Kellernazis“

In Österreich, Deutschland und Frankreich führen die jüdischen Gemeinden seit Jahrzehnten eine Auseinandersetzung mit den rechtsextremen Gruppierungen dieser Länder (FPÖ, AfD, der frühere Front National etc.), weil diese eine klare Verbindung zum Nationalsozialismus, Antisemitismus und Rassismus […]

Koalitionen mit dieser FPÖ haben oft zu Krisen und Skandalen geführt. Drei Koalitionen im Bund mussten vorzeitig beendet werden, sie dienten eigentlich nur der kurzfristigen Machterhaltung des Koalitionspartners. Immer wieder kommt es auch zum Verdacht von strafrechtlich relevanten Handlungen (siehe Graz) – es gilt die Unschuldsvermutung.

Feststellungen der FPÖ-Koalitionspartner, es handle sich ja um eine demokratisch gewählte Partei, sind eine Irreführung. Auch Adolf Hitler wurde zunächst demokratisch gewählt (hier soll kein Vergleich zu Kickl & Co. gezogen werden). Auch dort glaubten die konservativen Kräfte, Hitler in Schach halten zu können. Die Folge waren über 50 Millionen Tote in Europa und die Quasivernichtung des europäischen Judentums.

Daher nochmals mein Appell: Keine Koalition mit den Kellernazis! Wehret den Anfängen!

In Israel gibt es keine Koalition, aber, so Ariel Muzicant am 30. Mai 2025 im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: eine „Regierung“, in der von „rechtsextremen Ministern gutgeheißen“… „Zwei Minister, rechtsextreme, in meinen Augen Faschisten“

Wie gut, daß Österreich nicht Israel ist, denn es fehlte Österreich mit Ariel Muzicant eine gewichtige Stimme gegen „Faschisten“. Wie gut, daß Österreich Österreich ist, denn es fehlt Österreich mit Ariel Muzicant keine gewichtige Stimme gegen „Faschisten“.

Wie gut, daß Österreich nicht Israel ist, denn es fehlte Österreich mit Ariel Muzicant eine gewichtige Stimme, die weiß, was „antisemitisch“ ist. Wie gut, daß Österreich Österreich ist, denn es fehlt Österreich mit Ariel Muzicant keine gewichtige Stimme, die weiß, was „antisemitisch“ ist.

Beispielhaft auch dies von Ariel Muzicant am 30. Mai 2025 im öffentlich-rechtlichen Rundfunk:

Shoura Zehetner-Hashemi: Wir haben hier wirklich ein Diskursproblem im deutschsprachigen Raum, daß man entweder Antisemit ist oder man ist Genozid-Befürworter, es gibt irgendwie nichts mehr dazwischen und ich verstehe nicht, warum wir nicht über die Grautöne sprechen können. […] Ich möchte nur eine Sache sagen, ich finde, man tut dem Heinz Fischer wirklich unrecht, ihn als Antisemiten abzustempeln.

Ariel Muzicant: Nein, er ist kein Antisemit.

Shoura Zehetner-Hashemi: Ich glaube, was er sagen wollte, und das bekommen wir auch mit, ist, daß dieses Thema einfach weltweit Menschen berührt, es ist ein irrsinniges Mobilisationspotential da.

Ariel Muzicant: Heinz Fischer ist kein Antisemit.

Shoura Zehetner-Hashemi: Er ist kein Antisemit und ich finde — Ariel Muzicant: Die Aussage ist unerträglich. Die Juden sind am Antisemitismus schuld, ist unerträglich. Shoura Zehetner-Hashemi: Er hat nämlich gemeint, daß die israelische Kriegsführung — Ariel Muzicant: Netanjahus Handlung löst mehr Antisemitismus aus, hat er mehr oder weniger gesagt. Das ist unerträglich. Shoura Zehetner-Hashemi: Ja, aber damit hat er nicht gesagt, Juden, sondern er hat Netanjahu als israelischen Premierminister genannt. Ariel Muzicant: Ja. Shoura Zehetner-Hashemi: Sie tun Heinz Fischer unrecht. Ariel Muzicant: Ja. Okay. Ich verstehe es, wie ich es verstehe. Das heißt für mich, Juden sind am Antisemitismus schuld, und das geht nicht.

Am 11. April 2024 veröffentlicht das Magazin „Profil“ die Erläuterung von Ariel Muzicant, wer „gebe den Antisemiten Nahrung“:

In einem Telefonat mit profil legt der EJC-Präsident nach: Ben-Gvir und Smotrich würden „verantwortungslose Forderungen stellen“, die Muzicant nicht akzeptieren könne. Konkret hatten die beiden angeregt, Palästinenser aus dem Gazastreifen abzusiedeln und etwa in die Demokratische Republik Kongo zu verfrachten, und an ihrer Stelle jüdischen Siedlern das Land zur Verfügung zu stellen. „So etwas darf man nicht einmal denken“, so Muzicant.

„Jedes Mal, wenn Ben-Gvir solche Dinge sagt, sehen wir einen Anstieg des Antisemitismus“, sagte Muzicant in Israel. Gegenüber profil erläutert er diesen Vorwurf: Ben-Gvirs „Unfug“ gebe „den Antisemiten Nahrung“ dafür, Israel geplanter Deportationen und anderer Verbrechen zu bezichtigen. Das schwäche die Position der Verteidiger Israels. Muzicant beteuert, er äußere damit nicht bloß seine persönliche Kritik, sondern die „einer breiten Mehrheit des Diaspora-Judentums“.

„Ich selbt als Schöpfer alles schaffe.“

Vor einhundertachtzig Jahren veröffentlichte der Reclam-Verlag

„Der Einzige und sein Eigentum“.

Sein Buch läßt Johann Caspar Schmidt mit dem Kapitel „Ich hab mein‘ Sach‘ auf Nichts gestellt.“ beginnen, das endet:

[H]at die Menschheit, wie ihr versichert, Gehalt genug in sich, um sich alles in allem zu sein: so spüre Ich, daß es mir noch weit weniger daran fehlen wird, und daß Ich über meine „Leerheit“ keine Klage zu führen haben werde. […]

Ich selbst als Schöpfer alles schaffe. Fortdenn mit jener Sache, die nicht ganz und gar Meine Sache ist! […]

[D]as Menschliche Sache „des Menschen“. Meine Sache ist weder […] noch das Menschliche, ist nicht das Wahre, Gute, Rechte, Freie et. sondern allein das Meinige, und sie ist keine allgemeine, sondern ist —

einzig, wie Ich einzig bin. Mir geht nichts über Mich!

Mit „Ich hab mein‘ Sach‘ auf Nichts gestellt.“ schließt Johann Caspar Schmidt sein Buch „Der Einzige und sein Eigentum“ auch — anders kann es folgerichtig gar nicht enden. Dazwischen ist noch viel zu erfahren, das Menschen der Gegenwart bis zur Kenntlichkeit charakterisiert, als wäre dieses Buch nicht vor über einhundertachtzig Jahren geschrieben worden, sondern eben erst, irgendwann, um eine Zahl zu nennen, soll gesagt sein: nach 2015 …

Welche Menschen das bis zur Kenntlichkeit charakterisiert, deren Namen sind zwar von Land zu Land verschieden, aber in jedem Land werden die Menschen nach dieser Charakterisierung namentlich sofort erkannt werden, die in der Öffentlichkeit stehenden Menschen, von denen gemeint wird, sie hätten etwas über sie selbst Hinausgehendes zu sagen, sie könnten etwas, das einen über sie selbst Hinausgehendes Wert — aber

dem Egoisten hat nur seine Geschichte Wert, weil er nur sich entwickeln will, nicht die Menschheits-Idee […], nicht die Freiheit u. dergl. Er sieht sich nicht für ein Werkzeug der Idee […] an, er erkennt keinen Beruf an, er wähnt nicht, zur Fortentwicklung der Menschheit dazusein und sein Scherflein dazu beitragen zu müssen, sondern er lebt sich aus, unbesorgt darum, wie gut oder schlecht die Menschheit dabei fahre.

Ließe es nicht das Mißverständnis zu, als sollte ein Naturzustand gepriesen werden, so könnte man an Lenaus,,Drei Zigeuner“ erinnern.

Was, bin Ich dazu in der Welt, um Ideen zu realisieren? Um etwa zur Verwirklichung der Idee ,,Staat“ durch mein Bürgertum das Meinige zu thun[?] Was ficht Mich ein solcher Beruf an!

Ich lebe so wenig nach einem Berufe, als die Blume nach einem Berufe wächst und duftet. Das Ideal „der Mensch“ ist realisiert, wenn die christliche Anschauung umschlägt in den Satz: „Ich, dieser Einzige, bin der Mensch“. Das gilt von Mir: kein Begriff drückt Mich aus, nichts, was man als mein Wesen angiebt, erschöpft Mich; es sind nur Namen. Gleichfalls sagt man von Gott, er sei vollkommen und habe keinen Beruf, nach Vollkommenheit zu streben. Auch das gilt allein von Mir.

Eigner bin Ich meiner Gewalt, und Ich bin es dann, wenn Ich Mich als Einzigen weiß. Im Einzigen kehrt selbst der Eigner in sein schöpferisches Nichts zurück, aus welchem er geboren wird.

Jedes höhere Wesen über Mir, sei es Gott, sei es der Mensch, schwächt das Gefühl meiner Einzigkeit und erbleicht erst vor der Sonne dieses Bewußtseins.

Stell‘ Ich auf Mich, den Einzigen, meine Sache, dann steht sie auf dem vergänglichen, dem sterblichen Schöpfer seiner, der sich selbst verzehrt, und Ich darf sagen: Ich hab‘ mein‘ Sach‘ auf Nichts gestellt. Ende.

Ausgießung des Geistes

Mit Bedauern (so kann es gelesen werden) kann festgehalten werden, daß auf dem Judenplatz in Wien, bis heute, Juni 2025, keine erklärende Tafel angebracht worden ist, zum antisemitischen Relief auf dem Haus Jordangasse 2:

Durch die Fluten des Jordan wurden die Leiber von Schmutz und Übel gereinigt. Alles weicht, was verborgen ist und sündhaft. So erhob sich 1421 die Flamme des Hasses, wütete durch die ganze Stadt und sühnte die furchtbaren Verbrechen der Hebräerhunde. Wie damals die Welt durch die Sintflut gereinigt wurde, so sind durch das Wüten des Feuers alle Strafen verbüßt.

Der seit Jahrhunderten täglich von diesem Haus herab auf den Judenplatz verkündete Antisemitismus ist nicht in deutscher, sondern in lateinischer Sprache.

Eine prominente Stelle nimmt heutzutage weiter der „Jordan“ in einem Spruch ein, in diesem zwar nicht namentlich und auch nicht mehr in lateinischer Sprache, sondern, so modernd ist das Heute, in englischer Sprache: „Vom Fluß bis zum Meer.“

In Thörl-Maglern im so gar recht schönen Kärnten steht eine Kirche und in deren Gemäuer verewigt Thomas von Villach mit seinem offensichtlich vor, wie der Broschüre der katholischen Kirche Kärntens zu entnehmen ist, fünfhundertfünfzig Jahren fertiggestellten Fresko vom „Lebenden Kreuz“ mit der

Darstellung der „Synagoga“, die dermaßen drastisch unmißverständlich ist, daß es nicht notwendig ist, auch noch zu entziffern, was Thomas von Villach sich zu diesem seinem barbarischen Bild der „Synagoga“ an Sprüchen hinzu fiebrig phantasierte – vor über fünfhundertfünfzig Jahren gläubig kirchentreu ergeben selbstverständlich in lateinischer Sprache …

Im Gegensatz zum drastisch unmißverständlichen, barbarischen Relief in der Jordangasse unter dem Villach-Fresko ein Ständer, mit Information. Wann der Informationsständer hingestellt wurde, seit wann es diesen Ständer gibt, wird nicht gewußt. Vielleicht erst seit dem Jänner 2023. Jedenfalls läßt die mit 17. Jänner 2023 datierte Broschüre „Die Darstellung von Synagoga und Ecclesia im Fresko vom ‚Lebenden Kreuz'“darauf schließen, aber auch der mit einem QR-Code versehene zum Fresko hingestellte Informationstext, mit dem direkt auf die Website der katholischen Kirche Kärntens zu gelangen ist, zum am 16. Jänner 2023 veröffentlichten Text „‚Synagoga‘ und ‚Ecclesia‘ im Fresko von Thörl-Maglern“ …

Spät, sehr spät, könnte gesagt werden, daß eine solche Drastik, daß derart Barbarisches doch endlich nach Jahrhunderten zur Einsicht des Organisierten Glaubens führt, es nicht länger ohne erklärenden Text ausgestellt lassen zu können. Wenn es schon nicht übermalt wird, so könnte gesagt werden, immerhin, immerhin die Bereitstellung von Informationen … Womit aber der Informationsständertext und auch der Broschürentext und auch der Text auf der Website des Organisierten Glaubens der katholischen Kirche Kärntens

Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast Abraham und seinen Kindern
deine Verheißung gegeben.
Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk,
das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast:
Gib, dass es zur Fülle der Erlösung gelangt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

endet, wird, so könnte es gelesen werden, der bis heute fehlende Informationsständer auf dem Judenplatz vor dem Reliefhaus Jordangasse 2 nicht bedauert, denn, was würde denn auf solch einer Tafel stehen, eingedenk der bestehenden Tafeln mit deren nicht unbedingt immer glücklich gewählten Inhalten

„Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk, das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast: Gib, dass es zur Fülle der Erlösung gelangt.“ Ja, am Ende geht es doch nie ohne Erlösung, und wer sich etwas zum „Eigentum“ nimmt, macht mit diesem „Eigentum“ ebendas, versteht das „Eigentum“ als genau das, was vor einhundertachtzig Jahren Max Stirner über das Eigentum schrieb:

Dennoch ist Eigentum der Ausdruck für die unumschränkte Herrschaft über Etwas (Ding, Tier, Mensch), womit „Ich schalten und walten kann nach Gutdünken“.

Das muß nicht noch einmal erzählt werden, wie mit diesem „Volk“ als „Eigentum“ geschaltet und gewaltet, nach Gutdünken

PS Die Menschen des „Volkes“, das der „Allmächtige“ sich als Erstes als „Eigentum“ einverleibte, waren noch nie dafür auf der Straße gesehen, wie die Gläubigen des Organisierten Glaubens der katholischen Kirche, die auf die Straße gehen zur

Feier der Ausgießung des Geistes, in einem feierlichen Umzug „Herr, ich bin dein Eigentum“ werbend zu singen, wie in der Abenddämmerung des 5. Juni 2025 auf der Landstraße wieder einmal von Gläubigen des Organisierten Glaubens der katholischen Kirche gehört, sich dem „Einzigen“ als „Eigentum“ darbringt, so ist an dieser freiwilligen Wandlung in „Eigentum“ des „Allmächtigen“ zu seinem Schalten und Walten je nach seinem Gutdünken in seiner allmächtig einzigen Launenhaftigkeit das Erfreuliche, freilich bloß aus der Sicht des „Einzigen“,

er muß nicht mehr selbst zum Hamstern von „Eigentum“ ausrücken, die in „Eigentum“ gewandelten Menschen arbeiten für ihn, sie alle tun unbezahlt alles für ihn, sein „Eigentum“ zu mehren …