Eine Todesgesellschaft, die im militärischen Luxus lebt, hat kein Sparargument

Es mag eine italienische Ministerin ehren, ein Sparpaket nicht eiskalt vorzutragen, anderseits verkaufen sich vermeintliche Notwendigkeiten mit Tränen um einiges besser, lassen Tränen leichter viele davon überzeugen, es gibt keine andere Wahl, es müssen alle Opfer bringen, es müssen alle sparen, vor allem jene, die nichts zum Sparen haben, Tränen lassen Menschen milde werden, zueinander finden, Tränen gebieren die Hoffnung, es wieder schaffen zu können, wenn nur alle zusammenhalten, Tränen gründen die Schicksalsgemeinschaft zum freudigschweren Verzicht leichter, unter Tränen werden die Ärmel leichter gemeinsam hochgekrempelt, die Spaten geschultert, um in Reih‘ und Glied sich ausziehen zu lassen, der Nation rettende Dämme zu errichten, hinter denen die Profiteure des leeren Begriffs Nation ihre Villen zu Burgen …

Tränen eignen sich vorzüglich als Vorhänge, um davor den Luxus zu verbergen, von dem nicht gelassen werden will, nicht nur in Italien. Vom Militär. Und auch das Militär bestätigt die Definition von Luxus. Luxus ist Verschwendung und in jedweder Hinsicht ist Luxus ohne Nutzen. Luxus ist kein Instrument für Lösungen. Luxus wird zumeist, heutzutage nur noch als prahlerisches, geistloses und verarmtes Genießen vorgeführt.

Es ist der Luxus einer nach wie vor vom Tod her bestimmten und nach wie vor auf den Tod hin ausgerichteten Gesellschaft, denn sie ist eher dazu bereit, die Erde zu vernichten, als endlich das Militär aufzugeben. Womit nicht die Vernichtung der Erde nicht einmal durch einen letzten alles auslöschenden Krieg gemeint ist, sondern die Gleichgültigkeit gegenüber den ökologischen Notwendigkeiten, bevor also auf den Luxus Militär verzichtet werden will, wird leichtfertig und verantwortungslos auf alle Investitionen in finanzieller und geistiger Hinsicht verzichtet, die dringlich absolut notwendig sind, um die erdumfassende ökologische Zerstörung zu verhindern.

Durch Tränen hindurch können keine Zahlen gelesen werden, und noch weniger, durch den Tränenschleier können keine Zahlen verglichen werden, beispielsweise die Zahlen der Ausgaben des italienischen Staates für das Militär mit den Zahlen des aktuell angekündigten Sparpaketes, oder die Zahlen der Ausgaben des kanadischen Staates für das Militär mit den Zahlen der Einsparungen durch den Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll.

Aus aller Welt könnten Beispiele genannt werden, aber es soll ab hier auf ein Land als Beispiel fast gänzlich eingeschränkt werden, nämlich auf Österreich, in erster Linie deshalb, weil zu seinem Militär bereits einiges geschrieben wurde, zum anderen aus aktuellen Gründen.

Kaum wurde der kanadische Plan bekannt, aus dem Kyoto-Protokoll auszusteigen, um sich Geld zu sparen, hat der österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich das aufgegriffen, um, wie es der freiheitliche Umweltsprecher Norbert Hofer formuliert, österreichisches Steuergeld zu retten.

Einundzwanzig Jahre lang mußte kein österreichisches Steuergeld gerettet werden, das 21 Jahre lang ausgegeben wurde, um Soldaten zu ermöglichen, in Burgenland und auch in Niederösterreich spazierenzugehen. Für die Soldaten selbst war es kein Luxusleben, aber für den Staat war es zum Luxus noch ein Luxus, in 21 Jahren 355.814 Menschen zum Spazierengehen …

Eine österreichische Ministerin verkündet in der heutigen Umsonst „Österreich“ ihr pumperlhartes Sparpaket in der Höhe von 2,8 Milliarden. Das österreichische Bundesheer kostet in einem Jahr über 2 Milliarden Euro. Damit ist aber noch nicht alles bezahlt, was das Bundesheer kostet. Es kommen immer noch irgendwelche Kosten dazu. Wie hoch werden wohl allein die Kosten gewesen sein u.v.a.m. für den Eurofighter-Ausschuss? Jedwedes Militär in Verbindung mit der Waffenindustrie ist der beste Nährboden für Korruption, moralische Verkommenheit …

Wer sich den Luxus Militär leisten kann, hat kein Argument für Sparprogramme, die vor allem jenen aufgebürdet werden, die im Zivilleben keinen Luxus kennen, und die, eingezogen zum Militär, beim Militär auch keine anderen Rechte haben, als an der Front in der ersten Reihe auch zu bluten. Wem die karg gefüllten Taschen im Zivilleben geleert wurden, bleibt wohl leichter für immer auf dem Schlachtfeld …

Das Abschaffen des Militärs, menschgemäß nicht nur in Österreich, führte zu einer entspannten und also enthysterisierten Sicht auf die gegenwärtige Krise, denn, was bleibt von der Krise, ohne den Luxus Militär …

Der Verzicht auf den Luxus Militär geht menschgemäß weit darüber hinaus, lediglich zu sparen, sondern bedeutet den radikalen Wechsel von einer Todesgesellschaft zu einer Lebensgesellschaft mit einer sozialen Werteskala, und eine Lebensgesellschaft, die alles Bisherige und alles für unumstößlich Gehaltene aufgibt und vergißt, findet lebensbejahende Antworten, erstellt lebensbejahende Konzepte, versteht es lebensbejahend zu reformieren, wird entschieden gegen die fortschreitende erdumfassende Vernichtung der Lebensgrundlagen für nicht nur das sprechende Tier sondern für jedwedes Lebewesen auftreten, keinen Beitrag mehr leisten wollen zum ökologischen Supergau.

Das Abschaffen des Militärs heißt im Grunde, tatsächlich in die Zivilisation einzutreten.

Anti-Terror-Paket/Polizeigesetz – Militär will es noch strenger

Es soll diesem Ministerialentwurf einer Novelle des Sicherheitspolizeigesetzes aber auch Gerechtigkeit widerfahren und also nicht verschwiegen werden, daß es durchaus Befürworter gibt, wie gelesen werden kann. Das Militär. Militär klingt eigentlich für das österreichische Bundesheer zu gefährlich, obgleich es doch ein gefährlicher Verband ist, ein für sich selbst gefährlicher, sich selbst gefährdender Verband, wie das jüngste Beispiel wieder eindrücklich zeigte, als ein langjähriger Angehöriger im Offiziersrang sich selbst, in den Finger schoß.

Und dieser selbstgefährdende Verband will das Sicherheitspolizeigesetz, wie in seiner Stellungnahme gelesen werden kann, noch strenger, es noch ausweiten, vom Informationskuchen ein recht großes Stück …

Polizei und Militär wollen also gemeinsam alle Bürger und Bürgerinnen dieses Landes in eine ihre strenge Datenkammer sperren -, selbstverständlich bloß, um es einfacher zu haben, zu vermeiden diese mühsamen Schriftverfahren

Die vorliegende polizeibefugnisrechtliche Sammelnovelle als Teil 2 des sogenannten „Anti-Terror-Pakets“ der Bundesregierung wird seitens des BMLVS in grundsätzlicher Hinsicht begrüßt. Im Detail wird auch zufriedenstellend zur Kenntnis genommen, dass durch die in Aussicht genommene Anfügung eines neuen Satzes im § 83a Abs. 1 SPG das Tragen von Uniformen oder Uniformteilen, die durch ihren äußeren „Anschein“ eine Verwechslung etwa auch mit Uniformen des Bundesheeres zulassen, in Zukunft verboten sein wird und mittels Verwaltungsstrafe sanktioniert werden soll.Zu § 38 Abs 5 SPG wird angeregt, den unbestimmten Gesetzesbegriff „schwerwiegender Eingriff in die Rechte des Besitzes“ entweder zumindest in den Erläuterungen näher auszuführen
oder das Wort „schwerwiegend“ im Normtext überhaupt ersatzlos zu streichen. Es erscheint nämlich keinem Besitzer zumutbar, eine Besitzstörung bis zum Vorliegen einer Entscheidung eines Zivilgerichtes dulden oder zu Selbsthilfemaßnahmen greifen zu müssen.

Diese Novellierung des § 57 SPG sollte auch zum Anlass genommen werden, eine eindeutige gesetzliche Übermittlungsbefugnis an „militärische Organe […]

Der Verwaltungsaufwand durch die gegenwärtig ständig praktizierten schriftlichen Anfragen ist sowohl bei den Sicherheitsbehörden als auch im BMLVS enorm und könnte dadurch in Zukunft vermieden werden. Die durch das mühsame Schriftverfahren bedingten Zeitverzögerungen stoßen vor allem bei der Bearbeitung von sogenannten „Verlässlichkeitsprüfungen“ für Angehörige ziviler Firmen […] (Hervorhebungen B.K.)

Petition „Pro Wehrpflicht“ – Noch eine freiheitliche Verkleidung

Zu dieser Petition kann im Grunde das geschrieben werden, was bereits zur Petition „Uni-Reform“ geschrieben wurde, daß auch bei dieser wiederum nicht einfach und ohne Nachforschung erkannt werden kann, von wem diese Aktion ausgeht. Es ist ebenfalls eine von Unzensuriert, also eine von Freiheitlichen …

Wiederum ist der Hinweis auf Unzensuriert im Impressum zu finden, und wem Unzensuriert unbekannt ist, muß weiter forschen, um herauszufinden, wer die Verantwortlichen von Unzensuriert sind. Wiederum suggeriert das verwendete Logo (in diesem Fall das vom Bundesheer) nicht, daß es eine freiheitliche Petition ist.

Transparent und redlich wäre es, die eigenen Logos, also nicht nur das von Unzensuriert zu verwenden …

Möglicherweise wurde von den Freiheitlichen gedacht, es werde ohnehin sofort jeder und jede beim Anblick der schwarzen Gesichter an den zurzeitigen Obmann, dessen Aufstieg an die Parteispitze sportlich bewaffnet im Gestrüpp begann, denken und augenblicklich wissen, daß das eine Petition der Freiheitlichen sein muß. Eine solche Kombinationsarbeit zu leisten, kann aber nicht verlangt werden von Menschen, um deren Unterstützung und Unterschrift geworben wird.

Wie zu sehen ist, berichtet Unzensuriert in neutralem Ton, die Freiheitlichen schreiben also nicht, ihre Petition sei äußerst erfolgreich, das war 2. Februar 2011. Sehr erfolgreich wird es nicht gewesen sein, denn bis heute, wie gesehen werden kann, haben die Petition erst 2387 unterschrieben, nicht unbedingt viel für eine Petition, die es seit einem Jahr gibt.

Es gibt, um genau zu sein, doch einen Hinweis auf Unzensuriert, am Ende des Formulars wird die Frage gestellt, ob weiterhin Information bezogen werden wollen. Wer aber das Formular bis zu dieser Stelle bereits online ausgefüllt hat, sich also dafür entschieden hat, diese Petition zu unterzeichnen, wird nicht das Absenden auch noch unterbrechen, um herauszufinden, wer oder was „unzensuriert“ ist, höchstens die Antwort verneinen und die Arbeit abschließen, die Unterstützung senden …

In Zusammenhang mit dieser Petition wäre es interessant zu erfahren, ob beispielsweise Fritz Neugebauer in seiner Funktion als Zweiter Nationalratspräsident die Soldaten und Soldatinnen des österreichisches Bundesheeres ebenfalls zur Gehorsamsaufkündigung aufrufen würde, wie Dr. Martin Graf in seiner Funktion als III. Präsident NR als Unzensurix auf Unzensuriert … Nachdem, wie hier bereits mehrfach geschrieben, nicht gewußt werden kann, wessen Pseudonym das ist, es also auch ein Pseudonym von Dr. Martin Graf sein kann, ist bis zur glaubwürdigen Veröffentlichung von Unzensuriert, wer Unzensurix ist, es verständlich, hinter diesem Pseudonym Martin Graf vermuten zu dürfen, zumal Dr. Martin Graf selbst zitiert wird, und es heute sehr beliebt ist, von sich selbst in der dritten Person zu sprechen … Im Vorspann zu diesem Aufruf wird auf dieser Plattform freiheitlicher Abgeordneter dem österreichischen Bundesheer „aktiver Widerstand“ nahegelegt, und es ist zu fragen, wie weit soll nach den zu Unzensuriert abgeordneten Freiheitlichen der aktive Widerstand getrieben werden, bis zum Putsch?

Norbert Darabos – jahreszeitlicher Erfüllungsgehilfe

Im Sommer 2010 war im Magazin „News“ zu lesen, am 22. Juli:

Eine Wehrpflicht für Frauen in Österreich ist für Verteidigungsminister Darabos ‚aktuell kein Thema‘. Man komme mit den männlichen Wehrpflichtigen vollends aus und habe nicht vor, etwas daran zu ändern, so Darabos. Wenn Frauen irgendwann den Männern voll gleichgestellt seien, etwa bei den Löhnen, könne man über eine Wehrpflicht für Frauen nachdenken, allerdings langfristig.

Irgendwann im Herbst 2010 das Bekenntnis von Norbert Darabos in der Heeresbroschüre:

Die allgemeine Wehrpflicht ist der entscheidende Faktor zur kontinuierlichen Sicherstellung jenes Personals, das die Abdeckung des gesamten Leistungsspektrums des Bundesheers gewährleistet. Sie ist somit ein Garant für die Sicherheit und Stabilität Österreichs.

Und nun im Winter, Kleine Zeitung, 17. Jänner 2011:

‚Wir werden einen der radikalsten Schritte in der Zweiten Republik setzen müssen‘, sagte er am Montag bei der Präsentation seiner Alternativmodelle zur Wehrpflicht. Darabos möchte den Wehrdienst aussetzen und stattdessen ein Mischheer aus Berufs- und Milizsoldaten aufstellen.

Wessen Erfüllungsgehilfe wird Norbert Darabos im Frühling sein?

Es werden die Beweggründe von Norbert Darabos, einst Zivildiener zu werden, nicht gewußt. Vielleicht hatte er keine, möglicherweise wünschte sich eine Frau, um die er warb, keinen Soldaten zum Freund, und er erfüllte bloß ihr den Wunsch.

Es wäre schön, würde im Frühjahr zum Beispiel Bundespräsident Dr. Heinz Fischer nicht noch einmal über die Wehrpflicht, etwa auch für Frauen, spekulieren, sondern die Abschaffung des Militärs fordern. Einen Minister als Erfüllungsgehilfen hätte er dann gewiß unter sich an seiner Seite.

Aber in bezug auf das Militär ist es vollkommen unerheblich, wer was im Sommer, im Herbst, im Winter, im Frühling denkt und sagt, denn das Militär ist abzuschaffen (http://bernhardkraut.wordpress.com/2010/07/23/nicht-die-wehrpflicht-sond…).