Mises Austrians

Die wahren Hauptfaktoren sind die steigenden Ausgaben zur Defizitabdeckung in der Pensionsversicherung und für Beamtenpensionen. Lorenz: „Das ist nicht unbedingt ein Zukunftsbudget. Bleiben diese Hauptkostentreiber bestehen, hat die künftige Regierung kaum Spielraum für Offensivmaßnahmen. Außer man wäre endlich bereit für Reformen.“

Das schreibt am 6. Februar 2025 Michael Bachner im „Kurier“ unter der Schlagzeile „Das ist nicht unbedingt ein Zukunftsbudget“, die ihm „Hanno Lorenz, Ökonom bei der wirtschaftsliberalen Agenda Austria“ liefert. Artikel werden nicht selten mit dem Ort fettiert eingeleitet, von dem berichtet wird, und auch der Artikel von Michael Bachner wird fettiert eingeleitet: „Agenda Austria“ — geradeso, als wäre „Agenda Austria“ ein Ort wie Wien oder Ried …

Im Selbstverständnis der „Agenda Austria“ wird es wohl so sein, daß sie sich nicht als irgendeine Kleinstadt in Österreich, daß sie sich nicht als irgendeine kleine Firma, nennt sie sich doch „Austria“, sondern als Hauptstadt des Landes versteht.

Beim Lesen am 10. Februar 2025 der von Hanno Lorenz ausgemachten „Hauptfaktoren“ fällt sofort Argentinien ein, schreibt die „Agenda Austria“ am 4. Februar 2025 doch selbst von Argentinien auf der Konzernplattform X:

Die Österreicher haben ihrer Freiheit für staatliche Absicherung verkauft. Die wirtschaftlichen Folgen sind unübersehbar. Es ist Zeit, mehr Liberalismus zu wagen.

Das unterstreicht sie mit einem Zitat von Franz Schellhorn aus einem Artikel der „Presse“:

„Österreich ist zwar nicht Argentinien, aber auch bei uns hat sich der Staat in allen Lebensbereichen viel zu breit gemacht.“

Dieses Zitat ihres Direktors unterlegt sie nicht mit einem Bild von Franz Schellhorn, sondern mit einem Bild von Javier Milei, und es darf gerätselt werden, will von ihr damit gesagt werden, daß Schellhorn Milei oder Milei Schellhorn —

Javier Milei wird von ihr, der „Agenda Austria“, gefeiert, Milei, ihre Agenda für Austria. So am 4. Februar 2025, ist auf ihrer Website am 10. Februar 2025 zu lesen:

Mit der Motorsäge aus der Krise: Mileis Radikalkur zeigt Wirkung 
In Europa wird Argentiniens Präsident Milei gehasst und verspottet. In seiner Heimat fliegen ihm die Herzen der Bevölkerung zu. Und das trotz schmerzhafter Reformen. Was Javier Milei in Argentinien vollzieht, ist nichts weniger als eine marktwirtschaftliche Revolution. Während sich Österreich alle Zeit der Welt lässt, seinen zerrütteten Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, greift der libertäre Ökonom schon in seinem ersten Präsidentschaftsjahr beherzt durch. Er setzt seine Motorsäge punktgenau dort an, wo es sein muss: beim aufgeblähten Staatsapparat. 33.000 Staatsbedienstete mussten gehen, über 1000 Regulierungen wurden gestrichen, heruntergewirtschaftete Staatsbetriebe privatisiert. Der Mietmarkt
wurde liberalisiert, der Staatshaushalt um ein Viertel gekürzt, statt 18 Ministerien gibt es nur noch neun. Während heimische Politiker schon in der Einsparung von ein paar Kugelschreibern die Ursache für die nächste Rezession wittern, zeigt Milei, was mit Courage und Entschlossenheit möglich ist.  

 […] Mileis Ansatz ist ein knallhart neoliberaler: Eine harte Währung, ein ausgeglichener Haushalt und jede Menge wirtschaftliche Freiheit bilden das Fundament der neuen argentinischen Wirtschaftspolitik. Keine Subventionen, keine Preiskontrollen, keine planwirtschaftlichen Experimente. […] Für Österreich wäre Argentinien eine lehrreiche Fallstudie. Österreich ist zwar nicht Argentinien, aber auch bei uns hat sich der Staat in allen Lebensbereichen viel zu breit gemacht. […] Argentinien wiederum liefert ein Lehrstück in Sachen Krisenmanagement. Während Europa sich im Klein-Klein verliert und kaum noch die Kraft für Mini-Reformen findet, verordnet Milei seinem Land einen Radikalumbau. Seine Schocktherapie mag vielen zu weit gehen, aber die Botschaft aus Buenos Aires könnte klarer nicht sein: Ein scharfer Kurswechsel ist möglich, man muss ihn nur wollen und auch durchziehen. Wer hätte gedacht, dass uns ausgerechnet Argentinien eines Tages Nachhilfe in Sachen Marktwirtschaft geben würde? Die Ironie der Geschichte: Je länger die Reformen aufgeschoben werden, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass auch Österreich seinen Milei bekommt.

Das durfte Franz Schellhorn bereits am 1. Februar 2025 in der „Presse verbreiten.

Wie die identitäre Parlamentspartei ihr Steckenpferd hat, so hat auch die „Agenda Austria“ ihr Steckenpferd: die Pensionen. Bereits vor dreizehn Jahren, als „Agenda Austria“ gegründet wurde, war über sie in der „Wiener Zeitung“ zu lesen:

„Wiener Zeitung“: Was ist Ihre Motivation hinter der Gründung von „Agenda Austria“?
Christoph Kraus: Wir wollen wissenschaftlich fundierte Reformvorschläge aus liberaler, marktwirtschaftlicher Sicht machen und eine Art Großhändler von Ideen sein.
Zum Beispiel?
Wie kann man die Straßen oder das Pensionssystem privatisieren? Auch das Sozialsystem lässt sich privatwirtschaftlich organisieren.
Das Pensionssystem privatisieren?
Ja, wie in Chile.
Wir wollen mutige und auch teils utopische Dinge diskutieren.

Wie es um das „Pensionssystem“ in Chile bestellt ist, kann im Kapitel über „K“ gelesen werden, von der identitären Parlamentspartei; „Agenda Austria“ teilt mit „K“ die Heilhoffnung durch die „Austrians“ —

Hat „Agenda Austria“ eine Verfassung?
Unsere Grundwerte sind Freiheit und Individualismus. Unsere Vorbilder sind die „Austrians“ rund um Hayek und Mises.
Und welche Denkfabriken sind Ihr Vorbild?
Die Mont Pelerin Society, die Hayek 1947 gegründet hat, das Institute for Economic Affairs […]

Die geheime Parole von „K“ mit Blick auf diese „Denkfabriken“ könnte durchaus „Agenda Austria“ lauten, und was auf dieser Agenda steht, ist das,

was etwa in Honduras unter Mitwirkung von „K“ versucht wurde, ist das,

was Menschen mit einem milliardenhaften Vermögen wollen und weiter forciert versuchen für sich zu erreichen: ein von Staaten befreites Schalten und Walten nach eigenem Gusto und nach eigener Laune

Wie sich die „Agenda Austria“ mit ihrer Agenda for Austria anscheinend einen Javier Milei für Österreich ersehnt,

gibt es in Österreich auch welche, die meinen, ein gewisser Milliardär Österreich „sehr, sehr gut täte“ —

Der österreichische Milei könnte auch Franz Schellhorn heißen, der doch auch davon träumt, ebenfalls die Motorsäge anzuwerfen, wie am 10. Februar 2025 auf der Website der Agenda for Austria zu lesen ist:

Mittlerweile hat die EU-Kommission versprochen, die Berichtspflichten um 25 Prozent zu senken. Genauso gut könnte ein Alkoholiker schwören, nur noch am Wochenende zu trinken. Allein im laufenden Jahr sind bereits 1850 neue Rechtsakte von der EU hinzugekommen, bis Silvester sind es aber noch fast zwei Monate. Bürokraten produzieren nun mal Bürokratie, dafür sind sie da. Ökonomen wie Ludwig von Mises, William Niskanen und James Buchanan haben schon vor Jahrzehnten gezeigt: Unternehmer maximieren ihren Gewinn, Bürokraten ihre Budgets. Deshalb verschwinden Bürokratien auch nicht von selbst. […] Was also tun? Der argentinische Präsident Javier Milei liefert den passenden Schlachtruf: Ein beherztes „Afuera!“ – raus damit – wäre höchst überfällig. Ohne die Kettensäge anzuwerfen, lässt sich das Brüsseler Versprechen von weniger Bürokratie nämlich nicht erreichen. Viel gewonnen wäre auch, würde die österreichische Regierung endlich damit aufhören, jeden regulatorischen Unsinn aus Brüssel mit Goldrand zu verzieren – also mehr zu tun als notwendig.

Das verbreitete Franz Schellhorn bereits am 16. November 2024 im „Profil“.

Mit einem kurzen Blick auf den Förderkreis der Agenda for Austria am 10. Februar 2025 wird es nicht überraschen, welche Ansichten in Österreich Verbreitung finden sollen, und Franz Schellhorn tut recht sein Bestes, das zu bedienen, auch für das Wohlergehen der eigenen „Agenda“, die er leitet. Die „Agenda“ ist, so deren Eigendefinition, ein „Thinktank“ … Wenn an die vielen Bedeutungen und Verwendungen von „tank“ im Englischen gedacht wird, kann es auch anders in das Deutsche übersetzt werden, und „think“ ausgesprochen läßt auch ein Wort hören, das nicht mit „Denken“ zu übersetzen ist.

Vor dreizehn Jahren wurde Christoph Kraus von der „Wiener Zeitung“ gefragt, ob „Agenda Austria“ eine „Verfassung“ hätte“, so sonderlich diese Frage erscheinen mag, einen Verein zu fragen, ob er eine „Verfassung“ hätte — einen Kleintierzuchtverein hätte sie wohl nicht nach einer „Verfassung gefragt, vielleicht nach den Vereinsstatuten –, als wäre dieser Verein ein Staat, wenn aber bedacht wird, als was sich dieser Verein versteht, ist die Frage nach der „Verfassung“ nicht mehr so abwegig, sie wollen doch Staaten nach ihrer gesinnungsgemäßen „Verfassung“, daß Staaten nicht mehr sind, sie wollen selbst der Staat nach ihren Regeln sein, wenn sie eine staatenlose Welt geschafft haben.

Mises ist einer ihrer angebeteten und propagandierten Götzen männlicher Geschlechtigkeit, und wohin Mises führt, das durfte in Österreich schon einmal erlitten werden: in den Zusammenbruch, in das Elend; die toxische Verbindung von Volkskanzlertum und Wirtschaftsgötzentum der Agenda for Austria verheißt auch für das Heute nichts Gutes — es gibt nichts Schlechtes, so könnte ihr Credo lauten, außer wir tun es

Vor dreizehn Jahren wollte die Agenda for Austria es mit Chile schmackhaft machen, nun mit Argentinien unter, also mit Javier Milei, dem es gut anstünde, eine Zeit in a tank zur Ausnüchterung seiner Gesinnung zu verbringen, die im Wirtschaftlichen an Austrian

Doch von all diesen Erfolgen ist in Europa wenig zu hören. Viel mehr von der gestiegenen Armut im Zuge der radikalen Reformen. Doch selbst dieses Argument dürfte sich in Luft auflösen: Offizielle Daten gehen davon aus, dass die Armutsrate von 54 Prozent auf 39 Prozent gesunken ist. Die Armut ist damit immer noch viel zu hoch, aber der Richtungswechsel ist nicht zu leugnen.

Das verbreitet Franz Schellhorn bereits am 1. Februar 2025 in der „Presse“, die ihm das verbreiten läßt. Franz Schellhorn ist nicht nur ein Menschenfreund, denn ihm ist die „Armut damit immer noch viel zu hoch, aber der Richtungswechsel ist nicht zu leugnen“, sondern er ist auch ein Überdenker, weiß er doch, daß „die Armutsrate von 54 auf 39 Prozent gesunken ist“, wie falsch hingegen rechnet die staatliche Statistikbehörde Indec Argentiniens —

Angesichts einschneidender Kürzungen von Sozialprogrammen und einer schleppenden Wirtschaft nimmt die Armut in Argentinien weiter zu. 52,9 Prozent der Bevölkerung des südamerikanischen Landes lebten im ersten Halbjahr unter der Armutsgrenze, wie die staatliche Statistikbehörde Indec mitteilte. Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres waren es noch 41,7 Prozent gewesen. Der Anteil der Bevölkerung, die in extremer Armut lebt, stieg von 11,9 auf 18,1 Prozent. Argentiniens rechtslibertärer Präsident Javier Milei hat seit seinem Amtsantritt Ende vergangenen Jahres eine Reihe von Sozialprogrammen und Subventionen gekürzt. Zudem wurden zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes entlassen. Gleichzeitig steckt das einst reiche Land in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um vier Prozent – der schlechteste Wert aller G20-Länder der führenden und aufstrebenden Wirtschaftsmächte.

Ja, wie recht, oh wie recht Franz Schellhorn: „der Richtungswechsel ist nicht zu leugnen“ — Und wie ist es um das Steckenpferd der Agenda for Austria in Argentinien bestellt? Um die Pensionen, um die Rente in Argentinien. Es reichen dazu ein paar Scheinwerfer auf die vielen, vielen Berichte über Argentinien, in dem nun der von den Austrians Geleitete —

Armut auch bei Rentnern gestiegen
„Es sind mehr Leute gekommen. Wir haben den Anstieg der Armut gespürt“, sagt eine der Helferinnen des Zentrums. Eindrücke, die auch eine Studie der Universität von Buenos Aires (UBA) bestätigt.
Die Armutsquote bei Rentnern sei von 13,2 Prozent im ersten Halbjahr 2023 auf 30,8 Prozent im gleichen Zeitraum 2024 gestiegen: „Diese Daten zeigen, dass einer von drei Rentnern in Armut lebt und dass im letzten Jahr mehr als eine halbe Million Rentner hinzugekommen sind.“ 10.12.2024

Studie der Universität von Buenos Aires (UBA)Die rechtsextreme Regierung von Präsident Milei hat die finanzielle Unterstützung für Medikamente drastisch eingeschränkt. Dagegen protestieren viele Rentner und Pensionäre. 5.12.2024

Armutsquote in Argentinien steigt auf rund 53 Prozent
Die Armut in Argentinien steigt rasant, seitdem Präsident Milei im Amt ist. Allerdings könnten Konjunkturdaten aus dem Juli ein Hinweis auf langsame Besserung der Wirtschaft sein. 27.09.2024

Kollateralschäden der Reformen
Gleich zu Beginn seiner Amtszeit setzte Milei Reformen um: Die Zahl der Ministerien wurde fast halbiert, Zeitverträge in staatlichen Behörden und Institutionen nicht verlängert, Angestellte entlassen. Subventionen zum Beispiel für den Nahverkehr abgebaut. „Es gibt kein Geld“, begründete Milei das mit Blick auf die leere Staatskasse. Die sozialen Folgen waren sofort auf der Straße zu spüren. Die Armutsrate wuchs innerhalb von wenigen Monaten spürbar und übersprang sogar die Grenze von 50 Prozent deutlich. 10.12.2024
Argentinien:
Menschen leiden, die Börse boomt
Nr. 49 –
Vor einem Jahr übernahm der rechtslibertäre Javier Milei das Präsidentenamt in Argentinien. Die Inflation ist so niedrig wie lange nicht mehr, doch immer mehr Menschen rutschen in die Armut.
Seit einem Jahr ist Javier Milei Präsident von Argentinien. Er trat das Amt mit dem Versprechen an, die Inflation zu senken, und posierte gerne mit einer Kettensäge. Mit dieser wollte er die «politische Kaste» zersägen und die staatlichen Ausgaben beschneiden. Und er hat Wort gehalten: Die Inflation lag im November 2024 bei drei Prozent. Was anderswo Anlass zur Sorge wäre, ist für Argentinien der niedrigste Wert der vergangenen drei Jahre. Vor einem Jahr hatte die monatliche Inflation noch bei dreizehn Prozent gelegen. Auch die Kettensäge brachte Milei wie versprochen zum Einsatz: Seit seinem Amtsantritt hat er die öffentlichen Ausgaben um fast ein Drittel gesenkt. Zum ersten Mal seit fünfzehn Jahren gab es einen Haushaltsüberschuss. Gleichzeitig haben die Armutsraten Höchstwerte erreicht: 25 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte aller Einwohner:innen – leben laut Berechnungen des Nationalinstituts für Statistik unter der Armutsgrenze. Die Zahlen beziehen sich auf das erste Halbjahr 2024 und zeigen einen Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2023. Seit Mileis Amtsantritt sind bis jetzt rund fünf Millionen Menschen in die Armut abgerutscht.

«Milei hat zwar seinen ausgeglichenen Haushalt erreicht, aber nicht auf die Art und Weise, wie er es angekündigt hat», sagt die argentinische Ökonomin Corina Rodríguez Enríquez. Sie forscht im Nationalen Rat für wissenschaftliche und technologische Forschung (Conicet) zu Care-Arbeit, Armut, Einkommensverteilung und Sozialpolitik. «Statt der sogenannten Kaste Gelder zu entziehen, hat er die Armen bestraft, Sozialleistungen und Renten gekürzt.» Es gebe ein falsches Gefühl der Verbesserung, weil die Inflation niedriger sei als vor einem Jahr. «Auch wenn die Inflation gesunken ist, haben sich die materiellen Lebensbedingungen verschlechtert», sagt die Ökonomin. Die Kaufkraft und die Reallöhne seien gesunken und die Arbeitslosigkeit gestiegen.
Es gibt auch Gewinner:innen von Mileis Politik. Dazu gehören etwa ausländische Unternehmen, die dank seines «Anreizsystems für Grossinvestitionen» Steuervergünstigungen erhalten, etwa in den Bereichen Bergbau, Öl und Gas. Sie werden überdies von Einfuhr- und Ausfuhrzöllen befreit für Projekte, deren Mindestinvestitionsbetrag bei 200 Millionen US-Dollar liegt. Gleichzeitig boomt die Börse: Der argentinische Börsenindex Merval hat sich seit Mileis Amtsantritt verdoppelt, argentinische Aktien und Anleihen steigen konstant. «Die Finanzwirtschaft gewinnt, die Realwirtschaft verliert», fasst es Corina Rodríguez Enríquez zusammen.

Besonders sichtbar ist dieser Widerspruch auf dem Immobilienmarkt in Buenos Aires. Während an vielen Strassenecken neue Häuser gebaut werden, nimmt die Zahl der Obdachlosen zu. Milei hat ein Mieter:innenschutzgesetz abgeschafft, das Mietzinserhöhungen nur einmal im Jahr erlaubte und die Vertragsdauer auf drei Jahre festlegte. Jetzt gibt es auf dem Wohnungsmarkt so gut wie keine Regulierung mehr. Die Vermieter:innen können Vertragsdauer und Periodizität von Mieterhöhungen frei festlegen und die Verträge aufkündigen, wann sie wollen. «Von der Deregulierung profitieren ganz klar die Vermieter zum Nachteil der Mieter», sagt Tamara Lescano. Sie ist Anwältin des Mieter:innenverbands Inquilinos Agrupados und unterstützt Menschen bei Rechtsstreitigkeiten mit Vermieter:innen.

Vor dreizehn Jahren fragt Christian Neuhold the state of agenda for Austria nach der „Verfassung“ und Christoph Kraus antwortet:

Unsere Grundwerte sind Freiheit und Individualismus. Unsere Vorbilder sind die „Austrians“ rund um Hayek und Mises.

Wie Mises‘ Jünger und Hayeks Jüngerinnen „Freiheit und Individualismus“ verstehen, ihr Jünger Milei manifestiert es dreizehn Jahre später beispielhaft:

Germán Paladino, der als Wirtschaftsingenieur arbeitet, sagte, Mileis Regierung kümmere sich nicht um öffentliche Angelegenheiten wie Gesundheit und Bildung, sondern greife in das Privatleben der Menschen ein.

Milei verglich Homosexualität mit Pädophilie. Auch sagte er, er wolle den Begriff des Feminizids aus dem Strafgesetzbuch streichen.

Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte Mileis Regierung das Frauenministerium aufgelöst. 02/02/2025

„Geplanter Regierungs-Putsch in Österreich […] Kickl, Weidel, Orban & Co […] werden dreckigste Methoden anwenden!“

He plays with himself in his own class, und was ihm dabei ergießt, sind einmal Gedichte über Geschichtsbücher, dann wieder, wie am 4. Februar in seinem Jahr ’25, ein Prosagedicht über einen „Regierungs-Putsch in Österreich“, und seine Ergüsse können Gedichte genannt werden, denn nur in der Lyrik sind etwa Verse wie

Geplanter Regierungs-Putsch in Österreich, noch bevor die Regierung steht!

wahr und gerechtfertigt — einen „Regierungs-Putsch“ ohne Regierung hat es außerhalb der Lyrik noch nie gegeben; darin spielt er in seiner eigenen Klasse . Lyrische Dichtung wie die seine drückt die eigene Befindlichkeit aus, gibt die Welt preis, in der men who play with themselves on their own class …

Die Ergüsse aber sollen nicht im Vordergrund stehen, sondern das, was in seinem Hintergrund steht und hängt bei seinem lyrischen Vortrage.

Ist es eine Büste von Schiller?

Ja, es könnte eine Schiller-Büste sein,

gibt es doch eine Zuneigung zu Schiller in dieser, um das lugnerische Gesehene zu verwenden,

„gehobenen Schicht“

Und welchen Reiter zeigt das Bild, vor dem er steht, who plays with himself in his own class …

Es ist ein Komplott […] Kickl, Weidel, Orban & Co! […] werden dreckigste Methoden anwenden!

Welcher Reiter in welchem Krieg — nach dem Bild wohl ein Krieg vor Jahrhunderten — ist ihm so wichtig, daß er von ihm ein Bild aufgehängt hat, welcher Kriegsreiter ist ihm so wichtig, daß er ihn zu bewerben meint zu müssen, wenn er ihn während seines Vortrages mit aufs Bild unbedingt zu bringen meint zu müssen …

Es hätte eine Frage noch gestellt werden können, wenn er, who plays with himself on his own class, die Geschichtsbücher während seines Vortrages diesmal wenigstens ebenfalls hergezeigt hätte, ebenso verschwommen wie Reiter und Büste, dann hätte noch gefragt werden können, welche Geschichtsbücher ihn, who plays with himself on his own class, in seinem Glauben bestärkten, lyrisch

Schlecht gesehen, schlecht gewählt, schlecht gehört, schlecht gemacht

Es war immer schon klar, daß Norbert Hofer ein „freundliches Gesicht“ trägt, genauer, es wurde ihm ein „freundliches Gesicht“ aufgesetzt, nicht von ihm und nicht von seiner Partei, offensichtlich gibt es aus unerfindlichen Gründen in Österreich die Sehnsucht, daß seine Partei zumindest ein „freundliches Gesicht“ hat, aber seine Partei hat kein einziges „freundliches Gesicht“.

In der vorgestrigen Sendung „Das Gespräch“ hat Norbert Hofer sich selbst das „freundliche Gesicht“ heruntergerissen, am 2. Februar in seinem Jahr ’25, offensichtlich ist auch er jetzt überzeugt, das „freundliche Gesicht“ für seine Partei nicht mehr tragen zu müssen, seine Partei jetzt unaufhaltsam sei, gleich wie häßlich sie ihr Gesicht präsentiert, die Order ist nun, ein Einheitsgesicht, das von allen in dieser Partei zu tragen ist, und das ist kein „freundliches“, so sehr meint diese Partei sich im „Siegesrausch“, auf jede Verstellung verzichten zu können …

Diese Verstellung konnte aber bisher nur funktionieren, weil schlecht gesehen wurde, schlecht gesehen werden wollte, und schlecht sehen, ist schlecht wählen, mit dem nun, da auch Norbert Hofer das „freundliche Gesicht“ heruntergerissen hat, für alle nun offen heruntergerissen hat, sollte es nun damit vorbei sein, schlecht sehen zu wollen, schlecht wählen zu wollen, Schlechtes machen zu wollen, das heißt, aus dieser Partei eine Bundesregierung anführende Partei machen zu wollen.

Schlecht gesehen und schlecht gehört führt zu schlecht gewählt und zu schlecht gemacht

Und was unter dem heruntergerissenen „freundlichen Gesicht“ Norbert Hofer zeigte, ist das Gesinnungsgesicht dieser Partei seit jeher, von der immer noch viele nur das Gesicht von dem Bergmenschen im Parlament sehen wollen, während es in Wahrheit das Gesinnungsgesicht dieser Partei seit ihrem ersten Tag ihres Bestehens ist.

„Vater“, so steht es in einem Roman, „vergib ihnen, denn“sie wissen nicht wo sie sind, und Norbert Hofer wußte vorgestern auch nicht, wo er ist,

er wußte nicht, daß er in „Das Gespräch“ ist, er wähnte sich in „Das Wort“, und so betete er an diesem Sonntag, betete er unaufhörlich in dieser Sonntagnacht den Rosenkranz des einen Wortes herunter

Und dabei wandelte sich das Studio sich ihm zur Turnhalle … „TREUE, FLEISS

& RIEDLICHKEIT“ hätte wohl der Wahlplakatslogan von ihm lauten sollen, mit dem er im Portschyland seine Partei an die erste Stelle führen wollte, so im Siegesrausch wähnte er sich, aber es wurde wohl auf einen Buchstaben vergessen, so stand auf den Plakaten fälschlicherweise „TREUE, FLEISS & REDLICHKEIT“ …

Mit dem „kaufmännischen Zeichen“, das offensichtlich macht, worum es ihm und seiner Partei geht: um das Geschäftliche, sie geben sich zwar das Gesicht einer politischen Partei, aber sie sind, mit dieser Ligatur bekennen sie es, eine Firma „TREUE, FLEISS & […]“, und eine Firma will stets nur eines, Gewinne, Gewinne & Gewinne — Woher sie ihre Gewinne sich holen wollen, sie, die nichts erzeugen, die nichts herstellen, die nichts zum Verkaufen haben, ist kein Geheimnis, aus der von den Menschen gefüllten Staatskassa, die ihnen mit ihrer Arbeit ihnen ihre Gewinne schaffen …

Wie eintönig war des Norbert Hofer Rosenkranz mit einem Wort, es reicht bei ihm wohl nicht dazu, seinen Rosenkranz wenigstens mit einem zweiten Wort zu diversifizieren,

oder gar mit einem dritten Wort Abwechslung in seinen Rosenkranz zu bringen.

Es wähnen sich jetzt viele im „Sieges“rausch“, auch die Strippe, die nun aufbrechen will zur „Siegeslesereise“ in ihre „deutsche Zukunft“, nachdem sie, kurz ist es her,

und das wohl auch als „Sieg“ gefeiert, im Wiener Rathaus auf dem Polizeiball den Walzer „Alles Remigration“ …

Zusammen brächten sie vielleicht einen abwechslungsreicheren Rosenkranz zusammen, in der Rieder Turnhalle, kommt doch recht bald wieder die Wortakrobatikzeit:

Norbert Hofer als erste Stimme mit seinem Wort,

und die Strippe als zweite Stimme mit ihrem Wort,

gar bunt würde es werden, holten sie sich noch eine dritte Stimme

Pingpong

In der Gesinnungsbergwelt, in der Sellner die Funktion einer Strippe zugewiesen ist, ist ein Faktum wie jenes von Lugner am 2. Februar in seinem Jahr ’25 auf der Konzernplattform X verbreitetes, ein von Lugner Gemachtes, das auf der Konzernplattform,

selbst auf dieser Konzernplattform mit einer „Inhaltswarnung“

aber für die Strippe ist das von Lugner Gemachte etwas zum Weiterverbreiten, das außerhalb der Gesinnungsbergwelt von Lugner und Strippe gar nicht auf seine Richtigkeit geprüft zu werden braucht, da es bloß ein Gemachtes ist, in diesem Fall von Lugner, für in diesem Fall für Strippe,

aber auch für den wiedergängerischen Lugner gibt es vor allem Mannen, die für ihn Gemachtes herstellen, damit er es, der Wiedergänger, weiterverbreiten kann,

zum Beispiel irgend etwas Gemachtes von Machl.

So sind diese gesinnungsgemachten Fakten zu verstehen: Bälle für das Pingpong in dieser und für diese Gesinnungsbergwelt allein, und es ist außerhalb dieser Gesinnungsbergwelt genau als das zu behandeln, nämlich als Pingpong, dem zuzusehen gar nicht lohnt, so ungeübt, so laienhaft, so linkisch sie spielen, und vor allem, sie spielen nur für sich, aus Zeitvertreib, aus Langeweile, vor allem um sich die Wartezeit zu verkürzen, bis ihr Gebirgssammler von der Baumgrenze zurück ist,

und während ihrer Pingpongerei fragen sie sich wahrscheinlich immer wieder bang, ob ihr Gebirgssammler — es knurrt ihnen unentwegt der Magen, auch das fortwährende Spielen für sich macht hungrig — beim Sammeln für sie erfolgreich war, um sie je satt zu kriegen —

Polizeiball ’25 im Wiener Rathaus mit dem Vortrag „Alles Walzer“ als rauschenden Höhepunkt

Es war wieder ein rauschender Polizeiball, ausgezeichnet vorbereitet von der Bundespolizeidirektion und dem Landespolizeikommando Wien, am 31. Jänner 2025 im Wiener Rathaus mit dem Vortrag auf der Fest-
stiege als Höhepunkt von einem für diesen hohen Anlaß gesinnungsgemäß mit Schärpe
Herausgeputzten.

Sein gesinnungsrauschender Vortrag hallte, seiner Qualität entsprechend in einem eigenen Kapitel gewürdigt, ungehindert durch das Stiegenhaus … einer aus der „gehobenen Schicht“, der den Polizeiball nicht mehr besuchen konnte, hätte wohl wie vor der Hofburg geantwortet,

er sehe bloß „selten so gehobene Schicht“, und die Polizeiballalleswalzenden werden an diesem 31. Jänner 2025 auch keine andere als ebendiese „gehobene Schicht“ gesehen haben

und eine andere als die mir ihr tanzende Schicht kenne sie eben nicht

„Alles Walzer in der Kaiserstadt“

Servus Leute. Liebe Grüße aus Wien, ich begrüße aus dem Wiener Rathausgebäude vom ebenso wunderschönen Wiener Polizeiball, die Ballsaison ist schon seit langem eröffnet in der Kaiserstadt. Normalerweise habe ich am Ball andere Dinge zu tun als Videos zu machen, aber die akute Lage in der BRD nötigt mich gleichsam zum Kommentar.

So beginnt die Strippe am 31. Jänner in ihrem Jahr ’25 ihren Kommentar vom Polizeiball im Wiener Rathaus, und wie die Strippe, behördlich bekannt unter dem Namen Martin Sellner, ihren Kommentar fortsetzt, muß nicht zitiert werden, nicht nur daß es bis ihm selbst zum Überdruß bekannt ist, es ist das auch nur das Nachgesagte, und dieses Nachgesagte kann in einem Wort zusammengefaßt ausgedrückt werden, im einzigen Hauptwort des kleinen Gebirgsjägers,

den nicht wenige zu einem Bergebesteigkanzler machen wollen, und dabei zuversichtlich sind, es werde ihm die Angelobung nicht verweigert werden, und dieses gesinnungsgemäße gemeinsame und einzige Hauptwort, das, so sonderlich es bei einer derartigen Deutschtümelei auch klingen mag, kein deutsches Wort ist, ist: „Remigration“ —

Als wär die Strippe im Geisterweltheim der Mölzer aufgewachsen, spricht sie schön von der „Kaiserstadt“

Der heutige Tag war leider realpolitisch kein guter für die BRD, ich hätte mir das Gesetz gewunschen, aber metapolitisch, parteipolitisch war ein großartiger Tag für die AfD, damit auch langfristig ein guter Tag für Remigration. Damit verabschiede ich mich zum Ball und aus Wien. Liebe Grüße. Alles Walzer. Und. Alles Remigration.

So endet der Kommentar der Strippe vom Polizeiball, und das wird nur wegen eines Wortes doch noch zitiert, weil es nicht oft genug übersetzt werden kann, was ihnen gesinnungsgemäß das Beiwort „metapolitisch“

Die Führung der Strippen „in eine deutsche Zukunft“ ist in eine Wiederkehr des —

es ist in Österreich nicht der Kommunismus, es ist in Österreich nicht der Islamismus

„Eine deutsche Zukunft“ ist der Führung der Strippen ein Wiederbeleben des —

es ist in Österreich nicht der Kommunismus, es ist in Österreich nicht der Islamismus

in Österreich ist es —

Nikolaus Kern „ausgezeichnet“

Ausgezeichnet. Um unsere jüdischen Mitbürger zu schützen, sollten wir ebenfalls absolut alle Ausländer, die die Hamas verherrlichen und pro Palästina demonstrieren, abschieben. Diese Verantwortung haben wir einfach, bedingt durch unsere Geschichte.

Es bewahrheitet sich doch immer wieder, durch die „Geschichte“, der Nikolaus Kern sich befleißigen meint zu müssen, daß jene, die die Geschäfte derer ohne Not besorgen, verantwortlich sind, daß es je zu so einer „Geschichte“ kommen kann, auf die Nikolaus Kern offensichtlich anspielt.

Solch eine „Geschichte“ beginnt mit der ohne Not langsamen Hinwendung zu solchen Gestalten wie die von Nikolaus Kern ausgezeichnete Gestalt, es beginnt damit, von solch einer Gestalt Einzelnes als „Ausgezeichnetes“ herauszugreifen, es öffentlich als „ausgezeichnet“ zu loben, und damit doch die gesamte Gestalt und ihr Gesamtes, ohne dies zu bedenken, als „ausgezeichnet“ zu loben und für sie zu werben.

Um es an einem Beispiel aus der „Geschichte“ zu verdeutlichen: Als „ausgezeichnet“ herauszunehmen, daß der Österreicher seiner Hündin gut war, und dies als Vorbild zu nehmen, ihm gleich zu tun, und dabei alles auszublenden, was diese Gestalt des Österreichers sonst noch tat, wofür diese Gestalt des Österreichers sonst noch steht. Es muß dafür nicht einmal in die Vergangenheit gegangen werden, es gibt auch heute noch genügend Menschen, die die Gestalt des Österreichers in der Gegenwart positiv darzustellen versuchen, indem sie aufzeigen, wie gut diese zu ihrer Hündin war, und so auch alles andere von dieser Gestalt — Es reduziert sich alles, was Nikolaus Kern als Argument vorkommen will, und kein Argument ist, auf: „abschieben“, „absolut alle abschieben“, „absolut alle Ausländer abschieben“ …

Es ist der bloße Großsprech, die bloße Großschreiberei von jenen „Abschieben-Schreienden, die behaupten, sie seien die Beschützenden, die Schützenden, während sie tatsächlich niemanden zu schützen vermögen, eines jedoch sind sie: Schützen, bloße Wortschützen, aber nicht harmlos mit ihrer Wortballerei.

Es ist das Kapitel über ein Nichtargument bereits zu lange geraten, aber derart die Geschäfte einer solchen Gestalt mit seinen Gestalten freiwillig und ohne Not zu besorgen, und er, Nikolaus Kern ist nicht der einzige in diesem Land, hat es nicht kürzer ausfallen lassen, ein Kapitel zu einem Nichtargument zu schreiben verbietet es sich von selbst – so soll es ein Nichtkapitel zu einem Nichtargument genannt sein.

Es sind auch in diesem Land, also in Österreich, schon zu viele,

die von dieser Gestalt mit ihren Gestalten das eine und das andere herauspicken, um es als positiv, um es als nachahmenswert zu bewerben, ohne das Gesamte dieser Gestalten zu bedenken, nicht wenige darunter, die es in vollem Bewußtsein und in voller Absicht tun, weil sie mit diesen Gestalten gesinnungsgemäß einig,

und nicht wenige darunter, die nicht wissen, was sie tun, zu denen Nikolaus Kern zu zählen ist, aber die, die nicht wissen, was sie schreiben, werden, wenn dies alles mit diesen Gestalten wieder vorbei sein wird, schreiben, sie hätten nicht gewußt, was diese Gestalten, sie hätten nicht gewußt, wohin es mit diesen Gestalten ging, sie hätten ja nur —

„Habe ich irgendetwas von Brecht geschrieben? Nein.“

Wie recht er, Bundesheerbauer, doch hat, er hat nicht „irgendetwas von Brecht geschrieben“, sondern etwas Bestimmtes hat er von Bert Brecht zitiert. Und in das Bestimmte von Bert Brecht hat Bundesheerbauer etwas Bestimmtes von Carl Sandburg und von noch wem Hinzugedichtetes geschmuggelt.

Und nun will Bundesheerbauer nichts davon wissen, daß er etwas Bestimmtes von Bert Brecht zitiert hat, mehr, er leugnet es ab.

Vielleicht leugnet Bundesheerbauer, erschrocken über seine für ein Posting dauernde Courage, es ab, weil es für einen österreichischen Soldaten nicht opportun und förderlich ist, Bert Brecht zu zitieren, ein Militär Brecht zu zitieren scheuen muß wie der Soldat das Leben,

oder er, Bauer des Bundesheeres, weiß tatsächlich nicht, wen er zitierte, und wenn er tatsächlich nicht weiß, wen er zitierte, so ist ihm für seine noch einmal für ein Posting dauernde Courage Anerkennung zu zollen, als Goethens „gebildeter Soldat“ einzugestehen, nicht zu wissen, was er schreibt.

Zu fragen bleibt bloß noch, woher hat Bundesheerbauer das von ihm verbreitete Zitat, aus welcher Quelle speist er, an welcher Quelle labt Bundesheerbauer seine Bildung, wessen Quelle genießt dermaßen sein blindes Vertrauen, daß er verbreitet, was ihm die Quelle ergießt, gänzlich ungeprüft, und ist dies auch seine oberste Pflicht einzig und erste Vorgehensweise einzig in seiner verteidungsministeriellen Spreche

Des Bundesheers Bauer mit einem Handlungsplan nach Bert Brechts „Koloman-Wallisch-Kantate“, wofür? Für einen Aufstand?

Am 29. Jänner 2025 zitiert der auf der Konzernplattform X als Bundesheerbauer Auftretende Bert Brecht, eigentlich zitiert er Bert Brecht und Carl August Sandburg, von Carl Sandburg zitiert er aus seinem Gedicht,

The little girl saw her first troop parade and asked,
‚What are those?‘
‚Soldiers.‘
‚What are soldiers?‘
‚They are for war. They fight and each tries to kill as many of the other side as he can.‘
The girl held still and studied.
‚Do you know . . . I know something?‘
‚Yes, what is it you know?‘
‚Sometime they’ll give a war and nobody will come.‘

freilich ohne anzuführen, daß er Carl Sandburg zitiert, und er, Bundesheerbauer, zitiert eine Version, die nicht von Carl Sandburg ist, sondern irgendwann von irgendwem hinzugedichtet wurde: „dann kommt der Krieg zu Euch!“

Bundesheerbauer verschweigt Carl Sandburg, Bundesheerbauer verschweigt auch, daß er Bert Brecht zitiert, und dies falsch, denn „“Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – dann kommt der Krieg zu Euch!“ ist von Carl Sandburg und von noch irgendwem. Erst ab „Wer zu Hause bleibt“ zitiert er richtig, freilich ohne Bert Brecht zu nennen.

Es ist aus der „Koloman Walisch Kantate“ von Bert Brecht,

Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.

aus dem „Handlungsplan“ für ein Stück über „Koloman Wallisch“ …

Koloman Wallisch

Koloman Wallisch ist ein modernes Drama über den steirischen Schutzbund-Führer im Februar-Aufstand des Jahres 1934: Es berührt, es lässt einen absolut nicht kalt.
Heinz Fischer, österreichischer Bundespräsident

Dieser (Schein-)Prozess bildet die Kernhandlung des Dramas, das Werner Wüthrich mit Rückblenden auf den historischen Verlauf des Aufstandes anreicherte. Vor allem die engagierte Auseinandersetzung mit dem Stoff des Aufstandes macht das Buch lesenswert. Insbesondere der angefügte Essay mit Erläuterungen zu den Kämpfen und der brechtschen Perspektive darauf liefert eine spannende Geschichtslektion zu einem Ereignis, das in der Schweiz weitgehend unbeachtet blieb.
Fritz Trümpi, Ein Drama à la Brecht, in: „kulturtipp“, Zürich, Nummer 08, April 2012

Der Dramentext und der brillante Essay über Koloman Wallisch sind sehr beeindruckend. Drama und Essay sowie die reiche, kluge Dokumentation machen zusammen ein ausserordentlich interessantes und historisch höchst bedeutsames Buch. Besser noch als das endlich verabschiedete Gesetz rehabilitiert dieses Werk den grossen Kämpfer, Demokraten und Führer des Widerstandes gegen die faschistische Nacht. Es setzt ihm ein Denkmal. Und gleichzeitig ein Mahnmal gegen die Arroganz oligarchischer Macht und ideologischer Verblendung. Kurz: ein Buch von höchster Aktualität.
Jean Ziegler, in einem Brief vom 23. März 2012.

Werner Wüthrich hält sich an das, was sich Brecht ausgedacht hat, um ein Lehrstück zum Thema Demokratie und Widerstand zu schreiben.
Werner Kremm, Schriftsteller, in: „Allg. Deutsche Zeitung“, Bukarest, Nr. 5326, vom 19. Februar 2014.

Nach neuen Funden von Brecht-Manuskripten in Zürich verfasste der Schweizer Theaterautor und Brecht-Forscher Werner Wüthrich, nach dem Handlungsplan von Bertolt Brecht, das Drama Koloman Wallisch ; dabei ist es ihm gelungen, die Gedichte aus dem Brecht-Fragment in seinen Theatertext einzubauen.

Das vorliegende Buch beinhaltet neben dem Dramentext einen Essay zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte der Kantate sowie historisches Bildmaterial und, als Erstveröffentlichung, Brechts Handlungsplan für die Koloman Wallisch Kantate.

Es hat sich seit den alten Tagen von Hans Weigel und Friedrich Torberg doch etwas verändert, ein österreichischer Soldat zitiert Bert Brecht, boykottiert nicht Bert Brecht, und es hat sich seit der alten österreichischen Zeit nichts verändert, seinen Namen nennt er nicht.

Von welchem Krieg, ohne die Autoren zu nennen, von welchem Krieg, dabei auch noch Falsches weiter zu verbreiten, spricht Bundesheerbauer, wenn es doch gar nicht um einen Krieg in dem von ihm Zitierten geht, sondern um den „Februar-Aufstand 1934“ in Österreich?

Oder geht es ihm, dem Bundesheerbauer, der in dieser Rolle bisher so gar nicht bekannt, doch um einen Aufstand, ist ihm das ein erster Schritt in einem Handlungsplan für einen Aufstand, der ihm heute gefordert erscheint?

Patriots, nevermore

Für den 27. Jänner in seinem Jahr ’25 hat einer aus der patriotischen Partei

Max Mannheimer

entdeckt, um ihn zu zitieren, am 27. Jänner, an dem vielen patriotisch Gesinnten ein Gedicht im Geiste wohl herumgegangen sein wird, das ihnen wohl jetzt schon, so kurz nach seiner Niederschrift, gesinnungsgemäß teuer —

Es hat also einer aus der Parlamentspartei, die nun zur Regierungsführungspartei gemacht werden soll,

zu Max Mannheimer gefunden, als wäre es bei ihm auf fruchtbaren Boden gefallen, was vor Jahren ihr als dringend empfohlen wurde, daß seine Partei Max Mannheimer liest; es könnte sie von ihrem Michael Mannheimer wegbringen …

Michael Mannheimer gemein hat er mit Max Mannheimer nur den Familiennamen, und nicht einmal den Familiennamen,

Michael Mannheimer gemein hat er mit der patriotischen Partei die Gesinnung, und alles, was Michael Mannheimer von sich gibt, ist kein Nie wieder, sondern Wieder wieder

Michael Mannheimer kann nichts mehr von sich geben, er ist gestorben, am 13. März 2022, „im Exil“, in Cambodia, Kampodscha. Es mutet seltsam an, daß er sich Michael Mannheimer nannte, war sein tatsächlicher Name doch Karl-Michael Merkle

Nicht seltsam hingegen mutet es an, daß ein Michael einem Michael einen Nachruf schreibt, in deutscher Sprache auf „Pinews“ und

Gates of Vienna“ diesen stürzenbergerischen Nachruf in englischer Sprache bringt. Schrieb doch Merkle als Mannheimer auch für „Gates of Vienna“. Sie werden „Gates of Vienna“ nicht kennen, und das ist kein Beweis für Ihre Unbildung, Sie werden aber vielleicht einen, der ebenfalls für „Gates in Vienna“ schon schrieb, aus dem Fernsehen kennen —

wer nicht alles in österreichischen Fernsehanstalten auftritt, das ist auch nicht seltsam. Es mutete hingegen seltsam an, wäre es in Österreich anders.

Auf der Website seiner Partei ist heute, 29. Jänner 2025, noch sein Gastkommentar „George Soros: Auf wen der Spekulant im Europaparlament zählt“ veröffentlicht, diesen Kommentar schrieb er vor neun Jahren für die gesinnungsgemäß zensurierte Website

Kommentare der Schreibstaffel auf dieser gesinnungsgemäß zensurierten Website, die kurz zusammengefaßt werden können: Wieder wieder!

Und wenn das oben genannte Gedicht aus dem gesinnungsgemäßen Umfeld dieser Partei allein aus diesem Jänner und was

einer aus diesem gesinnungsgemäßen Umfeld dieser Partei allein am 27. Jänner schrieb, wer „Schuld“ trage und wer die „Früchte des Zorns“ ernten werde,

so ist diese Partei zugerichtet wie eh und je, gleich von wem sie angeführt wird.

Es wird ihm an seinem am 27. Jänner verbreiteten Zitat vielleicht recht gefallen haben: „IHR SEID NICHT SCHULD“ — Und sein „#niewieder“ so ehrlich wie das „WeRemember“ von Christian Stocker an diesem 27. Jänner … Es mutete äußerst seltsam an, machten sie nicht mit bei diesem handlungsbefreiten Gedenken. Noch ehrlicher von ihm ist aber wohl sein „#Patriots“ gemeint. Und wenn diese seine zwei Hashtags zu einem vereint werden, so ergeben sie eine dringend gebotene Handlungsanleitung:

Nie wieder Patriots!

#NieWiederPatriots