„Kann noch nicht durch die Wand sehen. Morgen vielleicht.“

Es wurde nicht gehört, worauf die Verkäuferin in der Wurstabteilung einem Kunden antwortet. Ihre Antwort aber

„Kann noch nicht durch die Wand sehen. Morgen vielleicht.“

ist deutlich zu hören, ist augenblicklich wert, notiert zu werden.

„Kann noch nicht durch die Wand sehen. Morgen vielleicht.“

Wurst-Abteilung

Andre Heller hinter der Wand einer Wurst-Abteilung.

Der Verkäuferin ist noch anzuhören, daß die deutsche Sprache nicht die Sprache ist, die sie in ihrem Leben als ihre erste lernte. Vielleicht ist sie aus Serbien nach Österreich übersiedelt, oder aus Kroatien, möglicherweise auch aus der Türkei. Es ist nicht wichtig. Aber es macht doch immer wieder stolz, kein Talent dafür zu haben, einem Menschen ansehen zu können, woher er kommt, nationale Identitäten feststellen zu können.

„Kann noch nicht durch die Wand sehen. Morgen vielleicht.“

Worauf das die Antwort war, ist nicht wichtig. Die Antwort steht für sich alleine. Nach den strengeln Regeln ist diese Antwort kein Haiku. Aber ebenso leicht hingesagt. Und, Regeln ändern sich, verlieren ihre Gültigkeit. Kaum ist von ihr die Antwort ausgesprochen, ist es nicht mehr nur eine Antwort, sondern ein Gedicht.

Kann noch nicht
durch die Wand
sehen. Morgen
vielleicht.

Auf dem Weg zur Kassa, vordringlich damit beschäftigt, dieses Gedicht auswendig zu lernen, kommen mit der Sicherheit, es bestimmt nicht mehr zu vergessen, andere Gedanken wieder, vor allem eine Erinnerung, ausgelöst aber durch dieses Gedicht. Vor wenigen Wochen antwortete Herr Neuwirth auf die Frage einer Journalistin oder eines Journalisten, wann es ihm bewußt geworden sei, einen Televisionsliedwettbewerb gewonnen zu haben: „Ich werde das Ganze wohl erst nächste Woche wirklich realisieren.“ Eine Antwort, die Andre Heller ins Schwärmen brachte, die er anführte, als Beispiel, wie klug er spricht …  Unweigerlich muß überlegt werden, ob Andre Heller – wäre er der Kunde gewesen, den die Verkäuferin mit einem Gedicht beschenkte – von dieser Verkäuferin ebenso schwärmen würde?

Nein – nein, nein …

Die Verkäuferin in der Wurst-Abteilung eines billigen Ladens, der übrigens gar nicht so billig ist, erfüllt nicht die Kriterien, um Andre Heller ins Schwärmen zu bringen, der es versteht, seiner Stimme in der Masse der Conchita-Wurst-Groupies Gehör zu verschaffen. Die Verkäuferin hat keinen Liedwettbewerb mit der Darstellung eines Mannes aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gewonnen, sie mimt also keinen Mann nach ihren Vorstellungen, wie ein Mann war, der in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Gesellschaft beherrschte. Und das Entscheidende, die Verkäuferin kennen nicht Millionen von Menschen …

Für die Verkäuferin, die einen Kunden, der nicht Andre Heller war, mit einem Gedicht so leicht und so nebenher unbelohnt beschenkte, würde Andre Heller wohl ebenfalls nicht die Forderung erheben, sofort zwei Millionen auf ihr Konto

Hätte Andre Heller das Gedicht von der Verkäuferin, wäre er der Kunde gewesen, überhaupt gehört? Er hätte es wohl überhört, vielleicht nicht gehört, weil das Rascheln des Papiers für ihn zu laut gewesen wäre, das Rascheln des Papiers, in das die Verkäuferin seine fünfzehn Deka Pariser … Möglicherweise hätte er sich gedacht, wie freundlich die Verkäuferin ist, sie werde wohl mit ihrer Arbeit und mit ihrem Gehalt zufrieden sein, da habe Michael Spindelegger wohl nicht unrecht, der an den Kassen der billigen Läden nur mit Arbeit und Lohn zufriedene Damen sitzen sieht, weil sonst könnten sie nicht so freundlich

Äußerst zweifelhafte Zuverlässigkeit zulehnerischer Schreibe

Es wurde zwar über das ausschweifende „Nein“ zum Adoptionsrecht von Paul M. Zulehner bereits erschöpfend geschrieben. Doch eine „Nein-„Stelle von Paul M. Zulehner

“Als vor geraumer Zeit zu entscheiden war, ob bestimmte Pestizide den Bienen schaden[.] Den Umweltminister hat das wenig gekümmert. Er wollte diese Pestizide zulassen. Die Folge war sein unausweichlicher Rücktritt.“

Paul M Zulehner Vier Minister und die Bienenist besonders hervorzuheben. Denn. Diese zeigt deutlich und allzu eindringlich, wie Paul. M. Zulehner nicht nur bei diesem Thema nicht ernstzunehmen ist, seine Schreibe von äußerster zweifelhafter Zuverlässigkeit.

„Unausweichlicher Rücktritt“ … Welcher Umweltminister trat zurück? Über welches Land schreibt Paul M. Zulehner? Über welche jüngste Vergangenheit aus welcher Gegenwart heraus? Es stimmt, Nikolaus Berlakovich gehört nicht mehr der derzeitigen Regierung an. Aber ein Rücktritt war es nicht. Seine Amtszeit lief schlicht aus. Die „Pestizide“ allein waren es wohl nicht, die ihm ein neuerliches Ministeramt …  Und, immerhin ist Nikolaus Berlakovich nach wie vor ein Abgeordneter im österreichischen Parlament und stellvertretender Obmann in der christschwarzen Partei … Anderseits weiß Paul M. Zulehner möglicherweise mehr, Menschen, die mit dem Übernatürlichen derart eng verbunden sind, wissen oft Dinge, Dinge wissen Menschen, die mit dem Übernatürlichen bis zur Ununterscheidbarkeit verbunden sind … Vielleicht haben in Wahrheit also doch die „Bienen“ den unausweichlichen Stich gemacht und verhindert, daß mehr als die Hälfte der christschwarzen Minister und Ministerinnen nicht mehr der Regierung …

Paul M. Zulehner lädt „zum engagierten Mitdenken“ ein – Eine Unvorsichtigkeit von Paul M. Zulehner

Paul M. Zulehner führt in seinem Beitrag über die „Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtlich liebende Paare“, mit dem er „zum engagierten Mitdenken“ einlädt, Pro-Argumente und Contra-Argumente an … Ach, was für ein besonnener Mann, wie redlich dieser Mensch doch ist, was für ein um Objektivität bemühter Soziologe er doch ist, was für ein sorgsamer und sorgfältiger Forschender er doch ist, was für ein andere Menschen anhörender Gläubiger er doch ist … Er zieht Umfragen heran, wiegt die Meinungen für die Adoption, wiegt die Meinungen gegen die Adoption …

Und das Ergebnis ist. Die Zusammenfassung seines Beitrag zur Frage der Adoption durch gleichgeschlechtlich liebende Paare ist ein Wort. Es hätte ausgereicht, hätte Paul M. Zulehner nur dieses eine Wort als Beitrag geschrieben, sein „Nein“.

Alles, was er schreibt, ist ein „Nein“. Aus einem „Nein“ so viele Wörter zu machen – das ist schon was, aber ob …

Mit Spannung darf darauf gewartet werden, wie er es schaffen will, „verlässliche Langzeitstudien“ zu erstellen – ohne das dafür entsprechende Adoptionsrecht …

„Überblick man diese Ergebnisse, so zeigt sich erstens ein Diskussionsbedarf, noch mehr aber ein gediegener Forschungsbedarf. Es ist derzeit noch nicht klar, wie sich Kinder ohne Vater und Mutter, dafür mit zwei Vätern oder zwei Müttern entwickeln. Dazu braucht es verlässliche Langzeitstudien in unserem Land.“

Vielleicht sollte Paul M. Zulehner einmal nachsehen, ob es nicht Studien gibt, über Kinder, die in sogenannten Frauenhaushalten aufgewachsen sind, also ohne Männer. Ein nicht unbekanntes Phänomen für die Generation, zu der Paul M. Zulehner gezählt werden darf.

Ja, wenn Krieg ist, wenn Nachkriegszeit ist, dann brauchen Kinder keine Väter, dann reichen Mütter, Großmütter, Schwestern, Tanten … Wer will im Kriegsfall schon groß nach dem Kindeswohl fragen, gar von einem „gediegenen Forschungsbedarf“ noch sprechen, klären, „wie sich Kinder ohne Vater …“, und dann, wenn das geklärt ist, ein Ja respektive ein Nein zu einem Krieg …

„Warum brauchen dann Kinder in einem lesbischen Paar plötzlich keine Väter mehr? Dass jemand die “Vaterrolle” spielt, ist nicht dasselbe als ein leibhaftiger Vater. Soviele künstlerisch begabte Conchitas hat das Land nicht. Und selbst dessen Performance wäre für ein Kind zu wenig.“

„Vaterrolle“, „Mutterrolle“ … Die unumstößliche Einteilung von Paul M. Zulehner, wie das Zusammenleben von drei Menschen zu sein hat: ein Mensch ist das Kind, ein Mensch ist der „Vater“ und ein Mensch ist die „Mutter … Weiter reicht das zulehnerische Denken nicht. Die Einladung zum „engagierten Mitdenken“ ist nicht von ihm nicht nur unvorsichtig ausgesprochen, sondern auch anmaßend … Es könne nur, heißt es so schön, mitgedacht werden, wenn bereits etwas zum Mitdenken angeboten wurde; aber was bietet Paul M. Zulehner an? Er will sein „Nein“ durchbringen, das ist alles. Es wird hier aber keinesfalls für ein Ja geschrieben, gar geworben ..

Wurde schon geschrieben, was für redliche Aussagen Paul M. Zulehner macht, wie gediegen er recherchiert? Als Beispiel für diese zulehnerische Seriösität darf noch einmal zitiert werden:

„Conchitas hat das Land nicht. Und selbst dessen Performance wäre für ein Kind zu wenig.“

Von einem anderen Beispiel zulehnerischer Redlichkeit durfte vor ein paar Monaten berichtet werden, wie hier nachgelesen werden kann.

Und weil Paul M. Zulehner etwas von bekannten Namen hält, darf an dieser Stelle an ein Kind erinnert werden, daß in einem Frauenhaushalt aufwuchs: zum Beispiel Joschka Fischer … Der Frage, ob es heute Kinder gibt, die in sogennanten Frauenhaushalten aufwachsen, ohne daß es Krieg gibt, wurde nicht nachgegangen. In Österreich, wenn etwas vermutet werden darf, möglicherweise äußerst selten. So selten aber sollte auch das auf ein Land eingegrenzte Denken heutzutage bloß mehr sein …

Paul M Zulehner - Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtlich liebende PaareEs kann und will hier auch nicht auf das gesamte und auf viele Sätze und Absätze ausgedehnte zulehnerische „Nein“ eingegangen werden, aber so ein „Nein“ hat es verdient, in seiner ganzen kunstfertigen Pracht mit einer eigenen Collage … Bei einem ohnehin so langen „Nein“ hätte Paul M. Zulehner nicht mehr sparen müssen und hätte informieren können, aus welchem Jahr seine angeführten „Contra-Argumente“ sind. Seine „Pro-Argumente“ hat er aus 1983, wie der Fußnote zu entnehmen ist. Ob die „Contra-Argumente auch schon weit über ein Vierteljahrhundert alt sind?

Nur ein Zitat soll noch angeführt werden, das andere, die so etwas schrieben, in diesem Zusammenhang schrieben, wie es Paul M. Zulehner schreibt, wohl dazu brächte, sich dringend zuerst einmal mit sich selbst zu beschäftigen, sich selbst eingehend zu studieren, gediegen lange:

„Als vor geraumer Zeit zu entscheiden war, ob bestimmte Pestizide den Bienen schaden, lautete das richtige Argument: Es ist noch nicht erwiesen, ob und in welchem Ausmaß sie wirklich schaden. Den Umweltminister hat das wenig gekümmert. Er wollte diese Pestizide zulassen. Die Folge war sein unausweichlicher Rücktritt.

Wer tritt zurück, wenn dieselbe “ökologische” Logik auf das Kindeswohl angewendet wird? Solange Zweifel bestehen, ob der Lebensraum von gleichgeschlechtlich Liebenden wirklich der optimale, auch psychosexuell angemessene Gedeihraum für Kinder ist, gilt die gleiche “humanökologische” Logik. Man kann nicht bei den Bienen restriktiver sein als bei Kindern. Im Zweifelsfall also für das Nein: jetzt zumindestens, solange nicht positiv feststeht, dass es für das Gedeihen von Kindern gut ist.“

Die Gottideologie ist dämonisch – Ein zum Klartext gewandelter Beitrag von Andreas Laun

Die Gottideologie ist heute gegenwärtig, weltweit vor allem in der sogenannten hochentwickelten Welt, was offenbar nicht ihre Vernunft einschließt.

Die Kernthese dieses kranken Produktes ist das Endergebnis eines radikalen Machismos, den die Glaubenslobby weiterhin betreibt. Behauptet wird: Es gibt nicht nur Drei in Einem, sondern auch eine gebärende Jungfrau.

Und noch mehr: Tote können auffahren zum Gericht in den Wolken zur eigenen Hinrichtung. Würde dies jemand morgen auch noch behaupten wollen, heute schon lachte die Umwelt und vermutete, die Idee stamme aus einem surrealistischen Kabarettprogramm.

Heute, es ist schwer zu glauben, wird sie von Regierungen und Promis vertreten und mit viel Geld verbreitet, sogar in den Lehrplänen der Kindergärten und Schulen. Es ist ein Teil der Frühverstümmelung der Kinder, und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die Empörung über den Menschenmissbrauch durch kirchliche Kreise noch nicht abgeklungen ist.

Als ob das Bibel-Regime nicht genau dazu hinführte und selbst eine psychische Form  Missbrauchs des Menschen wäre! Wer das nicht glaubt, lese den Katechismus, und wenn er es dann immer noch nicht glaubt, begebe er sich in psychiatrische Behandlung oder belege einen Kurs: Hausverstand leicht gemacht, wie lerne ich denken?

Aber die Sache ist alles andere als nur zum Lachen. Denn die Ideologen Gottes verletzen Grundlegendes und, da sie von vielen Regierungen unterstützt werden, sind sie wirklich eine Bedrohung: Erstens missachten sie die Gesetze der Staaten, zweitens die Rechte jeder Bürgerin, drittens die jedes Bürgers, die die Gottesprogramme mit ihren Steuern mitzahlen müssen, und viertens auch insofern die Menschenrechte, weil die Gottideologen vorschreiben wollen, wie man reden, wie man schreiben muss, wenn man nicht der totalen Ächtung anheimfallen will.

Als ob die Erfahrung gerade die Völker Europas nicht gelehrt hätte, wie kostbar die Freiheit des Denkens und Redens ist! Sie ist weiter akut in Gefahr!

Die Gottideologie ist schwer widerlegbar, weil sie so offenkundig gegen den elementaren Verstand gerichtet ist! Wie beweist man, dass auf dem Mond nicht unsichtbare Menschen leben? Man halte sich vor Augen: Jeder Mensch soll die Freiheit haben zu entscheiden, ob er Christ oder Moslem oder Zeuge Jehova oder Evangelikaner oder Wohlstandstelevisionär oder Gläubiger der Vorhaut Christi oder was sonst sein will, was man immer noch nicht für eine psychische Störung hält, die zu therapieren ist!

Was man aber doch sagen kann, ist dies: Es gibt nichts, was der Mensch, wenn er es konnte, nicht auch gemacht oder wenigstens probiert hätte, auch wenn es ihm seine Natur keineswegs nahelegte: Fliegen, Klettern, Seiltanzen. Aber nie hat man gehört, dass jemand in den Kreis seiner Bekannten oder Freunde trat und verkündete: Heute früh habe ich versucht, Brot und Wein sein zu wollen – und seht, ich habe es zusammengebracht, jetzt bin ich Brot und Wein! Wenn das möglich wäre, hätten es die Menschen längst entdeckt und praktiziert. Irgendwelche Verwandlungen eines Menschen gab es bisher nur in Märchen: Im Bösen, wenn ein Priester jemanden bannte, im Guten, wenn eine Frau einen Priester küsste und aus ihm den Mann herausholte, der er eigentlich war und den sie dann verließ. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute: Die Frau und der Mann, der einmal ein Priester war.

Das Schlimme ist: Heute will man uns alle zwingen, das abstruse Gott-Märchen ohne Sinn buchstäblich für wahr zu halten! Die Erfahrung sagt ein klares Nein! Natürlich gab es immer schon Männer, die ein Gott sein wollten. Sie tragen sogar Röcke! Aber niemand denkt wirklich, dass der Betreffende jetzt wirklich ein Gott ist und nicht nur ein verkleideter beziehungsweise ein verstümmelter Mann!

Und wenn es noch so oft behauptet wird: Jeder Mensch weiß im Grunde sehr wohl, dass weder der Mensch selbst noch ein Arzt oder die Gesellschaft ein solch absonderliches Wunder vollbringen kann: aus einem Leib ein Brot oder aus einem Brot einen Leib zu machen. Man hat es versucht, aber das Brot, das eigentlich ein Junge war, hat zuerst verzweifelt um ein Zurück gekämpft und dann, verstümmelt wie er war, hat er sich selbst erschossen!

Übrigens widerlegt die Verwandlung eines Leibes in ein Brot oder umgekehrt eines Brotes in einen Leib die ganze Gottideologie: Wozu eine kostspielige und schmerzhafte Messe, wenn jeder Mensch sein Brot selbst backen kann? Offenbar kann er das eben nicht, sondern braucht eine Messe, die verstümmelt, aber nicht verwandelt. Es ist, wie wenn man behaupten wollte, man könne eine Glatze durch eine Perücke heilen!

Was immer in Zukunft noch gelingen mag, auch die beste Messe bleibt ein Trick wie im Zirkus: Der Priester steckt seinen Hund von hinten in eine Kiste, macht Hokuspokus, kündigt eine Verwandlung an, dann macht er sein Hokuspokus und siehe, die vordere Tür öffnet sich, man hört ein Miau! und heraus kommt eine Katze! Vielleicht klettert er dann auch selbst in seine Wunderkiste und kommt, unter dem betenden Gemurmel des Publikums, wieder heraus mit einer weißen Bartperücke und roten Schuhen! Er verbeugt sich, dankt für das Amen und versucht einigermaßen geschickt hinauszutrippeln. Aber auch im Zirkus: Niemand denkt, der Hund sei wirklich ein Gott geworden oder der Artist eine gebärende Jungfrau! Beim Nachhause gehen werden die Leute nur darüber rätseln, wie der Trick gegangen sein könnte, wo jetzt der Gott ist und ob der Priester jetzt wieder bei seinem Jüngling liegt!

Wenn man unbedingt solche Verwandlungen will, dann im Zirkus oder auf einem Kostümfest, aber sonst hat die Gottideologie unter vernünftigen Menschen nichts verloren. Das zu erkennen genügt der Hausverstand, dazu braucht es keinen Titel! Aber wie sehr sie eine geradezu magische Macht hat, beweist der Umstand. Auch viele Gebildete fallen darauf herein, während normale Menschen fast immer vernünftig reagieren wie das Kind im Märchen von des Papstes neuen Kleidern: Mama, schau, der Papst ist ja nackt!

Papst Franziskus hat auf meine Frage hin gesagt: Die Gottideologie ist dämonisch! Übertrieben? Nein, weil sie weiter und wieder massiv auf dem Weg in staatliche Gesetze mit ihrer Unterdrückungsgewalt, die Natur der Menschen vergewaltigt, den Menschen umformen will und damit zeigt: Ihre Vertreter wollen weiter Gott sein, indem sie ihren selbst-erfundenen Menschen machen wollen. Inzwischen haben die slowakischen Männer, die polnischen, die kroatischen, die portugiesischen und einige Männer in Italien und auch Männer aus noch anderen Ländern beschwörend ihre warnende Stimme erhoben! Alle sind sich einig: Gott ist eine ernste Gefahr für die Zivilisation überhaupt. Drastisch ausgedrückt: Die Gottideologen sind sozusagen geistige Talibans, auch wenn sie da und dort noch bürgerlich agierende Schläfer sind, die aber auf ihren Einsatz warten!

Übrigens scheint die Gottideologie die erste Ideologie zu sein, zu deren Überwindung der Hausverstand, sobald der Rausch verflogen ist, wirklich ausreichen sollte! In seiner Enzyklika über die Hoffnung schrieb Papst Benedikt: Der Sieg der Vernunft über die Unvernunft ist das Gebot der Stunde. Und genau dieser Sieg ist es, den wir dringend brauchen.

Direkt zu Gott hat derselbe Papst gesagt: Wo die Freiheit des Selbst-Machens zur Freiheit des Gottmachens wird, wird notwendigerweise der Mensch selbst geleugnet und damit am Ende auch Gott als menschliche Schöpfung, als Ebenbild des Menschen der Mensch im Eigentlichen seines Seins entwürdigt. Und es wird sichtbar, dass dort, wo der Mensch geleugnet wird, auch die Würde des Menschen sich auflöst. Wer Gott aufgibt, verteidigt den Menschen.

Ja, Gott ist Zerstörung des Menschen, darum hat es Papst Franziskus zu recht dämonisch genannt, also ein Werk des Menschen-Mörders von Anbeginn und Vater der Lüge. Alles übertrieben und zu emotional? Das hat man auch den Warnern und Warnerinnen vor den Organisierten Glauben auch schon gesagt, bis es dann immer je zu spät ist, um die Feuer der Scheiterhaufen nicht brennen zu lassen!

Andreas Laun - Papst Franziskus - Paul M Zulehner

Andreas Laun erscheint sein Geschriebenes zum Klartext Gewandeltes und verdächtigt sogleich Allah, seine mohammedanischen Hände dabei im Spiel gehabt zu haben. Aber Paul M. Zulehner kann ihn beruhigen. Es war Gott auf der Suche nach einem neuen Image.

Als Andreas Laun aber die „Katholischen Nachrichten“ aufrief, um zufrieden seinen veröffentlichten Beitrag über die „Genderideologie“ zu lesen, mußte er zu seinem Schrecken feststellen, daß dieser sein Beitrag korrigiert, gekürzt, verändert wurde. Nachdem die Betreiber von den „Katholischen Nachrichten“ ihm versicherten, seinen Text auf keinen Fall so geändert zu haben, wie er das behaupte, sein Beitrag also gänzlich unverändert veröffentlicht wurde, erklärte sich Andreas Laun diese ungehörige Verwandlung seines Textes damit, das könne nur der ihm feindliche Korrektor Allah gewesen sein. Paul M. Zulehner, bekannt für seine Redlichkeit und seine höchste wissenschaftliche und reformfreudige Art, gibt aber ihm zu bedenken, es könne durchaus Gott selbst gewesen sein, der in den launischen Text derart drastisch eingriff, unzufrieden ob seines Images als Reformverweigerer. Diese Erklärung scheint Paul M. Zulehner sehr plausibel, hat er, auch für seine wasserdichten Beweise bekannt, doch dafür einen unwiderlegbaren Beleg, nämlich seinen ebenfalls erst vor kurzem in der Tagszeitung „Die Presse“ veröffentlichten Beitrag, an dem kein Wort geändert wurde, in den Gott nicht eingriff. Und zur Beruhigung von Andreas Laun, daß Gott sie, die zwei ach so unterschiedlichen Christen, nicht verlassen habe, sondern bloß Andreas Laun zur zulehnerischen Formulierharmloserei animieren möchte, zwar auf drastische Weise, zitiert Paul M. Zulehner getragen sich selbst, was von Gott so stehengelassen wurde:

„Zu klären ist vor allem, was wirkliche ‚Liebe‘ für das Kind bedeutet. Diese lebt von Verlässlichkeit, Förderung, Schutz, Ermutigung, Auseinandersetzung. Aber gehört zu dieser Liebe nicht auch dazu, dass gute Bedingungen für die Ausbildung der sexuellen Identität des Kindes gewährleistet sind, die bei Homopaaren nicht gerade herausragend sind? Dass allein bei solchen Fragen von Homosexuellen sogleich die rote Karte der Diskriminierung gezückt wird, zeigt, wie sehr es primär um Interessen von Erwachsenen geht und wie schwer es ist, das Kindeswohl in der Mitte der Überlegungen zu halten.“

Paul M. Zulehner macht mit seinem Satz Knie verstehbar, wie Evangelien herzustellen sind

Es begibt sich aber, daß Paul M. zur Gemeinde spricht. Schon nach den ersten Worten erschrickt die Gemeinde, fällt auf die Knie. Denn sie ist Zeugin eines Wunders. Vor ihr steht, wo eben noch Paul M. stand, Johannes Paul II. Auferstanden von den Toten, die ihn begruben. Bloß der Anzug von Johannes Paul II. erinnert, daß eben noch Paul M. das göttliche Heil des Gehorsams pries. Nun hört die knieende Gemeinde aber Johannes Paul II. donnern: „Wer sein Knie vor Gott beugt, beugt es nie mehr vor der Partei.“

Paul aMen ZulehnerDas mag dunkel erscheinen. Aber dieser Psalm aus der Gegenwart über den Satz Knie kann restlos aufgeklärt werden und erhellt zugleich die Vergangenheit. Die Evangelien, die von dem Organisierten Glauben der römisch-katholischen Kirche nach wie vor als wahre Berichte über die Vorgänge zur der Zeit, in der ihr zum Christus verklärter Jesus lebte, verkauft wird, sind Jahrzehnte nach seinem Ableben verfaßt worden. Wie zuverlässig diese Berichte sind, darüber muß nicht in der Vergangenheit geforscht werden. Es genügt, in der Gegenwart beispielsweise Paul M. Zulehner zu begleiten, um eine Vorstellung zu erhalten, wie Legenden in Umlauf gebracht werden. Die Entstehung dieser Johannes-Paul-Legende kann Schritt für Schritt nachverfolgt werden:

ORF im Dienste von Geschichtslügen eines Organisierten Glaubens – Paul M. Zulehner fügt weitere hinzu

So also geben Menschen der Organisierten Glauben in der Gegenwart Auskunft darüber, wie Legenden stets erzeugt werden. Gestern. Heute. Morgen. Übermorgen aber – wer kann ohne Hoffnung leben – nicht mehr …

ORF im Dienste von Geschichtslügen eines Organisierten Glaubens – Paul M. Zulehner fügt weitere hinzu

In der Erwartung nach dem Aufwachen gleich ausführliche Nachrichten hören zu können, wurde der Radioapparat eingeschaltet, aber es gibt keine ausführlichen Nachrichten vom Sender Ö1, sondern – ein Wunder – Geschichtsschreibung des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche. Und es ist ein Wunder, weil die Propagandaschrift dieses Organisierten Glaubens nach wie vor und also auch heute noch, am 6. Jänner 2014, als eine seriöse und redliche Geschichtsquelle verkauft wird, auch von dem Österreichischen Rundfunk, der, so heißt es, zur Objektivität verpflichtet ist.

Aber dieses Wunder der fortgesetzten breitesten Verbreitung von Geschichtslügen verwundert nicht, denn es ist heute der letzte Großpropagandatag des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche in der Reihe der Großpropagandatage seit dem 24. Dezember, oder es kann auch gesagt werden, es ist der erste Großpropagandatag des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche in jedwedem Jahr, der erste von vielen Großpropagandatagen in jedwedem Jahr, das stets mit dem größten Großpropgandatag am 24. Dezember endet, um dann gleich wieder zu beginnen, falsch, um dann einfach gleich wieder und weiter sich zu betätigen.

Was kein Wunder aber ist, ist das Auftürmen von Lügen auf Lügen seit nahezu zweitausend Jahren dieses Organisierten Glaubens, denn diese sind nicht nur existenznotwendig auch für den Organisierten Glauben der römisch-katholischen Kirche, sondern mehr noch, erst die Vereinigung von Lügen gebiert einen Organisierten Glauben.

Und das Lügen hört nicht auf, wie Paul M. Zulehner auch heute – und das nicht zum ersten Mal – beweist. Allerdings ist heute, am 6. Jänner 2014, Paul M. Zulehner ein wenig vorsichtiger. Er hat sich einen Notausgang gesichert, denn er spricht nicht mehr davon, daß Johannes Paul II. diesen Satz tatsächlich gesagt hat, sondern wie jedweder gute Lügner des Herrn weiß er, wie formuliert werden muß, um nicht als Lügner festgesetzt werden zu können, und so sagt Paul M. Zulehner, Johannes Paul II. soll gesagt haben …

„Bei einem der Besuche in seiner Heimat soll Papst Johannes Paul II. gesagt haben: ‚Wer sein Knie vor Gott beugt, beugt es nie mehr vor der Partei.'“

Und zu einer gut gezimmerten Notausgangstür gehört es auch, keine genauen Angaben zu Ort und Zeit zu machen. Damit hat sich Paul M. Zulehner eine ganz und gar biblische Notausgangstür gezimmert. Allerdings, ein derart guter Zimmermann ist Paul M. Zulehner nicht immer. In seiner Silvesterpredigt vom 31. Dezember 2010 übte er noch als Zimmermann, er nannte die Zeit:

„Wie sehr uns wahre Religion im Sinn der Rückbindung in Gott hinein vor bemächtigenden Übergriffen und selbstbeschädigenden Unterwerfungen bewahren könnte, zeigt eine Begebenheit im Wirken des großen politischen Papstes Johannes Pauls II. 1979 predigte er
zu Pfingsten auf dem großen Platz in Warschau. Über eine Million polnischer Katholiken feierte mit ihm. Der Papst dann donnernd in seiner Predigt: ‚Wer sein Knie vor Gott beugt, beugt es nie mehr vor der Partei!‚“

Auch im März 2013 war Paul M. Zulehner noch ein Zimmermannslehrling, kurz vor der Gesellenprüfung, er nannte den Ort:

„Dabei gelte der Satz ‚des großen Europäers‘ Johannes Paul II., gesprochen 1979 auf dem Siegesplatz in Warschau: ‚Wer sein Knie vor Gott beugt, beugt es nie mehr vor der Partei.'“

Die Predigt von Johannes Paul II. auf dem Siegerplatz in Warschau am 2. Juni 1979 ist auf der Website des Vatikans veröffentlicht. Aber der von Paul M. Zulehner heute und nicht zum ersten Mal zitierte Johannes-Paul-Satz kommt darin nicht vor. Es wird doch nicht der Vatikan eine Ikone seiner Organisation zensuriert haben? Andererseits ist das menschgemäß möglich: so klein kann ein absolutistisch regierter Kleinstaat gar nicht sein, daß er nicht zensuriert. Wer nach diesem von Paul M. Zulehner zitierten Johannes-Paul-Satz sucht, wird etwa beim Unternehmen Google fünf Einträge finden, fünf Einträge, die alle mit Paul M. Zulehner zu tun haben. Und einen einzigen Eintrag beim Unternehmen Yahoo – in Zusammenhang wieder mit Paul M. Zulehner …

Ein Satz von solch einem Gewicht, ein Satz von solch einer Eindeutigkeit und Unmißverständlichkeit, über den also spricht nur Paul M. Zulehner, niemand sonst … Aber Paul M. Zulehner ist ja auch keiner, der sich damit begnügt, mit der Masse zu sprechen. Die Masse spricht ja bloß inflationär von dem Johannes-Paul-Satz „Fürchtet euch nicht“, der zur Legende wurde, als sogenannter Todessatz für den Ostblock-Kommunismus.

Und siehe Paul M Zulehner wandelt WortePaul M. Zulehner ist aber ein Auserwählter, und als Auserwählter ist ihm die Wahrheit sehr wohl bekannt, zumindest rang er am 15. Mai 2005 noch, möglicherweise fühlte er sich damals noch zu wenig erwählt, mit der Wahrheit, begnügte sich noch damit, ein Interpret der Worte seines Herrn zu sein:

„Wer immer, so der Papst sinngemäß, sein Knie vor Gott beugt, beugt es nie mehr vor der Partei. Der Totalitarismus war im innersten gebrochen. Sein Ende war dann nur noch eine Frage der Zeit.“

Paul aMen ZulehnerEin Mann, so das Evangelium von Paul M. Zulehner, spricht etwas und ein anderer Mann erzeugt daraus etwas Weithergeholtes – und augenblicklich ist der Totalitarismus … Bei einem solchen Wunder kann und darf ein Paul M. Zulehner nicht zurückstehen, ist ihm doch von der Vorsehung auferlegt, hinauszugehen und selbst Wunder zu vollbringen … Aber es begab sich, daß Paul M. Zulehner zur Gemeinde sprach. Und die Gemeinde erschrak, fiel auf die Knie. Denn es war ein Wunder geschehen. Vor der Gemeinde stand plötzlich Johannes Paul II. Nur der Anzug von Johannes Paul II erinnerte noch daran, daß vor einer Sekunde noch Paul M. Zulehner vor der Gemeinde stand und anhob zur Predigt. Nun aber hört die Gemeinde Johannes Paul II. im Anzug von Paul M. Zulehner donnern: Wer sein Knie vor

Mit diesem seinem Johannes-Paul-Satz gibt Paul M. Zulehner einen exemplarischen Einblick, wie es seit nahezu zweitausend Jahren um die Wahrheit auch dieses Organisierten Glaubens bestellt ist, wie Wahrheit hergestellt wird, nämllich nach wie vor und genauso wie schon vor zweitausend Jahren. Wer mehr darüber erfahren möchte, über die Wahrheitsdruckerei auch dieses Organisierten Glaubens, darf empfohlen werden, einen Religionssoziologen zu lesen, nein, nicht Paul M. Zulehner, sondern Reza Aslan, der in einem nun auch in deutscher Sprache vorliegenden Buch über den historischen Jesus und über den Jesus Christus der Bibel schreibt, wieder einmal zusammenfaßt, was ohnehin schon lange lange bekannt ist, im Anfang stand die Lüge und die Lüge ward zum Wunder, Wahrheit zu sein

Es muß eingestanden werden, der erste Impuls war, etwas Inhaltliches zu diesem „Bibelkommentar“ von Paul M. Zulehner zu schreiben, u.v.a.m zu seiner Behauptung, der Hauptfeind totalitärer Regime sei der gläubige Mensch … Aber es ist Geschwefel, es ist bloß Geschwefel, von der ersten Zeile bis zur letzten Zeile nichts als Geschwefel und Propaganda für einen Organisierten Glauben. Ach, wäre es bloß so einfach, wie das der Zimmermannsgeselle Paul M. Zulehner versucht zu verkaufen, ein Mann spricht das belegte „Fürchtet euch nicht“ aus und alsbald stürzen Diktaturen, ein Mann hört einen Mann sagen, wer sein Knie …, und alsbald stürzen Diktaturen … Daß das aber nicht so einfach ist, es nicht so einfach funktioniert, darüber schreiben nicht nur Historiker und Historikerinnen, sondern auch Soziologen und Soziologinnen, nur die Produkte von hämmernden Bibelforschern sollten nicht als Quelle für das Verstehen der Welt und das Agieren in der Welt herangezogen werden, höchstens vielleicht in Pausen zur Erheiterung, wenn etwa gerade kein Fix und Foxi zur Hand ist …

PS Und wer vorhat, nach Rom zu reisen, wann immer, sollte unbedingt „Die linke Hand des Papstes“ von Friedrich Christian Delius als Baedeker mitnehmen, in dem ist auch viel, wieder einmal viel, zu erfahren, wie das ist, mit totalitären Mächten und Kniebeugen vor ….