Cheffall. Er wäre gut, anstatt so, doch seine Verhältnisse, die sind nicht so.

„Wir wären gut, anstatt so roh,
doch die Verhältnisse, die sind nicht so.“

Als hätte die Tageszeitung österreichischen Qualitätszuschnitts diesen Vers aus einer Oper für den zurzeitigen Vizekanzler in Österreich ein wenig umgeschrieben:

Er wäre gut, anstatt so,
doch seine Partei, die ist nicht so.

Jedenfalls kann das in den Sinn kommen, beim Lesen des Artikels „Die Einzelfälle sind nicht gestrig.“ Ein lustige Schlagzeile, das aber nur kurz nebenher: Was in diesen Fällen aus dem Heute zum Vorschein kommt, ist nur Gestriges, mehr als Gestriges – Vorgestriges von Ewiggestrigen.

Das ist die Fortsetzung des Kapitels Einzefälle, Serienfälle, Cheffälle … in dem es um die gelisteten Einzelfälle dieser Tageszeitung geht, mit denen die Umschreibung des Operntextes eigentlich bereits beginnt:

Er wäre gut, anstatt so, 
doch die Mitarbeiter, die Funktionäre,
die Mandatarinnen, die sind nicht so.

Und seine Fortsetzung findet, mit den vorgestrigen Fällen im Heute.

„Das Verhältnis der FPÖ zu Neonazismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus – eigentlich glaubt Heinz-Christian Strache, alles zu diesen Themen gesagt zu haben.“

Damit wird der Artikel Er wäre gut eröffnet. Zu Antiromaismus hat er noch nichts gesagt, und die Tageszeitung glaubt eigentlich, nichts zu diesem Thema ist zu sagen. Und dieses Thema könnte den stringenten Aufbau von Er wäre gut stören. Aber eigentlich ist es ein Thema, das in Österreich generell stört, von dem nichts gewußt werden will.

Dann wird in Er wäre gut von seiner Festrede zum 100. Geburtstag erzählt: „Es war eine starke Rede.“

Es darf nicht fehlen, seine Rede in der Hofburg, mit der er, meinen nicht wenige in diesem Land, und das sind nicht die Bildungslosen aus dem Gemeindebau, den Konjunktiv aus dem Vers Er wäre gut

„Bereits auf dem umstrittenen Akademikerball Ende Jänner hatte Strache im Zuge der Liederbuchaffäre Udo Landbauer, den damaligen FPÖ-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Niederösterreich, verurteilt. ‚Es ist unsere Pflicht, klar Stellung zu beziehen gegen Antisemitismus, Rassismus und totalitäres Denken‘, sagte er damals. Man kann darüber spekulieren, ob das auf Druck von Sebastian Kurz geschehen ist – immerhin war die türkis-blaue Koalition gerade erst angelobt worden. Jedenfalls hat Strache – aus seiner Sicht – seither immer wieder klar Stellung bezogen. Für ihn liegen die ‚Einzelfälle‘, in denen FPÖ-Funktionäre und/oder -Mandatare und/oder -Mitarbeiter einschlägig auffällig geworden sind, in der Vergangenheit.“

Worüber nicht spekuliert werden kann, ist eines, Er wäre gut hielt eine Rede für innen und draußen.

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Er wäre gut sagt damit nicht die Unwahrheit, daß für ihn die einschlägigen Fälle in der Vergangenheit liegen; gibt es doch in dieser Gesinnungsschaft nur eine zu verwendende Zeit: Vergangenheit. Keine Gegenwart, keine Zukunft, nur Vergangenheit. Und wenn in dieser Gesinnungsschaft ausgedrückt werden will, präsent zu sein, wird das mit einem Zur Zeit abgewandelt.  

Und was so ein Er wäre gut für Probleme hat, ach, welches Lager er abschütteln möchte, welche Kräfte ihn halten, an ihm zerren, in dem Lager, in das er sich gelegt hat, davon wird auch erzählt in diesem Artikel, als wäre dieser eine Adventgeschichte, von einem armen Waisenknaben auf einem rohen Lager, auf das er ohne sein Zutun geworfen ward.

Dann kommt eine kritische Bemerkung, die es zu einer modernen Adventgeschichte macht. Die Durchleuchtung der Burschenschaften lasse noch immer auf sich warten. Wer wurde damit beauftragt? Und vor allem von wem? Ach, armer Er wäre gut, aber seine Verhältnisse, die sind halt so.

Die Verhältnisse, wo werden die eingegangen? In der Fuhrmanngasse 18. Das Durchleuchten hat zu warten, das muß doch zu verstehen sein, zuvor hat ein Buch über Umsturz zu erscheinen, wer von Eckart gerufen, kann sich nicht verweigern …

Und wer will da ungeduldig sein? Übt sich nicht vorbildhaft der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich in geduldiger Vorfreude auf den neuen …

Gleich im ersten Absatz von Er wäre gut, also in dem Absatz ohne Antiromaismus, steht geschrieben:

„Trotzdem hat sich der Vizekanzler und FPÖ-Chef einem STANDARD-Interview gestellt, bei dem es – auch – darum ging. Das muss man positiv anerkennen.“ 

Oh, und was für ein Interview das war, dem der Er wäre gut sich stellen mußte. Es muß ihm vorgekommen sein, er muß sich gefühlt haben dabei, wie jener Mann vor Jahrhunderten, der in Eiseskälte Tage vor der Zugbrücke ausharren mußte, ehe ihn ein Mann in seine Burg einließ, in die warme Stube …

Um dieses Kapitel vorerst wieder einmal zu beenden, soll auf den unerwähnten Antiromaismus zurückgekommen werden. Vielleicht meint die Tageszeitung, es ist eigentlich alles zu diesem Thema gesagt, weil ein Antiromaist „Paragraphe“ für die zurzeitige Regierung in Österreich schreibt.

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Die Einzelfälle sind nicht gestrig - Er wäre gut doch seine Partei die ist nicht so.png

 

 

2 Gedanken zu „Cheffall. Er wäre gut, anstatt so, doch seine Verhältnisse, die sind nicht so.

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