Wenn Andreas Unterberger das bürgerliche Gewissen ist, dann gibt es in Österreich weder Bürgertum noch Gewissen noch Publistizik

Es ist von den „Salzburger Nachrichten“ eine gute Idee, gegensätzliche Meinungen auf einer Seite gleichzeitig zu veröffentlichen, soher dem Leser und der Leserin die Möglichkeit zu bieten, sich je zu einem bestimmten Thema aus dem Pro und dem Contra eine eigene Meinung zu destillieren … Jedoch, es wäre wünschenswert, würden die „Salzburger Nachrichten“ Andreas Unterberger zu mehr – um nicht pathetisch von Wahrheit zu schreiben – Genauigkeit verpflichten, gerade auch und vor allem deshalb, weil Andreas Unterberger von den „Salzburger Nachrichten“ vorgestellt wird als

„für viele das bürgerliche Gewissen der österreichischen Publizistik.“

Wer immer die vielen sein mögen, für die Andreas Unterberger das bürgerliche Gewissen der österreichischen Publizistik ist, provozieren damit, danach zu fragen, ob es überhaupt eine Publizistik in Österreich gibt, die so genannt werden kann, ob das bürgerliche Gewissen eine Tugend ist oder doch mehr ein Freibrief zur Ungenauigkeit, um nicht pathetisch vom Freibrief zur Lüge zu schreiben …

Andreas Unterberger - Am StammtischWie sorgfältig und genau Andreas Unterberger arbeitet, beweist er auch diesmal mit seinem Beitrag zum Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien … Es könnte zu jedem seiner unhaltbaren Sätze etwas geschrieben werden, aber das würde hier zu weit führen …

Lesen Sie daher bitte selbst dieses neuerliche unterbergerische Genauigkeitsbeispiel und informieren Sie sich gleich anschließend umfassend dazu im Vergleich zum Unterbergerischen, beispielsweise:

Die Wohltätigkeitskonzerne – Wie Kirchen wirtschaften

Dauerskandal Kirchenfinanzen

Wie großzügig Andreas Unterberger mit Zahlen umgeht, darüber wurde auch schon geschrieben:

Andreas Unterberger liest den Freiheitlichen dankend eine Studie

In bezug auf Mißbrauch behauptet Andreas Unterberger, die Republik würde sich um eine Kommission herumdrücken, während die Kirche … Das Land Wien hat eine Kommission eingesetzt und Entschädigungszahlungen beschlossen, das Land Tirol hat eine Kommission …

Was Andreas Unterberger auch verschweigt, ist beispielsweise die zweimalige einhundertprozentige Erhöhung der Kirchensteuerabsetzbarkeit innerhalb kurzer Zeit

Und so weiter und so fort …

Andreas Unterberger an seinem StammtischDa es aber eher unwahrscheinlich ist, Andreas Unterberger zu mehr Genauigkeit noch verpflichten zu können, kann ein weiter Vorschlag unterbreitet werden. Vielleicht finden die „Salzburger Nachrichten“ doch noch einen Publizisten für diese an sich gute Idee der Kolumne „Kontroverse“, bei dem im Gegensatz zu Andreas Unterberger nicht zuerst noch nachgeprüft werden muß, stimmen die Fakten und Daten denn überhaupt, sondern gleich mit Gewißheit der Richtigkeit der Fakten und Daten über die Argumente nachgedacht werden kann. Damit will aber nicht geschrieben werden, die „Salzburger Nachrichten“ sollen Andreas Unterberger abberufen …

A UnterbergerEs könnte mit Andreas Unterberger eine weitere Kolumne geschaffen werden: „Am Stammtisch“. Unter diesem Titel ist dann erstens sogleich klar, auf die am Stammtisch vorgebrachten Daten und Fakten muß nicht geachtet werden, die können in der Regel aufgrund ihrer Falschheit übergangen werden, und zweitens ist es menschgemäß nicht uninteressant zu erfahren, was denkt der gewöhnliche Stammtischler … Anderseits Andreas Unterberger an zwei Stammtischen …

Helmut Qualtinger liest Jorge Mario Bergoglio: „Das Kreuz läßt nicht mit sich reden.“

In der Sendung „Orientierung“ des österreichischen Rundfunks wurde, wie nachgelesen werden kann, die Frage gestellt, was eine kluge Religionskritik denn sein könneHelmut Qualtinger liest Papst FranziskusUnd Helmut Qualtinger setzt sich einfach, unaufgeregt und bescheiden zur besten Antwort hin, die auf diese aus allzu durchschaubaren Motiven gestellte Frage gegeben werden kann … Er nimmt die Tageszeitung „Die Welt“ vom 16. April 2013 zur Hand, um den von diesem Medium veröffentllichten Auszug aus dem Buch von Jorge Mario Bergoglio vorzulesen … Ohne Einleitungsworte der dazu ohnehin nicht notwendigen Erläuterung beginnt Helmut Qualtinger mit seiner Lesung in seiner alles zur Kenntlichkeit bringenden Art, die er vor langer Zeit bereits einmal mit einem Buch eines anderen Heilsverkünder unter Beweis stellte … Damals allerdings mußte Helmut Qualtinger zum Buch greifen, weil die Zeit vorüber war, daß Zeitungen aus diesem Auszüge veröffentlichten …

Unsere Zugehörigkeit zur Kirche gründet wesentlich genau dort, wo die Kirche entsteht: am Kreuz. Dort wurde das definitive „Ja“ des Gehorsams gesprochen, das den anfänglichen Ungehorsam besiegt, dort wurde die „alte Schlange“ des sündigen Aufbegehrens ein für alle Mal in den Abgrund gestürzt. Dort ist unsere Zugehörigkeit zugleich Kindschaft, weil wir im Sohn Kinder werden.

Und dort steht, aufrecht im Verlust, die Mutter, die uns in diese Kindschaft gebiert. Dasselbe geschieht, wenn wir unser Herz in einer erneuerten Zugehörigkeit zur Kirche verankern wollen. Und weil die Kirche am Kreuz entsteht und im Kreuz gründet, ist auch unser Ankergrund die Teilhabe am Kreuz. In jeder kirchlichen Grundlegung gibt es ein Kreuz. „Die Geburtsstunde der Kirche fällt zusammen mit der Stunde der Totenwache.“

Die Schlacht ist kein Schaukampf

Das Kreuz ist Jesu „letzte Schlacht“: Dort erringt er seinen endgültigen Sieg. Im Licht dieses Gotteskrieges, der am Kreuz entschieden wird, wollen wir uns in die Lehre vom Kampf als dem eigentlichen Sinn unseres dem Herrn hingegebenen Lebens vertiefen. Ohne diese Dimension des Kampfes ist das „Mark“ unseres Christusdienstes nicht zu verstehen. Wir werden in unserer Arbeit als Seelsorger immer versucht sein, den Kampf nicht aufzunehmen oder ihn nur vorzutäuschen oder das „Warum“ oder „Wozu“ wir kämpfen müssen durcheinanderzubringen, das „Wann“ oder das „Wie“.

Wie viele Männer und Frauen sind in ihrem pastoralen Wirken in die Irre gegangen, weil sie nicht „nach der Art Gottes“ zu kämpfen verstanden! Wie viele haben die Schlacht mit einem Schaukampf verwechselt! Und wie viele haben im Staub des Alltags den Feind nicht erkannt und sich am Ende gegenseitig verletzt! Andere haben aus Angst vor dem Kampf einen falschen Frieden gesucht und ihr Leben mit einer ebenso unfruchtbaren wie wirkungslosen Harmoniesucht vergeudet.

Die kämpferische Dimension unseres Lebens

Bitten wir den Herrn heute um die Gnade, zu verinnerlichen, dass der Sinn unseres apostolischen Lebens im Kampf besteht; eine Gnade, die uns davor bewahren möge, wie törichte Kinder „Frieden zu spielen“ und „mit dem Krieg zu spielen“.

Um die kämpferische Dimension unseres apostolischen Lebens zu begreifen, müssen wir zunächst anerkennen, dass, wenn wir Gott dienen wollen, in unserem Herzen zwangsläufig ein Kampf stattfinden wird: das Ringen um das Kreuz als die einzige theologische Siegesstätte. Dieser Kampf setzt Urteilsvermögen und die großzügige Bereitschaft voraus, die schwerste und unangenehmste Arbeit auf sich zu nehmen.

Wer diesen Weg geht, den führt er wie unseren Herrn nach Jerusalem. Jesus selbst weist uns darauf hin, dass der christliche Modus Vivendi eine gewisse Feindseligkeit erntet (zumal für einen Mann oder eine Frau, die dem Herrn aus noch größerer Nähe nachfolgen will): Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.

Kein idyllisches Hirtenleben

Wer sein Leben gefunden hat, der wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden (Mt 10,37–39). Hinter der Nachfolge Jesu steht die Entscheidung, seinen Weg zu gehen, der unweigerlich ans Kreuz führt. Das ist etwas völlig anderes als die Zugeständnisse eines geteilten Herzens, das von einer friedlichen Koexistenz zwischen dem Herrn der Herrlichkeit und dem Geist dieser Welt träumt!

Die Feindseligkeit, unter der jeder zu leiden hat, der sich entschließt, den Weg Christi, unseres Herrn, zu gehen, bricht sich in den verschiedenen Arten der Verfolgung Bahn, die wir erleben werden. Der christliche Dienst fegt, wenn er authentisch ist, sämtliche nostalgischen Vorstellungen von einem idyllischen Hirtenleben zur Seite. Ich erlaube mir, den heiligen Ignatius zu zitieren: „Dass man Schwierigkeiten hat, ist nichts Neues, sondern im Gegenteil in den Dingen, die für Gottes Dienst und Ehre von großer Wichtigkeit sind, etwas ganz Alltägliches …“

„Die Widersprüche, die es gegeben hat und noch immer gibt, sind für uns nichts Neues; im Gegenteil, unsere andernorts gemachten Erfahrungen lehren uns, dass, je mehr wir darauf hoffen, dass Christus unserem Herrn in dieser Stadt besser gedient werde, der Feind, der seinen Dienst immer zu behindern sucht, uns desto mehr Hindernisse in den Weg stellen wird, und zu diesem Zweck bewegt er die einen und die anderen, nämlich dazu, in gutem Glauben, aber schlecht informiert das zu verwerfen, was sie, weil sie es nicht verstehen, für verwerflich halten.“

Verfolgung als Normalzustand

Zuweilen gehen solche Schwierigkeiten über ein bloßes „Hindernis“ hinaus und wachsen sich zu einer echten Verfolgung aus: Die Verfolgung ist ein Normalzustand im Leben eines Christen; er muss sie mit der Demut des unnützen Dieners leben und darf sie sich nicht als Verdienst anrechnen, denn das wäre vermessen.

Die frühen Christen haben, was ihre Interpretation der Verfolgung betrifft, eine Läuterung durchgemacht. In einer ersten Phase stellten sie die Verfolgungen, die sie mit dem Ausschluss aus den jüdischen Synagogen trafen, in eine Reihe mit den Sanktionen, die die Boten des Herrn auch in früheren Zeiten erfahren mussten (Mt 23,29–36; Apg 7,51f).

Später verortete man die Christenverfolgung dann in einem eschatologischen Kontext und gab ihr damit eine Bedeutung, die sie zuvor nicht besessen hatte: Sie macht das Maß voll (1 Thess 2,15f), und das just in dem Augenblick, da der Menschensohn als Richter kommt, um die Guten von den Ruchlosen zu scheiden (vgl. Mt 5,10–12). Die Verfolger richten sich mit ihren Werken selbst.

Der Tod hat nicht das letzte Wort

In einer dritten Phase entwickelte sich das Denken weiter: Die Verfolgten werden dazu aufgerufen, „um des Menschensohnes willen“ (Lk 6,22; vgl. Mk 8,35; 13,8–13; Mt 10,39) zu leiden und zu sterben und, mehr noch, ihm auf seinem Leidensweg nachzufolgen (vgl. Mt 10,22–23; Mk 10,38). Dieser letztgenannten Vorstellung entspricht das Martyrium des Stephanus, das wir heute im Laufe des Tages in einem ruhigen Moment noch einmal lesen sollten (Apg 6,8–7,60).

Stephanus stirbt nicht nur für Christus, sondern wie Christus und mit Christus, und diese Teilhabe am Mysterium des Leidens Jesu Christi trägt den Glauben des Märtyrers: Mit einem solchen Tod verkündet er auf seine Weise, dass der Tod im Leben Jesu nicht das letzte Wort gehabt hat. Auch wir lernen im Lauf unseres Erdenlebens diese drei Arten kennen, mit Schwierigkeit und Verfolgung umzugehen.

Wenn wir die dritte Stufe erreicht haben, sind wir Christus am nächsten. Deshalb ist der Tod Christi gleichsam das grundlegende „A priori“ jeder christlichen Einstellung: Denn die Liebe Christi drängt uns, wenn wir dies bedenken: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben. Und zwar ist er für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferweckt worden ist (2 Kor 5,14–15).

Danksagung mit dem eigenen Leben

Wenn wir Christus am Kreuz betrachten, wird uns bewusst, dass wir ihm unser Leben verdanken, weil – und nur deshalb! – er das seine für das unsere hingegeben hat. Und die Dankbarkeit wird uns, wenn sie echt ist, ebendort verorten: in der Hingabe des Lebens nach dem Beispiel unseres Herrn. Genau an diesem Punkt lösen sich alle „behavioristischen“ Erklärungsversuche der christlichen Haltung und Lebensweise in nichts auf.

Auf die Großzügigkeit Christi kann man nicht mit einem konventionellen und wohlerzogenen „Vielen Dank!“ antworten: Die einzige Antwort, die man geben kann, ist das eigene Leben, und diese Antwort wird gegeben, seit der Herr uns in seiner Einsamkeit am Kreuz den Weg gezeigt hat. Bei dieser Antwort müssen wir, muss unser ganzes Wesen Dankbarkeit sein.

Diese „Danksagung“ mit dem eigenen Leben wird Tag für Tag Gegenwart in der „Danksagung“ schlechthin: der Eucharistie, die zugleich Gedächtnis des Herrnleidens ist. Die Eucharistie legt den Grund der Kirche, nährt sie und erhält sie am Leben. Denn sooft wir von diesem Brot essen und aus dem Becher trinken, verkünden wir den Tod des Herrn, bis er kommt (vgl. 1 Kor 11,26). In der Feier der Eucharistie wird die Geburtsstunde der Kirche gegenwärtig, die mit der Todesstunde des Herrn zusammenfällt. Und unsere Art, Dank zu sagen, besteht darin, diesen Tod anzunehmen, uns ihm anzugleichen. Hier wurzelt die tiefste Wesensform unserer Zugehörigkeit zur Kirche.

Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bleibt es allein

Andererseits ist der Tod Christi der Beginn der wahren Herrlichkeit. Musste nicht der Messias alles dies erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen (Lk 24,26)? Die Herrlichkeit, die Stephanus vor seinem Tod erblickte (Apg 7,55), die uns verheißen ist und mit der verglichen das, was wir in diesem Leben erleiden, jede Bedeutung verliert (vgl. Röm 8,18). Es ist die Herrlichkeit, die Jesus ersehnte und um die er den Vater mit diesen Worten bat: Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir selbst (Joh 17,5).

Die Herrlichkeit Jesu ist die Stunde seines Kreuzes: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird … Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht (Joh 12,23–24); und damit wirklich niemand mehr daran zweifeln kann, dass zwischen dieser Herrlichkeit und dem Verlust des Lebens ein Zusammenhang besteht, fährt der Herr fort: Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es für das ewige Leben bewahren.

Das Kreuz war die Herrlichkeit Jesu

Die Apostel begriffen, dass die Herrlichkeit Jesu sein Kreuz war … allerdings erst später …, deshalb schreibt Johannes über die Jünger: Als Jesus verherrlicht war, erinnerten sie sich, dass dies über ihn geschrieben war und man es so für ihn ausgeführt hatte (Joh 12,16). Der heilige Paulus wird diese Herrlichkeit des Kreuzes ohne Umschweife zum Ruhm seines Lebens machen: Ich aber will mich nicht rühmen, außer im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt (Gal 6,14).

Sich im Kreuz Jesu Christi rühmen, sich des Herrn rühmen (2 Kor 10,17) ist Lobpreis und zugleich die beste Verteidigung gegen die Feinde des Kreuzes Christi, gegen die Klugheit dieser Welt, gegen die, die in eigener Verantwortung sprechen und ihre eigene Ehre suchen (Joh 7,18), die Ehre voneinander annehmen (Joh 5,44) und das Ansehen bei den Menschen mehr lieben als das Ansehen bei Gott (Joh 12,43). Der Herr sagt selbst, dass ihm an dieser menschlichen Ehre nichts liegt: Ehre von Menschen nehme ich nicht an (Joh 5,41).

Diese so unendlich wichtige Zustimmung zum Kreuz wird in letzter Instanz das Kriterium sein, das darüber entscheidet, ob wir unserem Meister wirklich treu nachgefolgt sind. Die christliche kaúchesis, das „Sich-Rühmen“ im Herrn, wird, gerade weil sie über das Kreuz führt und sich ganz an diesem ausrichtet, von jeglicher Eitelkeit geläutert – denn sie ist keine eitle Ruhmsucht – und findet ihre Mitte im allerreinsten Ursprung ihres Urhebers, den sie gerne den Herrn der Herrlichkeit nennt (1 Kor 2,8).

Das Gedenken an das Kreuz kann trösten

Sich im Kreuz des Herrn zu rühmen setzt ein lebendiges und immerwährendes Gedenken an das Kreuz voraus. Denk an unseren Herrn Jesus Christus (vgl. 2 Tim 2,8), diesen Rat werden die Jünger lieb gewinnen, und der Herr selbst sagt ihnen, nachdem er ihnen sein Kreuz angekündigt hat: Schon jetzt habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, glaubt (Joh 14,29). Das Gedenken an das Kreuz des Herrn tröstet und bestärkt uns im Frieden und im Dienst an Gott.

Dieser Herrlichkeit des Herrn zu gedenken und sich darin zu rühmen setzt nicht nur voraus, dass wir alle eitlen und nichtigen Herrlichkeiten vergessen, sondern auch, dass wir aus dieser tröstenden Erinnerung Kraft schöpfen für den Augenblick, da meine grundsätzliche Zustimmung zum Kreuz sich in der Prüfung bewähren muss …

Das Gedenken an das Kreuz ist sozusagen der Schauplatz des christlichen Daseins. Abseits dieses Schauplatzes werden wir weder was die Ausübung unseres Dienstes noch was unsere pastoralen Methoden betrifft, die richtigen Entscheidungen treffen: Wir laufen Gefahr, Lösungswege zu suchen, auf denen wir das Kreuz umgehen können. Dann führen wir eines dieser lauen Leben (sind „nicht Fisch und nicht Fleisch“) oder werden einer dieser Seelsorger, deren Tun weder menschlich noch göttlich grundgelegt ist.

Bereit sein, verlassen zu werden

Wenn wir uns dagegen für den Weg Jesu entscheiden, müssen wir uns ganz auf den Vater verlassen und bereit sein, vom Vater verlassen zu werden. Das Bewusstsein der rückhaltlosen Hingabe an den Vater und das Gefühl, vom Vater verlassen zu sein, das jedes Kreuz mit sich bringt, verweisen auf den eschatologischen Charakter dieses „Ecksteins“ unseres christlichen Lebens.

Wir müssen am Kreuz alles verlieren, um alles zu gewinnen. Wer das Kreuz nimmt, verkauft alles, um die eine kostbare Perle oder den Acker zu kaufen, in dem der Schatz vergraben ist. Alles verlieren: Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden (Mt 16,25; Mk 8,34f; Lk 17,33). Wir verlieren alles, um das neue Leben zu suchen; ein neues Dasein wird uns geschenkt werden, doch zuvor müssen wir alles verlieren.

Das Kreuz lässt nicht mit sich reden

Hier gelten keine Klauseln oder Rückversicherungen wie die, zu denen Hananias und Saphira ihre Zuflucht nahmen (Apg 5,1–11): Niemand zwingt uns. Wir sind eingeladen. Doch bei dieser Einladung geht es um „alles oder nichts“: keinen Schlafplatz sein Eigen zu nennen, obwohl selbst die Füchse ihre Höhlen haben; die Toten ihre Toten begraben zu lassen; und sich tagtäglich neu bewusst zu machen, dass es nicht der Herrlichkeit des Herrn entspricht, wenn wir die Hand an den Pflug legen und zurückblicken (vgl. Lk 9,57–62).

Das Kreuz ist das Zeichen für den Kampf, der der Sinn unseres Daseins ist. Mit dem Kreuz verhandelt man nicht, das Kreuz lässt nicht mit sich reden: Man umarmt es oder man weist es zurück. Wenn wir es zurückweisen, dann haben wir unser Leben selbst in der Hand, dann bleibt es eingezwängt in die Enge unseres kleinlichen Horizonts.

Wenn wir uns aber entscheiden, das Kreuz zu umarmen, verlieren wir noch im selben Moment unser Leben, wir lassen es los und geben es hinein in die Hände Gottes, in die Zeit Gottes, und wir werden es zurückerhalten, aber auf andere Weise.

Vom präpotenten Anspruch, Kritik an Religionen müsse klüger sein als diese selbst

Seit gesten gibt es in Österreich die Möglichkeit, ein Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu unterschreiben. Und das wird breit diskutiert, es werden viele Argumente dafür und viele Argumente dagegen vorgebracht. Die  gegen dieses Volksbgehren argumentieren, müssen allerdings mehr und mehr in das Theoretische ausweichen, müssen mehr und mehr in die Spekulation über ein sogenanntes Höchstes gehen, die Wirklichkeit und die Praxis also meiden …

Das ist verständlich und nachvollziehbar …

Wer will ihnen das Übel nehmen, wer will ihnen das vorhalten, zu versuchen, Bürger und Bürgerinnen davon abzuhalten, dieses Volksbegehren zu unterzeichnen?

Niemand.

Kluge Religionskritik trotz dieser Organisierten Glauben

Verurteilung von Gerhard Haderer in 2005, Verurteilung von Fazil Say am 15. April 2013 …

Ebenso aber darf nicht darauf verzichtet werden, ihnen zu antworten. Mehr noch. Es muß ihnen geantwortet werden. Noch mehr. Es muß ihnen erklärt werden, die mit Transzendenz tapezierte Nebelwand mit dem Spiritualitätsvorhang vor dem Fenster will ihnen niemand abtragen, sondern daß es nur um eines geht, um die Praxis der Organisierten Glauben in der Wirklichkeit, darum also, daß die Zeit der Allüberstelllung und der Eigenzuschreibung der Allüberlegenheit der Organisierten Glauben endlich endgültig vorbei sein muß. Und es muß dazu gesagt werden, daß das Antworten nicht verwechselt werden darf mit einem Aufruf, dieses Volksbegehren zu unterschreiben, auch wenn ohne viel Aufheben zugegeben werden kann, wer dieses Volksbegehren auf das Eigentliche, auf die Praxis, auf das Wirkliche zurückführt, also auf das, worum es tatsächlich geht, wird nicht umhin kommen, es zu unterschreiben: beispielsweise mit Blick auf die überreichlichen gesetzlichen Sonderstellungen der Organiserten Glauben, beispielsweise mit der nach wie vor praktizierten Herabwürdigung des Menschen durch Organisierte Glauben …

Diese Herabwürdigung ist auch dem präpotenten Anspruch eingeschrieben, Kritik an Religionen müsse klüger sein, als diese es selbst sind …

Zwei aktuelle Beispiele dafür …

Es wurde zwar bereits gestern über den Zitatesammler Rudolf Langthaler erschöpfend geschrieben, aber eine Erwähnung noch soll er finden. Rudolf Langthaler erneuert mit Immanuel Kant „die Hoffnung

eines künftigen Lebens, und das Dasein Gottes wegdemonstriert haben solle, so bin ich begierig, das Buch zu lesen, denn ich erwarte von seinem Talent, daß er meine Einsichten weiterbringen werde. Das weiß ich schon zum voraus völlig gewiß, daß er nichts von allem diesem wird geleistet haben[.]

In der Sendung „Orientierung“ des österreichischen Rundfunks vom 14. Februar 2013 wird die Frage gestellt: „Was ist kluge Religionskritik?“ Wer diesen Beitrag sich ansieht, wird nicht umhin kommen, zu sagen, es ist Propaganda, konkret eine Propaganda für den Organisierten Glauben des römisch-katholischen Kleinststaates in einem Grätzel von Rom … Es wird etwa der Ausspruch von Juri Gagarin, er habe Gott im Weltraum nicht gesehen, als Beispiel für dumme Religionskritik gebracht. Zum einen ist ein solcher Ausspruch nicht als Religionskritik zu werten, zum anderen ist dieser Ausspruch aber als Spruch ein den religiösen Sprüchen vollkommen gleichwertiger … Ach, was haben Religionen nicht schon für Sprüche als unfehlbare Lehrsätze festgeschrieben und diese werden heutzutage noch in den Messen der Organisierten Glauben auswendig vorgetragen. Ein Gagarin heute würde nach der letzten Papstwahl vor einigen Wochen vielleicht noch hinzugefügt haben: auch den Teufel nicht … Es könnte auch vieles zu dem von Franz Schuh in diesem propagandistischen Beitrag Geäußerten geschrieben werden; aber wer will und wer wird Franz Schuh schon leugnen können, was er glaubt denken zu müssen …

Es reicht zu diesen beiden aktuellen Beispielen aber eigentlich völlig die Antwort, eine kluge Religionskritik kann es im Grunde nur geben, eine solche kann nur gefordert werden, wenn es kluge Religionen gibt. Wobei die Antwort auf die Frage längst überfällig ist, wie konnte es je und wie es kann nach wie vor eine dermaßen mannigfaltige kluge Religionskritik geben, ist doch ihr Gegenstand einer, vom dem nicht gesagt werden kann, für diesen wurde das Werkzeug der Vernunft je entwickelt …

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Die Helfer der Organisierten Glauben – Teil 2

Die Helfer der Organisierten Glauben – Teil 1

Jorge Mario Bergoglio

ORF und Religion

Diakonie hatte eine Erscheinung – Jungweib Maria mit dem Verbotsgesetz

Christoph Schönborn: „Ich protestiere gegen Gerhard Haderer“

Den Milden ihren Glauben – den Glauben ihre Endlösungen

Geltendes Regelwerk des Kleinststaates in einem Grätzel von Rom

Christen haben das eigene Vaterland aber wie Fremde zu bewohnen

Evangelium – Weisung zur Nichtbefolgung staatlicher Vorschriften

Die Helfer der Organisierten Glauben – Teil 2

Rudolf Langthaler muß beim 21. Jahrhundert vorbei, nicht genug, auch beim 20. Jahrhundert muß Rudolf Langthaler schnell vorbei, um nach einer langen langen Tunnelfahrt ohne die geringste Beachtung der zahlreichen Hinweisschilder zu den Abfahrten in diese zwei Jahrhunderte endlich im 19. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert anzukommen, in denen er die Zitate vermeint zu finden, mit denen es ihm möglich sein wird, einen Artikel mit der Überschrift „Die Religionsverächter“ zu schreiben … Und dann schreibt Rudolf Langthaler diesen Artikel. Aber was für einen Artikel! Einen Artikel, dessen Schlagzeile einer Ergänzung würdig ist:

Die Religionsverächter – Eine Themaverfehlung

Dieser langthalerische Artikel ist ein Beitrag in der aktuellen Debatte um das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien, das ab heute unterschrieben werden kann, und eben als Beitrag zu diesem Volksbegehren ein verfehlter … Denn es geht bei diesem Volksbegehren nicht um Theorie, nicht um Aufklärung, es geht um die Praxis, es geht um die vielen besonderen Erwähnungen der sogenannten anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in österreichischen Gesetzen, es geht um die vielen den Organisierten Glauben eingeräumten gesetzlichen Sonderstellungen … Möglicherweise wäre ein Volksbegehren in bezug auf diese gesetzlichen Sonderstellungen gar nicht notwendig und es reichte aus, alle diese gesetzlichen Sonderstellungen dem österreichischen Verfassungsgerichtshof zur Prüfung vorzulegen … Wie viele von den gesetzlichen Sonderstellungen würden vor dem Verfassungsgerichtshof bestehen können? Aber dieses Volksbegehren geht noch über diese gesetzlichen Sonderstellungen hinaus, die ebenfalls nichts mit Aufklärung, mit Theorie zu tun haben, sondern mit Praxis, beispielsweise auch mit verbrecherischen Praktiken, mögen von diesen auch viele unter die gesetzliche Verjährung fallen …

Mit diesem Absatz ist der langthalerische Beitrag zur aktuellen Debatte um das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien vollständig als das erklärt, was er ist, eine Themaverfehlung.

Rudolf Langthaler - Zitate und deren VerfügbarkeitAber Rudolf Langthaler hat mit seiner Themaverfehlung dermaßen für Heiterkeit gesorgt, daß er sich ein Leckerli verdient hat …

Die Heiterkeit bei dieser Themaverfehlung setzt bereits mit dem ersten Absatz ein, in dem Rudolf Langthaler davon schreibt, daß Mangel an Bildung für verschiedene Formen des Aberglaubens … Was für ein Mangel an Bildung muß geherrscht haben, an den Höfen, in der päpstlichen Kurie, unter den Kardinälen und Päpsten, die sich beispielsweise astrologisch …

Noch erheiternder sind die vielen vielen Zitate, die Rudolf Langthaler in seinen Schaukasten der Bildung legt, um was mit diesen belegen zu können, um was mit diesen beweisen zu wollen … Nur eines, Zitate sind wie Statistiken, denen nur vertrauen kann, wer sie selbst erstellt hat –, im Falle von Zitaten muß, um genau zu sein, geschrieben werden, zu jedem Zitat läßt sich ein gegensätzliches Zitat finden, zu jedem Zitat einer bestimmten Person läßt sich ein anderes Zitat sogar von ebendieser Person finden … Die Frage nach der Bonität des Zitatenzusammenstellers ist nicht nur dadurch beantwortet, daß er bis ins 18. und ins 19. Jahrhundert muß, um Zitate zu finden, von denen er meint, sie dienen seinem Zweck am besten, sondern die von Rudolf Langthaler Zitierten beantworten selbst zusätzlich die Frage nach der Kreditwürdigkeit von Rudolf Langthaler endgültig, und sie stellen damit den „Religionsverächtern“ und den Religionsverächterinnen kein schlechtes Zeugnis aus …

Die Forderung und die Praxis von Organisierten Glauben ist nach wie vor der unbedingte Gehorsam … Es ist bereits Jahrzehnte her, daß sich einer auf Immanuel Kant berief, es war Adolf Eichmann, der aber hier nur aus einem Grund erwähnt wird, weil er die Bedenken von Miguel de Unamuno gegen Kant nachträglich bestätigte, der bereits 1916 schrieb:

War es denn nicht Kant, der mit dem ewigen Frieden, der da sagte, wenn die Menschheit als Ganzes im Begriffe wäre unterzugehen und es gäbe einen vom Gericht zum Tode Verurteilten, so müßte man ihn noch vor dem allgemeinen Untergang hinrichten? Ja, so sprach der gestrenge Mann, der kein Mitleid kannte. Und dann gab es Schüler von ihm, die sogar vom Recht auf Strafe sprachen.

Einem Religionsverächter oder einer Religionsverächterin könnte bei den von Rudolf Langthaler Genannten einfallen, hinkünftig genau von diesen Zitate anzuführen, etwa von Georg Christoph Lichtenberg:

Daß ich etwas, ehe ich es glaube, erst durch meine Vernunft laufen lasse, ist mir nicht ein Haar wunderbarer, als daß ich erst etwas im Vorhof meiner Kehle kaue, ehe ich es hinunterschlucke. Es ist sonderbar, so etwas zu sagen, und für unsere Zeiten zu hell, aber ich fürchte, es ist für zweihundert Jahre von hier ab gerechnet zu dunkel.

Ist es nicht sonderbar, daß jedermann sein eigener Arzt, auch sein eigener Advokat sein darf, sobald er aber sein eigener Priester sein will, so schreit man Jammer und Weh über ihn, und die Götter der Erde mischen sich darein.

[M]ischt sich doch offenbar eine große Menge von frommem, unphilosohischem Unsinn. Der Auswurf, was muß das für ein Wesen sein, das das alles gemacht hat! ist doch nicht viel besser als der, was mag das für ein Bergwerk sein, in welchem der Mond ist gefunden worden.

Vielleicht begeht oft ein katholischer Beichtvater größere Sünden im Beichtstuhle als er zu vergeben hat.

Und ebenfalls von Jean Paul, der über das Treiben in den sakralen Bauten beispielsweise nicht erst bei Karl-Heinz Deschner nachlesen mußte:

Die Missionare fischen lieber Perlen als Menschen.

Die Theologie gestattet der Vernunft nur Fastenspeisen.

Der „Weg zum Himmel“, bei dem „die neuen Teologen“, wie Jean Paul noch zu beobachten imstande war, „eine Wegreparatur vorgenommen“ haben,  ist wieder sehr sanierungsbedürftig –, das aber sieht Rudolf Langthaler vor angestrengter Suche nach den „geistigen Wegbereitern“ der Religonsverächter und Religionsverächterinnen nicht, und, seine Suche bleibt auch eine erfolglose, vor allem deshalb, weil keine „geistigen Wegbereiter“ nötig sind, um beispielsweise das Gerechtfertigte von gesetzlichen Sonderstellungen der Organisierten Glauben in einem Volksbegehren abzufragen … Ein Nein auf die Frage von Lichtenberg, ob geglaubt werde, daß Schlehenhecken Orangen getragen haben, kann als Antwort darauf auch von einem Rudolf Langthaler vermutet werden, ebenso ein sein Ja auf die unmittelbar darauf von Lichtenberg gestellte Frage, ob geglaubt werde, daß es Menschen gab, die Gottes Sohn waren … Womit die „geistigen Webgereiter“ von (auch) Rudolf Langthaler identifiziert sind, jedoch die Wege, die sie bereitet haben, waren von Beginn an mangelhaft, nur, wenn überhaupt, stolpernd, auf allen Vieren und letztlich immer nur auf den Knien …

Zitate, Zitate, Zitate – die Worte, die Worte, die Worte … Womit W. C. Williams die Freundlichkeit besitzt, mit seinem Titel eines Gedichtbandes zum auch von Rudolf Langthaler genannten Gottfried Keller zu kommen, um mit einem seinem Gedicht zu schließen, das hier nicht einfach als ein weiteres Zitat …

Ich hab in kalten Wintertagen

Ich hab in kalten Wintertagen,
In dunkler, hoffnungsarmer Zeit
Ganz aus dem Sinne dich geschlagen,
O Trugbild der Unsterblichkeit.

Nun, da der Sommer glüht und glänzet,
Nun seh ich, daß ich wohlgetan!
Aufs neu hab ich das Haupt bekränzet,
Im Grabe aber ruht der Wahn.

Ich fahre auf dem klaren Strome,
Er rinnt mir kühlend durch die Hand,
Ich schau hinauf zum blauen Dome
Und such – kein beßres Vaterland.

Nun erst versteh ich, die da blühet,
O Lilie, deinen stillen Gruß:
Ich weiß, wie sehr das Herz auch glühet,
Daß ich wie du vergehen muß!

Seid mir gegrüßt, ihr holden Rosen,
In eures Dasein flücht’gem Glück!
Ich wende mich vom Schrankenlosen
Zu eurer Anmut froh zurück!

Zu glühn, zu blühn und ganz zu leben,
Das lehret euer Duft und Schein,
Und willig dann sich hinzugeben
Dem ewigen Nimmerwiedersein!

PS Für einen Moment war daran gedacht, auch den Beitrag von Norbert Leser in der Tageszeitung „Die Presse“ mit der Schlagzeile „Bruno Kreisky, Franz Olah und die heutigen Religionshasser“ -, aber es setzte sich doch raschest die Überzeugung durch, zu Norbert Leser nicht mehr schreiben zu wollen, als bereits geschrieben wurde: Diskursniveau von Norbert Leser jenes von Karl Tropper?

Platz für das Zitate-Spiel: „Du sagst eines, ich sage eines, er sie es sagt eines, wir ihr sie sagen eines“:

Keine Prüfung der Aufnahme von Datenverarbeitungen durch Kirchen und Religionsgesellschaften

Es wollte eigentlich nur die Information unkommentiert veröffentlicht werden, wie es um das Verfahren zur Vorratsdatenspeicherung aktuell bestellt ist …

Jedoch ganz unkommentiert ist dies nicht möglich. Auch wenn es nicht unmittelbar etwas mit den Vorratsdaten zu tun hat, so doch mit der Möglichkeit, ab 15. April 2013 das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu unterschreiben, also mit der aktuellen und breiten Debatte darüber, wie sehr in Österreich den sogenannten anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften besondere Stellungen in den Gesetzen eingeräumt werden …

Datenschutzgesetz - Besondere Bestimmungen für Religionsgesellschaften

„Meldepflichtige Datenanwendungen, die weder einer […] entsprechen, noch innere Angelegenheiten der anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften […]“

Es war nicht die Absicht, nach weiteren besonderen gesetzlichen Erwähnungen und Stellungen der Religionsgesellschaften zu suchen, sondern ein Zufall, oder, wird an die Fülle der gesetzlichen Erwähnungen gedacht, ein nicht zu entgehender Zufall … Es war nicht die Neugier in bezug auf Religionsgesellschaften, sondern die Neugier darauf, ob der Zugriff auf Vorratsdaten durch das Bundesheer inzwischen aus dem Ministerialentwurf wie angekündigt tatsächlich entfernt wurde, verleitete dazu, auch einen Blick in das Datenschutzgesetz zu werfen, weil in der neuen Vorlage die Beschwerdemöglichkeit wegen Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen statt an das Bundesverwaltungsgericht nun an die Datenschutzbehörde zu erheben ist …

Und kaum war das Datenschutzgesetz aufgeschlagen, mußte über Religionsgesellschaften auch in diesem Gesetz gelesen werden … Im gültigen Datenschutzgesetz wird Religionsgesellschaften eine rechtliche Bevorzugung eingeräumt, an der auch durch die aktuell geplante Novelle nichts geändert werden will …

Um aber die aktuellen Informationen über die Vorratsdatenspeicherung nicht weiter zu verzögern, lediglich noch der Hinweis, daß die entsprechende Passage aus dem Datengeschutzgesetz zur werten Lektüre auf die carte postale geklebt wurde.

AKVorrat übermittelt Stellungnahme im Verfahren beim EuGH zur Vorratsdatenspeicherung

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat im Dezember 2012 dem Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) die Frage der Vereinbarkeit der Vorratsdatenspeicherung (VDS) mit der EU Grundrechte-Charta (GRC) vorgelegt. Im Ausgangsverfahren haben insgesamt 11.139 Personen, organisiert durch denAKVorrat.at, im Juni 2012 beim VfGH einen Antrag zur Aufhebung der VDS eingebracht (www.verfassungsklage.at). Nun hat der AKVorrat.at im Namen der AntragstellerInnen fristgerecht bis zum 10. April 2013 eine Stellungnahme beim EuGH in Luxemburg vorgelegt. Der Schriftsatz steht unter http://unurl.org/AKVorratEuGH zum Download bereit.

Die Stellungnahme bringt auf 21 Seiten pointiert die Argumente vor, warum die Garantien der EU Grundrechte-Charta durch die VDS im Sinne der Richtlinie 2006/24/EG verletzt werden. Im Wesentlichen orientiert sich der Schriftsatz am Vorbringen im Antrag an den VfGH, allerdings reduziert auf die rein EU-rechtliche Dimension, da die spezifisch österreichischen Aspekte bei den vorgelegten Fragen keine Rolle spielen. Der Schriftsatz steht unter www.akvorrat.at sowie www.verfassungsklage.at zum Download bereit.

Nun liegt die Hoffnung beim EuGH, der mit Wirksamkeit für die gesamte EU klarstellen kann, dass die Vorratsdatenspeicherung den Grundrechten und Grundwerten Europas widerspricht und daher aufzuheben ist. Bis zu einer Entscheidung wird es aber wohl noch zumindest ein Jahr dauern. Die primäre Verantwortung liegt bei den demokratisch gewählten Volksvertretern. Säumig bleibt die Politik aber mit der längst versprochenen Überarbeitung der VDS-Richtlinie. Man will angeblich erst den Ausgang der aktuellen Reform des Datenschutzrechts auf EU-Ebene abwarten. BürgerInnenbeteiligung ist auch hier gefragt – siehe dazu die Initiative https://wirwollendatenschutz.at/.

Die beste Überarbeitung der VDS-Richtlinie wäre jedenfalls deren Abschaffung! Der AKVorrat.at wird daher seine Aufklärungsarbeit fortsetzen. Schließlich sollten die Grundsätze der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit vor allem von einer mündigen Zivilgesellschaft getragen werden und nicht nur davon abhängen, dass einige Richterinnen und Richter alleine einer überschießenden Politik der Sicherheit Grenzen ziehen müssen.

Weitere Informationen:
www.akvorrat.at
www.zeichnemit.at
www.verfassungsklage.at
http://unurl.org/AKVorratEuGH
https://wirwollendatenschutz.at/

Die Helfer der Organisierten Glauben – Teil 1

Die Helfer der Organisierten Glauben I

Berichte als Beispiele allein aus der Woche 8. bis 12. April 2013: Rußland, Israel …

Ab 15. April 2013 gibt es in Österreich die Möglichkeit, ein Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu unterschreiben, und, es ist wohl nicht unrichtig mit Blick auf die mediale Berichterstattung und Kommentare wenige Tage davor von dem Eindruck schreiben zu können, es werden die Reihen geschlossen, die Helfer der Organisierten Glauben abkommandiert und kommandieren sich selbst ab, für die Organisierten Glauben in die Tasten zu hauen, den Organisierten Glauben beizustehen, als wären Organisierte Glauben Bedrängte, der Schutzlosigkeit und der Willkür machtlos und ohnmächtig Ausgelieferte …

Jedoch die Helfer der Organisierten Glauben (da dies aber vorwiegend Männer sind, kann oder muß sogar darauf verzichtet werden, von Helferinnen zu schreiben) können ihren ihnen gegebenen und selbst befohlenen Auftrag zum Beistand der Organisierten Glauben nur erfüllen, indem sie in die Theorie ausweichen, von der rechtlich abgestützten Praxis aber schweigen, wobei ihnen allerdings auch die Theorie zum Irrtum gerinnt, sie können dabei darauf vertrauen, das werde ihnen nachgesehen werden, weil es eben um das sogenannte Höchste geht, um Transzendenz, um Spiritualität, deren Samen und Eizelle – ohne daß dies den Menschen in seiner paradoxalen Verfaßtheit stören würde – der Irrtum ist …

Jedoch die Helfer der Organisierten Glauben können ihre Mission des Beistandes der Organisierten Glauben vollends nur dann erfüllen, wenn sie nicht nur in die Theorie flüchten, sondern zusätzlich – eigentlich die Hauptvoraussetzung dafür – die rechtlich abgestützte Praxis der Organiserten Glauben in der Welt ausblenden …

Um aber nicht im allgemeinen zu verbleiben, sollen exemplarisch zwei Veröffentlichungen konkret angesprochen werden: einmal jene von Josef Christian Aigner vom 1. April 2013, einmal jene von Rudolf Langthaler vom 10. April 2013 …

Bereits mit seiner Überschrift „Wissenschaft statt oder als Religion?“ will Josef Christian Aigner nicht dazu beitragen, die Fronten aufzulösen, die Krieger arbeitslos zu machen, sondern ganz im Gegenteil, er will die blutige Fahne mit  der uralten Parole „Glaube oder Unglaube“ wieder kräftig wehen lassen, er will sie voran tragen, ohne dabei erkennen zu wollen, daß seine Fragestellung die falscheste ist, die es nur geben kann, ohne dabei sehen zu wollen, daß es in der Menschheitsgeschichte eine Entwicklung gab, die diese Gegenstellung längst schon obsolet machte …

Aber gegen wen trägt Josef Christian Aigner diese Fahne bereitwillig tatsächlich voran ins Feld? Es sind die Organisierten Glauben selbst. Denn alles, was er vermeint gegen die „Wissenschaft“ vorzubringen, bringt Josef Christian Aigner tatsächlich gegen die Organisierten Glauben vor … Im Vergleich von Wissenschaft und Religion in bezug auf Praxis, auf gesellschaftliche Gegegenheiten und rechtliche Bedingungen zeigt es sich, wie sehr die Kritik von Josef Christian Aigner in Wirklichkeit nicht eine an der Wissenschaft ist, sondern eine an den Organisierten Glauben selbst, für die er meint das helfende Wort …

… Die Meinung einer einzelnen Naturwissenschafterin dient Josef Christian Aigner für seine Kritik an der gesamten Wissenschaft, geradeso, als ob eine einzelne Naturwissenschafterin  die gesamte Wissenschaft zu vertreten befugt wäre, als ob eine einzelne Naturwissenschafterin Stimme wäre für die gesamte Wissenschaft, als wäre ihre Haltung zur Religion die Haltung der gesamten Wissenschaft zur Religion. Damit aber beschreibt Josef Christian Aigner tatsächlich nur die gängige Praxis von Angestellten der Organisierten Glauben.

… Es mag sein, daß diese eine Naturwissenschafterin, wie es ihr Josef Christian Aigner vorhält, ihren eigenen fachlichen Wahrheits- und Wirklichkeitszugang absolut setzt und andere Haltungen und Zugänge, die nicht auf ihrer Logik basieren einfach als Unsinn diffamiert. Das aber kann menschemäß erstens jedem Menschen unabhängig von seinem Beruf im Grunde vorgehalten werden, zweitens ist diese ihr unterstellte Absolutsetzung eine individuelle und nicht im Namen der gesamten Wissenschaft. Damit beschriebt Josef Christian Aigner aber tatsächlich nur die gängige Praxis von Angestellten der Organisierten Glauben.

… „Gebildeterweise“ möchte Josef Christian Aigner „eher mit Schaudern darüber nachdenken, wie oft auch die exakten Wissenschaften sich schon geirrt haben und was alles mit ihnen angerichtet werden kann, wenn sie sich als oberste Urteilsinstanz über Wert- und Normensysteme gerieren, die niemals verifizierbar oder messbar sein können.“ Damit beschreibt Josef Christian Aigner aber tatsächlich die Organisierten Glauben. Allerdings muß hier zur Verdeutlichung die aignerische Aussage ein wenig korrigiert werden. Mit Schaudern kann nachgelesen werden, nicht was mit Organisierten Glauben angerichtet werden kann, sondern was Organisierte Glauben aktiv angerichtet haben und anrichten. Im Gegensatz zu Organisierten Glauben prüfen und erkennen Wissenschaften selbst, wann sie sich geirrt haben, und berichtigen ihre Irrtümer, beharren nicht darauf im Irrtum zu bleiben.

… Schmähungen der Religion wie die der Naturwissenchafterin findet Josef Christian Aigner indiskutabel. Damit formuliert er tatsächlich eine Aufforderung an die Organisierten Glauben, deren gängige Praxis es nicht ist, apersonal und theoretisch zu schmähen, sondern praktisch ganz direkt und konkret Menschen, die nicht nach ihren Vorstellungen bereit sind das Leben zu führen, nicht dazu bereit sind, von ihnen sich ihr Leben führen zu lassen.

… Kaum eine Schrift von Freud ist für Josef Christian Aigner so von Brüchen und Widersprüchen getragen wie jene zur Religionskritik. Eine exakte Bescheibung – allerdings von allen Schriften der Organisierten Glauben.

… „Von exklusiven Wahrheitsansprüchen aber, die zudem von vielen Menschen als herabwürdigend empfunden werden, sollten Wissenschafter/-innen besser Abstand nehmen“, schreibt Josef Christian Aigner abschließend. Eine weitere Aufforderung an die Organisierten Glauben, eine weitere Beschreibung der gängigen Praxis der Organisierten Glauben.

Um den ersten Teil zusammenfassend abzuschließen:

… Während es für Wissenschaften gesetzliche Auflagen gibt, an die sie sich zu halten haben, die ihnen Beschränkungen auferlegen, gibt es zum Vorteil von Organisierten Glauben Sondergesetze, denen alle in einem Staat Lebenden unterworfen sind. Als ein Beispiel dafür können die Versanstaltungsgesetze genannt werden.

… Während Förderungen für wissenschaftliche Publikationen gestrichen werden, werden gleichzeitig Organisierte Glauben qua Steuerabsetzbarkeit massiv gefördert.

… Während von Wissenschaften keine Forderungen nach Gesetzen bekannt sind, etwa Kritik an ihnen unter Strafe zu stellen, oder das Leben gehorsam nach den „Werten, Normen“, die von Wissenschaften absolut als wahr und unumstößlich gesetzt werden, fordern Organisierte Glauben permanent ebensolche Gesetze ein.

… Während Wissenschaften weder mit einem demokratischen noch mit einem undemokratischen Staat einen Vertrag abgeschlossen haben, der den Staat verpflichtet, in seinen Schulen ihre Logos aufzuhängen, hat beispielsweise die demokratische Republik Österreich eben eine solche Vereinbarung mit dem absolutistisch regierten Kleinststaat in einem Grätzel von Rom.

Um einen Vorgriff auf den zweiten Teil zu machen, in dem es um die Verfügbarkeit von Zitaten anhand des Artikels von Rudolf Langthaler gehen wird, will schon einmal gefragt werden, welcher Wissenschafter oder welche Wissenschafterin verlangt, was ein „moderner Agitator“ verlangt, wie jener in „Gottes Eifer“ zitierte:

Der Gläubige soll schlaflos sein, solange er in einem nicht-islamischen politischen System lebt, sein Leben findet nur Sinn, wenn es der Abschaffung der fremden Vormacht geweiht ist. Wer in diesem Kampf fällt, hat seinen Platz im Paradies sicher; Ungläubie hingegen, die im ungerechten Streit mit Muslimen ums Leben kommen, fahren ohne Zwischenhalt in die Hölle.

Peter Sloterdijk zitiert dies nicht aus einer Schrift, die vor Jahrhunderten geschrieben wurde, sondern aus einem in Karlsruhe veröffentlichten Buch aus 1995: „Als Muslim leben“.

Der befleckte Schoß ist fruchtbar noch – Jesus Christus als König, Abgeordnete hinter Mauern

Es wollte eigentlich übergangen werden, was für eine absonderliche Idee ein Anhänger eines Organisierten Glaubens auch heute noch gebieren kann, konkret ist Lech Walesa damit gemeint, der im polnischen Parlament Abgeordnete hinter eine Mauer sperren will, und, es wollte eigentlich nicht noch einmal angesprochen werden, daß es in Polen Abgeordnete und eine christliche Bewegung gibt, die noch heute Jesus Christus zum polnischen König ausrufen wollen …

Der befleckte Schoß ist fruchtbar noch - Abgeordnete hinter Mauern

„Jesus Christus ist König des Universums. Bürger, die Pflicht haben, Christus öffentlich zu ehren und ihm Gehorsam zu leisten.“ Grundsätze der ethischen Lehre von Josef Spindelböck?

Doch das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien in Österreich, das mit 15. April 2013 zum Unterzeichnen aufliegt, und vor allem die damit verbundenen Diskussionen lassen es nicht zu, diese Ideen von Menschen eines Organisierten Glaubens, in diesem Fall des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche, in Polen zu übergehen, denn zum einen sind Polen und Österreich durch die Europäische Union miteinander verbunden, zum anderen sind auch in Österreich Menschen mit Ideen und Ansprüchen professionell am Werk, die wohl kaum, um ein derzeit aktuell berüchtigtes Schlagwort zu verwenden, mit „direkter Demokratie“ in Einklang zu bringen sind, im Grunde mit keiner wie auch immer verfaßten Demokratie …

Konkret soll damit Josef Spindelböck angesprochen werden, römisch-katholischer Geistlicher, katholischer Theologe und Professor für Moraltheologie und Dozent für Ethik …

Ethik … Fand Josef Spindelböck keine geeigneten Schriften, sah er sich deshalb genötigt, um in St. Pölten Ethik zu lehren, eigene Skripten zu erstellen? Wie 2005 die Enzyklika „Quas primas“ von Papst Pius XI. –, ein Text, für den zu schreiben der Antrieb gewesen sein muß, so oft wie möglich das Wort König in unterschiedlichen Variationen und Verbindungen verwenden zu können. Auf gerade einmal siebzehn Seiten kann König sechsundsiebzig Male gelesen werden …

Ist das die Ethik, die Josef Spindelböck lehrt?

Christus soll also herrschen über den Verstand des Menschen, der in vollkommener Unterwerfung seiner selbst den geoffenbarten Wahrheiten, den Lehren Christi fest und beständig beipflichten muß; herrschen soll Christus über den Willen, der den göttlichen Gesetzen und Vorschriften folgen muß; herrschen soll er über das Herz, das die natürlichen Gefühle zurückdrängen und Gott über alles lieben und ihm allein anhangen muß; herrschen soll er im Leibe und in seinen Gliedern, die als Werkzeuge oder, um mit dem Apostel Paulus zu reden, als Waffen der Gerechtigkeit für Gott [41] zur inneren Heiligung der Seele dienen sollen.

Gebe Gott, Ehrwürdige Brüder, daß auch die Fernstehenden zu ihrem Heile nach dem sanften Joch Christi verlangen und es auf sich nehmen, und daß wir alle, die wir durch Gottes barmherzigen Ratschluß seine Hausgenossen sind, dieses Joch nicht mit Widerwillen, sondern mit Hingabe, mit Liebe und in heiliger Ehrfurcht tragen. Dann werden wir durch ein Leben, das ganz den Gesetzen des Gottesreiches entspricht, eine reiche Ernte guter Früchte einheimsen und, einst von Christus als gute und treue Diener befunden, in seinem himmlischen Reiche der ewigen Seligkeit und Herrlichkeit teilhaftig werden.

41 Für die Staaten aber wird die alljährliche Feier dieses Festes eine Mahnung sein, daß die Staatenlenker und Behörden, so gut wie die einfachen Bürger, die Pflicht haben, Christus öffentlich zu ehren und ihm Gehorsam zu leisten. Sie wird stets den Gedanken an jenes Jüngste Gericht in ihnen wachhalten, bei dem Christus, der aus dem öffentlichen Leben verbannt und aus Verachtung vernachlässigt und übergangen wurde, unerbittlich streng solch schmähliche Mißhandlung rächen wird. Es ist eine Forderung seiner göttlichen Würde, daß die ganze menschliche Gesellschaft sich nach den göttlichen Gesetzen und den christlichen Grundsätzen sichte, sowohl in der Gesetzgebung und in der Rechtsprechung, wie auch in der Heranbildung der Jugend zu gesunder Lehre und zu sittlicher Unbescholtenheit.

Papst Pius XI., der für Josef Spindelböck noch heutzutage ein erster Ideenbringer zu sein scheint, wenn er sogar seine Enzyklika, aus der die obigen Zitate entnommen sind, als HTLM-Format erstellt und verbreitet, Papst Pius XI. war der absolutistische Herrscher des Kleinststaates in einem Grätzel von Rom zur Zeit, als zwischen Österreich und ebendiesem Grätzelstaat das Konkordat, der Vertrag also zwischen einem absolutistischen Herrscher und einem Diktator …

Bringt Josef Spindelböck in der niederöstereichischen Ethikkommission, deren Mitglied er ist, Zitate beispielsweise aus dieser Enzyklika als Wortspende ein?

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Organisierte Glauben

Werner Faymann ist dafür, die Gier des Stuhls in der Verfassung auch noch zu verankern

Pussy riot – The Unnamables for the russian orthodox church

Schluß mit den Sondergesetzen für Organisierte Glauben

Der von Oskar Deutsch angekündigte Mißbrauch des Gesetzes gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung

Kuwait ist, freuen Sie sich, Martin Mosebach, bald das Tor zum Paradies für absolut große Kunst

Eine Reliquie von Karl Habsburg beim österreichischen Bundesheer zum Anbeten

Christoph Schönborn löst ein Rätsel auf

Headquarters with terror camp of Religions at Vienna?

Verpflichtendes Kindergartenjahr für Christoph Schönborn

A Letter from Saudi Arabia – Where Dialogue Center is simply and democratically called: Secret Police

Abdullah-Center – The King and Spindelegger

„Koran“, „Bibel“ für jeden Haushalt – „Mein Kampf“ auch noch?

Klamauk: die Eintrittskarte in den ORF

Wer Kirchenbeitrag zahlt, fördert vor allem ihre Rechtezertrümmerer

Evangelum – Weisung zur Nichtbefolgung staatlicher Vorschriften

Die gedrehte Wahrheit von Christoph Schönborn

Organisierte Glauben

R. K. Höfer und sein unzulänglicher Versuch der Diffamierung des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien

Es gibt keinen hinterhältigeren, es gibt keinen widerwärtigeren Versuch, das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien zu verunglimpfen, als den von Rudolf K. Höfer in der Tageszeitung „Die Presse“ vom 5. April 2013. Und zugleich ist es auch der Unzulänglichste. Denn eine Debatte über die Organisierten Glauben damit diffamieren zu wollen, es wären hier „NS-Nachläufer“ dabei, die sich „NS-Gedankengänge zu eigen machen“ und „Festhalten an NS-Gedankengut“, ist in dieser Schäbigkeit nicht zu überbieten …

Rudolf K Höfer - Unzulänglicher VersuchEs muß soher dem Historiker Rudolf K. Höfer deutlich gesagt werden, Geschichte ist mehr und Geschichte ist vor allem nicht eingegrenzt auf die madigen zwölf Jahre der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des Deutschen Reiches, und mehr noch, die Geschichte der Organisierten Glauben ist nicht vorbei, die Organisierten Glauben sind  unter stolzer Berufung auf ihre Geschichte weiter tätig …

Und es muß der Historiker Rudolf K. Höfer deutlich aufgefordert werden, nicht dazu, Geschichte zu lernen – die wird er wohl gelernt haben –, sondern dazu, Geschichte in ihrer Gesamtheit zu sehen, das Starren auf die madigen zwölf Jahre der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des Deutschen Reiches endlich aufzugeben, um beispielsweise die Geschichte der Organisierten Glauben in ihrer Gesamtheit zu beurteilen, und hier vor allem die Weigerung der Organisierten Glauben zu berücksichtigen, mit ihrer Geschichte glaubwürdig brechen zu wollen …

(Einen glaubwürdigen Bruch mit ihrer Geschichte aber können Organisierte Glauben nur durch deren eigene Auflösungen vollziehen und durch deren Neugründungen, die keinen Zweifel daran lassen, daß sie noch das Geringste mit dieser geschichtlich am längsten währenden Grausamkeit zu tun haben, weder mit ihren Handlungen noch mit ihren weltanschaulichen Ausrichtungen …)

Und es muß dem Historiker Rudolf K. Höfer auch deutlich gesagt werden, um Organisierte Glauben in ihrer Gesamtheit in ihrem heutigen Wirken zu beurteilen, darf Österreich nicht als Maß für die Welt genommen werden, obgleich sogar in Österreich Angestellte und Mitglieder der Organisierten Glauben auftreten im Anspruchswahn der Allmacht, deren verbale Hartherzigkeit, deren verbale Unerbittlichkeit gegen den Menschen, deren Auslöschungsphantasien …

PS Die Unzulänglichkeit des höferischen Versuches beginnt bereits mit dem ersten Absatz, in dem er von der „außergewöhnlichen Optik“ aufgrund der „zeitlichen Nähe der Eintragungswoche zum Gedenken des vor 75 Jahren erfolgten Einmarsches der deutschen Wehrmacht in Österreich“ schreibt und zu suggerieren versucht, die Eintragungswoche sei von der „Gruppe“, die die Diskussion um die Kirchenprivilegien startete, festgelegt worden … Ein Volksbegehren kann aber von einer Initiative nur zur Durchführung beantragt werden, ob und vor allem wann es jedoch stattfindet, wird von der Behörde festgelegt. Nicht einmal die „zeitliche Nähe zum Gedenken“ an den Anschluß vor 75 Jahren kann soher dieser Initiative angelastet werden, für diese „außergewöhnliche Optik“ ist also der Staat verantwortlich zu machen, wobei hinzugefügt werden muß, diese „zeitliche Nähe“ begründet keinen Vorwurf.

PPS Es ist nicht unpikant, daß gerade die „Presse“ diesen geschichtlich unzulänglichen höferischen Versuch der Diffamierung veröffentlicht, eine Tagszeitung also, die allenthalben versucht, den Freiheitlichen ein freundliches und somit wählbares Gesicht zu erschreiben …

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Wessen Leiber hinzugeben, wessen Blut zu vergießen

Der steueretatbelastete Klassentagesausflug zu Robert Mugabe nach Rom, Grätzel Vatikan

Organisierte Glauben – Mannigfaltiger Kindesmißbrauch

Franziskus – Papst der Kadavergehorsamen

75 Jahre nach dem Anschluß an Nazi-Deutschland – Täglicher Heldenplatz ist aber heute noch immer der Petersplatz in Rom

Allzu irdische Weiterbetätiger

A letter from Saudi Arabia

Vom Wirklichkeitsriß der Gottesanbeter

Der Allmachtswahn und die Blutrünstigkeit der Organisierten Glauben

Aber die Presse läßt die Freiheitlichen nicht verkommen

Verbrennt solche Gestalten, wie …

Geschichtstafel auf dem Stephanplatz wurde entfernt

Kreuz Christi: Lanzenscheide

Für den Puls der Organisierten Glauben ist nicht das Herz das existenznotwendige Organ, sondern die Lanze. Aber wie das Herz ohne Öffnen des Brustkorbs nicht sichtbar ist, wollen Organisierte Glauben nicht zeigen, was in ihrem Inneren schlägt, es ist die Lanze. Was für einen Aufwand betreibt heutzutage gerade der Organisierte Glaube der römisch-katholischen Kirche, um den Kern ihrer Weltanschauung zu verbergen. Und doch offenbart kein Symbol eines Organisierten Glaubens genauer das Wesen der Organisierten Glauben als jenes der römisch-katholischen Kirche – das Kreuz Christi: die Scheide der Lanze …

Kreuz Christi - LanzenscheideDie Lanzenscheide, zu sehen in der Schatzkammer in Wien als Reichskreuz,  wird in Schlachten nicht mehr vorangetragen … Die Technik des Krieges, wenigstens die Technik  hat sich geändert … Drohnen müssen nicht motiviert werden, in das Schwert, das wohl nicht ohne Grund die Form des Kreuzes erhalten hat,  sich freiwillig zu stürzen, aber in ihren Reden müssen auch heute noch die Kriegsherren, wie beispielsweise die Präsidenten der Vereinigten Staaten, Gott mit sich führen, um ihr Schlachten …

PS Jorge Mario Bergoglio mit dem nunmehrigen Pseudonym Franziskus sagte am gestrigen Freitag, die Antwort Gottes sei das Kreuz Christi: „ein Wort, das Liebe, Barmherzigkeit und Vergebung ausdrücke“ … Würde heute E. M. Cioran eine Aussage von Papst Franziskus vorgelegt werden, etwa jene über die die „Berliner Morgenpost“ berichtet, mit der Frage, was er denn davon halte, wie würde seine Antwort ausfallen? Würde Cioran nicht einfach schweigend seinen Text über Paulus in „Dasein als Versuchung“ aufschlagen, um einen, beispielsweise diesen Satz von Jorge Mario Bergoglio …

Es gebe einen „blinden Laizismus, der im Namen einer vermeintlichen Verteidigung des Menschen die Werte des Glaubens und der Moral erstickt“.

Wessen Leiber hinzugeben, wessen Blut zu vergießen

Last supper is the opening supper

Nehmet den Leib und gebet ihn hin, den Euren und den der Anderen. Lasset das Blut fließen, das Eure und das der Anderen.

 

 

 

 

 

 

 

Wer kennt nicht die Einleitungsworte, wer war nicht dazu verdammt, diese hören zu müssen, wieder und wieder, und wer war nicht versucht, dabei abzuschweifen, darüber nachzudenken, wie es wohl gekommen wäre, wozu es nie kommen hätte müssen, wären diese Einleitungsworte, die von einem vielleicht so gesprochen wurden, möglicherweise aber von diesem auch gar nicht gesprochen wurden, sondern von anderen erfunden wurden, dazu bestimmt, alle zu richten, wären diese Einleitungsworte so gesprochen, so erfunden worden, wie im Rückblick auf zweitausend Jahre diese nicht symbolisch, sondern realistisch offenbaren, was in ihnen angelegt ist, hätten diese Einleitungsworte den Menschen klar und unmißverständlich dargelegt, was von ihnen gefordert wird, ihren Leib hingeben zu müssen, was ihnen abverlangt wird, ihr Blut vergießen müssen, wie viele hätten diesen aber nicht nur diesen Organisierten Glauben keine Aufmerksamkeit geschenkt, diese abgetan als für den Menschen nicht gangbare Wege, ihre Schriften und Reden im Archiv der Absurditäten und potentiellen Grausamkeiten abgelegt zur Erheiterung aber auch zur Warnung, je nicht wirklich werden zu lassen,  was blutigste Wirklichkeit …

Aber wie falsch wäre es nun zu sagen, es gehe hier wieder um Kritik an dem Organisierten Glauben der römisch-katholischen Kirche, an den Organisierten Glauben. Darum geht es nicht. Der Organisierte Glauben der römisch-katholischen Kirche hat sich selbst gerichtet, die Organisierten Glauben richten sich selbst, deren Geschichte und deren Weiterbetätigung erwirken keine Freisprüche …

Es geht, wenn es noch um etwas geht, um das Zuhören, um das Hinhören, darum, nichts auszublenden …

Und Jesus Christus ist dafür ein Beispielgeber, einer aber nicht zwingend der einzige für Organisierte Glauben, es will bis zum heutigen Tage heraus nicht gehört werden, was er auch sagte, ihm sagen gelassen wird, seine Reden über die Schwerter, die zu kaufen sind, sein Wille, die Welt in Brand zu setzen, bis sein Reich komme, keinen Frieden zu bringen, Zwistigkeit zu säen, wo fünf beieinander sind, sollen, so sein Wille, drei gegen zwei sein …

Ebenso falsch wäre es nun zu sagen, es gehe hier wieder allein nur um die Organisierten Glauben, aber in ihren Reihen stehen so viele Beispielgeber, denen unverständlicherweise Beachtung geschenkt wird, deren Reden und Schriften einzig zu ihrem Vorteil selektiv wahrgenommen werden … Nach Jesus kam Paulus, und mit ihm die Befreiung, selbst das formulieren zu müssen, was beispielsweise E. M. Cioran

Niemals genug werden wir ihm vorwerfen, daß er aus dem Christentum eine unvornehme Religion gemacht hat, er hat es zu den verabscheuungswürdigsten Traditionen des Alten Testaments zurückgeführt: Intoleranz, Brutalität, Provinzialismus. Seine Betrachtungen über die Jungfräulichkeit, die Enthaltsamkeit und die Ehe sind einfach widerwärtig. Für unsere Vorurteile in Religion und Moral ist er verantwortlich, er hat die Normen der Stupidität festgelegt und die Beschränkungen vervielfacht, die immer noch unsere Instinkte lähmen. Am heftigsten interessieren ihn die Sitten. Kaum spricht er davon, schon zittert er vor Bosheit. Man braucht nur einmal die berühmten Briefe näher zu betrachten: In ihnen wird man keine Anwandlung von Entspanntheit und Feingefühl, keinen Moment innerer Sammlung und Vornehmheit wahrnehmen können, da gibt es nichts als keuchende Wut, Hysterie gemeiner Art. Überall nur Mittelspersonen, Verwandschaftsbande, Familiengesinnung: Vater, Mutter, Sohn, Engel, Heilige, keine Spur von Intellektualität, kein genau bestimmter Begriff, niemand, der begreifen möchte. Sünden, Belohnungen, Buchführung der Laster und der Tugenden. Eine Religion ohne Wißbegier: eine Orgie des Anthropormorphismus.

Und nach Paulus kam …

Und nun mit Papst Franziskus die Weiterführung dessen, was Cioran über Paulus und damit nicht nur über Paulus … Jorge Mario Bergoglio warnt vor dem Teufel, und damit, ohne es zu wollen oder zu verstehen, auch vor Gott, denn der Teufel könnte, das fragte sich bereits vor Jahrhunderten Martin Luther, schließlich auch Gott sein … Was für ein erster Beweis der Logik von Papst Franziskus, wer nicht zu Gott bete, bete zu … Gott, freilich zu einem gemäß Kirchentradition mit einem Pseudonym …