Parallelschule – Was für ein Bildungsprogramm der Zukunft

Faschismus wiederbeleben - Zur Zeit FPÖ - NR Wendelin MölzerEs wird damit nicht die „Populistenpause“ unterlaufen, wenn in Erinnerung gerufen wird, wer gerade Bildungssprecher geworden ist, wie österreichische Medien aktuell berichten, weil es nicht um diesen Mann geht, sondern, wird sein Alter bedacht, was ist in den letzten Jahrzehnten in den Schulen in Österreich schief gelaufen, trotz der eigentlich gut zu nennenden Bedingungen und auch gesetzlichen Voraussetzungen, Schülerinnen und Schülern ein Weltbild zu vermitteln, das nichts mit dem zu tun hat, wofür das von Wendelin Mölzer geführte Magazin …

FPÖ-ZZ „wünscht weiteste Verbreitung“ der „braunen Festschrift“ für Rolf Kosiek, einen „radikalen Antisemiten und Rassentheoretiker“.

Und wo soll diese Festschrift für Rolf Kosiek nach Bildungsstand der vom nunmehrigen Bildungssprecher geführten ZZ verbreitet werden? Nun zur Erinnerung den Anfang des oben verlinkte Kapitels:

ZZ empfiehlt dieses Buch als „Fundgrube für jeden Lehrer, jeden Publizisten, jeden Historiker und natürlich auch jeden Politiker“ …

„Fundgrube für jeden Lehrer“ – was für ein Bildungsprogramm der Zukunft!

Er hat auch praktische Erfahrungen, führte er doch selbst Schulungen durch; auf seinem Unterweisungsplan: Hofer …

Wendelin Mölzer schult handbüchene freiheitliche Politik mit „fundamentalen Grundwerten“

In welche österreichische Schulen er wohl selber einst gegangen ist? Das müssen Schulen einer besonderen Schultype gewesen sein, mit recht besonderen Lehrern und Lehrerinnen, die so zwar nicht bekannt ist, dennoch existiert, die Schultype Parallelschule. In der wird er wohl auch die nötige Bildung erhalten haben, um seine Partei als eine „identitäre Partei“ verorten zu können, wie gelesen werden kann:

Die ZZ des identitären NR Wendelin Mölzer

Die Parallelschule muß wohl auch von den anderen in seinem geführten Magazin die recht bevorzugte Schultype …

Was ständig, um die Erinnerung an Vergangenes abzuschließen, gepflegt wird, ist die „Populismusfreundlichkeit“, deren Ende ist notwendiger als eine „Populistenpause“. Das zur Bekräftigung.

Formel der FPÖ – Rechtsextremismus ist gleich Patriotismus

FPÖ-ZZ 49-2014 Großer Patriotenkopf - Verteidiger von Mördern

„Wo Maitre Jean-Louis Tixier-Vignancour steht, ist immer rechts, ganz weit rechts, mögen auch die Vorzeichen wechseln. Der 54jährige Pariser Advokat, ehemaliger Abgeordneter der Nationalversammlung und einer der prominentesten Strafverteidiger Frankreichs, war nacheinander Monarchist, Faschist, Pétainist, Antisemit und Poujadist. Er diente dem Weltkrieg-II-Kapitulanten Péain in Vichy als Vize-Propagandachef und säuberte Frankreichs Film-Industrie von jüdischem Einfluß.“

Es liegt wieder eine Nummer der „Zur Zeit“ vor, die 49 vom 5. bis 11. Dezember 2014. Diesmal sind gleich drei NRs, also auch Abgeordnete im österreichischen Parlament, mit Beiträgen vertreten: der die ZZ führende Wendelin Mölzer, Wehrmachtsexperte Harald Stefan und Walter Rosenkranz. Es fehlt wieder nicht die ganzseitige Werbung des freiheitlichen Parlamentsklubs; was nach wie vor fehlt, ist die Antwort, ob die FPÖ mit Steuergeld dieses Medium finanziert.

FPÖ ZZ 49-2014 Große PatriotenköpfeDieses Medium, das auch in der Nummer 49 nach der Formel Rechtsextremismus ist gleich Patriotismus seine Artikel schreibt. Eine Formel, nach der in der identitären Gemein-Schaft insgesamt gerechnet zu werden scheint. Es scheint auch die einzige Formel zu sein, die in dieser Gemein-Schaft ausgerechnet werden kann.

Diesmal schreibt Erich Körner Lakatos über Jean-Louis Tixier-Vignancour, der in diesem Medium der freiheitlichen Gemein-Schaft vorgestellt wird als „einer der großen Köpfe im Frankreich des 20. Jahrhunderts. Und an seiner Seite war Jean-Marie Le Pen, wie heute gewählte Mandatare der Freiheitlichen, von He-Chr. Strache aufwärts, an der Seite seiner Tochter …

Freiheitlicher Code Patriotismus - Jean-Louis Tixier-VignancourEs muß auf den Inhalt dieser Feier eines „Patrioten“ nicht eingegangen werden. Es ist der Inhalt, wie er, um den in diesen Kreisen recht angesehenen Udo Ulfkotte zu paraphrasieren, eben in einer Bude der Desinformation gemanscht wird.

Großer Kopf für Freiheitliche - Jean-Louis Trixier VignancourFestzuhalten ist bloß, besonders, nein, ausschließlich für Wähler und Wählerinnen: Rechtsextremismus ist gleich Patriotismus, das ist die freiheitliche Formel. Es kann auch gesagt werden, Patriotismus ist ein weiterer Code für Rechtsextremismus. Wie beispielsweise Südtirol ein Code ist, ein Code, der „Startsymbol“ genannt wird. „Startsymbol“ für was? Für einen „Eurofaschismus“.

PS Was für ein „großer Kopf“ dieser Mann war, kann auch in einem Protokoll einer Kabinettssitzung in Deutschland aus 1967 nachgelesen werden. Er war ein derart „großer Kopf“, daß für ihn nur eine Huldigung angemessen war: „Distanzierung“.

FPÖ-ZZ: „Junta der vier Militärdiktatoren, die das Deutsche Reich beherrscht“

Es kann diesmal bloß geschwiegen werden. Was in der Ausgabe 47 vom 21. November 2014 der von NR Wendelin Mölzer geführten „Zur Zeit“, also von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments, steht, geschrieben von Erich Körner Lakatos unter dem Titel „Das Schicksal der Preußen“, spricht zur Genüge gegen sich …

Zu derartigen Auslassungen kann nur geschwiegen werden, aber derartige Auslassungen dürfen nicht verschwiegen werden:

FPÖ Zur Zeit - Adolf Hitler - Präsidialsystem wie in den USA„Schauen wir uns dem Kreis um den Oberösterreicher Adolf Hitler – Staatsoberhaupt (Präsidialsystem wie in den USA), zudem Vorsitzender der Einheitspartei NSDAP – näher an.“

„Das ist einmal der Münchner Ernst Röhm, ein Bajuware von echtem Schrot und Korn. Nachdem der Haudegen 1934 auf eher unsanfte Art auf die Seite geräumt wurde, verkümmert die Sturmabteilung auf dem Aussterbeetat. Nun hat die Schutzstaffel Oberwasser, ihr Reichsführer ist ebenfalls ein geborener Münchner, Heinrich Himmler. Hermann Göring, lange Zeit designierter Nachfolger des Staatsoberhauptes, erblickte im südbayrischen Rosenheim das Licht der Welt. Göring amtiert gar als preußiger Ministerpräsident. Ein Bayer als Chef in Preußen – eine Demütigung.“

„Während des Krieges ist Alfred Jodl derjenige Offizier, auf dessen Meinung Adolf Hitler besonderen Wert legt. Jodl ist Bayer im weiteren Sinne, also nicht Altbayer, sondern Unterfranke.“

„Ernst Kaltenbrunner wird in Ried im Innkreis geboren. Ausnahmen sind die Sachsen. Reinhard Heydrich und Martin Bormann. Weiters der Rheinländer Joseph Goebbels, welcher ursprünglich zu den von Adolf Hitler argwöhnisch beäugten Nordlichtern um die Gebrüder Strasser gehört.“

„Was zu guter Letzt die alten Preußen (Pruzzen) anlangt, so waren sie keineswegs Germanen, sondern (wie Letten und Litauer) vielmehr Balten mit germanischen und slawischen Einsprengseln im Erbgut.“

„Irgendwie können einem die Preußen leid tun. Sie triumphieren 1866 und 1870/71, aber kaum ein deutscher Stamm hat in der Zeit ab 1933 mehr erdulden müssen als die Borussen. Der Putschversuch vom 20. Juli 1944 ist nicht – wie dem Publikum heutzutage im Fernsehen nahegelegt wird – ein Protest wegen die Judenverfolgung, sondern vielmehr das letzte Aufbäumen der alt-preußischen Elite aus kleinadeligen Offizieren und Beamten gegen eine Führungsschicht, die sich beinahe ausschließlich aus dem süddeutschen Raum rekrutiert.“

„Vielleicht sind es mehr, als man gemeinhin glaubt, obwohl die Junta der vier Militärdiktatoren, die unter der Bezeichnung „Alliierter Kontrollrat das Deutsche Reich beherrscht …“

Auch nach dem Abschreiben der körner-lakatos’schen Zeilen bleibt bloß Schweigen, aber es fällt etwas dazu ein, Nicht-Wahl, eine derartige Gemein-Schaft mit einem derartigen Werbe-, Quell- und Schreiborgan nicht zu wählen, ist die einzige Antwort, die es je geben kann.