Können Sie, Norbert Hofer, wenn es um Mordaufrufe geht, auch handeln oder nicht einmal reden?

marcus junge unzensuriert

Sehr geehrter Herr Kandidat,

es ist durchaus möglich, daß sie vor dem 22. Mai 2016 noch dahingehend sich äußern, sie würden derartige Aufrufe zu mörderischen Lösungen ablehnen, sich distanzieren, wie sie es jetzt in bezug auf die Identitären getan haben, wobei sich allerdings die Frage stellt, wie kann ein Kandidat einer identitären Partei von gesinnungsgemäß dermaßen eingestellten Menschen sich distanzieren, außer er distanziert sich von sich selbst, mehr noch, er warnt vor sich selbst; wie berichtet wird, warnen sie jetzt vor dem nächsten Urnengang noch schnell vor den „rechtsextremen Identitären“.

Da in einem Betreff die Frage nach der Handlungsfähigkeit nur verkürzt angegeben werden kann, ist diese Frage nach der Handlungsbereitschaft zu präzisieren.

Selbstverständlich können sie handeln, sie handeln für ihre Klientel. Aber das ist kein angemessenes Handeln für einen Menschen, der das Amt des Präsidenten einer demokratischen Republik anstrebt. Sie haben bis jetzt jedes Handeln in diesem Sinne vermissen lassen. Wer soll ihnen glauben, daß sie nach dem 22. Mai 2016 plötzlich, über – wie es so schön heißt – Nacht dazu in der Lage sein sollten, einem Bundespräsidenten angemessen und würdig handeln zu können? Das heißt u.v.a.m. keine rein klientelbezogenen Handlungen zu setzen, bei Entscheidungen über den eigenen Gesinnungstellerrand schauen zu können, nicht die wohl zum überwiegenden Teil identitär geprägte und bestimmte eigene Identität zum Maß der Amtsausübung zu machen.

Es soll aber nicht im allgemeinen geblieben werden. Die Frage nach Handlungsfähigkeit und Handlungsbereitschaft kann und muß anhand von Konkretem gestellt werden. Es geht dabei um die Unzensuriert.

Als Einstieg dazu ein Kommentar von gestern:

„Intelligente Lösung gesucht? Raus mit dem Pack und die Linken, Gutmenschen, Systempolitiker und Lügenpresse gleich hinterher. Und wo es Gegenwehr gibt, 9mm mit Überschallgeschwindigkeit.“

Ist das die Lösung, die Sie sich von der Wahl Ihres Kandidaten erwarten? Wie in der Collage gelesen werden kann, gab es gestern noch weitere Kommentare von dieser Qualität, wobei aber vor allem darauf zu achten ist, wie viele, wiederum wie viele zu solchen Kommentaren ihre Zustimmung bekunden.

der punisher unzensuriert

Mit den Jahren ist es schlimmer und schlimmer, bösartiger geworden. Nein. Die Frequenz bloß hat sich erhöht. Jetzt kann auf Unzensuriert so etwas mehr oder weniger täglich gelesen werden, ohne daß seitens der Verantwortlichen dieser Website irgend etwas dagegen unternommen wird. Ganz im Gegenteil. Möglicherweise wird gedacht, es sieht auch der gegenwärtige Justizminister hier keinen Handlungsbedarf, weshalb also etwa dagegen tun.

Als sie selbst noch als Autor von der Unzensuriert geführt wurden, als sie selbst direkt informiert wurden, also über Kommentare in der oben zitierten Lösungsqualitität, haben sie bewiesen, sie sind nicht einmal als dritter Präsident des österreichischen Parlaments zum Handeln bereit. Weshalb sollten sie jetzt anders als für ihre Klientel auch mit solchen Lösungsvorschlägen handeln, wenn sie Bundespräsident werden sollten?

Es ist nicht so, daß nicht reagiert wird. Wenn es besonders heikel ist, vielleicht auch zu kenntlich ist, das Klingeln der Staatsanwaltschaft gefürchtet wird. Aber sogar dann muß mehr als einmal darauf aufmerksam gemacht werden. Wobei es nicht Aufgabe von Menschen sein kann, die mit dieser Website nichts zu tun haben, darauf hinzuweisen, es die ureigene Pflicht der Verantwortlichen auch für diese Website ist, etwas gegen solche Kommentare zu tun. Es darf vermutet, es verlöre dadurch wohl den Sinn, eine derartige Website zu betreiben, würde das Zusammenspiel von Kommentaren und Kommentaren unterbrochen werden. Ein Beispiel dafür, daß doch nach mehrmaliger Information etwas gelöscht wird, ist „Hellstorm“ … übrigens verbreitet von einem Menschen, der ihr glühender Werber und Wähler ist, der mit ihnen den Tag in göttlicher Morgendämmerung versinken läßt.

tea party unzensuriert

Es hätte dieser Kandidat, um ein wählbarer Kandidat zu sein, vor dem 22. Mai 2016 noch viel zu beweisen, aber nicht durch irgendwelche Reden, sondern durch Handlungen. Dazu gehörte dringlich, die sofortige Einstellung der Verbreitung von derartigen Lösungsvorschlägen, mit der glaubwürdigen Zusicherung, daß es auch nach dem 22. Mai 2016 keine solche Verbreitung mehr geben wird. Es gehörte auch eine glaubwürdige Abgrenzung dieses Kandidaten dazu, keinen Wert darauf zu legen, von solchen Menschen je gewählt zu werden. Freilich scheint das eine schier unmöglich zu erfüllende Aufgabe für diesen Kandidaten zu sein, der selbst nicht anders zu denken und zu sprechen weiß als seine Wählerinnen und Wähler, wenn bloß an seine „Bestien“, an seine „Invasion“ oder an sein Werben für dieses höchste Amt im Staat damit, es würden Menschen nach Österreich kommen, um „jemandem den Kopf abzuschneiden“.

Sehr geehrte Kandidatin,

in jedweder Wahl geht es nicht darum, wer kandidiert, sondern für wen Sie sich entscheiden. Kandidieren Sie als Wähler und Wählerin um Aufnahme in die Gemein-Schaft der Wählenden mit solchen Lösungen?

Wollen Sie sich wirklich mit Ihrer Stimme für diesen Kandidaten um die Aufnahme bewerben, der im „Antifaschismus“ den „Faschismus“ sehen will, wohl deshalb, weil in seinem Gesinnungsbund Südtirol als „Startsymbol für einen Eurofaschismus“ geträumt wird?

Sehr geehrter Kandidat,

in jedweder Wahl geht es nicht darum, wer kandidiert. Kandidieren kann jede Partei, kandidieren kann ein jeder Mensch. Aber Sie als Wählerin und Sie als Wähler bestimmen, wohin es in einem Land politisch und gesellschaftlich geht.

Ihre Antwort, Ihre Handlung ist wichtig und wesentlich. Sie wählen nicht nur einen Menschen in irgendein politisches Amt. Mit Ihrer Wahl bestärken oder schwächen Sie einen Menschen, der sich einer Wahl stellt, in seinen Ansichten. Wollen Sie wirklich einen solchen Menschen mit dieser ihn bewerbenden Wahlgemein-Schaft und damit auch diese Gemein-Schaft stärken und ihr das Gefühl geben, sie hätten mit ihren Ansichten recht? Wollen Sie wirklich mit Ihrer Stimme diese Gemein-Schaft empfinden lassen, es wäre ein Auftrag an sie, alle, die nicht dieser Gemein-Schaft angehören, in Steinbrüche

Wollen Sie wirklich einen Menschen, der sich einer Wahl stellt, mit Ihrer Stimme darin bestärken, daß das von ihm federführend erstellte Programm richtig ist, Sie es wollen, daß es umgesetzt wird? Ein Programm, in dem zum Beispiel ein bestimmter Mensch namentlich zur Verfolgung ausgeschrieben ist?

Wenn Sie sich die eine oder andere Frage vor dem letzten Urnengang noch überlegen würden, ob Sie tatsächlich mit Ihrer Stimme für die Aufnahme in eine solche Gemein-Schaft ansuchen möchten, und sich erst dann entscheiden, könnten Sie wenigstens sagen, Sie haben es sich nicht leicht gemacht, aber Sie können nicht anders, als sich gegen alles zu entscheiden, was hinlänglich unter Demokratie, Frieden, Entwicklung zum Guten für alle Menschen verstanden wird. Und wenn dem so ist, werden Sie verstehen, auch wenn Sie es nicht verstehen, daß Ihnen abschließend, wie es in einem Brief üblich ist, kein freundlicher Gruß …

Intelligente Lösungen unzensuriert

 

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