Ist sprachen, ist nicht inhalten

Stimmt halt nicht, aber wozu braucht die Krone Fakten (oder sieht sich das ITV an)
Markus Sulzbacher, 25. März 2025, Konzernplattform X

Statt darüber sich zu freuen, daß Menschen derart genau zuhören, will Markus Sulzbacher nicht wahrhaben, was wahr ist, er meint, berichtigen zu müssen, was keiner Berichtigung bedarf, weil es eben richtig wiedergegeben wird, er meint, Fakten gegen Fakten schaffen zu müssen, wenn die Fakten der Krone der Tageszeitungen schon einmal stimmen.

Tatsächlich sagte Judith Pühringer in dieser Nachrichtensendung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs am 24. März 2025:

Wir sagen, hunderttausend neue Bäuminnen in den nächsten fünf Jahren. Warum? Für jedes neugeborene Kind eins, weil wir diese Bäume als Schutzschilder für die Hitze brauchen.

Gar nicht zu freuen ist allerdings, wann die Menschen derart genau zuhören. Und gar nicht zu freuen ist, was davon Eingang findet in die Berichterstattung, auch in die der Krone des österreichischen Journalismus. Gar nicht zu freuen ist, daß ein einziges Wort eine derartige Aufregung —

Wer viel, wie es modern heißt, gendert, gendert halt auch mal zu viel, und das wird eben diesmal Judith Pühringer passiert sein. Es könnte die Krankheit des Genderns genannt werden, auch zu gendern, was gar nicht zu gendern gebraucht werden würde. In der Einzahl ist der Baum männlich, aber in der Mehrzahl sind die Bäume weiblich. Beachtenswert ist, wann nicht genau zugehört wird, nämlich dann, wenn gesagt wird, was gehört werden will, wenn es eben männlich klingt. Judith Pühringer sagt in diesem Interview: „Bei den Grünen“. Sie sagt nicht „GrünInnen“, oder, sie sagt auch nicht „bei den Grünen und Grüninnen“, und das ist klug von ihr. Denn. Wer sich im Internet ein wenig umschaut, wird rasch feststellen, daß „GrünInnen“ verwendet wird, um abzuwerten. Zum Abwerten ist auch das Gendern recht, scheuen auch jene Menschen das Gendern nicht, die sonst das Gendern fliehen wie Gott die Aufklärung.

Wer viel auf Fakten hält, verhält sich halt auch mal zu faktenfrei, und davor ist auch die Krone des österreichischen Medienstandards nicht immer gefeit

Tatsächlich sagte Judith Pühringer, auch das ist ebenso genau zugehört zu hören:

Wir sagen, hunderttausend neue Bäum in en nächsten fünf Jahren. Warum? Für jedes neugeborene Kind eins, weil wir diese Bäume als Schutzschilder für die Hitze brauchen.

Zwei nicht gesprochene Buchstaben, ein verschlucktes „e“, ein verschlucktes „d“und aus „Bäume in den nächsten“ wird für jene, die das genauso hören wollen, „Bäuminnen“, und für jene, die ebenso genau zugehört genauso das hören wollen, eben „Bäume in den nächsten“ … Was sie eint, ist daraus ein Für und Wider, eine Aufregung zu erzeugen, ist aus einem einzigen Wort, das nicht zum Freuen ist, und doch zum Freuen auch ist, wenn der Sprache eine derart hohe Wichtigkeit zuerkannt wird, als wäre für alle das höchste Gut die Literatur, Literatur, ist sprachen, nicht inhalten —

Sonst aber, gerade an diesem 25. März 2025, wird wieder einmal gewußt, was an dieser Krone des österreichischen Journalismus zu schätzen ist, dieser Wille zur Fortschrittlichkeit, wie er eben auch desselben Tages mit der Erneuerung der Rezension unter Beweis —

Dermaßen faktenfrei, das kann erwähnt werden, weil es ebenfalls an diesem 25. März 2025 gedruckt, wie „Österreich“ abgekürzt auf „oe24“ auf seine erste Seite die Zeile „TERROR-ANGST IN BADEN WEGEN FLUCHT“ schlägt, würde die Tageszeitung „Der Standard“ nicht schlagzeilen, schon gar nicht auf deren erste Seite. Daß im Artikel irgendwo im Blattinnern von „oe[…]“ nichts von der „Terror-Angst“ geschrieben wird, der Artikel selbst keinen Bezug zur Schlagzeile „Terror-Angst“ hat, weiß die oe-Familie nur zu genau, bis in die Innereien dieses Blattes wird gar nicht vorgedrungen, die erste Seite genügt den Lesenden vollauf zur Befriedigung ihrer Informationsbedürfnisse,

und die oe-Familie kann sich selbst wieder, auch an diesem Tag, stolz den Erfolg vermelden, zur Verbreitung der Angst

„Die Richtige“

Die Vorfreude, warum nicht Vorfreude sagen, die Vorfreude auf die Rezension, angekündigt auf Seite 19 der Druckausgabe vom 25. März 2025,

In seinem neuen Roman „Die Richtige“ fühlt Martin Mosebach Künstlern satirisch auf den Zahn. Seite 20

wandelte sich beim Umblättern auf die Seite 20 der Druckausgabe vom 25. März 2025 sofort in wahre Freude; richtiger kann eine Rezension über einen Roman von Martin Mosebach kaum geschrieben werden, und dabei auch noch wie nebenher diese Form der Kritik zu erneuern, wider jedwedes Erwarten, die Rezension könnte je noch eine Erneuerung erfahren. Am 25. März 2025 vollbringt die Tageszeitung „Der Standard“ diese Höchstleistung der Rezension. Die auf Seite 19 angekündigte liest sich auf Seite 20 wie folgt:

Nach einer erfolgreichen Comedy-Tour durch Deutschland und Österreich ist Image der Versuch […] Dazwischen lebt Peggy, eine „gemeine Lesbe“ und gescheiterte Kunststudentin Mitte 30, der die Eltern den monatlichen Geldhahn von saftigen 5000 Euro zugedreht haben. Das bedeutet in erster Linie den Verzicht auf Designergeschirr und andere Kinderlitzchen. Außerdem muss sie sich einen Mitbewohner suchen, um die Miete zu stemmen. Martin.

[Martin]

Er beschreibt sich als „schön, talentiert, reich und dann auch noch so gut bestückt, manchmal fragt er sich, ob er irgendweann an so viel Glück zugrunde gehen würde“. Abseits seiner Selbstwahrnehmung ist Martin aber ein eher unguter Kerl, der bei Peggy einzieht, um einmal am eigenen Leib zu spüren, „wie es so ist, nichts zu haben“. Im Verlauf einer Nacht wirft Image einen Kontrollblick auf das Elend seiner Besetzung, allesamt unglückliche Spießbürger mit ihren Lastern und Perversionen. Dazu gehören noch Martins Stalkerin Olivia und Veronique, die alkoholkranke Kellnerin der titelgebenden Absteige „Image“. Martin ist vergeblich auf der Suche nach einem One-Night-Stand und sperrt Olivia in sein Zimmer, wo sie eine unmenschliche Zerstörungswut packt. […] Die Sticheleien verlieren im Überfluß an Wirkung und legen ein großes Manko offen: Dem Roman mangelt es an literarischer Tiefe.

Diese rezensionistische Erneuerung hat Helene Slancar vollbracht und die Tageszeitung des österreichischen Qualitätsstandards herausgebracht, am 25. März 2025, mit bloß zweiten Seiten dramaturgisch höchst effektvoll in Druck gesetzt, mit einer lapidaren Ankündigung auf der Seite 19 und dann auf der Seite 20:
„Zum Lesen […]“

Es wird vielleicht Ronald Pohl dauern, daß nicht er der Erneuerer der Rezension, aber, so wie er gekannt wird, wird er sich für Helene Slancar und für seine Tageszeitung freuen, daß es ihnen gelungen ist, was nicht mehr zu erwarten war, der Rezension einen derart avantgardistischen Schub …

Auf der Attersee kreisschwimmender Tanker „Vom Volk? Durch das Volk? Für das Volk?“ und seine Besatzung abkommandiert zum Spinnen von Garn

Vergessen war der „Atterseekreis“, aber ein Eintrag am 22. März 2025 auf der Konzernplattform X ist gegen das Vergessen, erinnert, daß es ihn, den „Atterseekreis“ noch gibt, und jetzt ist zu erfahren, in dieser Besatzung gibt es auch einen Heimo Lepuschitz. Dabei hätte, würde nur die Krone des österreichischen Tageszeitungsstandards öfters als einmal im Quartal nachträglich aufgeschlagen werden, bereits im Jänner 2025 erfahren werden können, daß es ihn, den „Atterseekreis“, noch gibt.

Die Krone des österreichischen Journalismus schreibt am 9. Jänner 2025 in der oberösterreichischen Ausgabe:

FPÖ-Denkfabrik Atterseekreis: „Wiederaufbau-Plan für Österreich“ Dieses Bündnis beheimatet die Vordenker in der Freiheitlichen Partei, im sogenannten Atterseekreis wird auf höchster Ebene diskutiert. Geführt wird der Verein von Herbert Kickls Vertrautem Norbert Nemeth.

Sie, die Krone des medialen Österreichs, schreibt nicht thinktank, das wäre ja in einer fremdländischen Sprache, sie schreibt „Denkfabrik“ der —

Geläufiger ist sonst auch hierzulande durchaus Thinktank, aber für sie soll es in deutscher Sprache verbleiben. Auf dem Tanker wird, so die Krone, „auf höchster Ebene“ diskutiert, und weil auf einem solchen Tanker alle das Volk sind, die Höchsten und die Niedrigsten ein einig‘ Volk sind, diskutieren alle auf dem Tanker auf „höchster Ebene“, also auch die Matrosen und die Vollmatrosinnen wie soeben Heimo Lepuschitz in der Ausgabe Nr 41, März 2025:

Wenn Villach schon wieder vergessen ist und Betroffenheit verstummt. Meine Kolumne im Attersee Report.

Eine Kostprobe der höchsten Ebene der Diskussion veröffentlichte Volksmatrose Heimo Lepuschitz recht gemeinnützig am 21. März 2025, und diese Kostprobe kann eines Tages nur Eingang als exemplarisches Beispielzitat für die höchste Ebene des Diskutierens in den „Attersee-Report“ finden, vielleicht sogar eines Tages Anreiz sein, für eine Sammlung im „Report“: Schätze aus dem Attersee … Reichliches ließe sich dafür aus dem „Report“ selbst finden, allein aus der Ausgabe Nr. 21, September 2019, mit deren Thema „Leitkultur“,

ohne Konrad Lorenz zu zitieren, wäre es nicht auf der höchsten Ebene,

was wäre das für eine niedrige Ebene, fände Carl Schmitt keine Berücksichtigung,

aber zur rechthöchsten der höchsten Ebene wird es erst mit Alain de Benoist,

allein das Wort „Landnahme“ ist schon reichlich Bestätigung der Tankerschaft höchste Ebene, ein „großer Genius“ und „kühner Formulierer“ wie Carl Schmitt hätte diesem auf höchster Ebene kühn Formulierten seine Respekt …

das Heranziehen der Jugend zur höchsten Ebene Pflicht, die Jugend selbst sprechen zu lassen, ein Treueversprechen an die Generationen, die ihnen darin vorbildhaft vorangegangen sind, und so kommt die Jugend auch zu Wort und weiß die Alten zu ehren, indem sie deren Ausgedachtes aufnimmt,

um selbst einmal die höchste Ebene zu erklimmen, wie jener Jugendforscher

Und auf diese höchste Ebene möchte auch Magazin geschossen werden, und meint wohl schon, auf diese höchste Ebene katapultiert worden zu sein, wenn Atterseemann Lepuschitz auch für „Freilich“ seinen Garn

„Vom Volk? Durch das Volk? Für das Volk?“ Das Fragezeichen Ausdruck der höchsten Diskussionsebene, aber ein Zeichen, das nicht alle verwenden, vor allem jene verwenden es nicht, die für die höchste Ebene nicht geeignet sind, sie sind Mitglieder der Anhangsschaft des Rufzeichens

Es kann aber auch sein, daß das Atterseekreisfragezeichen nicht Ausdruck der höchsten Diskussionsebene ist, sondern heimliches Eingeständnis,

daß diesem Kreis „vom Volk“ nichts von Belang ist, daß diesem Kreis „durch das Volk“ nichts komme,

daß diesem Kreis „für das Volk“ nur lästig, störend sei,

im Erreichen der höchsten Ebenen des Profits für diesen Kreis …

tu felix méausdia

Aufmerkenswert an diesem von Heimo Lepuschitz auf der Konzernplattform X Verbreitetem ist seine wahrlich größte Expertise seiner Zeit, und mit einer solchen Expertise zu allen Fragen der Zeit und der Welt ist es nachvollziehbar, daß er ein gefragter Gesprächspartner etwa für Peter Pelinka, Josef Cap, Robert Misik ist, und darüber hinaus, für seinen Heimatsender ein unverzichtbarer Statementer und ein Ständiger zu Interviewender ist. Aber das weiß nicht nur sein Heimatsender, sondern das österreichische Medienreich generell,

ist er, Heimo Lepuschitz, „ein gern gesehener Gast, der regelmäßig in TV-Formaten wie ‚Im Zentrum‘ (ORF) oder ‚Links. Rechts. Mitte‘ (Servus TV) und bekanntermaßen die FPÖ berät“ …

Die nun zwölf festgenommenen Männer und die nun drei festgenommenen Frauen, die, so Heimo Lepuschitz, „potentielle Kinderschänder locken“, werden es wohl recht dauern, die österreichische, kroatische, rumänische und slowakische Staatsbürgerschaft zu besitzen, und nicht die ungarische, denn mit dieser könnten sie den Mann wählen, der ihnen wohl die geistigste Stütze ihrer Zeit ist, der ihnen mit Gesetzen die Stange

Was die nun Festgenommenen, für die Heimo Lepuschitz mit seiner unglaublichen Expertise die rechte ihnen gerechte Bezeichnung noch finden wird, nicht dauern werden, ist, nicht die italienische Staatsbürgerschaft zu besitzen, denn sie können in Österreich wählen, die „Ampel“, um genau zu sein, nicht die gesamte „Ampel“, sondern eine einzige Partei der „Ampel“, die auf einem kleinen Landstrich in Österreich bereits das machte, was nun in Italien kommen soll, ein „Genderverbot“, das ein Zwillingseigesetz zu dem ungarischen —

Die Festgenommenen mit rumänischer, kroatischer, slowakischer Staatsbürgerschaft werden es recht dauern, nicht die österreichische zu haben, könnten sie doch mit dieser die von Heimo Lepuschitz betreute Partei wählen, deren Expertise recht nahe an die von Heimo Lepuschitz heranreicht

Ob es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Identitäre handelt, da bei den Hausdurchsuchungen neben Waffen und Suchtmitteln auch nach dem Verbotsgesetz unerlaubte Gegenstände gefunden wurden, konnte die Polizei vorerst nicht beantworten.

Bei einer Razzia Freitagfrüh in sieben Bundesländern sind 15 Männer und Frauen wegen des Verdachts auf „Hate Crime“ festgenommen worden. Bei den zumindest 17 Opfern handelt es sich um Homosexuelle, denen von den Verdächtigen fälschlicherweise Pädophilie unterstellt wurde. Daher hätten die Täter sie ausgeraubt, verletzt und erniedrigt. In einem Fall steht auch Mordversuch im Raum. Bei den Hausdurchsuchungen wurden Waffen und NS-Devotionalien gefunden.

Die Berichte über die „Hausdurchsuchungen bei den Verdächtigen“ gleichen einem Ei wie dem anderen, wie aus einem Ei gebrütet, was die Funde bei den Hausdurchsuchungen betrifft. „NS-Devotionalien und Munition“, „Waffen und NS-Devotionalien“, „nach dem Verbotsgesetz unerlaubte Gegenstände“ … Offensichtlich sind „NS-Devotionalien“ da wie dort gefunden worden, die sofort und also auf den ersten Blick als „NS-Devotionalien“ zu erkennen sind, das muß aber nicht in jedem Fall so sein, daß es gleich als „NS-Devotionalie“ erkannt werden kann, oder, es wird ja von Österreich gesprochen, erkannt werden will …

Am Ende bleibt, nur eines zu wiederholen, was am Lepuschitzen aufmerkenswert ist,

tu felix austria, tu as ce que les autres n’ont pas: un médium d’expertise dans les séances de spiritisme …

„Wir bringen Steuergeld aus“

Klaudia Tanner, Verteidigungsministerin, die „Ich bin jedenfalls die längstdienende. Vom Start der vergangenen Bundesregierung 2020 bin nur mehr ich übrig“, sagt im am 19. März 2025 veröffentlichten Interview nicht: „Wir fliegen Steuergeld aus.“

Sie sagt: „Aber das heißt nicht, dass wir Steuergeld zum Fenster rauswerfen. Sondern dass es zusätzlichen Bewegungsspielraum gibt, weil sich die Bedrohungslage verändert hat.“

Sie wird gefragt: „Könnten die rund 17 Milliarden Euro bis 2032 für den Aufbauplan bald um einige Milliarden aufgestockt werden?“ Sie sagt: „Ja, denn für die künftig höheren Verteidigungsbudgets und die längeren Reichweiten bei der Luftverteidigung sind Gesetzesnovellen nötig. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es dafür mehr Geld geben wird. Aber das heißt nicht, dass wir Steuergeld zum Fenster rauswerfen.“

Sie wird gefragt: „Dass Sie wie Innenminister Karner aus dem für die ÖVP wichtigsten Bundesland Niederösterreich kommen, hat für Ihre Wiederbestellung wohl auch eine Rolle gespielt.“ Sie sagt: „lch glaube, wir haben inhaltlich wirklich viel vorzuweisen.“

Sie wird gefragt: „Vor der Wahl haben Sie eine Koalition mit der FPÖ unter Herbert Kickl für sich ausgeschlossen und ihn als „Sicherheitsrisiko“ bezeichnet. Im Gegensatz zu Ex-Kanzler Nehammer und Ex-Außenminister Schallenberg, die Wort hielten, haben Sie dann doch eine Koalition mit Kickl mitverhandelt. Woher der Sinneswandel?“ Sie sagt: „Dazu hat Bundeskanzler Stocker, glaube ich, alles gesagt: Es war damals keine leichte Situation. Dass man gerade in der schwierigen Lage, in der wir uns befinden – geo- und sicherheitspolitisch, aber auch wirtschaftspolitisch – in Verantwortung für die Republik[.]“

Es wird ihr gesagt: „Sie hätten wie Nehammer und Schallenberg wie vor der Wahl auch nach der Wahl sagen können: Für eine Koalition mit der FPÖ stehe ich nicht zur Verfügung.“ Sie sagt: „Das hätte ich machen können. Aber ich bin mir auch meiner Verantwortung in diesem Amt bewusst.“

Die „17 Milliarden Euro“ könnten „bald um einige Milliarden aufgestockt werden“, bestätigt die, die „übrig“ geblieben ist, mit einem „Ja“ — „Österreich [muss] in den nächsten Jahren zwischen 18,1 und 24,1 Milliarden Euro sparen“ … Das muß die beste Sparform sein, die je ersonnen, sein: Genau die Summe, die in etwa in diesen Jahren eingespart werden muß, auszugeben, um genau die Summe, die in etwa in diesen Jahren ausgegeben wird, zu sparen; was wird daraus allein an Zinserträgen zu lukrieren sein: ein Bild verdeutlicht es mehr denn es je in Worten verdeutlicht werden könnte:

Die, die „übrig“ geblieben ist, sagt, „“aber das heißt nicht, dass wir Steuergeld zum Fenster rauswerfen. Wie wahr sie spricht. „Kein Steuergeld zum Fenster raus.“ Sie fliegen Steuergeld aus. Zur Rüstungsindustrie. Etwas davon vielleicht auch zur kleinen, zur winzigen österreichischen

Das wird der Rüstungsindustrie Besitzenden „Bewegungsspielraum“ noch und noch geben, ihre Güter aber werden sie wie immer aufsteigen lassen, in den Himmel, wo diese dann wie seit jeher zerschellen, wie alle Güter dieser Industrie bloße Vergeudung, bloße Verschwendung, immer finanziert mit gespartem Steuergeld …

„In Verantwortung für die Republik, auch meiner Verantwortung in diesem Amt bewusst, ich glaube, wir haben inhaltlich wirklich viel vorzuweisen“, sagt die, die „übrig“ geblieben ist, „wirklich viel“ Inhaltswahres, nicht „Steuergeld zum Fenster rauswerfen“, sondern Steuergeld ausfliegen, Steuergeld hoch in den Himmel fliegen lassen, auf daß alle Steuergeld freigiebig Gebenden bei freiem Eintritt, so sozial und großzügig kann nur sein, wer in Verantwortung für die Republik, wem die Verantwortung im Amt bewußt, auf allen Plätzen die gleiche freie Sicht auf das Spektakel haben, wie die

Rüstungsluftgüter nachhaltige Rauchpiroutten drehen und schließlich sich auf die Äcker sich selbst ausbringen, als Saatgüter und Dünger in einem, zur reichen Ernte der so nahrhaften Landwirtschaftsprodukte, etwa die als „Die Namenlosen“ von Egger-Lienz bezeichneten, im kommenden …

Und nach dem Kommenden werden die ihrer Verantwortung bewußten Besitzenden wieder neue Bewegungsspielräume bekommen, in denen sie wieder singend „Wir bringen Steuergeld aus“ auf die Felder und Äcker …

Der 48er Kranz am 13. März und Eisenmenger erinnert

Die ersten Eindrücke meiner Jugend verlassen mich nicht. Ich höre immer die Eltern davon erzählen, wie mein Urgroßvater aus der Gegend von Heilbronn nach Wien auswanderte, und der Großvater im Jahr 1848 diese Stadt fluchtartig verlassen mußte, weil er sich gegen den Kaiser gestellt hatte. So kamen wir in meine neue Heimat, in einen kleinen Ort nach Siebenbürgen.

Am 13. März legt Rosenkranz einen Kranz zum „Obelisken aus Mauthausner Granit“; ganz erfüllt von „Erinnerungskultur und freiheitliche[r] Geschichtspolitik“, an dieses Jahr erinnert auch Rudolf Hermann Eisenmenger, wenn er erzählt, als sein „Großvater im Jahr 1848 diese Stadt fluchtartig verlassen mußte, weil er sich gegen den Kaiser gestellt hatte“.

Die 48er werden wohl am 13. März vor siebenundachtzig Jahren auch Kränze zum „Obelisken aus Mauthausner Granit“ gelegt haben, sie hatten ja doch auch gesinnungsgemäß etwas an demselben Tag zu feiern: das am 13. März proklamierte Gesetz der —

Freilich kann „Freilich“ diesen 13. März einhundertsiebenundsiebzig Jahre später nicht ohne Gesinnungslied in die Nacht sinken lassen, und so stimmt Fabian Walch das Gesinnungslob an, besungen werden

Dinghofer,

Hofer,

Graf,

Nemeth,

Stefan

und so klingen die Strophen, nur die rosenkranzischen sollen zitiert sein:

Ziemlich genau 106 Jahre nach Dr. Franz Dinghofer (1873–1956) sitzt mit Dr. Walter Rosenkranz wieder ein Nationalliberaler dem österreichischen Parlament vor. Viele kennen Dinghofer nicht […]

Dennoch war aus diesem Grund der Präsident des Parlaments aus ihren Reihen. Der „Abstieg“ zum sogenannte Dritten Lager erfolgte erst im Nachgang mit der Abtrennung des deutschen Sudetenlandes, das eine Großzahl der nationalliberalen Abgeordneten stellte, durch die Siegermächte des Ersten Weltkriegs. Seine geringe Popularität jedenfalls rührt daher, dass er ein Nationalliberaler und somit geistiger und ideologischer Vorvater der FPÖ […] Dinghofer war nach dem Zweiten Weltkrieg dann Mitglied im Verband der Unabhängigen (VdU) […]

Ähnlich verhält es sich mit dem Gedenken an das Revolutionsjahr 1848.

Auch hier waren es geistige und ideologische Ahnen der FPÖ, die auf die Barrikaden gingen und neben der Deutschen Einheit […] Der 13. März gilt […]

Bisher wurde dies kaum bedacht. Auch deswegen nicht, weil es gerade auch die Burschenschaften […] Mit Nationalratspräsident Walter Rosenkranz rückt 1848 wieder ins Herz des Parlaments. Er hat am Morgen des 13. März 2025 am Wiener Zentralfriedhof der Opfer der Märzrevolution von 1848 gedacht, indem er am entsprechenden Gedenk-Obelisken einen Kranz niedergelegt hat. […]

Rosenkranz weiß um die Geschichte Österreichs und um die wichtige und tragende Rolle, welche die nationalfreiheitliche generationenübergreifende Gesinnungsgemeinschaft immer wieder gespielt hat. Und er weiß auch, wie wichtig die Erinnerungskultur ist. Aus diesem Grund dürfen wir davon ausgehen, dass mit Rosenkranz, der nun das zweithöchste Amt im Staat bekleidet, bisher wenig bedachte Ereignisse unserer wechselvollen Geschichte ein Stück weit in den Fokus gerückt werden. Noch wehrt sich der politmediale Komplex dagegen, aber auf Dauer wird ihm das nicht gelingen. Die FPÖ hat schon in der Vergangenheit immer wieder versucht, geschichtspolitische Akzente zu setzen. So etwa der damalige Dritte

Präsident des Nationalrats […] Man müsste die Burschenschaften […] würdigen, die ideologischen Vordenker der FPÖ als Väter […] anerkennen und nicht zuletzt auch den gesamtdeutschen Kontext der Erhebungen akzeptieren. Schließlich war das Ergebnis der am Ende nicht erfolgreichen Deutschen Revolution von 1848 nicht der Nationalrat in Wien, sondern das erste gesamtdeutsche Paulskirchenparlament in Frankfurt am Main. Rosenkranz hat mit seiner Kranzniederlegung als

offizieller Vertreter des österreichischen Parlaments jedenfalls einen wichtigen Schritt zur Rehabilitierung des Gedenkens an die Geburtsstunde der deutschen […]

„Österreichisches Biographisches Lexikon: Aufgrund seiner Funktionen in der Zeit von 1938 bis 1945 gestalteten sich die Nachkriegsjahre für E. schwierig“ – Die Wiedergutmachung des Walter Rosenkranz

Während seiner Tätigkeit unterstützte er seine Kollegen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, so verzichtete er zugunsten Not leidender Künstler auf seine Funktionspauschale. 1944 konnte er außerdem die Beschlagnahme des KH zur Verwendung als Rüstungsbetrieb verhindern.

Aufgrund seiner Funktionen in der Zeit von 1938 bis 1945 gestalteten sich die Nachkriegsjahre für E. schwierig: Verlust des Ateliers in Wien 4, Beschlagnahme seines Wohnhauses in Rodaun, 1945 Ausschluss aus dem KH […]

Wie gut doch Rudolf Hermann Eisenmenger, der seit „1933 NSDAP-Mitglied“ war, muß sofort gedacht werden, am 18. März 2025, beim Lesen seiner biographischen Angaben im „Österreichischen Biographischen Lexikon“, und auch,

wie gut doch Walter Rosenkranz, der seit 2024 „Präsident des Nationalrates“ ist, der nun Eisenmenger vor den Vorhang holt, wenn er sich vor Eisenmenger aufstellt, ist dies nicht eine Wiedergutmachung, die Walter Rosenkranz als sogenannter formal zweiter Mann im Staate Österreich, vollbringt, eine Wiedergutmachungsgeste gegen Rudolf Hermann Eisenmenger, dem die „Nachkriegsjahre schwierig“ …

Zwei „Nachkriegsjahre“, die für Eisenmenger „sich schwierig gestalteten“, zwei schwierige Nachkriegsjahre, das schreit nach Wiedergutmachung, wie lange mußte Eisenmenger auf seine Wiedergutmachung warten, aber nun endlich ist sie vollbracht, die Wiedergutmachung,

aber wie schwierig gestaltet sich nun diese Wiedergutmachung für Walter Rosenkranz, statt ihn dafür zu ehren, wird ein Gesetz gegen ihn auf den Weg gebracht, soll ihm der Vorsitz des NS-Nationalfonds genommen werden, ihm,

der doch mit seiner eisenmengerischen Wiedergutmachung eben erst recht bewies, daß er wie keine zweite Person die ideale Besetzung für den Vorsitz des NS-Nationalfonds …

Einstige Generationen dürften das Unrecht kennen, das ihm durch ihm schwierig gestaltete Zeit —

Der biographische Eintrag des „Österreichischen Biographischen Lexikons“ wurde am „18. Dezember 2018“, ist am selben Tag zu lesen, „zuletzt aktualisiert“, die „Aktualisierung“ fiel also in die Zeit, als die rosenkranzische Parlamentspartei Regierungspartei war, und was wird wohl die letzte gewesen sein? Es könnte spekuliert werden, es könnte geraten werden, aber es will weder geraten noch spekuliert werden, es soll mit der ungekürzten Wiedergabe des Eintrages allen selbst überlassen werden, zu überlegen, was an diesem Eintrag, am 18. Dezember 2018, zuletzt …

Eisenmenger Rudolf Hermann, Maler und Graphiker. Geb. Piskitelep, Siebenbürgen (Simeria, RO), 7. 8. 1902; gest. Wien, 3. 11. 1994; evang. AB. Sohn von Dr. Rudolf Eisenmenger, Erfinder des „Biomotors“, eines Vorläufers der Eisernen Lunge, und Leiter des Sanatoriums in Hermannstadt, und der Hermine Eisenmenger, geb. Graffius, Großneffe von →August Eisenmenger; ab 1930 mit Sigilde Ertl (1905–1959), ab 1960 mit Ingeborg Ertl (1909–1993) verheiratet. – E. besuchte das Gymnasium in Hermannstadt, 1921 übersiedelte die Familie nach Wien, wo er 1921–29 Malerei an der Akademie der bildenden Künste bei →Hans Tichy und →Rudolf Bacher studierte (1926 und 1927 Meisterschul-Preis, 1929 Rom-Preis). Bald profilierte er sich als Öl- und Aquarellmaler, als hervorragender Zeichner (u. a. Tusche, Rötel, Silberstift) sowie als Meister in wandgebundenen Techniken. Als freischaffender Maler beteiligte er sich an vielen Ausstellungen, u. a. 1930 im Wiener Künstlerhaus (KH); 1932 erfolgte dort die erste umfassende Kollektivausstellung, die zahlreiche Aufträge und Bildankäufe zur Folge hatte. Die Teilnahme an der Biennale in Venedig (1936) mit dem Bild „Sinkende Nacht“ brachte ihm auch internationale Anerkennung. Auf Drängen von Hans Ranzoni beteiligte sich E. mit zwei Entwürfen am Kunstwettbewerb der IX. Olympischen Spiele in Berlin und gewann mit „Läufer vor dem Ziel“ die Silberne Olympiamedaille. Für die 75. Jubiläumsausstellung des Wiener KH gestaltete er die beiden Monumentalwerke „Das Leben“ und „Der Tod über allem Irdischen“, wofür er den Preis der Stadt Wien erhielt. Etliche Aufträge, u. a. als Porträtmaler („Die Kinder des Baron Rothschild“, 1937) sowie die künstlerische Ausgestaltung des großen Spielsaals des Kur-Casinos in Baden mit 24 Wandtafeln („Die Suche nach dem Glück“) folgten 1937. In diesem Jahr war E. auch bei der ersten großen Ausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München mit „Volkslied“ und „Sinkende Nacht“ vertreten. Seine Arbeiten schlossen an die tradierten Werte des 19. Jahrhunderts an, dies zeigte sich besonders im großformatigen, gefühlsbetonten lyrischen Tafelbild. E., ab Februar 1933 Mitglied der NSDAP, wurde 1939 Vorsitzender der Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens (Künstlerhaus) und übernahm auf Drängen der Kollegen nach dem Zusammenschluss sämtlicher Künstlervereinigungen Wiens nun auch den Vorsitz der Gesellschaft bildender Künstler Wiens. Während seiner Tätigkeit unterstützte er seine Kollegen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, so verzichtete er zugunsten Not leidender Künstler auf seine Funktionspauschale. 1944 konnte er außerdem die Beschlagnahme des KH zur Verwendung als Rüstungsbetrieb verhindern. 1939 fand E.s größte Ausstellung mit 62 Ölbildern, 54 Aquarellen und anderen Arbeiten in Bielefeld und Kassel statt und er war auf allen damals wichtigen Kunstausstellungen (Biennale in Venedig, München, Berlin) vertreten. Während des 2. Weltkriegs entstanden fünf öffentliche, zum Teil wandgebundene monumentale Auftragswerke und Tapisserieentwürfe (Wiener Rathaus, Bahnhof Wels, Rathaus Chemnitz) in einem der Zeit entsprechenden, verhärteten Stil mit klassizistischem Habitus. 1941 malte E. sein damals bekanntestes Gemälde „Die Nacht begleitet den Morgen“. Aufgrund seiner Funktionen in der Zeit von 1938 bis 1945 gestalteten sich die Nachkriegsjahre für E. schwierig: Verlust des Ateliers in Wien 4, Beschlagnahme seines Wohnhauses in Rodaun, 1945 Ausschluss aus dem KH, 1947 Wiederaufnahme (persönliche Bürgschaft von Stadtrat Viktor Matejka). In der Wiederaufbauzeit nach 1947 beteiligte sich E. erneut erfolgreich an öffentlichen Ausschreibungen und Wettbewerben und war ab 1949 wieder im leitenden Ausschuss des KH tätig. 1950 folgten für den neuen Festsaal der Wiener Staatsoper 171 m² Tapisserieentwürfe und Kartons, als Vorlage für das größte jemals in Österreich gewebte Tapisseriewerk. E. gelang damit die Verbindung zum internationalen Kunstschaffen in dieser Gattung und er erzielte dadurch viele Aufträge (u. a. Flughafen Wien-Schwechat, Unilever Rotterdam, Wiener Städtische Versicherung, Technische Hochschule). 1955 gewann er die Ausschreibung für den Eisernen Vorhang der Wiener Staatsoper mit dem 170 m² großen Gemälde „Orpheus und Eurydike“ auf 23-karätigem Blattgoldgrund. 1951 wurde E. als ao. Professor und Institutsvorstand an die Technische Hochschule berufen, 1959 o. Professor, 1957–60 Senator, 1961/62 Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur, 1972 Emeritierung. E. prägte das Kunstgeschehen Österreichs fast 70 Jahre mit und ist als wichtiges Bindeglied zwischen Tradition und Moderne zu sehen. Im Tafelbild nach 1950 gelang ihm eine einzigartige Wiederbelebung des Symbolismus in Österreich, die ihren Niederschlag in vielen farbkräftigen Werken wie etwa „Horchende“, „Präludium“, „Träumende“, „Frühling“ und „Der Letzte“ findet. Zu seinem Œuvre zählen auch zahlreiche bedeutende religiöse Werke wie Kreuzwege für die Kirche von St. Christoph in Baden und St. Erhard in Wien-Mauer (Mosaik). E. fungierte 1963–72 als künstlerischer Beirat in der Kunstkommission der Universität Wien und war ab 1930 Mitglied, ab 1972 Ehrenmitglied des KH. Er erhielt u. a. das Österreichische Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft und die Goldene Ehrenmedaille des KH (1936), den Albrecht-Dürer-Preis (1942) und den Professorentitel (1943), das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (1957), den Goldenen Lorbeer des KH (1972) und das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1973).

Dispassion instead of normalcy

Seit einiger Zeit ist viel Aufheben, einfach wie kurz gesagt, um die Normalität.

Was für Aufregungen um die Normalität in der Normalität Österreichs etwa, in dem so vieles normal ist, was längst nicht mehr normal zu sein hat, längst nicht mehr die Norm Österreichs etwa hat zu sein, und dennoch nicht nur die Normalität weiter bleibt, sondern deren Ausdehnung noch harsch vorangetrieben wird.

Es wird recht von „Rückkehr zur Normalität“, gar davon, eine „Neue Normalität“ —

Nun ist ein Wort untergekommen, im Zusammenhang auch mit der österreichischen Normalität, und zwar: „Neue Sachlichkeit“.

Jedoch nicht in dem Sinn, daß „Neue Sachlichkeit“ zur österreichischen Norm-alität gehörte, sondern in dem Sinn, daß der österreichischen Normalität es an Sachlichkeit mangelt.

Es fehlt nicht an bemühten Versuchen, manches sachlich anzustreichen, indem es nicht als sachlich, dafür aber als „weise“ —

Was jetzt not tut, ist nicht Normalität etwa in Österreich, was jetzt tatsächlich not tut, auch in Österreich, ist Sachlichkeit. Es wäre ein verlockender, weil durchaus ein leicht ins Ohr gehender Spruch, auszurufen: Neue Sachlichkeit statt Normalität!

Doch stimmiger und sachlicher genügt es vollauf, auch für Österreich:

Sachlichkeit statt Normalität!

Wacker, Rudolf

Nach dem Einschub zum rosenkranzischen Eisenmenger in der Galerie Belvedere kann nun das Kapitel zu Rudolf Wacker und Hubert Lanzinger fortgesetzt werden, in dem es vor allem um die Darstellung der Biographien von Rudolf Wacker und Hubert Lanzinger …

Sie erinnern, „Österreichisches Biographisches Lexikon“ weiß von Hubert Lanzinger nur das, was er von sich selbst wohl als hervorragend herausstellte, daß er den „Mozart-Preis“, daß er ein Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“, daß er ein „beachtlicher Porträtmaler“ — vom Nationalsozialismus in seiner Biographie weiß das Lexikon nichts …

Als „beachtlicher Porträtmaler“ ist er, der „auch religiöse Bilder“ malte, nahezu ein Prophet gewesen, malte er doch 1910, damals noch ohne ein Modell dafür zu haben, einen „Lohengrin“, den er später wieder malte, wofür ihm dann allerdings ein Überherr Modell —

Und was weiß „Österreichisches Biographisches Lexikon“ von Rudolf Wacker zu berichten?

Wacker Rudolf, Maler und Graphiker. Geb. Bregenz (Vbg.), 25. 2. 1893; gest. ebd., 19. 4. 1939. Sohn des Bregenzer Baumeisters Romedius W. und von Marianne W., geb. Wüstner; ab 1922 mit der Kunstgewerblerin Ilse Moebius aus Goslar verheiratet. – Nach dem Gymn. besuchte W. 1909–10 die Fachschule für gewerbl. Zeichnen in Bregenz, 1910–11 lernte er zusätzl. bei Gustav Bauer in Wien. 1912–14 stud. er an der Großherzogl. Sächs. Hochschule für Bildende Kunst in Weimar in der Meisterkl. von →Albin Egger-Lienz und Walter Klemm und schloss eine lebenslange Freundschaft mit dem Künstler Otto Herbig. 1914 Einjährig-Freiwilliger, 1915 wurde er zum Kriegsdienst an die Ostfront eingezogen und geriet bald in Kriegsgefangenschaft (bis 1920 im sibir. Tomsk). Ab 1917 erhielt er die Erlaubnis, das Lager für längere Zeit zu verlassen, und schuf zahlreiche Zeichnungen. 1920–23 wieder in Bregenz, hielt er sich jeweils im Winter und Frühling in Berlin auf, wo er die Maler des „Brücke“-Kreises kennenlernte. 1923–24 folgten längere Aufenthalte in Wien und Hermannstadt. 1924–39 hatte er seinen Wohnsitz in Bregenz, fast jährl. unterbrochen von ein- bis zweimonatigen Aufenthalten in Dtld. (Berlin, Goslar) und Reisen durch Österr. und die Schweiz. 1933 trat W. der Vaterländ. Front bei. 1934 erzielte er mit seinem auf der Biennale in Venedig ausgest. „Stilleben mit zwei Köpfen“ (1932) einen ersten Erfolg. Nach expressionist. Anfängen entwickelte er eine eigene Bildsprache im Stil der Neuen Sachlichkeit mit surrealist. Übertönen und avancierte zu einem der wichtigsten Vertreter dieser Kunstrichtung in Österr. und Dtld. 1935 bemühte sich W. – allerdings erfolglos – um eine Professur an der ABK in Wien. Nach dem „Anschluss“ 1938 kam es bei W. zu einer Hausdurchsuchung und einem Verhör durch die Gestapo, in dessen Folge er einen ersten Herzinfarkt erlitt und sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte. Weiters wurde er aus der Vbg. Kunstgmd. und dem Zentralverband bildender Künstler ausgeschlossen. W.s Arbeiten wurden u. a. 1918/ 19 in Tomsk, ab 1923 wiederholt im Vbg. Landesmus. (Bregenz), 1925 im Weimarer Mus. für Kunst und Kunstgewerbe, 1958 in der Österr. Galerie (Wien), 1966 im Künstlerhaus Graz, 1985 im Austrian Inst. (New York) und im Kulturhaus Dornbirn, 1995 im Kunstforum Bank Austria (Wien) und im Frankfurter Kunstver., 1998 im Kunsthaus Bregenz und 2015 sowie 2018 im vorarlberg mus. (Bregenz) gezeigt. Darüber hinaus beteiligte er sich als Gründungsmitgl. (1926) der überregionalen Künstlervereinigung Der Kreis an zahlreichen Ausst. und war Mitgl. der Vbg. Kunstgmd. 1928 erhielt er einen Staats-Ehrenpreis. W.s Nachlass mit einem eigenhändig geführten Werkverzeichnis befindet sich seit 1985 im Franz-Michael-Felder-Archiv in Bregenz. Seine Tagebücher, im Besitz der Stadt Bregenz, geben einen tiefen Einblick in die Kunst- und Sozialgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jh.

Von Rudolf Wacker weiß das Lexikon, daß er „avancierte zu einem der wichtigsten Vertreter dieser Kunstrichtung [Neue Sachlichkeit]“, es weiß auch, „[n]ach dem ‚Anschluss‘ 1938 kam es bei W. zu einer Hausdurchsuchung und einem Verhöhr durch die Gestapo, in dessen Folge er einen ersten Herzinfakrt erlitt und sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte.“ Das Lexikon weiß also, was für eine Zeit das damals war, als 1943 Hubert Lanzinger den „Mozart-Preis“ erhielt: die Grausamkeitszeit des Nationalsozialismus auf seinem Grausamkeitshöhepunkt. Während das Lexikon österreichischer Biographien nichts vom Politischen des Hubert Lanzinger weiß, weiß es aber vom Politischen des Rudolf Wacker das: „1933 trat W. der Vaterländ. Front bei.“

Wovon das Lexikon nichts weiß, es sollte wohl gesagt werden, nichts wissen will, ist, daß Rudolf Wacker 1937 aus der „Vaterländischen Front“ wieder austrat. Warum es zum Eintritt und zum Austritt wird gewußt, aber das ein Wissen, das das Lexikon nicht verbreitet wissen will.

Trotz dieser systemkritischen Haltung besuchte Rudolf Wacker 1933 den österreichischen Katholikentag und trat Ende Juni der Vaterländischen Front bei. Von Dollfuß erhoffte sich Rudolf Wacker entschiedene Gegenwehr gegen die Nationalsozialisten.

Zudem übernahm er im Arbeitsausschuss der Vaterländischen Front des Bezirks Bregenz die Funktion des Beirats. Damit verband er die Hoffnung, vom Verdacht der Nähe zum Kommunismus befreit zu werden und sich politische Repressionen zu ersparen. Im Gegenzug las er viele Bücher und Zeitschriften, welche auf der Verbotsliste der Vaterländischen Front standen.

1937 kam es zu einschneidenden Ereignissen, die Rudolf Wacker die Machtlosigkeit des österreichischen Staates und seiner Kulturpolitiker gegenüber des Deutschen Reiches bewusst machte. Er besuchte die Ausstellung „Entartete Kunst“ im Haus der Kunst in München. Er fand dort Werke von nahezu allen seinen Vorbildern und persönlichen Bekannten an den Wänden. Daraufhin protestierte er gegen die Kulturpolitik der Nationalsozialisten. In einem Brief an die „Ständige Delegation“, die Wiener Vertretung von Secession, Künstlerhaus und Hagenbund, forderte er offiziellen Protest der österreichischen Künstlerschaft gegen die Verleumdung Oskar Kokoschkas. Als er die Ohnmacht des Systems erkannte, trat Wacker aus der Vaterländischen Front aus. Nach der Reise durch Deutschland schrieb er im September 1937 in sein Tagebuch:

„Das ganze Land ist eine Kaserne – Der entmündigte Bürger existiert – Herrschaft der Geistlosen“6

Wacker in der NS-Zeit

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 geriet Rudolf Wacker in das Visier der Nationalsozialisten, da ihm ein Naheverhältnis zum Kommunismus nachgesagt wurde. Der Maler hatte Anfang der 1930er Jahre vor der neuerlichen Kriegsgefahr gewarnt, an einer Friedenskundgebung teilgenommen und sich ein Jahr zuvor offen gegen die Kulturpolitik des NS-Regimes geäußert.

Während Rudolf Wacker 1937 die Ausstellung „Entartete Kunst“ besucht, „er fand dort Werke von nahezu allen seinen Vorbildern und persönlichen Bekannten“, wird im selben Jahr in der „GDK“ das nun nach einem noch acht Jahre lebenden Überherrenmodell mit Banner gemalte Bild von Hubert Lanzinger aufgeführt.

Lanzinger malte seinen Überherrn nach einem eigenen Bild, das er bereits 1910 fertigte, als sein mit Karl Lueger sich, wie es nun so beliebt heißt, radikalisierende Überherr im Obdachlosenasyl, im Männerwohnheim in der Meldemannstraße hauste,

und Jahrzehnte später tat es ihm ein Bildhauer gleich, als wäre Lanzinger darin sein lehrhaftes Vorbild, für seine „Trümmerfrau“ auf der Mölker Bastei seine „Badende“ für Leonding, die dann doch in Leonding nicht gewollt wurde, hernahm — Kunstresteverwertung könnte es genannt werden, wenn es benannt werden will …

Beim Besuch der Ausstellung „Rudolf Wacker – Magie und Abgründe der Wirklichkeit“ im Leopold-Museum in diesem Februar 2025 mußte beim Lesen der Kunstrichtung „Neue Sachlichkeit“ sofort an die Darstellung des Hubert Lanzinger durch „Österreichisches Biographisches Lexikon“ gedacht werden, über die wenige Wochen zuvor ein Kapitel …

Und nun, nach der eisenmengerischen Aufführung durch den Nationalratspräsidenten im österreichischen Parlament,

dem Schönblick auf Lanzinger,

dem Schönblick auf Eisenmenger,

wie lange noch wird es dauern, auch das, und es werden große Ausstellungen für Lanzinger, für Eisenmenger, für Köck, für weitere Gesinnungsträgerinnen, vielleicht gar die größte seiner Zeit für M. Odin, ausgerichtet werden,

von einem Museum,

von einer Galerie

welche weitere Anstalt öffentlichen Rechts wird sich dieser annehmen,

berufend auf die, wie es modern heißt, Expertise

beispielsweise von „Zur schönen Aussicht“

Was wäre das doch für ein heuriger 20. April, gäbe es begleitend zur Aufführung in der Staatsoper auch eine Ausstellung von

es würde wohl nicht allein eine steiermärkische Familie in diesem Land der

Vorsehung Erfüllung nah gekommen sehen, wenn ebenso Österreich wieder „deutscher“ …

Wer ein Gesetz als weise erkennt, ist selbst weise

Auf der Konzernplattform X schreibt Oskar Deutsch am 13. März 2025

„Damit wäre das Andenken an Simon Wiesenthal und der glaubwürdige Einsatz der Republik für die Opfer“ des Porajmos „sowie gegen“ Antiziganismus und Ostjudenfeindlichkeit „sichergestellt.“

nicht, er, Oskar Deutsch schreibt am 13. März 2025 tatsächlich:

Damit wäre das Andenken an Simon Wiesenthal und der glaubwürdige Einsatz der Republik für die Opfer der Shoah sowie gegen Antisemitismus und Romafeindlichkeit sichergestellt.

Was schriebe Oskar Deutsch augenblicklich, wenn statt von Antisemitismus bloß von Feindlichkeit gegen einen Teil der jüdischen Menschen, zum Beispiel nur gegen ostjüdische Menschen, und nicht gegen alle jüdischen Menschen geschrieben würde werden, so wie er am 13. März nur von

„Feindlichkeit“ und nicht von „Antiziganismus“, nicht von „Antiromaismus“ schreibt, er bloß von „Roma“ schreibt, und das gerade in Österreich, im Portschyreich, in dem „Sinti und Roma“ —

Aber Oskar Deutsch ist, wer eine Gesetzesänderung als „weise“ erkennt,

Eine weise Gesetzesänderung wurde auf den Weg gebracht, die Österreichs Verantwortung gegenüber den Opfern des NS-Regimes Rechnung trägt.

ein weiser Mann, und ein weiser Mann weiß, was er schreibt, kann ebenso nur weise sein. Es ist eine „weise Gesetzesänderung“, also eine österreichische Gesetzesänderung, über die nun zu lesen ist: nach dieser Gesetzesänderung kann die Nationalratspräsidentin als Vorsitzende zurücktreten, kann der Nationalratspräsident als Vorsitzender des Nationalfonds abgewählt werden, kann — es muß nicht von der Nationalratspräsidentin gesprochen werden, geht es bei dieser Gesetzesänderung doch ausschließlich und bloß um Rosenkranz — Rosenkranz sich vertreten lassen, oder wie es Oskar Deutsch weise formuliert, die Gesetzesänderung ermöglicht Rosenkranz, sich im Nationalfonds vertreten zu lassen, er gibt also Rosenkranz das Heft in die Hand, zu entscheiden, wie er es damit halten will, der selbst Usancen recht wiederbelebt haben möcht‘ … Es ist schade, daß der und nicht allein von seiner identitären Parlamentspartei gewählte Nationalratspräsident ausgerechnet Rosenkranz heißen muß, wie gerne wäre sonst zu einer Formulierung gegriffen worden, die das Ausmaß der österreichischen Brauchtumsusancen mit einem einzigen Wort ausdrückte, dem Nationalratspräsidenten bleibt der Rosenkranz der Entscheidung in seiner Hand …

Ach, wenn er bloß anders hieße — es könnte kurz wie einfach zusammengefaßt gesagt werden: Tausend Rosenkranz!

Weise erkennt Oskar Deutsch, daß Rosenkranz „seinen eigenen Worten nicht treu bleiben will“, und so ist es unumgänglich, eine österreichische Gesetzesänderung auf den Weg zu bringen, die es ihm ermöglicht, seiner Gesinnung treu zu bleiben, der die Treue Ehre ist, ihr das gegebene Wort nichts zählt. Es wird Rosenkranz, wenn er sich nun vertreten wird lassen können, wenn er nun selbst zurücktreten wird können, wenn er nun abgewählt werden wird können, viel einfallen, vielleicht auch recht froh darüber sein, über die gewonnene Zeit, die er dann gesinnungsgemäß noch mehr darauf verwenden wird wollen,

für seine Tearsshow,

für sein Auswählen von Gemälden eisenmengerischer Klasse zur rechten Darstellung der eigenen Persönlichkeit,

für sein Einrichten von Buden der Aufklärung,

für sein Einladen größter Staatsoberhäupter seiner Zeit

Zum Nationalfonds fällt noch ein, es ist kurz her, eine Aufregung um einen — es kann nicht anderen geschrieben werden, es kann nur geschrieben werden: eine Aufregung um einen weiteren Ehemaligen, also Nationalratspräsidenten, der von seiner patriotischen Parlamentspartei für den Nationalfonds nominiert werden wollte …

Statt dem Ehemaligen sitzt im Kuratorium des Nationalfonds, wie heute am 14. März 2025 gelesen werden darf, Dagmar Belakowitsch, eine Kameradin des Vorsitzenden Rosenkranz, die wie er als Nationalratspräsident, das er bleiben kann, so lange er und seine Parlamentspartei es will, sie gemäß den weisen Usancen im Parlament des Landes gewählt wird, deren „Verantwortung“ für ihre Landpartei es ist:

„Niemals haben wir uns damit abzufinden, dass Gesetze uns in unserem Handeln behindern!“

Und wenn Gesetze „uns in unserem Handeln behindern“, wogegen nicht nur seine gesinnungsgemäße Kameradin ihr Wort ergreift, und diesem auch treu bleibt, ist es doch ein Wort der Gesinnung, sind eben Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen, Anlässe lassen sich dafür stets finden, wie dieser beispielsweise am 13. März vor siebenundachtzig Jahren gefunden wurde, und damals war es nicht ein einziger weiser Mann, der es weise fand, sondern — Und heutzutage finden sich viele und vor allem weise Männer es weise, diese Usance, einem den Vorsitz für den Nationalfonds in Kann-Varianten nicht überantworten zu können, aber in die Verantwortung für das gesamte österreichische Parlament zu wählen, ihn zum Vorsitzenden des österreichischen Parlaments zu wählen, und das mit einer absoluten Mehrheit, mit über sechzig Prozent zu wählen, einen Mann aus einer Partei, die außerhalb des Parlaments nicht einmal von neunundzwanzig Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme bekommen.

Wer ein Gesetz als weise erkennt, ist ein weiser Mensch, und Oskar Deutsch ist ein weiser Mann. Eines weisen Mannes aber Worte dürfen nicht gekürzt wiedergegeben werden, sondern in deren Gesamtheit, um zu ermessen, wie weise er ist, so soll als Referenz das am 13. März 2025 weise Formulierte von Oskar Deutsch ungekürzt stehen am Ende:

Eine weise Gesetzesänderung wurde auf den Weg gebracht, die Österreichs Verantwortung gegenüber den Opfern des NS-Regimes Rechnung trägt. Sie ermöglicht dem NR-Präsidenten, sich im Nationalfonds vertreten zu lassen – wie er es selbst angekündigt hatte. Da er seinen eigenen Worten nicht treu bleiben will und sich gravierende Fehltritte rund um die Ermittlungen wegen NS-Wiederbetätigung gegen seinen Büroleiter und um ein Bild eines NS-Künstlers im Parlament geleistet hat, soll das Parlament die Möglichkeit haben, den Zweiten Präsidenten des Nationalrats zum Vorsitzenden des Nationalfonds-Kuratoriums zu wählen. Damit wäre das Andenken an Simon Wiesenthal und der glaubwürdige Einsatz der Republik für die Opfer der Shoah sowie gegen Antisemitismus und Romafeindlichkeit sichergestellt. Damit wäre das Andenken an Simon Wiesenthal und der glaubwürdige Einsatz der Republik für die Opfer der Shoah sowie gegen Antisemitismus und Romafeindlichkeit sichergestellt.