Bundespräsidentschaftswahlen in Österreich

Bei der Frage, wie viele Stimmen würde Grosz wohl bekommen können, als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten – so viele wie Hofer, so viele wie Rosenkranz, so viele wie Scrinzi, so viele wie Burger –, hätten noch weitere … aber ein Mann soll noch namentlich doch erwähnt werden; würde er, Grosz, so viele Stimmen wie Burghard Breitner bekommen können?

Burghard Breitner, ebenfalls ein Mann des Buches.

Burghard Breitner (1884–1956) – Chirurg und „Engel von Sibirien“, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes 1950 sowie Bundespräsidentschaftskandidat 1951, Rektor der Universität Innsbruck 1952/53 und Schriftsteller. Die Benennung einer Straße nach ihm im Innsbrucker Stadtteil Reichenau anlässlich seines 10. Todestages 1966 sollte die Erinnerung an einen angesehenen und hoch geschätzten Arzt aufrechterhalten. Mehr als 50 Jahre später muss aber gefragt werden: Will und kann man Burghard Breitner nach wie vor auf diese Art gedenken? Dem prominenten Mediziner, der als Klinikvorstand von 1932 bis 1955 zu den an der Innsbrucker Universitätsklinik für Chirurgie zwischen 1940 und 1945 durchgeführten Zwangssterilisationen offiziell „ermächtigt“ und damit für diese verantwortlich war? Das zentrale Ziel der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik war die Schaffung eines „gesunden Volkskörpers“ – der durch die Ausgrenzung und Verfolgung von Menschen geschaffen werden sollte, die als „minderwertig“ angesehen wurden. Neben der Internierung in Konzentrations- oder Arbeitserziehungslagern sowie der euphemistisch als „Euthanasie“ bezeichneten Ermordung von Menschen mit (angeblichen) Beeinträchtigungen, wurden Zwangssterilisierungen zur Verhinderung der Fortpflanzung eingeführt. Anders ausgedrückt: Der NS-Staat fällte die Entscheidung darüber, wer eine Familie gründen durfte. Derartige Bestrebungen existierten in Österreich sowie in vielen anderen Ländern bereits lange vor der NS-Diktatur. Während es etwa in den USA oder Skandinavien bereits Sterilisationsgesetze gab, wurde im Dritten Reich 1934 und mit 1. Jänner 1940 auch im „angeschlossenen“ Österreich das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (GzVeN) eingeführt. Darin waren die „Erbkrankheiten“ definiert, die zu einem Zwangseingriff führen sollten: „angeborener Schwachsinn“, „Schizophrenie“, „manisch-depressives Irresein“, „erbliche Fallsucht“, „erblicher Veitstanz“, „erbliche Blindheit“, „erbliche Taubheit“, „schwere erbliche körperliche Missbildung“ sowie „schwerer Alkoholismus“. 1935 wurden zusätzlich die „freiwillige Entmannung“ von homosexuellen Männern sowie Schwangerschaftsabbrüche bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat aus medizinischen und eugenischen Gründen legalisiert. Bevor ein Erbgesundheitsgericht über eine Zwangssterilisierung entschied, wurden Intelligenzprüfungen, medizinische Untersuchungen, Erkundigungen bei Arbeitgeber*innen, Orts- und Sicherheitsbehörden, Gesundheitseinrichtungen und Schulen angestellt. Im Gau Tirol-Vorarlberg gab es Erbgesundheitsgerichte in Innsbruck und Feldkirch sowie als Berufungsinstanz das Innsbrucker Erbgesundheitsobergericht. Zur „freiwilligen Entmannung“ war dagegen lediglich das Attest eines Amtsarztes notwendig, das die zu erwartende „Befreiung von einem entarteten Geschlechtstrieb“ bescheinigte. Real handelte es sich dabei keineswegs um eine freiwillige Maßnahme: Drohungen mit der Todesstrafe oder der Deportation in Konzentrationslager führten ebenso zu Anträgen, wie Aufforderungen von Behörden an Vormünder, einen entsprechenden Antrag für ihre Mündel zu stellen.

Das ist über Burghard Breitner auf der Website der Universität Innsbruck zu lesen. Und das Untere auf der Website FBI:

Bei der Bundespräsidentenwahl am 6. Mai 1951 stellte die Vorgängerpartei der FPÖ, der VdU Dr. Burghard Breitner als Kandidaten zu Wahl. Er erzielt 15,41 Prozent und rund 660.000 Wählerstimmen. Der Kandidat des Verbandes des Unabhängigen (VdU), Dr. Burghard Breitner, war Arzt und erfreute sich als „Engel von Sibirien“ großer Popularität, da er im 1. Weltkrieg als Arzt – dort selbst in Gefangenschaft – in Russland tätig war. Er erreichte über 15% der Stimmen.

Das wäre nicht Österreich, würde nur das identitäre Bildungsinstitut liebevoll an Burghard Breitner erinnern, auch andere, etwa der Landesverband des tirolerischen ÖRKs erinnert zum fünfzigsten Todestag des Kandidaten ehrend an den „Engel von Sibirien“, und auch für das Rote Kreuz gibt es Jahre, von diesen es zum „Engel“ nichts gibt, das berichtenswert wäre …

Burghard Breitner, ein Mann des Buches.

Und wo brachte Breitner seine Bücher unter? Zum Beispiel im Verlag von Amon Franz Göth. Er, der Sohn im Familienverlag, soll der Onkel von einem gewesen sein, der vor vier Jahren in Ungarn verstarb. Ob Onkel oder nicht nach dem Verwandtschaftsrecht, ein Blutsgesinnungsonkel wird Göth ihm recht gewesen sein.

Der Blutsgesinnungsonkel, ein Reiter aus Passion, wie es sie auch in der Gegenwart weiter gibt. Nicht ein talentierter und angstfreier Reiter scheint einer zu sein, trotz seiner offensichtlichen Liebe zu Pferden, aber, so wird nun auch seit Wochen in Österreich spekuliert, werde er oder werde er nicht – in den Sattel auf festem Bodenrücken steigen, um mit ins Rennen um das Amt der Bundespräsidentin

Allerdings, ritte er um das Amt der Bundespräsidentin, ohne Stocker-Stellung zuvor, dann wäre er ein tollkühner Reiter.

Er, der Lyriker in der Nachfolge Hölderlins, der von tiefem Humanismus erfüllte Philosoph, und doch, so scheint es, ohne ein selbstverfaßtes Buch, kein vom Stocker-Verlag ausgegebenes Buch noch von ihm.

Vielleicht seine Maxime: Er redet seinen Teil, und läßt die anderen schreiben.

Wie viele Stimmen würde er ohne Bescheid seines Tauglichkeitsgrades der Stocker-Stellung bekommen können? So viele wie Breitner, wie Burger, wie Hofer, wie Rosenkranz, wie Scrinzi? Einfach wie kurz gesagt, er würde selbst von Grosz um Längen geschlagen werden, kann dieser, Grosz, doch auf weitere liebevolle Worte von Stocker bauen, und dann wohl nicht nur am Wochenende, sondern an jedem Werktag.

Das Buch „Freiheit, ohne Wenn und Aber“ ist laut Verlagsaussendung ein „flammendes Bekenntnis zur Freiheit, eine Bestandsaufnahme dieses Zeitalters der Unfreiheit aber vor allem eine Handlungsanleitung, wie wir uns unsere Freiheit zurück erkämpfen“. Das Vorwort wurde von Claudia Haider geschrieben. „Wir freuen uns, nach den ersten beiden Büchern ,Was zu sagen ist’ und ,Im Karussell des Wahnsinns’, nun das dritte Buch von Gerald Grosz verlegen zu dürfen. Mit mehr als 100.000 Abonnenten auf YouTube und knapp 300.000 auf Facebook hat Grosz eine enorme Reichweite. Sein erstes Buch ist bereits in der vierten Auflage“, so Verleger Wolfgang Dvorak-Stocker, Chef des gleichnamigen Leopold Stocker Verlags.

Und wie recht muß nun, so knapp vor dem Rennen um das Amt der Präsidentin, die Freude sein, das vierte Buch am Ende dieses Monats Mai 2022 ausgeben zu dürfen, dessen Titel in freier Erinnerung: Eine Zeit des Sauber, eine Zeit der Keit

Für dieses Kapitel wurde, muß eingestanden werden, zu viel vorgenommen. Es hätte auch noch etwas zu Karl Paumgartten, einem weiteren Mann des Buches, seinen vom Stocker-Verlag ausgegebenen Büchern und auch zum Kurier des Deutschland aufgenommen werden sollen, aber, auch das muß eingestanden werden, ermattet von der Erinnerung an die sich Anstellenden um das Amt der Bundespräsidentin durch die Jahrzehnte Österreichs bleibt bloß der Kapitelabbruch — —

„Bundespräsidentenwahlen in Österreich 2022“

„Die Liste der kuriosen und skurillen Kandidaten für die Wahl zum österreichischen Bundespräsidenten ist ja schon sehr lange, Highlight unter […] Und anscheinend wird diese Liste jetzt noch um einen Namen länger: Denn der Grazer Ex-Politiker Gerald Grosz – aktuell berühmt-berüchtigt durch seine Social Media-Videos und seine Auftritte in Fellners „Ö24″ – scheint ernsthaft antreten zu wollen.“

Es soll kein Mensch sagen können, es werde nicht gesehen, was in Österreich sich geändert hat – um eine Jahreszahl zu nennen, seit 1921.

Es gab, zum Beispiel, Umzüge. Vor achtzig Jahren, wie der Reklame zu „diesem klassischen Buche über die Judenfrage“ im „Börsenblatt“ vom 3. März 1942 zu entnehmen, war der Leopold-Stocker-Verlag in der Bürgergasse beheimatet, nun residiert der Stocker-Verlag in der Hofgasse; in derselben Stadt — —

Im Jänner 2022 wird im Fernsehen ein Film ausgestrahlt, über ein Frühstück zur Mittagszeit, in dem gezeigt wird, wie lange Männer mit einer Sekretärin zu besprechen haben, was der Stocker-Verlag in seiner Reklame für das von ihm vor einhundertundein Jahren ausgegebene Buch von Karl Paumgartten achtzig Jahre zuvor in einem einzigen Satz erledigt: „Das Judentum muß vernichtet werden.“

Es gibt menschgemäß Traditionen, die, wie es heutzutage in der Werbesprache heißt, ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal Österreichs sind. Etwa die „unverlierbare Heimat der Musik“, die „Zuflucht bei der Musik vor dem Groben und Lieblosen“, wie diese nach Ausstrahlung des Films über das grobe und lieblose Frühstück zu Mittag im österreichischen Rundfunk …

Und auch dies. In Österreich stellt sich nur der Wahl für das Amt der Präsidentin, wer Bücher schreibt, die der Stocker-Verlag als Bücher ausgibt, etwa Bücher von Scrinzi, von Rosenkranz, von Hofer

… die der Stocker-Verlag auch als Bücher ausgibt, von jenen, die zum Präsidenten gewählt, wie etwa von Graf ….

… die der Stocker-Verlag aber auch als Bücher ausgibt, über jene darunter, die für kurz Vizekanzler

… und Bücher, die der Stocker-Verlag als Bücher ausgibt, sind Bücher, die ein Präsident auch bewirbt und wohl selbst lesen will, und das nicht irgendwo, sondern im Gebäude am Ring, das ihm wie sein eigenes Häuserl, in das er sich recht gern einen aus dem auch für seine Postkarten geschätzten Stocker-Verlag einlädt, nicht ohne einen Präsidenten dazu zu bitten, um ganz unter sich — —

Männer, die zum Bundesheer wollen, müssen davor zu einer Musterung, sich stellen, ob sie tauglich in jedweder Hinsicht … Die Tauglichkeitsbescheinigung für das Amt einer Präsidentin in Österreich, ob als Kandidat für die ersteerste Stelle, ob als Gewählte an erster Stelle, an zweiter Stelle, an dritter Stelle ist das vom Stocker-Verlag ausgegebene Buch …

Bei so vielen präsidialen Büchern darf die Sicherheit nicht zu kurz kommen, und so ist es nur recht und billig, wenn zu deren Schutz der Stocker-Verlag ein Buch von einem „Geheimdienstchef“ abstellt.

Und nun, 2022, geht einer, der die ersteerste Stelle in Österreich anstrebt, wie seit Monaten zu hören ist, wieder recht in dieser österreichischen Tradition auf; bei der Stellung war er bereits, seinen Tauglichkeitswisch kann er schon vorzeigen: Bücher, ausgegeben vom Stocker …

Offen ist bloß, einfach wie kurz gefragt, wie viele Stimmen wird er bekommen? So viele wie Hofer? So viele wie Rosenkranz? So viele wie Scrinzi? So viele wie Burger?

„Als wärn’s Worte von mir“

„Daß dieses totalitäre Regime, daß der Nationalsozialismus ja nicht mit einem Weltkrieg begonnen hat und nicht mit irgendwelchen Vernichtungslagern. Sondern er hat damit begonnen, daß man Menschen systematisch ausgegrenzt hat.“

„Vergessen wir nicht, daß am Anfang der nationalsozialistischen Herrschaft nicht Auschwitz, sondern die Ausgrenzung von Menschen, die als störend, als schädlich betrachtet wurden, stand.“

Zwei Aussagen gleichen Inhalts. Die eine von Herbert Kickl, die andere von André Heller, dem Herbert Kickl recht genau zuhörte, vor vier Jahren, von ihm lernte, für kurz zum Innenminister angelobt, um es beinahe vier Jahre später, nicht mehr in der ersten Reihe sitzend, selbst vorzutragen.

Der Herr Lehrer wird mit seinem Schüler wohl nicht zufrieden sein, wofür dieser, der Schüler, das vom Herrn Lehrer Gelehrte verwendet, das Gelehrte vom Herrn Lehrer dem Schüler abgesegnetes Mittel für seinen Zweck.

Das Gelehrte des Herrn Lehrer ist nichts Gelehrtes. Er trug es nicht einer Schule vor, sondern in der Hofburg, am 12. März 2018, in einem Festakt zum Gedenken, und das in Gedenkveranstaltungen tragend Gesprochene kann mit Sekt gleich Brötchen in das Vergessen hinuntergespült werden, es kann aber auch als irgendwann gegen den Gedenksinn einsetzbares Mittel aufbewahrt werden, es kann aber auch, in der ersten Reihe sitzend, in den Schlaf

Zwei Aussagen gleichen Inhalts. Und doch der eine kein Lehrer, der andere kein Schüler. Es eint sie, einfach wie kurz gesagt, die schlichte Geschichtsbetrachtung, so grundlegend verschieden ihre Zwecke dafür auch sind.

Das Gedenken zu verweigern, käme ihnen, so grundverschieden ihre Zwecke und ihre aus dem Gedenken zu ziehenden Nutzen auch sind, nicht in den Sinn.

Es heißt stets bedeutungsschwer, es müsse aus der Geschichte gelernt werden. Die Geschichte lehrt nichts. Gelernt kann werden, aus Gedenkveranstaltungen, daß Gedenken als Mittel für alles …

In der ersten Reihe saß im März ’18 auch ein Mann, wohl aus Betroffenheit, mit gesenktem Kopf, in der Hofburg, der Schöpfer des inzwischen zum geflügelten Freispruch Gewordenen: „So sind wir nicht“.

Aber wie dann?

Ssso!

Eine nicht mehr zu stellende Frage. Längst von Ernst Jandl mit seinem „Spruch mit kurzem o“ end-gültig beantwortet. Aber doch auch wieder, eine weiter zu stellende Frage.

Hätte er, der Mann in der ersten Reihe, den Kopf gehoben, hätte er sich im Saal umgesehen, dann hätte er vielleicht zufrieden eine weitere Antwort gegeben:

„So sind wir!“

„Wie wir. Hier im Hofsaal. Der Vortragende, so sind wir“ – mit dem Vortragenden, dem zu wünschen gewesen wäre, daß er dem für kurz angelobten Innenminister ein wirklicher Lehrer und der für kurz angelobte Innenminister ihm ein wirklicher Schüler, ist doch dieser Vortragende Verkörperung des „So sind wir!“ wie kein Zweiter und keine Dritte, wofür auch diese seine Rede exemplarisches Beweisstück, wohl wert, daß sein Redemanuskript einen ersten Platz im Haus der Geschichte Österreich …

Was wäre das für eine lohnende Aufgabe der wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner Rede. Bereits seine Begrüßungsformel der abgestuften Hochachtung wäre schon denkwürdiger Anlaß,

„Verehrter Herr Bundespräsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler …“

Satz für Satz durchzugehen, einer Analyse zu unterziehen, das in ihnen Auffällige herauszuarbeiten, von dem „Mein“ als dem ersten Wort seiner Rede an bis zum letzten …

„Mein wahrscheinlich an diesem Tag das letzte Mal in seinem Leben optimistischer Vater, ein Süßwarengroßindustrieller und engagierter Austrofaschist sagte am Abend des 11. März 1938 zu seinem Freund, dem ehemaligen Dollfuß-Vizekanzler und Heimwehrführer, Emil Fey beruhigend: Du, es wird sicher nicht so heiß gegessen werden, wie gekocht. Und dann Stunden später nach einem brutalen Verhör durch die Gestapo erschießt Fey seine Frau, seinen Sohn, und dann sich selbst. Und am Morgen des 12. März nach dem völlig ungehinderten Anschluß genannten Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in die Erste Republik läutete es gegen neun Uhr an der Tür der Wohnung meiner Eltern, am Wiener Brahmsplatz 1, Sturm […]

Dem Glücklichen, dem die Historie ganz Familiengeschichte, schlägt, heißt es, keine Stunde. Was anderen Tage sind, sind ihm Stunden. Das Verhör von Emil Fey am 15. März 1938, Mord und Selbstmord am 16. März 1938. Emil Fey im Regime von Dollfuß, aber auch von Schuschnigg – eine liebgewordene Geschichtsbetrachtung in Österreich, die ständestaatliche Diktatur auf Dollfuß zu reduzieren, und Schuschnigg zum Mann eines freien

Was Stunden zuvor passierte, also vier Jahre davor, berichtet André Heller nicht, das spielt in seiner Geschichte keine Rolle, das hat nur etwas mit Fey allein und seinen Kontakten zu den nationalsozialistischen Männern des Putsches im Juli 1934 und nicht mit der hellerischen Familie zu tun … Was wohl Fey für eine Karriere gemacht hätte, wäre der Putsch gelungen, unter einem zweiten nationalsozialösterreichischem Regime, allerdings unter einem Mann aus der Steiermark als Führer?

Emil Fey ist nicht wie Dollfuß ermordet worden, aber zum Mörder und Selbstmörder … der Freund, wie Dollfuß so ein Opfer der …

„Die Haushälterin öffnete und sah sich drei jüngeren Männern in Polizeiuniformen mit Hakenkreuzbinden […] Mit beachtlichem Mut antwortete das Fräulein Králíček: Bitte schön, die Herrschaften empfangen nur nach Voranmeldung. […] Dann stießen sie das Mädchen […] In diesem Augenblick erschien mein Vater […] hinter ihm angstvoll meine vierundzwanzigjährige Mama […] So zumindest erinnert es meine Mutter, die heute in ihrem 104. Lebensjahr zuhause die Übertragung dieser Veranstaltung im ORF […] Während der Wartezeit zwangen die drei Männer meine völlig eingeschüchterte Mutter […] Als mein Vater zurückkam, trug er über dem dreiteiligen Anzug einen Kamelhaarmantel, den er mit allen Orden, die ihm als Offizier im Ersten Weltkrieg verliehen wurden, dekoriert hat. Was soll die Frechheit? Schrie einer der Schergen [..] Und zwangen ihn [Stephan Heller] eine voll Stunde […] auf den Gehsteigen gemalte Schuschnigg-Parolen, Aufrufe zur Volksabstimmung für ein freies Österreich […]

Der tapfere Offizier des Habsburgers, angstlos, uneingeschüchtert, kein Bub, ganz Mann, tritt vor, dahinter die angstvolle, völlig eingeschüchterte Mutter, das Mädchen und Fräulein, das aber schon den Beruf einer erwachsenen Frau, den der Haushälterin

„Es muß der Oktober 1970 gewesen sein, als mein Freund und Mentor Helmut Qualtinger anrief und sagte: Hast Du Lust heute Abend um 20 Uhr im Restaurant Falstaff bei der Volksoper den Carl Zuckmayer […] Natürlich interessiert es mich den Autor solcher Theaterereignisse […]

Ich erschien also pünktlich und sah […] pfeiferauchenden wie eine menschgewordene schöne Tiroler Holzschnitzerei wirkenden Zuckmayer […] und nahm den Faden des Gesprächs, das ich durch mein Erscheinen unterbrochen […]

Und jetzt begann Zuckmayer leidenschaftlich das zu schildern, was er auch in seinen Erinnerungen „Als wär’s ein Stück von mir“ […]

Einem auch für kurz in der ersten Reihe Sitzenden wird sich beim Wort Erinnerungen vielleicht schon darauf gefreut haben, daß er bald schon die Erinnerungen an ihn signieren wird dürfen, am oder im Graben …

„Meine angebetete, schöne und weltoffene Südtiroler Großmutter hat mir einmal erzählt: Weißt Du, Bub, in der taumelnden Zwischenkriegszeit war mein Haupttrost das, was ich als unverlierbare Heimat empfand, die Musik von Mozart und von Schubert […] war ich wenigstens auf Zeit gerettet und meine Augen und Ohren hatten eine Zuflucht vor dem Groben und Lieblosen […]

So muß auch etwa Adolf Hitler in der unverlierbaren Heimat seine Zuflucht gehabt haben, bei Mozart, überhaupt die nationalsozialistischen Menschen in der unverlierbaren Heimat ihre Zuflucht gefunden haben, bei Mozart, bei Schubert, überallhin, wohin sie im Auftrag der Vorsehung gerufen waren, Anständigkeit, die auch für den Vortragenden ein hohes Gut ist, zu bringen, dort überall ist ihnen Mozart, Schubert, aber auch die Lyrik, die Literatur insgesamt ewiglich Zuflucht im Groben und Lieblosen

„[…] die Morallosigkeit und das Kriminelle austoben. Aus der Staatsverbrecherbande der Nazis ragten überproportional viele Österreicher. Ich nenne stellvertretend nur […] und einige besonders vertierte Kommandanten von Konzentrations- und Vernichtungslagern […]“

Es war nicht morallos. Es war die total akzeptierte und extensiv ausgelebte nationalsozialistisch genormte Moral in ihrer Gesamtheit der Grundsätze und Werte, die das zwischenmenschliche Verhalten der Gesellschaft zur Zeit der totalitären nationalsozialistischen Diktatur regulierten. Es ist eine Denunzation, es ist eine Diffamierung der Tiere, das Personal der Vertierung zu bezichtigen. Denn. Tieren fiele es weder ein, ihr Leben nach einer solchen Moral zu regeln, weder Vernichtungslager noch Butterwarenfabriken zu errichten. In diesem Verbrechensfall war das Tier Mensch nicht vertiert, sondern es war als nationalsozialistisches Personal ein besonders vermenschtes Personal. Zur Beleidigung der Tiere, insbesondere des Hundes, hat Vladimir Jankélévitch Unmißverständliches geschrieben, an den hier nicht bloß deswegen erinnert wird, sondern auch, weil sich besonders am Umgang mit ihm die heute in Österreich genormte Moral …

Aber auch einen Eintrag im „Arbeitstagebuch zur Entstehung des Romans eines Schicksallosen“ von Irme Kertész zu dieser hellerischen Aussage zu zitieren, zeigt die Differenz …

„Es ist immer weniger, was den Menschen an seine Menschlichkeit erinnert. Und das Schlimme ist, wir beginnen nicht den Tieren zu gleichen, sondern unseren unvollkommen konstruierten, zu Exzess und Fernsteuerung neigenden Automaten.“

Aber es darf vor allem nicht vergessen werden, wer in der Gegenwart in Menschen, und das ganz und gar nicht zu ihrem Wohle, Tiere sehen will, ihrer Gesinnung gemäß Menschen vertiert, um sie …

„1991, 46 Jahre nach dem Ende der Nazi-Herrschaft fand durch Bundeskanzler Franz Vranitzky das erste österreichische Schuldeingeständnis statt […] Es brauchte ungeheuren Todesmut und Prinzipientreue, während des Terrors der Nazi-Zeit in den Widerstand zu gehen, oder sich auch nur in bestimmten Situationen anständig, charaktervoll zu benehmen [..]

46 Jahre nach dem Porajmos nennt der ehemalige österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky in seiner Schuldeingeständnisrede die ermordeten Menschen Zigeuner.

Fast ein Jahr nach der hellerischen Familienrede, der auch der nun nicht mehr in der ersten Reihe sitzende Bildungsminister konzentriert zuhörte, wird durch das Bundesministerium für Bildung ein Schulbuch für österreichische Schulen für „geeignet erklärt“, mit dem zu lehren ist, daß es für diese Menschen keine andere Bezeichnung gibt, als eben „Zigeuner“, und es bildungskorrekt vollkommen in Ordnung ist, sie einfach wie kurz „Zigeuner“ zu nennen, und weil Sparsamkeit ein hohes Gut in diesem Staat ist, sind Anführungszeichen ebenfalls einzusparen — —

76 Jahre nach dem Porajmos.

„Den jungen Zuhörern möchte ich weitergeben, was mir Bruno Kreisky bei unserem ersten Gespräch 1970 eindringlich sagte: Für Dich und alle aus Deiner Generation in Österreich, Ihr, die Ihr die Gnade hatten, in Frieden und Freiheit und in Wohlstand aufzuwachsen, darf schon aus Dankbarkeit für Euer Glück die Feigheit keine Option sein. Und seid gefälligst ein Lebenlang solidarisch mit den Schwachen und jenen, die Unrecht ausgesetzt sind.“

Auf wen in Österreich könnte mehr gehört werden, als eben auf Bruno Kreisky, der nicht feige war, gleich in seine erste Regierung, das war 1970, so viele von jenen Schwachen zu holen, die dem Unrecht ausgesetzt, der nicht feige war, gegen die das Wort zu führen, die meinten, das Recht auf ihrer Seite zu haben. Bruno Kreisky hat allen etwas zu weitergeben gehabt, das Erbe Bruno Kreiskys anzutreten, ist heute noch vielen in Österreich eine Ehre, die ihnen nicht zur Schande gereicht.

„[…] solidarisch […] Es ist in der Politik und im Leben überhaupt keine Schande, wenn man sich einmal irrt, nur, man sollte Irrtürmern besseren Wissens nicht treu bleiben.“

Stunden später, also vier Jahre später, wird der Vortragende vielleicht gedacht haben, als er dem Mann zuhört, der als einziger vor ihm in der ersten Reihe sitzt, diesmal von ihm in die erste Reihe gesetzt, in seinem Studioarbeitszimmer,

„Ich versuche etwas zurückzugeben, was ich als angemessen empfinde. […] Schwieriger für den Menschen ist, den Irrtum einzugestehen, insbesondere öffentlich. […] Jawohl, ich habe mich geirrt […] aber ich habe es erkannt, ich werde es besser […]

als dieser besonders von Irrtum und Solidarität spricht, dieser Mann hat genau zugehört, Stunden zuvor, dabei saß er damals nicht einmal in der ersten Reihe — — und dem vortragenden Interviewer wird in diesem Augenblick vielleicht der Titel für seine Erinnerungen eingegeben: „Als wärn’s Worte von mir“ …

„[…] zum Schluß noch eine Merkwürdigkeit aus meinem Leben zu erzählen. Ich dachte jahrzehntelang, ich wäre etwas besseres als andere, klüger, begabter, amüsanter, zum Hochmut berechtigt. Ich war arrogant, selbstverliebt, ständig andere bewertet und […] in der Londoner […] ich erkannte […]

Menschenkinder/Erzählen André Heller/Im Namen der Republik/Dr. Ulrich Heller/ — —

Ab und an macht auch die Wirklichkeit mit einem Gedicht ihre Aufwartung. Sogar mit einem Gedicht, das sich ganz wie in alten Zeit reimt. Als kennte die Wirklichkeit Gnade, mitten im Krieg.

Menschenkinder
Erzählen André Heller
Im Namen der Republik
Dr. Ulrich Heller
— —

Unter den vielen Büchern, die im Fernseharbeitszimmer des André Heller aufgestellt sind, wird sich wohl auch das eine oder andere Reimlexikon – unerläßliches Werkzeug aus Papier besonders für den telegenen Poeten – befinden, vielleicht sogar ein von ihm selbst handgeschriebenes Reimbuch, in das er ständig Wörter, die sich reimen, schreibt, in das möglicherweise schon längst aufgenommen ist das Reimpaar Heller – Heller. Und wenn nicht, dann kann es nachgeholt werden. Und auch, falls es noch nicht vermerkt: Menschenkinder – Menschenschinder.

Was das Oberlandesgericht Innsbruck als Berufungsgericht durch den Senatspräsidenten des Oberlandesgerichts Dr. Ulrich Heller im Namen der Republik zu Recht erkannte, ist nicht ein kurzes Gedicht, das hier vollständig zitiert werden könnte. Aber das zu Recht Erkannte ist vollständig zu lesen auf der Seite von Markus Wilhelm: „Noch eine Schlappe zum Abschluss“.

Wie gelesen werden kann, ist es vor allem diese Passage

„Was so im Raum steht, im Bühnenraum und im Probenraum: Verdacht auf Lohndumping, auf Lohnwucher, Scheinselbstständigkeit, Abgabenhinterziehung, auf Verstoß gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz, Arbeitsverfassungsgesetz, Arbeitszeitgesetz, Arbeitsruhezeitgesetz, Urlaubsgesetz, auf Umgehung des Dienstvertrages, Aushebelung des Urheberrechtsgesetzes usw.“

aus „Die unfassbaren Zustände bei den Tiroler Festspielen Erl“, die zum Abschluß führte, den das Oberlandesgericht Innsbruck durch Dr. Ulrich Heller zu Recht erkannte …

Lyrisch geht es, darin ganz wieder Sonntag, am letzten Sonntag zu, als ausgestrahlt, was Hans Peter Haselsteiner André Heller aus seinem Leben und seiner Gedankenwelt erzählte.

„Ich glaube, es gibt zu wenige Journalisten und zu wenige Medienvertreter, denen es ein Anliegen ist, der Sache und der Person wirklich gerecht zu werden. Und auch die notwendige Akribie in die Recherche zu legen, sich einmal kundig zu machen, was er hat er denn wirklich gesagt, was hat er denn wirklich veranlaßt, was ist seine tatsächliche Motivation und sein politischer Standpunkt.“

„Ich habe immer den Standpunkt vertreten, daß die Menschen, die in unserer Gesellschaft so erfolgreich wurden wie ich, daß sie dann auch die Verpflichtung haben, dieser Gesellschaft etwas zurückzugeben, und daß das nicht mit der Steuerpflicht erledigt ist. Die Steuerpflicht, da gibt es Gestaltungsmöglichkeiten, also innerhalb der Steuerpflicht, also, das muß ich sagen, das ist einfach nicht genug.“

„Ich gewinne dieses Wohlbefinden, eben letztendlich Privilegien, ja, ich möchte sie aber irgendwie teilen, weitergeben, und wenn es nur ein Bruchteil ist, ich sage ja nicht, es sollen alle das Armutsgelübde ablegen, ich bescheide mich mit wenigen Dingen und gebe alles andere her. Aber zu sagen, jawohl, wenn ich im Überfluß lebe, erwirtschafte, dann habe ich einfach eine Verantwortung für diejenigen, denen es nicht so geht. Und wenn wir dieses Gefühl verlieren, dann, muß ich sagen, wird unser Gesellschaftliches, der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, der wird brüchig werden. Und wenn er brüchig wird, dann sind es gerade die Reichen, die Privilegierten, die Wohlhabenden, die was zu verlieren haben. Daher sage ich ja oft, wenn man mir schon nicht abnimmt, daß ich das aus sozialem Bewußtsein oder aus einem Motiv herausmache, dann soll man mir wenigstens den Verstand zubilligen, daß ich sage, es ist sinnvoll. Es ist ja nicht nur wertvoll für einen selbst, es ist geradezu lebenssichernd. Sonst wird der Kitt verlorengehen und werden wir unseres Wohlstands nicht erfreuen können. Es gibt ja Länder, wo das heute schon nicht mehr möglich ist. Und ich möchte nicht in einem Getto leben, wie in Amerika, wo rundherum der Zaun ist und Security vor der Tür steht, damit man drinnen nicht gefährdet ist, ausgeraubt zu werden. Das ist ja nicht so, daß es so weit weg wäre, man kann es ja anschauen. Und man sieht ja jetzt auch, bedauerlicherweise in dieser Krise, was Entsolidarisierung bewirken kann. Und wenn Solidarität als ganz, ganz wichtige gesellschaftliche Errungenschaft, die immer wieder neu verteidigt werden muß und neu genährt werden muß und weitergegeben werden muß an die nächste Generation, wenn wir diese Solidarität verlieren, dann wird es nur Verlierer geben. Aber am meisten verlieren diejenigen, die im Wohlstand und Überfluß gelebt haben und nicht erkannt haben, nicht einmal erkannt haben, daß sie großen Gewinn ziehen könnten, Befriedigung, Freude, Glück, wenn sie sich engagieren für die Gesellschaft.“

„Aber ich glaube, die Gnade der späten Geburt ist ein Schlagwort, das berechtigt ist, weil man nicht sagen könnte, wie man selbst gehandelt hätte, ob man widerstanden hätte, ob man sich angepaßt hätte. Ich hoffe nicht, daß man nicht zum Täter oder Mittäter oder Mittwisser geworden wäre, obwohl es so schrecklich ist, daß man sich auf der anderen Seite eingestehen muß, daß es ja fast alle waren, es waren ja, der Widerstand war ja bescheiden in den ersten Jahren. Ich muß sagen, es ist ja immer wieder, wenn ich davon lese oder wenn es einen Anlaß gibt, darüber nachzudenken, da muß ich sagen, es ist ein wirklich so finsteres Jahrzehnt, wie das von […]“

„Wie ich dann mein Studium vollendet hatte, der Walter war immer noch in einer schwierigen Situation, habe ich mit ihm dann ausgemacht, daß ich ihm meinen Studentenwechsel weitergebe, weil ich habe ja schon etwas verdient, meine Mutter hat mir meinen Wechsel nicht gestrichen, und den habe ich dem Walter gegeben. Habe ich gesagt, du verkaufst jetzt einmal ein Jahr kein Bild, sondern arbeitest und nach einem Jahr schauen wir. Das haben wir gemacht. Dann haben wir eine Ausstellung gemacht, und das hat ihm, glaube ich, ein bissel geholfen, Fuß zu fassen. Von da an, glaube ich, ging es ihm deutlich besser, daß er nicht mehr wie früher die nassen Bilder verkaufen mußte um einen Bettel, weil er vorher in so großer Not war, daß er auch nicht nein sagen konnte. Die Menschen, eine auch eigentlich schlimme Erfahrung, nützen das ja in einem Ausmaß, das man sich ja gar nicht vorstellen mag.“

„Patriotische“ — Putin, Hofer …

„Heute, Sonntagvormittag, besetzten patriotische Aktivisten das sogenannte Ute-Bock-Haus in Wien Favoriten. Dabei wurde ein Banner mit der Aufschrift „Kein Bock auf Multi-Kulti“ am Dach des Gebäudes ausgerollt, während vor dem Haus symbolisch die österreichischen Außengrenzen mit einem Zaun geschlossen wurden, der dadurch auch den Eingang zum Ute-Bock-Haus versperrt hat.“

Es hat an diesem Sonntag, dem 24. April 2022, nicht lange gebraucht, bis auch die gesinnungsgemäß zensurierte Website Lob für die „patriotischen Aktivisten“ verbreitete. Und sie wird es als Service verstehen, „patriotische Aktivisten“ gleich mit einem Link zu „Patrioten in Bewegung“ zu unterlegen.

Sollten Sie sich wundern, daß der Link im oben angeführten Zitat der gesinnungsgemäßen zensurierten Website nicht funktioniert, dann liegt dies nicht daran, daß diese Website einen falschen Link setzte, sondern nur daran, daß hier aus dem Wort „kein“ das „k“ entfernt wurde, um so kein bequemes Aufrufen der Website „Patrioten in Bewegung“ zu ermöglichen.

„Patrioten in Bewegung“ wird, wie auf dieser Website gelesen werden kann, „unterstützt von Phalanx-Europa“. Phalanx-Europa vertreibt Shirts, Pullover, Bier, Aufkleber, Magazine, Bücher – Identitäres halt.

Das Altbekannte, und wer aus Österreich solche Shirts etwa vertreibt, unter der Marke „Phalanx“ vertreibt, auch das ist altbekannt.

Altbekannt ist ebenfalls, daß zu den Verlagen der von „Phalanx“ angebotenen Bücher gesinnungsgemäß auch jene von Ares zu sein haben. Es sind gerade einmal zehn Tage her, daß im Ares-Verlag das Buch vom ehemaligen dazu von Wolfgang Schüssel berufenen Leiter des ehemaligen österreichischen Bundesamtes für Verfassungschutz und Terrorismusbekämpfung erschien, und kurz davor recht groß in einer österreichischen Tageszeitung besprochen, geradeso, als wäre sein Buch in einem redlichen Verlag …

Die gesinnungsgemäß zensurierte Website erhebt diese „Aktivisten“ zu „patriotischen Aktivisten“, und meint, sie damit zu adeln, auszuzeichnen, sie als PatriotenWas von „patriotischen Aktivisten“ zu erwarten ist, was das von „patriotischen Aktivisten“ stets nur Anzurichtende ist, führt gerade in diesen Wochen der patriotische Aktivist Vladimir Putin der gesamten Welt wieder einmal vor Augen.

Es gibt in Österreich recht viele Patriotische, die, wie sie von dieser Website auch genannt werden, „Polit-Aktivisten“ sind, auf einen darf dabei, auch wenn es um ihn recht still geworden ist, nicht vergessen werden, wenn es aber um das Ute-Bock-Haus und also auch um Ute Bock geht, das ist der Präsident des österreichischen Parlaments an dritter Stelle, der mit seiner Partei Ute Bock als „Gesetzesbrecherin belangen“ …

Von den vier Patrioten, die einst in Moskau waren, war auch er einer, um zwei von ihnen, die auch dabei waren, war es kurz nicht still, und von einem war an diesem Sonntag in der Nacht nach der „patriotischen Aktion“ doch wieder einmal seine gesinnungsgemäße Fernsehmeinung gefragt, ging es doch um Putin …

Um Putin, über den die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ in 2018, darin ganz österreichisches Qualitätsmedium, den Mann zu Putin, zur FPÖ und zur EU befragte, der für sie ein Gesprächspartner von recht hohen Graden war; schließlich erklärt er nicht nur dieser Tageszeitung die Welt so fein für Österreich zugerichtet:

„Viele Positionen der FPÖ und des jetzigen Bundeskanzlers, Sebastian Kurz, sind aber richtig.“

An anderer Stelle, vier Jahre zuvor, erklärte er, das konnte er der feinen Dame unter den österreichischen Tageszeitungen nicht so deutlich sagen, es wäre ihr wohl zu wenig fein formuliert gewesen:

„Wir sollten die Ukraine von den Idioten säubern. Der Völkermord an diesen Schwachköpfen ist fällig und unvermeidlich. Ich kann nicht glauben, dass das Ukrainer sind. Ukrainer sind wunderbare slawische Menschen. Und das ist eine Rasse von Bastarden, die aus den Kanalschächten aufgetaucht ist.“

So einen Mann nicht nach Österreich einzuladen, das wäre besonders seit 2014 in Österreich vielen ein unverzeihliches Versäumnis gewesen, vor allem den Kongreßmännern im Oberösterreichischen, die in die Welt geworfen zur Verteidigung Europas … Und daß auf einem solchen Kongreß auch der Ares-Mann ein Referent wenigstens einmal gewesen sein muß, ist gesinnungsgemäß ebenso eine stolze Ehre, wie für den Innenminister für kurz …

Schwarzgrüne Regierungseinigkeit in Österreich: Einkommensbenachteiligte Systemerhaltende sind „vulnerable Gruppen“ — —

Allmählich wird verstanden, weshalb Leonore Gewessler Ministerin für Innovation ist. Als erste aus der schwarzchristgrünen Bundesregierung hat, darin die Avantgarde dieser Regierung bildend, einkommensbenachteiligte Systemerhaltende als „vulnerable Gruppen“ bezeichnet.

Da kann ein schwarzchristlicher Minister nur nachziehen, aufrücken zur innovativen grünen Avantgarde der Innovation, und ebenfalls einkommensbenachteiligte Systemerhaltende als „vulnerable Gruppen bezeichnen, selbstverständlich nicht stigmatisierend gemeint,

Magnus Brunner darf ich jetzt in unserem Studio begrüßen […] Gestern hat es ein Gespräch gegeben und danach hat Wolfgang Katzian gemeint, er sei maximal unzufrieden und das müsse alles viel schneller gehen. Da ist offenbar der Eindruck entstanden, daß Sie da bei weiteren Hilfen auf der Bremse stehen.
Wir sind als Republik, was den europäischen Vergleich betrifft, sicher die Schnellsten und auch vom Volumen her warscheinlich die, die am meisten getan haben, mit unseren zwei Paketen, vier Milliarden Euro insgesamt, das ist ein Prozent unseres BIP. Also, das ist sehr viel, und es gibt parlamentarische Prozesse, da muß es beschlossen werden, im Parlament, da braucht es Mehrheiten, ein Finanzminister kann nicht einfach so vier Milliarden Euro morgen verteilen, das geht nicht in einer Demokratie, Gott sei Dank! Und deswegen dauert es ein bißchen, aber wir sind sicher im europäischen Vergleich schneller wie so manche andere, weil wir früh begonnen haben. Wir haben mit dem ersten Paket, mit dem Paket gegen die Teuerung, wo es besonders um vulnerable Gruppen […]

sondern christschwarzlich ganz in der Tradition des österreichischen Streichers mitfühlend, mitleidend, gemäß des himmlischen Auftrages, ihnen die Gnade des Beistands zu verheißen, auf daß sie dankend ihren Stellenwert gen …

Magnus Brunner hat also gerade einmal etwas mehr als einen Monat gebraucht, um von der Avantgarde-Ministerin zu lernen, wie einkommensbenachteiligte und einkommensübervorteilte Menschen so zu bezeichnen sind, daß sie, die, wie sie einst genannt wurden, „kleinen Leute“ darauf hoffen dürfen, auf sie werde so schnell nicht vergessen werden, auch wenn sie der schwarzgrünen Gesellschaft Risiko es selbst sind, die gefährden, indem sie kein „Mateschitz werden“, oder kein Wolf

Am 20. April ’22 hat Magnus Brunner zu einer für viele wohl, wie es so schön heißt, unchristlichen Zeit seine Lernfähigkeit öffentlich bewiesen, um sieben Uhr in der Früh im österreichischen Rundfunk, und manche werden vor dem Radioapparat gedacht haben, ist das nicht eine Sicht auf Menschen, die eine grüne Innovationsministerin von einem christschwarzen Minister wenn überhaupt je und nicht ein schwarzchristlicher Minister von einer grünen …

So unsicher sind nun die Zeiten, daß nicht einmal mehr das genau gesagt werden kann, wer lernt was von wem; beruhigend aber ist eines, es wird noch gelernt, beunruhigend: zu viel recht gar …

Aber es lernt sich, wie Hans zu spät erfuhr, nicht von allein gut; so stehen beide, die Innovationsministerin, ihr Vorzugsschüler, im Wissen darum vor ihrer größten Herausforderung, sich dabei mit Bangen fragend, wird ihnen dafür auch genügend Zeit gegeben sein, es auch den anderen Regierungsmitgliedern noch beizubringen, wer die tatsächlichen „vulnerablen Gruppen“ sind, reden diese doch nach wie vor von pflegebedürftigen Menschen, unbegleiteten Minderjährige, behinderten Menschen, Waisenkindern, schwer Kranken …

Das Erinnern der Vergangenheit gebiert das Vergessen der Gegenwart

„Natürlich kehrt der Kommunismus, wie er unter Stalin war, nicht wieder. Aber es kommt der Nationalsozialismus, natürlich auch nicht in der Form von Hitler, sondern mit Putin“, sagte der damals 89-Jährige. Der russische Präsident würde eine „ganz klare Politik der Expansion nach außen und der Schaffung eines scharfen autoritären Systems nach innen“ verfolgen, analysierte Habsburg damals.

Der frühere Alterspräsident des Europäischen Parlaments hielt Russland nach eigenen Worten für „äußerst gefährlich“, wie er 2002 der FPÖ-nahen, rechts stehenden Wochenzeitschrift „Zur Zeit“ sagte.

Das ist am 16. März 2022 in der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ zu lesen.

Zwanzig Jahre ist das her. In Österreich gesagt. Von einem Mann, für den es damals schon klar war, wohin es mit Vladimir Putin geht – in den Abgrund. Er verstand und konnte damals schon die kleinen Zeichen richtig deuten. Dafür, all die kleinen Zeichen richtig einzuordnen, besonders privilegiert durch seine Herkunft aus einer Familie, die das hinterlassen hat, was nun über einhundert Jahre später Vladimir Putin und seine zwar nicht blutsverwandtschaftliche, aber Blutfamilie hinterlassen wird – einen „Dreckhaufen“

Und ein Jahr später, 2003, erzählt dieser Mann in Bregenz, und das ist nicht die einzige öffentliche Erzählung über Putin von ihm, aber es genügt als ein weiteres Beispiel, wie lange schon alles über Putin gewußt wird, besonders in Österreich.

Ich weiß, es gibt sehr viele hier im Westen, die sind über Herrn Putin sehr entzückt. Sie sagen, er spricht sehr gut deutsch. Bitte, es ist wahr, er tut nicht mehr wie sein Vorgänger mit dem Schuh auf den Tisch hauen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Er hat gewisse Manieren, zugegeben. Er hat sogar eine äußere Erscheinung, die präsentabel ist, bitte, außer, wenn man nicht in seine Augen schaut. Aber, meine Damen und Herren, er ist jemand, mit dem man einfach rechnen muß. Denn wenn man ihn wirklich kennt, und ich muß ihnen sagen, ich habe ein bißchen die Chance, ihn wohl nicht persönlich getroffen zu haben, aber mit ihm indirekt zusammengekommen zu sein zu einer Zeit, wo er noch längst nicht ein berühmter Mann war.

Das war in den sterbenden Monaten der sogenannten DDR, also des deutschen kommunistischen Systems, wo es eine Wahl gegeben hat, zur Volkskammer. Das war eine Wahl, wo also wirklich Parteien die gegen den Kommunismus waren, die Kandidatur hatten, aber die faktisch die Mittel weniger hatten. Sie konnten weder irgendeinen Saal bekommen, noch konnten diejenigen, die zu ihnen gekommen sind, irgendwo in einem Hotel oder in einem Wirtshaus eine Übernachtung haben. Ich bin damals sehr viel herumgefahren, auf diesem Gebiet, an jedem Abend mußte ich entweder nach Berlin oder nach Westdeutschland zurückkommen, weil ich einfach eben nicht übernachten konnte. Und es war damals bittere Kälte, es war wirklich eine scheußliche Kälte. Meine Damen und Herren, es hat nur eine Ausnahme hier gegeben, und das war die Stadt Dresden. Dort haben sich die Amerikaner, ich weiß nicht wie, organisiert, daß sie ein Hotel besessen haben. Dies ist dann sozusagen eine Insel der Seligen inmitten des Meeres gewesen. Und da bin ich an einem Abend ins Hotel in Dresden gekommen an einem Freitag. Dann ist sofort im Hotel gesagt worden, sie wissen, heute abend ist eine große Demonstration. Es war ja immer am Freitag, wo nach dem Gottesdienst große antikommunistische Demonstrationen aus den Kirchen herausgezogen sind und den ganzen Widerstand gegen den Kommunismus zum Ausdruck gebracht haben. Der dortige Direktor hat mir außerdem erklärt, wir wissen, es ist ein Befehl an die Polizei gegeben worden, diesmal wird geschossen. Es wird also etwas Arges geben. Ich bin natürlich hingegangen. Ich habe auch teilgenommen an dieser Demonstration. Und ich hatte das unglaubliche Glück, in einer Gruppe von vor einer Weile befreiten Gegangenen zu sein, die seinerzeit im großen Konzentrationslager und Konzentrationshaus von Bautzen gewesen sind. Das ja als Ruf wahrscheinlich das ärgste Gefängnis war, das in der DDR bestanden hat. Ich habe mit ihnen gesprochen und sie haben mir gesagt, einige Russen sind sehr nett gewesen, sie waren vielleicht sehr höflich, jedenfalls wurde also freundlich darüber gesprochen. Aber sie haben mir gesagt, ein Russe ist da, der ist furchtbar, der ist grausam, der ist unterdrückerisch, der heißt Putin.
Und ich kann ihnen nur sagen, es war das wirklich eine große Sache für mich, daß ich diesen Namen damals bekommen habe. Ich habe mich seither an Herrn Putin interessiert und habe seine Karriere verfolgt. Und es ist interessant, daß das eigentlich bei uns kaum je geschehen ist. Schauen Sie, wenn man zurückgeht auf das Leben von Herrn Putin, wird man finden, daß er schon als Schüler im Gymnasium seine Kameraden an die Polizei denunziert hat, wenn die etwas gegen das Regime gesagt haben. Er ist dann mit 23 Jahren bereits Mitglied der KGB gewesen, also zu einem Alter, das relativ früh war, wie der allgemeine Durchschnitt derer, die in den Dienst der KGB eingenommen worden sind. Er hat dort eine grandiose Karriere gemacht und hat dann jenen Fortschritt gemacht, von dem wir kennen, von dem wir gehört haben. Weil ihm erlaubt, ins Ausland zu reisen, er hat sehr viele Auslandsreisen gemacht, weil man ihm offensichtlich total vertraute. Er hat dann, wie gesagt, als Gauleiter der Russen in Sachsen und Thüringen regiert, wo er, wie gesagt, ein äußerst harter Herr war. Und ist ein Mensch gewesen, der so langsam die Treppe beim KGB hinaufgegangen, bis zu jenem Punkt, jene Nacht des beginnenden Jahrtausends, in dem es im Kreml einen wirklich unblutigen Putsch gegeben hat. Es war ja früher der Herr Jelzin der Präsident. Den habe ich persönlich bekannt. Ein sehr liebenswerter Mensch, ich meine, ein Wilder war er trotzdem, aber er war, sagen wir, relativ ziviliierter wie die anderen. Man ist ja sehr bescheiden geworden bei diesem Begriff. Und, er hat aber eines gehabt, es war nicht leicht, mit ihm zu sprechen, denn es hat wenige Momente gegeben, wo er nicht betrunken hat. Und daher war das eben eine große Schwierigkeit. Was sich da im Kreml abgespielt hat, weiß ich natürlich nicht. Aber so wie ich es von außen gesehen habe, würde ich sagen, es war ganz einfach. Warum hat es eine unblutige Revolution gegeben. Der gute Jelzin war wieder einmal sternhagelbesoffen in dieser Nacht. Da haben sie also zusammen gefeiert. Man hat ihn einfach aus dem Kreml herausgetragen und der Putin hat sich auf den Thron gesetzt. Und damit war der Staaatsstreich beendet. Aber, meine Damen und Herren, er hat gleichzeitig eine Politik angekündigt in einer Rede, die er am 19. Januar des Jahres 2000 in Minsk gehalten hat. Eine Rede übrigens, die in keiner westlichen Zeitung, soweit ich feststellen kann, überhaupt erschienen ist, wo er ein paar ganz grundsätzliche Pläne für die Zukunft erklärt hat. Er hat nämlich erklärt, er würde in fünf Jahren die militärischen Ausgaben verdoppeln. Er hat damals in der gleichen Rede gesagt, seine Ambition sei es wieder, Rußland zur ersten Großmacht in der Welt machen will, wie früher einmal, er hat es nicht direkt gesagt, in den Tagen von Stalin, aber er hat es gedacht. Mit einem Wort, er hat da einen ganz großen und ambitionierten Plan auseinandergesetzt, den, wie gesagt, der Westen nicht weiter zur Kenntnis genommen hat, weil er es einfach nicht wollte. Und dann sind diese ganzen Zeichen gekommen, kleine Zeichen, aber die ungeheuer instruktiv sind […]

Das also erzählt der Mann vor 19 Jahren in Bregenz, Österreich, über Vladimir Putin und zugleich sehr viel über sich selbst. Worauf es einem Mann mit diesem Familienhintergrund also ankommt, beim Hinterlassen eines Dreckhaufens, daß es manierlich, zivilisiert, repräsentabel zugeht, keine Wilden dabei zu sein …

Zu behalten daraus aber ist:

„Aber sie haben mir gesagt, ein Russe ist da, der ist furchtbar, der ist grausam, der ist unterdrückerisch, der heißt Putin. Er hat dann, wie gesagt, als Gauleiter der Russen in Sachsen und Thüringen regiert, wo er, wie gesagt, ein äußerst harter Herr war.“

Zu behalten daraus aber ist:

Dieser Mann hat in den Augen Putins wohl nicht das gesehen, was 19 Jahre später der österreichische Bundeskanzler in den Augen Putins sieht – Nachdenklichkeit …

Zu behalten daraus aber sind all die „kleinen Zeichen“, auf die dieser Mann vor zwei Jahrzehnten bereits hinweis, die „kleinen Zeichen“, die sich durch all die Jahre mehrten und mehrten, und je mehr sich die „kleinen Zeichen“ mehrten, desto mehr wurden diese ignoriert, und je mehr diese ignoriert wurden, desto mehr wurde der Erinnerungskultur gehuldigt, auch und recht in Österreich.

Genaugenommen, so klein waren die Zeichen in den letzten mehr als zwei Jahrzehnten nicht, also von Anfang an, von Grosny über Aleppo bis …

Vladimir Putin, Denunziant von Kindesbeinen an, straft die Brauchbarkeit der Erinnerungskultur Lügen, besonders in Österreich.

Erinnerungskultur ist in Wirklichkeit der Name einer österreichischen Bettwäschefabrik, die mit „Erinnern“ schön bestickte Spannleintücher, Kopfpolsterbezüge, Deckenbezüge herstellt.

Ihr Verkaufsschlager ist die Tuchent „We remember“, in die sich alle in diesem Land am liebsten einmümmeln.

Das Erinnern der Vergangenheit gebiert den das Vergessen der Gegenwart.

NS Für die oben zitierte Tageszeitung österreichischer Qualität ist das Magazin „Zur Zeit“ bloß eine „FPÖ-nahe“ „rechts stehende Wochenzeitschrift“ … Die Tuchent „We remember“ dürfte ihr Personal Jahr für Jahr als Weihnachtsgeschenk

Am 27. Jänner 2022 lügt das Magazin die Unbrauchbarkeit der Gedenkveranstaltungen Strafen; es weiß, wofür diese brauchbar sind, nämlich dafür, jene zu interviewen, denen die dutinische Gesinnung Ehre und Stolz …

Die Tuchent „We remember“ dürfte überhaupt das beliebteste Geschenk der Medien an ihr Personal sein, wenn etwa bedacht wird, wo überall die Gesinnungsmacher dieses Magazins willkommene Gäste sind, nun in diesen Wochen des Krieges, um Putin zu erklären …

Nicht nur das Redaktionspersonal dürfte sich recht über das Tuchentgeschenk freuen, auch das Personal der für Inserate zuständigen Abteilungen …

Very last exit

Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs zieht es
immer mehr Russen in die Vereinigten Arabischen Emirate

„The Palm Jumeirah“ ist ein Ort wie gebaut für Instagram. Auf der künstlichen Insel vor der Küste von Dubai gibt es Restaurants aus aller Welt, ein Luxushotel, das aussieht wie ein vergoldeter Stalin-Kulturpalast am Meer, und vor allem lauter Villen mit Pools und Privatstränden. Doch jetzt wird dieses apolitische Konsumparadies plötzlich von der Weltpolitik heimgesucht. Denn die Insel könnte einen neuen, prominenten Bewohner bekommen. Laut Bloomberg sucht kein Geringerer als Roman Abramowitsch dort eine neue Bleibe. Abramowitsch ist der berühmteste unter jenen Magnaten aus Putins Russland, die seit der russischen Invasion der Ukraine auf westlichen Sanktionslisten stehen […] Nun will er offenbar an jenen Ort ziehen, der zurzeit als einer der letzten Zufluchtsorte für Russen gilt: nach Dubai, in die glitzernde Stadt am Golf.

Es wird auch und gerade in diesen Wochen des Krieges oft beklagt, Österreich habe nicht mehr den Stellenwert in der Welt, Österreich sei nicht mehr wie einst unter Kreisky — aber gerade die derzeitige österreichische Regierung lügt dies Strafen (falsch erinnert, wohl einer freudschen Gedächtnisleistung aufgesessen, heißt es doch richtig: straft dies Lügen). Denn. Sie macht aus Österreich ein Land des Vorbilds, von dem nacheifernd zu lernen ist.

In Anlehnung an einen Film, in dem es um das Verhindern eines Weltkriegs durch Vermittlung des zum Papst aufgestiegenen Bischofs aus Lemberg geht, könnte gesagt werden, in den Schuhen des Fischers, nein, der Fischer im Film hat nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun, auch wenn es weiter um das Fischen geht, um das Fischen nach Ersatzbündnissen mit Altbekanntem, das heißt, nach Rohstoffen …

Der grüne Wirtschaftsminister Deutschlands wird sich dafür nicht die österreichische Wirtschaftsministerin zur Lehrerin genommen haben, aber in den grünen Schuhen der Ministerin der Innovation aus Österreich nach …

Die russische Oligarchie wird von dieser österreichischen Regierungsreise gelernt haben, daß auch für sie dies the last exit

Was aber eine rechte Lehrerin ist, ist auch daran zu erkennen, daß sie ihrer Klasse immer eine Reise voraus ist, wie eben die derzeitige österreichische Regierung … während sie also noch meint, mit dem Golf ihr Lernpensum erfüllt zu haben, dort sich ausruhen zu können, ist die österreichische Regierung bereits wieder on the flight to the very last exit to Moscow, to Moscow.

Zwei Nachdenkliche auf der Hochriska

„Ihm in die Augen sehend von den Schrecken des Krieges zu berichten“ – so haben Sie die Mission beim russischen Präsidenten beschrieben. Was haben Sie in diesen Augen gesehen?
Entschlossenheit. Die Entschlossenheit der Kriegslogik. Er war in seinen Botschaften ebenso klar, wie ich es war. Ich habe aber während unseres Gesprächs auch immer wieder Nachdenklichkeit gespürt. Putin hat sehr genau zugehört. Es war ein sehr direktes, mitunter hartes Gespräch von beiden Seiten, mit keinerlei diplomatischer Rücksichtnahme.

So nachdenklich erstattet der eine Nachdenkliche nach seiner Heimkehr Meldung über seine Zusammenkunft auf der Hochriska mit dem zweiten Nachdenklichen, der zuhörte und der in seiner Kriegslogikentschlossenheit dem nachdenklichen Meldegänger die rechte Antwort, die ihm sein genaues Zuhören logisch diktierte, gab, „dass die Gasversorgung gesichert ist, dass Russland die Quantitäten liefert, wie vertraglich zugesagt und dass in Euro weiter bezahlt werden kann.“

Der Meldegänger ist ein stets lernender Meldegänger, so lernte er weiter von dem Kriegslogiknachdenkenden, seine Nachdenklichkeit ebenfalls in seinen Augen sehen zu lassen, so deutlich, daß diese auch von weitem noch gesehen werden kann, wenngleich er den Abstand zwischen sich und dem Volke nicht so groß halten will, wie der Kriegslogiknachdenkende, nicht einen Tisch von sechs Metern will er zwischen sich und dem Volke geschoben wissen, sondern nur eine Platte von drei Metern, als weithin sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit mit dem Volke.

Der dem Volke nachdenkende Meldegänger ist auch ein durch und durch aufmerksamer Kopf, so hat er auf der Hochriska sofort die Nachdenklichkeit des Kriegslogikherrn in seinen Augen gesehen, die Nachdenklich gespürt, und wäre er, der dem Volke nachdenkende Meldegänger, auch noch ein poetischer Kopf, so hätte er die Nachdenklichkeit des Kriegslogikherrn blumenreicher dem Volke geschmückt, und davon gesprochen, was alles mit der Nachdenklichkeit einhergeht: das Melancholische, das Einsame der Kriegsherrn, wie es von Kriegsherrn seit jeher bekannt ist, daß Nachdenklichkeit, Schwermut, Einsamkeit der bittere Preis ist, den sie zu zahlen haben, weil sie wollen, daß ihnen nichts erspart bleibt, damit anderen, so voll des Mitgefühls sind sie, alles erspart bleibt, Kriege zu führen.

Es wird dem Nachdenklichen auf seiner Hochriska recht wohl getan haben, mitten im Kriege einen Moment wie im Frieden mit einem Nachdenklichen, der mit ihm redet, der sehr genau hört, was er sagt, der in seinen Augen sehr genau zu lesen vermag, zu erleben, daß seine Nachdenklichkeit gesehen ward, für einen Moment der Schwermut und der Einsamkeit entflohen …

Ein Pastor kommt in die Küche

Ein Museumsdirektor sagt im April 2022 in einer Nachrichtensendung, es wäre mit ihm keine oberflächliche Unterhaltung zu führen. In einer anderen Fernsehsendung hat Hermann Nitsch vor langer Zeit bereits die Aussage des Museumsdirektors selbst bestätigt, daß mit ihm so etwas wie eine oberflächliche Unterhaltung gar nicht geführt werden kann. Und auch durch Auftritte in Fernsehsendungen, die weithin dafür bekannt sind, so etwas wie oberflächliche Unterhaltung gar nicht zu können.

Es ist das Grab für ihn noch nicht ausgehoben, der Grabstein nicht aufgestellt, und schon wird die Frage gestellt, was wird von ihm bleiben.

Auf jeden Fall die Aufwaschplastikeimer, auf jeden Fall die Plastikmessbecher, mit denen seit Jahrzehnten und nach ihm, nach ihm vielleicht nicht mehr Jahrzehnte, weil Plastik inzwischen doch …

Zeitlebens habe ihn Wagner fasziniert, welcher Komponist käme auch sonst in Österreich in Frage, könnte eine Frage von einem Philosophen lauten, dessen Familie aus Odessa …

„wagner hat mich mein ganzes leben fasziniert. wegen dieser wunderbaren, schwelgerischen, sinnlichen musik, die den klang über die melodie hinaus zum blühen bringt. die kunst war schon in ihren ersten auftrittsformen mit dem kult, der religion und dem gesamtkunstwerk verbunden. und wagner ist der freileger des gesamtkunstwerks. er hat es zum aufleuchten gebracht.“ (Hermann Nitsch)

Bei dieser Inszenierung in Bayreuth verschmolzen zwei Giganten des Gesamtkunstwerkes.

„obwohl ursprünglich nicht daran gedacht war direkt auf die oper einzugehen, bewirkt die gewalt und pracht der musik, dass meine theatralisch verstandene aktionsmalerei doch […]

… war er der Musik schöpferisch zugetan, und so zog es ihn hin in die Opernhäuser, mit Messplastikbecher und Aufwaschplastikeimer, nicht, um auf die Werke von Komponierenden einzugehen, für die er beauftragt war, etwa Bühnenbilder zu schaffen, sondern in sich selber einzugehen.

Von Christa Ludwig wird gewußt, was sie von dem einen „Giganten“ hielt; was sie wohl vom zweiten „Giganten“ …

Plastikmessbecher, Plastikaufwascheimer, diese guten und braven Küchengeister, verdienen rasch noch ein Gedicht, ehe sie ganz aus den Haushalten verschwinden werden, und dann auch aus der Erinnerung, ist doch die Zeit vorüber, in der Plastik bedenkenlos für alles verwendet wird, mit dem jede Arbeit verrichtet wird, vor allem die, die zeitlebens täglich sich wiederholt, nur die Farben der Plastikeimer, nur die Farben der Messbecher, wenn die Eimer und die Becher denn gegen andersfarbige Eimer und Becher je getauscht, das Eintönige ein wenig …