Vom Winken mit Schriften

„‚Ernst Moritz Arndt beantwortete die Frage, was des deutschen Vaterlandes sei so gründlich, volksverbunden und zeitlos, daß seine Antwort noch heute Gültigkeit hat:
‚Ist´s Baierland, ist´s Steierland, ist´s Österreich, ist´s Pommerland ? Nein ! Das ganze Deutschland soll es sein !'“

Für die B! Gothia „seine Antwort noch heute Gültigkeit hat: Österreich? Nein! Das ganze Deutschland soll es sein!“

Das, was auf der Website der B! Gothia zu lesen ist, am 19. Jänner 20, ist unmißverständlich, kann nicht wie eine Armbewegung so oder so gedeutet werden, etwa als Hitlergruß, kann nicht wie ein Armstrecken so oder so verteidigt werden, etwa als Winken

Ob sich das Winken im Alltag überhaupt vermeiden ließe, frug einer im gesinnungsgemäßen Magazin ZZ.

So ist es in Österreich – halt! Hysterisch wird das Mehrdeutige in den Mittelpunkt gerückt, hingegen das Unmißverständliche beschwiegen. Hitlergruß, Hakenkreuz sind einmal das, ein anderes Mal das, auch für den österreichischen Staat. Wobei es recht sehr darauf ankommt, welche gesellschaftliche Stellung in Österreich einnimmt, der beispielsweise winkt, in ihre Haut etwa ein Kreuz sich ritzt

Beim Wink und beim Kreuz kann ein Gesetz in Österreich nicht unerwähnt bleiben, ein Gesetz, das seit seiner Verabschiedung belegt, die heutzutage so beklagte Leseschwäche und Lesefaulheit gibt es in Österreich seit Jahrzehnten, die Leseschwäche, die die Lesefaulheit fördert, nicht weiter als bis zum Paragraphen 3

Kurz zurück noch zur B! Gothia, was also noch auf ihrer Website ebenfalls zu lesen ist, am 19. Jänner 20:

„Theodor Körner, Ernst Moritz Arndt und Friedrich Ludwig Jahn hatten inzwischen den bis dahin losen Begriff Volkstum verdichtet, sie werten Volksgemeinschaft […]“

Wem Körner ein Vorgänger …

Wem Arndt ein Vorgänger …

Und mit Jahn zu turnen …

„Volksgemeinschaft“ — —

„Nach und nach begeisterten sich viele Landsmannschaften für die neue Art der Verbindung.  Am 12.  Juni 1815 treffen sich Landsmannschaften und Corps mit ihren Fahnen auf dem Marktplatz von Jena, ziehen zum Gasthof Tanne und […] Am 18.10.1817, dem Jahrestag der Völkerschlacht von Leipzig, dem Beginn der Befreiung von der französischen Fremdherrschaft und der 300-Jahrfeier der Reformation, treffen sich Burschenschafter aus fast allen Universitäten, auch aus Wien, auf der Wartburg bei Eisenach. Fast ein Fünftel aller Studenten Deutschlands sind dort versammelt.  Die Feier wird mit dem Lied ‚Ein feste Burg ist unser Gott‘ eröffnet, natürlich singen auch die Katholiken mit. […]“

Wann wurde Hitler geboren? Von seiner Mutter ausgetragen zwar Jahrzehnte danach, seine Kopfverstopfung aber zuvor schon in Eisenach …

… mit seiner Feste der FlammeBurg des Behütens und Schürens des Feuers von A…

„In diesem Dachverband sah Gothia ihre Aufgabe vor allem in der Durchsetzung der ostmärkischen Grundsätze und der sog. ‚Waidhofener Grundsätze‘.“

Wäre Adolf Hitler ein Student gewesen, ein Beitritt zu einer B! wohl sein sehnlichstes Begehren gewesen, das „Waidhofener Prinzip“ sein erster Psalm, er hätte sich wohl recht gefühlt in den vielleicht nicht lurchreinen Buden, dafür aber rein

„Die ‚Grundsätze und Beschlüsse des 18.Oktober‘ waren ein Programm, das in mancher Hinsicht weit in die Zukunft zeigte, modern und doch auch realistisch maßvoll. Manche Punkte sind heute noch nicht verwirklicht.  Im Einzelnen: – Staatliche, wirtschaftliche, kirchliche Einheit. – Einheitliches deutsches Recht. – Rede- und Pressefreiheit. – Gleichheit vor dem Gesetz. – Öffentliche Gerichtsverfahren, Geschworenengerichte. – Allgemeine Wehrpflicht. – Im Falle eines Bruderkrieges solle jeder Deutsche Bursche seine Mitwirkung verweigern. – „die christlich-deutsche Ausbildung einer jeden leiblichen und geistigen Kraft zum Dienste des Vaterlandes‘.“

Oh, wie wahr sprechen B!, „manche Punkte sind heute noch nicht verwirklicht. Im Einzelnen.“ Aber es kann ihnen zum Troste kurz gesagt werden, daran werde gewerkt.

„Deutscher Bursche“ hat aber einen dieser Punkte schon erfüllt, „die Mitwirkung“ nämlich verweigert – „kein deutsches Blut zu vergießen“ …

„Das in der Aufklärung verkündete Weltbürgertum wurde als unnatürlich abgelehnt. ‚Die Reinheit der deutschen Sprache, die Ehrbarkeit der deutschen Sitten, die Eigenart deutschen Brauchs, überhaupt alles zu fördern, was Deutschland groß und stark machen konnte‘ bringt es Haupt unter einen Nenner. Und zu diesen ehrlichen und anständigen nationalen Grundsätzen gesellt sich auch eine tiefe sittlich-religiöse, im Christentum wurzelnde Einstellung.“

Und „zu diesen ehrlichen und anständigen nationalen Grundsätzen gesellt sich auch eine tiefe“ — bis zu diesem Tage, 20. Jänner 20, herauf … wie viele haben seit damals diesen „ehrlichen Grundsätzen“ Ade gewunken, wurde dieses Winken zum „Volksgruß“, zwischendurch auch einmal für madige zwölf Jahre mißverstanden als ein Gruß, der nur einem gewunken, als wäre in dieser Zeit nur er allein das „Volk“ gewesen, sonst aber Deutschland, Österreich menschenleer … er allein das „Volk“, das „Deutschland groß und stark“, alles aus ihm allein heraus als „Volk“, vor ihm keine Vergangenheit, keine Schriften, die ihn führten zum Untergang …

„Nach dem großen Krieg“ …

„Im Jahre 1952 vereinigten sich die im Jahre 1938 aufgelösten Wiener Burschenschaften „Germania“ und „Gothia“ unter dem Namen „Wiener akademische Burschenschaft Gothia“ und den Farben der „Germania“ und traten damit nach dem großen Krieg wieder ins Leben. Name und Zirkel wurden von Gothia übernommen, Coleur und Tradition von Germania.“

„Nach dem großen Krieg traten ‚Germania‘ und ‚Gothia‘ wieder ins Leben.“ Wahrlich, das war „ein großer Krieg“, jener von 1939 bis 1945, je ein Krieg zuvor und danach kann „ein großer Krieg“ gewesen als dieser, hat dieser doch das vorzuweisen, das kein anderer Krieg vorzuweisen hat: Porajmos … „Ins Leben“ — mit dem Leben waren wieder Geschäfte zu machen, der Tod brachte nichts mehr ein.

Wer der B! „berühmte Gothen“ und

„[d]ie herausragendsten Persönlichkeiten der Gothia waren AH Univ. Prof. Dr. Heinrich Ritter von Srbik als Minister für Kultus und Unterricht im Kabinett des Polizeipräsidenten Johann Schober in den Jahren 1829/30, 1938 Präsident der Wiender Akademie der Wissenschaften und Mitglied des Reichstages sowie AH Pichl mit seinen 32 Säbelpartien.“ 

Auch das kann an diesem 20. Jänner 20 auf ihrer Website gelesen werden.

Srbik, „herausragendste Persönlichkeit“, anerkannt bis Leoben …

Srbik, „herausragendste Persönlichkeit“ wohl auch recht besonders für einen, der ihn zum Doktor machte … es kann soher nicht verwundern, daß Srbik im Gespräch war als Bundespräsidentschaftskandidat für, ja für diese Partei, die sich zur Zeit als „identitäre Partei“

Und bei dem von Srbik gemachten Doktor studierte ein Mann, um den es zur Zeit viel Aufregung gibt. Aber auch dieser einstige Student kann sich auf die Treue seines „Studenten“ verlassen …

Jelusich, nur Treue und Verwicklungen …

Tür an Tür, Bude an Bude mit — in der Schlösselgasse …

Zum Ende kurz zusammengefaßt. Es kann dem „Bursch“ oder dem „Fux“ oder dem „inaktiven Bursch“ oder dem „Alten Herrn“ des zurzeitigen Begehrens auf Klagen abgenommen werden, sein Winken

Mundgeruch

Wie immer nicht anders, die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei, die, kurz ist es her, sogar eine identitäre Regierungspartei war, für Lothar Höbelt mit von ihr und Partei gesinnungsgemäß Bekanntem.

Es könnte darüber geschwiegen werden. Aber. Es ist doch zu lustig. Diesmal, am 15. Jänner 20, verweist sie auf ein „Studenten-Video“. Sie verlinkt auch recht gleich zu einem Video von einem „Studenten“.

Der „Student“ nennt sich Georg Immanuel Nagel, verkündet seinen Namen selbst im Video mehrmals.

Wer Georg Immanuel Nagel ist? Nun, über ihn kann alles dort erfahren werden, wo alles über Menschen mit dieser Gesinnung erfahren werden kann, also auf Metapedia, für Metapedia ist Nagel so wichtig und so berühmt wie etwa Norbert Hofer.

Wenn dem gesinnungsgemäßen Link der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Parlamentspartei gefolgt wird und also das Video des „Studenten“ aufgerufen wird, ist nichts zu sehen und nichts zu hören, das nicht ohnehin bekannt ist.

Aber. Es ist doch zu lustig.

Doch auch immer wieder festzuhalten, damit es, kurz gesagt, nicht vergessen wird, diese rührend hilflosen Versuche der Manipulation, diese so leicht zu durchschauenden Lügen, nein, von Lügen kann nicht einmal gesprochen werden, ist doch das auch von dem „Studenten“ auch in diesem von ihm erstellten Video derart leicht zu durchschauen, hierfür reicht es vollkommen aus, mit nur einem Auge es sich anzusehen, mit nur einem Ohr hinzuhören, um zu wissen, es ist nichts, oder, wenn es etwas ist, dann ist es „Mundgeruch“.

Selbstverständlich lügt die gesinnungsgemäß zensurierte Website nicht, wenn sie Nagel als „Studenten“ einführt. Denn Nagel, wie er in diesem Video selbst sagt, sitzt bei Höbelt in dessen Vorlesungen, also ist er wohl und zumindest ein höbeltscher Student.

Nagel sitzt überhaupt viel herum, auch in Fernsehanstalten, beispielsweise mit Schnedlitz

Sie erinnern sich, Schnedlitz, das ist der Mann des Neubeginns des Alten dieser Partei.

Aber Nagel steht auch viel herum, etwa auf Plätzen in Wien, wenn zu singen ist das „Deutschlandlied“ …

Er schreibt auch viel herum …

Und wenn er sich einmal ganz groß, so recht groß vorkommt, dann steht er auf einem Denkmal …

In diesem „Studenten-Video“, um kurz darauf zurückzukommen, informiert Nagel über eine Arbeitsteilung zwischen ihm und Sellner (im Video ab 01:55):

„Es ist gut, daß ich hier bin. Der Sellner hat dieses Material nicht. Wir sind sozusagen journalistisch bestens aufgestellt, er macht die Gegen-Kundgebung, ich bin hier am filmen.“

Sie erinnern sich. Sellner ist der Mann, der christliche Spenden erhält.

Es kann gesinnungsgemäß von Nagel nicht ausbleiben, der neuen Justizministerin etwas zu unterstellen im Video ab 07:47):

„Man läßt den linken Mob gewähren. Ob es eine Anweisung von der Frau Zadic gegeben hat. Man weiß es nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung.“

Aber damit ist er in rechtbester Gesellschaft mit einem, von dem jetzt nicht gewußt wird, kurz gesagt, ob er auch noch ein Student ist. Im Gegensatz zu diesem Studenten mit seinen Unterstellungen, von dem nur gewußt wird, er besuche Lesungen außerhalb von Universitäten, besitzt Nagel in dieser Hinsicht noch ein wenig Anstand durch das Hinzufügen, daß die Unschuldsvermutung gelte.

Kurz zusammengefaßt. Des „Studenten“ Video dauert eine Stunde, fünf Minuten und vierundvierzig Sekunden. Also eine Stunde, fünf Minuten und vierundvierzig Sekunden lang „Mundgeruch“ …

„Mundgeruch“. Deshalb „Mundgeruch“, weil das ein von diesem „Studenten“ im Video selbst gesprochenes Wort ist.

Kurz oben wurde es schon erwähnt, es ist lustig. Ein lustiges, um noch ein von diesem „Studenten“ in diesem Video verwendetes Wort zu zitieren, „Armutszeugnis“.

Dieser „Student“ sucht einen „Autor“, aber es gibt für ihn keinen. Er wird es wohl ahnen, es gibt mit ihm kein Stück mehr, gar ein abendfüllendes. Vielleicht winzige Szenen, und selbst diese bleiben ungeschrieben, mag er noch so viele machen, wie auch in diesem Video wieder eine, die ebenfalls nicht tauglich, um von ihr zu erzählen, beginnend mit der Ortsnennung Strandbad in Klagenfurt

„Mundgeruch“

Video eines „Studenten“. Von 02:40 bis 03:12. Von dem „Studenten“ Gefilmtes und von dem „Studenten“ dazu Gesprochenes stimmen in keiner Weise überein.

Mann: Was sind denn Sie für ein komischer Reporter hier?

„Student“: Ich bin ein privater Journalist.

„Student“: Wieso? Wer sind Sie?

„Student“: Hören Sie auf. Werden Sie nicht handgreiflich.

„Student“: Na, was ist mit Ihnen?

„Student“: Zuerst wollen Sie mich beleidigen, bedrohen, und jetzt haben Sie selber die Hosen voll. Gutmensch, blöder.

„Student“: Greifen Sie mich nicht mehr an, ja. Was lachst denn so lustig.

„Student“: Sie haben Mundgeruch übrigens.

"My Rainbow race"

Viel ist geschrieben worden. Empörtes gegen Peter Handke, Verteidigendes für Peter Handke. Aufgeregt alles, das Empörte, das Verteidigende.

Ruhiges war nicht dabei. Nebensächliches war nicht dabei. Nebensächliches wie die Frage, was für eine Musik legte er auf, welche Lieder hörte sich Peter Handke an auf seinem Weg zu Karadžić? Oder. Sangen sie dann auch miteinander, als sie aufeinander trafen?

Von einem Mann, der einen gänzlich anderen Weg als Peter Handke einschlug, wird von seiner Liedauswahl berichtet …

„Noch während der 28-jährige […] seinen Anschlag auf Facebook streamte, legte der mutmaßliche Attentäter eine Spur Richtung Balkan. Die Live-Übertragung des Anschlags unterlegte T[.] mit einem Kriegslied der bosnischen Serben, die in den 1990er Jahren in den Jugoslawienkriegen gegen die muslimisch dominierte Armee Bosnien-Herzegowinas gekämpft hatten. Das Lied ‚Karadžić, führe deine Serben‘ verherrlicht den damaligen Serbenführer Radovan Karadžić, den das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien 2016 zu 40 Jahren Haft verurteilt hatte. Karadžić wurde unter anderem für seine Beteiligung am Massaker von Srebrenica verurteilt, bei dem im Juli 1995 mehr als 8.000 Muslime ermordet worden waren.“

Was Peter Handke hörte, ob Karadžić und er miteinander und wenn welche Lieder sangen, das wird nicht berichtet, zu nebensächlich wohl.

Obgleich Nebensächliches durchaus berichtet wird, etwa, daß Karadžić Sliwowitz ausschenken ließ, beim Treffen mit Handke. Und wer Sliwowitz hat, der hat auch Lieder. Wer je in Wien im „Beograd“ etwa war, wird erzählen können, ohne Singen freut das Schlucken nicht, zu jedem Glas ein Lied, ein Klischee, ja, durchaus, und doch auch zugleich die Anleitung zur Gemütlichkeit in so vielen Ländern in dieser Welt …

Hört er, Handke, Musik, wenn er Trauerreden schreibt, Lieder zur Einstimmung?

Vielleicht hörte er, Handke, auf seinem Weg einem Lied zu, auch einem Lied, von dem zu erfahren war, es werde von einem Mann gehaßt, dem „one of his sources inspiration that Serbian crusaders“ …

„My Rainbow Race“ … ein Lied für Autofahrten, für Zugfahrten, aber auch für Nachmittage in einem Wirtshaus, allein mit der in der „Kleinen“ blätternden Kellnerin hinter der Theke, zu jedem Glas „My Rainbow Race“ aus dem Wurlitzer …

Austria, halt!

Als Hügel T. von der Einstellung des Verfahrens in Wels erfuhr, habe er nicht gezögert, kann erzählt werden, in der Sekunde darauf einen Antrag auf Prozessverlegung von Christchurch, Neuseeland, nach Wels, Österreich aufzusetzen.

Der „rechtsextreme Australier“, wie er nicht selten in Medien namenlos genannt wird, werde, sobald das Okay für die Verlegung der Verhandlung nach Austria vorliege, auch seine Verteidigungslinie ändern.

Er werde nicht auf seine Handlungen, die er für echt mörderisch hält, eingehen, er werde, davon sei er überzeugt, das auch gar nicht müssen, da er ganz zuversichtlich nicht erwarte, in Austria nach diesen seinen Handlungen befragt zu werden, sondern lediglich zu seinen verwendeten Zeichen, wie „Rune“, „schwarze Sonne“ …

Anders aber als Hügel E. aus Deutschland wolle er die welssche Staatsanwaltschaft aus Respekt vor ihr nicht in die Lage versetzen, ihn „nicht widerlegen“ zu können, er wolle sie überzeugen, daß die von ihm geritzte Rune, die von ihm recht oft verwendete schwarze Sonne auf seiner Einnahme nordischer mit abgemischter griechischer Mythologie basiere, er auf Myth sei …

Er, Hügel T. sei zuversichtlich, er werde welssche Gerichtsbarkeit davon überzeugen können und ebenso eher kurz als lang Wels als „freier Mann“ wieder verlassen können, wie Hügel E. Er wolle dann aber Down over nicht gleich nach Down under verlassen, sondern als „freier Mann“ Städte besuchen, die er bei seinem letzten Aufenthalt in Down over nicht bestaunen konnte, die ihm aber von seiner freiheitlichen Gesinnung her bedeutend scheinen, wie etwa Gröz …

Myth, das habe er persönlich erfahren dürfen, erzeuge außerordentliche Erlebnisse, führe Menschen in Wirklichkeiten von recht besonderer Weise, mit Myth bleibe, davon sei er überzeugt, kein Mensch, was er war, ob mit nordischem, ob mit griechischem … ihm erscheine Wels selbst als ein Mythos, heiliger Ort der Antike nordisch geschaffen. Mystisch nahezu sei es für ihn, daß sein Vorname und der Vorname des von der welsschen Staatsanwaltschaft nicht zu widerlegenden Mannes aus Deutschland von Herkunft und Bedeutung … er könne dies nicht anders deuten als auch eine ihm recht gewogene Vorsehung — letzter Beweis dafür werde ihm aber sein, wenn sein Verfahren in Austria …

Österreich, Halt!

„Die Ermittlungen gegen einen angehenden sächsischen Juristen wegen des Zeigens von Hakenkreuz-Tattoos sind eingestellt worden. Der Vorsatz sei nicht ‚erweislich‘ gewesen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Wels (Oberösterreich) am Montag mit. „Insbesondere konnte die Verantwortung des Beschuldigten, wonach die Tätowierungen keinen nationalsozialistischen Hintergrund hätten, sondern vielmehr auf nordischer/griechischer Mythologie basieren, nicht widerlegt werden“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.“

„Keinen nationalsozialistischen Hintergrund.“ „Vielmehr auf nordischer/griechischer Mythologie.“

Wäre ihnen zugesichert worden, in Österreich vor Gericht gestellt zu werden, hätten sich beispielsweise Adolf Hitler und Heinrich Himmler nicht selbst töten müssen, sie hätten das Gericht eher kurz als lang als freie Männer wieder verlassen können. Denn. Es wäre ihnen „kein nationalsozialistischer Hintergrund erweislich“ … es wäre „nicht zu widerlegen“, daß sie lediglich auf „nordischer/griechischer Mythologie“

In Wels in Österreich wären sie davor sicher gewesen, daß sie nach ihren Handlungen gefragt worden wären, ihre unmittelbare Vergangenheit durchleuchtet geworden wäre, ja, und wenn der „Hintergrund“ nicht „erweislich“, „vielmehr“ bloß auf „nordischer/griechischer Mythologie, wer will das verurteilen? Mythologie, das ist doch etwas Schönes, auf etwas zu sein, gar auf solch recht Identitätsstiftendes

Und der Mann aus Deutschland, dem in Wels „kein nationalsozialistischer Hintergrund erweislich“, wäre jetzt wohl gern in Österreich heimisch und hier in Ausbildung zu einem „Rechtsreferendar“, wo eben nicht seine Handlungen, seine unmittelbare Vergangenheit in der Beurteilung kurz gesagt eine Rolle spielen, so ganz im Gegensatz hierzu in Deutschland, wo weiter ermittelt, wo er bereits verurteilt …

„In einem anderen Verfahren war der Mann den Berichten zufolge bereits zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten wegen schweren Landfriedensbruchs verurteilt worden. Er soll sich Anfang 2016 bei Angriffen im Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt haben. Knapp 250 vermummte Neonazi und Hooligans waren damals durch Connewitz gezogen und hatten und illegale Sprengkörper in Kneipen und Imbisse geworfen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, der Rechtsreferendar legte Revision ein.“

Ja, Wels … Oh, Wels, das einer Partei in Österreich einen Erlöser schenkt, daß er ihr Zukunft stiftet, was, wie in den Mythen geweissagt, ihr Vergangenheit …

Österreich, Halt!

Facebookerklärung

Auf der Website der türkisgetupften schwarzen Partei selber ist die „Regierungserklärung“ nicht verortet, sondern es gibt lediglich eine Verlinkung zum Unternehmen Facebook, bei dem die „Regierungserklärung“ des Seb. Kurz veröffentlicht ist.

Soher ist es zutreffender von der „Facebookerklärung“ des Seb. Kurz zu sprechen.

Wenn es, aus welchem Grund auch immer, das Unternehmen Facebook sich dazu entschließt, diese Site der ÖVP mit ihrem Seb. Kurz zu schließen, zu löschen, dann gibt es schlicht und kurz nicht mehr …

Was für ein starkes Zeichen der Unabhängigkeit.

Was für ein starkes Zeichen auch gegen „Hetze“ und „Hass“, die Erklärung gerade auf der Plattform zu veröffentlichen, die eben wieder einmal sich besonders hervortut gegen eine österreichische Ministerin …

Der so oft gescholtene Algorithmus bringt auch diesmal deutlicher als jede Erklärung zutage, wer die weltanschaulichen Nachbarn der ÖVP und des Seb. Kurz sind, wenn im konkreten Fall das Unternehmen Facebook als „ähnliche Seiten Strache, Hofer, Haimbuchner, Kickl“ …

In seiner Facebookerklärung spricht Seb. Kurz davon, daß der „unser Nachbar Rußland im Osten“, also Rußland ein „Nachbar“ von Österreich ist. Er wird wohl aus eigener Erfahrung gesprochen haben, als er in ebendieser Facebookerklärung sich dagegen ausspricht, die neun Jahre in der Schule sollen nicht einfach abgesessen werden, sondern Pflicht zum Erwerb von Bildung … Es werden, ist zu hoffen, in seinen neun Jahren in der Schule nicht Landkarten noch verwendet worden sein, die Rußland als tatsächlichen Nachbarn von Österreich …

In seiner Facebookerklärung spricht Seb. Kurz auch wieder einmal davon, Menschen sollen von „ihrer Arbeit“ leben können, sie sollen von „ihrer Arbeit“ leben können durch Senkung „von Steuern“. Sie sollen also nicht von ihrem Lohn für „ihre Arbeit“ leben können, sondern durch das Senken von Steuern.

Oh, wie paradiesisch könnten Menschen von „ihrer Arbeit“ erst leben, wenn gar keine Steuern mehr eingehoben werden würden. Dann müßten Menschen für „ihre Arbeit“ nicht einmal mehr Gehälter und Löhne gezahlt werden, denn ohne Steuern könnten sie wie Kolm in Frankreich leben – von „ihrer Arbeit“ ohne Lohn und Gehalt …

Wie sehr Seb. Kurz seiner geforderten Pflicht zur Bildung persönlich nachgekommen ist, stellt er in dieser seiner Facebookerklärung“ ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis, als er davon spricht, der „Großteil der Bevölkerung“ in Österreich würde „im ländlichen Raum“ leben. Hierfür kann er die Statistik als Zeugin aufrufen: nur 58,3 Prozent der Menschen in Österreich leben in Städten, das ist wahrlich nicht der „Großteil“.

Ein Abend für die Wiener Gemütlichkeit

Kurz ist es her, daß André Heller aus Anlaß des Jubiläums 30 Jahre „Heimat Fremde Heimat“ von seiner Begegnung mit einem gemütlichen Wiener im Wiener Prater erzählte …

Wiener: „Guat, daß i Ihnan triff! Ihnan und ihren Freind wollt’i schoan loang ane in die Goschn haun.“

Daran mußte gestern gedacht werden, in der samstäglichen Nacht, tief unter der Erde, als Karlheinz Roschitz begann zu erzählen, von der Vergangenheit in der schön mit Laternen ausgeleuchteten Gasse, gemütlich, launig, und die Gemütlichkeit, die Wiener Gemütlichkeit erreichte ihren Höhepunkt, als Karlheinz Roschitz zwei weitere Gesellschaften, eine davon vor allem im Bereich der Literatur engagiert, in Wien als „zwei Unternehmen“ heruntermachte, und dieses gemütliche Niedermachen bescherte Karlheinz Roschitz und seinem Publikum einen weiteren Höhepunkt, als die Kicherglatze sich zwischen Karlheinz Roschitz und das Mikrophon zwängte, um in das Mikrophon zu glucksen:

„Das aber nicht mitschneiden.“

Das wird im Gedächtnis bleiben, von diesem 11. Jänner 2020 in der mit Laternen schön ausgeleuchteten Kellergasse, einen Abend der und für die Wiener Gemütlichkeit erlebt haben zu dürfen, mit seinen multiplen Gemütlichkeiten.

Vielleicht noch. Während des Vorspiels der fünfundzwanzig Miniaturen stellte sich die Muße ein, die Darbietung des Publikums zu genießen. Der Konzertkeller war äußerst gut besucht. Es fanden nicht einmal mehr alle einen Sitzplatz, nicht wenige mußten während der gesamten Darbietung stehen. Freilich, der Konzertkeller ist nicht sehr groß, hat gerade einmal die Ausmaße von Zimmer-Kuchl-Kabinett, und wenn, so wie in der gestrigen Nacht, von den Tonsetzern und Komponistinnen die Verwandten, die Ehemänner, die Lebensgefährtinnen, die Kinder, die Abschnittspartner, die Enkerln, die Eltern, die Großeltern, die Tanten, die Oheime, die Nichten und die Neffen kommen, dann kann auch in der größten Hütte rasch kein Platz mehr sein, eine Veranstaltung als eine sehr erfolgreich besuchte gefeiert, gesehen werden, wie von den Hausherren …

Es waren Lauschende im Keller, deren Alter zu schätzen, unmöglich war, vielleicht auch deshalb, weil sie ihr Alter, so lange schon sind sie auf der Welt, selber nicht mehr zu sagen wissen. So viele Pelzmäntel waren zu sehen, als wären diese die Uniform der Wiener Gemütlichkeit. Und gekleidet in einer Buntheit, wie wohl Landwirte ihre Vogelscheuchen anziehen, weil sie sich sicher sind, nur derart schrill angezogene Vogelscheuchen halten ganz bestimmt die Vögel von ihren Äckern fern. Für Bäuerinnen hätte der gestrige Abend in dieser Kellergasse durchaus noch eine Lehrstunde gewesen sein können. Eine schrill angezogene Vogelscheuche kann mit einigem Erfolg Vögel von den Feldern fernhalten, aber mit Sicherheit hält eine schrill angezogene Vogelscheuche, die mit ihrem Schmuck zu klimpern vermag, tatsächlich die Vögel fern, das hätten sie gestern lernen können, besonders von der Lauschenden mit ihren vielen klimpernden Armreifen während der Darbietung, obgleich nicht mit Gewißheit gesagt werden kann, ob sie die gesamte Darbietungszeit lauschte oder schlief, aber ihre Armreifen machten Lärm, hingegen kann von ihrem Mann mit seiner bunten Hose, mit seinen langen, langen grauen Haaren, mit seinem pinken Regenschirm, auf den er sich stützte, gesagt werden, er schlief doch immer wieder tatsächlich ein … auch das wohl ein Bild der Wiener Gemütlichkeit, wie sie aneinandergelehnt, Kopf gegen Kopf, Hut gegen Hut, die Armreifenklimpernde und ihr Behuter, der mit seinen grauen langen, langen Haaren, ohne sich noch umkleiden zu müssen, ohne sich schminken zu müssen, sofort, in diesem Keller einen dieser alten Beckettmänner zur Darbietung …

Was für ein nächtliches Schauspiel in der Kulisse des Wiener Herzens, pelzgolden tapeziert …

Es könnte noch so viel erzählt werden. Etwa von der alten Dame mit ihrem Stoffeinkaufswagen, vielleicht gerade von Lidl oder aus einer Apotheke in den Keller geeilt und nun müde eingenickt, vornübergebeugt, ihre Stirn auf dem Stoffeinkaufswagenmetallgriff … oder von der alten Dame im Wetterfleck und schwarzem Stock, die sich in der ersten Reihe einen Sitzplatz erkämpft, sich hinsetzt, ihren trachtigbürgerlichen Filzhut aufbehält, während der gesamten Darbietung — ihr Filzhut könne keine Sichtbehinderung sein, denn, so wird sich die alte Dame, die in der „Jagdgesellschaft“, so wie sie ist, sofort die Ehefrau des Generals geben könnte, sie selber sehe doch ohne Sichteinschränkung auf die Bühne, auf der sie für alle ohne Einschränkung gut …

Was für ein denkwürdiger Abend. An wen den Dank — an die Kicherglatze, nein, nur an Karlheinz Roschitz für seine fulminant gemütliche Darbietung Wiener Herzlichkeit, ihm gebührt die Krone der Wiener Gemütlichkeit, er ist zum Regenten der Wienergemütlichkeit 2020 auszurufen.