Die empörte Zurückweisung von Martin Luther

Luther - Portschy

Wie gelesen werden kann, in der von Lyndal Roper verfaßten Biographie, hat sich Martin Luther darüber empört und es zurückgewiesen, er sei ein „Zigeuner“. Nun, er wird schon gewußt haben, warum. Vor allem wird er nicht so gelebt haben wollen, wie „Zigeuner“ lebten, falsche Zeit, wie „Zigeuner“ leben müssen, in Europa. Schließlich wünschte er den „Juden“ ein Leben wie das der „Zigeuner“. Das war von ihm christlich gemeint, aber nicht menschenfreundlich.

Ob er, Luther, als Schreibtischtäter einen Hammer zu verwenden wußte, kann nicht gesagt werden. Belegt ist seine eigenhändige Thesennagelei nicht. Was für ein Schreibwerkzeug er verwendete? Was gewußt wird, ist das Schreibwerkzeug von einem anderen Schreibtischtäter: Tobias Portschy verwendete für seine „Denkschrift“ eine Schreibmaschine. Seine „Thesen“ schrieb er, Portschy, mit dem Maschinengasgewehr, das noch eine Schreibmaschine war, 1938.

Wie Tobias Portschy überhaupt zu seinem Glauben kam, wie er dem Organisierten Glauben des Protestantismus überhaupt angehören konnte, hat er Martin Luther … denn ohne diesen hätte es diesen Organisierten Glauben … nun, er, Luther, war einer von der Zeit bevorzugter. Denn. Hätte es nicht gerade Mächtigen sehr gepaßt, in ihrem nordischen Kampf gegen Rom des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche, er, Luther, hätte mit seinen Thesen – warum nicht eine Referenz an seine Fäkalsprache? – seinen Arsch wischen können, sie, seine Thesen, wie die weiße Tinte gegen sich, also den Teufel, schleudern können … aber fünfhundert Jahre später – Lu…? Luder, wer?

Luther wies also zurück, ein „Zigeuner“ zu sein, er wollte zwar, daß „Juden“ wie „Zigeuner“ zu leben haben, aber er wollte kein „Zigeuner“ sein. Und Portschy – und nicht nur er mit dieser barbarischen und massenmörderischen Weltanschauung – stellte klar, „Zigeuner“ seien in jeder Beziehung den „Juden“ gleichzustellen.

Ohne Luther hätte Portschy nicht seinen Glauben, und was die „Zigeuner“ betrifft, kein Material für seine Thesen. Wie in der Collage gelesen werden kann, weiß Portschy beispielsweise, „Zigeuner“ würden ihre Kinder drei-, viermal taufen lassen. Sein Meister aus Deutschland wußte das auch. Aber bei einem Meister ist alles noch größer, übertriebener: bei einem Meister lassen sie ihre Kinder zehnmal …

Anschlag mit Thesen - Luther - Portschy

Und Portschy hatte noch einen Meister, einen Meister aus Österreich, der den Meister aus Deutschland als Genie gelten ließ … eine leichte Übung, er mußte ihn nicht als Konkurrenten aus dem Weg räumen …

Wer von ihm die Thesen im Gesamten lesen möchte: „Die Zigeunerfrage“ …

In die Collage wurden lediglich ein paar Ausschnitte aus seiner Denkschrift aufgenommen, die zu einem zeigen, was der Schreibtischtäterlehrling mit seinem Meister aus Österreich meinte zu wissen, meinte sein Schreibtischmönchmeister ebenfalls bereits zu wissen …

Wer nun aber meint, es ginge hier um den untergegangenen, um den auch das sogenannte eigene Volk zerstörenden Nationalsozialismus, irrt gewaltig.

Es geht um Schlimmeres. Um die Gegenwart.  Wie es in der Gegenwart den als „Zigeuner“ diffamierten und verfolgten Menschen geht, muß nicht noch einmal ausgeführt werden.

Zu viele Kapitel dazu gibt es bereits.

Auch dazu, wie sogenannten historischen Persönlichkeiten geschmeichelt wird, wie vor diesen gekniet wird, in Andacht, indem ihre Vergehen gegen diese Menschen tabuisiert werden, etwa jene von der Mutter des Feminismus …

Und wer allein die Ausschnitte in der Collage des Protestanten Portschy liest, dabei sich in Erinnerung ruft, wie über Menschen auf der Flucht gesprochen und geschrieben wird, oder gar selbst über sie spricht und schreibt, muß sich bereits erschrecken, wie das sich gleicht, sogar ohne dieser barbarischen und massenmörderischen Weltanschauung verfallen zu sein, wie Jahrzehnte nach dem Untergang dieses Massenverbrechensregime nicht anders zu sprechen und zu schreiben gewußt wird.

Alles ist in dieser Thesenschrift vorhanden, was heute gesagt und geschrieben, gewendet gegen Flüchtlinge, gegen Asylsuchende, gegen Migrantinnen. Von den, beispielsweise, Hochrechnungen, wann es soweit sein werde, daß die sogenannte einheimische Bevölkerung nicht mehr die Mehrheit … bis — ach, lesen Sie, und wenn Sie selbst so reden oder schreiben oder gar schreiben und reden und darüber hinaus in einem hohen und höchsten politischen Amt Verantwortlichkeiten wahrzunehmen hätten, dann erschrecken Sie, erschrecken Sie wenigstens …

Ostern: Weltsadomasohochamt

Ostern - Weltkreuzmesse - dreifaltige Leistungsschau der Abgründe

Es muß dazu nicht viel gesagt werden. Die Medien berichten Jahr für Jahr ohnehin von Osterbräuchen, die es auf dieser Welt gibt, und Jahr für Jahr kann nur eines gedacht werden: Ostern, das ist das Weltsadomasohochamt.

Für Sadismus und Masochismus gibt es, wie bereits ausgeführt, in Wahrheit nur einen einzigen Begriff: Kreuz.

Soher ist Ostern das Weltkreuzhochamt, die Weltkreuzmesse, eine dreitägige Messe der Leistungsschau der Abgründe.

Von der heiligen Moral der Organisierten Glauben

pontifex world war.jpgJorge Mario Bergoglio spricht wieder einmal von … Und viele wollen das als Warnung verstehen. Ach, wie gut, so einen Warnenden zu haben. Aber für diesen Mann ist alles Weltkrieg, wird alles zum Weltkrieg.

Wenn das die Qualifikation ist, um den Job mit einem Stellvertreter in den Wolken zu bekommen, dann hätte ihn Brigitte Kashofer bekommen müssen, auch sie, wenn eine zweite Qualifikation erforderlich, ist eine vom anderen Ende der Welt … Auch für sie ist die Gendertheorie ein Weltkrieg, die Fortsetzung des zweiten Weltkriegs, und wie der Mann vom gleichen Ende der Welt argumentiert sie gleich …

Sie hat aber keine Chance, diesen Job zu bekommen, obgleich sie dem jetzigen Weltkriegsfex geistig ebenbürtig. Sie ist eine Frau. Es gibt zwar ein Gleichbehandlungsgesetz, aber das gilt nicht für … Und so wird es stets keine Brigitte, sondern …, vielleicht wird es einmal eine Franziska geben, aber die wird auch nur eine sein, von diesem Ende der Welt der Brigitte und J…

Auf diese Art zu schwefeln, ist Verharmlosung

PS Es könnte auch noch etwas hinzugefügt werden, über die Geschäfte dieses Organisierten Glaubens, wie wenig, wie gar nichts diese beitragen für einen Frieden auf dieser Erde, obgleich stets nur von Frieden geredet, von den Organisierten Glauben. Viele nennen es scheinheilig. Es ist schlimmer: es ist heilig, das ist die Heiligkeit, die von ihnen zu bekommen ist. Viele nennen es auch Doppelmoral. Es ist schlimmer. Das ist ihre Moral. Eine andere ist von ihnen nicht zu bekommen. Es ist die heilige Moral oder die moralisierende Heiligkeit des Stuhls …

Ostern 2017 in Österreich, Traunkirchen

Stephansdom Traunkirchen - Maßvorgabe für Schwanzgröße.jpg

Was für eine Erregung um einen Penis in Traunkirchen, Österreich, genauer, in Österreich, Traunkirchen.

Es gibt also eine Erregung in dem Dörflein Österreich, das in dem Ländchen Traunkirchen gelegen ist, um eine Penisstatue auf einem Privatgrund, an dem vorbei direkt ein Kreuzweg … es wäre eine Zumutung, eine Ungeheuerlichkeit, eine Ärgerlichkeit, wenn gläubige Menschen an diesem Riesenpenis vorbei müßten auf ihrem Kreuzweg, und das ausgerechnet zu Ostern, was für eine Sauerei, Menschen des Jahres 2017 solche Rieseneier zu legen, und diese gegen den trachtigen Brauch nicht einmal zu verstecken …

Kreuzwege - PhalluswegeDer Eigentümer dieser Statue weiß wohl schlicht und einfach nicht, das Suchen nach versteckten Eiern ist das schönste Erregendste, was es auf der Welt, also in Traunkirchen gibt … was für ein Hallo stets, wenn die Kinder in den Soutanen der Pfarrer, in den Krachledernen der Väter …

Nun aber wurde eine Lösung gefunden, die es wieder einmal verstehen läßt, weshalb Österreich in Traunkirchen eine Weltrolle einnimmt. Die Phallus-Statue wird für die Osterzeit, für die Dauer der Prozessionen verhüllt, in einem Gelb, das an ein Osterwunder gemahnt … und sehet, da ward es geschehen, kaum als die rechtschaffenen Männer das Wasser aus ihren Schläuchen ließen, wurde es fest und verhüllte ganz und gar …

Freilich, der Eigentümer hätte sich selbst die Aufregung ersparen können. Er hätte bloß eine andere Penis-Statue auf seinem Privatgrund aufstellen müssen, eine, die passender zum Kreuzweg … sozusagen kreuzwegauthentischer … es gibt doch so schöne, wie das abgebildete Beispiel in der Collage es zeigt … ein bißchen christlicher gestaltet, gepierct mit einem Kreuz, tätowiert mit Mariechen und ihrem Kinde, das ihr zum Geschenk gemacht wurde, vielleicht nach einem erfolgreichen Eiersuchen … Freudig wäre in diesem Falle sofort der Sichtschutz weggeräumt, falsch, die Männer wären erst gar nicht ausgezogen zum Errichten …, und sein kreuzwegauthentischer Schwanz auf seinem Privatgrund in der Sekunde seiner Auferstehung dem Kreuzwege vor seinem Hause einverleibt, gesegnet …

Kreuzweg

Und. Der Eigentümer dürfte mit den hiesigen Maßen nicht vertraut sein. Vielleicht wäre es gar nicht zu dieser Aufregung gekommen, hätte er sich an die Maßvorgabe für hiesige Schwänze gehalten, wie sie auf dem Stephansdom in Wien, Traunkirchen vorgegeben ist, also nicht so enorm groß, nicht so enorm gesund, nicht so enorm himmelhochsteif, sondern klein, deformiert, unbrauchbar winzig, eierlos … Er hätte also eine Stephansdomschwanzkopie mit Uhr an seinem Haus … die hiesigen Männer des Glaubens hätten dann wohl nur gelacht, ha ha ha, wie verhunzt, ha ha ha, wie mickrig, ha ha ha …

Was für wunderbar erregende Ostern 2017 in Österreich, Traunkirchen. Denn. Es scheint sich auch eine Antwort auf die bisher unbeantwortete Frage einzustellen, weshalb der Mann auf dem Kreuz stets in diesem weißen Tüchlein dargestellt wird … es Lendenschutz zu nennen, wäre wohl eine Angabe, das Fetzchen erinnert mehr an eine Windel (in irgendeinem Dom auf dieser Welt soll ja auch eine Windel von diesem Mann, die er als Baby tragen mußte, heute noch angebetet werden, riechend angebetet werden〉 … mit solch einem eierlosen Stephansdomschwänzchen (für diesen Maß genommen wohl an dem Mann vom Kreuz, ist dieser doch das Kirchenmaß schlechthin〉  sind wohl keine anderen Spielchen möglich, Spielchen, für die ein enorm gesundes …

Traunkirchen Oberösterreich.jpg

Blobs Erdoğan, Trump and all the others. Secret cripples and amputated fishes. From populism and the SM-Swarm.

Blob - secret cripples and amputated swarmfishes.jpg

Wenn schon Carl Amery erwähnt wird, wie gelesen werden kann im Kapitel Thomas Drozda will Facebook und Twitter drodzen, sollte nicht unerwähnt bleiben, was er über Adolf Hitler schrieb, und mit dem nicht nur diesen meinte. Es ist durchaus ein erhellender Beitrag zur verzweifelten Suche nach Erklärungen für den Populismus.

„Aber was fehlte ihm? Was war sein entscheidendes Handicap? Hier hilft ein Exempel aus der experimentellen Biologie.

Vor Jahren las ich von einem Versuch, den man mit Schwarmfischen ausrichtete, jenen winzigen glitzernden Wesen, die zu Hunderten und Tausenden gemeinsam und in einem einzigen Augenblick die Richtung wechseln; Knoten in einem unsichtbaren Beziehungsnetz, das als Überorganismus zu leben und zu funktionieren scheint. Den Nervenstrang, der ihnen das ermöglicht, hat man isoliert: er läuft längsseits ihrer Flanken. Und man hat, in der bekannt skrupellosen Neugier der Naturwissenschaft, einen dieser Kleinen zum Krüppel gemacht und das lebenswichtige Empathie-Organ entfernt. Der mißhandelte Fisch, äußerlich unversehrt, wurde dann dem Heimatschwarm zurückgegeben – und er wurde logischerweise zum Führerfisch.

Logischerweise. Denn da er keine Signale wahrnahm, die Tausendschaft seiner Gefährten aber einen solchen Zustand nicht kannte, nahmen sie seine einsamen, nicht mehr mit ihnen koordinierten Richtungsentschlüsse als Ergebnis der vertrauten kollektiven Abstimmung und damit als richtungsweisend an. Er allein, der geheime Krüppel, schien zu wissen, wo es langging, wo es aufwärts oder abwärts oder links oder rechts ging, während er in Wahrheit nur blindem, autistischem Drang folgte.

Führerdämonie als Folge von absoluter, zur Empathie unfähiger Ichbezogenheit – setzt man sich dieser Möglichkeit erst einmal aus, dann findet man sie öfters als einmal in der Geschichte der ‚großen‘ Führergestalten.“

Amery führt Alexander von Makedonien an, auch Napoleon … ausgesetzt der absoluten und zur Empathie unfähigen Ichbezogenheit ist auch in der Gegenwart vielfach, zu oft zu finden, in den Vereinigten Staaten von Amerika, in der Türkei, in Nordkorea, in Rußland, in Syrien, auf den Philippinen … auch in den europäischen Staaten, in denen sie noch nicht zu „Führern“ gewählt sind, aber sie es krampfhaft probieren, und, ist zu hoffen, scheitern und bleiben was sie sind: absolut unfähige autistische Fische.

Es erschreckt die Vorstellung, daß es noch viel schlimmer ist, nicht weil es schlimmer geworden, sondern schlimm geblieben ist. Die Beschreibung des einzelnen Krüppelführerfisches, wie sie Amery vorlegte, ist die Beschreibung der gesamten Heimatkrüppelschwärme, denen ebenso mißhandelte einzelne Schreckensfische ihre Gesichter sind.

Unmittelbar vor seiner Beschreibung der Heimatschreckensschwärme ist in „Hitler als Vorläufer“ zu lesen:

„Ich schlage vor, daß wir uns der Frage des Dämonischen kunsthistorisch nähern, da bleibt man unbefangener. Betrachten wir zum Beispiel die Dämonen des Hieronymus Bosch! Dessen krakelige Monster sind vielgestaltig genug, aber sie haben alle etwas Gemeinsames: sie sind nicht komplett. Ihr Terror, das Entsetzen, das sie abstrahlen, ist das von unvollständigen, aufs Maschinell-Monomane reduzierte Krüppelwesen. Darauf, auf Deformation, läuft, so meine ich auch Hitlers Dämonie letzten Endes hinaus (falls es sie gab〉.“

Wie würde heute ein Hieronymus Bosch malen, würde sein Motiv Internet und SM-Swarm sein? Er müßte keine anderen Bilder als jene schaffen, die er schuf: aufs Maschinell-Monomane reduzierte Krüppelwesen.

Thomas Drozda will Facebook und Twitter drodzen

Thomas Drozda - Facebook Twitter Strafen.jpg

Es ist nicht despektierlich gemeint: drodzen … Aber Sie werden das kennen, das Mündliche der Sprache der Gegend, in die Sie hineingeworfen wurden, lange lebten oder immer noch leben, schleicht unvermeidlich in das Schriftliche, und wenn es bemerkt ist, ist es zu spät, wie eben das aus dieser Gegend, in der das T seltsamerweise als D gesprochen wird, denn so weich sind die Menschen dort gar nicht, es sind durchaus hart verhandelnde Geschäftsleute. Freilich, das könnte im Nachhinein stets korrigiert werden, und das wird es auch. Es soll diesmal aber belassen werden, um zu zeigen, wie mühsam das Schriftliche ist, wie das Schriftliche die ganze Aufmerksamkeit und die höchste Achtsamkeit fordert. Jetzt wird es, vor Augen das Drodzen, leichter werden, wird gehofft, gelingen, das Einschleichen des unseligen Ds aus der Geburtsgegend sofort zu verhindern, ohne also nachträglich korrigieren zu müssen.

Thomas Drozda will, war heute am Radio zu hören, im österreichischen um sieben …, Strafen will er gegen „Hasspostings“. Er ist, wer ihn nicht kennt, Minister in Österreich, für Medien und, wie gelesen wurde, auch Kunst und Kultur … jedenfalls ein Minister mit einer langer Bezeichnung, die nicht erinnerlich bleiben will, vielleicht Medienamts- oder Kunstamts- oder vielleicht doch kürzer: nur Amtsminister …

Es geht halt um das Strafen. Es gibt viele Bedenken dagegen, viele sehen es äußerst kritisch, und sie führen dagegen vor allem und ausschließlich das Argument der Gefährdung der „Meinungsfreiheit“ an. Es ist nicht despektierlich gemeint, wenn auf das nicht eingegangen wird, was heute in der Frühe der Amtsminister dazu sagte. Jedoch, was von diesem Strafreflex zu halten ist, wurde bereits dargelegt:

Österreich 2017: Strafen, Kerker, Verbote

So sind nur noch ein paar Sätze hinzufügen.

Der Amtsminister sprach von „Facebook“ und von „Twitter“. Wären das Unternehmen, die der identitären Parlamentspartei gehörten, er spräche sie wohl so wenig direkt und deutlich an wie die identitäre Wirtin Unzensurierta.

Es wird von so vielen Dissonanzen zwischen den Regierungsparteien gehört und gelesen, aber was die Copysite der identitären Parlamentspartei betrifft, ist es, als schwiegen Amtsminister und Justizminister mit einer Zunge.

„Social Media“ soll nicht mehr ausgeschrieben werden, nur noch abgekürzt: „SM“. SM ist aber keine Übersetzung für „soziale Medien“, das wäre eine gänzlich falsche, wie ebenfalls schon ausgeführt.

Statt mit dem Ausdenken von Strafen die Zeit ungenützt verstreichen zu lassen, ist dringend darüber nachzudenken, vor allem von Regierungsverantwortlichen, weshalb so viele Menschen derart blutrünstige Phantasien schreiben und verbreiten und liken. Aus Furcht vor Strafen könnte es weniger werden, das Gedachte ungeschrieben werden, aber es bleibt, in den Köpfen und mehr noch in den Händen, mit denen die Kreuze in den Wahlzellen geschlagen werden.

Im Morgeninterview wurde als blutrünstiges Beispiel eines gegen Juden gebracht. Kein blutrünstiges aber gegen Roma und Sinti. Auf die Opfer, die einst ebenso wie die Juden Opfer waren, aber es heute weiter sind, wird eben vergessen. Wenn allein an das gedacht wird, was bei der identitären Wirtin Unzensurierta zu hören ist, wer wohin gehört und wie zu krepieren hat, wird der Gegenwart in diesem Land kein positives Zeugnis der Zivilisation ausstellen können. Ganz im Gegenteil. Günther Anders müßte heutzutage seinen Titel „Wir Eichmannsöhne“ umschreiben, auf „Wir SM-Eichmanns“. Und auch „Bruder Hitler“ ist ein überholter Titel, zu dem ein Thomas Mann noch greifen konnte. Eines werden die Menschen aber, und das kann nicht als Vorteil vom Internet angeführt werden, nicht mehr tun können: sich herausreden zu können, sie hätten nichts gewußt, sie werden die über Jahrzehnte von sich gewiesene „Kollektivschuld“ nicht von sich weisen können, wenn einst all die heute beschriebene Blutrünstigkeit, an der so viele mitschreiben, die so viele verbreiten, die so vielen gefällt, wieder grausamste Tat fußend auf gleich welcher Weltanschauung wird. Erst mit dem Internet kann der Begriff  „Schreibtischtäter“ in seiner grausamen Dimension erfaßt werden, und auch die Dynamik des vergangenen und des kommenden Barbarischen. Und für das kommende Barbarische wird es so viele SM-Eichmanns – Männer und Frauen – geben wie noch nie, ganz gleich im Namen welcher Ideologie.

Sind heute nicht so viele in dem von Thomas Mann beschriebenen „Bruder“ zu erkennen, mit dieser Verfaßtheit, ohne die Weltanschauung von Adolf Hitler zu teilen, ja überhaupt die Gegenwart:

„Der Bursche ist eine Katastrophe; das ist kein Grund, ihn als Charakter und Schicksal nicht interessant zu finden. Wie die Umstände es fügen, daß das unergründliche Ressentiment, die tief schwärende Rachsucht des Untauglichen, Unmöglichen, zehnfach Gescheiterten, des extrem faulen, zu keiner Arbeit fähigen Dauer-Asylisten und abgewiesenen Viertelskünstlers, des ganz und gar Schlechtweggekommenen sich mit den (viel weniger berechtigten) Minderwertigkeitsgefühlen eines geschlagenen Volkes verbindet, welches mit seiner Niederlage das Rechte nicht anzufangen weiß und nur auf die Wiederherstellung seiner ‚Ehre‘ sinnt; wie er, der nichts gelernt hat, aus vagem und störrischem Hochmut nie etwas hat lernen wollen, der auch rein technisch und physisch nichts kann, was Männer können, kein Pferd reiten, kein Automobil oder Flugzeug lenken, nicht einmal ein Kind zeugen, das eine ausbildet, was not tut, um jene Verbindung herzustellen: eine unsäglich inferiore, aber massenwirksame Beredsamkeit, dies platt hysterisch und komödiantisch geartete Werkzeug, womit er in der Wunde des Volkes wühlt, es durch die Verkündigung seiner beleidigten Größe rührt, es mit Verheißungen betäubt und aus dem nationalen Gemütsleiden das Vehikel seiner Größe, seines Aufstiegs zu traumhaften Höhen, zu unumschränkter Macht, zu ungeheueren Genugtuungen und Über-Genugtuungen macht, – zu solcher Glorie und schrecklichen Heiligkeit, daß jeder, der sich früher einmal an dem Geringen, dem Unscheinbaren, dem Unerkannten versündigt, ein Kind des Todes, und zwar eines möglichst scheußlichen, erniedrigenden Todes, ein Kind der Hölle ist … Wie er aus dem nationalen Maß ins europäische wächst, dieselben Fiktionen, hysterischen Lügen und lähmenden Seelengriffe, die ihm zur internen Größe verhalfen, im weiteren Rahmen zu üben lernt; wie er im Ausbeuten der Mattigkeiten und kritischen Ängste des Erdteils, im Erpressen seiner Kriegsfurcht sich als Meister erweist, über die Köpfe der Regierungen hinweg die Völker zu agacieren und große Teile davon zu gewinnen, zu sich hinüberzuziehen weiß; wie das Glück sich ihm fügt, Mauern lautlos vor ihm niedersinken und der trübselige Nichtsnutz von einst, weil er – aus Vaterlandsliebe, soviel er weiß – die Politik erlernte, nun im Begriffe scheint, sich Europa, Gott weiß es, vielleicht die Welt zu unterwerfen: das alles ist durchaus einmalig, dem Maßstabe nach neu und eindrucksvoll; man kann unmöglich umhin, der Erscheinung eine gewisse angewiderte Bewunderung entgegenzubringen.“

„Hitler als Vorläufer“ ist ein Titel von Carl Amery. „Internet als Vorläufer“ wäre ein zu schreibendes Buch, wenn an alle im Internet verbreiteten Heilsversprechen und Blutrünstigkeiten gedacht wird. Amery stellt ein Hamlet-Zitat voran. „Come on: you hear this fellow in the cellarage.“ Ein gültiges Wort, wo solche zu hören sind: im Keller sind die Eingekellerten … mit einer winzigen Abänderung: in the internet.

Aber Thomas Drozda will Facebook und Twitter trotzen, während …

Thomas Drozda und He.-Chr. Strache sind sich, was „Facebook & Co.“ betrifft, einig

Österreich heute: Krone der Kultur

„Plan A für Kunst und Kultur, wenn ein nächster Termin dazu ansteht.“

„Wehrmann in Eisen“, Josef Müllner und das tourismusgerecht zugerichtete Wien

Josef Müllner Bildhauer - Tourismusgerecht betafeltVom Wiener Karl-Lueger-Platz bis zum Wiener Rathaus ist es nicht weit, ein wenige Minuten dauernder Spaziergang. Um zu erfahren, ob es beim „Wehrmann in Eisen“ mehr über Josef Müllner zu lesen gibt, als beim

Lueger-Denkmal von Josef Müllner mit der Tafel auf Karl-Art von Oliver Rathkolb

… nein, mehr nicht, noch weniger, gar nichts. Kernstock wird auf der Zusatztafel erwähnt, Josef Müllner, der den „Wehrmann“ schuf, nicht. Als hätte den „Wehrmann“ niemand geschaffen, als wäre er vom Himmel herabgestiegen, zu lindern die Not der „Witwen und Waisen“ …

Müllner und Kernstock, 1915. Gemeinsam an der Arbeit.

Von Ottokar Kernstock kann nicht gesagt werden, daß er ein Nazi der Nazidiktatur wurde. Er starb bereits 1928. Trotz seines viel zu frühen Todes ist er auch heute noch ein rechter Liebling. Was – wird es in nicht wenigen Köpfen heute noch spuken und dauern –

Zum Nationalfeiertag 2016 deklamiert identitärer Parlamentarier Ottokar Kernstock

Idealtypische Bundeshymne für das österreichische Pflichtwaldheim – Verse von Ottokar Kernstock

Was herauskommt, wenn über Bundeshymne und Identität g’redt wird: Kernstockhymnenidentität

Im Teutschgärtlein von „Zur Zeit“

für ein Wiener Adolf-Hitler-Sängerknabe wäre er doch geworden, wenn er nicht Jahre zu früh gestorben – mit der hellsten christlichen Messenstimme, zu hören vom steiermärkischen Wien über die Buchenwälder von Narvik zurück hinunter in den berlinerschen Bunker im tiefsten Abgrund …

Josef Müllner hingegen lebte lange, bis 1968, ein Held des Durchkommens, nun, das muß verstanden werden, eine Tourismusstadt wie Wien muß eine nazireine Stadt sein. Die Werke von Josef Müllner im sogenannten öffentlichen Raum in Wien sollen ja äußerst beliebte Fotomotive der Touristinnen und Touristen sein; wie Kurt Scholz vor zehn Jahren in der Tageszeitung „Die Presse“ schrieb, als er sich freute über die zum „Wehrmann in Eisen“ endlich angebrachte erklärende Zusatztafel …

Beim Lueger-Denkmal die korrekte Benennung von einem korrekten und professoralen Historiker, wer also das Denkmal geschaffen hat, mit Daten der Geburt und des Todes, wie eine Weihe, alles in Ordnung, ein harmloser und also nicht zu hinterfragender Künstler. Beim „Wehrmann“ der Name eines katholischen Dichters, der aber Jahre vor dem Naziregime, aber nicht der Name des Bildhauers, der den „Wehrmann“ schuf und während der Nazidiktatur … das könnte doch Touristen und Touristinnen abschrecken, müllnerische Werke weiterhin zu fotografieren, oder sie gar erinnern, daß Wien eine, die Nazidiktaturhauptstadt … und wenn sich das auch noch herumspräche, wer weiß, wie viele dann noch kämen, wenn ihnen dazu auch noch die Gegenwart dieses Landes einfiele … Mit ihm, Müllner, steht auch Franz Schubert auf dem Spiel, mit dem er durch seinen Forellenbrunnen … was, wenn plötzlich Menschen einfiele, Wiener Klassik nicht  mehr hören zu wollen, nicht mehr in den Musikverein gehen zu wollen, wie Vladimir Jankélévitch sie nicht mehr hören konnte, als er erfuhr, daß Schubert gespielt wurde, in den Konzentrationslagern …

Josef Müllner brachte es nicht nur zu Auszeichnungen in den zwei Republiken des Landes Österreich und in der Nazidiktatur, er war bereits in der Habsburgerei recht fleißig, schuf zu den kernstockschen Worten:

„Gut und Blut fürs Vaterland/Der Wehrmann Wiens gemahnt an die Zeit/ da unerschöpflich wie des Krieges Leid/ die Liebe war und die Barmherzigkeit“

den „Wehrmann“, für ein wahrlich hehres Ziel: Spenden durch das Nageln einzutreiben zur „Fürsorge für die Waisen gefallener Helden“.

Wenn die „Helden“ gefallen sind, was waren dann die, die nicht gefallen sind, beispielsweise die Habsburgischen? Tüchtige Geschäftsleute, könnte gesagt werden, sie fangen etwas an, aber die Zeche zahlen die Gefallenen selbst,

Straßennamen einzig aus heutiger Sicht gerechtfertigt: Franz-Joseph-Habsburg-Ring – Menschheitsmassenverbrecher, Oskar-Potiorek-Gasse – Menschheitsmassenverbrecher

wenn den Gefallenen etwas daran liegt, daß ihre Kinder nicht verhungern. Den Hunger gab es trotzdem, auch wenn ein Nachfolger von Kernstock im Priesterock einmal meinte, es hätte im letzten Jahrhundert eine Hungersnot nur in dem Land gegeben, in dem Stalingrad …

Josef Müllner Bildhauer