Michael Pollak schreibt in der blinden Passagierin, also in der „Heute“, am 14. November 2024 — eine blinde Passagierin der öffentlichen Verkehrsmittel ist sie, genaugenommen, nicht, denn sie versteckt sich nicht, genauer wäre es also von einer Schwarzfahrerin zu sprechen, also in der Schwarzfahrerin von heute schreibt Michael Pollak:
Der Text stammt aus einem Geografie-Schulbuch für die 5. Schulstufe. Von den 94 Wörtern hat der Lehrer 28 Worte angestrichen – etwa jedes vierte Wort wird von der Mehrheit seiner Klasse nicht verstanden.
Wenn für einen Moment angenommen wird, Michael Pollak oder bereits Thomas Walach, von dem er den Text übernahm, hat die Wörter richtig gezählt, dann weiß er, Michael Pollak, einfach wie kurz gesagt, nicht, wie richtig gerundet wird. Bis zur Ziffer 4 wird abgerundet, ab der Ziffer 5 wird aufgerundet. Korrekt wäre also von ihm gewesen, abzurunden: etwa jedes dritte Wort … Oder er rundete großzügig auf, weil es ihm weniger dramatisch klingen wollte: „etwa jedes vierte …“
Aber es hapert bereits beim Zählen. Michael Pollak oder bereits Thomas Walach zählt „94 Wörter“ und „angestrichen“: „28 Wörter“. Ohne Titel sind es 93 Wörter und angestrichen: 31 Wörter. Es muss also weder abgerundet noch aufgerundet werden: jedes dritte Wort … Angestrichen sind von Thomas Walach aber bereits Wörter, die mehr als einmal vorkommen — Der Titel des Textes wird von Michael Pollak oder bereits von Thomas Walach nicht mitgezählt, mit diesem sind es 98 Wörter. Vielleicht werden Texte in der Klasse von Thomas Walach ohne Titel gelesen, und deshalb werden die fünf Wörter des Titels nicht mitgezählt; das wird von Michael Pollak oder bereits von Thomas Walach nicht aufgeklärt. Die Zählschwäche und die Rechenschwäche könnten vielleicht auch etwas mit dem Nichtverstehen der deutschen Sprache zu tun haben, wer selbst Wörter nicht versteht, kann auch nicht verstehen, daß ein und dasselbe angestrichene Wort selbst in einem derart kurzen Text mehr als einmal vorkommt und streicht es daher jedes Mal an, wenn es …
Das gute Deutsch von Österreich wird jetzt wohl endlich nach so vielen Jahren Dreijährigen beigebracht werden, damit sie bereits als Dreijährige ebenso akkurat das beste Deutsch — exemplarisch dafür ein paar Wörter aus der Ausgabe vom 13. November 2024:
Wie Babler fordert auch Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) hatte ja eine klare Haltung seines Koalitionspartners. Dornauer soll sich beim Landesparteirat am Montag oder bei einem Landesparteivorstand der Vertrauensfrage stellen wird.
… auf den Platz gestellt … in Wien und in anderen Bundeshauptstädten, immer wird er kritisiert, er schaut scheiße aus, oder, der lebt ja gar nicht mehr …
Die Sendung am 12. November 2024 hat zu Tage gebracht, daß sie nicht nur, was Gags betrifft, seit langer Zeit schon in Rente, und in bezug auf Gags in Rente zu sein, heißt, bloß noch selbst zu applaudieren, lustig zu sein, und das letzte Glück im Rentenleben ist, es ist vollkommen gleichgültig, was für eine Gewürge etwa ein Rentner wie Grissemann … die Briefträgerin bringt trotzdem die Rente zu jedem Monatsersten in die Hütte in den Bergen hinauf —
was aber das größte Glück im Rentendasein ist, kann nicht so leicht gesagt werden, gewiß, die pünktlich hinaufgebrachte Rente ist ein Glück, ein Glück ist gewiß auch, in Rente noch ein Studioleben bildungsbefreit, das größte Glück jedoch wird wohl sein, daß alle anderen in der Bundeshauptstadt und in den Landeshauptstädten für die beiden Rentner, wie es die zwei bosom buddies geworden, was sie sind, unfreiwillig arbeiten, ihnen Gags frei Studioberghütte liefern; ohne diese säßen sie bloß da mit einem Knebel im Mund, würgten und außer Würggeräusche —
Es gibt den Antel-Bockerer und es gibt den Kehlmann-Bockerer.
Wenn aber heute vom „Bockerer“ gesprochen, geschrieben wird, wird heute nur noch vom Antel-Bockerer geredet, geschrieben, und gezeigt wird heute, im Fernsehen, bloß noch der Antel-Bockerer, der 1981 in die Kinos kam,
„Der Bockerer“ von Franz Antel, dessen Reaktion darauf, er sei ein „Nazi“, als er in den fünfziger Jahren Hans Weigel vorwarf, ein „mieser Jude“ zu sein, sei gewesen, „stolz“ sei er darauf …
Und Friedrich Torberg habe Franz Antel in den fünfziger Jahren Antisemitismus vorgeworfen.
Mit Friedrich Torberg beginnt die Geschichte vom „Bockerer“, der bei Torberg „Neidinger“ heißt, über den Friedrich Torberg einige Szenen schrieb, und sich durch Becher und Preses bestohlen fühlte, weshalb er wegen Verletzung seiner Urheberschaft klagte; den Prozeß verlor Friedrich Torberg.
Im Oktober 1948 wird „Der Bockerer“ von Ulrich Becher und Peter Preses im „Neuen Theater an der Scala“ in Wien, auf der Wieden, im vierten Bezirk, uraufgeführt. Friedrich Torberg, und mit ihm Hans Weigel, bekämpft nicht nur Bertolt Brecht, sondern auch die „Scala“. Weil es in deren Augen, einfach wie kurz gesagt, ein „kommunistisches Theater“ ist. Mit ihrer Hetze sind sie dabei äußerst erfolgreich. Sie, die „CIA-Agenten“ vom „Forvm“, werfen u. a. den Schauspielerinnen und Schauspielern der „Scala“ vor, „kommunistische Agenten“ zu seien. Um es kurz zu machen. Bereits 1956, ein Jahr nach dem sowjetischen Abzug aus Österreich, wird der Theaterbetrieb eingestellt, Förderungen gibt es für die „Scala“ keine, auch nicht mehr von der kommunistischen Partei. Engagements gibt es für Mitglieder des Ensembles in Österreich keine mehr, einige von ihnen kommen im „Berliner Ensemble“ unter, etwa Karl Paryla, gegen den Torberg und Weigel ein „Auftrittsverbot bei den Salzburger Festspielen“ durchsetzen.
Und ebenfalls nur nebenbei, in Deutschland wird, etwa auch zur Zeit des Errichtung der Berliner Mauer“ allenthalben ein „Brecht-Boykott“ propagandiert – ohne Erfolg aber; in Deutschland hätten Torberg und Weigel mit ihrer Hetze keinen Erfolg für sich buchen können. Nur in Österreich sind sie erfolgreich; was für weitere Karrieren hätten sie — wären sie ohne ihre Gnade der richtigen Geburt gewesen — sonst wohl noch gemacht haben können?
Sollte auch darüber nachgedacht werden, weshalb der Antel-Bockerer sein Geschäft in der Garbergasse hat und nicht wie der Kehlmann-Bockerer in der Paniglgasse auf der Wieden? Die Wieden zu bürgerlich, zu adelig für einen Karl Bockerer? Die Mariahilf hingegen?
An dem Drehbuch des „Bockerer I“ — nur von diesem wird von jetzt an noch gesprochen werden — soll, auch wenn er im Vorspann nicht angeführt ist, H. C. Artmann ebenfalls mitgeschrieben haben. Ob es H. C. Artmann selbst verhinderte, genannt zu werden, als ihm vielleicht einleuchtete, klar wurde, woran er da mitarbeitete?
Es ist bald wieder der 9. November, und deshalb ist es die richtige Zeit, in der Vornacht vom Bockerer zu reden, der in der Nacht lebte, sein Sohn mit Pflastersteinen in den Straßen selbst in dieser Nacht des 9. Novembers —
Natürlich kommt Franz Antel nicht umhin, die Bösartigkeit des österreichischen Menschen zu zeigen, es sind auch zum Straßenwaschen gezwungene jüdische Menschen zu sehen, auch beispielhaft eine Arisierung, aber die Massenmorde an jüdischen Menschen werden ausgeklammert, im Fokus ist der Krieg, ein Schwelgen in Original-Aufnahmen, das aus dieser Zeit nur nationalsozialistisches Material sein kann —
Und im Fokus auch die Homosexualität des SS-Mannes Gstettner, gespielt von Michael Schottenberg, und des Gestapo-Mannes Lamm, gespielt von Klaus-Jürgen Wussow, und auch darüber will gar nicht nachgedacht werden, was Franz Antel damit —
Je mehr über den Antel-Bockerer nachgedacht werden könnte, desto abgründiger würde dieser erscheinen. Das Harmlose an dem Antel-Bockerer ist noch, daß Karl Bockerer, gepielt von Karl Merkatz, mundelt, zumindet zweimal sogar mehr oder weniger wörtlich … Wie wenig aufklärend oder sogar anti-aufklärerisch dieser Film ist, soll zum Schluß exemplarisch die Rede vom SS-Mann Gstettner in der Gegenüberstellung vorführen.
Im Antel-Bockerer Michael Schottenberg:
Gstettner, SS: Wirst a Hetz hobn in Rußland. Sein nächster Liebhaberkamerad: Auf diese Partisanen bin i goar nit schoarf. Gstettner: Aber Blödsinn, die gibts in Woarheit über kurz oder long gor nimma mehr. Liquidation. Vastehst. Alle verdächtigen Elemente im besetzten Gebiet zack weg. Liebhaberkamerad: Ja, aber wie? Gstettner: Zammfangn, in einen Heereslaster, je mehr, desto besser, Türe zu, Motor anlassn. Sobald der Motor lauft, blast Gast in das hermetisch Abgeschlossene in das Innere des Wagens. Nach zwanzig Minuten sind alle erledigt, bis höchstens a poar Weiba, die Ludern sind zach. Liebhaberkamerad: Des is a deutsche Technik. Gstettner: Umsiedlung heißt die Aktion. Die Trotteln glauben, sie werden per Heereslaster woanders hinbracht. Kleider, Wertgegenstände abliefern, sicherstellen, Ringe, Goldzähne etc. an das Finanzministerium. Das is halt das Fade an der ganzen Geschichte. Aber sonst wirst a Riesenhetz hobn in Rußland.
Im Kehlmann-Bockerer erzählt Gstettner, gespielt von Walter Kohut, dasselbe, aber nicht auf dem Bahnhof, sondern im Café Tosca, kurz bevor Karl Bockerer sich mit seinem Sohn Hansi auf Vermittlung von Hatzinger im Café Tosca zum Abschied treffen. Gstettner und Hansi spielen eine Partie Billard, und bei dieser berichtet Gstettner:
Hansi: Heil Hitler, Ferdinand. Gstettner: Heil Bockerer Hans. Wann fährst denn? Hansi: Heute nacht, 2 Uhr zehn, das Gepäck ist schon auf der Ostbahn. Der Mutter hab ich schon Adieu gsagt, und wie ich mit meinem Alten steh‘, das weißt ja. Ist über Nacht gekommen, die Gschicht bei mir. Komm, jetzt setzen wir uns. Erzähl mir was von den Russen. Gib mir ein paar Tipps. Gstettner: Du weißt ja noch gar nicht, wohin du kummst. Hansi: Gar nix weiß i. Aber ich habe nie damit gerechnet, daß ich eingezogen werd. Gstettner: Fährst vielleicht nicht gern? Hansi: Aber selbstverständlich, ich bin doch begeistert. Also wos geht vor an der Ostfront, erzähl. Gstettner: Es gibt nicht viel zu dazöhln. Wirst schon selber draufkommen. Kumm, mochma a Billardpartie.
Hansi: Schau, Ferdl, da sind so viele Gerüchte im Umlauf über diese Partisanen oder wie die heißen. Du weißt eh, die russische Zivilbevölkerung. Sag einmal, wie hobts ihr eigentlich als SS das Problem gelöst? Gstettner: Partisanen? Damit hob i eigentlich nicht viel zu tun gehobt. Mehr Infanterieangelegenheit. Du wirst damit warscheinlich zu tuan hobn. Dei Stoß. Hansi: Eigentlich merkwürdig, daß diese Bolschewisten, diese Untermenschen die Courage habn, so an hirnrissigen Widerstond zu leisten. Gstettner: Brauchst ka Ongst hobn, wir ramen schon auf, wir Einsatztruppen unterm Kaltenbrunner, auf den können wir stolz sein, auf den Kaltenbrunner, wir in der Ostmark. Hansi: Sag mal, was habt ihr Einsatztruppen eigentlich für a Funktion? Gstettner: Liquidation der verdächtigen Elemente im besetzten Gebiet. Verdächtig sind alle, vastehst, Russen, Polen, Juden, die gonzen Viecher mit an Wort. Es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten. Zum Beispiel a Lostwogen. A gonz gewöhnlicher Heereslostwogen, äußerlich gar nichts dron zu bemerken. Und wast wos in Wirklichkeit is? Hansi: Na, wos denn? Gstettner: A ambulante Gaskammer. Hansi: In an Lastwogen? Gstettner: Ja, die Untermenschen werden einmal einepfercht in den Wogn, je mehr, desto besser, wonn die Tür zu is, der Motor rennt, dann strömt automatisch Gas in das hermetisch abgeschlossene Innere des Wogens. Automatisch. Dulli. Wos? Sobald ma donn beim Massengrob anglongt san, Viertelstund, zwanzig Minuten, je nachdem, Löschkolk usw. vurbereitet, san die meisten eh schon hin, bis auf a poar Weiba holt. Des is dei Stoß. Hansi: Frauen sind da auch dabei? Gstettner: Frauen, Kinder. Spül, spül, spül.
Gstettner: Daß ma wieder mol a offenes Bier kriagt. So a Urlaub is a Freud. Hansi: Sag einmal, sind das alles Spione, die ihr da vergasts? Gstettner: Jeder einzelne. Wie spülst denn, wos host denn, du woarst doch früha a Koryphäe beim Billard.
Hansi: I hab geglaubt, eure Spione, die werden erschossen. Gstettner: Ja, was auch viel mehr nach meinem Gusto is. I hob dir ja gsogt, wir haben verschiedene Möglichkeiten.
Gstettner: Die Vertülgung als solche is gonz anfoch. Normalerweise hot man sie […] gführt, ausziehn lossn, gleih Wertgegenstände abliefern und donn habn wirs einepfeffert, wonn ana nit glei hin woar, donn hat er an Gnodenschuss krieagt. Kompliziert is es erst nochher wordn. Die gonze Kleidung, Wertgegenstände ordnen und plangemäß abliefern, waggonweis habn wir es verfrachtet, die Wertgegenstände wie Goldzähne usw. ans Finanzministerium, alles plangemäß, fost nie, daß in meiner Abteilung amoil a Unterschlagung vorkommen war, alles hoch anständige Burschen.
Gstettner: Ah, schwoche Nerven? Reisefieber? Hansi: Nein, nein, schlecht is mir von dem Zeug, dem Süßen. Gstettner: I muaß gehn, i hob noch a Rendezveus, mit ana Jüdin. Also, reiß di zsamm, vielleicht sehn wir sich in Stalingrad. Heil Hitler. Hansi: Heil Hitler.
Der Antel-SS-Gstettner erzählt von „Partisanen“, von Frauen zwar auch, aber nicht von „Juden …“ Es werden halt, werden wohl Zusehende denken können, „Partisaninnen“ sein, die zu … so sei es halt in einem Krieg …“
und dazu erzählt eine Stimme aus dem Off von dem Ersparen des Weges nach Stalingrad und wieder zurück, vom Kampf des Österreichers, „aber hinhalten haben wir unseren Schädel müssen“ —
Wie anders hingegen das Ende des Kehlmann-Bockerers, in dem Karl Bockerer einem aus der psychiatrischen Anstalt Steinhof entsprungenen Österreicher, der, Alois Selchgruber, von sich meint der Überösterreicher zu sein, ihm alles vorhält, was ihm vorzuhalten ist, seine Verbrechen, ihn einen „Massenmordfabriksdirektor“ … Der Kehlmann-Bockerer endet nicht mit
„Wir sind eben schon wieder einmal befreit worden.“
gratulierte Donald Trump vor allen anderen zum Wahlsieg, zu dem
haben laut Nachwahlbefragungen christliche Wählerinnen und Wähler maßgeblich beigetragen. Demnach stimmten 54 % der Katholiken für den Republikaner und 61 % der Protestanten und übrigen Christinnen und Christen. Mehr als 60 % der jüdischen und muslimischen Wählerinnen und Wähler stimmten hingegen für die Demokratin Kamala Harris.
Es wird schon so sein, daß in den Messen der Samensegnung O.s Glaubensbrüder keinen Rosenkranz beten, was aber sein kann, ist, daß sie Rosenkränze mit sich führen, ihnen die beads of rosary in ihren mess consecrations volksdienstliche Geräte sind —
Nach Ungarn. Wo die Erzdiözese Kalocsa-Kecskemét unter der Leitung von Kardinal Balázs Bábel offenbar massive Schwierigkeiten mit der Sexualmoral ihrer Pfarrer hat. Ein Priester ist ausgeflogen, weil er an homosexuellen Orgien teilgenommen hat. Ein anderer steht vor Gericht wegen sexuellen Mißbrauchs von Minderjährigen. Gegen einen weiteren wird ermittelt und wieder ein anderer Pfarrer steht in Verdacht, sich an Kindern vergangen zu haben. Vor kurzem ist auch noch der Sekretär der Bischofskonferenz von Kalocsa-Kecskemét, Tamás Tóth, zurückgetreten. Er soll mindestens einen Pfarrer gedeckt haben.
Ernst Gelegs aus Budapest: Sodom und Gomorra kommen einem in den Sinn, wenn man die Ereignisse der Erzdiözese Kalocsa-Kecskemét verfolgt. Begonnen hat alles damit, daß ein Journalist eines regierungsunabhängigen Online-Mediums die homosexuellen Ausschweifungen eines prominenten und bei der Orbán-Regierung sehr beliebten Pfarrers aufgedeckt hat. Er hat den Pfarrer auf Videos homosexueller Orgien erkannt und darüber in seinem Online-Portal berichtet. Viele Medien haben diese Story übernommen. Der Orbán-Regierung waren diese Berichte so peinlich, daß Ministerpräsident Viktor Orbán auf seiner Facebook-Seite sämtliche Fotos löschen ließ, die ihn mit dem Pfarrer zeigten. Kardinal Bábel hat an das Online-Portal einen Brief geschrieben, worin er volle Aufklärung und Transparenz verspricht. Kaum war der Brief verschickt, ist bekanntgeworden, daß die Staatsanwaltschaft gegen zwei Pfarrer ermittelt, und zwar wegen sexuellen Mißbrauchs von Minderjährigen. Gegen einen Pfarrer ist bereits Anklage erhoben worden, gegen den zweiten wird noch ermittelt, eine Anklage soll aber unmittelbar bevorstehen.
Außerdem wurden dort drei Hakenkreuze mit der Überschrift „es ist an der zeit (sic) macht euch bereit“ entdeckt[.]
Woher sie es haben, die Losung, die Parole „Macht euch bereit“, ist nicht schwer herauszufinden, die es auf eine Info-Tafel des S-Bahnhofs Waidmannslust schrieben, sie verrieten es durch die drei Hakenkreuze selbst, wollten es treustolz zu ihrer Ehre verkündet wissen.
nun öffnet die tore und macht euch bereit (lied der motorflieger) Walter von Müller flieger sind sieger – neue fliegerlieder, 1941 G SV193 SoldVaterl, TextNoten, 2 Strophen, Tonart: F, Einzigartig
Es ist nicht das einzige Lied, wie desselben Tages aus dem „Handbuch deutscher Musiker 1933-1945“ zu erfahren ist, das die Parole „Macht euch bereit“ zu singen aus längst verwichener Zeit in die Gegenwart …
K. Fiebig: (Morgenlied) Auf, auf, macht euch bereit (T. E. Leibi)
Wenn am letzten Tage des November in ihrem Jahr ’24 am Heldenplatz in Wien die Losung „Macht euch bereit“ gar vorgetragen, gesungen wird, dann wohl in „Tonart F“ … Was sich die Burschen, seien sie nach Jahren tatsächlich Burschen, seien sie im Gemüte noch Burschen, vom „Morgen“ erhoffen, ist nicht das, was sie sich von ihrem „Morgen“ ersehnen; was sie vom „Morgen“ bekommen werden, in der Gegenwart, ist das, was ihre Vorgängerinnen von der „großen Zeit“ bekamen, und das hat John Heartfield bereits vor 87 Jahren in einer Montage deutlich vor Augen geführt, im Jahr 1937, dazu reichte ihm die Bildunterschrift:
„Macht euch bereit, macht euch bereit, jetzt segeln wir in die GROSSE ZEIT!“
Darüber ist ein Segelschiff zu sehen, dessen Segeln sind „Brotkarte“, „Fettkarte“ … in diesem Segelschiff wieder am Heldenplatz im November ’24 zum Anstellen um Brot …
Vielleicht weiß er selbst noch gar nicht um alle Usancen, aber bald kommt ein Patriot zu ihm, der recht viel von Usancen versteht, von gesinnungsgemäßen Gepflogenheiten.
Von dem Dritten ist ein Ausspruch aus seiner Laufbahn in Erinnerung geblieben, der unterschiedlich zitiert wird, einmal: „Sie werden sich noch wundern, was alles gehen wird.“ Einmal auch so: „Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist.“ Im Grunde aber gibt es nichts zu wundern, weder darüber, was alles weiter möglich ist, noch darüber, was alles schon wieder geht, dabei ist nicht einmal noch eine Woche nach der Mache vergangen. Und von diesem Gemachten wird, vielleicht, in Erinnerung bleiben: Usancen – manches wiederbelebt werden muß.
NS Im letzten Kapitel wurde erzählt, es werde am 9. November eine Demonstration unter der Parole „Macht euch bereit“ geben, die ist nun, wird berichtet, verschoben auf den 30. November … Hier kommt also nicht der Spruch „Je eher, desto besser“ zur Anwendung, für diesen Umzug, der für die rosenkranzsche Partei mit ihrem auf Usancen bestehenden Bergführer in Marsch gesetzt werden soll, vielleicht wurde auch einfach nicht bedacht, wie lange es dauert, sich bereit zu machen, für eine volle Wichs …
Zu der Parole „Macht euch bereit“ wäre noch etwas zu sagen, vielleicht im nächsten Kapitel.
NNS Es soll, auch wenn dies gleich als Gerücht abzutun ist, Zeit sein, je eher, desto besser, eine eigene Fahne für das Parlament Österreichs endlich geben, das Parlament soll auf dieser Fahne durch seine Vertäfelung gleich als Fahne erkennbar sein, und es soll eine Bannerfahne werden, in dieser Gestaltung dann auch nicht etwa mit der peruanischen Flagge verwechselbar, das der Spitze des Nationalratspräsidenten fortan ersparte zu erklären, was für einen Anstecker sie trage.
Für einen narbenveredelten Recken von rechtem Schrot und Korn wäre es wohl ein Eingeständnis seiner Schwäche, spräche er das Wort „Frau“ aus, so findet er ein anderes Wort, nicht aber um geschlechtsneutral zu formulieren, sondern erst gar nicht die Idee in die Welt zu setzen, eine Frau könnte das werden und sein, zu dem er nun gemacht wurde: Nationalratspräsidentin …
Es wird manchmal behauptet, der Nationalratspräsident sei der zweitmächtigste Mann, sei die zweitmächtigste Person in der Republik.
Für seine gesinnungsgemäße Parlamentspartei muß das ein sie beruhigendes Signal sein, ist sie doch gesinnungsgemäß ganz vom Willen erfüllt, so wenig Frauen wie irgend nur möglich sollen im Parlament sein, auch wenn es vor der Wahl am 29. September 2024 noch verkündet ward:
Dabei hatte [H. K] im Wahlkampf noch getönt, dass das erstmals angewandte „Reißverschlusssystem“, mit dem sich Männer und Frauen auf der Bundesliste abwechseln, Abhilfe schaffen würde.
Tatsächlich schickt [seine Partei] nun aber lediglich 13 Frauen in den Nationalrat. Das entspricht bei insgesamt 57 blauen Abgeordneten nur 23 Prozent.
Die Mannen dieser Partei werden wohl unter „Reißverschlusssystem“ verstehen, Frauen dürfen ihnen den Reißverschluß weiterhin öffnen, wie es eben in Ehen auch nach den Vorstellungen des nun gemachten Nationalratspräsidenten Brauchtum —
Oh, was für ein uneingeschränkt agierender Mann wurde am 24. Oktober zum Nationalratspräsidenten gemacht, der bereits bei seinem ersten Hintreten einbekennen muß, er werde zur Seite zu treten …
[…] in Wien und ganz Österreichs einen Dialog mit mir, wie bisher, verweigern, so daß der Besuch wichtiger Veranstaltungen im Parlament, wie die Veranstaltung gegen Gewalt und Rassismus […] oder das Gedenken an die Pogromnacht 1938 vom jüdischen Leben boykottiert werden, so stehe ich nicht an, als Person auf die Seite zu treten […] es werden sicherlich mit meinen Stellvertretern, mit meinen beiden Präsidenten, wird es ganz bestimmt eine Lösung dafür geben.
Walter Rosenkranz nennt sich nur dann selbst „Person“, wenn es um auf die Seite treten geht, hier will er nicht Mann sein, Männer treten nicht auf die Seite, ein Mann geht nur zur Seite, wenn er … Es sind auch keine Personen seine Stellvertretungen, ein Mann wie Rosenkranz hat nur Stellvertreter, ein Mann mit „meinen beiden Präsidenten“, das österreichische Parlament hat seit seiner Mache zum Nationalratspräsidenten keine Präsidentin, und der Präsident, der mit Vornamen Doris heißt, nun, irgendwo, wenn auch nicht in Österreich, wird Doris auch ein männlicher Vorname sein; so gibt es für Mannpersonen ihrer Gesinnung stets eine Erklärung, wenn nach einer solchen verlangt …
Nun ist er, Walter Rosenkranz, also zum ersten Nationalratspräsidenten gemacht worden, am 24. Oktober 2024, würdiger für Österreich, ehrenreicher für Österreich kann kein anderer Mann sein, als er, Walter Rosenkranz, dessen Niveau der Fellner spiegelt und
Natürlich hätte er nicht gejauchzet, sondern er, Sohn eines bankrotten Seidenzeugfabrikanten, mit vorzüglichster Bildung, wäre wohl zur Feier zu einem Mozart in den Musikverein geeilt, die der nun gemachte Nationalratspräsident mit ihm teilt, mit dem „Mitgründer des Mozarteums“,
Darein wird ihm nicht Wolfgang Sobotka allein ein Vorbild sein, sondern auch seine Parlamentspartei, die weiß, Rechtbeste zu sich ins Parlament zu laden — Wie recht er, Wolfgang Sobotka, am 24. Oktober 2024 zum Abschiede gesprochen hat, daß es unbedingt zu zitieren ist, das von einer Maschine automatisch erzeugte Transkript:
von der linksextremen W es heute antizionistisch und antiisraelisch ist ober von der Migration kommt oder besonders bedenklich aus dem feton dort wo aus der Mitte der Gesellschaft kommt wo scheinbar dieses Gift dieses Antisemitismus dass wir seit 2000 Jahren das Judenhass kennen sich einsch und wiederum versucht eine wissenschaftliche Begründung dahinter zu legen die es nicht gibt dann wird Israel als Anti ein apatheitstaat denonziert oder als postkoloniales Geschöpf bei aller Kritik die notwendig ist auch zu Israel braucht es hier ein klares Bekenntnis eine klare Trennlinie und daher ist es unerträglich wenn am 9 November zu einer Demonstration aufgerufen wird wo wir wissen im Gedenken an die D hier zu einer Demonstration ganz anderen Inhalts aufgerufen wird da ist jeder andere Tag recht aber nicht dies und ich sag das auch hier und ich hier mit ein Brief geschrieben weil die Berichterstattung zum 7 Oktober 2023 2024 an der Haltung wirklich zweifeln lässt was man hier angestellt hat dass man unwidersprochen zum Teil Antisemitismen öffentlich dargestellt hat den Repräsentanten der Palästinenser dort zu Wort kommen ließ die Antwort und ich bitte darum dass man dementsprechend das auch in dem Stiftungsrat in den anderen grämien diskutiert das braucht Österreich um diese Wachsamkeit nicht der zu erliegen zum Schluss ich wünsche dem Parlament dem Nationalrat ihnen wirklich viel Kraft viel Ausdauer viel Freude sehen sie nicht das Glas halble leer sondern immer halbvoll in ihren Bemühungen es lebe die Republik Österreich es lebe unser Parlament und ich freue mich dass ich jetzt den Vorsitz an den neugewählten Präsidenten übergeben darf dem mich mit den selben wünschen begleite ich räume das Feld lieber Walter wie heißt es so schön the florss Standing Ovations für den abtretenden Nationalratspräsidenten von seiner Fraktion die Freiheitlichen applaudieren nicht die SPÖ applaudiert aber sie bleiben sitzen ebenso die Neos und die Grünen das war noch einige mahnende Worte von wolfgang Sobotka der sich noch bedankt
Wirklich eilig scheinen es die Parteichefs ja nicht zu haben, das Land in eine bessere Zukunft zu führen.
So beginnt Franz Schellhorn seine Kolumne im „Profil“ am 21. Oktober 2024 mit dem Titel „NEOS: Netter Passagier am schwarz-roten Geisterschiff“.
Wenn „bessere“ durch „hayek’sche“ ersetzt wird, dann ist es auf den Punkt gebracht, welche „Zukunft“ Franz Schellhorn für das „Land“ Österreich, „für die Menschen in Österreich“ vorschwebt. Und wie harmlos, gar nett Franz Schellhorn dies formuliert, wenn er schreibt:
Dabei würde das Land nichts dringender brauchen als eine engagierte Reformkoalition. Eine Regierung, die das aus dem Ruder laufende Budgetdefizit unter Kontrolle bringt und dem Ausgabenrausch des Staates ein Ende setzt, ohne gleich den gesamten Sozialstaat mit der Kettensäge zu zerstören. Eine Regierung, die Rezepte gegen die illegale Zuwanderung findet, endlich den Bildungssektor entschlossen reformiert und die steuerlichen Anreize so setzt, dass wieder mehr Menschen mehr arbeiten und damit den Wohlfahrtsstaat finanzierbar halten. Eine Regierung, die erkennt, dass Wohlstand nicht durch höhere Staatsausgaben und neue Steuern entsteht, sondern durch verlässliche Budgets, niedrigere Steuern und mehr unternehmerische Freiheit.
„Dass wieder mehr Menschen mehr arbeiten“, schreibt Franz Schellhorn, „mehr arbeiten“ heißt schellhornesk wohl auch noch mehr „Überstunden und Mehrstunden“ zu leisten. Im letzten Jahr wurden laut Statistik Austria rund 180 Millionen Überstunden in Österreich geleistet, davon wurden laut einer Sonderauswertung der Statistik Austria über 46 Millionen Mehr- und Überstunden nicht bezahlt … Noch mehr „unternehmerische Freiheit“ ersehnt sich Franz Schellhorn …
damit wohl zu ihrem besten Vorteil verkauft wird, für den sie keine Anzeigenpreise zu bezahlen hat, es in den Medienberichten keinen Hinweis gibt, daß es sich dabei um einen Einwortwitz —
Ökonomin K. wird, so wird wohl die schellhornsche Rechnung gehen,
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.