Der Mensch ist dem Menschen ein Bruder

Die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei schreibt am 7. Juni 2024 vollkommen gesinnungsgemäß richtig, daß ein „Afghane“ einen „Deutschen“ angegriffen habe, denn anders hätte sie einen Unterschied zwischen gesinnungsverwandten Brüdern auch nicht herstellen können, und die Ununterscheidbarkeit zwischen Brüdern wiederzugeben, widerläuft ihr gesinnungsgemäß

Ein Mensch wurde dabei getötet, in Ausübung seines mit rechtsstaatlichen Aufgaben zu erfüllenden Dienstes. Mörderischer Auswuchs dieses Schwesternkampfes.

Conny Axel Meier hingegen weiß auf der gesinnungsgemäß zensurierten Website von keinem Bruderkampf, aber er weiß, so schreibt er es am 4. Juni 2024, wer „mitgemessert“ …

Die tragische Ermordung des Polizeibeamten Rouven Laur infolge des Attentats auf den PI-NEWS-Autor und das Vorstandsmitglied der Bürgerbewegung PAX EUROPA (BPE), Michael Stürzenberger, durch den vermutlichen Anhänger des politischen Islam […] Hat Sulaiman Ataee allein gehandelt? Hatte er Mittäter? Ja, die hatte er zweifellos. Die Mittäter sind all diejenigen, die […] Bundesregierungen und Landesregierungen der letzten 13 Jahre, […] Sie haben letztlich durch den grundgesetzwidrigen Import von Mohammedanern aus aller Welt dafür gesorgt, […] Heutzutage kann es jeden treffen und zwar überall. Andere Islamkritiker können ein Lied davon singen. Man erinnere sich an die Schicksale von Theo van Gogh und Salman Rushdie. […] Altparteien haben „mitgemessert“ […] Wer dagegen sehenden Auges die CDU oder andere Altparteien wählt, hat in Mannheim, sinnbildlich gesagt, „mitgemessert“.

Bei diesem gesinnungsbrüderlichen Hintergrund von Conny Alex Meier mit seinem in Ungarn aufgeschlagenen Zelt ist es keine Überraschung, solches von ihm zu lesen, und wo sonst, als auf einer gesinnungsschwesterlichen Website

Michael Stürzenberger auf eine Stufe mit Salman Rushdie zu erheben oder Salman Rushdie auf einen Michael Stürzenberger hinunterzuziehen, fordert es heraus, einmal noch Bruder Stürzenberger zuzuwenden, was für ein Bruder Stürzenberger …

Allein dieser Artikel vom 21. November ’19, vor fünf Jahren in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlicht, gibt zu dem, was hier in vielen Kapiteln bereits erzählt wurde, eine geraffte Leistungsschau der Gesinnungsbrüder …

Muslimfeindliche Agitatoren rund um das Blog „Politically Incorrect“ radikalisieren sich, prangern im Internet Islamfreunde an und bedrohen ihre Kontrahenten. Jetzt reagieren Staatsanwälte und der Verfassungsschutz. Oben, in der rechten Ecke, schmückt sich das antimuslimische Weblog „Politically Incorrect“ (PI) noch mit dem Slogan „Für Grundgesetz und Menschenrechte“. Doch nun, da zuletzt immer mehr Details zum Neonazi-Terror in Deutschland bekannt wurden, lässt die meistbesuchte deutsche Hetzseite ihre Maske der Treue zum Grundgesetz fallen und sympathisiert offen mit der NPD. Insgesamt hat sich die islamfeindliche Szene weiter radikalisiert – bis hin zur Forderung, die Religionsfreiheit abzuschaffen, und zu organisierten Gewaltdrohungen. Vor diesem Hintergrund bestätigt der Leiter des Hamburger Verfassungsschutzes, Manfred Murck, der Berliner Zeitung erstmals, dass die Behörden die Verfassungsfeindlichkeit der Szene systematisch prüfen. Zudem wird gegen PI wegen Volksverhetzung ermittelt. Zwar war es kein Geheimnis, dass viele der täglich knapp 60.000 PI-Leser sich zur NPD bekennen – etwa im September, als sie in etlichen Kommentaren deren Wiedereinzug in den Schweriner Landtag bejubelten. Die Redaktion von PI hatte sich aber lange formelhaft von nationalsozialistischer Ideologie distanziert. Doch seit der Aufdeckung der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle ändert sich der Ton: Als bekannt wurde, dass Neonazis hinter mindestens neun Morden an Migranten stecken, rechnete PI vor, dass durch „islamische Eroberungen“ und „marxistische Verbrechen“ mehr Menschen ermordet worden seien als durch Neonazis – und auch als im Holocaust.

„Nürnberg 2.0 lässt grüßen“

BKA-Chef Jörg Ziercke gehört laut PI „gefeuert“ für seine „Nazi-Jagd“, die nur Hysterie schüre. Über die NPD-Verbotsdebatte schreibt PI, es „dürfte jedem so langsam aufleuchten, wie das weitergeht … Als nächstes werden dann PRO und die REPs (Pro Deutschland und Republikaner, Anm. d. Red.) verboten und als übernächstes die FREIHEIT.“ Diese drei rechten Parteien hatte das Blog seit Langem unterstützt. Viele „Freiheit“-Funktionäre schrieben für PI, andere waren enge Freunde der PI-Führungscrew, mit der sie gemeinsame Aktionen koordinierten wie den Berlin-Auftritt des niederländischen Islamhassers Geert Wilders. Die jüngste Radikalisierung begann, als Michael Stürzenberger – Ex-CSU-Sprecher in München und heute PI-Chefagitator – auf PI ein Islamverbot und die Abschiebung aller Muslime forderte. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte unserer Zeitung jetzt, dass gegen Stürzenberger ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung läuft. Als er im Dezember dennoch in den Bundesvorstand der „Freiheit“ gewählt wurde, verließen mehrere moderatere PI-Autoren und Freiheit-Vorstandsmitglieder Blog und Partei – übrig blieben die, die es mit der Verfassungstreue nicht so genau nehmen. Seither suchen auch traditionelle Rechtsextreme die Nähe der Islamhasser. Schon vor einem Jahr hatte NPD-Vordenker Jürgen Gansel empfohlen, „Moslem-Feindschaft und Islam-Kritik als politische Türöffner“ zu verwenden. Inzwischen finden sich die Anhänger beider Lager – die sonst personell getrennt sind – zu Internet-Projekten zusammen. Besonders beliebt: der Pranger „Nürnberg 2.0“. Zu dessen Betreibern zählt Mario A. aus Berlin, der fester PI-Autor, Duzfreund des PI-Chefs Stefan Herre und Leiter der Berliner PI-Ortsgruppe ist, die sich auch schon mal zu Aktionen wie nächtlichem Koran-Zerreißen trifft. Im Internet schreiben sie „Anklageschriften“ gegen „Linksfaschisten“ aus CDU, SPD, Grünen und Linkspartei sowie gegen „Islam-Freunde“ in den Medien. Die „Angeklagten“ werden mit Foto, Steckbrief und teils Adresse aufgeführt, um sie nach Vorbild der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zu richten, wobei „24 Angeklagte zum Tode verurteilt wurden“. Auch BKA-Chef Ziercke erhielt nach den Beschimpfungen auf PI einen Eintrag.

„Am besten einfach erschießen“

Auch neonazistische Blogs werben für die Mitarbeit: „Je mehr Deutsche sich jetzt zum Deutschen Reich bekennen, desto schneller wird die BRD abgewickelt sein“, heißt es auf „brd-schwindel“, „und desto schneller wird das Tribunal von Nürnberg 2.0 durchzuführen sein.“ Die Kameradschaft Augsburg schreibt dazu: „Wann kommen die Demokraten endlich vor Gericht?“

Mehrere auf Nürnberg-2.0- Gelistete erhielten an die verlinkten E-Mail-Adressen bereits Drohungen, die dieser Zeitung vorliegen. So wurde Dirk Stegemann vom Berliner Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ in anonymen Mails mit „Fingerbruch“ gedroht: „Dann kommt bei dir mal einer vorbei und demonstriert dir, wie gern er dich hat. Wir wollen doch nicht, dass dir was Schlimmes passiert.“

Im PI-Forum steht über Stegemann, man sollte ihn „am besten einfach erschießen“ – so wie man über den SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy, seit er sich gegen antimuslimische Hetze ausspricht, bis heute liest: „Nur ein toter Edathy ist ein guter Edathy.“ Seine Anzeige verlief im Sand, nun ist auch er bei Nürnberg 2.0 gelistet – so wie Sabine Schiffer, die ebenfalls „angeklagt“ ist, weil sich das von ihr geleitete Institut für Medienverantwortung mit Islamfeindlichkeit beschäftigt. Ihr mailte man: „Du hast dich des Hochverrats am Deutschen Volk schuldig gemacht und wirst Deine Strafe in Kürze empfangen … Leute wie Dich werden wir demnächst erschießen! … Nürnberg 2.0 lässt grüßen.“ Trotz IP-Adresse sah sich die Polizei außerstande, Autoren zu ermitteln.

Zu diesem „Nürnberg 2.0“ reiht sich gesinnungsgemäß, daß dieser unzensurierten Website der „8. Mai Tag der Kapitulation“, wie am 20. Juli ’23 beklagt, „Kapitulation wird jetzt gefeiert“, während dieser Tag sonst als Befreiung …

Von PI-NEWS UNGARN | Militärische Siege in der Geschichte eines Landes werden gerne gefeiert. Weltweit. Außer in der Bunten Republik. Der letzte Gedenktag an einen gewonnenen Krieg, der Sieg im deutsch-französischen Krieg von 1870/1871, der Sedan-Tag, wurde bereits 1919 wieder abgeschafft. Dafür wird jetzt der 8. Mai, der Tag der Kapitulation vom Jahr 1945, gefeiert.

Wenn Michael Stürzenberger an seinen „gemeinnützigen Verein in Deutschland“ denkt, fällt ihm „Staat“ ein, schreibt er am 15. Juli ’23 auf der unzensurierten Website, ein „Verein“ ein „Staat“, das kann wohl Selbstbewußtsein genannt werden, sein Verein ein Staat im Staat, und daß ihm dabei an erster Stelle „Saudi-Arabien“ einfällt, ein Bruder weiß eben, wie Brüder einen Staat …

Von MICHAEL STÜRZENBERGER | Es mutet wie in einem totalitären Staat mit einem skrupellosen Diktator an: Kritiker werden verleumdet, eingeschüchtert und mit drakonischen Straf-Androhungen mundtot gemacht. Das passiert aber in diesem Fall gerade nicht in Saudi-Arabien oder Nordkorea, sondern in einem gemeinnützigen Verein in Deutschland, der sich seit über 15 Jahren die hochnotwendige Aufklärungsarbeit über den Politischen Islam auf die Fahnen geschrieben hat.

Und weil Conny Alex Meier am 4. Juni ’24 in seiner recht analytischen Tiefe, daß „Altparteien mitgemessert, „Wölfe“ erwähnt, ist es ein guter Zeitpunkt, auch und vor allem mit Blick darauf, wie es in seinem Bruderverein zugeht, nach Bruder Stürzenberger also „wie in einem totalitären Staat“, Wölfe zu entlasten, den sie verleumderischen Spruch umzuschreiben, sie aus dem sie seit einer Ewigkeit in Mißkredit bringenden Spruch zu nehmen:

Der Mensch ist dem Menschen ein Bruder.

„Niemals vergessen! So nicht wieder!“

Es war echt österreichisch und christlich, als nach den Februar- und Juliereignissen des Jahres 1934, die mancher treuen Heimatssöhne Leben forderten, der Ruf nach Versöhnung laut wurde. Die Regierung meinte es ehrlich und ehrlich meinten es auch große Teile der vaterländisch gesinnten Bevölkerung. Der Oesterreicher, so tapfer und zäh er sich auch im Notfalle bewährt, liebt nicht den ewigen Krieg, den ewigen Unfrieden, das ewige Hadern und Feindseligsein. Er ist viel lieber Aufbauer, Mehrer und Förderer kulturellen und wirtschaftlichen Gedeihens. Kein Wunder, daß der ehrliche Ruf nach Versöhnung erscholl, trotz all dem Furchtbaren, das man dem österreichischen Menschen und der österreichischen Seele angetan hatte. Der Versöhnungsruf erklang und im ganzen Lande wurden mutige Versuche unternommen, vom Ruf zur Tat zu schreiten. Es sei gleich vorweggenommen: dieser gute Wille ist im großen und ganzen schwer enttäuscht worden, schwer enttäuscht worden hauptsächlich von jener Seite, die der nationalsozialistischen Partei nachging. Ueber die einfache Tatsache kommt der Oesterreicher nicht hinweg, daß nicht „Marxisten“, sondern „völkische“ Nationalsozialisten den geliebten Volkskanzler gemeuchelt haben und verbluten ließen. Uind nun? Nach Monaten Zusehens? Während sich der Großteil der einst sozialdemokratisch organisierten Arbeiterschaft teils offen am Neuaufbau der Heimat beteiligt, teils ruhig und abwartend zusieht, beginnt der im Vergleich zur Sozialdemokratie weitaus geringere braune „Volksteil“ neuerdings mit seiner unterirdischen Wühlarbeit. Da gibt es Blockwarte, die Spenden sammeln, Skiklubs, besser Klübchen, die getarnte Tätigkeit zu entfalten bemüht sind, da werden ungesetzliche Druckschriften verfertigt und verbreitet, da gibt es in Oberösterreich wieder braune Waffenfunde und getarnte Neuorganisationen, da gibt es Siegheil bei den „Wiederzugelassenen“, da gibt es „Kritikaster, die durch den Versöhnungswillen Vertrauen erfuhren, aber weiterhin, trotz auch vom Ausland anerkannter allmählicher Besserung der österreichischen Wirtschaft weiterraunzen. weiternörgeln, weiterzweifeln, da gibt es braune Blätter und Blättchen, die protzigtun, als hätten sie nie jahrelang gegen Oesterreich gehetzt. Die heimattreue Bevölkerung liest das, sieht das, hört das, fühlt das. Schon durch Wochen. Monate. Mit ihr fühlt es die Front, die mit ihren Leibern Oesterreichs Freiheit schirmte. In diese Stimmung fällt das Wort des Vizekanzlers und Führers der vaterländischen Front: „Ich werde es niemals vergessen!“ Niemals, wie und von wem Dollfuß gemeuchelt wurde, niemals, wie „deutsche“ Behörden den Märtyrerkanzler in „deutschen“ Blättern verhöhnen ließen, niemals, wie brave Vaterlandsverteidiger von nationalsozialistischen Aufwieglern hingemordet wurden. So drückte sich der Vizekanzler aus und fügte bei, man solle uns mit dem weichlichen Friedensgeschwätz in Ruhe lassen. Ists verwunderlich, daß diese Worte beim treuen Heimatvolk im ganzen Lande mächtigsten Widerhall fanden? Fürst Starhemberg hat mit seinen Ausführungen nicht irgendeine Erfindung gemacht, sondern einer immer schwerer zurückgehaltenen Volksempfindung Ausdruck verliehen. Dennoch — es soll noch einmal versucht werden mit dem Frieden, mit der Versöhnung. Wir wollen etwa annehmen, daß all das Nachwehen sind, letzte, allerletzte Versuche gescheiterter politischer Abenteurer und hartgesottener Dickköpfe. Es ist aber notwendig, daß Trennungsstriche gezogen werden. Zuerst im nationalen Lager. Daß die Ordentlichen dort die letzte Gelegenheit benützen, von den Marodeuren des braunen Terrors abzurücken. Den zweiten Trennungsstrich muß die Vaterländische Front ziehen gegen jene, die unentwegt und unverbesserlich bleiben. Man ist dem vaterländischen Volke volle Klarheit und Genugtuung schuldig. Der Oesterreicher will Versöhnung, auch weiterhin, aber nicht und niemals jene, die ihn in grober Verkennung seines höher entwickelten Kulturempfindens als guten Narren und Tolpatsch dastehen läßt, indessen aus dem Winkel sich wieder höhnisches Lachen hervorwagt.

So nicht wieder! — Oesterreich!

Unschwer Gegenwart in der Vergangenheit zu erkennen, in dem Geschriebenen, veröffentlicht von der „Wiener Neustädter Zeitung“ am 2. Februar 1935.

Sie werden beim Lesen von „So nicht wieder“ selbst automatisch Namen von Organisationen, Gesinnungen gegen heute gängige Namen automatisch getauscht haben, an Vorfälle, Gegebenheiten in der Gegenwart sich erinnert haben, darauf vertrauend konnte auf Namensaustausche und Aktualisierungen verzichtet werden. Im Kern der Vergangenheitsgeist im Gegenwärtigen, die Aufforderung, die Notwendigkeit der Trennungsstriche unverändert und unabdingbar.

Damals schon die Aufforderung „Niemals vergessen!“ Was für eine unbrauchbare Forderung schon in der Vergangenheit, die immer noch die Gegenwart dominiert, eine Forderung, die damals in der Zeit der vielen Volkskanzler bereits auf das Schlimmste widerlegt wurde,

daß „Niemals vergessen!“ je brauchbar und je nützlich, und dennoch seit 1945 bis heute herauf unverändert gebraucht, unverändert daran geglaubt.

Einzig das „So nicht wieder“ erfuhr eine winzige aber ebenso unbrauchbare und unnütze Änderung, aus dem „So nicht wieder!“ wurde ein „Nie wieder!“

Hinzu kam bloß die Mode, zusätzlich, als wäre damit irgend etwas bestärkt, ein englisches Wort zu verwenden, als wäre mit dem der Weltoffenheit, als wäre mit diesem der Konsequenz Genüge …

Auf derselben Seite endet der Bericht „Aufklärungssturm unserer Führer“ mit:

Auch Fürst Starhemberg wendete sich an die Arbeiterschaft, betonte die vollste Einigkeit mit Kanzler Dr. Schuschnigg und fand eindrucksvolle Worte für österreichische Geschichte und für die Ehre des Hauses Habsburg.

Niemals vergessen!

Mit diesen Worten hat der Führer der VF. Hunderttausenden aus der Seele gesprochen, weshalb sie allerdings auch nicht verstehen können, wieso manches „wieder zugelassen“ wurde. Das österreichische Volk kann eben nicht vergessen — — –!

Oh, es „kann eben nicht vergessen“, aber, was machte es mit und aus dem Nicht-Vergessen?

Und unmittelbar darunter die Nachricht der „Wiener Neustädter Zeitung“:

Otto von Habsburg Ehrenbürger von Wiener Neustadt
Der Gemeindetag von Wiener Neustadt hat in seiner Sitzung vom 29. Jänner unter dem Vorsitze des Bgm. Pros. Zach einstimmig beschlossen, Otto von Habsburg zum Ehrenbürger der Stadtgemeinde Wiener Neustadt zu ernennen.

„So nicht wieder!“ Einmal erfüllte sich das „So nicht wieder!“ doch. Die Monarchie wurde nicht mehr eingeführt. Auch wenn es für einen ein „So wieder!“, dem es „Religion“ war, die Habsburgergesetze aufzuheben, für die Wiedererrichtung einer habsburgischen Monarchie zu kämpfen, und das mehr oder weniger seit ihrem Untergang, von dem gewußt wird, daß er diktatorischer Kanzler war, aber nicht, ob auch er als Volkskanzler

Otto Habsburg wurde nicht nur in Wiener Neustadt zum Ehrenbürger ernannt, sondern zwischen 1931 und 1938 in eintausendsechshundertundrei Gemeinden — in wie vielen davon er nach wie vor Ehrenbürger ist, wird nicht gewußt, eines aber doch, in Wiener Neustadt können Beinchen oder ein Beinchen seines Vater angebetet werden, nicht seit Jahrzehnten, sondern erst seit zwölf Jahren …

Das ist der „Neustädter Geist“, mit noch ein Grund, diesen Artikel „So nicht wieder!“ genauso zu zitieren, wie dies im Winter 1935 geschrieben ward.

gröfesaz

Es gibt von einem der drei österreichischen „Volkskanzlern“ den Spruch, er sei der „größte Festungsbauer aller Zeiten“. Wie sehr seine „Festung“ hielt, wie sehr seine „Festung“ solide gebaut war, davon erzählt eindrücklich die Geschichte vom ersten Tag des Festungsuntergangs., der bekannt als „D-Day“.

Dieser österreichische „Volkskanzler“ war recht belesen, seine Lektüre reichte bis zu Chamberlain, der ihn jedoch, da er es selbst nicht mehr kennen konnte, nicht über die Fragen der lesenden Arbeiterinnen aufklären konnte, denn sonst hätte er, da hätte er einmal genau und ehrlich gewesen sein können, sagen müssen, sie sind die „größten Festungsbauer aller Zeiten“ und „ich bin auch dabei, schaue zu, wie sie mir eine bauen“ …

Seit diesem letzten österreichischen „Volkskanzler“ ist es vorbei mit der Volkskanzlerei.

So gut sind, schlecht gesagt, die Zeiten seitdem geworden, trotz des Umstands, daß es auch heutzutage noch so manchen Mann und auch noch weniger so manche Frau gibt, die vom Festungsbau träumt, aber mit den „größten Festungsbauer[n] aller Zeiten“ ist es endgültig vorbei, und die Männer und Frauen, die vom Festungsbrau träumen, können ihren Traum in die Wirklichkeit nur dadurch hinüberretten, daß sie sich mit Motivationsreden als Festungsmaurer für diese nirgendwo ausgeschriebene Stelle bewerben, und auch die wenigen Frauen ihre Motivationsbewerbungen für die nirgendwo ausgeschriebene Festungsbauarbeiterin verschicken …

NS Eine Abkürzung für „größter Festungsbauer aller Zeiten“ hat es damals nicht gegeben, wahrscheinlich deshalb, weil es bereits eine andere Abkürzung gab. Und heutzutage ist eine mittels den ersten Buchstaben von „größter Festungsbauer aller Zeiten“ nicht mehr notwendig, und ausgesprochen klänge es auch recht furchtbar: Gröfesaz

„In seinen Bergen“

Um es noch einmal zu schreiben, nachdem wieder so viel von Volkskanzl die Rede und Schreibe ist, manche es gar nicht mehr erwarten wollen, wieder Volkskanzldienst zu leisten, Volkskanzlpflicht zu erfüllen, sind die vergangenen Volkskanzln zu erinnern, von dreien österreichischen Volkskanzln zu erzählen.

Im „Verordnungsblatt des Stadtschulrates für Wien“ vom 15. Juni 1938 eine ganzseitige Werbung des Verlags „Deutscher Verlag für Jugend und Volk“: „Neues NS-Schrifttum Für jeden Lehrer! Für jede Lehrerbücherei!“

Und was für Bücher sollte jede Lehrerin erwerben, welche Bücher sollten in jeder Lehrerinnenbücherei stehen? Bücher mit Titeln wie: „Nationalsozialistische Erziehung“; „Die Judenfrage“; „Deutschland in uns!“; „Unser Führer:“ „Der Volkskanzler. Das Leben des Führers für Jugend und Volk erzählt“; „Hitler in seiner Heimat“; „Hitler in seinen Bergen“ …

Wie bescheiden dieser Verlag doch seine Bücher bewirbt, nur „für jeden Lehrer“, nur für jede „Lehrerbücherei“ … Sechsundsiebzig Jahre später lehrt die FPÖ-ZZ, wie Schrifttum zu bewerben, zu empfehlen ist, nicht nur für Lehrerinnen, nicht nur für Lehrerinnenbüchereien, sondern „für jeden Lehrer, jeden Publizisten, jeden Historiker und natürlich auch jeden Politiker“.

Es ist selbstverständlich keine nationalsozialistische Schrift, es ist keine „Festschrift“ für einen „radikalen Antisemiten und Rassentheoretiker“,

sondern eine Schrift für einen „Patrioten“, als „Würdigung eines großen Patrioten“, von „namhaften deutschen Wissenschaftern, Verlegern und Publizisten aus dem gesamten deutschen Sprachraum, aber auch aus Paris“, die eine „Fundgrube für jeden Lehrer, jeden Publizisten, jeden Historiker und natürlich auch jeden Politiker“ —

Zu dieser Zeit, auch die Geschichte der Straßennamen ist immer wieder zu erzählen, hatte der Verlag „Deutscher Verlag für Jugend und Volk“ seinen Gesinnungssitz in „Wien I., Dr. Ignaz Seipel-Ring 1“, der diesen Namen erst am 27. April 1934 erhielt, davor war sein Name „Ring des 12. November“, so benannt nach der Gründung der demokratischen Republik Österreich in 1918. Dann hieß der Ring nach dem Gauleiter und Reichskommissar für die „Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ und Massendeportanten von jüdischen Menschen Josef Bürckel, um dann gleich wieder mit 27. April 1945 zu Dr.-Ignaz-Seipel-Ring zurückgekehrt zu werden.

So sehr war in dieser Zeit in Österreich der Geist ein demokratischer und republikanischer, daß Ignaz Seipel gleich noch einen Dr.-Ignaz-Seipel-Platz hinzubekam, dafür gelöscht wurde „Universitätsplatz“. Seit 1956 gibt es den Dr.-Ignaz-Seipel-Ring nicht mehr, seit diesem Jahr bis heute ist es der Dr.-Karl-Renner-Ring. Der Ignaz-Seipel-Platz allerdings ist dem Seipel geblieben, bis heute.

Dafür gibt es nun seit über einem Jahrzehnt den „Universitätsring“ und keinen „Dr.-Karl-Lueger-Ring“ mehr, aber dem Lueger ist auch ein Platz geblieben, bis heute, und auf diesem Platz

herausgeputzt werden soll, in diesem Jahr, das Denkmal mit seinem Schöpfer …

Was für ein Jahr das Jahr 1956 in Österreich doch war, es wurde schon erzählt, es ist das Jahr, in dem ein Antisemit und Antiziganist, einfach und kurz gesagt, ein juristischer Rassentheoretiker mit staatshöchster österreichischer Auszeichnung geehrt wurde …

Wohin in Österreich gleich nach dem Untergang des letzten österreichischen „Volkskanzlers“, in dem er mit seinem Tod seine einzige gute Tat seines ganzen Lebens setzte, auch zurückgekehrt werden wollte, war zur 1930 in Kraft gesetzten Bundesverfassung, aber die vier alliierten Staaten verweigerten diese Rückkehr zu einer Verfassung, die für eine Demokratie nicht entsprechend ist. Ein paar Jahre später gelang es dann doch, Österreich wieder auf diese Verfassung zurückzukehren …

„Vater“ der österreichischen Verfassung

Mit der Anrede „Bundeskanzler, Volkskanzler, Vater des Vaterlandes“ konnte Karl Kraus 1927, vor siebenundneunzig Jahren, also vor bald einhundert Jahren, sein Plakat „Ich fordere Sie auf, abzutreten“ noch nicht adressieren.

Johannes Schober war zu diesem Zeitpunkt nur ein Polizeipräsident der Pflicht

Problematisch war seine Rolle bei den Ereignissen des 15. Juli 1927, dem Justizpalastbrand. Mit Seipels Bevollmächtigung und nachdem es berittenen Einheiten nicht gelungen war, die Menge der Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem Justizpalast aufzulösen, traf Schober die Entscheidung, das Feuer zu eröffnen. 89 Menschen wurden von den Polizeikommandos getötet, darunter Kinder und unbeteiligte Zuschauer. Zudem wurden Hunderte durch Gewehrkugeln, Schlagstöcke und Säbel verletzt.

Karl Kraus […] sprach vom „größten Verbrechen aller zivilisierten Zeiten“ und zählte 90 Tote. Da die Rücktrittsforderungen der Sozialdemokratie […] schnell verstummten und die bürgerlichen Parteien ohnehin hinter Schober standen, der medial und politisch gefeiert wurde und selbst von „erfüllten Pflichten“ sprach, reagierte Kraus mit einer Kampagne gegen Schober. Zentral waren dabei neben den Texten in der „Fackel“ seine Plakataktion im Herbst 1927 wie auch das „Schoberlied„.

… der aber nicht zurücktrat, und damit erzählt diese bald einhundert Jahre alte Geschichte anschaulich von der traditionsreichen Rücktrittsleitkultur in Österreich, die besagt, nicht zurückzutreten ist mit weiterem Aufstieg zu belohnen, so wurde er, Schober, wieder Bundeskanzler, der allenthalben auch mit der Führung des Bundesministeriums für Inneres

Er aber stieg nicht nur zum einfachen Bundeskanzler auf, sondern zum dritten „Volkskanzler“ im Bunde der österreichischen „Volkskanzler, dem vor einhundertfünfzig Jahren geborenen es vergönnt war, eines sogenannten natürlichen Todes in Baden bei Wien …

und der nächste Bruder „Volkskanzler“ wurde von der Gesinnungsbruderschaft des letzten österreichischen „Volkskanzlers“ ermordet,

und der letzte österreichische „Volkskanzler“ ermordete sich selbst, womit dieser letzte österreichische „Volkskanzler“ die einzige gute Tat seines ganzen Lebens …

Das „Schoberlied“ zu lesen, ist schon ein Genuß, aber es von Karl Kraus gesungen zu hören, ein tausendfacher

Das bei den österreichischen Arbeitern so bekannte Schoberlied, das der Verfasser Karl Kraus Ihnen vorträgt. Das Lied entstand nach dem 15. Juli 1927 mit seinen neunzig toten Proletariern und im Kontrast hierzu der moralischen Niederlage des Polizeipräsidenten vor einem Wiener Zeitungserpresser. Das Lied ist nach den Motiven „Üb‘ immer Treu und Redlichkeit“ und Radetzkymarsch komponiert. Der Autor läßt Schober selbst singen und sein Leitmotiv von der Pflichterfüllung variieren. „Ich kann wahrlich von mir sagen, daß ich mein ganzes Leben lang nichts als meine Pflicht getan habe, weil ich und nichts anderes meine Pflicht ist.

Johannes Schober war mehr noch, nicht nur „Volkskanzler“, sondern war „Vater des Vaterlandes“, so steht es geschrieben, in der „Villacher Zeitung“ im Wonnemond 1930, gezeugt von „Kurie“ und „Volk“ …

und einer im Geiste der „Vaterländer“ ein Sohn, der nicht mehr „Vaterländer“ sagen kann, sondern nach dem Nationenstrohhalm greifen muß, weil dieses Wort schon gestohlen von der Gesinnungsbruderschaft auch eines Sohnes, von dem nicht wenige meinen und bedürftig herbeischreiben wollen, dieser solle Volkskanzl

Nicht nur „Volkskanzler“, nicht nur „Führer“, nicht nur „Vater des Vaterlandes“, sondern auch, und so verwegen war im Mai 1930 die „Villacher Zeitung“ nicht, zu schreiben, auch „Vater der Verfassung“

Es war wohl noch zu früh, da das Bundesgesetzblatt mit der Verlautbarung des schoberischen Bundesverfassungsgesetzes erst am 2. Jänner 1930 veröffentlicht, wer hätte damals auch zu prophezeien gewagt, daß diese schoberische Verfassung auch noch vierundneunzig Jahre und also bald einhundert Jahre später Österreichs „schöne und elegante“, weil so diskret tickende Verfassungsuhr …

Gar nicht diskret hingegen wird bald einhundert Jahre später darüber geschrieben, davon gesprochen, worüber schon damals, vor bald einhundert Jahren, gesprochen, geschrieben wurde, beispielsweise vom verlorengegangenen Vertrauen und so weiter und so fort …

Vater des Vaterlandes. Ovid nannte Romulus Gründer des Reiches, Vater des Vaterlandes. Diese Bezeichnung auch für unserem Volkskanzler Dr. Hans Schober zu gebrauchen, drängt sich jedem Ehrlichen in Österreich unwillkürlich auf, denn das, was er in den letzten Monaten für uns ohne Ausnahme des Standes aus seiner nie versiegenden Liebe zu Volk und Heimat getan hat, hätte, ohne mit seiner Person dadurch Kult zu betreiben, kein anderer in Österreich geleistet. Die Orte: Haag, Rom, Berlin, Paris und London sind durch ihn zu Marksteinen in unserer Geschichte geworden und ihnen reihen sich würdig die Gesetze an, welche einzig die Gesundung unseres inneren Staatslebens sichern. Schober ist jene Führernatur, die die Allmacht dem deutschem Volke stets in der Notzeit schenkte, um Volk und Heimat vor dem Niedergange zu retten. Dieses Können erringt der Mann auch nicht durch die Kenntnis sämtlicher Fachwissenschaften, sondern ist nur als Erbgut in die Natur des Führers von Urbeginn verankert. Die Entfaltung dieses Erbgutes und dessen Nutzanwendung dagegen ist nur durch die selbstlose Liebe zu Volk und Heimat möglich. Und diese Eigenschaften vereinigt unser Schober in einer derartig hervorragenden Art und Weise, daß er für uns Ostmärker zum Vater des Vaterlandes wurde. Wenn wir auch das Bismarckwerk stets bewundern werden und diesen Titanen seiner Zeit nur Ehrfurcht entgegen bringen, so hat unser Volkskanzler, dem nicht die geordneten inneren Verhältnisse, welche Bismarck unterstützend für sein Lebenswerk bereits vorfand, zur Verfügung standen, diese sich er selbst schaffen müssen und daß ist es, was ihm kein Zeitgenosse auch nur annähernd gleich vollbringen könnte und für Schober das Denkmal des Dankes der Lebenden und unserer Nachkommen für ewig in der Geschichte Deutschösterreichs errichtete. Ihm allein verdanken wir, daß unser Volk und Staatswesen wieder von den anderen Völkern geachtet wird. Über den Parteien stehend, was es für jeden unvorher eingenommenen Manne von Haus aus klar erkennbar, daß Dr. Hans Schober mit seinem Erbgute des Führertums die Arbeit leisten wird, die nie ein Politiker vollbracht hätte, da dieser durch die Fessel der Partei beschwert, Volks- und Staatswohl erst nach dem Parteiwohl zu setzen hat. Möge die Tat unseres Volkskanzlers allen Politikern und Volksvertretern in Hinkunft für ihre Handlungen stets als Richtschnur dienen, dann, aber auch nur dann wird vielleicht das dem Volke und jedem ordnungsliebenden Manne verloren gegangene Vertrauen zu unseren Volksvertretern wieder rückgewonnen werden können. Der Parteihaß hat bei der Arbeit im Parlamente vollkommen zu verschwinden, Weltanschauungen ausgeschaltet zu werden und nur wirklich arbeitsfreudige, selbstlose, nicht nach sorgenlosem Leben Strebende haben in unserem Volksvertretungshause die Belange der Volksheit zu vertreten. Den Grundstein zum Wiederaufbaue unseres Staatswesens legte der Vater des Vaterlandes, Volkskanzler Dr. Hans Schober. Die Volksvertreter müssen dem Volke nun durch gedeihliche Arbeit beweisen, daß sie nicht allein eines solchen Führers würdig sind, sondern auch unter seiner Führung nur stets das Beste für Volk und Heimat zeitigen wollen, damit auch Ovids Werte an Romulus im österreichen Sinne zur Wahrheit werden: „Vater des Vaterlandes, diesen Namen gibt Dir die Kurie, gibt Dir das Volk.“

Hunger

Wie leichtfertig heutzutage wieder ein Propagandawort aufgenommen wird, nur weil dieses von der gesinnungsgemäßen Anhangsschaft eines auf dem Pferd herumgeführten kleinen Gebirgsjäger aufgebracht wird, und wie leichtfertig heutzutage wieder nicht wenige bereit sind, einen „Volkskanzler“, der gesinnungsgemäß ein Mann sein muß, haben zu wollen, wie leichtfertig heutzutage dabei vergessen wird, daß vor einer Ewigkeit bereits ein endgültiges Urteil über „Volkskanzler“ gesprochen wurde, zum Beispiel am 13. September 1933 in der „Arbeiter-Zeitung“:

Was das Volk dazu sagte. Ein Leser schreibt uns: Ich habe Montag abend einen Rundgang von Radiogeschäft zu Radiogeschäft gemacht, wo überall die Rede des Bundeskanzlers im Lautsprecher zu hören war. Ueberall standen Leute. Ueberall gab es Diskussionen, überall Leute, die Zwischenrufe machten. Ueberall gab es Sozialdemokraten, die zu diskutieren begannen. Einige Christlichsoziale machten lange Gesichter, vielleicht denken sie nach dem Katholikentag über das Gehörte nach. Aus Dutzenden, ja Hunderten solcher kleiner Versammlungen wurden trotz dem Verbot sozialdemokratische Versammlungen. In Hunderten dieser Versammlungen konnte man den „Volkskanzler“ hören. Doch leider hörte der „Volkskanzler“ die Stimme des Volkes nicht!

Der Anlaß für dieses Urteil? Der Katholikentag ist zu Ende. Über den unmittelbar davor berichtet wird:

Der Katholikentag ist beendet. Der Katholikentag wurde gestern abgeschlossen. Vormittags fand auf dem Kahlenberg eine Türkenbefreiungsfeier statt, an der sehr viele Polen, auch Vertreter der polnischen Regierung, teilnahmen, die als Gäste zum Katholikentag gekommen sind. Die Feier wurde auch mit der polnischen Nationalhymne geschlossen. Nachmittags fand im Stadion die dritte und letzte Hauptversammlung statt, bei der auch der Bundespräsident sprach. Mit einer Schlußandacht im Stephansdom und einem Geläute der „Bummerin“, der großen Glocke, die seinerzeit aus Kanonen, die von den Türken erbeutet wurden, gegossen worden ist, wurde der Katholikentag beendet.

Zum erwähnten „Lautsprecher“ fällt ein, was Karl Farkas zu Fritz Grünbaum sagte, in ihrer Unterhaltung „Lautes und Leises“: „Zeitalter der Technik: es gibt viel zu viel Lautsprecher und viel zu wenig Kopfhörer!“ Das Radio, technisch abgelöst durch das Internet, Versammlungen ins Internet verlegt, aber keine Notwendigkeit, das umzuschreiben, nur weil sich die Technik geändert hat: Es gibt viel zu viel Lautsprecher und viel zu wenig Kopfhörer …

Der Todesort von Fritz Grünbaum: Konzentrationslager Dachau. Ein Jahr später, 1942, auch im Jänner, wurde in Hartheim bei Linz Benedikt Fantner ermordet, von dem in der gleichen Spalte, über „Der Katholikentag ist beendet“ ein Gedicht veröffentlicht ist, das einundneunzig Jahre später wieder zu veröffentlichen ist, gerade auch in Österreich, in dem über „Essensarmut“ reichlich geschrieben wird.

Hunger

Bruder Mensch, kennst du das auch:
Man ist da und hat nur Luft im Bauch.
Man fühlt’s im Magen stechen und pressen –
Man hat Hunger und nichts zu fressen.
Man pfeift auf die ganze Volkswirtschaft,
Man hat zum Denken keine Kraft;
Für ein Stück Brot und einen Happen Braten
Gäbe man den Goethe samt allen Zitaten.
Man möchte schlingen, man möchte pampfen
Und sehe gern aus dem Teller dampfen
Eine Suppe, goldgelb, fett, duftig und fein –
Man möchte sie schmatzen, man ist doch ein Schwein.
Der eine hat Hunger, der andre Fressen und Geld,
Fressen und Hunger sind die Pole der Welt!
Hunger ist Fortschritt, sagen die Weisen –
Ich habe Hunger und sie können speisen.
Ich habe nur Hunger und der Fäuste zwei:
Zu fressen gebt, oder die Welt geht entzwei

Bruderkampf

Ein Islamkritiker wird auf offener Straße niedergestochen. Die Krone kritisiert dessen Radikalisierung. Das Extremismusopfer ist selbst schuld? Endgültig links angerennt @krone_at?

So stellt es Heimo Lepuschitz dar, am 31. Mai 2024, auf der Konzernplattform X, und die von ihm genannte Tageszeitung, so fragt er, „endgültig links angerennt“ … Und das nur deshalb, weil diese Tageszeitung ohne Wertung über seinen „Islamkritiker“ informiert:

Bei dem Opfer soll es sich laut Medienberichten um den bayrischen Islamkritiker Michael Stürzenberger handeln. Er hielt zum Zeitpunkt der Attacke laut „Bild“-Zeitung gerade eine Kundgebung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pax Europa ab. Der 59-Jährige war früher für die bayrische Regierungspartei CSU als Pressesprecher aktiv. Nach dem Tod eines Freundes bei den islamistischen Terroranschlägen in der indischen Metropole Mumbai 2008 habe er sich immer stärker radikalisiert und dem Kampf gegen den Islam gewidmet, unter anderem in der rechtsextremen Bewegung Pegida, berichtete der „Focus“. Er wurde deswegen auch vom bayrischen Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet.

Das kann Heimo Lepuschitz nicht gefallen, von der „rechtsextremen Bewegung Pegida“ lesen zu müssen, da werden Erinnerungen wach, an die in Österreich niemand erinnert werden will, als ein für kurz gewesener Vizekanzler bekannte, seine Partei sei die „wahre Pegida“

Entsetzt waren in Deutschland, als Walter Lübcke ermordet wurde, über den Mord nicht die von der „Pegida“, für Marschierende von der „Pegida“ war es: „Im Vergleich zur linksextremen Gefahr ist ein Mord, was weiß ich, alle zwei oder drei Jahre aus irgendwelchen Hass-Gründen relativ normal.“

Harald Vilimsky bleibt da am 31. Mai und am 1. Juni 2024 nur eines, auf derselben Konzernplattform sich nicht zu enthalten, seine Stimme abzugeben:

Mieser Dreckskerl!!! Raus aus Europa mit ihm und seinem Jihadisten-Pack! Und Grenzen dicht! Niemand braucht diese Leute! Möge dieses Islamisten-Dreckspack im ewigen Feuer der Hölle schmoren. Unfassbar!!!!

Ihr Bruder Michael Stürzenberger hat nun die bittere Erfahrung machen müssen, und es ist eine, die weder ihm noch irgendeinen Menschen je zu wünschen ist, daß ein Bruder auch unter Brüdern nicht sicher ist, eine Schwester sich auch vor Schwestern in Acht zu nehmen hat, der Bruderkampf, der Schwesternkampf zum barbarischsten Kampf ausarten kann, aber wehe den Menschen, die weder Brüder von der einen Bruderschaft noch Schwestern von der anderen Schwesternschaft sind, wenn diese Brüder und Schwestern zueinander finden, um gemeinsam

Aber ehe sie noch gemeinsam marschieren, sind Menschen schon ihre Opfer, werden Menschen, die mit ihnen nichts zu tun haben, weder mit der einen Schwesternschaft noch mit der anderen Bruderschaft, von ihnen getötet, werden Menschen in Erfüllung ihrer rechtsstaatlichen Aufgaben von solchen Brüdern im Geiste ermordet, diesmal in Mannheim.

Michael Stürzenberger, für den der österreichische Volkskanzler ein „sozialistischer Diktator“,

Michael Stürzenberger, der unterstützende Fordende von einem „Nürnberg 2.0“, für das es auch eine Liste,

wie eben in diesen Bruderschaften das Erstellen von Listen der recht geliebte Zeiteinsatz

Wie friedlich könnte es doch sein, wie könnte an einer gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft gearbeitet werden, würden diese Gesinnungsbrüder und diese Gesinnungsschwestern einfach sich in ein Auto setzen, zum Beispiel in einen Mercedes, an allen Tagen, nicht nur am Wochenend‘ bei Sonnenschein, Ausflüge machen, aus ihren uralten Werken einander nur allein vorlesen, halales Bier und halales Schweinefleisch gegrillt dabei genießen, untereinander für sich bleiben, zu ihrem Mercedes beten, und sie gemeinsam mit ihrer Bekehrungsgier alle Menschen, die solchen Bekehrungen aus guten Gründen nicht erliegen wollen, in Ruhe lassen …

PS Es verspricht nichts Gutes für den gesellschaftlichen Fortgang, wenn Menschen, die von den oben genannten Brüdern und Schwestern keine Schwestern oder Brüder sind, schon das gleiche Vokabular verwenden wie beispielsweise Bruder Vilimsky, zu keinen anderen Lösungen als dessen Schwesternschaft mehr …

Listen

Wer in den Berichten der Vergangenheit über die österreichischen Volkskanzler stöbert, stößt unwillkürlich dabei auch auf Begriffe, ohne die Gegenwart mit der Vergangenheit zu verrechnen, die in der Gegenwart weiter attraktiv erscheinen wollen, nicht allen, aber Frauen und Mannen mit einer aus Tiefen heraufkriechenden Gesinnung.

Zum Beispiel der Begriff „Verrat“, den in der Gegenwart ein Nacktbrustreiter mit einem kleinen Gebirgsjäger sich teilt, der, um wenigstens so groß wie der Gebirgsjäger zu erscheinen, sich mit nacktem Oberkörper auf ein Pferd setzen muß,

aber der kleine Gebirgsjäger läßt sich seine ihn überragende Größe nicht nehmen und flugs auf ein Pferd gesetzt in einem Reitstall herumführen, die ihm Manege,

in der kurz zurückliegenden Gegenwart so manche mit auftraten, die darauf heute wohl nicht angesprochen werden wollen.

Zum Beispiel die „Liste“, eine solche habe der Auf-dem-Pferd-Herumgeführte sich auch schon angelegt, wie er als Pferdlosgewordener in Premstätten verlautbarte mit stolzer Brust, an die er sich einen Orden der rechten Auszeichnung

Eine „Liste“ hat schon viel früher, wenngleich nicht eine derart lange wie die von dem Auf-dem-Pferd-herumgeführten-Gebirgsjäger, das „freundliche Gesicht“ seiner Parlamentspartei angelegt,

noch mit nur einem Namen,

dafür aber als Programm der gesamten Parteischaft, das auch dem kleinen Gebirgsjäger Pflicht …

Zuarbeitende zur Listenerstellung gab es in den letzten Jahren schon reichlich;

es wird in dieser Gesinnungsschaft recht auf Arbeitsteilung gesetzt, so kümmert sich Der-von-den-Bergen um, so könnte diese genannt werden, die „Pandemieliste“, vielleicht auch deshalb, weil damit ein sein Traum verbunden ist, seine Partei möge eine „Bewegung“ und als „Bewegung“ eine pandemische …

Und alle diese Listen zusammen vielleicht ordentlich abgelegt und aufbewahrt in einem Ordner, der beschriftet sein könnte mit „Visierlisten“

Und diese österreichische Parlamentspartei, die allenthalben wenn auch stets für kurz nur österreichische Regierungspartei, hält gesinnungsgemäß recht viel von Lyrik, es würde nicht überraschen, offen wie sie ist, daß sie ein Gedicht, das nicht für sie geschrieben, dennoch zu ihren Leitstrophen erwählt, wenn es ihr möglich, ihre Listen pflichterfüllt — „Die Fuchsien blühn so nah“ …

NS Am 6. März 1934 ist „An die vaterländische Bevölkerung von Wels“ in der „Welser Zeitung“ von einer „Liste“ zu lesen, und es wundert gar nicht, daß solch ein Aufruf gerade in Wels zu veröffentlichen war, in diesem in der Gegenwart so recht bekannten Städtchen im Alpenvorland, das eine schwache halbe Stunde von Linz entfernt und Linz eine noch schwächere halbe Stunde entfernt von …

An die vaterländische Bevölkerung von Wels. Nach einer kurzen Zeit scheinbarer Ruhe beginnen die Nationalsozialisten in Wels wieder mit ihren sattsam bekannten Einschüchterungsversuchen. Diesmal haben sie es besonsders auf die vaterländischen, darunter zum Großteil arischen Geschäftsleute abgesehen und fordern ihrer Parteianhänger durch Flugzettel zum offenen Boykott auf. Der Inhalt der Flugzettel ist folgender: „Nationalsozialisten – Kampfgenossen! Auf Anordnung der Gauleitung wird mit sofortiger Wirksamkeit jedem Pg. der E i n k a u f in nachstehenden Geschäften auf das s t r e n g s t e  v e r b o t e n. Nichtbeachtung dieser Verfügung wird mit dem sofortigen Ausschluß als Schädling der Bewegung bestraft. Es liegt daher im Interesse jedes einzelnen Pg. Für weiteste Verbreitung Sorge zu tragen. Das Einkaufsverbot erstreckt sich vorläufig auf: (es folgen die Namen, von deren Veröffentlichung aus begreiflichen Gründen Abstand genommen werden muß). Der Boykott wird in der nächsten Zeit eine weitere Verschärfung erfahren und es wird jedes Mitglied gut tun, sich die Liste aufzubewahren. Volksgenossen! Tragen jeder bei, daß diese Aktion ein durchgreifender Erfolg für die mit uns im Kampfe stehenden arischen Geschäftsleute wird.“

Vaterlandstreue! Die Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz ist das gemeinste und schäbigste Mittel im politischen Kampfe und zeigt von einer niederträchtigen Gesinnung. Wenn über den Charakter dieser Leute noch Zweifel bestehen sollten, dann gibt dieses Vorgehen der Wirtschaftsschädlinge des Dritten Reiches hinreichend Aufschluß. Dagegen muß sofort die schärfste Abwehr einsetzen. Haltet zusammen, kauft in erster Linie bei vaterländischen Geschäftsleuten und besucht vaterländische Lokale. Aus dem Inhalt des Flugzettels verdient besonders der letzte Satz Beachtung. Diesen Geschäftsleuten, die ohnehin stadtbekannt sind, sei diese einzige, erste und letzte Warnung gegeben. Wenn sie nicht sofort diesen undeutschen Kampf aufgeben, wird sich die vaterlandstreue Bevölkerung, wenn auch mit Widerwillen gegen dieses aufgezwungene Mittel, zu denselben Maßnahmen veranlaßt sehen. Es zeigt von besonders deutscher Art und Gesinnung, gegen denselben Staat dauernd zu hetzen, von dem man auf der anderen Seite die wirtschaftliche Förderung verlangt.

Volkskanzlerei

Gerade in Zeiten, und die sind jetzt wieder so, daß recht viel von Volkskanzlerei zu hören ist, von diesem Volkskanzlreihern, daß es nicht verkehrt ist, zu erzählen, was für ein Reihern es um Volkskanzlereien schon einmal gab, in Österreich; in Deutschland hatte sein österreichischer Volkskanzler den Volkskanzler bald über, das Volk bis zum Erbrechen über, und wurde bereits mit 1. August 1934, vor neunzig Jahren, gesetzlich festgelegt, wie er, Österreichs Kanzler Deutschlands, anzusprechen ist:

„Führer und Reichskanzler“ — Volk gestrichen, ausgelöscht, aus mit dem Volk, kaum 18 Monate nachdem er vom Volk nicht zum Kanzler gewählt, sondern zum Kanzler gemacht wurde, gesinnungsgemäß für sich und seinesgleichen, aber nicht für das Volk.

Dr. Engelbert Dollfuß wurde nicht nur als Volkskanzler sondern auch als „Führer und Kanzler“ — „Reich“ mußte „kanzler“ nicht vorangestellt werden, trägt doch dieser Staat „reich“ bereits in seinem Landesnamen: Österreich, eine nicht notwendige Wiederholung: Österreichs Führer und Reichskanzler

Zu dem, was vor und vor über neunzig Jahren geschrieben wurde, muß nichts erzählt werden, es braucht nur zitiert werden, denn diese Berichte erzählen von selbst, was damals erwartet, damals erhofft, damals ersehnt wurde, Erwartungen, Hoffnungen, Sehnsüchte im Kern wie neunzig Jahre später immer noch …

Und wie vor Jahrzehnten endete es auch heute wie es mit Volkskanzln stets nur enden kann, mit der Hoffnung, die zuerst enttäuscht, mit dem Ersehnten, das nie ersehnt, mit dem, was zu erwarten ist: das, was zu erwarten ist, das wenigstens sollte Jahrzehnte später deutlich gewußt werden, was Volkskanzln je zu erfüllen imstande sind: Nichts.

An der Bahre unseres verewigten Führers Dr. Dollfuß haben seine Mitarbeiter gelobt, sein Erbe zu hüten und in treuer, unerschütterlicher Kameradschaft sein Werk fortzusetzen bis zum glücklichen Ende.

[…] klang aus in ein begeisteres Treuebekenntnis zu unserem Volkskanzler Dollfuß und zu unserem neuen christlichen Staate Österreich.

Die anläßlich des Katholikentages in Wien weilenden Ostmärkischen Sturmscharen versammelten sich am 10. September, nachmittag, in der Nordwestbahnhalle zu einem Generalappell. Reichsführerstellvertreter Doktor Kimmel erstattete dem Reichsführer Minister Dr. Schuschnigg die Meldung, daß 5100 Sturmschärler aus allen Bundesländern gestellt seien, worauf Minister Dr. Schuschnigg erklärte: Ich weiß sehr wohl, daß noch immer manche den Sinn unserer Bewegung nicht verstehen wollen und glauben, an ihr vorübergehen zu können. Macht euch nichts daraus! Die Sturmscharbewegung marschiert und wird bestehen, wird siegen, sofern sie nur den Grundgedanken, die ihr bei der Gründung ohne Selbstreklame nach unseren schwachen Kräften dazu beitragen, daß der Neubau gelingt. Nicht um unser selbst willen sind wir da, nicht persönlichem Ehrgeiz oder persönlicher Eitelkeit wollen wir dienen, sondern in Bescheidenheit und mit Selbstaufopferung aller Kräfte für das Wohl der Gemeinschaft, wie wir es sehen, für das Wohl der jungen Generation in unserem Lande und für unser Österreich wollen wir wirken, für das wir zu leben und zu sterben bereit sind. Schließt eure Reihen! Habet acht, daß sich niemand einschleicht, der nicht mit ernster Begeisterung, mit Leib und Seele bereit ist, unseren Fahnen zu folgen! Reicht allen anderen, die gleiche Ziele haben, als Brüder die Hand!

[…] alten deutschen Dome von Regensburg, Mainz und Köln zum St. Stephansturm in der Wienerstadt, ob dort wohl noch das Flammenzeichen des Kampfes um wirklich christlich-deutsche Art glüht und leuchtet. Des Kanzlers allergrößtes Werk aber ist wohl dies: Aus unserem lieben Vaterlande einen christlich-deutschen berufsständischen Staat zu bauen.

Nicht mehr Parteipolitik soll hier herrschen, sondern der christliche Grundsatz von der Selbstbestimmung der Stände, so wie es der Heilige Vater Papst Pius XI. in seinem Rundschreiben „Quadragesimo anno“ gelehrt hat, wie allein noch die Welt zu genesen vermögen.

Dollfuß in Villach. Und der Mann, der alles dies mit seinem starken Willen und auch mit seinem verantwortungsbewußten Mute trägt, der in hunderten und aber hunderten Versammlungen gesprochen und seinen Österreichern wieder Mut und Stolz eingeflößt hat, kommt am Sonntag den 4. März wiederum nach Villach. Er wird uns dort berichten vom letzten Jahr und er wird auch uns Mut und Vertrauen geben in unser liebes Vaterland Österreich. Wir aber werden Gelegenheit haben, dem Volkskanzler Dollfuß unsere Liebe und Verehrung zu zeigen und ihm zu beweisen, daß Österreichs Volk, auch Kärntens Volk, die Arbeit seines Führers schätzt und schützt.

Die Waffen nieder! Vor kurzem hielt der Erzbischof von Wien, Kardinal Innitzer, im Rundfunk eine herrliche Rede. Sie war von jenem erhabenen Geiste des wahren Christentums erfüllt, der auch zum Herzen der Verstocktesten seinen Weg findet. Verzeihende Liebe, Duldung, Güte, Friede klang aus jedem seiner Worte. Duldung, Friede! Was ersehnen wir heißer? Was wünschen wir sehnlicher aus der Tiefe unseres Herzens als Duldung, Friede, Friede, Friede!

Auch im Lager der Nationalisten Oesterreichs scheint dieser heiße Wunsch wahrgeworden zu sein. Habicht war ihnen nie sehr sympathisch.

Seine letzten Haßreden aber haben eine bedeutende Wendung gebracht. Habicht ist ihnen nicht nur unsympathsich, viele, man kann ruhig sagen, die meisten haben ihn erlich satt. Sie haben wohl erkannt, daß er und nur er die Schuld daran trägt, daß die Gegensätze fast zur Unerträglichkeit angewachsen sind, daß nur er es ist, der jeden Verständigungsversuch mit großer Faust abwehrt. Und man darf wohl auch behaupten, daß er der Hauptfabrikant jener Lügen ist, die dem deutschen Reichskanzler vorgesetzt werden und die ihm, dem Kanzler, ein völlig falsches Bild der wahren Sachlage bieten. Wie falsch der deutsche Reichskanzler unterrichtet wird, beweisen die Ziffern über die Toten der traurigen Revolte, die nach seinem Ausspruch ungleich viel höher sind, als es Wirklichkeit der Fall war. Das tolle Gebärden Habichts ist durchsichtig wie ein Spinnennetz. Er wettert und poltert unsinnig gegen den Volkskanzler Dollfuß, weil er zu gerne auf seinem Sessel säße.

Der Gründer der Nationalsozialistischen Partei in Oesterrreich, Dr. Walter Riehl, ein gemäßigter und vernünftig denkender Mann, der wiederholt von Habicht angefeindet wurde, hat den Ruf an seine Gesinnungsgenossen ergehen lassen:

„Die Waffen nieder!“ Und er hat auch den schönen und bedeutungstiefen Satz geprägt: „Die Babenberische Ostmark waren wir und wollen es wieder sein!“

Es ist unser ehrlicher Wunsch, daß die Worte dieses Mannes, der gewiß zu den Besten der Braunen Partei gehörte, Widerhall finden möchte in jenen Kreisen, die die grundehrliche Gesinnung unseres eisernen Führers und Kanzlers Dr. Engelbert Dollfuß bisher sabotierte.

Wir rufen Euch zu: Die Waffen nieder!

Hinein in die Reihen des ehernen Kanzlers, seid unsere Mitstreiter um die Schaffung eines unabhängigen, christlichen, deutschen Oesterreichs. „Die Babenbergische Ostmark waren wir und wollen es wieder sein!“

Heute und heute

„Meine Aufgabenbereiche als“ Ministerin sind in der Tradition der österreichischen Leitkultur Sorge für das Vergessen zu tragen, alle vor dem Vorwurf zu wahren, irgendwer in Österreich hätte irgendwas gewußt, irgendwer in Österreich wäre irgendwo dabei gewesen, einschließlich ihr, die ihr am 2. Jänner 2018 überreichte „Bestallungsurkunde“, das kann sie, darf vermutet werden, auch beeiden, steht in keiner Weise mit Herbert Kickl im Zusammenhang, es war ein Innenminister, und nicht „Herbert Kickl“, der ihr die „Bestallungsurkunde“ überreichte,

und „Herbert Kickl“ in ihrer Verlautbarung ist nicht Herbert Kickl, sondern „Herbert Kickl“ ist bloß amtlicher Zusatz zur Funktionsbezeichnung „Innenminister“, der,

und es war wieder der Innenminister, und nicht Herbert Kickl, der vom Bundespräsidenten angelobt wurde,

und auch für den Bundespräsidenten wird sie wohl beeiden können, dieser habe nur einen Innenminister angelobt, einen Herbert Kickl hätte er niemals angelobt, davon wird wohl auch die Ministerin überzeugt sein, denn, auch der Herr Bundespräsident wußte, von welcher Geisteshaltung Herbert Kickl ist, aber, das dürfe nicht vergessen werden, es wurde nicht Herbert Kickl angelobt, sondern ein Innenminister, und auch dem Bundespräsidenten war es amtlicherseits vorgeschrieben, zum Innenminister den Zusatz „Herbert Kickl“ …

Heute hat mir Innenminister Herbert Kickl offiziell die sogenannte „Bestallungsurkunde“ überreicht.
Meine Aufgabenbereiche als Staatssekretärin im BM.I – Bundesministerium für Inneres sind:
▶️ Zivildienst 🚑 ▶️ Korruptionsprävention und -bekämpfung 💰 sowie ▶️ KZ-Gedenkstätte Mauthausen und Kriegsgräberfürsorge 🏴

„Diese Aussagen von Herbert Kickl sind eine Verharmlosung der Gräuel des Nationalsozialismus und offenbaren das Weltbild Kickls“, kritisierte auch ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker. „Wer mit einer solchen Geisteshaltung Politik macht, hat in einem demokratischen Parteienspektrum nichts verloren“, so Stocker. Es sei zu hoffen, „dass die gemäßigten Kräfte innerhalb der Freiheitlichen Partei zur Vernunft kommen und dem Treiben Kickls ein Ende bereiten“.

Ministerin empört. Nun gibt es auch eine erste Reaktion aus der Bundesregierung. „Die Aussage von Herbert Kickl zur Waffen-SS bestätigt ein klares Bild: Kickl steht gemeinsam mit der AfD im rechtsextremen Eck Europas“, erklärt Verfassungsministerin Karoline Edtstadler. „Solche Aussagen verharmlosen die Gräueltaten des Nationalsozialismus und sind eines Politikers unserer Republik nicht würdig.“

Wie ist doch Christian Stocker zuzustimmen, wer mit einer solchen Geisteshaltung Politik mache, habe in einem demokratischen Parteienspektrum nichts verloren, und „die gemäßigten Kräfte innerhalb der Freiheitlichen Partei“ kann nur einer wie der erste Vizebürgermeister von Wiener Neustadt Christian Stocker so recht gut kennen, etwa den Militärrealgymnasiumsschüler Bürgermeister-Stellvertreter von Wiener Neustadt Michael Schnedlitz, eine Kraft, die derart „zur Vernunft“ steht, daß Christian Stocker mit ihr seit Jahren in Wiener Neustadt zusammen in der Bürgermeisterei von Wiener Neustadt …

Michael Schnedlitz wird Christian Stocker wohl recht umfänglich zustimmen, sagt doch dieser selbst, also Michael Schnedlitz: „Dieses Gedankengut hat bei uns nichts verloren – Werbung dafür ist nicht tragbar!“ Und er, also Michael Schnedlitz, begrüßt in Wiener Neustadt die „identitäre Bewegung“, die in Wiener Neustadt „herzlich willkommen“ und

der späterhin geisteshaltende Bundespräsidentschaftskandidat begrüßt sie mit: „Liebe Patrioten!“

Und ein späterhin geisteshaltender Landeshauptfrau-Stellvertreter spricht auch zu ihnen — irgendwas …

Und es muß für Christian Stocker eine recht lernreiche Zusammenarbeit in Wiener Neustadt in Niederösterreich sein, erst viele Jahre später haben Menschen beispielsweise in Deutschland von einem Wort gehört, ein Wort gelernt, daß schon damals in Wiener Neustadt gelehrt wurde, der „Bewegung“, von einem Redner in schwarzen Handschuhen, so kalt muß es in Wiener Neustadt in dieser Nacht gewesen sein: „Remigration“