Österreich, das Land mit den vor Nazis erstarrt Hockenden

Es hat vor einiger Zeit, genauer, im Juni 2016, wie in der Collage unten gelesen werden kann, Wolfgang Paterno die Frage gestellt: „Mika Waltari: War Hofers Lieblingsliterat NS-Sympathisant?“

Wolfgang Paterno liest also auf der Website von Norbert Hofer, daß dieser „Sinuhe der Ägypter“ auf eine Insel mitnehmen würde, und sofort rinnt aus ihm zur oben zitierten Frage ein Artikel, der schon mit dem Titel falsch …

Wichtiger wäre wohl die Frage gewesen, ob es für einen Kandidaten, der österreichischer Bundespräsident werden will und jetzt schon ein NR Präsident III ist, angemessen ist, auf seiner Website für sich damit Werbung zu machen, daß er unterstellt, es würden Menschen nach Österreich kommen, die bereit wären, jemandem den Kopf …

Das wenigstens hat Norbert Hofer zwischenzeitlich von seiner Website genommen, auf anderes freilich, ebenso wichtig, hat er nicht reagiert, blieb er untätig – ein Ausblick, was von ihm als …

Richtiger wäre gewesen, die Frage zu behandeln, weshalb will Norbert Hofer gerade einen finnischen Schriftsteller mit auf eine Insel nehmen. Norbert Hofer, wie aus seinem Programm für seine Partei bekannt, steht treu zum deutschen Kulturraum. Seit rund zweihundert Jahren gibt es eine deutsche Finnlandbegeisterung, poetisch in Marsch gesetzt von August Thieme … Land des Nordens, Land mit dem Nationalrunenlied,  Land mit den „Soldaten Odins“

Auch die Frage, ob Norbert Hofer mit seiner Wahl dieses Schriftstellers signifikant von der sonst bevorzugten Literatur in seiner Partei abweicht, wie sie zur Wiederlesung etwa in der vom Wendelin Mölzer geführten ZZ empfohlen wird

Ob Blume oder Literatur – ein anderes Bild fällt dazu nicht: sofort erstarrtes Hocken vor den Nazis und mit Gewimmer herausgepreßt: Nazi, NS-Sympathisant, Nazisymbol. Dabei ist die Kornblume seit über einhundert Jahren ein Symbol für antiösterreichische Gesinnung, aber, huch, gestarrt wird auf die zwölf madigen Jahre …

Und was kommt dabei heraus? Es wird gestarrt, Nazi gewimmert und entschuldigt …

Und was ist bei Wolfgang Paterno herausgekommen?

Eine großspurige Überschrift. Ein …  Ach, wäre es bloß ein … Aber der Artikel ist mehr. Zum einem für Norbert Hofer hilfreich, er lese dann doch nicht einen so Eindeutigen … Widersprüche, ja, so ist eben des Menschen Leben … und Mika Waltari, er habe halt noch wenig von der NS-Ideologie … als er den Übersetzungsauftrag für das Horst-Wessel-Buch … und er werde halt das Geld  … wer könnte da einen Vorwurf … ganz im Gegenteil sogar … in seinem Werk keine Spuren von Rassismus und Antisemitismus … ach, bloß die Wessel-Übersetzung 1933 ein dunkler Fleck auf seiner literarischen Weste und sonst …

„To live or die with his Nation“

Das ist die Überschrift des Textes von Markéta Hejkalová, die ein Buch über ihn schrieb: „Fin Mika Waltari“. Ein paar Ausschnitte aus diesem Text in der Collage hinzugefügt zu dem Artikel von Wolfgang Paterno, um ein vollständigeres Bild zu bekommen … Da vor allem sein Buch „Truth about Estonia, Latvia and Lithuania“ aus 1941, von ihm unter dem Pseudonym Nauticus veröffentlicht, nicht vorliegt, kann nur ersucht werden, selbst zu recherchieren, ob es denn tatsächlich ein Buch ist, das „contains fanatic examples of anti-Semitic“ … wie es ein Mann schreibt, dessen heutige Aktivitäten nicht dafür sprechen, ihn nennen zu wollen …

Wer sich weiter mit diesem Schriftsteller beschäftigen will, wird etwa finden, daß er ein Patriot gewesen ist, der auch Hofer ist, abgetan als reaktionär in den Jahren …

Nun, genug davon. Mit diesen zusätzlichen Informationen ist vielleicht noch ein wenig verständlicher geworden, weshalb Norbert Hofer gerade diesen …

Für die Menschen in Österreich und menschgemäß auch für Norbert Hofer selbst ist zu hoffen, sollte er Bundespräsident werden, daß es ihm nicht so ergehen möge, wie einst Mika Waltari,  vielleicht gar schon bei seinem ersten Regionalbesuch in Bozen oder Meran nach Stunden mit verschmutzten und zerrissenen Kleidern aufgefunden zu werden, weil er angefallen, nicht von einem Minotaurus, sondern von Chemtrails …

Das ist wohl eine unbegründete Befürchtung. Denn das Schreiben von parlamentarischen Anfragen wird nicht die gleiche Auswirkung haben wie das Schreiben eines Romans, also von den eigenen Erfindungen sich verfolgt … Mika Waltari erging es so, wie „Der Spiegel“ im November 1953 berichtete:

„Nachdem er letzthin sein Hotel in Mailand zu einem Spaziergang verlassen hatte, wurde er erst viele Stunden später aufgefunden. Seine Kleider waren verschmutzt und zerrissen. Zwei Männern, die Waltari in sein Hotel zurückbringen wollten, leistete er wütend zähen Widerstand. Nachdem er sich beruhigt hatte, gab er an, der Minotaurus, ein Ungeheuer des Altertums, habe ihn angefallen.“

Norbert Hofer - Mika Waltari

 

Norbert Hofer und He.-Chr. Strache nehmen Markus Fink in ihre identitäre Mitte

Markus Fink - Mauerhochzieher - zärtlich von Norbert Hofer und He Chr Strache in deren Mitte genommen.jpg

„Hättet ihr was gesagt,ich hätte euch dort eine mauer aufgezogen wo sich die grünen die Zähne ausgebissen hätten!!!“

Wie recht fein Norbert Hofer lächelt, er wird sich halt recht sicher fühlen, zärtlich umarmt von Markus Fink, von dem strammen Mann, der – hätten sie ihm, dem außerparlamentarischen I…, nur etwas gesagt – eine Mauer aufgezogen hätte, an denen sich …

Norbert Gerwald Hofer - Markus Fink - Heinz Christian Strache.jpgUnd wie das von Markus Fink auf der Plattform des Konzerns Facebook veröffentlichte Bild zeigt, hält er mit seinen Händen, die, wie er sich stolz porträtiert, auch eine Heckensäge zu führen wissen, und wiegt die identitären Parlamentsparteiführer in Sicherheit, die ihm die Flanken  …

Werbung für Norbert Hofer mit HeckensägeWoran Norbert Hofer bei der Aufnahme dieses Bildes wohl gedacht haben mag? Vielleicht daran, das sind die Männer, mit denen er, als Bundespräsident, aufpassen werde können. Mit einem Markus Fink und Männern seines Schlages und Mauerbauwissens werde er – und vielleicht erneuerte er bei der Aufnahme dieses Bildes für sich das Versprechen, beim Spüren des strammen Arms des Mannes in der Mitte, es auf so rechte Weise halten zu können, ein Schutzherr

Hofer - Fink - Strache - Identitäre

Aber Georg Niedermühlbichler spielt Fußball

Drei zu null für SPÖ - Eine Niederlage

Sagt diese Mitteilung auf der Plattform des Unternehmens Twitter von Georg Niedermühlbichler nicht bereits alles aus, was in einer Bestandsaufnahme über die SPÖ unter einem Titel „Trauer muß SPÖ tragen“ geschrieben werden könnte?

Gerichte sind keine Wahlzellen. In Gerichten werden keine Wahlen gewonnen. Bei den Vorurteilen, für die in den Wahlzellen gestimmt wird, steht es für die FPÖ gegen die SPÖ …

Und was ist das beispielsweise für ein Tor der SPÖ, wenn sich der tirolerische SPÖ-Vorsitzende bei Norbert Hofer zuvor entschuldigt? Es ist kein Tor. Oder ein Eigentor. Denn menschgemäß konnte die FPÖ diese Entschuldigung sofort nutzen und wird diese mit Bestimmtheit weiter erfolgreich nutzen, wie gelesen werden kann: Die heutige identitäre Partei im Geiste Hofers ist keine NSDAP, aber bietet seit dem Nazi-Untergang nichts Neues …

Während also Georg Niedermühlbichler Fußball spielt, holt sich, wie es nach aktuellen Meinungsumfragen aussieht, die identitäre Parlamentspartei das nächste Amt ab, in das Amt gewählt auch von Menschen, die „gerne Nazi“ sind, wie gelesen werden kann: FPÖ unzensuriert wird ersucht nicht zu löschen: „Gerne Nazi – X Hofer“ …

Es will gar nicht nachgesehen werden, wie viele bis heute dazugekommen sind, wie viele weitere Zustimmungen es dafür gibt, gerne … und für … zu sein.

Aber Georg Niedermühlbichler spielt Fußball, verwechselt Gerichte mit Fußballfeldern, und wohl auch die Politik mit …

Und das Schlimmste daran ist wohl, das nicht mehr gewußt wird, für wen sie spielen, in welcher Mannschaft sie spielen. Wird etwa an das Burgenland gedacht, an das blaurote Regierungsprogramm … Oder in das tiefe Niederösterreich hineingesehen: Vizebürgermeister Hannes Stiehl teilt Michael-„Linke-sind-die-heutigen-Nazis“-Mannheimer …

PS Und hat nicht der Mann im Geiste Hofers schon vor Jahren eine sehr prominente sozialdemokratische Fürsprecherin gehabt? Von einer Frau, die zu diesem Zeitpunkt bereits durch ihre Ämter alles wissen … vielleicht hat sie auch nur Fußball in der Liga Realpolitik … Wohin diese Realpolitik geführt hat, von der sich, wie es aussieht, auch ein Georg Niedermühlbichler sich nicht zu trennen vermag, dabei geht es nicht mehr um die SPÖ, sondern um das gesamte Land und vielleicht ist der Titel, wie die Zukunft beschrieben werden kann, dieser: Trauer wird Österreich tragen …