Wolfgang Sobotka: „Wäre ich gerade Nationalratspräsident, würde ich das nicht tun.“

Wolfgang wäre ich Nationalratspräsident Sobotka

Das hat Wolfgang Sobotka nicht gesagt.

Wolfgang Sobotka ist aber Nationalratspräsident, und als Nationalratspräsident tut er alles, was eine Nationalratspräsidentin nicht zu tun hat.

Es wird, wie gelesen werden kann, in einem konkreten Fall, bei dem es um die Fragestunde mit dem montagsgemachten Bundeskanzler geht, auf seine „mangelnde Parlamentserfahrung“ zurückgeführt.

„Mangelnde Parlamentserfahrung“ – Was sagt das über Wolfgang Sobotka aus, der als Minister doch lange im österreichischen Parlament sich aufhielt, und noch viel länger im niederösterreichischen Landtag herumsaß, also seit Jahrzehnten parlamentarischer Arbeit von seinem Stuhl aus …

Erfahrungsresistenz?

In Amtsführung könnte Wolfgang Sobotka sich kundig machen, beispielsweise beim Bundespräsidenten …

Wer Werte korrumpiert, ist in Österreich für jedes Amt recht, und wer Werte absolut korrumpiert, ist in Österreich für höchste Ämter absolut recht.

Kundig ist er wohl, allein der Wille wird ihm …

Es ist wohl (zutreffender unbehaglich) abgründiger …

Österreich im Februar: Ausschaltung des Parlaments

NS In dieser Fragestunde mit dem Montagskanzler, die vorgestern oder vorvorgestern, jedenfalls im Gestrigen, im österreichischen Parlament gehalten wurde, ging es auch um Medien und deren Unabhängigkeit …

HJenewein und gesinnungsgemäße Ausschaltversuche der Medienfreiheit

Wenn das Parlament ausgeschaltet, die Medien im Sinne einer freien Berichterstattung zum Verstummen gebracht, dann ist das ganze Land gänzlich in den Abgrund geworfen.

NNS Wie oft der Montagskanzler in dieser Fragestunde des Wortes „Koalitionsverhandlungen“, des Wortes „Koalitionsvereinbarung“, des Wortes „Koalitionsvertrag“ als Ausrede sich bediente, wird schmerzlich bewußt, daß Wörter keine Energie erzeugen, daß Wörter keinen Strom liefern.

Ach, wäre dem nur so.

Allein der Montagskanzler versorgte mit seinen Wörtern „Koalitionsverhandlungen“, „Koalitionsvereinbarung“, „Koalitionsvertrag und ähnlichen Wörtern ganz Österreich mit genügend Strom, mit so viel Strom, daß dieser sogar noch exportiert werden könnte, um beispielsweise alle Visegrád-Staaten mit genügend Strom zu versorgen. Wie umweltschonend, wie sauber und auch wie sicher das wäre, keine Wasserkraftwerke mehr, keine kalorischen Kraftwerke mehr, keine Atomkraftwerke mehr. Auch keine Windräder mehr, die gerade Freunden von seiner Regierungspartnerin gar häßlich …

Dann könnte irgendwann in der Zukunft im Rückblick im Perpetuum austrile gesagt werden:

Was einst Winde, liefert nun ein Kurz.

Wer Werte korrumpiert, ist in Österreich für jedes Amt recht, und wer Werte absolut korrumpiert, ist in Österreich für höchste Ämter absolut recht.

Alexander wenn ich nicht gerade Bundespräsident wäre Van der Bellen

Es gibt von Lord Acton den Spruch, wonach Macht korrumpiere und absolute Macht absolut korrumpiere.

Zu seiner Zeit und außerhalb von Österreich war dieser Spruch wohl zutreffend. Für Österreich mit Blick auf das Wort Macht ein unpassender Spruch. Es wäre nur eine Angabe; soher paßte er doch zu Österreich: wirklichkeitsblind angeberisch, sich maßlos überschätzend …

Und auf den österreichischen Bundespräsidenten gemünzt ein gänzlich falscher Spruch.

Wenn der Spruch aber ein wenig abgeändert wird, dann paßt er auf den österreichischen Bundespräsidenten, und besonders auf den jetzigen:

Ein Amt korrumpiert Werte und ein höchstes Amt korrumpiert Werte absolut - BK

Ein Amt im Staat korrumpiert Werte, und das höchste Amt im Staat korrumpiert Werte absolut.

Selbstverständlich hat Alexander Van der Bellen nicht gesagt, wenn er nicht gerade Bundespräsident wäre, würde er auch gegen Blauschwarz protestieren. Tatsächlich sagte er, wenn er nicht gerade Bundespräsident wäre, er würde das auch unterschreiben, also das „Volksbegehen Don’t Smoke“.

Es ist kein Widerspruch, wenn im vorangegangenen Kapitel davon gesprochen wird, das ist kein Entwicklungsroman,

Österreich im 21. Jahrhundert

2000-2018 ff. von Re-
gierungsunfähigkeit bis Re-
gierungsunfähigkeit von Re-
gierungsunwürdigkeit bis Re-
gierungsunwürdigkeit der FPÖ

und nun gesagt wird, es gibt aber eine Figur in diesem, die eine Entwicklung durchgemacht hat. Auch in einem Spitzenland der Entwicklungslosigkeit kann der einzelne sich dennoch entwickeln. Die Entwicklung von Alexander Van der Bellen aber ist eine,

Alexander Van der Bellen, Bundespräsident – Mutig alten Zeiten entgegen

die in späterer Zeit in Geschichtsbüchern nicht auf der Haben-Seite verbucht werden wird, und vielleicht wird er, wenn er dereinst Bilanz zieht, das selbst schon nicht tun.

Jetzt einmal aber macht Alexander Van der Bellen alles, damit seine Haben-Seite einst vollkommen leer ..

„Van der Bellen betonte, dass er die vor Jahren in einem Vortrag geäußerte Kritik Hauers am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) nicht teile. „Das betrifft insbesondere die polemische Wortwahl“, so Van der Bellen. Allerdings sei Kritik an einem Höchstgericht für einen Rechtsprofessor zulässig: „Ich gehe davon aus, dass Prof. Hauer zukünftig als Verfassungsrichter sein Amt verantwortungsvoll wahrnehmen wird.“

Selbstverständlich wird Andreas Hauer „sein Amt verantwortungsvoll wahrnehmen“ – im Sinne seiner schlagenden Gesinnung. Wie wäre etwas das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes zur Ehe ausgefallen, mit einem Andreas Hauer?

„Verantwortungsvoll“ hätte Andreas Hauer auf die Frage von Norbert Nemeth

„Womit wir beim zweiten Aspekt wären, nämlich der Rolle eben dieser Höchstgerichte: Haben jene wirklich das Recht, den für unseren Kulturkreis maßgeblichen Ehebegriff aufzuheben?“

wohl geantwortet, gesinnungsgemäß ist es nicht die Rolle der Höchstgerichte, etwas aufzuheben, das „unserer Gesinnung“ zuwider …

Das Finale eines Leersprechwettbewerbes kann Alexander Van der Bellen, diese Wette kann bedenkenlos abgeschlossen werden. neben Sebastian Kurz leicht erreichen. Wer allerdings als Sieger daraus hervorginge, darauf will nicht gewettet werden. Die Verlierer und Verliererinnen allerdings stehen schon fest, es sind die Menschen ohne hohe und höchste Ämter in diesem Land.

Alexander Van der Bellen - Andreas HauerEs gibt mehr, das gegen Andreas Hauer spricht, als seine vor Jahren getätigte Aussage, die nun Alexander Van der Bellen für sich zurechtbiegt. Als Vorreiter in der Verteidigung von, kurz gesagt, Schaften jedweder Formation. Wäre Andreas Hauer vor Jahren, als Alexander Van der Bellen im Parlament war, als Verfassungsrichter zur Disposition gestanden, wie hätte er, als Abgeordneter der Opposition, das wohl heftig kritisiert.

Nun aber …

Ein Amt im Staat korrumpiert Werte, höchste Ämter im Staat korrumpieren Werte absolut.

Für den derzeitigen Amtsinhaber ist es ja kein Problem, wenn die Schaften in der Hofburg zum Säbeltanze … und überhaupt die FPÖ, da mahne er, der Bundespräsident, zur Vorsicht, als „rechte Partei“ …

Alexander Van der Bellen – Einübung in die Entcourage respektive Postcourage

Ämter im Staat korrumpieren Werte, höchste Ämter im Staat korrumpieren Werte absolut.

Bundespräsident - Verfassungsgerichtshof - ÖsterreichWie recht schön hat Andreas Hauer vor einem Jahr in der Hofburg gesprochen, im Winter ’17. Und wer kann darüber am schönrechtesten berichten? Gesinnungsgemäß die Website der gerade erst vom Höchstamtsinhaber montagsgemachten identitären Regierungspartei:

Wir sind ein Teil der Bevölkerungsgruppe, die den Staat und die Gesellschaft trägt, mit der man einen Wohlfahrtsstaat aufbauen und finanzieren kann – mit Leuten, die gehässig Schaufenster einschlagen und Polizeifahrzeuge demolieren, geht das nicht. Das sollte jedem einleuchten, und wer das erkennt, muss sich entscheiden, wo er stehen will: Auf der Seite der bürgerlichen Ordnung oder auf der Seite der Anarchie.

Trakt an Trakt mit dem Bundespräsidenten wird in diesem Land seine recht eigentümliche idealistische Tradition gepflegt …

Unser Ball ist ja nur ein Symbol, gegen das angekämpft wird. Gemeint ist aber in Wahrheit Österreich, der Staat, die freiheitliche Gesellschaftsordnung und das Privateigentum insgesamt. Wenn wir also auf diesen Ball beharren, so tun wir das nicht nur für uns, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Und das ist wohl der letzte schlagende Beweis, daß er, weil er gerade Bundespräsident ist, einen solchen Schlagschaftenmann verteidigen muß, ihn zum Richter machen muß, denn, wer als Österreich mit dem Säbel tanzt, ist in Österreich in jedes Amt zu berufen.

Es gibt noch einen Mann, der Andreas Hauer verteidigt, in Worten, von denen nicht gesagt werden könnte, würden diese ohne Namensnennung zitiert werden:

„Diese Kritik muss zulässig sein, abgesehen davon, dass ich sie inhaltlich sogar unterstütze.“

„Allerdings sei Kritik an einem Höchstgericht für einen Rechtsprofessor zulässig[.]“

Wiener Hofburg - Hauer - StefanWer spricht so, von zulässiger Kritik, nennt sich einmal Bundespräsident und einmal NR.

Gewiß ist in Österreich nur der Ort. Die Hofburg. In der beide Männer ihre Auftritte … einer davon mit einem einen recht besonderen Gesinnungwillen zur Umdeutung der Geschichte und gesinnungsüberzeugt von der Wehrmacht pos…

Vom Eid in der Wiener Hofburg

Noch eine Variante dieses Spruches von Lord Acton ist in Österreich, in der gerade Alexander Van der Bellen Bundespräsident ist, zutreffend und recht passend:

Wer Werte korrumpiert, ist in Österreich für jedes Amt recht geeignet, und wer Werte absolut korrumpiert, ist in Österreich für das höchste Amt absolut am rechtesten.

NS Was es noch zu Andreas Hauer sagen gibt, das hat erst am 19. Februar 2018 wieder ein Mann kurz zusammengefaßt, den Alexander Van der Bellen, wäre er nicht gerade Bundespräsident, wohl ausgiebig zitiert würde:

Liebe Freundinnen und Freunde, bitte teilt wieder meinen neuesten Beitrag!

FPÖ und ÖVP planen mit der Bestellung von Prof. Andreas Hauer als Mitglied des Österreichischen Verfassungsgerichtshofes einen Anschlag auf unsere demokratischen Freiheitsrechte. Der Leiter des Instituts für Verwaltungsrecht an der Johannes-Kepler-Universität in Linz und Mitglied des deutschnationalen schlagenden „Corps Alemannia Wien zu Linz“ hat in einem Internet-Beitrag deutlich gemacht, wie er sich die Judikatur von Demonstrationsrecht und Versammlungsfreiheit vorstellt:

Der Anmelder habe „gesetzwidrigen Äußerungen und Handlungen sofort entgegenzutreten“, wenn das nicht möglich ist „die Versammlung sofort aufzulösen“ und dafür zu sorgen, dass „keine Straftaten entstehen“. Könne er das nicht, hafte er für alle „daraus entstehenden Schäden“. Geschädigte könnten diesen Anspruch auf dem Zivilrechtsweg durchsetzen, Staat und Sozialversicherungsträger seien dazu sogar verpflichtet. Die Geltendmachung von Schadenersatzforderungen habe einen „erzieherischen Zweck“ gegenüber Veranstaltern von „Hass-Versammlungen“.

Formaljuristisch hat Hauer Recht. So steht das tatsächlich im Versammlungsgesetz. Dieses stammt allerdings aus dem Jahr 1867. Damals nahmen an „Versammlungen“ in der Regel zwischen 20 und 100 Menschen teil.

Sogar an den Protesten gegen das Schattendorfer „Schandurteil“ (deutsch-österreichische „Frontkämpfer“ hatten auf eine Versammlung der Sozialdemokraten geschossen, zwei Menschen getötet, fünf verletzt und waren freigesprochen worden), der 1927 zum Brand des Justizpalastes führte, hatten nur 500 empörte Sozialdemokraten teilgenommen.

Seit 1867 hat sich die Welt verändert. Im Zeitalter elektronischer Vernetzung, die es ermöglicht Zig-Tausende binnen kürzester Zeit für die Inanspruchnahme eines demokratischen Grundrechtes zu mobilisieren, ist es nicht anwendbar. Schon das Lichtermeer der 300.000 gegen Fremdenfeindlichkeit, zu dessen Organisatoren ich mich zählen durfte, sollte das klar gemacht haben. Wie kann der Anmelder einer Demonstration Gesetzwidrigkeiten „sofort entgegentreten“, die „Versammlung auflösen“ oder dafür sorgen, dass „keine Straftaten entstehen“, wenn Demonstranten die halbe Innenstadt füllen?

In einem gefestigten Rechtsstaat müssen veraltete Gesetzestexte kein Problem darstellen, weil Richter ausreichend Interpretations-Spielraum haben. Bisher hat eine besonnene Justiz diesen Spielraum sinnvoll genützt und dafür gesorgt, das Recht auf Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit nicht zu beschädigen. Höchstrichter wie Professor Hauer drohen diese Rechtsprechung mit Vernunft und Augenmaß zu beenden. Wenn Hauer sich mit seiner Interpretation durchsetzte, wäre die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit de facto abgeschafft, weil jedem Anmelder ein wirtschaftliches Existenzrisiko aufgebürdet würde.

Verräterisch ist auch Hauers Wortwahl: Ausdrücke wie „Straßenterror“ „Hassversammlungen“, „Krawallveranstalter“ für Menschen zu verwenden, die gegen einen Ball demonstrieren, der von rechtsextremem Mitgliedern deutschnationaler schlagender Verbindungen organisiert wird und zu dessen Gästen regelmäßig bekennende Antisemiten, Rassisten, Neonazis und Holocaust-Leugner zählen, zeigt jedenfalls, wo er nicht nur juristisch sondern auch politisch steht. Dass Österreich sich in seiner Bundesverfassung dazu verpflichtet hat, „alle Spuren des Nationalsozialismus aus Gesellschaft und Politik zu tilgen“ und „jede großdeutsche Propaganda“ zu verhindern, dass damit Antifaschismus eindeutiger Verfassungsauftrag ist, kann einem Rechtsprofessor nicht entgangen sein.

Ein Mann als Höchstrichter, der das Demonstrationsrecht abzuschaffen versucht, indem er Anmeldern mit der Zerstörung ihrer wirtschaftlichen Existenz droht und engagierte Demokraten, die Österreichs antifaschistische Bundesverfassung verteidigen, als „Krawallveranstalter“ beschimpft, würde dem Vertrauen in Österreichs Justiz schwersten Schaden zufügen.

Da ist zivilgesellschaftlicher Widerstand angesagt. Postet, schreibt Leserbriefe, schreibt Mails an ÖVP-Politiker und bittet sie, diesen Anschlag auf das österreichische Rechtssystem zu verhindern. Und bitte: Verbreitet diesen Beitrag.

Hans-Henning Scharsach, 19. Februar 2018

Wer Werte korrumpiert ist in Öster-
reich für jedes Amt recht und wer
 Werte absolut korrumpiert ist in Öster-
reich für höchste Ämter absolut recht - BK

Österreich im 21. Jahrhundert

2000-2018 ff. von Re-
gierungsunfähigkeit bis Re-
gierungsunfähigkeit der FPÖ von Re-
gierungsunwürdigkeit bis Re-
gierungsunwürdigkeit

Im Februar 2018 bringt eine Zeitung in Deutschland einen Artikel mit der Schlagzeile „Die FPÖ ist nicht regierungsfähig“ und damit das erste Romankapitel aus dem Februar 2000 in Erinnerung, in dem es heißt:

Österreich im 21. Jahrhundert - Spitze der Entwicklungslosigkeit und Gipfel der Bildungslosigkeit

„Die Idee der ÖVP, mit der FPÖ, einer auch ohne internationale Proteste nicht regierungswürdigen und -fähigen Partei, zu koalieren, kann nur als Wahnwitz aufgrund von Machtgier und Verantwortungslosigkeit bezeichnet werden.“

Und in einem weiteren Kapitel, Jahre später, heißt es:

„Denn eine FPÖ in 2004 und den Folgejahren wird keine andere sein als die bekannte regierungsunfähige und -unwürdige, zumal auch die junge Generation in der FPÖ, die sich jetzt anschickt in Parteispitzenpositionen nachzurücken, die seit der Neugründung der FPÖ bestens beschriebene alte Generation ist.“ 

Es ist eine schlechte Angewohnheit von Menschen, die Romane schreiben, im Roman den Roman selbst zum Thema zu machen, den eigenen Roman im gleichen Roman zu reflektieren. In diesem Fall, und der ist Österreich, darf das getan werden, weil es nicht um den Roman geht, sondern um Österreich, nicht nur, aber sehr oft, zu oft.

Es ist ein Wirklichkeitsroman, als das dieser, und darin den schlechtesten Angewohnheiten von Menschen, die Romane schreiben, folgend, im Roman selbst schon beschrieben wurde. Aber es ist kein Entwicklungsroman, kein Bildungsroman.

Wie auch?

Es wird (nicht nur, aber zu viel) von Österreich erzählt. Und ein Roman kann kein Entwicklungsroman, kein Bildungsroman sein, wenn seine Hauptfigur doch Österreich …

Es ist eine eitle Angewohnheit von Menschen, die Romane schreiben, aus ihren eigenen Romanen zu zitieren. Aber in diesem Fall, und der ist Österreich, darf das getan werden, weil nicht aus dem Roman zitiert wird, sondern Österreich im allgemeinen und die FPÖ im speziellen nichts anderes hergibt, als nur das Immergleiche.

Ein Roman vor 2000, ein Roman weit vor 2000, ein Roman aus den 1970er Jahren, mit einer Hauptfigur Österreich hätte noch ein Entwicklungsroman, ein Bildungsroman genannt werden können.

Aber ein Roman mit der Hauptfigur Österreich ab dem Jahr 2000 kann nicht so genannt werden. Wie dann?

Österreich von 2000 bis 2018, Österreich im 21. Jahrhundert: Von Regierungsunfähigkeit bis Regierungsunfähigkeit der FPÖ, von Regierungsunwürdigkeit bis Regierungsunwürdigkeit der FPÖ. In einem anderen Land, in einem anderen Staat wäre das keine große Sache, eine Partei, die regierungsunfähig und regierungsunwürdig ist, zu haben. Es wäre eine von diesen Nullkommaachtprozentparteien, bedeutungslos und ein Beleg für eine funktionierende Demokratie. In Österreich hingegen wählen Menschen eine solche regierungsunfähige und regierungsunwürdige Nullkommaachtprozentpartei zu einer potentiellen Regierungspartei. In Österreich hingegen sagt die Elite, so eine Nullkommaachtprozentpartei muß regieren, macht die sogenannte Elite aus eine regierungsunfähigen eine für sie regierungsfähige Partei.

Bald schon wurde in einem Kapitel, in einem aus 2001, das Schweigen des Bundeskanzlers angesprochen, und diesem, dem damaligen Bundeskanzler, in einem weiteren Kapitel der Name Wolfgang Schweigen gegeben. Nun wird vom zurzeitigen Bundeskanzler, es wird das Jahr 2018 geschrieben, immer öfters von seinem Schweigen gesprochen und geschrieben.

Österreich im 21. Jahrhundert: Von einem Bundeskanzler zum nächsten Bundeskanzler ist das Verbindende das Schweigen. Es will für den zurzeitigen Bundeskanzler, also für den im Dezember 2017 montagsgemachten Bundeskanzler kein neuer Name gesucht werden.

Er soll den Namen von seinem Vorgänger, dessen Wiedergänger er ist, bekommen: Wolfgang Schweigen.

„Stets bäuchlings, geschrieben in Österreich“ heißt, sollte nach dem Gesamttitel der Trilogie mit Appendix gefragt werden, der Roman. Weiterhin ein zutreffender Titel. Vielleicht sollte doch, als Widmung für die Hauptfigur Österreich, ein Untertitel hinzugefügt werden, der ebenfalls zutreffend ist:

Österreich im 21. Jahrhundert:
Chronik der Entwicklungslosigkeit
eines Landes, das die Bildung aufgegeben hat. 

Dem Roman könnte durchaus als Motto vorangestellt werden:

Wolfgang Schweigen, zurzeitiger Bundeskanzler in Österreich, spricht oft davon, er wolle Österreich wieder an die Spitze führen. Österreich im 21. Jahrhundert ist bereits Weltspitze der Entwicklungslosigkeit erklommen, ist bereits höchster Gipfel der Bildungslosigkeit in dieser Welt. Davon erzählt Österreich, kurz zusammengefaßt, in diesem Roman. 

Es geht aber auch ganz kurz:

Perpetuum austrile

 

Fleisch für … Erdäpfel und Kraut für …

Sparpläne auf Kosten der Menschen – Nichts anderes zu erwarten von jenen, die von Burg zu Burg, von Palais zu Palais, von Schloß zu Wasserschloß Aistersheim …

Fleisch für FPÖ-ÖVP-Regierung und Kartoffeln für die Menschen in Österreich.png

Wer je die FPÖ gewählt hat, in der Hoffnung, von ihr sich etwas erwarten zu können, außer Einsparungen auf seine und ihre Kosten, hätte vor jedem Wahltag sich nur ansehen müssen, wo sie sich am liebsten aufhält, wo ihre Wiege steht.

Das ist nicht im sogenannten Gemeindebau.

Das sind die Burgen, die Schlösser, die Palais …

Und wer sich recht wohl fühlt in Burgen, in Schlössern, in Palais, hat für Menschen, die mit einem Durchschnittseinkommen ihr Leben zu bewältigen, die mit einem österreichischen Durchschnittseinkommen ihr Leben gerade noch irgendwie bewältigen können, nichts über, kann für sie kein Interesse und vor allem kein Engagement aufbringen.

Eben erst werden Sparpläne der zurzeitigen FPÖ-ÖVP-Regierung im arbeitsmarktpolitischen Bereich bekannt.

Etwas anderes war und ist auch nicht zu erwarten, von einer Partei, die am liebsten in Burgen, Schlössern, Palais …

Und das ist das einzige Verläßliche, das von dieser Partei je zu bekommen ist. Und menschgemäß ihre Gesinnung, auf deren „ideelle Kontinuität“ sie recht stolz ist.

Wem aber diese ideelle Gesinnung allein nicht ausreicht, um diese Partei für unwählbar zu erachten, sollte einmal bedenken, was kann er und sie von einer Partei erwarten, erhoffen, kurz gesagt, an gerechter Güterverteilung, die sich am liebsten mit Prunk umgibt.

Das muß nicht noch einmal ausgeführt werden, zu viele Kapitel erzählen von den Aufenthalten in Palais

Dem Volk die Hütten, der Gesinnung die Paläste

Von Burg zu Burg … auch das muß nicht mehr sonderlich ausgeführt werden, zu viele Kapitel erzählen von der Wartburg bis zur Hofburg

Von Schloß zu Schloß … auch das muß nicht mehr sonderlich ausgeführt werden, zu viele Kapitel erzählen auch das …

Am 3. März 2018 werden Männer und Frauen im Geiste dieser Gesinnung wieder in einem Schloß einander … die selbst Güter besitzen …

Auch das eine Kontiunität, von Schönerer bis Kubitschek bis Karl-Heinz Hoffmann

Von Hofer bis Schönerer: „Los von Rom“. Und ewig lockt Linz …

Wer kann also solchen Menschen je glauben, solche Parteien je wählen können, wenn sie davon reden, sie seien für das sogenannte Volk da, wenn sie jede Sekunde dafür aufwenden, fern vom sogenannten Volk zu sein, abgeschottet vom sogenannten Volk in Burgen, in Palais, in Schlössern …

Besser, also besser im Sinne für die Menschen,  ist aber auch um die andere Partei in der zurzeitigen Regierung in Österreich nicht bestellt. auch bei dieser gibt es, ohne die recht ausgeprägte ideelle Gesinnung ihrer Partnerin, eine Kontinuität, die sich,

Programm von Sebastian Kurz und seiner Kapelle new nemesis („neue gerechtigkeit“): Ich bau dir Kartoffeln an.

kurz zusammengefaßt, so beschreiben läßt: Kartoffeln für die Menschen, Fleisch für … 

Kraut und Kartoffeln - Kunschak bis Kurz