Hubert Lanzingers „Lohengrin“ in der Wiener Staatsoper, und was erhofft einst der Österreicher vom „Mann mit blauem Paket“

Am 20. April wird in der Wiener Staatsoper das „Bühnenweihfestspiel“ der Reinheit von Blut und Boden gegeben werden, und nicht einfach eine Oper, und nicht einfach eine Oper, an solch einem Tag, der vielen, gar vielen noch ein recht besonderer Tag, der ihnen als ein höherer Tag zu begehen ist als, dafür kann ein Beispieltag in der dieser Erlösungsdimension angeführt werden, der Tag der Geburt

und elf Tage später, am 1. Mai 2025: „Lohengrin“

Lanzingers Lohengrin nicht nur einmal in diesem Jahr ’25, sondern öfters … Selbstverständlich wird in der Wiener Staatsoper nicht Lanzinger gegeben, sondern Wagner, Hubert Lanzinger malte seinen Lohengrin, über den, also über den Maler, einen Eintrag an diesen 18. Jänner 2025 gelesen, der nicht erstaunt, scheint dieser doch so durch und durch österreichisch:

Lanzinger Hubert, Maler. * Innsbruck, 9. 10. 1880; † Bozen (Südtirol), 3. 11. 1950. Nach Stud. an der Akad. der bildenden Künste in Wien (1901–08) in der Meisterklasse Delug) und Tätigkeit als Kriegsmaler in Montenegro und Galizien (1918) war er 1919–22 in Innsbruck ansässig; 1922/23 vertrat er Delug (s. d.) an der Akad. der bildenden Künste in Wien und ließ sich 1923 in Bozen nieder. 1911 stellte er zum ersten Mal in der Secession in Wien aus, 1943 erhielt er den Mozart-Preis. L., ein beachtlicher Porträtmaler, der in den Zwanzigerjahren zu den Vertretern der Neuen Sachlichkeit gehörte, malte auch religiöse Bilder, Akte, Stilleben und zahlreiche Landschaften.
W.: 13 Intarsientafeln zur Geschichte von Bozen, 1906–1920, Stadtverwaltung Bozen; Porträt O. T. und Stilleben, Tiroler Landesmus. Ferdinandeum, Innsbruck; Blumenstücke; Landschaftsbilder; Akte; religiöse Bildnisse.
L.: Die Presse vom 8. 11. 1950; L’Alto Adige vom 11./12. 7. 1905; Der Kunstfreund, 1902, 1904, 1905; Bergland, Jg. 5, 1923; Der Schlern 24, 1950; Thieme–Becker.

Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage
Österreichisches Biographisches Lexikon

Hubert Lanzinger muß doch ein außerordentlicher Künstler gewesen sein, wenn, das im Eintrag als etwas Besonderes angeführt, er den „Mozart-Preis“ erhielt, zu den „Vertretern der Neuen Sachlichkeit gehörte“, Mozart und die Vertreterinnen der Neuen Sachlichkeit, sie alle keine Vertreter des Nationalsozialismus; aber eben nicht alle.

Es muß nicht erzählt werden, wohin Hubert Lanzinger sich wendete, schon als die Hinwendung eine illegale; seine Werke wurden nicht verbrannt, wie von anderen Vertreterinnen der Neuen Sachlichkeit; er durfte sich geehrt fühlen, Lohengrin kaufte ein Werk von ihm: „Ruhende“.

Ein „beachtlicher Porträtmaler“ sei er gewesen, und von was für einer Beachtlichkeit, Lohengin würde diese wohl zu jeder Zeit bezeugen, bei solch einer Beachtlichkeit kann eine Universität in Österreich nicht zurückstehen, um Erlaubnis zu ersuchen, sein beachtlichstes Porträt in ihre akademische Halle aufzunehmen, und die Universität Innsbruck erhielt den Segen aus der Privatvolkskanzlei, das Bild des Privatkanzlers in ihrer Aula als Mosaik

Was für ein wissenschaftlicher Eintrag das doch —

ganz und gar österreichisch,

ganz und gar österreichisch

Lohengrin kaufte aber nicht nur Lanzingers „Ruhende, sondern auch Hanuschs „Mann mit blauem Paket“

Was der Österreicher wohl einst sich erhofft, was für ihn im blauen Paket — Zurücktreten mußte ein Mann, nicht in Österreich, sondern in Brasilien, und das ist zu erzählen, weil Lohengrin, Lanzinger dabei — statt dies an dieser Stelle lange selbst auszuführen, ist es so einfach wie kurz, den Bericht vom 17. Jänner 2020 zu zitieren:

We live in an age of anti-Semitic political dog whistles, from President Trump’s summer comments on Jewish “disloyalty” to a Labour party member’s claim that Hitler was “misunderstood.” But there’s subtly invoking Nazi ideology, and there’s giving a speech written by Nazi Propaganda Minister Joseph Goebbels over the strains of one of Hitler’s favorite operas. That’s the offense for which Brazilian Culture Minister Roberto Alvim was removed from his position on Friday.

Alvim, who had been in office since November 2019, posted a video to his official Twitter account late on Thursday in which he outlined plans for the country’s cultural future. But the initiatives he announced, including a nearly $5 million increase in the funds available through Brazil’s arts grants program, were overshadowed by some unusual patterns in his rhetoric. Viewers of the now-removed video of the speech quickly realized that sections of it had been pulled directly from an infamous Goebbels speech from 1933. “Brazilian art in the next decade will be heroic and national,” he said, according to The Guardian. “It will be endowed with a great capacity for emotional involvement and will be equally imperative, since it is deeply linked to the urgent aspirations of our people, or else it will be nothing.” Goebbels, in a 1933 speech to theater professionals — Alvim is a longtime theater director — said “German art in the next decade will be heroic, steely but romantic, factual without sentimentality; it will be nationalistic with a great depth of feeling; it will be binding and it will unite, or it will cease to exist.”

As Alvim spoke, Richard Wagner’s opera “Lohengrin” played in the background. Hitler celebrated his 1933 rise to power with a festival honoring the 50th anniversary of Wagner’s death; the composer was openly anti-Semitic, and Hitler often cited him as an inspiration. “Lohengrin” was the first work by Wagner that Hitler ever encountered. In “Mein Kampf,” he describes attending a production of it at age 12. In 1935, the Austrian artist Hubert Lanzinger painted a portrait of Hitler in character as the titular Lohengrin.

The quick outcry over the similarity of Alvim’s speech and Goebbels’s led Alvim to offer an unusual defense: It was just a case of accidental plagiarism, he said during a radio interview, according to The New York Times. Alvim claims that in preparing for the speech, he asked his aides to look up speeches about “nationalism and art.” “That phrase fell on my desk, I didn’t know it was from Goebbels and I rewrote it,” he said in that interview, according to a translation from BuzzFeed News.

Brazilian president Jair Bolsonaro, who initially praised Alvim’s speech — The Guardian quotes him as responding to it by saying “Now we have a real secretary of culture” — announced Alvim’s dismissal on Friday afternoon. According to The Times, Alvim added that Brazil’s government “repudiates totalitarian and genocidal ideologies.”

Bolsonaro, a far-right politician who has been in office since November 2018, has previously drawn controversy over his approach to Nazism. In April 2019, after a tour of Yad Vashem, he stated that Nazism was a left-wing movement; Yad Vashem itself stipulates that it emerged from the far right.

Gesinnungsgemäß schiebt dieser Mann die Schuld weit von sich, auf Mitarbeitende von ihm, und das ist auch aus Österreich recht bekannt, besonders von einer Partei,

aber bei Rücktritten wird in Österreich nicht mitgemacht, in Österreich werden nur gekannt Vortritte und nur mitgemacht bei Antritten

Oh, gäbe es doch so einen Bundespräsidenten dem Neuen zugewandt, aber so eine Bundespräsidentin gibt es in Österreich nicht

Und weil es so eine Bundespräsidentin in Österreich nicht gibt, müssen Menschen, deren eigentlichen Aufgaben nicht die Aufgaben eines Bundespräsidenten sind, Vorschläge zum Neu-Regieren von Österreich unterbreiten, von einem Bundespräsidenten das verlangen, was eines Bundespräsidenten vordringlichste Aufgabe wäre, mitzuwirken an der Bestellung einer Bundesregierung, der nicht eine Partei

und noch dazu als Anführerin der Bundesregierung angehört,

deren Gesinnung — über diese noch einmal zu schreiben, erweckte bloß den Anschein, als wüßte in Österreich niemand über deren Gesinnung Bescheid,

während tatsächlich deren Gesinnung in Österreich bestens breit bekannt und bestens breit dokumentiert ist, auch deren Regierungsunfähigkeit und deren Regierungsunwürdigkeit, und dies seit Jahrzehnten.

Der Bundespräsident, den es derzeit in Österreich gibt, spricht zwar und jetzt vermehrt von Neuemneu daran ist vielleicht seine späte Entdeckung und Verwendbarkeit des doch schon sehr alten und betagten Wortes Neu

Er setzt bloß den Weg fort, erfüllt die Pflicht, und die Pflicht darf nichts Neues kennen, er erfüllt die bloße Pflicht, wie einmal schon, mit seiner Angelobung der schwarzidentitären Bundesregierung, wie er jetzt wieder die bloße Pflicht erfüllen wird, mit der Angelobung einer identitärschwarzen Bundesregierung, an der nichts Neues sein wird, es wird bloß eine Verdrehung sein, ein bloßes Vertauschen, eine Umkehrung, ein Wechseln der Wörter innerhalb eines Wortes: identitär nun vorn und schwarz hinten …

Und in den Geschichtsbüchern wird ein Eintrag zu seiner Amtsschaft noch hinzukommen, die erste identitärschwarze Bundesregierung angelobt zu haben.

Vielleicht fehlte ihm bisher zur seiner Entdeckung des Wortes Neu nur eine Erklärung der Bedeutung von Neu, eine solche Erklärung dürfte ihm weder die schwarze Partei noch die identitäre Partei vorgelegt haben, der die identitäre Partei Anführende gesinnungsgemäß schon gar nicht, auch nicht an diesem Montag, schon wieder an einem Montag, als er den Auftrag zum alten Regierungsbasteln erhielt …

Seit dem 15. Jänner 2025 aber weiß der Bundespräsident, was Neu bedeuten kann, Armin Thurnher und Florian Klenk haben ihm nicht nur erklärt, was Neu bedeutet, sondern auch konkret vorgelegt, wie neu gestaltet werden kann, ihm damit eine Arbeit abgenommen, die er bereits selbst erledigen hätte können, gleich nach der Nationalratswahl im September 2024, statt auf betagten österreichischen Wegelchen —

Die Akteure der sich schlafwandlerisch gestaltenden Ereignisse müssen aufwachen!
Der Bundespräsident möge von den Beteiligten also einfordern:

1. Die Einsicht, dass die FPÖ die grundsätzlich andere Partei ist. Sie will nach dem Vorbild Viktor Orbáns liberale Demokratie, Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit der Justiz beschädigen.
2. Die Einsicht, dass angesicht der Natur der FPÖ die anderen Parteien verpflichtet sind, eine Regierung zu bilden, die nicht die Freiheitlichen enthält.
3. Die Einsicht, dass in dieser Lage Kompromisse von allen Seiten angebracht sind.

ÖVP-Chef Stocker soll die Verhandlungen mit der FPÖ abbrechen. Der Bundespräsident soll ihn mit der Bildung einer Koalition mit der SPÖ (geduldet von Neos und Grünen) betrauen.

Es ist eine späte Stunde der österreichischen Demokratie. Es gibt keinen Grund, sie nicht zu nützen.

Für sein Gedicht BELÜGEN UND GLAUBT ersehnt sich Stefan Magnet wohl nur ein Urteil: das nach den Gesetzen der Literatur

SIE BELÜGEN EUCH
IN ALL IHREN MEDIEN,
ABER
IHR GLAUBT,
IHRE GESCHICHTSBÜCHER
ERZÄHLEN
EUCH
DIE WAHRHEIT
?!?

Sollte aber doch wer nach einem anderen Gesetz darüber urteilen wollen, wird er, Stefan Magnet, klagen, ach, es sei doch bloß ein Gedicht, geschrieben zur Nacht des 16. Januars im Jahr des Herrn 2025, und Verse frei von Geschichte sind ihm die liebste Weis‘ …

Gedichte zu schreiben, sollte er nach dem Warum gefragt werden, nun sei es seine erste Pflicht, dies zu übernehmen von seinem Vorbild, für den nun die Zeit gekommen, Verse fern des Gesinnungslobs zu schmieden, denn gerade zur Zeit brauche es weiter Verse der Gesinnungstiefe —

Aber als ein ebenso tiefer Dichter wie sein Vorbild wird er doch eingestehen zu haben, einen Makel habe dieses sein Gedicht, es fehlt ihm der Titel, wie es nennen. „Belügen und Glaubt“ könnte ein recht … Größer könnte ihm noch der Makel sein, die fehlende Widmung —

dabei hätte gerade in treuehrender Erinnerung eine Frau dies Gedicht

„Vielleicht könnte Kickl mal ein Machtwort sprechen?“ „Hofer muss endlich klar gegen Nationalsozialismus und Antisemitismus auftreten und sein Durchgriffsrecht nutzen.“

Das schreibt

Wenn Funktionäre einer designierten Kanzlerpartei von „scheissblatt“ reden und davon, Medien fertig zu machen, ist das nicht sehr staatstragend. Vielleicht könnte Kickl mal ein Machtwort sprechen?

Barbara Tóth auf der Konzernplattform X am 15. Jänner 2025: „Vielleicht könnte Kickl mal ein Machtwort sprechen?“

Er spricht ja,

„Die Systemparteien und die Systemmedien gehören zusammen, das ist wie bei siamesischen Zwillingen,“ sagte der FPÖ-Spitzenkandidat auf einer Wahlkampfveranstaltung im September. „Die einen, die Politiker, lügen wie gedruckt, und die anderen drucken die Lügen. Das ist die Arbeitsteilung in diesem System“. Seinen Zuhörenden legte Kickl mit seinen Worten vor allem eins nahe: Die rechte FPÖ könne dieses dubiose System zu Fall bringen[.]
M – Menschen Machen Medien, Till Schmidt, 10. Jänner 2025

Das erste Interview nach seinem Wahlsieg gab der österreichische FPÖ-Chef Herbert Kickl nicht dem öffentlich-rechtlichen ORF, auch nicht einem der herkömmlichen Privatsender in der Alpenrepublik. Stattdessen steuerte der extrem rechte Politiker das Gemeinschaftsstudio der Sender Auf1 und rtv an. Dort ließ er sich von den hoch erfreuten Moderatoren über fünf Minuten lang beweihräuchern für das Top-Ergebnis von fast 29 Prozent der Stimmen bei der Parlamentswahl. Gesinnungsfreunde unter sich.

Man spottete über den „zwangsfinanzierten ORF“, und dass dessen Moderator Armin Wolf erstaunt darüber war, keinen FPÖ-Vertreter vor seine Kamera zu bekommen. Auf1-Chefredakteur Stefan Magnet verfiel gleich in den Kickl-Sprech und bezeichnete die vier anderen im Parlament vertretenen Parteien zusammen als „Einheitspartei“. Kickl lobte Auf1 und rtv als Beispiel von „Medienfreiheit“.
Frankfurter Rundschau, Patrick Guyton, 4. Oktober 2024

und so sprechen sie ihm nach, und er selbst spricht nach, was ihm vorgesprochen ward.

Das also von einem zu verlangen, der selbst keine Macht über sein Wort hat —

Das

Hofer muss endlich klar gegen Nationalsozialismus und Antisemitismus auftreten und sein Durchgriffsrecht nutzen.

forderte Pamela Rendi-Wagner im November 2019 …

Mutet dies nicht seltsam an, daß ausgewiesene Nichtparteigängerinnen und auch Nichtparteigänger dieser identitären Partei immer wieder einmal von den Anführenden dieser patriotischen Partei etwas verlangen, daß diese gesinnungsgemäß gar nicht je zu leisten gewillt imstande sind, sie aber mit deren Forderung an die patriotic leader transportieren, diese, die patriotic leader, wären anders, als teilten sie die Gesinnung ihrer Partei, die sie anführen, ganz und gar nicht —

Wären sie, die patriotic leader, Hühner, könnte gefragt werden, was denn zuerst, das Ei oder die Henne … Aber es sind Hähne, und so erübrigt sich diese Frage, es sind die Hähne, die ihre Kloaken pressen … Es ist doch einmal wegen des schönes Bildes in Erinnerung zu rufen, wie befruchtet wird. Hahn und Henne sitzen im Stall auf einer Leiter, der Hahn preßt seine hintere Körperöffnung, die Kloake, fest auf die Kloake der Henne, und so gelangen in die Kloake der Henne die …

In diesem österreichischen Klima, in dem auch Menschen, die eine solche Partei der Hähne, darf angenommen werden, nicht wählen, von Hähnen verlangen, nein, im Konjunktiv ergeben nach einem „Machtwort“ fragen, und die auch wissen, wann einer Autorität, einer Macht der Worte, einer Märchenwortmacht nicht zu viele und vor allem keine sie lästigen Fragen gestellt werden dürfen,

das ist das österreichische Klima, das unwandelbare österreichische heiße Klima, das nur starke Hähne ausschwitzen kann, von denen alles ersehnt wird, von denen alles erhofft wird, daß sie alles für alle richten, daß sie alle für alle richten,

ja, das tun sie, sie richten, sie richten über alle, und sie richten alle nach ihrer Gesinnung her und sie richten alles nach ihrer Gesinnung aus …

„Überspitzt“

Mit den Aussagen des Abends konfrontiert reagiert die Pressestelle des FPÖ-Klubs für Tschank und Stefan so: „Wir haben anlässlich eines Stammtisches natürlich zum Teil etwas überspitzt formuliert[,]

ist in der Tageszeitung „Der Standard“ am 15. Jänner 2025 zu lesen, und zu hören ist desselben Tages Christian Hafenecker:

Und daß natürlich da zu manchen Äußerung kommt und das Ganze noch einmal in vertrauter Runde, da kann ich niemanden einen Vorwurf machen diesbezüglich, aber glauben Sie mir, das passiert auf der ÖVP-Seite genauso.

Es muß nicht zitiert werden, was Harald Stefan, der allenthalben als Justiziminister gehandelt, geredet hat, und nicht nur er, am 8. Jänner 2025

an einem Hinterzimmerstammtisch seiner patriotischen Partei in Simmering,

es schließt sich an, als wären dazwischen nicht zwanzig Jahre vergangen, was er in der Hofburg redete, das wird wohl auch „überspitzt formuliert“ gewesen sein,

weil es halt auch ein Stammtisch gewesen sein wird, sozusagen ein simmering’scher Hinterzimmerhofburgstammtisch —

ein Stammtisch mit einem überspitzten Vulgonamen: „Schillerkommers“

Gesangstreu geht es an solchen Stammtischen zu, damals in der Hofburg konnte Walter Sucher selbst noch mitsingen, etwa

„Das Lied der Deutschen“ —

treu, auch im Gesange, blieben ihm seine Kameraden auch an seinem Grabe —

Ob auch sie, die Frauen, von ihnen weltherrisch „Mädel“ gerufen, am Grabe treu sangen, was ihn in der Erde wärmen soll, hat er doch nicht auf sie vergessen, sie zu begrüßen;

Anschließend trat nochmals Ing. Sucher ans Rednerpult, was er zuvor vergessen hatte: Er begrüßte die Corps sowie die Mädelschaft Freya und bedankte sich beim Saaldienst, dem „Schild und Wehr gegen die gewaltbereite Linke“.

er muß wohl als glücklicher Mann angesehen werden, sich nur daran zu erinnern, wer zu begrüßen ist, und sonst alles vergessen zu lassen.

Und was er, Harald Stefan, immer so „überspitzt“ redet, wie seine Partei meint, weil es ja am Stammtisch in ‚trauter Runde, mag dieser in der Hofburg, mag dieser in Simmering stehen, ist beispielsweise auch dies:

In diese Realität wurden wir Deutsche, egal auf welchem Staatsgebiet, hineingestellt. Dann setzen wir unsere nationale Sendung in den verschiedensten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Organisationen noch effizienter um.

Er, Harald Stefan, hätte vielleicht nicht zu „überspitzt“ gegriffen, sondern zu „überschießend“, das ihm selbst geläufiger, das er beispielsweise verwendete,

als es um die Verschärfung des Verbotsgesetzes ging, vor etwas mehr als einem Jahr, als er es „überschießend“ nannte und gesinnungsgemäß seine identitäre Partei dagegen stimmte.

„Genauso“ passiere es, so Christian Hafenecker, auch auf der „ÖVP-Seite“, also solche Stammtischreden, wie sie Harald Stefan,

und nicht nur er aus seiner Partei hält, überspitzt, überschießend,

gesinnungsgemäß, als wäre das ihre Parole:

Wo zwei oder drei in uns’rem Namen reden, ist ein Stammtisch unter uns–

„… industriellem Ausmaß …“

Stefan Magnet kann darauf vertrauen, daß immer noch so viel Bildung auch in bezug auf geschichtliches Wissen vorhanden ist, es also verstanden wird, wenn er am 12. Jänner 2025 auf der Konzernplattform X von „industriellem …“

Es muß daher seine Gleichsetzung nicht ausführlich erklärt werden, um nachvollziehen zu können, was für einen Zweck er damit verfolgt, wenn er dieses Mittel einsetzt, er schreibt von INDUSTRIELLEM AUSMASS

Was ihn zu dieser geschichtlichen Bezugnahme in einem nicht zu vergleichenden Fall treibt, kann wohl nur darin die Ursache haben, daß es ihn gesinnungsgemäß schmerzt, quält, wem bis heute noch nicht die Verbrechen in „industriellem Ausmaß“ die Absolution erteilt wurde, die er und seine Gesinnungskameraderie so sehnlichst herbeiwünschen, nicht aufhören können, herbeizureden, herbeizuschreiben.

Gesinnungsgemäß hat sich Stefan Magnet auch damit es sich wieder einmal verdient, daß eine Partei, die nun zur Bundesregierungspartei gemacht werden soll, in seiner Anstalt „bezahlte Anzeigen“ schaltet für ihr Neujahrstreffen 18.

„Doch was kommt danach?“ Fragt Stefan Magnet an diesem Sonntag, 12. Jänner 2025, auch.

Er fragt nicht, was kommt, wenn diese Partei

eine Regierungspartei in Österreich wieder einmal sein wird,

vielleicht fragt er das deshalb nicht, weil er gesinnungsgemäß weiß, was dann kommen soll,

seine gesinnungsgemäße Weltvorstellungsarmut es ihm gerade noch vorzustellen erlaubt, heute sprechen, was jetzt gesinnungsgemäß für die Nacht, für die eine nächste Nacht feststeht, aber nicht darüber hinaus, nicht, was ihnen nach dem „Beschuss“–

Fest steht: Der Klima-Homo-Globalismus steht massiv unter Beschuss!

Doch was kommt danach?

Staatsoper Wien schenkt am 20. Apr. 25 zur 80. Wiederkehr einen Parsifal

Es ist nicht das erste Mal, daß Parsifal am 20. April in der Wiener Staatsoper zu hören ist, aber in diesem Jahr ’25 ist es für den Österreicher ein besonders Geschenk zum Geburtstag in zeitlich unmittelbarer Nähe zu seinem achtzigsten Selbstmordtag.

Die Wiener Staatsoper weiß eben, wie des Österreichers recht wichtige Tage zu begehen sind, nicht nur der 20. April, auch der 8. Mai

Lorenz’s interpretative move in identifying Hitler as Parsifal in his Parsifal book was not an original idea but an assimilation of propaganda in broader circulation, propaganda that Houston Stewart Chamberlain helped set into motion by hailing Hitler as a “god-sent benediction” to Germany nine years earlier. For Chamberlain, Hitler was a rare example of

a “luminous figure” (“Lichtgestalt”), and a

“w a h r e r   V o l k s m e n s c h” (“true human being of the people”), [29]

symbolic qualities reflected in the poster in the form of the downward-streaming light and the massive community of brown-shirted followers bearing Nazi flags and placed in a landscape suggestive of the Rhine Valley.

William Kinderman

According to the controversial biography of Wagner by Robert W. Gutman1, Parsifal, more than the Ring, was the gospel of National Socialism. Gutman interpreted this work in terms of Wagner’s later writings, the so-called regeneration essays. He writes, surveying the world from the heights of Monsalvat, the Grail community in Parsifal was alarmed to observe natural selection working against its distinctive Aryanism… The knights were confronted with an enemy gaining upon them every day. Here was the decisive racial crisis that grew into an uncompromising struggle for power….

Parsifal is an enactment of the Aryan’s plight, struggle and hope for redemption

Derrick Everett

Für den 30. April 2025, am Selbstmordtag des Österreichers, das ein Gedenktag ist, da es doch der einzige Tag im Leben dieses nationalsozialistischen Österreichers war, an dem er eine gute, eine anständige Tat beging: seinen Selbstmord, kündigt die Wiener Staatsoper ein Solokonzert von Michael Volle, der, so die Wiener Staatsoper,

einer der führenden Interpreten des deutschen Fachs, zu seinen Paraderollen zählen die Titelpartie in »Fliegendem Holländer«, Wotan/Wanderer im »Ring des Nibelungen«, Hans Sachs (»Die Meistersinger von Nürnberg«) und Amfortas (»Parsifal«)

sowie die Strauss-Partien des Barak (»Die Frau ohne Schatten«), Johanaan (»Salome«), Orest (»Elektra«) und Mandryka (»Arabella«),

an … Was der „führende Interpret des deutschen Fachs“ an diesem Abend zum Besten geben wird, ist zum heutigen Tag, 12. Jänner 2025, noch nicht bekannt, sein Programm werde, so die Wiener Staatsoper, bald bekanntgegeben werden … Wird es ein besinnliches Potpourri der Partien werden, die den Österreicher am Geburtstag und am Selbstmordtag auch gefreut hätten?

Im April 2025 wird in der Wiener Staatsoper auch „Die Zauberflöte“ gegeben … Ob noch wer am Leben, der beim „Unternehmen Zauberflöte“ dabei war, im April 1943? Ob noch wer am Leben und ob noch wer imstande, im nächsten April in „Die „Zauberflöte“ in anständig seliger Erinnerung an die Zeit in Minsk … Vielleicht aber haben sie ihre Erinnerungen an die „Operation Zauberflöte“ weitergeben, an ihre Nachkommen, und diese gehen nun mit den Erinnerungen ihrer Väter, ihrer Großmütter in die „Zauberflöte“ wie in das „Unternehmen Zauberflöte“, als wären sie nicht die Nachkommen, sondern ihre eigenen Großväter, Mütter …

Gestern abend: ‚Salome‘ von Strauss … Abscheuliche romantische Musik, von einer Rhetorik des Orchesters, die Sehnsucht nach Bellini weckt. Ebenso die Meistersinger – gleiche Ursachen auch der Schwächen: Indiskretion der Mittel und Eintönigkeit der Effekte, aufdringliches Insistieren, offenbare Unaufrichtigkeit … Von Grund auf unkünstlerisch, so etwas.

Das Strauss-Urteil von André Gide, und ebenfalls in seinem Tagebuch zum 25. Jänner 1908 ist zu lesen:

Rundfrage des ‚Berliner Tageblatts‘
Es handelt sich darum, anläßlich des fünfundzwanzigsten Jahrestages von Wagners Tod die ‚führenden Künstler und Intellektuellen ganz Europas nach ihrer Meinung über den Einfluß Wagners, insbesondere in Frankreich‘ zu befragen.
Ich antworte: ‚Ich verabscheue die Person und das Werk Wagners, diese leidenschaftliche Abneigung ist seit meiner Kindheit nur noch gewachsen. Dieses erstaunliche Genie erhebt weniger als es vernichtet. Es hat zahllosen Snobs, Literaten und Dummköpfen erlaubt zu meinen, sie liebten die Musik, und einigen Künstlern zu glauben, Genie läßt sich erlernen. Deutschland hat vielleicht nie etwas gleichzeitig so Großes und Barbarisches hervorgebracht.‘

Am 25. Jänner vor 117 Jahren spricht André Gide, als er zu Richard Wagner befragt wird, bereits vom Barbarischen und damit auch von André Gide der Werkkern erkannt, Jahrzehnte vor der Realisierung des Barbarischen in der Wirklichkeit —

die Person Wagner der Barbaren, das Werk Wagners der Barbarinnen, die nichts erheben, die stets alles und alle vernichten. Wagner, der Überbarbar der Barbarinnen mit einem barbarischen Werk in Schrift und Ton …

In „Eine schwere Entdeutschung“ von Bazon Brock ist 117 Jahre später wieder auch u. v. a. m. von „Rebarbarisierung, Parsifal“ zu lesen:

Als gegenwärtig bedeutendste Wagnerkenner und Regisseure im internationalen Format gaben sich Putin und sein Parteigänger Prigoschin im russisch-ukrainischen Krieg zu erkennen. Ganz dezidiert war die ideologische Ausrichtung der beiden in der Namensgebung ihrer Privatarmee als Wagner-Truppe zu erkennen. Sie inszenieren auf den ukrainischen Schlachtfeldern ein Wagnerfestival, das die Bedeutung von Bayreuth weit in den Schatten stellte.

Politik als große Opernregie wurde Markenzeichen deutscher Weltmission, in der sich jeder einen Platz an der Sonne sichern konnte, der bereit war, bedingungslos mitzuspielen. Der Gröwaz, der größte Wagnerkenner aller Zeiten, liefert bis heute die Rechtfertigung für Untergänge als imposante Götterdämmerungen – überzeugend verwirklicht von 1939 bis 1945 im Weltformat.

Hitler hatte schon mit dem „Unternehmen Walküre“ Wagner als größten Programmatiker für das Dritte Reich, ja schlechthin für Deutschland zu ehren gewusst. Wagners „Parsifal“ lieferte den nationalsozialistischen Rassengesetzen von 1935 das Konzept der Blutreinheit des Ariertums, an das heute noch z. B. von der AFD im Widerstand gegen die Durchmischung der Bevölkerung appelliert wird.

Auch zu Kaiser Wilhelms Zeiten lag schon der Gedanken nahe, Wagners Opern als reales Weltgeschehen mit dezenten Hinweisen auf die Ideologie des großen Musikmythologen zu etablieren – beispielsweise als Festungsanlage „Siegfriedlinie“ gegen die Kräfte des europäischen Westens im Ersten Weltkrieg.

Einen ganz eigentümlichen Typus heutige Wagnerbehuldigung […] Einerseits protestiert sie in Kassel vehement gegen antisemitische Äußerungen von Künstlern, um andererseits anschließend in festlicher Pelle nach Bayreuth zu pilgern und dort dem Radikalsten aller deutschen Antisemiten zu huldigen. Zu verstehen ist das nur, wenn man voraussetzt, dass […] jegliche historische Kenntnisse zum Werkschaffen von Wagner fehlen. Derartige Ahnungslosigkeit durch mangelnde Bildung kennzeichnet einen großen Teil heutige linker, grüner, roter und schwarzer Positionäre.

Die willentliche, intentionale Rebarbarisierung ist leider kein einzigartiger Unfall deutscher Geschichte. Wäre sie das, bräuchte man das Wissen um die Bedrohung nicht ständig wachzuhalten. Offenbar zwingt die innere Dynamik von Machtregimes, totalitär zu werden, alle Gesellschaften wenigstens einmal, hoffentlich nur einmal das Schicksal Deutschlands selber durchzustehen. Das ist ja bereits unübersehbar. Der deutschen Ideologie wird heute weltweit auch von kleineren Potentanten gehuldigt – in einem Ausmaß, dass demokratisch, liberal und rechtsstaatlich verfasste Gesellschaften weltweit nur noch eine rare Minderheit sind. Was tun? Wir Deutschen jedenfalls sollten das deutsche 20. Jahrhundert widerrufen und die von Nietzsche formulierte Aufgabe einer schweren Entdeutschung auf uns nehmen.

Es ist nicht verwunderlich, dies nur nebenher gesagt, daß das Attentat auf den Österreicher nicht gelang, lief es doch unter der wagnerisch-hitlerischen Parole „Unternehmen Walküre“, und ein Unternehmen mit einer übernommmenen Parole ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt, einem solchen Unternehmen fehlt von Anfang an der absolute Wille zum Erfolg.

In Graz und um Graz herum wird das Ent-deutschen gesinnungsgemäß verstanden, etwas wieder in seinen Ausgangszustand zu bringen, also daß „Deutschland wieder jeden Tag etwas deutscher wird — und Österreich genauso“

Und das ist in Österreich letztlich die Aufgabe eines Hochkulturbetriebs wie eben auch der Wiener Staatsoper,

lange davor kommende Entwicklungen zu erahnen, zu erfüllen, was herrschaftlich gewünscht sein wird, und dementsprechend rechtzeitig zu programmieren, nicht nur zu erahnen, nicht nur zu erfühlen, sondern stets auch

seinen Teil beizutragen, es ständig wachzuhalten, es von Generation zu Generation weiterzutragen, und mit der Programmierung für 2025 hat die Wiener Staaatsoper wieder das Ihre rechtschaffen getan, so daß auch

um die Wiener Staatsoper herum und nicht nur in der Wiener Staatsoper „Weltverwandlung“ …

Die Wirtschaftsführer glaubten dafür Regieanweisungen bedeutender Musiker und Dichter im Format Bayreuths nutzen zu dürfen. Denn was nützen großartige Ideen der Weltverwandlung auf der Bühne, wenn die Kunden des Spektakels nicht auch mitspielen dürfen (fragte der von Heinrich Mann genauestens charakterisierte Untertan)?

Bazon Brock, Eine schwere Entdeutschung

Es gibt nun bereits viele Befürchtungen, was sich alles ändern wird, wenn es zu dieser identitärschwarzen Regierung denn kommen sollte, die Wiener Staatsoper braucht sich nicht zu fürchten, die Wiener Staatsoper wird nicht über Nacht ihr Programm ändern müssen, sie wird nicht gleich Körner in ihr Programm aufnehmen müssen, von einem Tag auf den anderen,

mit Richard Wagner hat die Wiener Staatsoper bereits und lange schon auch für solch eine Regierung das größte Programm aller Zeiten …

Aus Österreich

Bei Kleinkindern wird, vor allem wenn sie ein sogenanntes unanständiges Wort sagen, gleich gefragt, woher haben sie das bloß. Erziehungsberechtigte von Unmündigen sagen, wenn diese ein sogenanntes unanständiges Wort sagen, sofort, jedwede Schuld von sich weisend, von ihnen, ihren Erziehungsberechtigten, hätten sie das nicht …

Woher Alice Weidel das mit Nationalsozialismus und Adolf Hitler hat — aus Österreich, aus Österreich. Gesinnungsgemäß wie immer alles abstreitend werden die sie Erziehenden das von sich weisen, sie hätte es …

Gerade einmal fünf Monate war Alice Weidel, also in der AfD, als Rainer Wolbank nicht in einem identitären Organ, sondern in der Tageszeitung „Die Presse“ im Februar 2014 schrieb:

Der Nationalsozialismus hat mit dem Sozialismus mehr gemein […]

Keinen einzigen Monat noch war Alice Weidel, also in der AfD,

als in der Ausgabe 17/2013 des identitären Organs zu lesen war:

[…] Pfeilkreuzlern (eine sozialistische Massenpartei) […]

Fast elf Jahre war Alice Weidel, also in der AfD, als

Weidel zitiert Ignazio Silone: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus'“.

Jahre bevor Alice Weidel war, also in der AfD, haben das in Österreich schon einige sogenannte sehr hochgestellte Männer von sich gegeben … Zu dieser Zeit waren sie noch nicht die hochgestellten Männer in Österreich, aber dieses auf François Bondy zurückgehende Zitat wird ihnen wohl auch etwas geholfen haben, in höchste Staatsämter gelobt zu werden.

Zwölf Jahre ist Alice Weidel, also jetzt mehr oder weniger in der AfD, und es muß eingestanden werden, ihre Lernerfolge nicht so genau und umfassend zu verfolgen, was ihr sonst noch von Österreich alles gelehrt wurde …

ob sie beispielsweise schon mit dem grazerischen Stocker-Stoff durch ist,

oder mit dem hofburgischen Stefan-Stoff, oder …

Aber sie ist nicht die einzige, die in die österreichische Schule geht,

auch ein Parteikamerad, um einen doch zusätzlich beispielhaft zu nennen, von ihr hat seinen österreichischen Stoff gelernt, als er, da war er acht Jahre, also in der AfD, nicht alle einer verbrecherischen Organisation zu … und damit nur recht brav den von einem Österreichischen bereits nun vor fünfzehn Jahren aufgegebenen Stoff wiederholte, wofür dieser wohl recht bald die nächste Angelobung zur mehr oder weniger höchsten Staatsposition, die Österreich zu vergeben hat,

in eine Position, von der er, der weidelsche Parteikamerad, in Deutschland nicht einmal, einfach wie kurz gesagt, träumen kann, in eine solche befördert zu werden, mag er noch so ein gelehrig Erzogener des —

Als Zusammenfassung am Ende kann gesagt werden, die Partei dieser Kameradinnen und dieser Kameraden hat in diesen zwölf Jahren seit ihrer Gründung alles, was sie an Stoff brauchte, aus Österreich bekommen, besonders von einer Partei, und sie kann mittlerweile den Stoff derart in- und auswendig, daß sie sich mit Stolz erste Wiedergängerin auf ihren Ehrenschild schreiben darf,

erste Wiedergängerin einer österreichischen Partei, die selbst aber vor Jahrzehnten bereits ihren Sporn verdiente, erste …

Raus und Raus

An diesem Donnerstag, 9. Jänner 2025, fällt die Entscheidung leicht, auf den Ballhausplatz zu gehen, und nicht in den Musikverein,

und nicht in den Musikverein,

in dem, so die Befürchtung, noch und nur das gehört werden wird, was am 1. Jänner 2025 im Musikverein zur Mittagsstunde gespielt wurde, während das Orchester gemäß Programmzettel u. a. „Die Planeten“ spielt,

wird, so die Befürchtung, nur das gehört werden, was am 1. Jänner 2025 im Musikverein gespielt wurde: die Ouvertüre aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, und während das Orchester spielt, was für den 9. Jänner 2025 auf dem Programmzettel steht, wird aber nur der „Zigeunerbaron“ gehört werden, wie ihn am 1. Jänner 2025 die sogenannte feine Gesellschaft mit sogenannten Staatsspitzen unter ihnen gehört haben, und während der „Zigeunerbaron“ gehört worden wäre,

an diesem 9. Jänner 2025, wenn in den Musikverein und nicht auf den Ballhausplatz gegangen wäre, hätte unentwegt daran gedacht werden müssen, mit welch einem Stolz und mit was für einer Aufregung berichtet wurde, an diesem 1. Jänner 2025 werde erstmals eine Komposition von einer Frau gespielt, auch wenn sie nicht jeder Tageszeitung eine Komponistin sein will, erstmals sei in das Programm des Neujahrskonzertes eine Komposition einer Frau aufgenommen worden, genauer, die Komposition eines Kindes von zwölf Jahren, an das hätte gedacht werden müssen, während der „Zigeunerbaron“ zu hören gewesen wäre, und das Orchester behauptete, es spiele das Programm vom 9. Jänner 2025, daß — mutig, oh mutig — die Komposition einer Zwölfjährigen als Komposition einer Frau stolz gefeiert wurde, ein einziger Walzer einer Zwölfjährigen im Neujahrskonzert, und daß es an diesem 1. Jänner 2025 ein zweites Neujahreskonzert gab, am späten Nachmittag, in der Mühlgasse, in der Frauen Kompositionen hauptsächlich von Frauen spielen durften, nicht nur einen einzigen Walzer von einer Unmündigen von zwölf Jahren, die herhalten muß für den Fortschritt in diesem Österreich, sogar im Neujahrskonzert werde schon, im Jahr 2025, eine einzige Komposition einer Frau gespielt, wenn sie nur ein „Wunderkind“ und nicht älter als zwölf …

Auf dem Ballhausplatz an diesem Abend des 9. Jänners 2025 fällt das breitest beworbene Motto für 2025 in Österreich ein: „Ganz Wien in Strauss und Braus“, unweigerlich verwandelt sich dieses Motto, vor dem Bundeskanzleramt, für ganz Wien, Österreich in: Raus und Raus

Es mag paradox erscheinen, da die einen noch nicht drinnen, bereits Raus und Raus anzustimmen, aber sie sind bereits zu weit drinnen, daß es noch genügte: Nicht und nicht hinein

Und zu sehen ist an diesem 9. Jänner 2025 auf dem Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt ein kahler Baum, ein dürrer Baum als Zeichen der Zukunft Österreichs, das wird Österreich sein, wenn die versprochenen „5 gute[n] Jahre“ nie gewesen sein werden, fünf Jahre, einfach wie kurz gesagt, fünf Jahre vergangen sein werden, wie Jahre mit und ohne Versprechen eben vergehen, wird Österreich kahl, dürr, und der Baum vor dem Bundeskanzleramt als einziger blühen wird, wenn es nicht gerade Winter ist, es ihm klimatisch noch möglich sein wird, zu blühen, wenn es für den Baum nicht Winter sein wird, während ganzjährig Österreich im Winter …

Ich muß weg

Es könnte Michael Völker manchwer einen Vorwurf machen, er habe nicht die Quelle genannt, als er am 8. Jänner 2025 von „autoritären Anwandlungen“ schrieb, die er dem von einer Haus- und Hofkanzlerei Träumenden unterstellt, nur weil dieser keine Fragen zuläßt, also ganz nach State of the art in Österreich vor den Medien hintritt

Es war der Gebirgstraumgänger, der am 4. Jänner 2021 auf der Konzernplattform Meta schreibt:

Mein Kampfauftrag für 2021 lautet: „K[…] muss weg“! Es hat schon viel zu viele totalitäre Entwicklungen und autoritäre Anwandlungen gegeben.

Wenn der von einer Haus- und Hofkanzlerei Träumende sich selbst ernst nimmt, und einmal wirklich ganz ehrlich sein will, dann kann er nur eines tun, sich selbst und allen zurufen: „Ich muß weg!“

Aber es darf menschgemäß nicht nur beim Zurufen bleiben, wenn es von ihm tatsächlich ehrlich sein soll, dann muß er auch selbst weggehen, sich selbst entfernen, und es können ihm, so viel Empathie muß ihm entgegengebracht werden, dabei alle helfen, das „Ich muß weg“ rasch zu verwirklichen.

Was wäre das doch für ein heroischer „Kampfauftrag“ für 2025 an ihn selbst, wenn er das „Ich muß weg!“ für sich real umsetzte, vier Jahre später endlich realisierte, wer würde ihm nicht dafür Tribut zollen, und noch mehr Tribut, wenn es noch und schon im Jänner 2025 von ihm getan werden würde, er weg wäre, ein neues Leben begänne, vielleicht in den Bergen, als Bewohner eines Berghofs, mit all den schönen Aussichten auf Almen und Berge ringsum sein Steinhaus, endlich ohne lange Anfahrten, um in die Bergwände zu steigen. Vielleicht wäre das für ihn kein Ändern seines Lebens, kein Beginnen eines neuen Lebens, sondern, einfach wie kurz gesagt, eine Rückkehr in ein für ihn von ihm selbst als passend empfundenes Dasein …