GRÖZ

Jan Böhmermann hätte seine Ausstellung in Graz nicht „Deuscthland#ASNCHLUSS#Östereich“ nennen sollen, sondern schlicht wie kurz: GRÖZ.

Dann aber hätte er diese Ausstellung nicht gemacht. Denn. Das hätte geheißen, Jan Böhmermann wäre zuvor in Graz gewesen, hätte einen Stadtspaziergang gemacht und bei diesem seinem Gang durch Graz festgestellt, seine Ausstellung ist schon da, in Graz, eine Ausstellung in Permanenz, ganz Graz, die permanente Ausstellung von Jan Böhmermann ohne Zutun von Jan Böhmermann.

Jan Böhmermann, heißt es nun aufgeregt, provoziere. Aber. Mehr als Graz kann niemand provozieren und vor allem nicht ständig. Schon im Juni 19 werden sich Menschen abmühen, zu erinnern, da sei doch was gewesen, im Mai 19, eine Ausstellung, die wo mit Satire was gehabt haben soll …

… es soll irgendwelche Aufregungen um diese … und irgendwann wird diese Ausstellung abgebaut sein, bleiben wird, bleiben wird, wie je, Graz als ständig provozierende Ausstellung.

Graz, die Stadt, die Österreich im Gesamten verkörpert, die Österreich ausstellt. Ein angemessener Titel dafür: GRÖZ.

Was hätte Jan Böhmermann zur Erkenntis bringen können, seine Ausstellung ist längst schon da als ständige Ausstellung, und provoziert als nicht ausgewiesene Satire ständig, zeigt der Welt, wie Österreich ist, Österreich ist Graz, Graz ist Österreich in all seinen Vergangenheiten, Gegenwarten und schlimmsten Ahnungen für sein Zukünftiges – GRÖZ.

Es sind die Wege, Straßen, Gassen, Plätze, die mit ihren Namen auf Graz, um Graz und weit um Graz herum verweisen, also auf ganz GRÖZ.

Es kann Ihnen nur empfohlen werden, besuchen Sie die Ausstellung GRÖZ. Es ist auch die bequemste Ausstellung, die Sie je erlebt haben werden. Denn. Sie werden keinen Zeitdruck haben. Sie brauchen sich um keine Öffnungszeiten zu kümmern. GRÖZ ist immer geöffnet, vierundzwanzig Stunden täglich das ganze Jahr über, am Werktagen, an Sonntagen, an Feiertagen. Ohne körperliche Anstrengung. GRÖZ ist von der Fläche her eine kleine, eine sehr kleine Ausstellung. Bei einem gemütlichen Spaziergang durch die Stadt sind Sie im Nu bei allen Stationen gewesen.

Vielleicht beginnen Sie ihren Spaziergang mit dem Kernstockweg … Sie können den auch auslassen, und gehen gleich von der Kernstockgasse los — Rudolf-Hans-Bartsch-Straße

… Wenn Sie die Gedenktafel für den „Ehrenbürger Bartsch“ lesen wollen, dann hinauf auf den Schloßberg, auch dieser bequem und mühelos zu erreichen. Der Ehrenbürger zwingt jetzt doch zu einer Berichtigung. Auch GRÖZ hat Sinn für Satire der Kritik. So schreibt GRÖZ auf ihrer offiziellen Website:

„Rudolf Hans Bartsch schrieb ab 1908 zahlreiche Romane, Erzählungen und Novellen, die nach Aussagen heutiger Kritiker das alte Österreich oft sentimental verklärten. Bereits für seine ersten Werke wurde er positiv rezensiert und gelobt. Sein Schubert-Roman ‚Schwammerl‘, eines der erfolgreichsten Bücher vor dem Zweiten Weltkrieg, diente 1916 als Vorlage zu der Operette ‚Das Dreimäderlhaus‘, die auch verfilmt wurde. In seiner Heimatstadt Graz wurde eine Straße nach ihm benannt. Geboren am 11. Februar 1873 in Graz, Ernennung zum Ehrenbürger am 17. März 1932.“

Dann wieder hinunter vom Hügerl in die Conrad-von-Hötzendorf-Straße

Nur nebenbei, wegen des von im Straßennamen. Es sind zwar in Österreich und also in GRÖZ Adelstitel verboten, aber das Identitäre ist doch näher als das Gesetz … Und wer weiß, vielleicht eines Tages, dann stimmen dafür schon die Straßennamen, nicht nur der von Hötzendorf, sondern auch von, es gibt für diese in Graz viele, für den Kaiser, für die Kaiserin, die keine war, aber die vieles geliefert hat, von dem heutzutage Identitäre recht gut leben …

Andreas_Hofer-Platz — Andreas-Hofer-Straße — Ginzkeygasse — Paula-Grogger-Weg — Paula-Grogger-Büste, Ehrengalerie GRÖZER Burg — Franz-Nabl-Weg

— in die Hofgasse vielleicht zum Schluß, zum Firmensitz einer Familie, die für sich schon eine Ausstellung ist, für Österreich exemplarisch steht …

… von der Hofgasse haben Sie es dann nicht mehr, obgleich in GRÖZ davon gar nicht die Rede sein kann, weit zur Ausstellung von Jan Böhmermann, und sollte diese noch geöffnet sein, gehen Sie hinein …

… und wenn nicht, gehen Sie die paar Schritte zurück in die Hofgasse, in die Hofbäckerei, die befindet sich gegenüber vom oben erwähnten Firmensitz der Familie, die in sich alles vereint, was GRÖZ ist, bis herauf zu den Identitären und bis hinunter zum Adel

Und weil der Spaziergang kurz und nicht anstrengend ist, gehen Sie zum Abschluß noch auf den Hauptplatz. Vielleicht läuft Ihnen der Bürgermeister über den Weg. Fragen Sie ihn, was er Ihnen hätte empfohlen, in GRÖZ für Ihren Spaziergang … seine Antwort sozusagen als letzte Ausstellungstafel —

Bürgermeister Siegfried Nagl bekennt sich auf seinem Meldezettel zur Unbildung

Wie die Tageszeitung „Der Standard“ berichtet, verlangt der grazerische christschwarze Bürgermeister, daß auf dem Meldezettel wieder das Religionsbekenntnis … Beim Lesen solcher Forderungen explodiert der Kopf …

Warum?

Allerdings hat Siegfried Nagl sein Bürgermeisteramt zu verlieren

Meldezettel: „Religionsbekenntnis“.

Bürgermeister Siegfried Nagl fordert, was in Österreich ohnehin gesetzlich geregelt ist.

Und das ist ein Bürgermeister von einer Stadt; er ist also nicht Nebenerwerbsbürgermeister von einer Ortschaft im Hochgebirge …

In dem Artikel wird ein Grund für die naglsche Forderung, die im Meldegesetz festgeschrieben ist, angeführt:

„Man wisse zwar über die Zahl der Katholiken aufgrund der Kirchenbeitragspflicht recht genau Bescheid, bei den anderen Religionen müsse man sich aber auf Angaben der Religionsgemeinschaften selbst verlassen. Um Integrationsangebote, interreligiöse und interkulturelle Dialoge oder Veranstaltungen entwickeln zu können, sei es notwendig zu wissen, für wie viele Menschen das geschehen müsse.“

Nach dem geltendem Gesetz müssen sich die Religionsgemeinschaften auf die Angaben der „Bürgermeister“ verlassen. Im Fall von Siegfried Nagl kann das nur heißen, sie sind verlassen:

„Die Bürgermeister sind verpflichtet, den gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften auf Verlangen die Meldedaten all jener in der Gemeinde angemeldeten Menschen zu übermitteln, die sich zu diesen Religionsgesellschaften bekannt haben.“

Das nun wieder hysterische Gerede im Angesicht der Morde von Paris über Bildung hat doch einen wahren Kern. Es müssen Bildungsnachweise verlangt werden, nämlich von politischen Verantwortungsträgern und Verantwortungsträgerinnen. Und diesen Bildungsnachweis hat Siegfried Nagl schon morgen um 9.00 Uhr vorzulegen. Bei Nichtvorlage hat er sofort das Bürgermeisteramt zu verlieren, den Bürgermeisterausweis abzugeben. Nach einem erbrachten Nachweis, eine entsprechende Bildung erworben zu haben, steht es ihm frei, sich wieder als Kandidat für ein Bürgermeisteramt …

PS Wenigstens ist die naglische Forderung von etwas, das bereits gesetzlich geregelt ist (mit einer Kann-Bestimmung in bezug auf Angabe  des Religionsbekenntnisses, die von Meldepflichtigen, davon kann ausgegangen werden, aber als Muß-Bestimmung verstanden werden muß, und einer Verpflichtung der Bürgermeister …) nicht mit einer finanziellen Forderung in dreistelliger Millionenhöhe verbunden, wie jene von seiner christschwarzen SM Johanna Mikl-Leitner -, welche Gesetze wohl ihr unbekannt sind?

PPS Und es bleibt aus noch einem Grund die Spucke weg. Daß die Tageszeitung „Der Standard“ so etwas überhaupt veröffentlicht … Es bewahrheitet sich immer mehr, daß es tatsächlich nur ein Gerücht ist, „Der Standard“ soll eine Qualitätszeitung sein.