Ein Auszählreim, inspiriert von Erwin Wurm: Gewerbetreibender – Bundeskanzler – Diktator

Das von der Tageszeitung Der Standard am 10. August 2013 veröffentlichte Sommergespräch zwischen Werner Faymann und Erwin Wurm hätte nicht gelesen werden sollen, denn so wäre es erspart geblieben, etwas zu Erwin Wurm zu schreiben, das nicht freundlich ausfallen wird können …

Erwin Wurm - 75 ProzentAber freundlich waren ohnehin Werner Faymann und Michael Völker zu Erwin Wurm zur Genüge – freundlich und rücksichtsvoll, denn der Bundeskanzler hat darauf verzichtet, die Uninformiertheit des Erwin Wurm besonders in bezug auf Steuern und Abgaben in Österreich aufzudecken, der Bundeskanzler war so vornehm, das Cottagestammtischgeplapper des Herrn Wurm nicht zu kommentieren, ihm seinen faktenleeren neoliberalen Topf nicht zu zerschlagen …

Es war aber wohl nicht nur Vornehmheit, Freundlichkeit und Rücksichtnahme, die Werner Faymann davon abhielten, Erwin Wurm mit der Aufforderung nach Hause zu schicken, erst einmal umgehende Informationen einzuholen, ehe er über Politik … und bis dahin nicht weiter die Zeit eines Bundeskanzlers zu verschwenden … Menschgemäß wäre Werner Faymann mit einer solchen Zurechtweisung und Aufforderung augenblicklich mit massiven Vorwürfen der hießigen Kunstszene konfrontiert gewesen, er wäre als kunstfeindlich oder schlimmeres noch hingestellt, gebrandmarkt worden …

Wurm - Faymann Mehr nicht zu KunstVielleicht dachte Werner Faymann aber einfach nur, Erwin Wurm führe sich ohnehin selbst vor … Und es ist wahr, Erwin Wurm führte sich tatsächlich selbst vor, und gemeinsam führten Werner Faymann und Erwin Wurm die Kunst vor … Einem Gewerbetreibenden in der Branche Kunst fällt in diesem gesamten Sommergespräch ein einziger Satz, dem zuzustimmen ist, zur Kunstpolitik ein, und dem Bundeskanzler als Antwort darauf bloß, er finde nicht, das sei, wie viele meinen, hinausgeschmissenes Geld … obwohl, wenn Claudia Schmied dafür gesondert bezahlt werden sollte, Kunstministerin zu sein, dann wäre das tatsächlich …

Erwin Wurm LeistungsträgerNun, aus welchen Gründen auch immer Werner Faymann den Topf von Erwin Wurm nicht zerschlagen wollte, um sofort zu zeigen, daß dieser leer ist, oder genauer, angefüllt mit faktenlosem Nachgeplapper von datenignorierenden Stammtischgeplappere – jedes Nachgeplapper aber wird wieder nachgeplappert, soher ist es nicht verfehlt, eigentlich sogar notwendig, es ein wenig zurechtzurücken, zumal bekannt ist, daß gerade beim Nachplappern ein seltsames Phänomen zu beobachten ist: die gänzliche Auflösung des Hausverstandes … Der Gewerbetreibende liefert mit diesem Sommergespräch weiteres Beobachtungsmaterial ab, vor allem mit seiner Rechnung: „[Z]ahlen dann 75 Prozent Steuer und noch an die Sozialversicherungsanstalt.“ Nun, wird der gesetzliche Prozentsatz für den Sozialversicherungsbeitrag hinzugerechnet, blieben nach der wurmschen Rechnung von einem Verdienst nicht einmal ganze zehn Prozent netto übrig, und, würden die von Erwin Wurm genannten 25 Prozent für den Sozialversicherungsbeitrag hinzugerechnet werden, würden 100 Prozent (in Worten: einhundert Prozent) von einem Verdienst für Steuern und Sozialversicherungsbeitrag abzuführen seien … Ja, es fehlen Erwin Wurm nicht nur Informationen, sondern auch der Hausverstand, aber vielleicht ist das die Voraussetzung das Gewerbe der Kunst betreiben zu können, denn die Ausübung von Kunst, wie gesagt wird, ist der Versuch des Ausgleiches von Mängeln …

Mängel scheint es auch in der Lohnverrechnung des Gewerbetreibenden Erwin Wurm zu geben … Der Mitarbeiter, die „Person“, wie Erwin Wurm seinen Mitarbeiter nennt und „4600 im Monat“ bezahlt, sollte sich rasch erkundigen, wer die 666,67 Euro erhält, die er monatlich nicht bekommt, da er, nach Auskunft von Erwin Wurm, lediglich „2000 [herauskriegt]“, oder, in welchem Land er von Erwin Wurm tatsächlich angestellt wurde …

in welchem Land meldet Erwin Wurm Mitarbeiter anDabei gibt es vom Finanzamt ein kostenloses Programm zur korrekten Lohnverrechnung … Statt über Prozentsätze zu jammern, noch dazu über falsche, hätte Erwin Wurm die Frage stellen können, ob es nicht an der Zeit wäre, Steuern und Abgaben nicht über Prozentsätze zu diskutieren, sondern über absolute Summen, denn, wie gesehen werden kann, beispielsweise von einem Einkommen von 4.600 Euro müssen gleich viel Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden als von einem Einkommen von 4,600.000 Euro, nämlich 802,31 Euro …

Mit diesen seinen Aussagen in diesem Sommergespräch hat Erwin Wurm sich selbst stolz bewiesen, die notwendigen Qualifikationen mitzubringen, um vorschlagen zu können, Bundeskanzler sein zu können, bloß durch einen „Tausch“, ohne Wahl, besiegelt einfach durch einen Handschlag zwischen Männern, die sich nicht darum scheren müssen, ob es eine Demokratie …

Und dazu fiel eben der Auszählreim Gewerbetreibender – Bundeskanzler – Diktator ein, denn Erwin Wurm, mußte augenblicklich erinnert werden, sagte in der Fernsehsendung „ErLesen“ im Mai 2013 schon einen bemerkenswerten Satz, die Bürgermeister seien die oberste Bauinstanz, die seien korrumpierbar, weil wiederwählbar

Erwin Wurm BundeskanzlerUm auch das verändern zu können, und Erwin Wurm hätte gerne, daß sich „da was „verschiebt“ … keine korrumpierbare Politiker und Politikerinnen mehr zu haben, geht nur, wird der wurmsche Gedanke zu Ende gedacht, durch das Abschaffen von Wahlen, also von …

PS Nebenbei oder zusätzlich: einen guten Einblick in die hießige elder-art scene gibt diese Ausgabe von „ErLesen“, abrufbar auf youtube. Mehr will dazu gar nicht geschrieben werden … Außer noch, die Aussage von Erwin Wurm in dieser Sendung fügt sich nahtlos ein in den wurmschen Tauschvorschlag … und die Begründung,  der Bundeskanzler solle einmal als Gewerbetreibender arbeiten, damit er sehe, wie es Gewerbetreibenden gehe, wird Frank Stronach wohl abnicken und hinzufügen, is mei copyright – Wirtschaft, understud …

PPS Ob Erwin Wurm es wenigstens „vernünftig“ findet, Steuern dafür zu zahlen, daß gut dotierte Staatspreise für Gewerbetreibende in der Branche Kunst aus Steuermitteln gespeist werden, für die nach Erhalt keine Steuern zu zahlen sind?

Kampf für einen neuen Aufbruch des Schönen in der Kunst, wie sie von Freiheitlichen geliebt wird

Die aktuelle Ausgabe der ZZ der Freiheitlichen beschäftigt sich mit Kunst -, durchaus mit Hingabe, so ist Walter Marinovic mit einem Artikel vertreten. Sie kennen Walter Marinovic, er war auch schon einmal Gast von Dr. Martin Graf im österreichischen Parlament

Walter Marinovic klagt wieder einmal über die „Diktatur des Hässlichen“, er wehrt sich gegen die „Aufdrängung der Ideologie der allseinseligmachenden Demokratie“, er ruft auf, „zu kämpfen für einen neuen Aufbruch des Schönen“ … Was wird zu sehen sein, wenn das Schöne wieder einmal aufgebrochen ist? In was für einen Abgrund des nationalistischen Grauens wird durch das aufgebrochene Schöne zu blicken sein? Walter Marinovic legt selbst eine Antwort nahe, wenn er als das Schöne eine Skulptur von Arno Breker vorstellt …

Arno Breker, wie in der Collage gesehen werden kann, reiste seinerzeit mit seinem nationalistischen Massenverbrechensführer, fertigte von seinem Massenverbrechensführer Büsten an, und Arno Breker wurde von seinem Massenverbrechensführer auch dadurch bedankt, einer der zwölf bildenden Künstler auf der „Gottbegnadetenliste“ sein zu dürfen …

Es gibt auch zurzeitige Künstler des „Schönen“, wie es von dem wohl auf freiheitliche Kunstpolitik einflußreichen Kunstkenners Walter Marinovic verstanden wird, etwa Odin M. Wiesinger, den Sie bereits kennen auch durch mehrere Texte, die hier veröffentlicht wurden …

Es ist und kann menschgemäß kein Vergleich und keine Gleichsetzung von Odin M. Wiesinger mit Arno Breker sein, es ist und kann menschgemäß kein Vergleich und keine Gleichsetzung von Heinz-Christian Strache oder Dr. Martin Graf oder von einem anderen freiheitlichen Funktionär oder von einer anderen freiheitlichen Mandatarin mit dem Massenverbrechensführer sein, sondern lediglich ein Hinweis darauf, was einmal durch das Beschwören des Schönen passierte, wohin der Kampf um das Aufbrechen des Schönen einmal führte, damals, und es ist Walter Marinovic dafür verantwortlich, hier die nationalistische Totaldiktatur des Deutschen Reiches als Beispiel heranziehen zu müssen, damals führte das Aufbrechen des Schönen direkt in den Abgrund des Holocausts, des Krieges von 1939 bis 1945 …

Wohin die Freiheitlichen wollen mit dem Aufbrechen des Schönen? Nun, das ist unwichtig, unwesentlich, entscheidend ist, daß die Wähler und die Wählerinnen dafür stimmen, daß die Freiheitlichen mit dem Aufbrechen des Schönen nirgendwo hinkommen, genauer und besser, daß die Freiheitlichen wieder aus allen staatsverantwortlichen Positionen herauskommen, daß die Freiheitlichen sich wieder zurückziehen können auf ihre Buden, auf denen sie die germanisch schönen Werke des Odin M. Wiesinger bewundern und die Kunst, wie sie von Freiheitlichen verstanden wird, für sich allein beschwören können … Und dann können Heinz-Christian Strache und Martin Graf und all die anderen Freiheitlichen gemeinsam mit ihrem germanischen Künstler auf Reisen gehen, und es ist ihnen, herausgewählt aus allen politischen Verantwortlichkeiten, viel Freude zu wünschen,  für ihre Privatreisen zum Aufbrechen des Schönen in ihren privaten Leben …  Ob es dann allerdings noch gelingen wird, beispielsweise in Chile Odin Wiesinger eine Ausstellung zu eröffnen

Mord und Sex der Menschen Alltag – Kunst aber soll das bloß artig nur behübschen

Kunst hat nicht zu sein: konkret, einmischend …

Einerseits könnte frohlockt werden, daß die hochtechnisierte Gesellschaft derart archaisch und einfältig ist und nach wie vor beherrscht vom Gegenkunstreflex, sich derart leicht von der Kunst immer noch provozieren zu lassen, andererseits ist es erschütternd und erschreckend, daß Künstlerinnen und Künstler augenblicklich mit dem Ermorden bedroht werden …

Aber was ist die Provokation der Kunst?

Es ist die Keine-Provokation als Provokation durch Verweigerung der Kunst, die Räume der Menschen für ihr tägliches widerwärtiges Treiben mit Blümchen artig zu tapezieren, von der Kunst wird erwartet und gefordert, weiter schöne bunte Bildchen zu malen -, schließlich wird in einer schönen Buntwelt gelebt, und eine schöne Buntwelt möchte das millionenfache Schlachten von Tieren nicht von Kunst thematisiert haben wollen, sondern hinter schönen bunten großformatigen Bildern versteckt das tägliche und alltägliche Schlachten erledigen, im Rücken also erledigen, damit der Blick auf den schönen saftigen Braten, den dem Menschen das Lebewesen Tier, das im Gegensatz zum Menschen als Tier ohne Finanzmärkte definiert werden kann, …

In Deutschland Morddrohungen gegen Künstler, in Österreich Sprengung eines Kunstwerks zur Entspannung der …Und Norbert, das Tier mit Finanzmärkten, möchte auch nicht, daß Kunst seinen Sex thematisiert, und auch Anneliese, das Tier mit Finanzmärkten, erwartet sich und fordert von der Kunst schöne bunte großformatige Bilder, hinter denen versteckt Anneliese und Norbert die Produkte der milliardenschweren Pornoindustrie und der Sexdienstleistungsindustrie mit ihren kruden Arbeitsbedingungen und auch mit ihrem Sklavinnenhandel …

Kunst hat zu sein: hübsch abstrakt bunt.

Weshalb erfüllen, sagt die schön klinisch-technisierte Buntwelt, Künstler und Künstlerinnen nicht einfach ihre Pflicht, das Herstellen von schönen bunten Bildchen, das Bauen von Guillotinen ist nicht der Kunst Aufgabe, die sind ohnehin gebaut und kommen ohnehin zum Einsatz: klinisch, versteckt, unter anderen Produktbezeichnungen, beispielsweise unter der Typenbezeichnung Drohne … Der Kunst wird ohnehin großzügig die Freiheit zugestanden, nicht mehr gegenständlich sein zu müssen, und eigentlich darf die Kunst auch nicht mehr gegenständlich sein, Kunst muß geradezu abstrakt sein, denn sonst könnte Kunst etwas sagen und konkret verstehbar aussagen, und eine konkrete Aussage ist nicht das Recht der Kunst, sondern die Pflicht der Kunst ist es, hübsch artig abstrahierte Blümlein an die Wände der aseptisch mordenden Gesellschaft …

PS Es wird zwar nicht gewußt, ob die zwei Künstler, Iman Rezai und Rouven Materne, sich selbst „Perverskünstler“ nennen, jedoch, das ist schwer vorstellbar, Für den „Berliner Kurier“ sind sie, wie Karim Mahmoud schreibt, ganz ohne Anführungszeichen derartige Künstler, die bereits ihr nächstes, ganz ohne Anführungszeichen, derartiges Projekt planen …

PPS Da das Wort „Perversion“ von dem „Berliner Kurier“ in Umlauf gebracht wurde, darf es für das verwendet werden, was an dieser Kunstaktion tatsächlich „pervers“ genannt werden kann, das ist nämlich die Beteiligung an dieser Abstimmung -, daran ändert auch nichts der Umstand, daß die Mehrheit sich dafür entschied, das Schaf nicht töten zu lassen …

Allerdings ist im Hinblick auf diese Bereitwilligkeit und Freiwilligkeit, an einer derartigen Abstimmung teilzunehmen, ist es wohl angebrachter, statt von „Perversion“ zu sprechen, um das Wort von Theodor W. Adorno aufzugreifen, „von dem wimmelnden Grauen unter dem Stein der Kultur“ zu reden …

PPPS Es geht auch noch darüber hinaus, was heißt das politisch, wenn derart viele Menschen wie selbstverständlich über Leben und Tod abzustimmen bereit sind, vor dem Hintergrund der vielen Forderungen nach der sogenannten direkten Demokratie mit den vielen geforderten Volksabstimmungen?

Bad Taliban, Bezirk Islamchristfeld – Kunst muß artig sein

Es wird berichtet, die Skulptur „Gaia“ von Emmerich Weissenberger habe seit einem Jahr für Unmut gesorgt, es sei von „entarteter Kunst“ gesprochen worden, die Bevölkerung habe die Statue abgelehnt, weil diese an Penis und Vagina erinnere, es sei dafür gewesen, die Skulptur dem Verfall preiszugeben … Es wurde dem, wie es scheint, zuerst mit einer Zerstörungstat versucht vorzugreifen, eher die Skulptur auf Vorschlag von Emmerich Weissenberger gesprengt wurde, um die Situation, wird er von der Presse zitiert, zu entspannen …

Um die Situation zu entspannen -, in Afghanistan mußten die Talibans noch selbst Statuen sprengen, die ihnen nicht paßten …

Die Kosten für die filmische Dokumentation der Sprengung tragen, ist zu lesen: Rogner-Bad, Kur-Kommission und Tourismusverband … Wofür wird dieser Film genützt werden? Für die Tourismuswerbung, mit welchen Slogans? Urlaub in Bad Blumau, wo Kunst noch artig istUrlaub in Bad Blumau, wo das Volk noch die Kunst bestimmtBad Blumau – Sieg des Volkes gegen die unartige Kunst

Tradition der Entspannung auf dem Lande.

Von entarteter Kunst sei gesprochen worden -, der Entwerfer des Rogner-Bades wäre wohl sehr stolz auf die Bevölkerung von Bad Blumau gewesen, er, Friedensreich Hundertwasser, hätte es sich wohl selbst hoch angerechnet, daß sein Manifest gegen entartete Kunst, vor Jahrzehnten in einer Fernsehsendung von ihm von einer Schriftrolle gelesen, auf derart f(r)u(r)chtbaren Boden (entscheiden Sie bitte selbst, wohin mit dem „r“) …

Ebenso stolz wie das offizielle Österreich 1980 auf Friedensreich Hundertwasser war, als es ihm den großen österreichischen Staatspreis für bildende Kunst verlieh -, und er, Friedensreich Hundertwasser, dem offiziellen Österreich nicht nur mit seinem Wettern gegen entartete Kunst dankte, sondern diese in seiner Kunstpreisverleihungsrede auch kriminalisierte, denn nach Friedensreich Hundertwasser werde die entartete Kunst von einer Mafia ….

Die Skulptur erinnerte an Penis und Vagina -, seltsam, oder gar schizophren, daß eine künstlerische Darstellung von Penis und Vagina nach wie vor derartig heftige Reaktionen bis hin zu Zerstörungsakten hervorrufen kann, während das kommerzielle Geschäft mit gänzlich auf Geschlechtsteile reduzierten und beschränkten Produkten Umsätze in Milliardenhöhe pro Jahr … Wie viele in Bad Blumau, die sich gegen diese Skulptur erregten, werden Konsumenten und Konsumentinnen der Pornoindustrie sein, ihre Schlafzimmer vollgefüllt haben mit überdimensionierten Kunstumschnallschwänzen und mannschluckenden Kunstmösen, in die Papis heim zu ihre Mamis kriechen, während sie dabei selbst mit Kunstumschnallschwänzen sodomiert werden, und in der Küche die Großmutter den Kindern Psalmen aus dem Bibran vorliest, der Entblößte vom Kreuz sich nicht entschieden kann, auf wen er mehr starren sollen, auf die Nackte der Tageshauspostille oder auf die neben ihm hängenden reschen Buben des Jungbauernkalenders …

Robert Rogner, Leiter der an dem Kunstprojekt beteiligten „Bad Blumauer Werkstätten“, sieht den Diskussionsprozess rund um „Gaia“ positiv: „Es ist eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst vor dem Hintergrund ländlicher Tradition. Durch die Sprengung wurde die entstandene Spannung zwischen Tradition und Moderne aufgelöst. Sie entlud sich in gewisser Weise.“ (Quelle: Website ORF, Steiermark)

War das der Auftakt zur Rückkehr zu einer positiven Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst, Spannungen durch Sprengungen aufzulösen? Was werden die nächsten Sprengungen sein? Möglicherweise wird das Abdullah-Zentrum in Wien, wenn Islam und Christentum einander noch besser verstehen, was eines der erklärten Ziele ist, mit eine Liste sprengbarer Kunstwerke einen Beitrag der …

„Kunst darf satt machen“ – Prekäre Perspektiven für Kunstschaffende

Es gab im Juni 2009 eine Konferenz „zur sozialen Lage der Kreativen“. Seit dem sind zweieinhalb Jahre vergangen, die Zeit ist also vergangen, aber daß die Zeit vergeht, ist keine Leistung, bringt für Kunstschaffende noch keine wesentlichen Verbesserungen, außer für jene, die es mittlerweile aufgegeben haben, Kunstschaffende zu sein …

Wie sehr eine breitest angelegte Diskussion notwendig ist, zeigt die Sammlung „zur sozialen Lage der Kreativen“, eine breitest öffentliche Diskussion, die schließlich mit einem gesetzlichen Instrumentarium, genannt „Volksbegehren“, die überfällige massive Handlungsaufforderung an Politik und Gesellschaft wohl zu unterschreiben haben wird müssen …

PS Es will zwar weder polemisiert noch gar so etwas wie ein Gegeneinanderausspiel angepfiffen werden, wird jedoch beispielsweise an den Spielplan der Wiener Staatsoper gedacht, und es geht bei dieser Anregung um eine breiteste öffentliche Diskussion auch um zeitgenössische Inhalte, könnte gar leicht der Satz geschrieben werden: Hochkultur macht Kunst altsatt …

Volksbegehren „Kunst darf satt machen“ – Umfrage

Um einen ersten aktiven Schritt zu setzen zu einem Volksbegehren „Kunst darf satt machen“, ist der Start mit dieser Umfrage gedacht, mit der vorab ausgelotet werden möchte, ob in Österreich überhaupt ein Interesse dafür besteht, für die Verbesserung der wirtschaftlichen Situationen der Kunstschaffenden aktiv einzutreten, ob denn Kunst in allen ihren Ausdruckformen tatsächlich die Bedeutung in Österreich hat, von der stets derart stolz gesprochen wird.

In Volksbegehren „Kunst darf satt machen“ wurden erste Beweggründe angeführt.

Wenn Sie der Meinung sind, es ist wichtig, ein derartiges Volksbegehren auf den Weg zu bringen, es ist nicht wichtig, ein solches Volksbegehren zu starten, sind Sie herzlich eingeladen, sich an der Umfrage zu beteiligen.

Volksbegehren Kunst darf satt machen

Möglicherweise wartet Claudia Schmied bereits ungeduldig auf ein Volksbegehren „Kunst darf satt machen“, um es ebenfalls unterschreiben zu können, als kräftiges und kämpferisches Zeichen dafür, wie sehr sie, auch in diesem Bereich, bereit ist, die dafür zuständige und verantwortliche Ministerin zu fordern, zu fördern, zu unterstützen, zu motivieren, ihr den Rücken zu stärken …

Es ist augenscheinlich, daß Claudia Schmied nicht nur als Bundesministerin für Unterricht einer volksbegehrlichen Motivation durch Eigenunterzeichnung bedurfte, sondern noch viel mehr als Bundesministerin für Kunst und Kultur einer volksbegehrlichen Unterstützung bedürftig ist, um …

Es ist dringend notwendig, über Kunst und Kultur in diesem als Kunst-und-Kultur-Land sich verkaufenden Staat breit zu diskutieren, über die wirtschaftliche Situationen von kunstschaffenden Menschen im besonderen, über die Fragen im allgemeinen, ist etwa der Ruf als Kunstland auf Dauer zu sichern mit einer Kimtschielthal-Art eingefroreren Kulturpolitik, und so weiter und so fort.

Ein Volksbegehren „Kunst darf satt machen“ kann für die überfälligen Verbesserungen und Weichenstellungen für die Zukunft durchaus ein gutes erstes Instrument sein, auch dafür, breit öffentlich zu verankern, wie sehr Kunst in jedweden Ausdrucksformen für dieses Land nach wie vor, noch, internationaler Atout …

PS Das Bildungsvolksbegehren hatte mit Hannes Androsch einen sehr prominenten Unterstützer. Es wäre wohl nützlich und hilfreich, fände sich für ein Volksbegehren „Kunst darf satt machen“ eine ebenso prominente Unterstützerin, die über ein Netzwerk verfügt, das sie zum Mitmachen motivieren kann, um „Kunst darf satt machen“  zu einem tatsächlich erfolgreichen Volksbegehren zu machen, der, wenn notwendig, dafür einen entsprechenden Verein gründet, und sich im Gegensatz zu Dr. Hannes Androsch, dem Präsidenten des Vereins „Bildungsinitiative für die Zukunft“, mit dem Titel Obmann begnügt …

Wie aus an Schas a Kas wird – Österreichische Bundeshymne, das Rezept

Es ist zu wünschen, daß es dem Verlag gelingt, die Änderung der Bundeshymne auf rechtlichem Weg rückgängig zu machen, daß diese Änderung der Bundeshymne nie zum Einsatz kommen darf, denn die durch einen parlamentarischen Beschluß veränderte Bundeshymne ist zuerst eine Beleidigung, eine Unverschämtheit und eine Anmaßung gegen die Literatur, begangen von Abgeordneten … Abgeordnete, die (vor allem im Bundesrat) nicht einmal der stammelfreien Rede fähig sind, hatten sich erdreistet, Literatur gesetzlich zu verändern …

Drei Versionen der Bundeshymne. Und plötzlich soll eine vierte ummöglich sein? Eine ganz neue Bundeshymne, wenn es denn schon eine geben soll.

Es hat auch ein literarischer Schas, und etwas anderes ist dieser Text der Bundeshymne nicht, ein Recht auf Schutz vor Änderungen durch Dritte …

Aber die gesetzliche Änderung dieses literarischen Furzes wurde nicht nur von den Abgeordneten beschlossen und ist vom Bundespräsidenten wohl bereits beglaubigt worden, sondern dieser Gegenwartskas wurde auch medial von vielen akklamiert,  womit österreichische Politik und österreichische Medien vorzeigen, wie Kas hergestellt werden kann, aus einem Schas.

Der Textschas als Bundeshymne ist mit der Hereinnahme der Töchter nicht riechbarer geworden, er stank als Schas, und stinkt jetzt noch mehr als Kas. Denn war es bisher lediglich ein Bruderchor, müssen nun auch die Töchter hinein in den Chor zum Jubel der Treue zum Vater…

Wer den alten Textschas und den nun zum Kas gereiften Text vergleichend liest, kann nur zu einem Schluß kommen, beide verströmen nicht den Duft des Geistes, beide sind absolut lächerlich und falsch. Es könnte zu jeder einzelnen Zeile dieses Schaskases eine vernichtende Interpretation geliefert werden, aber diese stinken derart, daß nur der Raum augenblicklich und fluchtartig verlassen werden kann, in dem diese gesungen werden. Wer aber gestanksresistent ist oder gewisse Vorlieben hat, mag diese selbst Wort für Wort für sich durchgehen und interpretieren, allerdings muß gewarnt werden, es ist nicht ausgeschlossen, bei der letzten Zeile angekommen, in ein Wachkoma … Anderseits kann das Wachkoma auch eine Empfehlung sein, in diesem Zustand lebt es sich in Österreich angenehmer …

Es könnte auch gehofft werden, daß es dem Verlag nicht gelingt, rechtlich erfolgreich gegen diese Änderung zu sein, denn dieser Schaskas belegt doch eindrücklich, daß in diesem Land ein Wörterbuch verwendet wird, in dem gewisse Wörter nicht erklärt werden, etwa „Erneuerung“, „Fortschritt“, „Entwicklung“ …

Wenn es denn unbedingt eine Nationalhymne geben muß, wäre es nun eine gute Gelegenheit gewesen, für einen gänzlich neuen Text, für einen Text, der über das Engnationale hinausweist, auch Frau und Mann elegant und klug auf die gleiche Ebene stellt …

Wie es jedoch scheint, reicht es in Österreich nur mehr bis dahin, aus einem Schas einen …

PS Es gab vorab eine teure Verkostung von dieser Kassorte, einkgekauft mit fremdem Geld von Claudia Schmied, Bundesministerin, das ist nun einmal Teil ihrer offiziellen Arbeitsplatzbezeichnung, für Kultur und Kunst … Der erste Schaskas, gesungen von Christina Stürmer, war für die PR-Kampagne für eine Bildungsreform … Übrigens, als Beweis der hervorragenden Arbeit, die Claudia Schmied als Bundesminnisterin auch für Unterricht leistet, müßte sie nur einen Namen nennen: Nikolaus Pelinka, den sie (im Standard vom 23. Dezember 2011 nachzulesen) „politisch prägte“

Dr. Martin Graf – Umfragezwischenstand und politische Konsequenzen im Parlament, von Angestellten

Das ist ein recht angemessener Zeitpunkt, um wieder einmal einen Zwischenstand der Umfrage „Würden Sie einen wie Dr. Martin Graf beispielsweise zum III. Präsidenten NR wählen“ zu veröffentlichen … Für Dr. Martin Graf sind die Werte nach wie vor …

Der Beginn einer neuen Woche ist ebenfalls ein guter Zeitpunkt für einen Ausblick …

Die Aufregungen der letzten Woche, diesmal, vielleicht sogar zu seiner eigenen Überraschung, in Gang gesetzt von Gerhard Kurzmann, werden sich wieder legen, nach einem Moment der hellen Erkenntnis auch eines hohen sozialdemokratischen Funktionärs, wer tatsächlich die politische Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenz zu ziehen hat, wer also im Parlament nicht tragbar ist, wird wieder Ruhe einkehren, werden im Parlament  möglicherweise noch Bilder mit südamerikanischen Motiven von Odin Wiesinger

Möglicherweise wird in der verbleibenden Zeit bis zur nächsten Nationalratswahl noch der eine oder andere Arbeitnehmer politische Verantwortung übernehmen müssen, für …