Die Vertreibung von Bazon Brock ins Paradies

Bazon Brock und seine paradiesische Geistesfreiheit

Ohne in den Parsifal gegangen zu sein, vielleicht auch deshalb, um die anstrengende Reise zum Mond nicht auf sich nehmen zu müssen, wollte dennoch, vielleicht um das Gewissen zu beruhigen, wieder einmal in den Schriften zur Diktatur der Kunst geblättert werden, das sich aber als anstrengender herausstellte, als es die Straßenbahnfahrt zum Mond gewesen wäre, denn es mußte hinuntergestiegen werden, in den Keller, zu den aussortierten und ordentlich in Bananenschachteln verstauten Büchern, zur eigenen Überraschung, wie in solchen Momenten es gerne gesagt wird, überrascht also darüber, daß die Schriften von Meese bereits bei den aussortierten und verstauten Büchern zu finden sein müssen.

Auf diese Überraschung folgte eine zweite, eine noch größere Überraschung, als die Schriften zur Diktatur der Kunst im Keller gefunden wurden und sofort, kaum angeblättert, ein Artikel aus dem Buch herausfiel, der nicht in das Werk gehört, sondern wie alle zum Aufbewahren ausgeschnittenen eigentlich in das Zeitungsarchiv.

Weshalb der Artikel über die Antrittsvorlesung von Bazon Brock in Vaduz, in der, wie berichtet wurde, er davon sprach, die Regierungen in Deutschland seit 1998 wären mit dem, was sie angerichtet hätten, „schlimmer als Leninismus, Stalinismus und Hitlerismus zusammen“, „Joschka Fischer einer der größten Verbrecher der deutschen Geschichte“ … „unter Goebbels hätte an den Universitäten im Vergleich zu heute“, spricht Bazon Brock im Januar 2009, wie berichtet wird, „eine geradezu paradiesische Freiheit“ geherrscht, denn keine einzige Hochschule sei liquidiert worden … weshalb also dieser Artikel über die brockschen Auslassungen in den Schriften zur Diktatur der Kunst gelandet ist und nicht im Zeitungsarchiv, kann nicht mehr rekonstruiert werden.

Vielleicht sei, das wäre, wollte nach einer gesucht werden, eine Erklärung, dieser Artikel über die bazonschen Auslassungen gar nicht zum Archivieren vorgesehen gewesen. Die berichteten Auslassungen eines Schwätzers, wie er nach seinem sich selbst gegebenen Vornamen genannt werden darf, ohne damit eine Beleidigung zu begehen, sondern als tiefe Verbeugung vor seiner Selbsterkenntnis.

Es wird sich nicht mehr klären lassen, weshalb Meese bereits aus der Bibliothek aussortiert wurde, weshalb der Artikel doch aufbewahrt wurde, zwar nicht zum raschen Finden im Zeitungsarchiv, aber es macht doch verständlicher, weshalb Bazon Brock die Anzüge von Schachtschneider und Ley aufbügelt, damit diese sauber und adrett sich der Öffentlichkeit und von der Öffentlichkeit sauber und adrett … Es ist eine recht hohe Dienstleistung, die Bazon Brock für sie damit erbringt.

Zum Dank wäre es nur billig und recht, wechselten sie ihre von ihren Ahnen ihnen gegebenen Vornamen Karl-Albrecht und Michael gegen Bazon …

Die Vertreibung von Bazon Brock ins Paradies

Alle Religionen sind Kunst

Jesus Christus Mischwesen

Es ist doch erheiternd zu lesen, daß die identitäre Parlamentsparteiwegen eines Kunstprojektmischwesens an Kardinal Christoph Schönborn sich schriftlich wendet, an den Vertreter einer Organisation also, somit ausgerechnet an den höchsten Vertreter einer Kunstorganisation in diesem kleinen Land, das stets Staunen hervorruft, wie in einem derart kleinen Land all das Kunstzeug der schönbornschen Organisation Platz finden kann, Werner Neubauer mit einem offenen Brief einen Kunstfabrikangestellten um Meinung anfleht, deren erste Anbetungsmarke ja ein Mischwesen ist.

Und was ist Jesus Christus anderes als ein Mischwesen: ein Teil Mensch, ein Teil Gott. Es ist eine Mischkulanz, die nur nach einer Nacht der größten Ausschweifung unter Verteilung ganzer Jahresdrogenernten gebraut werden konnte, die zu inszenieren etwa ein Hermann Nitsch mit seinem Puppenschloßorgienmysterientheater nicht einmal träumen kann. Denn. Mischwesen Jesus Christus ist zusätzlich auch noch ein Teil von Gott, der oder die oder das oder geschlechtslos ein Mischwesen aus dem Mischwesen Jesus Christus und einer Taube, die auf den Namen „Heiliger Geist“ hören soll, wobei äußerst fraglich ist, ob sie, die Taube, auf ihren Namen auch wirklich hört.

Und Jesus Christus ist nicht anders gezeugt worden, als es nun Maja Smrekar mit ihrem Mischwesen aus Hund und Mensch versucht. Mit einem Unterschied freilich, als das Mischwesen Jesus Christus gezeugt wurde, war es eine bloße schriftliche Zeugung. Denn. Damals gab es noch nicht die technischen Möglichkeiten einer unbefleckten Empfängnis, die heute Maja Smrekar zur Verfügung stehen, um eine unbefleckte Empfängnis wirklich wahrwerden zu lassen.

Es ist vielleicht nicht von ungefähr, daß es gerade eine Frau ist, die wieder ein Mischwesen gebären will, mit dem Vornamen Maja: die „Hehre“, die „Höhere“. Wird nicht so ihre Kollegin Maria angebetet, vor der zu viele Ehrfurcht haben, und sie, Maria, deshalb nicht beim Kosenamen Maja angekniet wird.

Ja, das Kunstprojekt von Maja Smrekar erinnert wieder einmal daran:

Alle Religionen sind Kunst.

Alle Religionen sind bloße Kunst. Denn. Es ist in jedweder Religion alles vorhanden, was Kunst definiert, Kunst ausmacht, kurz und schlecht gesagt, nur für die Kunstrichtung Religionen aufgezählt: es ist Phantasie dabei, es ist Märchen dabei, es ist der Luxus, der für das nackte Leben nicht gebraucht wird, dabei, es ist Ausschweifung dabei, es sind Halluzinationen dabei, es ist Wirklichkeitsfremdes dabei, es ist Wahn dabei, es ist Begierde dabei, es ist Lust dabei, es ist Krankhaftes dabei, es sind Versteigungen dabei, es sind Irrtümer dabei,  es sind psychische Mängel dabei, und so weiter und so fort.

Alle Religionen sind Kunst, wobei die Kunstsparte Religionen wohl die schwärzeste, die negativste Kunstsparte ist, aber auch die je erfolgreichste Kunstrichtung, die je einflußreichste und damit die je schrecklichste, die je tödlichste Kunst ist, die je alles vernichtende Kunst ist, die der Mensch je ersann und ausübte.

Und als Einschub, weil einer aus der FPÖ und bezeichnenderweise jener mit dem Namen Rosenkranz klagte:

„Wenn es um Mohammed und den Islam geht, trauen sich die Künstler eh nicht mehr“,

kann besonders ihm gesagt, Mohammed war ein schwacher, armer und phantasieloser Künstler, bei dem es nicht einmal dazu reichte, eine solche Mischkulanz an Mischwesen zu ersinnen, dabei hätte er nur die mit Rosenkränzen in den Händen angebetete Mischkulanz abkupfern müssen, aber die Einfalt seines Herzens, das ihm Kunstgeist war, verwehrte ihm den Aufstieg zum großen Künstler …

Und was der Kunstsparte Religionen grundsätzlich ist und diese unverwechselbar macht, ist die Heilserwartung. Maja Smrekar ist eine Vertreterin der Kunstrichtung Religionen. Denn. Auch sie erwartet sich von ihrem Mischwesen im Grunde das, was besonders das Mischwesen ihrer Kollegin seit zweitausend Jahren nicht und nicht erfüllt und auch je nicht mehr erfüllen wird, in bezug auf die Heilserwartung an ein Mischwesen hat das Mischwesen Jesus Christus nicht einmal das zusammengebracht und wird es auch nicht mehr zusammenbringen, was ein Mensch in einer halben Minute unter dem Nagel seines kleinsten Fingers an Schmutz sammeln kann.

Und das wird Maria Smrekar nicht unbekannt sein, die Heilserwartungsenttäuschung des Mischwesensprototyps. Und dennoch ist sie voller Zuversicht, ausgerechnet ihr Mischwesen werde … betet mit ihrer Kunst den Rosenkranz der Heilserfüllung:

„ARTE_mis ist das vierte Projekt der Reihe, bei dem eine Eizelle der Künstlerin eine somatische Zelle ihres Hundes in sich aufgenommen hat. Ergebnis ist eine hybride Zelle, der ein dystopisches Szenario innewohnt, die gleichzeitig aber eine neue Species schaffen könnte, deren Überlebenschancen auf dem Planeten Erde besser sind als unsere – nicht zuletzt deswegen, weil dieses Mischwesen seine Umwelt humaner behandeln würde als wir das tun.“

Alle Religionen sind Kunst. Und was bei einer Aufzählung gerade zur Kunstrichtung Religionen nicht fehlen darf, ist die Fälschung. Über die hat erst vor kurzem Kunstkritiker Schönborn geschrieben, als er eine fromme Rezension des Grabtuches von dem Mischwesen …

Regierungsprogramm 1718 im Kulturland Österreich

robert-misik-der-scherz-vom-blockierenDie Richterin, so Georg Zakrajsek, verstehe seinen Humor nicht. Die „Kritiker seines Tweets“, bezeichne er, Robert Misik, als „humorlos“.

Menschgemäß ist es bloß ein „Scherz“, der Tweet von Robert Misik. Wie ja auch die Ergüsse von Georg Zakrajsek bloß „Humor und Ironie“ sind.

Mit Ernsthaftigkeit wollte weitergeschrieben werden. Über, wieder einmal über die zunehmende Bereitschaft, in der Gewalt, im Morden die Lösung sehen zu wollen, wie sehr diese Bereitschaft zugenommen hat, bei den sogenannten Rechten, bei den sogenannten Linken, wie sie darin einander ähneln, wie ihre Postings darin ähneln.

Im Internet. Und auch auf der Straße. Genauer, in der U-Bahn, ebenfalls Manifestationen der Bereitschaft zur Gewalt, zum Morden, von Menschen, die ihre politische Orientierung dabei nicht deklarieren. Am letzten Freitag längere Zugintervalle, eine Durchsage, die nicht die Verzögerungen erklärte, die Station Herrengasse sei wegen polizeilichen Platzverbotes gesperrt, am 3. Februar 2017, ließ einen situierten Geschäftsmann in seinen sogenannten besten, also jugendlosen Jahren ausrufen, die „Demonstranten gehören alle erschossen, diese Demonstrationstrotteln“ … Was für ein Glück, mit Wolfgang Sobotka einen Sicherheitsminister zu haben, der weiß, wie Demonstrantinnen und Demonstranten effektiv geschützt werden können – durch Demonstrationsverbote.

Es wollte etwas dazu geschrieben werden, wovon Robert Misik träumt, wenn er dazu kommt. Eine „CIA-Allende-Nummer“ gegen Donald Trump. Was für ein Traum. Von einem sogenannten Linken. CIA solle eine Nummer zur Bereinigung, das Wählerinnen und Wähler verpatzt haben, schieben. Und das, hätte geschrieben werden wollen, muß für Robert Misik nicht nur Traum, sondern auch großer Gedanke sein. Denn. Wie in der Collage gelesen werden kann, nennt er es selbst, seine CIA-Nummer angemessen beurteilend, in einem weiteren Tweet: „CIA-Metapher“. Wie wird auch in diesen Tagen breit darüber gesprochen, für bestimmte Menschen stünden religiöse Gebote über dem Gesetz. Wie beruhigend zu lesen, daß für Robert Misik das „Undogmatische“ gleichauf mit dem Rechtsstaatlichen ist, wie in der Collage festgehalten, also Donald Trump rechtsstaatlich oder mit einer CIA-Nummer „besiegen“ – einerlei …

 

kulturland-osterreichWas für ein Scherz. Dem Mann, dem er, Misik, den Slogan verdankt, wenn er von sich selbst ins träumen kommt – „Make Misik great again“ – , wünscht er eine Nummer mit … Träume sind wohl stets prefaktisch, postfaktisch, alternativ faktisch …

Es wollte weiter etwas dazu geschrieben werden, es könnte einen Menschen in Unruhe versetzen, wenn einer wie Misik in eine Position käme, von der aus er … Zum Traum, was Geheimdienste doch alles erledigen könnten, gesellt sich bei ihm auch ein hierzu grundsätzlich hochentwickeltes Verhalten. Wann er, Misik, zu dem einzigen wahren demokratischen Mittel griff, nämlich zu blockieren, wird nicht gewußt. Das Blockieren ist wohl irgendwann im Zuge der ihm nicht passenden Beschreibungen …, vielleicht bereits mit der Bekanntgabe, was ein junger Mensch, über den Robert Misik einst schrieb, von der Misik-Schreibe hält: „Besser als das UBahn Klopapier“. Oder vielleicht erst, als über seine gründliche Interviewvorbereitung oder über seine treffsichere Einschätzung von Stefan George

Nachdem aber darüber nicht geschrieben werden will, ist es gleichgültig, wann genau er blockierte.

Allgemein ist zum Blockieren zu sagen, und das ist keine Metapher, das Blockieren aber ist ein Scherz. Es muß, wie das Beispiel Robert Misik zeigt, auf der Plattform des Unternehmens Twitter einem Zwitscherer nicht gefolgt werden, um seine Tweets lesen zu können, wie in der Collage gelesen werden kann, konnten aktuell die großartigen Traumgedanken von Robert Misik … es reicht dazu aus, sich nicht mit dem eigenen Account auf dieser Unternehmensplattform anzumelden. Und mit diesem Scherz des Blockierens befindet sich Robert Misik in bester Gesellschaft, etwa von einem Gerhard Deimek, einem peppermind mit seinem Hofer, dem das Blockieren ebenfalls

Es kann sogar gelesen werden, was Pipboy Misik auf der Plattform des Unternehmens Facebook über das Regierungsprogramm am 30. Jänner 2017 schreibt: „Grosso modo mehr als okay.“ Also die Teile des Arbeitsprogramm 1718, die er wohl der Partei zuschreibt, über deren Parteivorsitzenden, wie zu hören ist, er eine Biographie … „Aber Sicherheit ist ein Hammer.“ Damit meint er, Misik  wohl die zweite Partei in der Regierung. So weit, so sobotka.

Und das ist es, worüber tatsächlich zu schreiben ist. Breitest und ausführlich. Was für ein Arbeitsprogramm diese Regierung vorgelegt hat. Nicht so verhalten wie Robert Misik mit seinem „mehr als okay“ sind jene, über die die copysite der identitären Parlamentspartei schreibt, für die ist es hammergesinnungsgemäß zu feiern.

spo-ovp-regierungsprogramm-1718-okay-und-hammerEin Regierungsprogramm 1718 für alle, fast alle, für Künstlerinnen und Kulturschaffende nicht. Freilich, die Künstler sind ja auch für eine größere Aufgabe auserkoren, für alle vor allen der Welt Zeugnis zu legen, was für ein Kulturland Österreich doch sei, wenn es im nächsten Jahr gilt, Österreich als Kulturland zu positionieren. Dazu werden sie gebeten werden, aufzutreten, die roten Teppiche werden ihnen ausgerollt werden, selbstverständlich wird unter ihnen auch der 17.. geborene Komponist sein, er und seine künstlerischen Zeitgenossen und Zeitgenossinnen dürfen das ihr Datum dafür bereits heute vormerken. Das ist ihr nächster anstehender Termin für einen

„Plan A für Kunst und Kultur“ …

Was für ein Arbeitsprogramm 1718 das ist, darüber ist tatsächlich breit zu schreiben, zu diskutieren. Ein Kernpapier des Fortschritts, oder wie es als Referenz an die vielen in diesem vorkommenden Anglizismen eher genannt werden sollte: pippaper for stride, ist es wohl auch in bezug auf Frauen. Während die Kunst gar nicht im pippaper vorkommt, können sich Frauen glücklich schätzen, ihnen gilt die ganze Aufmerksamkeit. Einmal heißt es männlich mutig und von christlichen Werten durchdrungen:

„Eine fundamentale Aufgabe der Politik sehen wir im Schaffen und Sichern von individuell
empfundener Sicherheit. In unserem Land darf es keine Regionen geben, in denen Frauen am Abend Angst haben, auf die Straße zu gehen. Integration hat der Prämisse Fördern und Fordern zu folgen. Wir bieten Integrationswilligen Chancen und Angebote. Wer aber nicht bereit ist, die Werte der Aufklärung zu akzeptieren, wird unser Land und unsere Gesellschaft auch wieder verlassen müssen.“

Und noch einmal werden die Frauen direkt angesprochen.

„Nach Vorbild der deutschen Rechtslage wird ab 1.1.2018 in Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen sowie von Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Frauenquote von 30 % festgelegt, die bei Neubestellungen verpflichtend einzuhalten ist.“

Nach Jahrhunderten der Aufklärung, nach Jahrhunderten der hochgehaltenen und ganz und gar gelebten Werte der Aufklärung schreitet die österreichische Regierung im Jahre 2017 in festen Stiefeln voran – für eine Frauenquote von dreißig Prozent. Solche Unternehmen gibt es noch? In Österreich? In deren Aufsichtsräten nicht einmal dreißig Prozent Frauen … das können doch nur saudi-arabische Unternehmen sein, somit eine Lex Saudi-Arabien?

Und einmal noch kommen die Frauen vor – indirekt:

„Der Staat ist verpflichtet, weltanschaulich und religiös neutral aufzutreten. In den jeweiligen Ressorts wird bei uniformierten ExekutivbeamtInnen sowie RichterInnen und StaatsanwältInnen darauf geachtet, dass bei Ausübung des Dienstes dieses Neutralitätsgebot gewahrt wird.“

Das ist ein gewaltiger Scherz: Das sogenannte Binnen-I zu verwenden, wenn es doch nur Frauen betreffen wird. Noch nie war das Binnen-I derart unangebracht, verwerflich, gegen die Frauen gesetzt. Was für eine Erleichterung allerdings das für Frauen bringen wird, in der Frühe nicht mehr wählen zu müssen, welche Farbe des Tuches zur übrigen Kleidung – zum goldenen Haar einfach pants and heelsdiese kavaliersmäßige Unterstützung der Frau bei der Wahl ihrer Kleidung ebenfalls, kurz und sobotka gesagt, eine Tradition im Lande der Aufklärung und nicht erst seit dem Dekrete eines Hofer A…

Kunst und Kultur machen keine Arbeit. Endlich.

Nun liegt das „Arbeitsprogramm 1718“, wie es gemäß des Dateinamens genannt werden darf, der österreichischen Bundesregierung vor.

Es ist von Interesse zu erfahren, was im Arbeitsprogramm 1718 zu Kunst und Kultur steht, welche Vorhaben, welche Maßnahmen die sozialdemokratische und die christschwarze Regierung …

Das kann tatsächlich mit einem Wort zusammengefasst gesagt werden:

Nichts.

Im Arbeitsprogramm 2013 bis 2018 dieser Regierung waren zu Kunst und Kultur viele Vorhaben, viele Maßnahmen angeführt.

Nun, es wird bis zum Arbeitsprogramm 1718 halt alles bestens bereits umgesetzt worden sein, so daß Kunst nicht mehr behandelt zu werden braucht, die Kunst der Regierung keine Arbeit mehr macht.

Was im Bereich Kunst und Kultur aber tatsächlich umgesetzt wurde, verdeutlicht zusammengefaßt eine Prozentzahl:

Vierzehn.

Vierzehn Prozent. Diese Zahl ist, wie in der Collage gelesen werden kann, auf der Website Regierungsmonitor zu finden, auf der nachgelesen werden kann, was diese Regierung bisher von ihrem Arbeitsprogramm 2013 bis 2018 umgesetzt hat.

Nun, im Bereich von Kunst und Kultur sind es vierzehn Prozent. Ein schöner Erfolg. Es ist zu verstehen, daß im Arbeitsprogramm 1718 Kunst und Kultur nicht mehr vorkommen, Kunst und Kultur sind schlicht und einfach ganz und gar erledigt.

Und schließlich, Kunst und Kultur, das kostet nur, nämlich Steuergeld. Sogar dann, wenn

„Marke Österreich“

etwas nicht umgesetzt wird. Die Nichtumsetzung aber war ein großer Erfolg dieser Regierung, denn es wurden für die Vorarbeiten nicht die veranschlagten rund 740 Tausend Euro ausgegeben, sondern bloß 586 Tausend Euro. Und das ist für eine Nichtumsetzung tatsächlich nicht viel, geradezu sparsam, vor allem wenn bedacht wird, daß an den Vorarbeiten zur Nichtumsetzung Österreichs führende Künstler, wie hier gelesen werden kann, beteiligt waren und diese über alle Grenzen hinweggehenden Künstlerinnen haben ein besonderes Handerl fürs Geld, vornehmlich fürs Steuergeld.

Sie haben auch ein besonderes Handerl für

Programm 2008-2018 von ÖVP und SPÖ: Alle benachteiligten Bereiche in einem Kapitel auf zwölf Seiten

Arbeitsprogramme, wie nachvollzogen werden kann: beginnend mit dem Arbeitsprogramm 2008, weitergeführt mit dem Arbeitsprogramm 2013 und vollendet mit dem Arbeitsprogramm 1718 … in bezug auf Kunst und Kultur kann sogar von Zauberhanderln gesprochen werden. Das Publik darf staunen: der schwarze Zylinder ist leer. Nicht einmal ein falscher Hase wird stattdessen mehr …

Mit dem Arbeitsprogramm 1718 hat sich, das muß anerkannt werden, der Bundeskanzler durchgesetzt. Seine elegante Formulierung „Kultur des Scheiterns“ aus seinem „Plan A“

„Mir geht’s darum, daß wir Schluß mit Kafka machen.“

hat Eingang gefunden in das Arbeitsprogramm 1718, wie gelesen werden darf.

Im Arbeitsprogramm 1718 wird aber, das muß gerechterweise angeführt werden, doch ein Bekenntnis zur Kultur-

„Neben den europapolitischen Gestaltungsmöglichkeiten als Vorsitz des Rates wird ihn die Bundesregierung auch dazu nützen, um Österreich als Wirtschaftsstandort und Kulturland entsprechend zu positionieren.“

positionierung … das macht aber keine Arbeit, dazu braucht es keine Vorhaben, keine Maßnahmen, kein Arbeitsprogramm … ist nur einmal „entsprechend zu positionieren“. Und das ist eine einfache Übung, eine angenehme und eine ohne Aufwand, vielleicht einmal ein Ratsvorsitzabendessen in einem Heurigen drauß’n in Hernois: Schnitzi mit Erdapfelvogerlsalod, dazu an recht guaten Zweigelt und die Musi von Mozart …

arbeitsprogramm-1718-osterreichische-bundesregierung-kunst-und-kultur-machen-keine-arbeit-mehr-endlich

Kampf für einen neuen Aufbruch des Schönen in der Kunst, wie sie von Freiheitlichen geliebt wird

Die aktuelle Ausgabe der ZZ der Freiheitlichen beschäftigt sich mit Kunst -, durchaus mit Hingabe, so ist Walter Marinovic mit einem Artikel vertreten. Sie kennen Walter Marinovic, er war auch schon einmal Gast von Dr. Martin Graf im österreichischen Parlament

Walter Marinovic klagt wieder einmal über die „Diktatur des Hässlichen“, er wehrt sich gegen die „Aufdrängung der Ideologie der allseinseligmachenden Demokratie“, er ruft auf, „zu kämpfen für einen neuen Aufbruch des Schönen“ … Was wird zu sehen sein, wenn das Schöne wieder einmal aufgebrochen ist? In was für einen Abgrund des nationalistischen Grauens wird durch das aufgebrochene Schöne zu blicken sein? Walter Marinovic legt selbst eine Antwort nahe, wenn er als das Schöne eine Skulptur von Arno Breker vorstellt …

Arno Breker, wie in der Collage gesehen werden kann, reiste seinerzeit mit seinem nationalistischen Massenverbrechensführer, fertigte von seinem Massenverbrechensführer Büsten an, und Arno Breker wurde von seinem Massenverbrechensführer auch dadurch bedankt, einer der zwölf bildenden Künstler auf der „Gottbegnadetenliste“ sein zu dürfen …

Es gibt auch zurzeitige Künstler des „Schönen“, wie es von dem wohl auf freiheitliche Kunstpolitik einflußreichen Kunstkenners Walter Marinovic verstanden wird, etwa Odin M. Wiesinger, den Sie bereits kennen auch durch mehrere Texte, die hier veröffentlicht wurden …

Es ist und kann menschgemäß kein Vergleich und keine Gleichsetzung von Odin M. Wiesinger mit Arno Breker sein, es ist und kann menschgemäß kein Vergleich und keine Gleichsetzung von Heinz-Christian Strache oder Dr. Martin Graf oder von einem anderen freiheitlichen Funktionär oder von einer anderen freiheitlichen Mandatarin mit dem Massenverbrechensführer sein, sondern lediglich ein Hinweis darauf, was einmal durch das Beschwören des Schönen passierte, wohin der Kampf um das Aufbrechen des Schönen einmal führte, damals, und es ist Walter Marinovic dafür verantwortlich, hier die nationalistische Totaldiktatur des Deutschen Reiches als Beispiel heranziehen zu müssen, damals führte das Aufbrechen des Schönen direkt in den Abgrund des Holocausts, des Krieges von 1939 bis 1945 …

Wohin die Freiheitlichen wollen mit dem Aufbrechen des Schönen? Nun, das ist unwichtig, unwesentlich, entscheidend ist, daß die Wähler und die Wählerinnen dafür stimmen, daß die Freiheitlichen mit dem Aufbrechen des Schönen nirgendwo hinkommen, genauer und besser, daß die Freiheitlichen wieder aus allen staatsverantwortlichen Positionen herauskommen, daß die Freiheitlichen sich wieder zurückziehen können auf ihre Buden, auf denen sie die germanisch schönen Werke des Odin M. Wiesinger bewundern und die Kunst, wie sie von Freiheitlichen verstanden wird, für sich allein beschwören können … Und dann können Heinz-Christian Strache und Martin Graf und all die anderen Freiheitlichen gemeinsam mit ihrem germanischen Künstler auf Reisen gehen, und es ist ihnen, herausgewählt aus allen politischen Verantwortlichkeiten, viel Freude zu wünschen,  für ihre Privatreisen zum Aufbrechen des Schönen in ihren privaten Leben …  Ob es dann allerdings noch gelingen wird, beispielsweise in Chile Odin Wiesinger eine Ausstellung zu eröffnen

Mord und Sex der Menschen Alltag – Kunst aber soll das bloß artig nur behübschen

Kunst hat nicht zu sein: konkret, einmischend …

Einerseits könnte frohlockt werden, daß die hochtechnisierte Gesellschaft derart archaisch und einfältig ist und nach wie vor beherrscht vom Gegenkunstreflex, sich derart leicht von der Kunst immer noch provozieren zu lassen, andererseits ist es erschütternd und erschreckend, daß Künstlerinnen und Künstler augenblicklich mit dem Ermorden bedroht werden …

Aber was ist die Provokation der Kunst?

Es ist die Keine-Provokation als Provokation durch Verweigerung der Kunst, die Räume der Menschen für ihr tägliches widerwärtiges Treiben mit Blümchen artig zu tapezieren, von der Kunst wird erwartet und gefordert, weiter schöne bunte Bildchen zu malen -, schließlich wird in einer schönen Buntwelt gelebt, und eine schöne Buntwelt möchte das millionenfache Schlachten von Tieren nicht von Kunst thematisiert haben wollen, sondern hinter schönen bunten großformatigen Bildern versteckt das tägliche und alltägliche Schlachten erledigen, im Rücken also erledigen, damit der Blick auf den schönen saftigen Braten, den dem Menschen das Lebewesen Tier, das im Gegensatz zum Menschen als Tier ohne Finanzmärkte definiert werden kann, …

In Deutschland Morddrohungen gegen Künstler, in Österreich Sprengung eines Kunstwerks zur Entspannung der …Und Norbert, das Tier mit Finanzmärkten, möchte auch nicht, daß Kunst seinen Sex thematisiert, und auch Anneliese, das Tier mit Finanzmärkten, erwartet sich und fordert von der Kunst schöne bunte großformatige Bilder, hinter denen versteckt Anneliese und Norbert die Produkte der milliardenschweren Pornoindustrie und der Sexdienstleistungsindustrie mit ihren kruden Arbeitsbedingungen und auch mit ihrem Sklavinnenhandel …

Kunst hat zu sein: hübsch abstrakt bunt.

Weshalb erfüllen, sagt die schön klinisch-technisierte Buntwelt, Künstler und Künstlerinnen nicht einfach ihre Pflicht, das Herstellen von schönen bunten Bildchen, das Bauen von Guillotinen ist nicht der Kunst Aufgabe, die sind ohnehin gebaut und kommen ohnehin zum Einsatz: klinisch, versteckt, unter anderen Produktbezeichnungen, beispielsweise unter der Typenbezeichnung Drohne … Der Kunst wird ohnehin großzügig die Freiheit zugestanden, nicht mehr gegenständlich sein zu müssen, und eigentlich darf die Kunst auch nicht mehr gegenständlich sein, Kunst muß geradezu abstrakt sein, denn sonst könnte Kunst etwas sagen und konkret verstehbar aussagen, und eine konkrete Aussage ist nicht das Recht der Kunst, sondern die Pflicht der Kunst ist es, hübsch artig abstrahierte Blümlein an die Wände der aseptisch mordenden Gesellschaft …

PS Es wird zwar nicht gewußt, ob die zwei Künstler, Iman Rezai und Rouven Materne, sich selbst „Perverskünstler“ nennen, jedoch, das ist schwer vorstellbar, Für den „Berliner Kurier“ sind sie, wie Karim Mahmoud schreibt, ganz ohne Anführungszeichen derartige Künstler, die bereits ihr nächstes, ganz ohne Anführungszeichen, derartiges Projekt planen …

PPS Da das Wort „Perversion“ von dem „Berliner Kurier“ in Umlauf gebracht wurde, darf es für das verwendet werden, was an dieser Kunstaktion tatsächlich „pervers“ genannt werden kann, das ist nämlich die Beteiligung an dieser Abstimmung -, daran ändert auch nichts der Umstand, daß die Mehrheit sich dafür entschied, das Schaf nicht töten zu lassen …

Allerdings ist im Hinblick auf diese Bereitwilligkeit und Freiwilligkeit, an einer derartigen Abstimmung teilzunehmen, ist es wohl angebrachter, statt von „Perversion“ zu sprechen, um das Wort von Theodor W. Adorno aufzugreifen, „von dem wimmelnden Grauen unter dem Stein der Kultur“ zu reden …

PPPS Es geht auch noch darüber hinaus, was heißt das politisch, wenn derart viele Menschen wie selbstverständlich über Leben und Tod abzustimmen bereit sind, vor dem Hintergrund der vielen Forderungen nach der sogenannten direkten Demokratie mit den vielen geforderten Volksabstimmungen?

Nicht über Kulturetatkürzungen reden, sondern Militärbudgets zu 100% für Kultur ausgeben

Es scheint nun die Diskussion über den „Kulturinfarkt“ auch rasch in Österreich angekommen zu sein, eine unnötige, eine überflüssige und eine falsche, eine Diskussion, in die nicht einzusteigen ist …

Denn es kann nie genug Kultur geben, mehr noch, es muß immer noch mehr Kultur geben, wenn endlich die Tötungsgesellschaft und die durch Militär und Rüstungsindustrie pervertierte und korrumpierte Gesellschaft überwunden werden will …

Es ist jedoch bitterer Ausdruck dieser Tötungsgesellschaft, bereitwillig eine gänzlich falsche Diskussion breit aufzugreifen, Argumente für und Argumente gegen Kulturetatkürzungen hervorzukramen, leichtfertig Kultur zu schwächen, ganz gleich ob mit Argumenten für oder mit Argumenten gegen die Kulturbudgets, es wird die Kultur damit insgesamt verantwortungslos in Frage gestellt …

Es kann aber nur eine einzige Aktion geben, es kann nur eine einzige Forderung geben, gerade in Zeiten des Sparwahns, der auch Kultur zugrunde richten will, es kann nur die nicht verhandelbare Forderung der ersatzlosen Abschaffung jedweden Militärs geben, die Forderung der einhundertprozentigen Verwendung von Militärbudgets für Kultur weltweit, in jedem Staat …

Es ist auch bitterer Ausdruck dieser Tötungsgesellschaft, die fortwährenden und weiter explodierenden Ausgaben für Militärs einfach hinzunehmen, dagegen nicht breitest diskutieren zu wollen, zu können, dagegen nicht breitest und massiv vorgehen zu wollen, zu können,

obgleich jedwedes Militär die größtmögliche Vernichtungs- und Auslöschungsmaschinerie wie auch Verschwendungsmaschinerie  ist, die gekannt wird,

obgleich jedwedes Militär vollkommen ohne Nutzen und absolut ohne Weltverbesserungspotential,

obgleich jedwedes Militär das größtmögliche Hemmnis für jedwede nachhaltige Entwicklung,

obgleich jedwedes Militär ohne Umwegrentabilität,

obgleich jedwedes Militär mit seiner Fleisch- und Blutsucht die höchstmöglichen Umwegkosten verursacht …