Speaking stars of acts

Wieder einmal präsentiert sich eine sogenannte Kurz-Regierung äußerst professionell, in dieser Woche mit dem sogenannten Anti-Terror-Paket, das eingehen, irgendwohin eingehen wird, aber nicht in die Geschichte, oder doch in die Geschichte, in das dunkle Kapitel im dritten Testament der barbarischen Zivilisation

Es könnte viel gegen dieses Anti-Terror-Paket, das in diesem November ´20 von den speaking stars of acts der derzeitigen österreichischen Bundesregierung öffentlich ausgepackt wurde, gesagt werden, und es wird gegen dieses kurz mit Poller-Paket zutreffender beschriebene Paket bereits von sehr vielen Seiten entscheidende und wesentliche Einwände vorgebracht, und viele weitere wesentliche und grundlegende Einwände werden noch von vielen Weiteren vorgebracht werden.

Soher darf es hier auf den Hinweis beschränkt bleiben, wie sehr professionell dieses Poller-Paket von den speaking stars of acts, das mit Die mit Gesetzen Theaterspielenden sehr frei übersetzt werden könnte, ist. Wer Gedichte schreibt, wird mit dem Wort Poller glücklich sein, wie leicht zu dem ein reimendes Wort zu finden ist, ganz ohne Nachschlagen in einem Reimelexikon.

Sie nehmen ein Gesetz als Grundlage

Lebenslanger Maßnahmenvollzug für Terroristen, zusätzliche Überwachungsmöglichkeiten für ‚Gefährder‘, Fußfesseln für entlassene Islamisten und die Kriminalisierung des politischen Islam. All das gehört zu einem neuen Antiterrorpaket, das Österreichs Regierung am Mittwoch in Schlagworten vorstellte. Alles soll bis Dezember verfassungskonform formuliert werden, versicherte Justizministerin Alma Zadić von den Grünen.

Viele vom Verfassungsschutz als Gefährder eingestufte Personen seien tickende Zeitbomben, sagte Kurz: „Für diejenigen, die jetzt kürzlich entlassen sind und in Freiheit sind, wird es eine elektronische Überwachung geben, also eine Fußfessel oder ein Armband. Das ist ein starker Eingriff aber aus meiner Sicht ein notwendiger Schritt, um das Bedrohungsrisiko für unsere Bevölkerung zu minimieren.“

für ein weiteres sehr professionelles, aber seit einer Ewigkeit und drei Gottesdiensten habendes Gesetz, für das Österreich bereits zweimal verurteilt wurde, für ein weiteres sehr professionelles Gesetz, für das seit Jahr und Tag dringende Reformnotwendigkeit besteht, in dessen Zusammenhang auch allenthalben von einem „toten Recht“ geschrieben wird …

Im Abschlussbericht der Reformarbeitsgruppe zum Maßnahmenvollzug vom 1. Jänner 2015, damals war für die ÖVP nicht Alma Z., sondern Wolfgang Brandstetter Justizminister, kann u.v.a.m. über die Reformbedürftigkeit dieses Gesetzes gelesen werden:

„Adaptation des § 21 StGB auf Jugendliche. Es soll unzulässig sein, dass Jugendliche eine bis zu lebenslange Einweisung erfahren können. Die Entwicklung von geeigneten Alternativen bedarf einer eingehenden wissenschaftlichen Analyse der bisherigen Unterbringung von Jugendlichen und einer intensiven konzeptiven Arbeit unter Einbeziehung von Experten aus den Bereichen […]“

Es ist wohl müßig darauf hinzuweisen, welche Altersgruppe von diesem sehr professionell öffentlich aufgeführten Gesetz, das zum Vorbild ein zweimalig verurteiltes und seiner Reparatur harrendes Gesetz hat, betroffen sein wird.

Es sind vor allem junge Erwachsene. Es sind Jugendliche.

Nach Auskunft des österreichischen Bundesministeriums für Inneres, wie gelesen werden kann, seien zwei Drittel der „Foreign Fighters“ aus Österreich unter 18 bis 25 Jahre. Exemplarisch steht aktuell für die Zielgruppe für das Gesetz auf der Grundlage eines zu reparierendes Gesetzes der in der ersten November-Woche ´20 erschossene Mörder, mit seinen zwanzig Jahren, dessen glaubensgeleiteter Irrweg begann, als er keine oder gerade einmal 18 Jahre …

Nationalratswahlen 202. in Österreich

Es wird wohl nicht verkehrt und vor allem notwendig sein, diesmal frühzeitig mit der Vorbereitung auf die nächste Nationalratswahl zu beginnen, u.v.a.m. auch damit, Slogans beispielsweise für Wahlplakate zur kommenden Nationalratswahl in Österreich zu überlegen.

Um es an einer Partei exemplarisch zu konkretisieren. Nach der derzeitigen Darstellung der Partei „Die Grünen – Die Grüne Alternative Bundespartei“, wobei ihre gestrige türkise Präsentation des Poller-Pakets nur die Spitze des Vorstellungsbergs ist, könnte zu den nächsten Nationalratswahlen in Österreich plakatiert werden:

wer grün
denkt aber
grün wählt
behält blau
in türkis

Auf die nächste Nationalratswahl sich frühzeitig vorzubereiten, ist schon zu spät. Viel zu spät. Auf Nationalratswahlen in Österreich müssen seit wenigen Jahren alle jederzeit vorbereitet sein. Denn. Es kann jederzeit passieren, kurz gesagt, im Stiegenhaus einen Anschlag lesen zu müssen, daß Nationalratswahlen ausgerufen.

wer grün denkt, und grün wählt, behält türkises blau

Wer hätte sich das je gedacht, wie prophetisch ein Wahlplakat der Grünen sein kann. Jedoch. Wie stets bei Prophezeiungen muß die Prophezeiung entschlüsselt werden.

„Wer grün denkt, aber rot wählt, kann blau bekommen.“

War die als gar nicht kryptisch gedachte Botschaft auf dem Wahlplakat. Nun schreitet die Entschlüsselung mehr und mehr voran, kann mit der gestrigen Verkündigung des türkis verschnürten Paketes der schwarz-grünen Regierung im Grunde bereits vollständig entschlüsselt formuliert werden:

wer grün denkt, aber grün wählt, bekommt türkises blau.

Die Bestätigung kann wie kaum eine zweite Person etwa dieser Mann sofort liefern:

„Vizelandeshauptmann und stellvertretender Bundesparteiobmann der FPÖ Manfred Haimbuchner sieht mit den heute präsentierten Punkten nahezu Deckungsgleichheit mit jahrelangen Forderungen der FPÖ. ‚Die genaue legistische und juristische Ausarbeitung dieses Pakets muss für eine abschließende Beurteilung natürlich abgewartet werden. Das Maßnahmenpaket darf jedenfalls nicht über das multiple Behördenversagen hinwegtäuschen, das den Terror von Wien mit Todesopfern und Schwerverletzten erst ermöglicht hat‘, forder Haimbuchner.“

Es würde gar nicht überraschen zu erfahren, wenn Blaue auf ihren Buden sich nun zuprosten würden „Wir sind Regierung“ …

Es kann nur ein Pflanz des Vizekanzlers sein, wenn er zu diesem Paket in blautürkisen Schleifen sagt, gestern, es wirke auch gegen „Neonazis“ … es ist wohl in erster Linie ein Selbstpflanzen und in der Partei Gewissen jäten.

Werner Kogler gar ein Vorbild für Karl Nehammer, der selbstverständlich keine Veranlassung sieht, für einen Rücktritt?

Hätte nicht vor wenigen Monaten Werner Kogler als verantwortlicher Minister zurücktreten müssen, aber gehen mußte eine Staatssekretärin, geopfert aber wurde eine Frau, eine Frau, die im direkten Vergleich zu Werner Kogler allemal Kompetenzen in Kultur und Kunst …

Türkis verschnürtes Paket der schwarz-grünen Regierung des Landes

Für sehr viel Geld wurden vor Jahren im Land Poller angeschafft, um terroristische Verbrechen zu verhindern, in vielen Ortschaften in Österreich, auch in Wien, etwa vor dem Bundeskanzleramt …

Als sehr professionelle Abwehr. Nun, wie erfolgreich diese Maßnahme war, hat das mörderische Verbrechen vor etwas mehr als einer Woche in Wien eindrucksvoll bestätigt.

Was dieses mörderische Verbrechen in Wien vor über einer Woche einmal mehr bestätigte, und nun auch in Wien durch diesen Mörder, dem kein einziger Poller im Wege stand, den kein einziger Poller von seinem Morden abhhielt, das viele Geld für die Poller wäre besser für Schulungen, Ausbildungen, Weiterbildungen, für Verbesserungen der Kommunikationsleistungen, Ausbau der Informationspflichten eingesetzt gewesen, für die Professionalisierung und Förderung des systematischen Austausches zwischen den Behörden gut und erfolgreich angelegt gewesen, und auch vor allem für massive Investitionen in die forcierte Arbeit mit Menschen, die meinen, ihr Heil liege im Gesinnungsverbrechen.

Was dieses Verbrechen verhindert hätte, wie nun einmal mehr gewußt wird, das nun auch in diesem Land gewußt wird, auch in Österreich die Erfahrung gemacht werden mußte, wäre eine funktionierende Kommunikation gewesen.

Und nun geht die türkis-grüne Regierung des Landes rund eine Woche nach der Feststellung des mannigfachen Behördenversagens bereits mit einem „Anti-Terror-Paket“ in die Öffentlichkeit, sicher recht professionell vorbereitet, mit der Verkündigung von Maßnahmen zur Abwehr von terroristischen Verbrechen, diesmal mit Maßnahmen, für die werden keine Straßen aufgerissen werden müssen, um Poller zu pflanzen, diesmal sind es wieder einmal gesetzliche Maßnahmen, so professionell gesetzt, wie einst die Poller.

Trittereim

Innenminister eins tritt zurück

Innenminister zwei tritt zurück

Innenminister drei tritt zurück

Innenminister vier tritt hin

Das ist nach streng ausgelegten Regeln des Reims kein Reim, und ist doch ein Auszählreim, den daraus sich ein jeder Mensch selbst machen kann.

Der Innenminister drei, der soeben zurückgetreten ist, jenseits von Österreich, in dieser ersten Woche nach dem mörderischen Verbrechen in Wien im November ´20 diesseits der politischen Verantwortung zurückgetreten ist, dieser Innenminister drei ist aktuell im Vergleich zum Innenminister vier für ein Nichts zurückgetreten, zurückgetreten wegen Worte, zurückgetreten für ein paar deftige und falsche Worte, mit denen er in Österreich zum Minister erst geworden, gar recht erst zum Vizekanzler, auch zum Innenminister, wie der Innenminister fünf.

Zivilisierte Barbarei in einer barbarischen Zivilisation

Selbstverständlich läuft der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich nicht wie ein Schulbub freudig stolz in die Küche und ruft seinem Vater in ständiger Wiederholung, kaum daß die Wohnungstür hinter ihm zufällt, bereits vom Vorraum entgegen, um auf sich aufmerksam zu machen, bis er endlich mit seiner Rede wedelnd in der Küche vor seinem Vater steht, außer Atem seines Herrn Vaters Lob zu erbitten: „Papi, Papsch, schau, Papilein, ich hab‘ eine Rede gehalten“ … ein Bundeskanzler schreibt verkündend: „Hier die ganze Rede“ …

„Es muß uns allen bewußt sein, daß das keine Auseinandersetzung zwischen Christen und Muslimen oder zwischen Österreichern und Migranten ist. Nein. Das ist ein Kampf zwischen den vielen Menschen, die an den Frieden glauben, und jenen wenigen, die sich den Krieg wünschen. Es ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei. Und diesen Kampf werden wir mit aller Entschlossenheit führen.“

Ein Vater, noch am späten Nachmittag nur in der Unterhose bei seinem ersten Kaffee kurz nach seinem Aufstehen, würde wohl noch verschlafen vielleicht ein „Brav“ brummen.

Eine Lehrerin hingegen würde bei der Korrektur einer solchen Hausaufgabe wieder einmal denken müssen, es muß viel mehr, noch viel mehr für Bildung getan werden. Und ihre Anmerkungen zu dieser abgegebenen Arbeit zur aufgegebenen Hausaufgabe, eine Rede zu schreiben, würde länger geraten als die abgegebene Rede selbst.

Vielleicht begänne sie mit der generellen Feststellung: „Zu kurz geraten.“ Setzte dann fort mit Konkretem. Besonders würde sie wohl auf die falsche Einschätzung des Ereignisses hinweisen, daß es sich dabei um keinen „Kampf“ gehandelt habe. Zu einem „Kampf“ sind zwei Parteien notwendig, die gegeneinander stehen. Das war kein „Kampf“. Das war ein Verbrechen, das nach dem Strafgesetzbuch zu verurteilen ist.

Auch darauf würde sie wohl besonders hinweisen, auch eine Rede habe Fakten zu enthalten. Diese fehlten gänzlich. Die Opfer dieses Verbrechens, die Ermordeten und die Verletzten, sind nicht ausschließlich „Christen“ und nicht nur Männer. Die Ermordeten und die Verletzten dieses Verbrechens sind nicht ausschließlich „Österreicher“ und der Verbrecher war kein „Migrant“, sondern ein „Österreicher“, er war in Österreich geboren, er hatte die österreichische Staatsbürgerschaft.

„An den Frieden glauben.“ Eine schöne Formulierung, für das Poesiealbum eines Teenagers, gleich daneben zu kleben etwa zu: „Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.“

„Jenen wenigen, die sich den Krieg wünschen“. Wer wünscht sich schon einen Krieg? Nicht einmal die vielen, die Kriege führen. Sie führen die Kriege wunschlos, geleitet von Eigeninteressen. Eine Rede sollte nicht ohne den Blick über den Tellerrand gehalten werden. Auch wenn es verständlich ist, daß der Blick über den Kaffeeuntertassenrand gemieden wird, ist es doch zu oft ein Blick des Redners in sein eigenes Angesicht.

„Es ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Barbarei.“ Eine weitere Trockenblume für das Poesiealbum. Genauer und zutreffender handelt es sich bei diesem Ereignis um eine zivilisierte Barbarei in einer barbarischen Zivilisation. Der mordende Österreicher lebte äußerst zivilisiert, mit allem, was die barbarische Zivilisation zu bieten hat: Waffen, Kommunikationstechnologie …

Der Schluß der Rede ist positiv zu beurteilen. Den Sinn von einer Rede gänzlich getroffen. Mit dem Versprechen, das leicht zu erfüllen ist — „diesen Kampf mit aller Entschlossenheit führen“ –, weil es keinen „Kampf“ gibt, nur ein mörderisches Verbrechen, und was es nicht gibt, kann recht leicht versprochen werden, das mit aller Entschlossenheit …

Am Ende ihrer Korrektur schriebe die Lehrerin vielleicht noch die Bitte hinzu, er möge noch seinen Sitznachbarn daran erinnern, daß dieser seine Arbeit zur aufgegebenen Aufgabe, wie Verbrechen zu verhindern sind, noch nicht abgegeben hat. Trotz der Befürchtung der Lehrerin, dem Sitznachbarn falle dazu noch weniger oder sogar, ist er doch ihr schwächster Schüler, gar nichts ein, vielleicht hat er die Schule inzwischen schon hingeschmissen, hat sie ihn doch seit Wochen nicht mehr im Unterricht gesehen, auch von seinen Elternn keine Entschuldigung für …

Vom Professionalitätsverständnis

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat in einem Interview mit der „ZiB Spezial“ bestätigt, dass es sich bei der Attacke in der Wiener Innenstadt Montagabend „definitiv um einen Terroranschlag“ gehandelt habe. Dieser sei „sehr professionell“ vorbereitet worden. Die Täter seien auch sehr gut mit Waffen ausgerüstet gewesen. Innenminister Kal Nehammer (ÖVP) sprach vom „schwersten Tag für Österreich seit sehr vielen Jahren“. Kanzler Kurz sprach von einem „widerwärtigen Terroranschlag“. Man werde sich diesem Terror nicht beugen und „diese Angriffe mit allen Mitteln entschieden bekämpfen“. „Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“, sagte der Innenminister. „Es ist eine schwere Situation für alle, die wir gemeinsam stemmen können, wenn wir uns diszipliniert verhalten“, meinte Nehammer.

Um in die Innnenstadt von Wien zu gelangen, dafür ist wohl keine sehr große professionelle Vorbereitung vonnöten, auch dafür nicht, dann in einem Umkreis von 75 Metern herumzulaufen und herumzuschießen, wahllos, hilflos …

Die Aussage des zurzeitigen Bundeskanzlers in Österreich über die sehr professionelle Vorbereitung läßt aufhorchen, also über sein Verständnis von Professionalität. Er ist sehr professionell, so professionell wie ein Wirtshausbesucher, wie eine Passantin, die an diesem Abend in der Innenstadt sich aufhält, irgendetwas hört, irgendetwas sieht, falsch sieht, falsch hört, und es dennoch gleich verbreitet, weil sie durch den Besitz eines Smartphones dazu in der Lage ist, und er, der zurzeitige Bundeskanzler, weil er jede Lage ausnutzen muß, vor Medienmikrophone zu gelangen. Professionell müssen menschgemäß die Medien annehmen, von einem Bundeskanzler Informationen zu erhalten, die über den Wert einer Passantin, eines Wirtshausbesuchers hinausgehen und fundierte sind.

Der ohne Plan hilflos herumlaufende und wahllos um sich schießende Mörder wird sich in seiner sehr professionellen Vorbereitung bereits im Tag geirrt haben, die Information mißverstanden haben, wann die Ausgangsbeschränkung in Österreich in Kraft tritt. Vielleicht wollte er, der Mörder, weil er doch mehr oder weniger genau um 20.00 Uhr, also mit Beginn der Ausgangsbeschränkung, mit seinem Morden begann, ein Zeichen des Protests gegen die Ausgangsbeschränkung, die ab Dienstag von 20.00 Uhr bis 06.00 gelten soll, setzen, halt nur einen Tag zu früh, einen Tag zu früh gezeigt, dass er sich mutig und gar nicht feige an die Veordnungen des Staates nicht hält …

„Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“, damit hat der Innenminister bereits am Montag die Musketierparole österreichgemäß abgeändert für seine Truppe ausgegeben.

Einer für alle, alle für einen zurücktreten.

Karl Nehammer tritt zurück

„Ich trete heute als Bundesminister des Innern zurück.“

Das sagt der Innenminister, der nicht Karl Nehammer heißt, im Sommer 1993.

„Es gibt in Deutschland den Begriff der politischen Verantwortung. Wenn Fehler geschehen, und wenn so gravierende Fehler geschehen, da gibt es zwei Möglichkeiten. Man schiebt die Verantwortung auf untergeordnete Behörden oder Mitarbeiter oder Beamter oder man sagt, diese Dinge sind so gravierend, daß die Öffentlichkeit ein Zeichen gesetzt bekommt von dem Minister, der die politische Verantwortung trägt.“

Das sagt der nicht Karl Nehammer heißende Innenminister, der im Sommer 1993 zurücktrat, in einer Dokumentation aus 2018 über seinen Rücktritt.

Der Innenminister von der CDU (Christlich Demokratische Union Deutschlands), der mit seinem Rücktritt seine politische Verantwortung wahrnahm, heißt Rudolf Seiters.

Was der Innenminister, der Karl Nehammer heißt, unter Rücktritt in Östereich gemeinsam mit seinem Dude gelernt hat, wurde im vorangegangenen Kapitel bereits festgehalten.

Und für sein und seines Dudes österreichisch erlerntes Verständnis von Rücktritt haben an diesem Tag, dem Tag der ewigen Wiederkehr des Hochamts, 8. November ´20, den Segen der Männer und der Frauen aus den Redaktionsstuben österreichischer Zeitungen bekommen, für die der Begriff der „politischen Verantwortung“ ebenso in einem Deutsch formuliert ist, das in Österreich nicht einmal mehr in den Medien gesprochen wird.

Andreas Koller, Salzburger Nachrichten eröffnet die Fürbitte für Karl Nehammer:

„Aber trotzdem sehe ich in dem Ganzen keinen politischen Skandal, wenn es schon ein Skandal ist, dann ein Behördenskandal […] Ich will nicht, daß der Nehammer zurücktritt […] der Nehammer soll jetzt dort Ordnung schaffen.“

Matthias Schrom vom ORF faßt die Fürbitte von allen aus den obersten Redaktionsstuben vorgetragen zusammen zur Segnung von Karl Nehammer:

„Der Innenminister soll bleiben, da herrscht, glaube ich, soweit Einigkeit.“

Zurzeitiger Innenminister tritt zurück, in Österreich

nicht, sondern zum Beispiel vor etwas mehr als einem Jahr der Innenminister, der für die Versäumnisse der ihm unterstellten Polizei die Verantwortung übernimmt, in Rumänien.

In Österreich lassen Innenminister und sein Dude im eigenen digitalen Tuten von ihrer Sobotka „Rücktritt“ nachschlagen und vorlesen:

Rücktritt heißt: Zurücktreten.

Zurücktreten kommt in Anwendung, wenn zum Beispiel Verantwortung zurückgetreten werden muß, auf den Vorvorgänger im Innenministerium im Range eines Ministers.

Zurücktreten kann auch angewandt werden, um Verantwortung auf Gesetze abzuschieben, die korrekt eingehalten werden, beispielsweise die gesetzeskonforme Entlassung eines Häftlings.

Zurücktreten kann auch angewandt werden, um jedwedes eigenes Versagen, um jedwede Verantwortung auf noch weiter zu schaffende Gesetze gegen alle zurückzutreten.

Gottesdienst

„Religonsausübung bleibt erlaubt.“ In Österreich.

Die Erlaubnis zur Religionsausübung hat eben ein junger Mann bis in die Extreme ausgelebt. Das nicht verwundert, war der junge Mann doch ein Anhänger eines Organisierten Glaubens, der auch auf die Unterstützung eines Gottesstaates

Über diesen Gottesstaat kann ein anderer ebenfalls in Österreich geborener und nicht mehr so ein junger, vielleicht schon angegrauter oder immer schon angegraut gewesener Mann, der nun so lieb von „unserem Lebensmodell“, das zu verteidigen gilt, spricht, mehr Auskunft erteilen …

Wie ist es in Zeiten von Corona in anderen Staaten um die „Religionsausübung“ während der sogenannten Lockdowns bestellt, um die Veranstaltungen der Organisierten Glauben, die ihre Veranstaltungen nennen u. a. „Gottesdienste“, „Messen“, „Hochamt“ …

Davon berichtet etwa „Vatican News, Portal des Heiligen Stuhls“:

EU: Bischöfe gegen Gottesdienst-Verbot

Als beim ersten Lockdown die Kirchentüren zufielen, wurden viele Kirchenverantwortliche von den Anordnungen der Behörden überrumpelt. Das ist jetzt in vielen Ländern anders: Bischöfe kämpfen darum, dass trotz der Corona-Einschränkungen doch Gottesdienste stattfinden können.

In Frankreich beschreiten mehrere Bischöfe den Rechtsweg: Sie haben gegen das Gottesdienstverbot Klage beim „Conseil d’Etat“, dem Staatsrat, eingelegt. Unter denen, die das Oberste Verwaltungsgericht anrufen, ist auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Eric de Moulins-Beaufort von Reims.

Andere Religionen mit ins Boot zu holen, ist den katholischen Bischöfen nach Angaben der katholischen Tageszeitung „La Croix“ nicht gelungen. Dafür ist aber der Dachverband katholischer Familienverbände mit dabei. Er hofft, dass wenigstens neunzig Minuten lange Gottesdienste erlaubt werden.

„Das christliche Volk erwartet, dass seine Hirten die Möglichkeit, zur Messe zu gehen, verteidigen.“

„Das christliche Volk erwartet, dass seine Hirten die Möglichkeit, zur Messe zu gehen, verteidigen“, erklärt Bischof Dominique Rey von Toulon in „La Croix“. Gottesdienste seien für Christen zentral, sie gäben dem „persönlichen und geschwisterlichen Zusammenleben“ eine Struktur. Innenminister Gerald Darmanin hält dagegen, dass die Gotteshäuser ja geöffnet blieben: Nur die Gottesdienste mit Teilnahme von Gläubigen würden verboten.

Der französische Lockdown gilt bis Anfang Dezember. Er erlaubt den Menschen das Ausgehen nur mit einem triftigen Grund, etwa dem Gang zur Arbeit. Schon beim ersten Lockdown im Frühjahr hatte der Staatsrat das Gottesdienstverbot als „unverhältnismäßig“ einkassiert.

Belgien: Ruf doch mal an

Auch im Nachbarland Belgien sind Gottesdienste wegen Corona verboten – bis zum 13. Dezember. Hier sind allerdings die Bischöfe mit der Maßnahme einverstanden. In einer Botschaft vom Allerheiligentag weisen sie darauf hin, dass das geistliche Leben und die Seelsorge dennoch nicht zum Erliegen kämen. Beerdigungen bleiben erlaubt, allerdings nur mit 15 Teilnehmern; an Hochzeiten dürfen nur das Brautpaar selbst, die Zeugen und der Zelebrant teilnehmen.

Die Bischöfe rufen dazu auf, die Kirchentüren jetzt erst recht offenzuhalten und sich um die Aufnahme aller Menschen zu bemühen, die jetzt Trost und Hilfe brauchen. Auf der Homepage der Bischofskonferenz findet sich eine Liste der Gottesdienste, die während der Corona-Beschränkungen in Radio, Fernsehen oder sozialen Medien live übertragen werden. „Rufen wir uns doch gegenseitig an, helfen und ermutigen wir uns!“, schreiben die Bischöfe. „Eine Mail schicken, einen Anruf tätigen, eine digitale Gebetsgruppe ins Leben rufen, mutmachende Botschaften in den sozialen Medien posten“ – man könne auch im Lockdown viel Gutes tun.

Irland: Die Bischöfe proben den Aufstand

Deutlich rebellischer treten die Bischöfe der Republik Irland auf. Sie trugen dem Ministerpräsidenten Micheál Martin persönlich ihren Protest gegen das Gottesdienst-Verbot vor. Trotz aller durchaus nötigen Vorsichtsmaßnahmen gegen die Pandemie sei es doch unerträglich für Glaubende, sich nicht zu Gottesdiensten versammeln zu können. Gerade in der Zeit vor Weihnachten seien solche Gottesdienste ein wichtiger Trost für die Menschen in schwerer Zeit.

Die Bischöfe vergaßen nicht den Hinweis darauf, was die Pfarreien und die Caritas alles für Corona-Opfer tun. Es gebe überzeugende Hygiene-Konzepte, um Gottesdienste nicht zu Infektions-Hotspots werden zu lassen. Allerdings widersetzte sich der Regierungschef in Dublin dem Werben der Bischöfe: Er legte die Gründe dar, aus denen seiner Regierung ein Gottesdienst-Verbot eben doch angezeigt scheine. Irland ist schon am 22. Oktober, als erstes Land der EU, in seinen zweiten Lockdown gegangen; er ist auf sechs Wochen befristet, um das Weihnachtsfest zu „retten“.

England: „Wir sind nicht einverstanden!“

Und in England, wo Premierminister Boris Johnson eher widerwillig, aber unter dem Druck der Infektionszahlen den erneuten Lockdown verfügt hat? Auch dort dürfen Gottesdienste von diesem Donnerstag an vier Wochen lang nur ohne Gläubige stattfinden. Dagegen protestieren die Bischöfe, wie schon beim ersten Lockdown im Frühjahr. Diesmal hat der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Vincent Nichols von Westminster, seinen Offenen Brief an Johnson auch von Vertretern anderer Kirchen und Religionen unterschreiben lassen.

Tief besorgt zeigen sich Nichols und seine Mit-Unterzeichner: Es gebe für das Gottesdienstverbot überhaupt gar keine wissenschaftlich begründete Notwendigkeit. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften hätten in den letzten sechs Monaten alle Regeln befolgt, um ihre Kultstätten corona-frei zu halten. „Angesichts dessen ist jetzt ein völliges Verbot öffentlicher Gottesdienste unbegründet.” Gerade in Zeiten der Krise spielten religiöse Überzeugungen eine wichtige Rolle, und das soziale Engagement der Glaubensgemeinschaften nähre sich doch „direkt aus unserem Glauben“. Der müsse durch die Gemeinschaft im Kult „unterstützt und gestärkt“ werden. „Hier geht es um unsere Identität und die wesentliche Voraussetzung für unsere Mission und unser Handeln“, so der Brandbrief. „Wir sind nicht einverstanden!“, das hat fast Thatcher’sche Wucht.

Es wird jetzt nach der „Religionsausübung“ des jungen Mannes, der mit dieser bis in das Tiefste seiner Religion vorgedrungen ist, der mit dieser den Kern nicht nur von seiner Religion wieder einmal offen und frei legte, gerne die Feststellung bemüht, nun sei Österreich keine „Insel der Seligen“ mehr.

Für die Kirchenmänner aber ist Österreich diese weiter.

Sie, die Glaubensmänner, brauchen nicht zu klagen, sie brauchen keinen Aufstand, vielleicht ab und an zum Hörer zu greifen, um einen Anruf zu tätigen, den sie sogar selbst wohl nicht einmal zu tätigen haben, sondern sie angerufen werden, von den Gotthörigen, ob es denn für sie in Ordnung gehe, wenn sie sich selbst die Regeln …

Ja, in Österreich brauchen sie, die Religionsmänner, nicht zu klagen, weder in Zeiten von Lockdowns noch zu anderen Zeiten, für sie gibt es in Österreich keine Zeit der Klage und auch keine Zeit der Furcht vor einer Klage wegen ihres Ignorierens von Gesetzen, die sonst für alle in Österreich gelten, der Schutz des Rechtsstaates ist ihnen sicher. Sie, die Kirchenmänner, werden es mit Wohlwollen gehört haben die nun von Gotthörigen wieder bekräftigte Verteidigung der Rechtsstaatlichkeit in Österreich.