Staatsoper Wien schenkt am 20. Apr. 25 zur 80. Wiederkehr einen Parsifal

Es ist nicht das erste Mal, daß Parsifal am 20. April in der Wiener Staatsoper zu hören ist, aber in diesem Jahr ’25 ist es für den Österreicher ein besonders Geschenk zum Geburtstag in zeitlich unmittelbarer Nähe zu seinem achtzigsten Selbstmordtag.

Die Wiener Staatsoper weiß eben, wie des Österreichers recht wichtige Tage zu begehen sind, nicht nur der 20. April, auch der 8. Mai

Lorenz’s interpretative move in identifying Hitler as Parsifal in his Parsifal book was not an original idea but an assimilation of propaganda in broader circulation, propaganda that Houston Stewart Chamberlain helped set into motion by hailing Hitler as a “god-sent benediction” to Germany nine years earlier. For Chamberlain, Hitler was a rare example of

a “luminous figure” (“Lichtgestalt”), and a

“w a h r e r   V o l k s m e n s c h” (“true human being of the people”), [29]

symbolic qualities reflected in the poster in the form of the downward-streaming light and the massive community of brown-shirted followers bearing Nazi flags and placed in a landscape suggestive of the Rhine Valley.

William Kinderman

According to the controversial biography of Wagner by Robert W. Gutman1, Parsifal, more than the Ring, was the gospel of National Socialism. Gutman interpreted this work in terms of Wagner’s later writings, the so-called regeneration essays. He writes, surveying the world from the heights of Monsalvat, the Grail community in Parsifal was alarmed to observe natural selection working against its distinctive Aryanism… The knights were confronted with an enemy gaining upon them every day. Here was the decisive racial crisis that grew into an uncompromising struggle for power….

Parsifal is an enactment of the Aryan’s plight, struggle and hope for redemption

Derrick Everett

Für den 30. April 2025, am Selbstmordtag des Österreichers, das ein Gedenktag ist, da es doch der einzige Tag im Leben dieses nationalsozialistischen Österreichers war, an dem er eine gute, eine anständige Tat beging: seinen Selbstmord, kündigt die Wiener Staatsoper ein Solokonzert von Michael Volle, der, so die Wiener Staatsoper,

einer der führenden Interpreten des deutschen Fachs, zu seinen Paraderollen zählen die Titelpartie in »Fliegendem Holländer«, Wotan/Wanderer im »Ring des Nibelungen«, Hans Sachs (»Die Meistersinger von Nürnberg«) und Amfortas (»Parsifal«)

sowie die Strauss-Partien des Barak (»Die Frau ohne Schatten«), Johanaan (»Salome«), Orest (»Elektra«) und Mandryka (»Arabella«),

an … Was der „führende Interpret des deutschen Fachs“ an diesem Abend zum Besten geben wird, ist zum heutigen Tag, 12. Jänner 2025, noch nicht bekannt, sein Programm werde, so die Wiener Staatsoper, bald bekanntgegeben werden … Wird es ein besinnliches Potpourri der Partien werden, die den Österreicher am Geburtstag und am Selbstmordtag auch gefreut hätten?

Im April 2025 wird in der Wiener Staatsoper auch „Die Zauberflöte“ gegeben … Ob noch wer am Leben, der beim „Unternehmen Zauberflöte“ dabei war, im April 1943? Ob noch wer am Leben und ob noch wer imstande, im nächsten April in „Die „Zauberflöte“ in anständig seliger Erinnerung an die Zeit in Minsk … Vielleicht aber haben sie ihre Erinnerungen an die „Operation Zauberflöte“ weitergeben, an ihre Nachkommen, und diese gehen nun mit den Erinnerungen ihrer Väter, ihrer Großmütter in die „Zauberflöte“ wie in das „Unternehmen Zauberflöte“, als wären sie nicht die Nachkommen, sondern ihre eigenen Großväter, Mütter …

Gestern abend: ‚Salome‘ von Strauss … Abscheuliche romantische Musik, von einer Rhetorik des Orchesters, die Sehnsucht nach Bellini weckt. Ebenso die Meistersinger – gleiche Ursachen auch der Schwächen: Indiskretion der Mittel und Eintönigkeit der Effekte, aufdringliches Insistieren, offenbare Unaufrichtigkeit … Von Grund auf unkünstlerisch, so etwas.

Das Strauss-Urteil von André Gide, und ebenfalls in seinem Tagebuch zum 25. Jänner 1908 ist zu lesen:

Rundfrage des ‚Berliner Tageblatts‘
Es handelt sich darum, anläßlich des fünfundzwanzigsten Jahrestages von Wagners Tod die ‚führenden Künstler und Intellektuellen ganz Europas nach ihrer Meinung über den Einfluß Wagners, insbesondere in Frankreich‘ zu befragen.
Ich antworte: ‚Ich verabscheue die Person und das Werk Wagners, diese leidenschaftliche Abneigung ist seit meiner Kindheit nur noch gewachsen. Dieses erstaunliche Genie erhebt weniger als es vernichtet. Es hat zahllosen Snobs, Literaten und Dummköpfen erlaubt zu meinen, sie liebten die Musik, und einigen Künstlern zu glauben, Genie läßt sich erlernen. Deutschland hat vielleicht nie etwas gleichzeitig so Großes und Barbarisches hervorgebracht.‘

Am 25. Jänner vor 117 Jahren spricht André Gide, als er zu Richard Wagner befragt wird, bereits vom Barbarischen und damit auch von André Gide der Werkkern erkannt, Jahrzehnte vor der Realisierung des Barbarischen in der Wirklichkeit —

die Person Wagner der Barbaren, das Werk Wagners der Barbarinnen, die nichts erheben, die stets alles und alle vernichten. Wagner, der Überbarbar der Barbarinnen mit einem barbarischen Werk in Schrift und Ton …

In „Eine schwere Entdeutschung“ von Bazon Brock ist 117 Jahre später wieder auch u. v. a. m. von „Rebarbarisierung, Parsifal“ zu lesen:

Als gegenwärtig bedeutendste Wagnerkenner und Regisseure im internationalen Format gaben sich Putin und sein Parteigänger Prigoschin im russisch-ukrainischen Krieg zu erkennen. Ganz dezidiert war die ideologische Ausrichtung der beiden in der Namensgebung ihrer Privatarmee als Wagner-Truppe zu erkennen. Sie inszenieren auf den ukrainischen Schlachtfeldern ein Wagnerfestival, das die Bedeutung von Bayreuth weit in den Schatten stellte.

Politik als große Opernregie wurde Markenzeichen deutscher Weltmission, in der sich jeder einen Platz an der Sonne sichern konnte, der bereit war, bedingungslos mitzuspielen. Der Gröwaz, der größte Wagnerkenner aller Zeiten, liefert bis heute die Rechtfertigung für Untergänge als imposante Götterdämmerungen – überzeugend verwirklicht von 1939 bis 1945 im Weltformat.

Hitler hatte schon mit dem „Unternehmen Walküre“ Wagner als größten Programmatiker für das Dritte Reich, ja schlechthin für Deutschland zu ehren gewusst. Wagners „Parsifal“ lieferte den nationalsozialistischen Rassengesetzen von 1935 das Konzept der Blutreinheit des Ariertums, an das heute noch z. B. von der AFD im Widerstand gegen die Durchmischung der Bevölkerung appelliert wird.

Auch zu Kaiser Wilhelms Zeiten lag schon der Gedanken nahe, Wagners Opern als reales Weltgeschehen mit dezenten Hinweisen auf die Ideologie des großen Musikmythologen zu etablieren – beispielsweise als Festungsanlage „Siegfriedlinie“ gegen die Kräfte des europäischen Westens im Ersten Weltkrieg.

Einen ganz eigentümlichen Typus heutige Wagnerbehuldigung […] Einerseits protestiert sie in Kassel vehement gegen antisemitische Äußerungen von Künstlern, um andererseits anschließend in festlicher Pelle nach Bayreuth zu pilgern und dort dem Radikalsten aller deutschen Antisemiten zu huldigen. Zu verstehen ist das nur, wenn man voraussetzt, dass […] jegliche historische Kenntnisse zum Werkschaffen von Wagner fehlen. Derartige Ahnungslosigkeit durch mangelnde Bildung kennzeichnet einen großen Teil heutige linker, grüner, roter und schwarzer Positionäre.

Die willentliche, intentionale Rebarbarisierung ist leider kein einzigartiger Unfall deutscher Geschichte. Wäre sie das, bräuchte man das Wissen um die Bedrohung nicht ständig wachzuhalten. Offenbar zwingt die innere Dynamik von Machtregimes, totalitär zu werden, alle Gesellschaften wenigstens einmal, hoffentlich nur einmal das Schicksal Deutschlands selber durchzustehen. Das ist ja bereits unübersehbar. Der deutschen Ideologie wird heute weltweit auch von kleineren Potentanten gehuldigt – in einem Ausmaß, dass demokratisch, liberal und rechtsstaatlich verfasste Gesellschaften weltweit nur noch eine rare Minderheit sind. Was tun? Wir Deutschen jedenfalls sollten das deutsche 20. Jahrhundert widerrufen und die von Nietzsche formulierte Aufgabe einer schweren Entdeutschung auf uns nehmen.

Es ist nicht verwunderlich, dies nur nebenher gesagt, daß das Attentat auf den Österreicher nicht gelang, lief es doch unter der wagnerisch-hitlerischen Parole „Unternehmen Walküre“, und ein Unternehmen mit einer übernommmenen Parole ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt, einem solchen Unternehmen fehlt von Anfang an der absolute Wille zum Erfolg.

In Graz und um Graz herum wird das Ent-deutschen gesinnungsgemäß verstanden, etwas wieder in seinen Ausgangszustand zu bringen, also daß „Deutschland wieder jeden Tag etwas deutscher wird — und Österreich genauso“

Und das ist in Österreich letztlich die Aufgabe eines Hochkulturbetriebs wie eben auch der Wiener Staatsoper,

lange davor kommende Entwicklungen zu erahnen, zu erfüllen, was herrschaftlich gewünscht sein wird, und dementsprechend rechtzeitig zu programmieren, nicht nur zu erahnen, nicht nur zu erfühlen, sondern stets auch

seinen Teil beizutragen, es ständig wachzuhalten, es von Generation zu Generation weiterzutragen, und mit der Programmierung für 2025 hat die Wiener Staaatsoper wieder das Ihre rechtschaffen getan, so daß auch

um die Wiener Staatsoper herum und nicht nur in der Wiener Staatsoper „Weltverwandlung“ …

Die Wirtschaftsführer glaubten dafür Regieanweisungen bedeutender Musiker und Dichter im Format Bayreuths nutzen zu dürfen. Denn was nützen großartige Ideen der Weltverwandlung auf der Bühne, wenn die Kunden des Spektakels nicht auch mitspielen dürfen (fragte der von Heinrich Mann genauestens charakterisierte Untertan)?

Bazon Brock, Eine schwere Entdeutschung

Es gibt nun bereits viele Befürchtungen, was sich alles ändern wird, wenn es zu dieser identitärschwarzen Regierung denn kommen sollte, die Wiener Staatsoper braucht sich nicht zu fürchten, die Wiener Staatsoper wird nicht über Nacht ihr Programm ändern müssen, sie wird nicht gleich Körner in ihr Programm aufnehmen müssen, von einem Tag auf den anderen,

mit Richard Wagner hat die Wiener Staatsoper bereits und lange schon auch für solch eine Regierung das größte Programm aller Zeiten …

Aus Österreich

Bei Kleinkindern wird, vor allem wenn sie ein sogenanntes unanständiges Wort sagen, gleich gefragt, woher haben sie das bloß. Erziehungsberechtigte von Unmündigen sagen, wenn diese ein sogenanntes unanständiges Wort sagen, sofort, jedwede Schuld von sich weisend, von ihnen, ihren Erziehungsberechtigten, hätten sie das nicht …

Woher Alice Weidel das mit Nationalsozialismus und Adolf Hitler hat — aus Österreich, aus Österreich. Gesinnungsgemäß wie immer alles abstreitend werden die sie Erziehenden das von sich weisen, sie hätte es …

Gerade einmal fünf Monate war Alice Weidel, also in der AfD, als Rainer Wolbank nicht in einem identitären Organ, sondern in der Tageszeitung „Die Presse“ im Februar 2014 schrieb:

Der Nationalsozialismus hat mit dem Sozialismus mehr gemein […]

Keinen einzigen Monat noch war Alice Weidel, also in der AfD,

als in der Ausgabe 17/2013 des identitären Organs zu lesen war:

[…] Pfeilkreuzlern (eine sozialistische Massenpartei) […]

Fast elf Jahre war Alice Weidel, also in der AfD, als

Weidel zitiert Ignazio Silone: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus'“.

Jahre bevor Alice Weidel war, also in der AfD, haben das in Österreich schon einige sogenannte sehr hochgestellte Männer von sich gegeben … Zu dieser Zeit waren sie noch nicht die hochgestellten Männer in Österreich, aber dieses auf François Bondy zurückgehende Zitat wird ihnen wohl auch etwas geholfen haben, in höchste Staatsämter gelobt zu werden.

Zwölf Jahre ist Alice Weidel, also jetzt mehr oder weniger in der AfD, und es muß eingestanden werden, ihre Lernerfolge nicht so genau und umfassend zu verfolgen, was ihr sonst noch von Österreich alles gelehrt wurde …

ob sie beispielsweise schon mit dem grazerischen Stocker-Stoff durch ist,

oder mit dem hofburgischen Stefan-Stoff, oder …

Aber sie ist nicht die einzige, die in die österreichische Schule geht,

auch ein Parteikamerad, um einen doch zusätzlich beispielhaft zu nennen, von ihr hat seinen österreichischen Stoff gelernt, als er, da war er acht Jahre, also in der AfD, nicht alle einer verbrecherischen Organisation zu … und damit nur recht brav den von einem Österreichischen bereits nun vor fünfzehn Jahren aufgegebenen Stoff wiederholte, wofür dieser wohl recht bald die nächste Angelobung zur mehr oder weniger höchsten Staatsposition, die Österreich zu vergeben hat,

in eine Position, von der er, der weidelsche Parteikamerad, in Deutschland nicht einmal, einfach wie kurz gesagt, träumen kann, in eine solche befördert zu werden, mag er noch so ein gelehrig Erzogener des —

Als Zusammenfassung am Ende kann gesagt werden, die Partei dieser Kameradinnen und dieser Kameraden hat in diesen zwölf Jahren seit ihrer Gründung alles, was sie an Stoff brauchte, aus Österreich bekommen, besonders von einer Partei, und sie kann mittlerweile den Stoff derart in- und auswendig, daß sie sich mit Stolz erste Wiedergängerin auf ihren Ehrenschild schreiben darf,

erste Wiedergängerin einer österreichischen Partei, die selbst aber vor Jahrzehnten bereits ihren Sporn verdiente, erste …

Raus und Raus

An diesem Donnerstag, 9. Jänner 2025, fällt die Entscheidung leicht, auf den Ballhausplatz zu gehen, und nicht in den Musikverein,

und nicht in den Musikverein,

in dem, so die Befürchtung, noch und nur das gehört werden wird, was am 1. Jänner 2025 im Musikverein zur Mittagsstunde gespielt wurde, während das Orchester gemäß Programmzettel u. a. „Die Planeten“ spielt,

wird, so die Befürchtung, nur das gehört werden, was am 1. Jänner 2025 im Musikverein gespielt wurde: die Ouvertüre aus dem „Zigeunerbaron“ von Johann Strauß, und während das Orchester spielt, was für den 9. Jänner 2025 auf dem Programmzettel steht, wird aber nur der „Zigeunerbaron“ gehört werden, wie ihn am 1. Jänner 2025 die sogenannte feine Gesellschaft mit sogenannten Staatsspitzen unter ihnen gehört haben, und während der „Zigeunerbaron“ gehört worden wäre,

an diesem 9. Jänner 2025, wenn in den Musikverein und nicht auf den Ballhausplatz gegangen wäre, hätte unentwegt daran gedacht werden müssen, mit welch einem Stolz und mit was für einer Aufregung berichtet wurde, an diesem 1. Jänner 2025 werde erstmals eine Komposition von einer Frau gespielt, auch wenn sie nicht jeder Tageszeitung eine Komponistin sein will, erstmals sei in das Programm des Neujahrskonzertes eine Komposition einer Frau aufgenommen worden, genauer, die Komposition eines Kindes von zwölf Jahren, an das hätte gedacht werden müssen, während der „Zigeunerbaron“ zu hören gewesen wäre, und das Orchester behauptete, es spiele das Programm vom 9. Jänner 2025, daß — mutig, oh mutig — die Komposition einer Zwölfjährigen als Komposition einer Frau stolz gefeiert wurde, ein einziger Walzer einer Zwölfjährigen im Neujahrskonzert, und daß es an diesem 1. Jänner 2025 ein zweites Neujahreskonzert gab, am späten Nachmittag, in der Mühlgasse, in der Frauen Kompositionen hauptsächlich von Frauen spielen durften, nicht nur einen einzigen Walzer von einer Unmündigen von zwölf Jahren, die herhalten muß für den Fortschritt in diesem Österreich, sogar im Neujahrskonzert werde schon, im Jahr 2025, eine einzige Komposition einer Frau gespielt, wenn sie nur ein „Wunderkind“ und nicht älter als zwölf …

Auf dem Ballhausplatz an diesem Abend des 9. Jänners 2025 fällt das breitest beworbene Motto für 2025 in Österreich ein: „Ganz Wien in Strauss und Braus“, unweigerlich verwandelt sich dieses Motto, vor dem Bundeskanzleramt, für ganz Wien, Österreich in: Raus und Raus

Es mag paradox erscheinen, da die einen noch nicht drinnen, bereits Raus und Raus anzustimmen, aber sie sind bereits zu weit drinnen, daß es noch genügte: Nicht und nicht hinein

Und zu sehen ist an diesem 9. Jänner 2025 auf dem Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt ein kahler Baum, ein dürrer Baum als Zeichen der Zukunft Österreichs, das wird Österreich sein, wenn die versprochenen „5 gute[n] Jahre“ nie gewesen sein werden, fünf Jahre, einfach wie kurz gesagt, fünf Jahre vergangen sein werden, wie Jahre mit und ohne Versprechen eben vergehen, wird Österreich kahl, dürr, und der Baum vor dem Bundeskanzleramt als einziger blühen wird, wenn es nicht gerade Winter ist, es ihm klimatisch noch möglich sein wird, zu blühen, wenn es für den Baum nicht Winter sein wird, während ganzjährig Österreich im Winter …

Ich muß weg

Es könnte Michael Völker manchwer einen Vorwurf machen, er habe nicht die Quelle genannt, als er am 8. Jänner 2025 von „autoritären Anwandlungen“ schrieb, die er dem von einer Haus- und Hofkanzlerei Träumenden unterstellt, nur weil dieser keine Fragen zuläßt, also ganz nach State of the art in Österreich vor den Medien hintritt

Es war der Gebirgstraumgänger, der am 4. Jänner 2021 auf der Konzernplattform Meta schreibt:

Mein Kampfauftrag für 2021 lautet: „K[…] muss weg“! Es hat schon viel zu viele totalitäre Entwicklungen und autoritäre Anwandlungen gegeben.

Wenn der von einer Haus- und Hofkanzlerei Träumende sich selbst ernst nimmt, und einmal wirklich ganz ehrlich sein will, dann kann er nur eines tun, sich selbst und allen zurufen: „Ich muß weg!“

Aber es darf menschgemäß nicht nur beim Zurufen bleiben, wenn es von ihm tatsächlich ehrlich sein soll, dann muß er auch selbst weggehen, sich selbst entfernen, und es können ihm, so viel Empathie muß ihm entgegengebracht werden, dabei alle helfen, das „Ich muß weg“ rasch zu verwirklichen.

Was wäre das doch für ein heroischer „Kampfauftrag“ für 2025 an ihn selbst, wenn er das „Ich muß weg!“ für sich real umsetzte, vier Jahre später endlich realisierte, wer würde ihm nicht dafür Tribut zollen, und noch mehr Tribut, wenn es noch und schon im Jänner 2025 von ihm getan werden würde, er weg wäre, ein neues Leben begänne, vielleicht in den Bergen, als Bewohner eines Berghofs, mit all den schönen Aussichten auf Almen und Berge ringsum sein Steinhaus, endlich ohne lange Anfahrten, um in die Bergwände zu steigen. Vielleicht wäre das für ihn kein Ändern seines Lebens, kein Beginnen eines neuen Lebens, sondern, einfach wie kurz gesagt, eine Rückkehr in ein für ihn von ihm selbst als passend empfundenes Dasein …

„[P]asst zum Bild eines“ Österreichs „mit autoritären Anwandlungen“

An Selbstbewusstsein mangelt es dem FPÖ-Chef jedenfalls nicht, in seinem Auftritt ließ er verbal die Muskeln spielen, und es passt zum Bild eines Menschen mit autoritären Anwandlungen, dass keine Fragen zugelassen waren. Es gilt, was er spricht, daran soll niemand rütteln.

Das schreibt am 8. Jänner 2025 in der Tageszeitung des österreichischen Qualitätsstandards Michael Völker.

Das darf wohl als scharfe Kritik an diesem Menschen verstanden werden.

Nur, was für Anwandlungen sonst als autoritäre soll dieser Mensch in Österreich haben? Wurden nicht gerade in den letzten Jahren vermehrt Auftritte vor Medien von Menschen mit der Direktive „Keine Fragen zugelassen“ erlebt, deren Gesprochenes zu gelten hat, daran niemand zu rütteln hat?

Es können dafür Beispiele angeführt werden. Etwa eine Pressekonferenz von Klaudia Tanner, Verteidigungsministerin, am 17. Februar 2020: Keine Fragen zugelassen. Diese autoritäre Anwandlung erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, der Mann der Referenz an starke Männer, zum „Angebot für Fernseh- und Radiojournalisten, die OTS in Wort und Bild zu bekommen.“

Etwa im Mai 2022: „Köstinger war da seltener genannt worden, seit sie den Umstieg von Kurz zu Nehammer politisch überlebt hatte. Heute betonte sie in einer „persönlichen Erklärung“, bei der keine Fragen zugelassen waren[.]“

Etwa im Mai 2019: „Kanzler Kurz bleibt Antworten schuldig – keine Fragen zugelassen“ —

Etwa am 3. Jänner 2025: „Nach der Pressekonferenz mit Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger in der Parteizentrale am Wiener Heumarkt waren zwar keine Fragen zugelassen –“

Etwa im Mai 2019, auch bei Sobotka „keine Fragen zugelassen“

Etwa im Jänner 2023, Franz Schnabl: „Fragen waren im Anschluss an die Erklärung nicht erlaubt.“

Etwa im November 2024, Georg Dornauer: „Der Noch-Landeshauptmannstellvertreter machte in dem Statement, nach dem keine Fragen zugelassen waren[.]“

Etwa im Mai 2019, Rubina Möhring: „Derzeit ist die Empörung sehr groß, dass bei den Pressekonferenzen keine Fragen gestellt werden durften. Das ist schon sehr autoritär und geht einfach gar nicht. Kurz macht das genauso wie Strache, Hofer und Kickl. Und das ist das Gefährliche an dieser Praxis: Diese Überheblichkeit von Politikern gegenüber demokratischen Grundrechten. Ungarn ist sehr nahe.“

Und wurde nicht gerade in den letzten Tagen das „Keine Fragen“ zur Staatsdoktrin, wenn der Hofburginformationsbote zwar freundlich seine Verkündigungen den Medien diktierte, jedoch Fragen zu stellen nicht gewährt wird, ganz nach der scharfen Kritik von Michael Völker: „Es gilt, was er spricht, daran soll niemand rütteln.“

Es werden Ihnen selbst wohl noch viele weitere Auftritte von Menschen in hohen und höchsten verantwortungsvollen Positionen vor Medien einfallen, von denen Ihnen in Erinnerung geblieben sein wird, als das Bleibende, es waren keine Fragen zugelassen.

„Keine Fragen zugelassen“, auch ein Kriterium, das verstehen läßt, welchen Platz Österreich in puncto Pressefreiheit inzwischen international einnimmt, wie im Mai 2024 zu erfahren war: „Österreich steigt in puncto Pressefreiheit in Europa weiter ab“ —

Und ohne daß der Gebirgeläufer bereits in die Position gelangt ist, der Pressefreiheit in Österreich gänzlich den Garaus in orbánischer Manie zu machen —

Was für Anwandlungen sonst als autoritäre könnte der vor dem Einmarsch als Haus- und Hofkanzler sonst haben, als ebendiese, die ihm so reichlich in diesem Land vorgelebt …

Bei all dem ihm zum Vorbild in Österreich Vorgelebte, ist die Versuchung groß, das von Michael Völker heute Geschriebene ein wenig anzupassen, für Österreich passender zu formulieren — Patinnen dafür sind auch und nicht nur die oben erwähnten Beispielgeber:

An Selbstbewusstsein mangelt es dem Österreich jedenfalls nicht, in seinem Auftritt läßt es verbal die Muskeln spielen, und es passt zum Bild eines Österreichs mit autoritären Anwandlungen, die keine Fragen zulassen. Es gilt, was es spricht, daran soll niemand rütteln.

Der Tod in seiner unerforschlichen Ungerechtigkeit bringt Stefan Magnet um sein Interview mit Ursula Haverbeck, Schildträgerin der „echten Demokratie“

Etwas mußte „Die Rechte“ nicht mehr einlösen: „Wir holen Ursula aus dem Knast.“ Darüber wird sie wohl nicht unfroh gewesen sein. Denn. Was kann die Rechte schon einlösen? Was sie kann, die Rechte, ist Versprechen durch Versprechen ablösen, so daß von ihr nicht eingelöste Versprechen durch so viele neue Versprechen ständig abgelöst werden, bis kein Mensch mehr diesen Haufen an Versprechungen überblicken kann, für keinen Menschen mehr je nachzuvollziehen ist, ob je ein Versprechen von ihr eingelöst wurde, je ein Versprechen von ihr gehalten wurde.

Im Fall Ursula Haverbeck löste der Tod das Versprechen ein, sie aus dem „Knast“ zu „holen“, genauer, der Tod erlöste sie von dem „Knast“,

wie am 20. November 2024 auf der Konzernplattform X, gelesen heute am 7. Jänner 2025, Stefan Magnet in seinem Nachruf auf sie, Ursula Haverbeck, schreibt, in seinem Nachruf, der im Grunde ein Vorruf ist, geschrieben von ihm bereits am 28. Juni 2024, verbreitet ebenfalls auf der Konzernplattform X

96jährige Ursula Haverbeck verstorben — unmittelbar vor Haftantritt Haverbeck wurde zu einem Jahr Haft verurteilt, weil sie laut Gericht „Volksverhetzung begangen“ habe. Das Gericht warf ihr vor, den Holocaust zu leugnen. Jetzt ist Ursula Haverbeck tot. Sie verstarb, noch ehe sie die Haft antreten musste. Sie hatte mir ein Interview zugesagt, es hätte unmittelbar vor Haftantritt stattfinden sollen. Es sollte bei dem Interview nicht um verbotene Inhalte oder Geschichte gehen. Ich wollte als Journalist jene 96-Jährige sprechen lassen, der gerichtlich das Sprechen verboten wurde und die aufgrund der ihr attestierten Gefährlichkeit wiederholt ins Gefängnis sollte. Mich beschäftigt die Frage, die seit der Inquisition an Aktualität nicht verloren hat: Warum schwört der als Ketzer verfolgte nicht ab, um sein Leben zu retten? Warum setzte sich die als „Nazi-Oma“ (so titelte „Der Stern“) verspottete Frau dieser Verfolgung in vollem Bewusstsein aus? Haverbeck sagte schon 2007 vor dem Landgericht in Dortmund: „Wir leben gar nicht in einer echten Demokratie, was man schon daran erkennen kann, daß alle Angst haben. Die Herrscher haben vor dem Volk Angst, deshalb gibt es Maulkorbgesetze, und das Volk hat vor den Regierenden Angst, deshalb wagt es nicht zu sagen, was es denkt.“ Wie sehr die Justiz instrumentalisiert ist, sieht man auch daran, dass in anderen Fällen unverständliche Milde angewandt wird. Etwa bei Vergewaltigern, Mördern… oder beim Hamburger Cum-ex-Bankier Christian Olearius. Er soll einen Steuerschaden von 280 Millionen Euro verursacht haben. Das Gericht stellte das Verfahren einfach ein, weil der Mann zu hohen Bluthochdruck hätte…. bei Haverbeck war man nicht so gnädig. Ich wollte herausfinden, warum? Jetzt kann sie nicht mehr für sich sprechen und das Gericht kann beruhigt die Akten schreddern.

Er, Stefan Magnet, mußte seinen Vorruf vom 28. Juni 2024 nur recht wenig noch ausschmücken, um am 20. November 2024 aus diesem einen Nachruf zu ihrer treuewiglichen Ehrerbietung und für alle dieser Gesinnung ständigen Verwertung.

Ursula Haverbeck, habe ihm, Stefan Magnet, ein Interview zugesagt, aber der Tod, so gütig dieser gegen Ursula Haverbeck war, sie vor dem „Knast“ zu retten, so ungerecht war dieser zu Stefan Magnet, der von ihr keine Antworten mehr bekam, auf die ihn gar recht beschäftigenden Fragen zu „Inquisition“, „Ketzer“ …

Da Stefan Magnet dies von Ursula Haverbeck zitiert, darf angenommen werden, es findet seine ungeteilte Zustimmung: „„Wir leben gar nicht in einer echten Demokratie, was man schon daran erkennen kann, daß alle Angst haben.“

Ja, Ursula Haverbeck hat als ganz junger Mensch noch eine Zeit erlebt, die ihr wohl ihr gesamtes Leben das Ideal einer „echten Demokratie“ war, ein Ideal einer „echten Demokratie“, nach dem sich so viele sehnen, die die „echte Demokratie“ nur aus den schmucken Erzählungen ihrer Großmütter, ihrer Großväter kennen, diese „echte Demokratie“, in der alle keine Angst zu haben brauchten, in der alle sagen konnten, was sie dachten, weil ihnen gesagt wurde,

für das zu dieser „echten Demokratie“ sich bekennende Volk gibt es keine „Maulkorbgesetze“, was es gab, waren

andere Gesetze für Menschen, bei denen es gleichgültig war, was sie sagten, was sie dachten, bei denen es genügte, daß sie waren.

„Heute spricht …“ So lautet an diesem 7. Jänner 2025 eine Ankündigung von der magnetischen Anstalt. Das wissen die „echte[n] Männer und Frauen, Patrioten“

auch ohne einem schmucken Interview mit Ursula Haverbeck, wie es damals war, in der „echten Demokratie“, als es allerorten und allerzeiten verkündet ward: „Heute spricht …“ Ist dies nicht der größte Beleg,

daß damals, in der „echten Demokratie“, alle sagen durften, was sie alles sagten?

Ob es ihm, Stefan Magnet, in der bitteren Stunde, als er erfuhr, daß der Tod ihn um das Interview seines Lebens betrog, ein Trost war, Interviews geführt zu haben, mit zwar gesinnungsgemäß nicht so bedeutenden Persönlichkeiten wie Ursula Haverbeck,

aber doch Personen,

die ihm und seiner Anstalt ein Versprechen wohl sein werden, einst ebenso bedeutend zu werden, wie die gar arme „verspottete Frau“ Haverbeck —

„Die LGBTQ-Woke-Klima-Versager werden vertrieben.“: Stefan Magnet – Hofft er, Eisenbahnminister zu werden?

Es erübrigt sich vollkommen, auf das von Stefan Magnet am 6. Jänner 2025 Verbreitete einzugehen, bloß auf eines, das vermuten läßt, auch er möchte jetzt seine Belohnung für all das von ihm bisher gesinnungsgemäß Geleistete, vielleicht sieht er sich bereits als Eisenbahnminister …

Die LGBTQ-Woke-Klima-Versager werden vertrieben.

Vielleicht wird bereits am Vormittag des Dienstags, 7. Jänner 2025, zwischen ihm und seinem von ihm ersehnten Haus- und Hofkanzler Personelles sondiert, darf er, Magnet, ihm vortragen, weshalb er als Eisenbahnminister der Geeignete wäre, wie er es auf Schiene bringen würde, die Vertreibung.

Stefan Magnet, ein patriotisch weitsichtiger Mann, der sich eins mit seinem patriotischen Herrn wissen kann, dem doch selbst, wie bekannt, das Woke dermaßen quält.

Er, der künftige Haus- und Hofkanzler, wird vielleicht schon gar viele seiner Gänge in die Berge dafür genutzt haben, sich eine endgültige Lösung für die Wokefrage

Vielleicht wird des Haus-und-Hofkanzlerischen Stellungnahme in dieser magnetischen Anstalt an diesem Vormittag des Dienstags gar sein die Verkündigung, er habe für die Lösung der Wokefrage bereits seinen treuen Eisenbahnminister

Österreich am Ende

Österreich, am Ende —

das Ende in Österreich der für viele, viele Illusion einer Bundesregierung, die das von dem Bundespräsidenten gemalte Bild in ein wirkliches verwandeln sollte —

wird Österreich eine Bundesregierung gemacht werden, von der von Anfang an, seit dem Ergebnis der Nationalratswahl am 29. September 2024, klar war, daß am Ende all der Gespräche Österreich keine andere Bundesregierung als diese bekommen wird,

als diese, die jetzt gebastelt werden wird, ab heute, dem 6. Jänner 2025, einem Montag, nach Beendigung des für elf Uhr angesetzten Hofburgstermins,

dessen erster Bastler bereits gestern, am 5. Jänner 2025, für sich und seine Partei die Bereitschaft bekundete, die Bundesregierungsbastelstunde zu belegen.

In ihn und in seine christschwarze Partei ist nun die identitäre Vernunft gekommen, sie werden das „Treiben“ des kleinen Gebirgsjägers beenden

in Erhöhung des Treibens als Haus- und Hofkanzler, für die

Diese Aussagen von Herbert Kickl sind eine Verharmlosung der Gräuel des Nationalsozialismus und offenbaren das Weltbild Kickls“, kritisierte auch ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker. „Wer mit einer solchen Geisteshaltung Politik macht, hat in einem demokratischen Parteienspektrum nichts verloren“, so Stocker. Es sei zu hoffen, „dass die gemäßigten Kräfte innerhalb der Freiheitlichen Partei zur Vernunft kommen und dem Treiben Kickls ein Ende bereiten“.

die patriotische Partei so inständig die Vorsehung angerufen

Das vom Bundespräsidenten gemalte Bild der Vielfalt hat bereits einen Tag später, die Wortfarben auf seinem Bild waren noch nicht einmal trocknen,

eine Tageszeitung die Zurechtrückung seiner Vielfalt vorgenommen, wie sie Österreich leben und gelebt haben will, durch den vielfältigen Gabalier im hallstätterischen Stephansdom

Die wirkliche Vielfalt in Österreich, einfach wie kurz gesagt, ist die Vielfalt, aus einer schwarzblauen Bundesregierung eine schwarzidentitäre Bundesregierung und nun eine identitärschwarze Bundesregierung —

Zur schwarzidentitären Bundesregierung durfte ein Schreiber der oben erwähnten Tageszeitung beim Zusammenbruch dieser schwarzidentitären Bundesregierung vor bald sechs Jahren in ebendieser Tageszeitung noch schreiben:

Kein Partner
Die Freiheitlichen sind nicht regierungsfähig. Das gilt mit den Ereignissen über die Osterfeiertage nun als hinlänglich bewiesen. In Summe fehlt es der FPÖ an den geistigen und moralischen Voraussetzungen für eine vertrauenswürdige Rolle im Staat. Das wird nichts mehr.

Eine neue Erkenntnis von ihm und seiner Tageszeitung war das nicht, immerhin aber eine, die doch noch geschrieben werden durfte, in einem seltenen Moment der Erlaubnis des breiten öffentlichen Eingeständnisses. Diese Erkenntnis der Regierungsunfähigkeit und der Regierungsunwürdigkeit hätte bereits zwanzig Jahre zuvor durch breiteste Verbreitung möglicherweise zu einer Abkehr von dieser österreichischen Vielfalt …

Und nun, fünfundzwanzig Jahre später, schon damals galt sein „Das wird nichts mehr.“, wird Österreich aus seinem „Das wird nichts mehr“ sein endgültig bestätigtes Ende mit einer identitärschwarzen Bundesregierung, die angeführt werden wird von einem Mann, für den allein und einzig die Chancengleichheit sich erfüllen wird: vom armen Schreiber vor dem Palast zum Haus- und Hofkanzler im —

Welche Chancengleichheit dieser Haus- und Hofkanzler für alle anderen Menschen, die nicht seiner Gesinnungskameraderie angehören, in Österreich im Sinne hat, im Schilde führt, für diese seine Chancengleichheit, für diese seine Gerechtigkeit steht wie keine zweite Person seine Programmschreiberin, der er wohl auch angedeihen lassen wird, nicht weiter vor dem Palast

Was eines Haus- und Hofkanzlers höchste Pflicht im Land, vordringlichste Aufgabe im Staat, kaum daß er in den Palast hineingelobt werden wird, wird sein, dem Land eine neue Hymne zu schenken, die nach seiner und seiner Partei Gesinnung erfüllt, wovon der Bundespräsident am 5. Jänner 2024 in seiner gar so schönen und kurzen Rede spricht, worauf er weiter nach bestem Wissen und Gewissen achten will, auf die Grundpfeiler einer „liberalen Demokratie: Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Menschenrechte- und Minderheitenrechte, freie und unabhänige Medien, EU-Mitgliedschaft“ …

Er, der Haus- und Hofkanzler, wird gesinnungsgemäß recht marschgängerige Verse finden,

ist er doch ein Versschmied nach seinem Vorbilde Hölderlin, aber dem Gehalte nach könnte die Hymne seiner ihm erscheinenden vordringlichst zu erfüllenden Staatsaufgabe lauten:

Reich

Land der Hämmer reich, bist du großer Töne,
begnadet‘ Burg inmitten der Äcker, du Schöne,
rechtgerühmtes Reich.

Rechtgerühmtes Reich.

Du Stollwerk, tiefgetrieben inmitten der
Festung, hast seit früh’sten Mannestagen
höchster Sendung Fahnen getragen,
rechtgelastet‘ Reich.
Rechtgelastet‘ Reich.


Mutig gleich in alten Zeiten gläubig
frei wir schreiten in unser
reichlohnend‘ Reich
.
Unser reichlohnend‘ Reich.

Deiner Züge Räder, du Land
der Rückkehr
, steh’n
niemals stille, dies einig in
Manneschören, schwören wir
dir in Treue, du Vaterland
der Vorsehung Ährenreich.
Der Vorsehung Ährenreich.

Die Morde von Mayerling, und Amstetten

Das Kloster Mayerling, idyllisch gelegen in Niederösterreich, etwa 25 Kilometer südwestlich von Wien, ist ein Ort der Stille und des Gebets. Gegründet wurde die Stätte im Jahr 1889 von Kaiser Franz Joseph I., um für die Tragödie seines Sohnes Kronprinz Rudolf und dessen Gelilebter Mary Vetsera zu sühnen. Seither leben und beten hier die Karmelitinnen.

Der Kaiser wollte, dass hier die Schwestern nach dem Tod von Rudolf und Marie Vetsera Sühne leisten. Stille ist quasi die oberste Regel.

Die heilige Nacht als Symbol für Ruhe und Besinnlichkeit. Doch in unserer Hektik ist das schwer. Die „Krone“ war im Kloster Mayerling, wo Schweigen Teil des Weges zu Gott ist.

Hinter einem Gitter sitzt Schwester Maria Anna und bricht für die „Krone“ ihr Schweigen.

Rudolf Habsburg war für seinen Mord niemals hinter Gittern, er entzog sich der Strafe durch seinen Selbstmord. Das sind die Morde von Mayerling. Von den Morden schreibt die „Krone“ am 24. Dezember 2024 nichts. Ganz der Regel verpflichtet: Schweigen, Gottes Weg auf Erden. Die „Krone“ verschweigt am 24. Dezember 2024 die Morde von Mayerling, berichtet nur vom „Tod von Rudolf und Marie Vetsera“, als wären die zwei Menschen bloß eines sogenannten natürlichen Todes gestorben, eine „Tragödie“ durch die unerforschlichen Wege Gottes: die mit 17 Jahren minderjährige Mary Vetsera und der mit über 30 Jahren volljährige Rudolf Habsburg viel zu früh …

Wäre es lediglich bei einem Selbstmordversuch geblieben, Rudolf Habsburg wäre für seinen Mord an der unmündigen Mary Vetsera wohl nie hinter Gittern gekommen; wußte sein Vater, Franz Joseph Habsburg, doch sofort, wer die Morde zu sühnen hat, wer einzusperren ist: Frauen

„Trotz der strikten Regeln des Klosters und der zahlreichen Stunden des Betens und des Schweigens hat die engagierte Frau eine ganze Liste an Dingen, die sie ihrem Beichtvater erzählen will. Es reicht vom zu langen Lüften bis zum Vergessen der gefüllten Wasserkrüge für die Mitschwestern.“

Eine Frau zu ermorden, löste 1889 keine „Schockstarre“ aus, 1889 löste keine „Schockstarre“ aus, daß ein dreißigjähriger Mann eine siebzehnjährige Frau ermordet. Was aber eine „Schockstarre“ auslöste, erzählt Martina Winkelhofer am 28. Dezember 2024 in „Erbe Österreich“ im öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs:

Martina Winkelhofer: Die Tatsache, daß ein Sohn eines katholischen Kaisers Selbstmord begangen hat, ist so unglaublich, das wäre vorher, vor dieser Tat so unvorstellbar gewesen, daß das überhaupt sein könnte, daß das allein schon eine unglaubliche Schockstarre ausgelöst hat.

Männliche Erzählstimme: Der Tod des Kronprinzen Rudolfs sollte die erste in einer Reiher von schweren Rückschlägen sein, die Franz Josephs letzte Jahrzehnte und das nahende Ende der Monarchie prägten.

Martina Winkelhofer: Ich denke, daß man man nicht vergessen darf, daß Kronzprinz Rudolf seine Kindheit mit sich getragen hat. Es ist auch ganz spannend zu sehen, daß all diese kindlichen Dramen, die einen Menschen später beeinflußen können, auch in höchsten Kreisen und in Kreisen vorkommen können, wo man meint, daß alles da ist. Wir sprechen von einem Kind, daß mit einem, eineinhalb Jahren seine Mutter lange Zeit nicht gesehen hat. Mit sehr, sehr vielen frühkindlichen Verletzungen, Kränkungen. Das ist ein Kind, das einen ganz, ganz schwierigen Erzieher hatte, also der ihn zu Tode geänstigt hat, der gemeint hat, man muß ein Kind abhärten, von einem Kind, das zwar von Bezugspersonen umgeben war, aber ein Kind das trotzdem immer auf einen Sockel gestellt wurde, mit einem Glassturz drüber, das einfach nie diesen menschlichen Austausch hatte, den jedes andere Kind auch zu dieser Zeit gehabt hätte. Und das sind all diese Dinge, die man nicht vergessen darf, wenn man 1888 den dreißigjährigen Rudolf sehen. Im Nachhinein betrachtet, kann man durchaus sagen, daß dieses Weihnachten 1888 so der Wendepunkt in der kaiserlichen Familie war. Da hätte alles noch gut ausgehen können, weil es waren ja alle Protagonisten auf den Sprung in ein vermeintlich besseres, freieres Leben, aber zum damiligen Zeitpunkt hätte keiner der Anwesenden bei diesem kaiserlichen Weihnachten geahnt, was da auf sie zukommt.

Martina Winkelhofer, eine Historikerin, die auch weiß, wie es damals Kindern erging, gleich in welchen Kreisen, Schichten, Milieus; so weiß sie auch über die Ehefrau des Mörders und Selbstmörders Rudolf Habsburg zu berichten:

Stephanie von Belgien war wahrscheinlich eine schwierige Persönlichkeit, wobei man auch bei ihr nicht außer acht lassen darf, daß sie eine unglaublich schwierige Kindheit hatte. Ihr Vater war der berühmte Leopold II. von Belgien.

Wofür der Schwiegervater von Rudolf Habsburg berühmt war, darüber schweigt Martina Winkelhofer, berühmt ist sein Schwiegervater für seine Massenverbrechen, seine Massenmorde, bei seinem Schwiegersohn hat es bloß zu einem Mord und einem Selbstmord gereicht,

aber wer weiß, zu wie viel befehligten Morden er es gebracht hätte, wäre es bei einem bloßen Selbstmordversuch geblieben,

vor allem dann ab dem Jahr 1916 als Kaiser —

Und dafür würden heutzutage noch nicht die Knochen des Karl Habsburg, sondern wohl seine …

Es gibt aber auch die oberste Regel, wann nicht zu schweigen ist, und so unerforschlich sind Gottes Wege nicht, zu ergründen, wann zu schweigen und wann nicht zu schweigen das Gebot ist. Für Amstetten gilt das Gebot, zu schweigen, nicht, an das Verbrechen in Amstetten ist in jedem Bericht zu erinnern, der Mord in Amstetten muß stets genannt werden, auch wenn es kein mit einer Waffe verübter Mord war, wie jener von Rudolf Habsburg, sondern eine „unterlassene Hilfeleistung“, die gerichtlich als Mord …

„Warum bekommt Josef Fritzl einen Platz für betreubares Wohnen und ich nicht? Muss man ein Mörder sein, um Anspruch zu haben?“,

läßt die „Krone“ am 10. Februar 2024 eine Frau fragen. Am 25. Jänner 2024 erinnert die „Krone“ an das Verbrechen des Mannes, der ihr ein „Kellermonster“ …

Fast jeder kennt den schrecklichen Inzestfall von Amstetten. Ein Vater, der seine Tochter fast 24 Jahre lang in einem Kellerverlies eingesperrt hielt, mit ihr sieben Kinder zeugte. Josef Fritzl wurde 2009 einstimmig im Landesgericht St. Pölten wegen Mordes durch Unterlassung, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Blutschande zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Und wegen seiner geistigen Abnormität in eine Anstalt eingewiesen – die strengste Strafe, die es in Österreich gibt.

Am 12. März 2024 erinnert die „Krone“ an das Verbrechen, der ihr ein „Horror-Vater“

Fast jeder kennt den schrecklichen Inzestfall von Amstetten. Ein Vater, der seine Tochter fast 24 Jahre lang in einem Kellerverlies eingesperrt hielt, mit ihr sieben Kinder zeugte. Josef Fritzl wurde 2009 einstimmig im Landesgericht St. Pölten wegen Mordes durch Unterlassung, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Blutschande zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Am 18. Jänner 2024 „das freie Wort“ der „Krone“, erteilt Josef Fuhrmann, der weiß, was dieser Mann ist: „Bestie“, „Unmensch“:

Der nächste Justizskandal

Allein der Gedanke, die Bestie Josef Fritzl auf Grund einer Begutachtung einer angeblichen Sachverständigen nach 14 Jahren Haft wieder auf freien Fuß zu lassen, ist für den Normalbürger nicht zu begreifen und der nächste, unverständliche Skandal der Justiz. Während seine Kinder 24 Jahre unter menschenunwürdigen Verhältnissen in einem Kellerverlies ausharren mussten, soll dieser Unmensch nach 14 Jahren freikommen? Aus Gründen der Menschenwürde! Wo war die Würde seiner Kinder während der Gefangenschaft? Abgesehen davon, dass diese Menschen ihr Leben lang ständig an dieses Martyrium erinnert werden! Wie müssen sie sich fühlen, sollte ihr Peiniger tatsächlich wieder die Freiheit erlangen? Egal, wie alt und dement diese Person ist – wegsperren für immer! Hoffentlich sieht die Justiz diesen Fall genauso.

Der Mann aus Amstetten entging seiner Verurteilung für sein Verbrechen nicht durch Selbstmord, er selbst mußte hinter Gittern zum Sühnen seines Verbrechens, die Sühne seines Verbrechens wurde keinen Frauen auferlegt

Es brach schon einmal für die „Krone“ eine Frau hinter Gittern das Schweigen, die Oberin, das war 1983, als die „Neue Kronenzeitung“ in einer Serie versuchte, Rudolf Habsburg reinzuwaschen, aus ihm ein Opfer und keinen Mörder zu machen: „Zita: Mayerling war Mord“. Immerhin, die Schlagzeile der „Krone“ war wahr: Mord …

Historiker Adam Wandruszka, Ordinarius für österreichische Geschichte an der Universität Wien mit einer in und für Österreich rechttypischen Laufbahn, schrieb dazu in der „Furche“ am 24. März 1983:

Die mit dem reißerischen Titel „Zita: Mayerling war Mord!“ auf fünf Fortsetzungen ausgedehnte Serie der „Neuen Kronenzeitung“ hat zunächst im In- und Ausland ein ungeheures Aufsehen erregt, obwohl schon nach der ersten Fortsetzung zu erkennen war, daß diese „Enthüllungen“ weder neue Fakten noch gar Beweise enthalten würden, sondern nur die im Hause Bourbon-Parma und in der Familie des Erzherzogs Karl Ludwig schon immer in verschiedenen Versionen verbreiteten Gerüchte. Tatsächlich wurde der Inhalt der Serie von einer Fortsetzung zur anderen immer dünner, bis die letzte Fortsetzung nur mehr die Vermutung der Oberin des Klosters in Mayerling brachte, die sich auf die längst durch einwandfreie Dokumente widerlegte Erzählung des Sohnes jenes Tischlers Wolf stützt, der nicht, wie behauptet, „wenige Tage nach dem Drama“, sondern erst zwei Wochen später das Sterbezimmer betrat. Was aber die angeblichen ausländischen Auftraggeber der „internationalen Verschwörung“ betrifft, so endete die Serie mit dem geradezu eine Verhöhnung der Leser darstellenden Versprechen, die Namen zweier Persönlichkeiten, die Kaiserin Zita genannt habe, würden „im Herbst veröffentlicht werden, wenn es gelingt, den Verdacht durch neue Geheimakten zu erhärten“. Der äußere Hergang der Tragödie ist bekanntlich bereits durch das noch immer nicht überholte Buch des ehemaligen Direktors des Haus-, Hof- und Staatsarchivs Oskar Freiherr von Mitis „Das Leben des Kronprinzen Rudolf“ (1928) bekannt geworden, das von mir 1971 mit einer ausführlichen, die seit 1928 erschienenen Werke und Quellenfunde kritisch würdigenden Einleitung und ergänzt durch Rudolfs Briefe an Theodor Billroth neu herausgegeben wurde. Die von Mitis publizierte Denkschrift des Grafen Hoyos (S. 341-353 der Neuauflage) ist ein absolut zuverlässiger Bericht, der durch alle später aufgefundenen Zeugnisse bestätigt wurde, so daß der Hergang der Tat (Tötung der Baronesse Vetsera auf deren Verlangen in Rudolfs Schlafzimmer nach Mitternacht, Selbstmord des Kronprinzen durch den in der Gerichtsmedizin wohlbekannten „Selbstmord vor dem Spiegel“ zwischen 6.30 und 7.30 Uhr des 30. Jänner 1889) unwiderleglich feststeht. Was das Motiv der Tat betrifft, so hat man lange an die von interessierter Seite (Gräfin Larisch) in die Welt gesetzte Theorie von einer „ungarischen Verschwörung“ geglaubt, in die der Kronprinz verwickelt gewesen sei; und der getreue Mitarbeiter und publizistische Gehilfe des Kaisers Karl, Baron Karl von Werkmann, hat in den „Innsbrucker Nachrichten“ vom 17. November 1928 unter Hinweis auf Mitteilungen des Kaisers Karl, der sich auf Kaiser Franz Joseph berufen habe, die These vertreten, Rudolf habe sich „in ungarische Abenteuer eingelassen“, aus denen er in geistiger Verwirrung keinen anderen Ausweg gefunden habe, „als den Tod durch eigene Hand“. Nun aber sollen wir glauben, Kaiser Karl habe schon immer von der „Ermordung des Kronprinzen“ gewußt! Das angebliche „Zweitausend-Worte-Tele- gramm“ Franz Josephs an Papst Leo XIII. aber hat, wie Fritz Judt- mann überzeugend nachweisen konnte, nie existiert und ist wahrscheinlich die Erfindung des römischen Korrespondenten der Londoner Zeitung „The Standard“. Der Abschiedsbrief Rudolfs an seine Frau Stefanie wurde von dieser 1935 in Faksimile in ihren Erinnerungen und seither noch mehrmals in anderen Büchern publiziert. Die sehr präzise letztwillige Verfügung Rudolfs mit dem Verzeichnis der verschickten Abschiedsbriefe und den Begleitbrief an den Sektionschef Ladislaus von Szögyeny-Marich („Ich muß sterben, das ist die einzige Art, zumindest wie ein Gentleman diese Welt zu verlassen“) hat Rudolf Neck, der derzeitige Generaldirektor des österreichischen Staatsarchivs, 1958 veröffentlicht.

Medienpolitisch war es vielleicht geschickt, mitten im Wahlkampf etwas ganz anderes, nämlich „Enthüllungen über Mayerling“, zu veröffentlichen, seriös war es aber sicher nicht.

Ein nach wie vor gültiger, zeitloser Satz, ein besserer könnte auch gar nicht mehr gefunden werden, um dieses Kapitel zu schließen: „Seriös war es aber sicher nicht.“

Eine „große Persönlichkeit“

Wenn in einem Roman eine Figur in vielen Kapiteln vorkommt, und dann plötzlich nicht mehr, wird allenthalben von Lesenden darauf gepocht, sie hätten ein Recht darauf zu erfahren, was aus dieser geworden —

Andreas Laun ist eine solche Figur, die in nicht wenigen Kapiteln ihre Auftritte hatte, und dann plötzlich nicht mehr. Was aus ihr geworden ist? Sie ist gestorben, am 31. Dezember 2024 …

Es muß im Angesicht ihres Ablebens nicht wiederholt werden, was ihre Auftritte waren, es muß nicht zusammengefaßt werden, welche Rolle sie in den Kapiteln einnahm.

Jetzt, da sie dort endete, wo alle irdischen Leben in Gott enden, in der Erde, sie hinabgefahren werden wird in die Grube, bleibt nur noch zu erzählen, wie über sie bei Lebzeiten gesprochen worden wäre, wäre sie eine islamistische Figur gewesen, mit Anerkennung hätte sie nicht rechnen dürfen, sie wäre wohl unter Beobachtung gestanden, es wären ihr Hausdurchsuchungen wohl auch nicht erspart geblieben …

Aber sie war keine islamistische Figur, sie war eine christliche, eine römisch-katholische Würdenträgerin, und so wird jetzt, da sie im bald beginnenden allmählich in der Grube verfaulenden ewigen Schrein liegt, aus dem sie je nicht mehr herauskommen wird, gesprochen, pflichtschuldig werden kritische Worte — wer will noch in dieser Zeit als unkritisch gelten — eingeflochten, aber es überwiegen die diese Figur würdigenden und also harmlosen Worte, wie „Hardliner“, „streitbarer Moraltheologe“, „konservativ“, „prominenter Vertreter“ und so weiter und fort der harmlosen Lobpreisungen …

Die „Österreichische Bischofskonferenz“, also das Board dieses Organisierten Glaubens, veröffentlicht am 1. Jänner 2025:

„Betroffen und traurig“ über den Tod von Weihbischof Andreas Laun zeigte sich am Mittwoch auch der zweite Nationalratspräsident Peter Haubner (ÖVP). Mit Laun verlieren Österreich „nicht nur eine große Persönlichkeit, sondern einen ganz außergewöhnlichen Menschen, der sein Leben und sein Wirken voll und ganz in den Dienst Gottes und der Kirche gestellt hat“, so Haubner in einer schriftlichen Stellungnahme, die auf einer eigens eingerichteten Website der Erzdiözese Salzburg veröffentlicht wurde.

Und die Website dieses Organisierten Glaubens der katholischen Kirche Österreichs veröffentlicht am 2. Jänner 2025:

Mit differenzierten Worten aus Wertschätzung, aber auch deutlich kritischen Tönen, hat die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) Salzburg, Elisabeth Mayer, den am Silvestertag im 83. Lebensjahr verstorbenen Weihbischof Andreas Laun gewürdigt. […]

„Auch wenn viele, darunter die Katholische Aktion, den Stellungnahmen von Weihbischof Laun zu Lebensthemen der Menschen nicht immer folgen konnten, war sein Einsatz für den Lebensschutz doch beeindruckend“, hielt Mayer fest. Und weiter: „Laun war in seinen Äußerungen kompromisslos, als Seelsorger erlebten ihn viele als freundlich und verständnisvoll. Er kämpfte immer mit offenem Visier und war in gleichgesinnten Medien als Kolumnist gefragt, […] Der nun verstorbene Weihbischof habe die Wirkung über die Diözesangrenzen hinaus geliebt, so Mayer. Als bleibende Spuren Launs in Salzburg bezeichnete die KA-Präsidentin die „Erinnerungen an einen Bischof, der seinen Kampf für das Reich Gottes gekämpft hat und Sympathien durch seine Tierliebe zu Schäferhündin Pamina gewonnen hat“. […]

Der gebürtige Wiener und Moraltheologe galt als prominenter Vertreter konservativer Positionen in der katholischen Kirche. Vor allem zu Themen wie Lebensschutz und Sexualmoral meldete er sich immer wieder prononciert zu Wort und sorgte auch für Schlagzeilen und Kritik. […]

An Andreas Laun als „streitbaren Theologen“ hat der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ) zum Tod des emeritierten Salzburger Weihbischofs erinnert. Laun habe eine „mutige und kompromisslose Haltung“ zu Abtreibung und Lebensschutz allgemein vertreten und sei damit bis weit über die Grenzen der Erzdiözese Salzburg hinaus bekannt geworden. Doch auch die Themen Ehe und Familie seien für ihn stets ein Herzensanliegen gewesen, hieß es in einer Mitteilung am Donnerstag.

In „gleichgesinnten Medien als Kolumnist gefragt“: welche das waren?

Nun, zum Beispiel dieses Medium, gesinnungsgemäß authentisch paßt hierzu seine Schäferhundliebe und

seine Wahlempfehlung …

Wahrlich, eine „große Persönlichkeit“, und damit das nicht vergessen wird, aufgenommen wird in die Würdigung dieses „außergewöhnlichen Menschen“: er hat Jünger, die ihm blindlings folgen, auch die verdienen alle Aufmerksamkeit, etwa darin:

Weihbischof Laun galt als sehr konservativ. Er ließ immer wieder mit kämpferischen und auch umstrittenen Aussagen aufhorchen. Dem Vorschlag, Frauen zu Diakoninnen zu weihen, erteilte er eine vehemente Absage: Jedes Geschlecht habe „seine besondere Aufgabe in dem großen Organismus der Kirche“, sagte er 1998 im ORF-Fernsehen. Auch gegen Abtreibung äußerte Laun sich oft. Die in Österreich geltende Fristenregelung sei „eine offene Wunde“, sagte er 1999 in einem Interview. Zum Islam fand er 2007 kritische Worte, indem er eine „ideologische Rechtfertigung“ für Selbstmordattentäter verortete.

Ein Jünger von ihm hat am ersten Adventsonntag im letzten Jahr weihevoll zur „Frauenfrage“ mit einem ganz und gar tiefen Gedanken geantwortet, ob dies wirklich der Wille Gottes sei …

Ein weiterer launischer Jünger antwortete im letzten Jahr

nicht auf die freundliche Art, die an dem launischen Wahlempfohlenen in Österreich so geschätzt wird, sondern entschieden, harsch mit einem „Nein“ —

Hintergrund der Kritik ist ein am 19. Mai ausgestrahltes Interview des US-TV-Senders CBS, bei dem die Moderatorin den Papst fragte, ob ein Mädchen, das heute katholisch aufwachse, jemals die Möglichkeit haben werde, Diakonin und damit Mitglied des kirchlichen Klerus zu werden. Die Antwort des Papstes war ein schlichtes „Nein“.

Das sind, könnte gesagt werden, die prominentesten launischen Jüngerinnen, es gibt auch weniger prominente launische Jünger, geeint sind sie aber in tiefster Gedankenfülle, die sie jetzt auch im launischen Kondolenzbuch hinterlassen, etwa Zellenberg, auch adelige sind darunter, die diese Gedankentiefe adeln

So ist die Pflicht getan, auch das noch zu erzählen, was aus einer Figur geworden ist, die in vielen Kapiteln hintrat, vor allem aber, was mit dieser Figur nicht begraben sein wird, ihre Gesinnung.