„Lies Ortner“ – Anleitung zu Haß und Hetze

Vielleicht gibt es einen Menschen, der das aufgreifen möchte, ein Buch zu schreiben, dessen Titel sein könnte: Anleitung zu Haß und Hetze.

Denn. Es gibt so viele Guides, die Antworten darauf geben, was gegen Haß und Hetze im Internet zu tun ist, wie mit Hetze und Haß auf den Plattformen der SM umzugehen ist. Aber keine Anleitung für Menschen, die im Internet Haß und Hetze verbreiten. Und dementsprechend hilflos sind ihre Kommentare. Sie werden vollkommen alleingelassen, müssen selbst Form und Inhalt für Haß und Hetze finden. Oft zu holprig. Oft zu wenig durchdacht. Nicht einladend zum Lesen. Kein Ansporn für ein Folgen.

Sie greifen nicht auf seriöse Informationen, nicht auf redliche Quellen des Wissens zurück. So ist es, wenn es dennoch einmal gelesen wird, stets leicht zu durchschauen. Und wenn sie einmal, wie Steppenwolf auf FPÖ unzensuriert, so klug sind, eine redliche Quelle zu nennen, dann geschieht es unfreundlich, herrisch, nicht einladend: „Lies“. Hingeworfen wie einen zur Gänze schon abgenagten Knochen, als wären seine Leserinnen und Leser bloße räudige Köter …

Wie anders klänge es, wie einladend klänge es, schriebe er, er möchte mit seinen Lesern und Leserinnen die Quelle der österreichischen Redlichkeit teilen, und er lade höflich ein, Christian Ortner zu lesen, ein Mann von unfehlbarem Tadel, dem auch die Zeitung der österreichischen Republik vertraut.

Das wäre schon einmal so etwas wie ein Rat,  freilich im Buch Anleitung zu Haß und Hetze ein ausführlich zu behandelnder.

Um ein weiteres Beispiel für einen Rat zu geben, ist der, daß beim Verbreiten von Haß und Hetze zu oft das Gegenteil herauskommt. Wie es Franz Dinghofer passiert. Wie es ebenfalls in der Collage der Beispielsammlung gelesen werden kann. Franz Dinghofer schreibt in seinem Kommentar auf FPÖ unzensuriert, „dieser jüdische Kanzler“ werde „ohnehin Geschichte“ sein. Tatsächlich ist „dieser jüdische Kanzler Geschichte“, der „jüdische Kanzler“ ist „Geschichte“, weil er sehr viel für die Entwicklung und den Fortschritt in Österreich getan hat, von der ersten Stunde seiner Kanzlerschaft ab 1970 bis 1983.

Mit der Erinnerung an „diesen jüdischen Kanzler“ erinnert Franz Dinghofer gegen seinen Willen, an die große Zeit des Aufbruchs, an die großen Errungenschaften in diesem Land, zugleich aber, gegen seinen Willen, erinnert er daran, daß in über sieben Jahrzehnten erstens die FPÖ keinen Kanzler hervorgebracht hat, und zweitens, noch viel wichtiger, kein einziger Mann und keine einzige Frau aus der FPÖ keine einzige und nicht einmal eine im Ansatz zu vergleichende positive Leistung für die Menschen in Österreich erbracht hat, wie ebendieser „jüdische Kanzler“, der unbestritten auf der Habenseite österreichischer Geschichte mit Recht geführt wird, während die Männer und Frauen der FPÖ unbestritten nur die Sollseite existenzgefährdend belasten.

Und ein letztes Beispiel für einen Rat, der in so einer Anleitung zu Haß und Hetze auch stehen könnte, ebenfalls ausführlicher behandelt: Nicht immer so direkt. Nicht immer so brutal. So barbarisch. Nicht immer gleich mit dem Ermorden kommen. Wie es Peter_ auf FPÖ unzensuriert passiert. Es gibt elegantere Formen, die nicht abschrecken, die nicht erschrecken, die Peter_ noch viel mehr Zustimmung bringen könnten. Kurz gesagt, eine Ausdrucksweise wie etwa die von Gerald Tatzgern würde …

Wer die Idee aufgreifen möchte, ein solches Buch zu schreiben, eine Anleitung zu Haß und Hetze, darf die Idee ohne Rückfrage herzlich gerne realisieren, es werde niemals der Vorwurf erhoben werden, diese Idee ohne Einwilligung zu einem Buch verarbeitet zu haben. Auch dürfen die hier angeführten Beispiele gerne jederzeit verwendet werden. Es gibt und wird dagegen niemals Einwände, Vorwürfe oder gar Klagen geben. Sollte es Zweifel geben, es gäbe nicht genügend Ratschläge dafür, um ein ganzes Buch damit zu füllen, kann ohne Sorge sein. Es gibt derer mehr als genug. Sollte kein anderer Titel einfallen, auch der Titel darf ungefragt genommen werden, oder auch diese Titelvariante, sollte diese mehr zusagen: Gehetzte Hassende, nicht alleingelassen – Ein Sachbuch voller Ratschläge …

Darüber hinaus kann es auch ausgeweitet werden, Ratschläge nicht nur für Menschen, die Kommentare des Hasses und der Hetze schreiben, sondern auch für Seiten, die solche Kommentare veröffentlichen, ab und an sogar eigene und nicht nur kopierte, wie ebendie FPÖ unzensuriert.

Ein solcher Ratschlag etwa könnte sein, ausführlicher behandelt wiederum, nicht mißverständliche Überschriften zu verwenden, wie: „Bissiger Afrikaner“ … Wie leicht könnte es geschehen, daß Menschen nicht weiterleisen, weil sie meinen, es handle sich um einem Vorfall in einem Tierheim, und sie an Hundegeschichten nicht interessiert sind, da sie der irrigen Meinung sind, es handle sich beim „Afrikaner“ um einen Hund, von dem sie zwar noch nie gehört haben, aber es durchaus eine Hundeart geben kann, die „Afrikaner“ heißt, da es ihnen bekannt ist und von daher nicht ungewöhnlich erscheint, werden doch viele Hunde nach Ländern, auch nach Kontinenten benannt, zum Beispiel American Akita, Australian Kelpie, Bayrischer Gebirgsschweißhund, Deutsch Kurzhaar …

Lies Ortner - Anleitung zu Hass und Hetze

Im Zentrum ein leitender Polizist – Die kurze Mittelmeerroute zu Kolonialismus und Ändern der Rechte

Im Zentrum Mittelmeerroute Kurz - Sobotka - Strache

Schon zum Ende  der Sendung „Im Zentrum“ am 25. Juni 2017 hin entspann sich noch ein Dialog zwischen Gerald Tatzgern und Gerald Knaus mit reitererschen Zwischenfragen. Wäre es ein gemalter Dialog, käme das Bild mit dem Titel „Ohne Worte“ aus. Und jeder Mensch verstünde dennoch auf Anhieb, ohne weitere Erklärung. Ein Bild das tiefste Betroffenheit auslöste, größte Erschütterung.

Gerald Tatzgern, ein Polizist, sprach davon, es müssen „Rechte geändert“ werden, aber er verbesserte sich rasch, damit es nicht so hart und unmißverständlich eindeutig klingt. Es ging dabei darum, einen Teil von Libyen zu besetzen, um dort die Auffanglager, die nun auch irgendeinen schön harmlosen Namen erhalten haben, zu errichten. Zu dem meinte Gerald Knaus, damit wieder beim „Kolonialismus“ … Für Gerald Tatzgern aber kein abwegiger Gedanke …

Mittelmeerroute - Kurzer Traum von einer KolonieTatzgern: „… ultimative variante gar nicht die grenze überschreiten können … praktisch gesehen … es müssen zeichen gesetzt werden … beginnen ein teilgebiet libyens so zu ordnen …“

Knaus: „… das heißt ein gebiet zu besetzen von libyen  … dann sind wir wieder beim kolonialismus …“

Tatzgern „… das kann ich nur befürworten … so diese mittelmeerroute zu schließen wir müssen heute beginnen wirklich beginnen die rechte zu ändern also rechtliche gegebenheiten zu schaffen praktische Gegebenheiten zu schaffen …“

So kurz, so schlecht. Oder, weil es um einen leitenden Polizisten im Bundeskriminalamt geht, kann auf den bereits verwendeten Spruch zurückgegriffen werden: so kurz, so sobotka, oder …

so etwas kommt heraus, wenn Sebastian Kurz spricht, der in Österreich ständig das Tischchen deckt, diesmal mit dem Schließen der Mittelmeerroute, und sein Ideenaas sogleich gierig verschlungen wird.

Das ist bereits mehr als genug, was zu dieser Sendung zu sagen ist. Unerwähnt allerdings darf nicht der Sendeschlußappell von Claudia Reiterer bleiben, es seien „so viele Ideen“ gehört worden, sie, Reiterer, hoffe, die Politik höre sie … Was sollen sie hören? Rechte ändern? Und für Österreich einen Kolonialismus ausrufen?

Ach, eine Sendung, in der es um das „Retten“ von Menschen … um das „Retten“ von Menschen? Wie kann es in einer Sendung das Retten von Menschen gehen, wenn bereits im Sendetitel das Retten mit einem Fragezeichen versehen wurde.

Soweit ist es also bereits in diesem Land, in diesem österreichischen Rundfunk, daß das Retten von Leben, und es geht hier um das Retten vor dem Tod, nur noch eine Frage ist, und keine Verpflichtung mehr.

Eines noch, wenn auch nebensächlich. Wer diskutierte noch mit? Es war Karin Kneissl. Für den ORF eine, nein, mehr schon, die „Afrika- und Nahost-Expertin“. Das mag sie schon sein, aber eine recht nach dem Geschmack der FPÖ. Mehr braucht nicht gesagt zu werden, über ihre Expertise. Die verdienen schon mal ein Gudenus-Küßchen …

Küßchen Küßchen Kneissl Gudenus

PS Zu Beginn der Sendung war die erste reiterersche Frage an Karin Kneissl, könne denn die Mittelmeerroute geschlossen werden … ein wenig später, als wer nicht über das Schließen sprechen wolle, sondern über die Ursachen, meinte Reiterer sofort, auf die Ursachen werde später …