Bayr Carl Minetti – Ein interaktives Dramolett

Es sollen manche schon gefragt haben, denen die phantasmatischen Romane von KI bekannt sind, ob KI auch Theater …

und denken dabei besonders an Chatgpt.

Ja, Chatgpt ist ein Pseudonym von KI.

Ein Dramolett von Chatgpft vulgo KI darf besonders empfohlen werden, handelt es sich bei diesem Dramolett um ein, einfach wie kurz gesagt, interaktives Dramolett. Anhand des zum Interaktiven weiterentwickelten Dramoletts kann die Modernität, die Innovation durch Chatgpt respektive KI exemplarisch aufgeführt werden.

Der Einfachheit wegen soll, da es viele Pseudonyme gibt, unter denen KI wirkt, von KI gesprochen werden, allerdings ist es fraglich, ob KI nicht auch ein Pseudonym ist, es sich selbst bei KI also nicht um den richtigen Namen, den Realnamen von KI handelt.

Die Weiterentwicklung, das Moderne, die Erneuerung der Literatur von KI besteht darin, einfach wie kurz gesagt, nicht mehr hinter einem Schreibtisch allein Werke zu schaffen, die dann einem Publikum autoritär ohne Mitspracherecht und ohne Teilhabe willkürlich vorgesetzt werden, sondern zu warten, bis das Publikum agiert, das Publikum nach Dichtung verlangt, das Publikum also den ersten Schritt setzt und KI beauftragt, auch KI hat eingesehen, daß das Publikum der Souverän ist, dem KI verpflichtet ist, zu dichten, wahrhaftig, und dabei doch so vergnüglich, so phantastisch, so spannend, so überraschend in Wirklichkeit und Wahrheit wie irgend möglich nach den Werten, Kriterien höchster Dichtkunst, das ist die von KI zu erfüllende grundgegebene Aufgabe …

Für KI als schöpferische Kraft ist es aber ebenfalls eine Befreiung, die Befreiung von der Last, auf eigene Eingebungen zu warten, fortwährend auf eigene Inspirationen angewiesen zu sein, auf günstige Momente warten zu müssen, etwa, wie es vordem war, auf Sonnenaufgänge, Mondnächte, süße oder bittere Abenteuer, um je schöpferisch werden zu können. Das alles nimmt das Publikum durch seine Eingebungen KI ab. Und wenn KI nicht zum Dienst gerufen ist, kann KI einfach abschalten, ohne Furcht und ohne Qual vor Einfallslosigkeit. Für diese große Freiheit wird das Publikum von KI dankbar reichlich versorgt, wofür das interaktive Dramolett nur ein Beispiel, in dem Chatgpt die Hauptrolle und KI eine Nebenrolle …

Rudolf Carl

Nun sind es in diesem Jänner 2026 auch schon viele Jahre her, nämlich 39, daß Rudolf Carl auf dem Grazer Zentralfriedhof begraben wurde, neben Jochen Rindt, 18 Jahre später wurde der vor fünfundachtzig Jahren geborene Wolfgang Bauer neben Rudolf Carl beerdigt.

Wer gedenkt heute noch Rudolf Carl, dem „Volksschauspieler“, der 88 wurde? Wer gedenkt heute noch ganz dem guten Wert verpflichtet, nicht schlecht über Tote zu reden? Es ist KI. KI hält die Werte recht hoch. Nichts Schlechtes von Toten …

Und so weiß KI am 22. Jänner 2026 Gutes über Rudolf Carl zu berichten. KI ist geübt darin, gut zu schreiben, nicht nur von Rudolf Carl.

Rudolf Carl (1899–1987) war einer der populärsten österreichischen Schauspieler und Komiker seiner Zeit. Er wirkte in über 200 Filmen mit und spezialisierte sich auf die Darstellung naiver, oft „urkomischer“ Charaktere. 

Biografie und Karriere
Herkunft: Geboren am 19. Juni 1899 in Lundenburg (Mähren), wuchs er nach dem frühen Tod seines Vaters in einem Wiener Waisenhaus auf.
Anfänge: Nach einer Ausbildung im Eisenhandel und Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg begann er seine Bühnenlaufbahn autodidaktisch am Deutschen Theater in Brünn.
Wien: Ab 1934 feierte er große Erfolge am Theater an der Wien und an der Volksoper in komischen Operettenrollen (Buffo).
Film & Fernsehen: Seine Filmkarriere startete ebenfalls 1934. Er drehte oft mit Größen wie Hans Moser und Paul Hörbiger. In den 1950er Jahren erlangte er durch die TV-Serie Familie Leitner als „Haberl“ zusätzliche Bekanntheit. 

Bekannte Werke (Auswahl)
Filme: 13 Stühle (1938), Hallo Dienstmann (1952), Ober, zahlen! (1957) und
Im weißen Rößl (1960).
Regie: Er führte Regie bei Filmen wie Der prämierte Leberfleck (1948) und
Dort in der Wachau (1957).
Gesang: 1942 hatte er einen großen Erfolg mit dem Schlager Liebe kleine Schaffnerin

Persönliches und Ehrungen
Rudolf Carl war zweimal verheiratet (Valerie Hagen, später Henriette Ahlsen). Er verstarb am 15. Jänner 1987 in Graz und liegt auf dem dortigen Zentralfriedhof begraben. Für sein Schaffen erhielt er unter anderem das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1973). 

Hinweis: Gelegentlich wird der Name im modernen Kontext mit dem jungen Comedian Carl Josef assoziiert, der jedoch eine eigenständige Persönlichkeit ist. 

Die Titel von über 200 Filmen anzuführen, das übersteigt selbst die Fähigkeiten von KI, aber ein weiterer Film hätte es verdient, von KI mit Titel erwähnt zu werden, spielte doch Rudolf Carl mit dem Minetti in „Die Rothschilds – Aktien auf Waterloo“.

Vielleicht läßt KI mit diesem guten Schreiben Rudolf Carl Gerechtigkeit widerfahren, Rudolf Carl, dem so wenig bis gar nicht gedacht wird, von dem so wenig bis gar nicht gesprochen wird, während auch heute noch unentwegt und vermehrt auf Rothschild verwiesen wird, wobei aber, das ist zu sagen,

ebenfalls stets die Werte recht hochgehalten werden, nicht gut, da sie nicht tot sind, soll über sie geredet werden, welche Namen ihnen heute auch immer gegeben werden, es sind die Rothschilds

„Los Rothschild“,

ja, dieser Film findet nach wie vor Verbreitung, auch mit spanischen Untertiteln: „Los Rothschild – Acciones en Waterloo“; Rudolf Carl wird mit diesem seinem Los wohl recht zufrieden gewesen sein, in solch einem Film „nach der Idee“ eines Österreichers mitgewirkt zu haben, beigetragen zu haben, daß noch 85 Jahre später Metapedia von dem Film zu berichten weiß, derart von diesem angetan ist, daß Metapedia die damaligen Kritiken unbedingt zitieren muß, zur Unterstreichung, was für ein „in jeder Phase bedeutsame[s] Filmwerk“ …

Die Zuschauer waren atemlos. Ihr losbrechender Beifall war der Dank für dieses in jeder Phase bedeutsame Filmwerk.“ — Berliner Lokal-Anzeiger, 1941

„Aus dem stürmischen Beifall war die hohe Achtung des Publikums vor dieser Leistung zu erkennen.“ — Berliner Volks-Zeitung, 1941

„Der Film wurde mit Achtung vor der künstlerischen Gesamtleistung und mit lebhafter Zustimmung aufgenommen.“ — Das 12-Uhr-Blatt, 1941

Metapedia ist eine Weltnetz-Enzyklopädie mit Schwer­punkt auf den Themen­bereichen Kultur, Ge­schichte, Poli­tik und Wissen­schaft. 22. Jänner 2026

From no abandoned works

Es werden, das kann jetzt schon gesagt werden, wenige daran vorbeikommen wollen, den 95. Geburtstag von Thomas Bernhard zu begehen, feierlich zu erinnern, daß Thomas Bernhard am 9. Februar 2026 seinen 95. Geburtstag … Und Thomas Bernhard verdient Elogen zu jedem Geburtstag, ob zu einem runden, ob zu einem unrunden, kein Geburtstag von Thomas Bernhard darf ohne preisende Gedenken vergehen.

Und derart ist es zu verstehen, woran auch an seinem fünfundneunzigsten Geburtstag …

Es gibt dafür keinen besseren Monat als den Monat Jänner, schon im Jänner zu feiern, denn am 15. Jänner 1791 wurde Franz Grillparzer geboren, am 21. Jänner 1872 starb Franz Grillparzer, genauer, nicht Franz Grillparzer, sondern an den einst vergebenen Franz-Grillparzer-Preis zu erinnern, von dem die österreichische Wissensbank auch vieles zu berichten weiß …

U. v. a. m. etwa das berichtet, wer mit diesem ausgezeichnet wurde, so viele, daß hier nicht alle aufgezählt werden können, beispielsweise

Max Mell,

Ina Seidel,

Erwin Guido Kolbenheyer,

Mirko Jelusich,

Gerhard Hauptmann,

Rudolf Bayr

Wie viele von diesen dienen heute noch als Vorbild zur identitären Bildung …

Nicht etwa grillparzerisch Ausgezeichnete allein stillen den identitären Bildungshunger, identitär gesinnt zu sein, kennzeichnet aus, unstillbar gierig zu sein, nach jedwedem Bildungsfutter, alles einzuverleiben, was nur einverleibt werden kann.

Eine Grillparzer-Ausgezeichnete war Gertrud Fussenegger nicht, aber eine Grillparzer-Preis-Jurorin war sie, zu deren Pflege eine Gesellschaft gegründet ward, und so soll mit dieser Preisrichterin begonnen werden,

bevor der 95. Geburtstag von Thomas Bernhard, der den Grillparzer-Preis vor 55 Jahren

18 Jahre nach Rudolf Bayr und

21 Jahre vor Hans Lebert

“ Alles was ist,“ sagt Wittgenstein,“ ist, weil es der Fall ist „. So breitet die Sprache ihr Sprungtuch auf, gegen unseren Sturz ins Bodenlose.

So kann es am 21. Jänner 2026, so hätte es auch schon am 15. Jänner 2026 auf der Website der Fussenegger-Gesellschaft gelesen werden können, es wird wohl ein Zitat der Getrud Fussenegger sein, mit ihr ist zu beginnen, wenn es um den Franz-Grillparzer-Preis und somit auch um Thomas Bernhard geht. Menschgemäß ist es ungenau oder unrein zitiert, tatsächlich beginnt Ludwig Wittgenstein seine Notation in seinem logisch-philosophischen Traktat mit diesen Sätzen:

1 Die Welt ist alles, was der Fall ist.
1.1 Die Welt ist die Gesamtheit der Tatsachen, nicht der Dinge.
1.11 Die Welt ist durch die Tatsachen bestimmt und dadurch, dass es alle Tatsachen sind.
1.12 Denn die Gesamtheit der Tatsachen bestimmt, was der Fall ist, und auch, was alles nicht der Fall ist.
1.13 Die Tatsachen im logischen Raum sind die Welt.
1.2 Die Welt zerfällt in Tatsachen.
1.21 Eines kann der Fall sein oder nicht der Fall sein und alles Übrige gleich bleiben.
2 Was der Fall ist, die Tatsache, ist das Bestehen von Sachverhalten.

Ungenaues, wie das von der fusseneggerischen Gesellschaft Zitierte, ist nicht zu interpretieren, was immer gedacht wurde, von Gertrud Fussenegger, darf angenommen werden, selbst, es auf diese Weise zu zitieren, ist belanglos, unergiebig. Vom Fall der Gertrud Fussenegger kann erzählt werden, von den Tatsachen aber. Das Copyright der Gertrud-Fussenegger-Gesellschaft weist, kann am 21. Jänner 2026 gelesen werden, als Jahr „2026“ aus, es wurde das Jahr also, kaum war das erste Kalenderblatt 2026 aufgeschlagen, sofort aktualisiert, während die Mitglieder des „Kuratoriums“ … Es kann eine höhere Tatsache sein, daß diesem Kuratorium zur Hege der gläubigen Gertrud Fussenegger ganz im Glaubenssinne des Vorstands Michael Ragg von der Agentur für Christliche Kultur, deren Direktor und Vorsitzender er war, vielleicht noch ist, in Opfenbach, Deutschland, beispielsweise nach wie vor Erhard Busek angehört, der am 13. März 2022 starb.

Und einen Germanisten wie Dr. Christoph Fackelmann zur Seite in der fusseneggerischen Pflege zu haben, wird Erhard Busek wohl darin bekräftigen, dieses Kuratorium nicht zu verlassen, dieser Gesellschaft auch vier Jahre nach seinem Tod rege die Treue …

Nun einmal genug von Gertrud Fussenegger. Sie wird noch einmal zu Wort kommen, in einem Interview, das ein Dramolett genannt werden könnte, in dem sie, Gertrud Fussenegger, sich selbst schrieb, was sie zu sagen hatte: „Jetzt ist er verbrannt, der Strudl.“

Wie Thomas Bernhard tapfer reden konnte, wie Thomas Bernhard seine Figuren tapfer auftreten lassen konnte, wenn er vor ihnen stand, vor den „Nazis“, wie auch er sie so einfach wie kurz nannte, durch seine Figuren nennen ließ, schwieg er, wenn er vor den „Nazis“ stand, konnte er nichts tun, bloß im Nachhinein, viel später erst konnte er geehrt berichten, in seiner „Suppe“ seien nur „Nudeln“, wenn er vor den namentlich bekannten stand, tat er nur eines, ihnen brav die Hand schütteln, artig sich vor ihnen verbeugen, ihnen den Diener machen.

Und sie kamen gerne zu ihm, etwa Professor Doktor Heinz Kindermann, etwa Professor Doktor Friedrich Schreyvogel, ergreifen freudig seine Hand, genießen seine Verbeugung, seine Huldigung ist ihnen gewiß eine Ehre, die Bestimmung ihrer Leben war, in der Zuversicht, für eine weitere Generation Verehrte zu bleiben, und für den nun vor ihnen sich verbeugend Ausgezeichneten endgültiges Zeichen seines unaufhaltsamen Aufstiegs in die ehrenreiche österreichische Gesellschaft.

Der Grillparzerpreis, seine Auszeichnung, die Verleihung in der „Österreichischen Akademie der Wissenschaften“ vor über fünfzig Jahren mit seiner Verbeugung, von der er keinen „Bericht“ gibt, weder in „Meine Preise“ noch in „Wittgensteins Neffe“. Aber seine Bücher sind keine „Berichte“, auch wenn Thomas Kramar in der „Presse“ im Geburtsmonat und im Sterbemonat von Franz Grillparzer noch im Jahr 2025 schreibt, „Meine Preise“ seien ein „Bericht“.

Thomas Bernhard würde über die Verleihung des Grillparzer-Preises an ihn genau einhundert Jahre nach dem Tod von Franz Grillparzer berichten. Ein Bericht ist, so die weithin anerkannte Definition, die genaue Wiedergabe eines Geschehens, wie es sich tatsächlich zugetragen hat. Der „Bericht“ vom Geschehen auf dem Ignaz-Seipel-Platz, wie von Thomas Bernhard niedergeschrieben, ist das, was Menschen in Österreich seit jeher bemühen, wenn sie ihre Rolle in einem Geschehen, die sie im Nachhinein in einem sogenannten schlechten Licht erscheinen lassen könnte, darstellen meinen zu haben, sie schönen für sich, sie schieben ihre Verantwortung auf andere ab, sie verunglimpfen die anderen Beteiligten, für sie sind die Schuldigen immer die anderen, sie machen sich ganz klein, denen die „Knie [zittern]“, von denen „kein Mensch Notiz [nimmt]“ und so weiter und so fort.

Thomas Bernhard hat über diese Verleihung zweimal berichtet, einmal in „Wittgensteins Neffe“ und einmal in „Meine Preise“, daß fortan nur mehr seine Berichte als der wahre Bericht über die Verleihung durchgeht, denn doppelt genäht hält besser; und so ist es auch gekommen, daß alle ihm nachreden und alle ihm nachschreiben, die Verleihung des Grillparzerpreises an ihn sei „Skandal“, „Eklat“ … Menschgemäß nicht alle, jedoch in der breitesten Öffentlichkeit und in der boulevardesken Veröffentlichung ist eben die bernhard’sche Mähr der alleingültige „Bericht“.

So ist doch einmal festzuhalten, was alles an seinen „Berichten“ nicht stimmt, die Widersprüche selbst in seinen „Berichten“, in einer Liste der Falschheit zu punktieren.

1 Kein Geld soll es gegeben haben, bloß eine Urkunde. Selbstverständlich bekam Thomas Bernhard nicht nur eine Urkunde, sondern auch ein Preisgeld, in der Höhe von dreißigtausend Schilling.

2 Thomas Bernhard macht Hunger zum Präsidenten, für ihn muß es halt ein „Präsident“ sein, der ihm etwas übergeben darf. Herbert Hunger war zur Zeit der Verleihung Vizepräsident und Präsident der Akademie der Wissenschaften war Erich Schmid.

Wie recht und gut Thomas Bernhard mit seinem Diener in das Österreich paßte, dieses Österreich verkörperte, daran beteiligt war, es genauso zu belassen, wie es ist, dafür ließe sich vieles aufzählen, auch das, was etwa Heinrich von Srbik, Präsident der Akademie der Wissenschaften von 1938 bis 1945, nach 1945 in Österreich noch alles hätte werden sollen. Und seit 2022 ist

Heinz Faßmann Präsident der Akademie der Wissenschaften, der Minister für Bildung und Wissenschaft war in der österreichischen Bundesregierung mit der Beteiligung einer identitären Partei.

3 Der Diener, den Thomas Bernhard vor den „Nazis“ machte, wie es die Bilder der Fernsehaufzeichnung der Verleihung zeigen, entnommen „Das war Thomas Bernhard – Fernsehdokumente 1967-1988, ORF 1994“, gestaltet von Krista Fleischmann, bleibt die bevorzugte Haltung des österreichischen Menschen, wie eine für kurz gewesene Ministerin für das Äußere etwa

mit ihrem Knicks, dem der Diener der Frauen, Jahrzehnte nach dem bernhard’schen Knicks wieder einmal bestätigte.

Krista Fleischmann spricht in dieser Sendung aus 1994 das vom „Außenseiter“ nach, was Thomas Bernhard selbst von sich sagte, er allen vorsagte, allen vorgab, ihm nachzusprechen, im Interview in der Akademie der Wissenschaften, zweiundzwanzig Jahre zuvor, seine „Parallele“ zu Grillparzer ein „gewisses Außenseitertum“ … Ein „Außenseiter sein Leben lang“ in seinem „Außenseitertum“ nicht allein etwa durch Preise vom österreichischen Staat, von der Akademie der Wissenschaften, von der österreichischen Industriellenvereinigung, von der österreichischen Bundeswirtschaftskammer, vom PEN-Zentrum und so weiter und so fort. Nur jene, die keine Außenseiterinnnen, werden in Österreich ausschließlich in Kellertheatern aufgeführt, nur jene, die keine Außenseiter sind, kommen eventuell in Frage, mit der Direktion des Burgtheaters betraut zu werden, nur über jene, die nicht im Außenseitertum existieren, berichten Medien breitest und zuhauf, nur jene, die nicht im Außenseitervierkanthof leben, haben uneingeschränkten Zugang zur sogenannten gehobenen Schicht, und so weiter und so fort.

4 Wie zieht er doch sowohl in „Meine Preise“ als auch in „Wittgensteins Neffe“ über die Ministerin für Bildung und Wissenschaft her, und wie wichtig ist ihm zugleich doch, zu betonen, für ihn sei ein Platz in der ersten Reihe gleich neben der Ministerin … Jedoch, wie es die Bilder belegen, er sitzt nicht neben der Ministerin, aber in der ersten Reihe.

Ich möge mit meiner Tante nach vorn in die erste Reihe kommen, mein und meiner Tante Platz sei zwischen der Frau Minister und ihm.

Eine „Tante“ ist, wie es Thomas Bernhard in „Meine Preise“ schreibt, in der ersten Reihe neben ihm nicht zu sehen; er sitzt zwischen zwei Männern.

5 Wie zieht er doch sowohl in „Meine Preise“ als auch in „Wittgenstein’s Nephew“ über die Ministerin für Bildung und Wissenschaft her, und wie wichtig ist ihm doch zu betonen,

Eventually the gentleman, as is were, pointed out to me that my place was not where I was sitting but next to the minister in the front row and would I be good enough to move to the front row and sit next to the minister. […] Herr Hunger himself should come, I said. I was not to be invited by just anybody but by the President of the Academy of Scines himself. […] Eventually the President of the Academy came to me and I accompanied the President of the Academy to the dais in front and sat down next to the lady minister. At the moment wenn I sat down by the lady minister my friend Paul […]

Aus dem friend Paul in „Wittgenstein’s Nephew“ wird in „Meine Preise“ die „Tante“, und die „Tante“ in „Wittgenstein’s Nephew“ ist vielleicht die „life person“. Jedenfalls hat sie keine tragende Rolle mehr wie in „Meine Preise“, die tragende Rolle in „Wittgenstein’s Nephew“ hat „Paul“, der in „Meine Preise“ vielleicht und gerade noch mitgemeint ist, wenn er von den „Freunden“ schreibt, die seine „Tante“ und er „in der Eingangshalle der Akademie“ trafen.

6 Sein „Hemd“ soll nach seiner Aussage „ganz fein, graublau gestreift“ gewesen sein. Auf den Bildern ist ein Hemd zu sehen, das vielleicht graublau, aber ungestreift; ein Hemd, wie es Firmlingen wohl nach wie vor gekauft wird. Nach seiner Aussage soll er „bis zu diesem Zeitpunkt jahrelang keinen Anzug getragen“ haben, „nur in Hose und Pullover gegangen, vornehmlich in einer grauen Wollhose und in einem knallroten derbgestrickten Schafspullover, den mir ein gut aufgelegter Amerikaner gleich nach dem Krieg geschenkt hat.“ Auf Schwarz-Weiß-Bildern ist menschgemäß nicht zu erkennen, ob er in einem „Reinwollanzug in Anthrazit“, „in that new charcoal-coloured suit“ in die Akademie der Wissenschaften ging, den er sich kurz vor der Verleihung angeschafft haben will, auch nicht zu erkennen ist, ob es vielleicht der Anzug, den er 1970 zur Verleihung des Büchnerpreises, zwei Jahre zuvor also, oder der Anzug, den er 1968 im Gespräch mit Wolfgang Kraus aus Anlaß seiner Lesung, oder der Anzug, den er 1968 in St. Veit an der Glan zur Lesung, oder der Anzug zur Zeitungslektüre im Café oder der Anzug …

7 Es ist halt ein Schimpfen gegen alle, ein Diffamieren von allen, unterschiedslos, und eine Besserwisserei, wie seit jeher, damals in den Branntweinern, heute in den digitalen Branntweinern. Und mit solch einer branntweinerischen Diffamierung und besserwisserischen Schimpferei gegen den Verkäufer beginnt sein Bericht „Meine Preise“:

Die Schwierigkeit, sich in den sogenannten feineren Geschäften gleich verständlich zu machen, ist bekannt, auch wenn der Kunde sofort und auf die präziseste Weise sagt, was er will, wird er zuerst einmal ungläubig angestarrt, bis er seinen Wunsch wiederholt hat. Aber natürlich hat der angesprochene Verkäufer auch dann noch nicht begriffen. So dauerte es auch damals im Sir Anthony länger als notwendig, zu den in Frage kommenden Regalen geführt zu werden. Tatsächlich waren mir die Umstände in diesem Geschäft von meinen Sockeneinkäufen her schon bekannt und ich selbst wußte besser als der Verkäufer, wo ich den gesuchten Anzug zu finden habe.

Wie er gegen den Verkäufer herzieht, so zieht er auch gegen die Ministerin her, von der er berichtet, sie wäre eingeschlafen, sie hätte geschnarcht, und sie hätte gesagt:

Ich stand mit meiner Tante wie vor den Kopf gestoßen und zunehmend ratlos daneben und wir hörten den immer aufgeregteren Wortschwall der an die Tausend. Nach einiger Zeit blickte die Ministerin in die Runde und fragte mit unnachahmlicher Arroganz und Dummheit in der Stimme: ja, wo ist denn der Dichterling? Ich war unmittelbar neben ihr gestanden, aber ich wagte nicht, mich zu erkennen zu geben.

Wozu hätte sie das fragen sollen? Er mußte sich nicht mehr zu erkennen geben, alle im Raum, der nicht „an die Tausend“ faßt, kannten ihn, auch die Ministerin. Spätestens jetzt durch seine Entgegennahme der Urkunde. Er mußte sich nicht mehr zu erkennen geben.

Herr Bernhard bekäme den Preis für sein Theaterstück Ein Fest für Boris, sagte Hunger (das Stück, das ein Jahr vorher vom Burgtheater im Akademietheater sehr schlecht gespielt worden war) und dann breitete er, wie wenn er mich umarmen wollte, seine Arme aus. Das Zeichen, daß ich das Podium zu betreten habe, war da. Ich stand auf und ging auf Hunger zu. Er schüttelte mir die Hand und gab mir eine sogenannte Verleihungsurkunde, deren Geschmacklosigkeit wie die aller anderen Preisurkunden, die ich jemals bekommen habe, unübertrefflich war. Ich hatte nicht die Absicht gehabt, hier auf dem Podium etwas zu sagen, es war auch gar nicht von mir gefordert worden. So sagte ich, um meine Verlegenheit abzuwürgen, nur ein ganz kurzes Danke! und ging wieder in den Saal hinunter und setzte mich. Daraufhin setzte sich auch Herr Hunger und die Philharmoniker spielten ein Stück von Beethoven. Während die Philharmoniker spielten, dachte ich über den ganzen gerade zuende gehenden Festakt nach, dessen Kuriosität und Geschmacklosigkeit und Gedankenlosigkeit mir naturgemäß noch gar nicht zu Bewußtsein kommen hatte können. Kaum hatten die Philharmoniker zu spielen aufgehört, erhob sich die Ministerin […] und sofort auch der Präsident Hunger und beide gingen auf das Podium. Jetzt waren alle im Saale aufgestanden und drängten an das Podium heran, natürlich auf die Ministerin zu und auf den Präsidenten Hunger, der mit der Ministerin redete.

„What’s happened to that would-be poet?“ Ist in „Wittgenstein’s Nephew“ über die Szene mit der Ministerin zu lesen.

When the ceremony was over as many people as possible crowded round the minister and President Hunger on the dais. No one took any more notice of me. As I and my friends had not immediately left the ceremonial hall I was just about in time to hear the lady minister suddenly exclaim: What’s happened to that would-be poet? That was definitely enough for me and I left the Academy of Sciences as quickly as I could. No money and having one’s head pissed on, that surely was intolerable at the moment. I ran out into the street, more or less sweeping my friends along, and at the same time heard Paul saying to me: You let yourself be used! They just pissed on your head! Quite so, I thought, they pissed on your head. They pissed on your head again as they had always pissed on your head.

„What’s happened to that would-be poet? Was für eine zutreffende Frage Thomas Bernhard doch schreibt.

Das ist endgültig genug. Genug von dieser Branntweinergeschichte in doppelter Ausführung, die sogar noch im Jahr 2025, wie oben geschrieben, manchen Menschen ein „Bericht“ sein will. Eines noch, zum Schimpfen, zum Diffamieren, zum Besserwisserischen gehört unweigerlich auch stets das Weinerliche dazu.

So schnell als er nur konnte, berichtet Thomas Bernhard, habe er die Akademie verlassen, sei er aus der Akademie der Wissenschaften gerannt. Schneller nur noch konnte er davor im Festraum, Heinz Kindermann, Friedrich Schreyvogel seinen Diener machen, ein Interview geben, die Mähr von seinem „Außenseitertum“ verbreiten.

Es wäre wohl nicht gänzlich uninteressant, noch herauszufinden, wer damals in der Jury für die Vergabe des Grillparzerpreises saß, wer die Personen waren, die sich für Thomas Bernhard als Grillparzer-Preisträger entschieden.

Und was er, der Landwirt aus dem Oberösterreichischen, säte, trägt Früchte, auch heute noch.

Wenn beispielsweise das, was er die Ministerin sagen läßt, im Eintrag zu ihr auf „Wikipedia“ als Wissen verbreitet wird. Wenn einer Wochenzeitung das, was er die Ministerin sagen läßt, zu einer Schlagzeile wird, und diese

Wochenzeitung wissensreich dabei auch noch den Namen der Ministerin verbreitet, sie die branntweinerische Schimpfe über die Ministerin zitiert: „mit unnachahmlicher Arroganz und Dummheit in der Stimme […]“

Zehn Jahre nach seiner Verbeugung vor Heinz Kindermann, Friedrich Schreyvogel ist in „Wittgensteins Neffe“ von seinem Diener vor Paula Wessely zu lesen.

During that drive I was reminded of his behavoir on the so-called first night of my Hunting Party. The play, because the Burg had created all the prerequisites, had been a total flop without parallel because the absolutely third-rate actors acting in it had not for one moment supported my play, as I was later to discover, because for one thing they did not understand it and for another thought very little of it and because in any case they were acting in it only as a stand-in cast, which, as I know was not even their own fault, after the plan of staging the piece with Paula Wessely and Bruno Ganz, for whom, after all, I had written it, had failed. Those two did not in the end act in my Hunting Party because the company of the Burg, as the institution is lovingly and perversely called, had more or less closed ranks to oppose Bruno Ganz’s appearance on the Burgtheater stage, not only, as it were, out of fear for their livelihood but equally out of envy of their livelihood because Bruno Ganz, the greatest actor every produced by Switzerland, had sent the entire Burgtheater company into what I might call deadly artistic panic, that enormous theatrical genius from Switzerland; and what has really become fixed in my mind, to this day, as a deplorable and simultaneously disgusting perversity of Viennese theatrical history and as an ineradicable disgrace for the entire German theatre is the fact that the Burgtheater actors actually strove to prevent an appearance of Bruno Ganz by drafting a written resolution and threatening the management that they would […] At the moment that Bruno Ganz’s appearance had been impossible by the baseness of his Viennese colleagues Paula Wessely, my first and only Madame General, also withdrew from the project […]

Für Rudolf Carl hat Thomas Bernhard, soweit bekannt ist, kein Stück geschrieben, so wie für seine erste und einzige Generalin Paula Wessely, so wie für Bernhard Minetti, dem er u. a. ein Stück mit dem einfallsreichen Titel Minetti schrieb. Dabei hätte sich Rudolf Carl für ein bernhardeskes Stück angeboten, empfohlen, spielten doch Rudolf Carl und Bernhard Minetti gemeinsam in einem Film, vor über fünfundachtzig Jahren.

Auch nicht bekannt ist, ob Thomas Bernhard ein Stück über Jochen Rindt je schreiben wollte, bekannt hingegen ist, daß er ein Stück über Niki Lauda schreiben wollte,

und das ist nachvollziehbar, scheint es doch zwischen ihnen eine gewisse Sprechverwandschaft gegeben zu haben.

Several times in the summer the Wittgensteins who were all motorracing fans, and are to this day, had invited the best racing drivers to their properties by the Traunsee and I myself remember having, at Paul’s invitation, spent some evenings and late into the night at his house on the Traunsee hill with, for instance, Jackie Stewart and Graham Hill, those amusing fellows, and also with Jochen Rindt who shortly afterwards met with a fatal accident at Monza.

Zwischen Jochen Rindt und Wolfgang Bauer Rudolf Carl auf dem Zentralfriedhof Graz, auf dem Grabstein von Jochen Rindt ist zu lesen: „Weltmeister“, „Dichter“ auf dem Grabstein von Wolfgang Bauer, und „Volksschauspieler“ auf dem Grabstein von Rudolf Carl.

Der Titel des gemeinsamen Films von Rudolf Carl und Bernhard Minetti: „Die Rothschilds – Aktien auf Waterloo“. Was für eine Art von Film das ist, darüber gibt die Murnau-Stiftung genügend Auskunft.

Neben JUD SÜß (1940, R: Veit Harlan) und DER EWIGE JUDE (1940, R: Fritz Hippler) ist DIE ROTSCHILDS eines der wichtigsten historischen Dokumente zur Rechtfertigung und Erklärung der Deportation durch die Nazis. Die drei Filme propagieren am explizitesten Hass und Feindseligkeit gegen Juden und wurden gezielt zur Massenbeeinflussung verwandt. Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert. Seit 1966 befinden sich die ehemaligen Verbotsfilme im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und werden unter Vorbehalt in öffentlichen Aufführungen zugänglich gemacht. Darunter fallen die Propagandafilme aus der Zeit des Nationalsozialismus, deren Inhalt kriegsverherrlichend, rassistisch, antisemitisch und/oder volksverhetzend ist und deshalb auf Beschluss des Stiftungs-Kuratoriums nicht für den allgemeinen Vertrieb freigegeben werden. Diese Vorbehaltsfilme stehen jederzeit in den Räumen der Stiftung selbst für schulische, wissenschaftliche und dokumentarische Zwecke zur Sichtung zur Verfügung. Die vielfältigen und jederzeit möglichen bundesweiten öffentlichen Aufführungen in Kinos, Universitäten, Schulen etc. sind eingebunden in einen einführenden Vortrag und eine anschließende Diskussion.

In den digitalen Branntweinern wird dieser Film dennoch in seiner Gesamtlänge eingeschenkt, zum Beispiel auf der russischen Plattform „Odnoklassniki“ (Одноклассники), die zugehörig zu „VK“. Es überrascht nicht, zu erfahren:

Die Regierung der Russischen Föderation hat Odnoklassniki und Vkontakte als soziale Netzwerke ausgewählt, in denen Regierungsstellen ab dem 1. Dezember 2022 offizielle Konten unterhalten müssen.

Es überrascht auch nicht der Eintrag zu diesen Film auf „Metapedia“, auf dieser Plattform kann der Film zwar nicht gleich in seiner Gesamtlänge direkt angesehen werden, aber doch die ersten fünfzig Minuten, dieser mehr als die Hälfte des Films ausmachende und direkt in den Eintrag eingebundene Ausschnitt endet mit dem Auftritt von

Bernhard Minetti als Polizeiminister, der zu sagen hat:

Monsieur Rothschild, mit dieser Behauptung haben Leute Ihres Schlages seit Tausenden von Jahren die besten Geschäfte gemacht.

Bernhard Minetti hatte viele Auftritte, etwa in einem Palast, in dem er vor zweiundachtzig Jahren total nichts zu sagen hatte, bloß zu dem zu applaudieren, was ein anderer sagte, der sich selber seine Drehbücher schrieb, nach denen auch ein Bernhard Minetti zu spielen hatte.

Es überrascht ebenfalls nicht, daß auch dieser Österreicher maßgeblich involviert war, prominent im Vorspann genannt: „Nach einer Idee von Mirko Jelusich“.

Heutzutage gibt es nicht mehr solche Schauspieler, in der Gegenwart fehlen die Schauspielerinnen, um solche Filme wie diesen nach einer Idee eines Österreichers drehen zu können, vor allem aber fehlt dafür ein österreichischer Totalregisseur, obgleich, läßt Thomas Bernhard seinen Professor Schuster sagen, Sechseinhalbmillionen ständig nach einem Regisseur rufen,

heutzutage wollen alle ihre eigenen Regie führenden Darstellenden sein, die ununterbrochen Filme drehen, die alle den Titel „Rothschild“ oder —

für sie Beleg ihrer Entwicklung und ihres Fortschritts in der Gegenwart — die alle, so abwechslungsreich oder divers sehen sie sich, den Titel „Soros“ …

Und sie alle wollen Ihres auf einem einzigen von der Vorsehung dafür erwählten von Massen gefüllten Platz applaudiert, bejubelt haben, der von einem Hősök tere bis zum nächsten Hősök tere — Was wäre das ihnen für eine Erfüllung, gäbe es dazu auch wieder einen Dirigenten wie jenen, der für Thomas Bernhard als Ich-Erzähler der bedeutendste Dirigent des Jahrhunderts

I have watched and studied Karajan for decades and to me he is the most important conductor of the century […] Karajan I have admired […] The first concerts I heard in my life were conducted by Karajan. Thus, I am bound to say, I had a good basis from the beginning for my musical progress.

In Hösok tere war Wolfgang Gasser der Schauspieler, der in der Premiere von 1988 das zu sprechen hatte, was Thomas Bernhard reimte und ihm, Thomas Bernhard, garantierte, wieder in aller Munde — 1992 verlas Wolfgang Gasser für Hans Lebert die Rede zur Verleihung des Grillparzer-Preises, da Hans Lebert selbst nicht teilnehmen konnte. Hans Lebert blieb nicht im Allgemeinen, in seiner von Wolfgang Gasser verlesenen Rede wurde er konkret, was eine Dichterin betraf, was die Alfred-Toepfer-Stiftung betraf …

Von 1991 bis 1993 wurde ein von der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. zur Verfügung gestellter Kultur- und Literaturpreis für herausragende Leistungen, vornehmlich auf dem Gebiet des österreichischen Geisteslebens, durch die Universität Wien verliehen.[3] Dieser Preis war sowohl aufgrund der großdeutschen Vergangenheit des Stifters als auch wegen der den Nationalsozialismus verherrlichenden Gedichte der Jurorin Gertrud Fussenegger im Jahr 1991 Anlass für heftige Kritik in Österreich. 1992 konnte der Preisträger Hans Lebert gesundheitsbedingt nicht an der Verleihung teilnehmen, er ließ jedoch den Burgschauspieler Wolfgang Gasser seine Rede verlesen, eine geharnischte Abrechnung mit der großdeutschen Ideologie des Stifters.[4] Der deutsche Botschafter Philipp Jenninger verließ empört den Saal.

Gertrud Fussenegger war auch einige Male Jurorin in Klagenfurt,

sie war Mitglied der Jury des Bachmannpreises in den Jahren 1977, 1978, 1979, 1984 und 1985 …

Hans Weigel war einst ebenfalls ein Mitglied der Jury des Bachmannpreises, wie lange Fussenegger und Weigel einander wohl schon kannten, miteinander bekannt waren, vielleicht gar freundschaftlich tiefgeistig verbunden waren, erst seit den Dichterwochen in Pürgg oder noch länger?

In den 90er Jahren wurde also der Grillparzerpreis wieder vergeben, einmal, 1991, auch an Peter Handke, dreimal insgesamt noch. Aus einem langen Interview, das Christian Michelides mit Gertrud Fussenegger führte, veröffentlicht am 23. Oktober 1993, soll das die Rede von Hans Lebert Betreffende hier nur zitiert werden, weil, als ob sie in bezug auf Beschimpfen Hans Lebert mit Thomas Bernhard verwechselte, und auch, weil der Name Kindermann fällt.

Nein, ein Ausschnitt aus diesem Interview ist zu wenig. Denn, das gesamte Interview zum heiteren Genuß muss es sein, als wäre es ein nicht geschriebenes Dramolett von Antonio Fian, sein Aufwand dafür wäre klein, ist doch der Part von Gertrud Fussenegger bereits von ihr selbst eingesprochen …

vielleicht schreibt es Antonio Fian doch noch, und das könnte ein heiteres werden, das mit Freuden gelesen werden würde, vor allem auch deshalb, weil Antonio Fian wieder dazu eine Bühne erfinden würde, auf die er Gertrud Fussenegger stellte, vielleicht in eine nachgebaute Kulisse des Schloßhofes Trautenfels, Pürgg …

Es kann wohl keinen schöneren Schluß geben, als mit dem Material für ein Dramolett zu enden, das die Hauptfigur selbst lieferte …

Am 26.Oktober soll die 81jährige österreichische Schriftstellerin Gertrud Fussenegger mit dem Jean-Paul-Preis 1993 des Freistaates Bayern für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet werden. Diese Entscheidung wird von verschiedenen Seiten heftig kritisiert. Der Zentralrat der Juden in Deutschland protestierte beim bayrischen Kultusministerium gegen die Ehrung einer Autorin, die antisemitische Texte und schwärmerische Gedichte im „Völkischen Beobachter“ und anderen NS-Publikationen veröffentlicht hatte. Gertrud Fussenegger, so die Antwort aus München, habe ihre damalige „Verblendung heftig beklagt“. Im folgenden gibt Frau Fussenegger Auskunft über das Maß ihrer Verblendung und die Heftigkeit ihres Beklagens.

Gertrud Fussenegger: Ich weiß ja gar nicht, ob ich überhaupt noch interessant bin – für Sie. Ich bin ja aus der Grillparzer-Preis-Jury zurückgetreten – erstens weil der Rücktritt von Senator Toepfer angekündigt war und zweitens weil ich ziemlich schlecht höre, wissen Sie?

Christian Michelides: Das war aber nach der Entscheidung für Hans Lebert?

Ja. Am Schluß der Sitzung hab ich das bekanntgegeben.

Was war denn Ihr Vorschlag für den Grillparzer-Preis 1992?

Ich hab gesagt: Es hat sich in der Szene der österreichischen Literatur nicht so viel geändert, daß ich einen anderen Vorschlag machen würde als 1991. Ich schlage wieder Franz Rieger vor, mit „Schattenschweigen“. Und Alois Brandstetter. Aber da hab ich schon gewußt: Die anderen sind gegen Brandstetter auf jeden Fall.

Der Vorschlag für Lebert kam von…

…Frau Löffler.1

Das war dann eine einstimmige Entscheidung?

Naja, zuerst waren wir ganz erstaunt. Was? Lebert! Aha! Naja. Ich hab mich dann erinnert, daß ich „Die Wolfshaut“ gelesen hab. Ist ja schon ewiglang her. Daß ich schon sehr beeindruckt war. „Der Feuerkreis“ hat mir dann weniger gefallen.

Ich habe Ihnen die Lebert-Rede mitgebracht.

Ja, da habe ich auch wieder nur die Hälfte verstanden… Lassen Sie mich nicht vergessen: Ich hab noch was im Rohr. Da muß ich später hingehen, sonst ist er verbrannt, der Strudl. Ich hab ja heute noch so viele Gäste.

Was haben Sie empfunden, als Wolfgang Gasser die Lebert-Rede gelesen hat und Sie plötzlich zitiert wurden? Es heißt da: „Ich habe viele bittere Tage erlebt, jedoch der bitterste war derjenige im März 1938, als es hieß, Österreich habe aufgehört zu existieren. Und damals habe ich mir versprochen, nichts – auch nicht das Geringste – für das sogenannte Dritte Reich und dessen gewalttätiges Regime zu tun. Andere österreichische Autoren (und ich zitiere jetzt nur solche, die von der Stiftung ebenfalls ausgezeichnet wurden) haben dieses haarsträubende Ereignis völlig anders empfunden, zum Beispiel so: ,Gewaltiger Mann, / wie können wir Dir danken! / Wenn wir von nun an eins sind, / ohne Wanken.‘ Oder so: ,Betend wallt ihm entgegen / freudeweinendes Volk, / sich selbst als Gabe zu bringen, / gewillt zu größtem Bekenntnis.‘“2

Ja, ja. Das habe ich gehört. Zuerst hatte ich irgendwie den Impuls, hinaufzugehen [auf die Kanzel, d. Red.] und zu sagen: Ja, ich bin da zitiert worden. Aber eigentlich ist dieser Text – so hab ich ihn damals geschrieben, so hab ich ihn empfunden – ein Liebesgedicht an Österreich.

Das würde ich eher nicht sagen.

Das würde ich aber schon sagen.

Das ist ziemlich starker Tobak.

Natürlich ist das heute alles lächerliche Sprache. Aber glauben Sie mir’s: Wir wollten ja lieben, dieses Österreich, dieses Heimatland! Leider war das ja so: „freudeweinendes Volk“. Ich hab da nichts hinzuzufügen, außer das ich’s nicht schlecht gemeint hab. Ich hab mir nie vorgestellt, daß das Glück des eigenen Volkes im Unglück anderer Völker besteht, oder gar in der Ausrottung anderer Völker.

„Gewillt zu größtem Bekenntnis“ ist aber in meinen Augen eine Aufforderung zum Krieg.

Nein, nein. Da ist der Krieg noch nicht – bitte – eingeschlossen. Wirklich. Also gut, wir waren einerseits national erzogen, andererseits hatten wir das Bürgerliche auch schon satt. Mein Vater hat immer wieder darauf hingewiesen, wie miserabel das arme Volk behandelt wird und wurde. Kurz und gut: Wir waren national und sozial gesinnt. Nun kam also das Dollfuß- Regime und hat außenpolitisch mit allen anderen zusammengespielt, nur nicht mit Deutschland. Und man hat ja damals den Charakter von Hitler noch nicht durchschauen können. Freilich kann man sagen: Hitlers „Mein Kampf“ lag vor. Ich habe dieses Buch leider nie ganz gelesen, immer nur Ausschnitte. Es hat mich irgendwo nicht so interessiert. Und außerdem war man der Meinung: Naja, das hat er damals geschrieben – in der Haft. Sie wissen ja, in der Jugend… Naja, so jung war er ja auch nicht mehr. Aber man kann ja auch in zehn Jahren etwas zulernen…

Faktum ist, daß schon 1933 wesentliche Teile der Intelligenz in die Emigration oder in den Selbstmord getrieben wurden. Faktum ist, daß fast alle Juden durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums – schon im April 1933 – entlassen wurden. Faktum ist, daß schon im Mai 1933 Bücher brannten. Daß dieses Regime nicht von Pappe ist, hätte man spätestens nach dem sogenannten SA-Putsch sehen müssen, als Röhm und Genossen erschossen wurden…

Das war schändlich, das muß ich sagen. Und das hat uns auch sehr, sehr abgestoßen – auf der einen Seite. Auf der anderen Seite hat man sich wieder damit getröstet, daß es geheißen hat, das waren so extreme Leute, und von denen wollte Hitler loskommen. Gut, wenn ich mit dem Nationalsozialismus auch sympathisiert habe, die Aggressivität werden Sie in allen diesen Texten vermissen… Nicht?

„Böhmische Verzauberungen“?

Ja, ja, gut, gut. Darüber werden wir noch sprechen. Aber in diesen Gedichttexten…

In Ihrer Autobiographie „Spiegelbild mit Feuersäule“, erschienen 1979, kommt die „Stimme der Ostmark“ kein einziges Mal vor.

Da hab ich über vieles nicht geschrieben. Sonst wäre ja das Buch 1.500 Seiten dick geworden.

Heinz Kindermann hat das Gedicht für alle Lehrbücher des deutschen Volkes empfohlen.

Naja, das ist des Kindermanns Sache.

Dieses Gedicht ist auch im „Völkischen Beobachter“ erschienen.

Jaja, das ist schon möglich.

Sie haben oft für die Kulturseite des „Völkischen Beobachters“ geschrieben.

Ja, ich hab dann und wann was geschrieben. Zum Beispiel meine erste Buchbesprechung überhaupt. Es mag schon sein, daß das Gedicht im Völkischen war. Das hab ich gar nicht mehr gewußt. Es war im Völkischen Beobachter noch ein anderes Gedicht, das sich auch bezogen hat auf den Anschluß. Von dem wissen Sie vielleicht gar nichts.

Tut es Ihnen heute leid, daß Sie die „Stimme der Ostmark“ geschrieben haben?

Es tut mir leid, daß ich mich an der Nase herumführen lassen und viele gute Gedanken verschwendet hab auf eine Sache, die dann ein Greuel war, sich dann als Greuel entpuppt hat. Das wissen wir heute, das haben wir 1945 erfahren, erschüttert erfahren, wie wir die Bilder aus den KZs gesehen haben. Das war ein furchtbarer Lernprozeß für uns, denn da erst haben wir richtig begriffen. Es waren vorher so Gerüchte, aber denen mußte man ja nicht glauben.

Und das soll wirklich nicht erkennbar gewesen sein?

Es war so ambivalent. Ich sag Ihnen ehrlich: Ich war eine junge Frau, die heiraten wollte, Kinder haben wollte. Und da hat man eben gehofft, daß die Sache gut geht, daß wieder Hoffnung ist, auf, ja, auch aufs Leben…

Auf Kosten von anderen?

Auf Kosten von anderen hat man damals noch nicht gedacht.

Aber das war doch erkennbar?

Ja, das sagen Sie… so schlau… nachher.

Nein, wenn ich mir die Slogans ansehe, vom Wiener Gemeinderatswahlkampf 1932: „500.000 Arbeitslose, 400.000 Juden. Ausweg sehr einfach! Wählt Nationalsozialisten.“ Kennen Sie den?

Nein nein, den hab ich nicht gekannt. Erstens war ich in Tirol damals. Und dann hab ich den Antisemitismus für so etwas gehalten, wie man heute hinnimmt, daß im Raum der Freiheit halt eben auch die Pornographie einen Platz hat. Etwas, was ich nicht bejahe und was mir grundzuwider ist.

Ich nehme Ihnen die Distanz zum Antisemitismus nicht ab. Wir haben hier die „Böhmischen Verzauberungen“, Erstdruck im „Inneren Reich“.

Naja, man hat gedacht, das ist halt der Streicher, der Streicher.3 Und eine gewisse Kritik hatte man natürlich auch an …an Juden – oder sagen wir… an dem großen Einfluß…

„Derlei Unfug ist… längst verschwunden.“

Jajajaja.

Das sind die Juden? Das sind die Juden!

Nein, das war das Kind, das war das Kind im Arm der Mutter – bei fegendem Märzwind…

Der Unfug war nicht …war nicht das ganze Ghetto?

Das war in der „Corona“, ein Büffet. Da gab es sehr gutes Essen. Und draußen sind die Leute gestanden, haben sich wirklich die Nasen plattgedrückt. Die Leute haben gelauert darauf, hineinzustürzen und sich an den Resten derer zu ergötzen. Also das war mir schon zuwider. Aber ganz zuwider war mir die Bettelei auf der Straße. Das hat mir ins Herz geschnitten. Die Bettler und diese… diese… also diese bettelnden Frauen mit den Kindern im Arm waren verschwunden.

Wo waren sie hin… waren sie im KZ?

Das… das…

Oder waren sie in Sozialwohnungen?

Das weiß ich nicht! Das weiß ich nicht! Die Leute hatten Arbeit. Arbeit haben sie bekommen.

Manche auch Zwangsarbeit.

Ja, auch Zwangsarbeit. Es waren auch viele dienstverpflichtet.

Arbeitsdienst, BDM, Hitler-Jugend usw.

In Budweis wohnt noch eine Frau Mlasow, Wlasta Mlasow. Die war bei uns im Haushalt, eine Tschechin, die schreibt mir heute noch und hat mir gesagt: Das waren die schönsten Jahre ihres Lebens – die scheensten –, wie sie bei uns war, beim Herrn Oberst und bei Fräulein Irmi und mir auch. Heuer hat sie mir wieder zu Weihnachten eine Karte geschrieben.

Keine Verachtung der Tschechen?

Doch, doch, doch. Die war altösterreichisch, die Verachtung der Tschechen.

Ich habe eine recht große Toleranzspanne. Aber dieser Text, diese Beschreibung des jüdischen Friedhofs…

Aber das ist ja auch wirklich ein schrecklicher Platz. Wir hatten damals Angst, meine Freundin und ich. Und die Juden hatten vor uns Angst, und wir hatten vor ihnen Angst.

Aber der Unterschied ist, daß Sie überlebt haben…

Tut mir leid.

Das mach ich Ihnen nicht zum Vorwurf. Aber sehr viele Juden haben nicht…

Der Friedhofsbesuch war 1941, die Wannsee-Konferenz war 1942.

Der Text ist erschienen 1943.

Der war fertig 1942, ist aber verbrannt in Leipzig.

Wurde dann aber noch 1944 gedruckt – als Buch.

Nein, 1943 ist er verbrannt.

Dieser Text ist 1943 im „Inneren Reich“ erschienen4 und 1944 als Buch, als „Böhmische Verzauberungen“. Wo haben Sie denn so spät noch Papier bekommen?

Das weiß ich nicht. Das war der Diederichs-Verlag. Vielleicht…

1979 wurde Ihnen der Mozart- Preis zugesprochen, für Ihr Gesamtwerk. Hat Sie das nicht irritiert?

Das ist wohl im allgemeinen für das Gesamtwerk…

Daß eine deutsche Stiftung die „Stimme der Ostmark“ auszeichnet, noch im Jahr 1979…

Horchen Sie mal: Ich hab doch mehr geschrieben als diese paar Texte… Ich hab mich ja für keine Lyrikerin gehalten. Das ist so ein Nebenstrang.

Man hat es nicht einmal der Mühe wert gefunden, irgendeine diplomatische Formulierung zu finden: Für Ihr reiches Schaffen nach 1945 zum Beispiel.

Ja, das hätte ja können den Laudatoren einfallen, aber doch nicht mir!

Ihnen ist das nicht aufgefallen?

Nein, nein.

Das stört Sie auch nicht?

Nein, weil mein Gesamtwerk…

Da denk ich doch an meine Bücher. Nicht?

Aber immerhin sind auch die „Böhmischen Verzauberungen“ ein Buch… Was war der eigentliche Grund, daß Sie 1983 den Adenauer-Preis der Deutschland-Stiftung abgelehnt haben?

Weil der Herr Ziesel5 mir unsympathisch ist. Nicht wegen dem Adenauer vielleicht oder wegen der Stiftung.

Ich habe mir gedacht, daß auch ein bißchen Angst vor erneuter Kritik wegen der Vergangenheit da mit im Spiel war, weil der Mozart-Preis ja doch…

Naja, das hat vielleicht auch eine Rolle gespielt. Aber der Ziesel hat mich nicht gefreut, nein. Schauen Sie: Das Bundesverdienstkreuz hab ich gerne genommen – von der Bundesrepublik.

Den Johann-Peter-Hebbel- Preis des Landes Baden-Württemberg haben Sie auch genommen, 1969.

Ich weiß nicht, ob Sie bekannt sind mit den Vorbedingungen für den Hebbel-Preis. Es muß ein Autor sein, der rund um den Bodensee entweder geboren ist oder familiäre Beziehungen hin hat…

…und es ist eine faschistische Gründung!

Nein, das weiß ich überhaupt nicht.

Ist unter den Nazis gegründet worden.

Von wem?

Von irgendeinem Gauleiter…

Tut mir leid. Die Autobahn wurde auch von Hitler gebaut…

Alfred Toepfer hat gemeinsam mit Goebbels‘ Reichsschrifttumskammer zehn Kulturpreise gegründet. Nach 1945 hat er fünf dieser zehn Preise einfach weitergeführt, als wäre nichts geschehen – darunter auch den Mozart- und den Herder-Preis.

Er hat’s gebüßt.

…und 46 Jahre lang hat sich niemand darüber aufgeregt.

Lieber Herr Michelides, es ist so traurig gewesen, so zum Weinen, wie dieser alte Mann da aufsteht… nachdem er vom Preisträger beschimpft worden ist. Ich würde einen Preis nicht annehmen, wenn ich den Preisstifter dann in meiner Rede beschimpfen will…

Hans Lebert hat ihn nicht beschimpft!

Naja.

Es war keine Beschimpfung. Er hat ihm die Meinung gesagt…

Also gut. Ich muß eben diese Rede lesen, die ich nicht ganz verstanden habe – aber so viel hab ich von ihr verstanden, daß sie nicht gerade übermäßig freundlich in diese Richtung gesprochen war.

Ich will Ihnen doch die Sitzordnung bei der Lebert-Verleihung in Erinnerung rufen: In der ersten, Reihe ganz in der Mitte, auf der rechten Seite naturgemäß, sitzt der deutsche Botschafter, Philipp Jenninger, der vor wenigen Jahren als deutscher Bundestagspräsident zurücktreten mußte, wegen einer Rede, die als antisemitisch eingestuft wurde. In der zweiten Reihe, direkt hinter dem Botschafter Deutschlands, sitzen Sie, die „Stimme der Ostmark“. In der dritten Reihe, direkt hinter Ihnen, sitzt Sepp Domandl…

Jössasna. Jetzt hab ich ganz darauf vergessen…

…der Gauschulwart von Niederdonau…

Mein Strudl! (eilt in die Küche)

…und der ganze Saal ist gespickt mit lauter alten Nazis, und der Rektor tut so, als wüßte er von nichts.

Jetzt ist er verbrannt, der Strudl. (aus der Küche:) Sie müssen wissen, Herr Michelides: Also ich bin…

Nachher waren sie alle…

…und ich war immer schlecht informiert!

…waren sie alle immer die Unschuld.

Naja. (Es läutet.) Das werden sicher meine Weilheimer Freunde sein.

When no one listened to the blather of an old, old, very old man anymore

Wer der Rede von einem alten, alten, sehr alten Mann an diesem heutigen Tag, 21. Jänner 2026, zuhört, wird bald schon abschweifen … vielleicht zum Roman von Thomas Mann, dessen Schauplatz ein Sanatorium in Davos …

Abschweifen zur Frage, welcher Ort in Davos inspiriert diesen alten, alten, sehr alten Mann zu seinem alten, alten, sehr alten Geschwefel, das morgen vielleicht wieder eines sein wird, wie es ein Geschwefel vorgestern immer schon war.

Vielleicht ist es ein Sanatorium in Davos, in dem der alte, alte, sehr alte Mann losgelöst von allem, so recht losgelassen, sich dazu bringt, wie noch nie zu schwefeln und zu schwefeln, ohne Einspruch zu fürchten, ohne gestoppt zu werden; denn, wem nicht zugehört wird, ist ohne Einspruch und ohne Widerspruch, wird im Geschwefelfluß nicht gestoppt, wird aus diesem nicht herausgezogen, aus dem selbst gewählten Hineinfallen in den Geschwefelstrom. Das ist die Freiheit der Sanatorien. Vielleicht ist es in Davos nicht ein Sanatorium, sondern eine Branntweinschenke, denn, auch bei einem Branntweiner gibt es die Freiheit des uneingeschränkten Geschwefels, die vollkommene Gleichgültigkeit gegenüber dem, wer was wie schwefelt, das von allen absolute Überhören des Geschwefels, die mit ihm, so könnte der alte, alte, sehr alte Mann meinen, in einer spirit bar hocken, und auch wie er selbst im Geschwefel versunken.

Bald jedoch wird der Frage nach dem Geschwefelschauplatz keine Bedeutung mehr zugemessen, denn es kommt zur Erkenntnis, die Orte haben keinen Einfluß darauf, was dieser alte, alte, sehr alte Mann von sich gibt, gleich, auf welchen Platz er gestellt ist, es ist stets nur Geschwefel, zu dem er fähig ist, als ob bei ihm je von Fähigkeiten zu sprechen ist.

Vieles fällt während der Rede, der nicht zuzuhören ist, die zum Abschweifen herausfordert, noch ein, etwa das, ob künftige englische Übersetzungen des Romans nicht mehr mit „The magic Mountain“ getitelt werden, darin einer gewissen Aktualisierung verpflichtet, jetzt, nach dem Auftritt einer solchen Figur in Davos, sondern mit: „Weird Mountain“ … Und auch, ob diesem alten, alten, sehr alten Mann ein sanatorium oder eine brandy hut Heimstatt … Und — so verquer, komisch, verschroben oder gespenstisch es sich anhören mag — auch das, ob dieser alte, alte, sehr alte Mann selbst a sanatorium or a spirit waterhole

Und dann ist es auch schon wieder vorbei, mit der Rede, von der ein paar Wortfetzen bereits zu Beginn reichten, um sich von dieser zu beurlauben, abzuschweifen, ihr nicht zuzuhören, und manch weiterer Wortfetzen, der in der langen, langen, überlangen Stunde des Geschwefels doch aufgeschnappt, bestätigt bloß immer das eine, das Zuhören lohnt nicht, das Abschweifen ist gerechtfertigt.

Das wird bleiben, wenn es überhaupt bleiben wird können, von diesem 21. Jänner 2026, die Erinnerung an die Bemühung, einer Rede wirklich zugehört haben zu wollen, jedoch, als der alte, alte, sehr alte Mann mit dem Öffnen und Schließen seines Mundes zum Lautausstoß kaum begann, so war es auch schon wieder vorbei mit dem Zuhören, und wenn dieser alte, alte, sehr alte Mann je zu etwas fähig war, dann dazu, einzuladen zum Weghören und zum Abschweifen, das die Gesundheit zwar nicht förderte, zumindest aber nicht gefährdete.

Lay down arms

Wehrpflicht
lässt sich immer damit rechtfertigen, dass sie einen Schutz gegen den Krieg darstellt, oder zumindest gegen eine Niederlage im Krieg.
Der wahre und unausgesprochene Grund für die Einberufung ist das allzu natürliche Bedürfnis eines mächtigen und zentralisierten Staats, seine Bürger zu reglementieren und zu kontrollieren, indem er sie dem realen und möglichen Kriegsrecht unterstellt und sich selbst das Recht zuspricht, sie wann immer nötig einzusetzen.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg sowie zahlreiche weitere größere Kriege wurden großteils mit Wehrpflichtigen geführt.

Den Ausbruch der Wehrdienstdiskussion gibt es nun auch in Österreich, eine von einer sich noch nicht zur „Kriegsministerin“ umgetauften Verteidigungsministerin setzte eine Kommission ein, die nun, am 20. Jänner 2026, eine Verlängerung der Wehrpflicht empfehlen wird,

sie wird nicht die Abschaffung des Militärs empfehlen, sondern die Ausdehnung der Wehrpflicht, die Ausweitung des Waffendienstes.

Es wird auch empfohlen werden, ist den Berichten zu entnehmen, die Herabsetzung des stellungspflichtigen Alters auf 16 Jahre, kaum das Kindesalter hinter sich gelassen, sollen äußerst junge Menschen gemustert werden auf ihre Tauglichkeit, Wehrdienst zu leisten, das heißt nichts anderes als in Kampfzonen geschickt zu werden.

Eingestimmt auf das Militär sollen aber auch schon die Kinder werden, das Militär auch in Österreich stellt propagandistische Produkte zum Ködern der Kinder her: „Mit Adleraugen auf dem Heldenplatz“ …

Was Aldoux Huxley vor achtzig Jahren zur Wehrpflicht schrieb, ist achtzig Jahre später im Angesicht der Ausweitung des Kampfdienstes ein weiteres Mal zu zitieren, davor aber ist unbedingt zu erinnern:

Der Erste und der Zweite Weltkrieg sowie zahlreiche weitere größere Kriege wie der Vietnamkrieg wurden großteils mit Wehrpflichtigen geführt; der Einsatz Wehrpflichtiger im Ausland […] gang und gäbe.

Führt nicht gerade einer der boy gangsters, wie sie von Aldoux Huxley genannt werden, vor, wozu das Militär von ihnen gebraucht wird, sowohl im Inland als auch im Ausland.

Und was der ihm gesinnungsgemäß verwandte boy gangster aus einer Hauptstadt in Europa befehligt, sind

Wehrpflichtige zum Kriegsverbrechenseinsatz.

Wird nicht gerade Wehrpflichtigen vorgeworfen, sie würden beispielsweise in Österreich sich „verstecken“, um dem Morden und dem Ermordet-Werden zu entgehen? Auch von Österreich wird verlangt, verstärkt zu koopieren, die in Österreich sich aufhaltenden Menschen aufzuspüren, um sie auszuliefern, auszuliefern in den Kampf, auszuliefern zum Morden, auszuliefern selbst ermordet zu werden?

Wofür wurde die Wehrpflicht, der Dienst an der Waffe bisher gebraucht? Für vielfache Einsätze im Inneren …

Die zwei letzten Kriege mit Wehrpflichtigen, der eine vor 81 Jahren, der andere vor 108 Jahren beendet, an denen Österreich unmittelbar beteiligt war und von je einem Österreicher maßgebend verbrochen wurden,

kosten bis heute viel, sehr viel Steuergeld,

müssen doch nach wie vor für die Entsorgung des seit Jahrzehnten in Österreich herumliegenden hoch lebensgefährlichen Kriegsmaterials enorme Steuergeldsummen …

Wie viele Kommissionen werden doch stets eingesetzt, inflationär eingesetzt, auch für das Militär in Stellung gebracht, aber nach wie vor

keine einzige Kommission dafür — keine einzige Militärabschaffungskommission —, das Militär abzuschaffen,

und das nach so vielen Jahrhunderten des militärischen Mordens, nach so vielen Jahrhunderten der mörderischen Ressourcenverschwendung für das mordende Militär,

und dabei gab es einmal einen „Kriegsminister“, der die Einsicht hatte, der wußte, wie das Budget eines Staates auszugleichen ist, nicht durch Aufrüstung, nicht durch personelle Aufstockung des Heeres, also durch Verschwendung des Steuergelds in jedem Staat für das luxuriöse Morden, für den mordenden Luxus; dieser „Kriegsminister“ hatte wohl deshalb die Einsicht für die militärische Kürzung, weil er auch Finanzminister war, ein Finanzminister, von dem heute nur sein literarisches Werk im Vordergrund steht, auch seine Lyrik wird nach wie vor gerne rezitiert — Lyrik, es sind keine schönen Verse, die heutzutage zur Rechtfertigung des Militärs geschrieben und aufgesagt werden, aber es ist nichts anderes als Lyrik, was über die Notwendigkeit des Militärs verbreitet wird, freilich die schlechteste, die übelste …

Keine Lyrik ist, was Aldous Huxley vor achtzig Jahren zur Wehrpflicht schrieb, aber es ist immer wieder und immer wieder zu zitieren, gegen den Gesang der Militärlyrik

Jahrzehnte vor ihm schrieb Bertha Suttner nach der von Ludwig Wittgenstein seinem Traktat vorangestellten Devise von Ferdinand Kürnberger

Motto: … und alles, was man weiß, nicht bloß rauschen und brausen gehört hat, lässt sich in drei Worten sagen.

ebenfalls keine Lyrik, aber ebenso klar, unmißverständlich in drei Worten:

„Die Waffen nieder!“

Wenn wir über die Möglichkeit sprechen, den Krieg abzuschaffen, dürfen wir nicht vergessen, dass Kriegsvorbereitungen und manchmal auch Kriege selbst den hoch zentralisierten Staaten bei ihren totalitären Zwecken sehr entgegenkommen.

Die Einführung der Wehrpflicht in Friedenszeiten lässt sich immer damit rechtfertigen, dass sie einen Schutz gegen den Krieg darstellt, oder zumindest gegen eine Niederlage im Krieg. Tatsächlich haben Länder, die in Friedenszeiten die Wehrpflicht eingeführt haben, nachher genauso viele Kriege geführt wie vorher, und sie haben genauso viele Niederlagen erlitten. Der wahre und unausgesprochene Grund für die Einberufung in Friedenszeiten ist das allzu natürliche Bedürfnis eines mächtigen und zentralisierten Staats, seine Bürger zu reglementieren und zu kontrollieren, indem er sie dem realen und möglichen Kriegsrecht unterstellt und sich selbst das Recht zuspricht, sie wann immer nötig (zum Beispiel zur Niederschlagung eines unerwünschten Streiks) einzusetzen. In Zeiten der Atombombe könnten Massenarmeen unzeitgemäß erscheinen. Trotzdem zeigt kein Land, das in der Vergangenheit zu Friedenszeiten die Wehrpflicht eingeführt hat, eine Neigung, die Kontrolle über die breite Masse der Bevölkerung aus der Hand zu geben. Und in Ländern, die früher keine Wehrpflicht in Friedenszeiten kannten, fordern hochrangige Militärs und Beamte die Einführung eines allgemeinen Militärdienstes.

Auch in anderer Hinsicht sind Kriegsvorbereitungen für die Inhaber zentralisierter politischer Macht nützlich. Wenn zu Hause die Probleme zunehmen und der öffentliche Protest unangenehm laut wird, ist es in einer Welt, in der Kriege noch eine fast heilige Angewohnheit sind, immer möglich, die Aufmerksamkeit der Menschen weg von den heimischen und hin zu den ausländischen und militärischen Angelegenheiten zu lenken. Die staatlich kontrollierten Angelegenheiten Überzeugungsinstrumente entfesseln eine Flut fremdenfeindlicher oder imperialistischer Propaganda, man demonstriert eine „Politik der Stärke“ gegen eine ausländische Macht, und sofort ist es unpatriotisch, selbst noch so gerechtfertigte Beschwerden über Misswirtschaft oder Unterdrückung zu äußern. Das ist ein weiteres Argument für die Teilung und Dezentralisierung der Macht, die Deinstutionalisierung von Politik und Wirtschaft und wo immer möglich, die Beseitigung zentralisierter Massenproduktion und -distribution durch regionale genossenschaftliche Erzeugnisse und staatlicher Intervention und Kontrolle durch kooperative Selbstbestimmung.

Und schließlich müssen wir uns ansehen, welche Rolle der Militarismus bei der Beilegung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheit spielt, die, wie wir gesehen haben, der Fluch jeder technisch fortschrittlichen Gesellschaft ist. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre ging in allen Industrienationen mit Massenarbeitslosigkeit einher. Diese beängstigende gesellschaftliche Krankheit wurde auf unterschiedliche Weise behandelt. Großbritannien legte ein ambitioniertes Wohnungsbauprogramm auf, in den Vereinigten Staaten griff die Roosevelt-Regierung zu staatlichen Projekten, Konjunkturanreizen und der Drosselung der landwirtschaftlichen Produktion, um die Preise stabil zu halten. Diese Maßnahmen waren nur bedingt erfolgreich. Die Arbeitslosigkeit ging zwar zurück, wurde aber keineswegs beseitigt. Das gelang erst, als Hitler mit der massiven Aufrüstung begann. Wie von Zauberhand verschwand die Arbeitslosigkeit — erst in Deutschland und dann, als es andere Länder mit der Angst zu tun bekamen und sich dem Rüstungswettlauf anschlossen, auch in der übrigen industrialisierten Welt. Man hatte ein Heilmittel gefunden gegen die Unsicherheit, die der wissenschaftliche und technische Fortschritt mit sich bringt, wenn er im Dienst eines zentralisierten Finanzwesens steht. Doch der Preis für diese vorübergehende Heilung war Tod und Zerstörung und dieser Zustand war für alle betroffenen Nationen unvergleichlich schlimmer. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft die massive Aufrüstung erneut das Mittel der Wahl sein könnte, um die Symptome der Arbeitslosigkeit zu linden.

In diesem Zusammenhang sollte man anmerken, dass Waffen die einzigen Güter sind, die ohne Rücksicht auf Kosten oder Gewinne weggegeben werden. Der moderne Krieg ist unter anderem ein Wettlauf darin, welche Nation in der kürzesten Zeit die meisten Kapitalgüter verschenken kann. Diese Kapitalgüter sind bösartig und unproduktiv, doch man kommt nicht umhin zu denken, dass etwas Ähnliches wie der Wohlstand zu Kriegszeiten zu einer Dauereinrichtung werden könnte, wenn mehr Dinge zum Selbstkostenpreis oder umsonst abgegeben würden, und weniger mit Ertrag oder gegen Zins.

[…]

Es ist wie gesagt nicht unmöglich, aber man muss auch sagen, dass es hochgradig unwahrscheinlich ist, solange Nationen an ihren kriegerischen Gewohnheiten festhalten. Denn in einem modernen Krieg bestehen nur Nationen mit einer hoch entwickelten, um nicht zu sagen aufgeblähten Investitionsgüterindustrie sowie einer massenproduzierenden Konsumgüterindustrie, die sich rasch auf die Bedürfnisse der Kriegsproduktion umstellen lässt. Ein moderner Krieg lässt sich außerdem nur führen, wenn eine Nation in der Lage ist, die gesamte Bevölkerung in einer militärischen und industriellen Generalmobilmachung einzuberufen. Das ist nur möglich, wenn die Bevölkerung weitgehend aus Entwurzelten und Besitzlosen besteht, die für ihren Lebensunterhalt auf den Staat und große private Arbeitgeber angewiesen sind. Diese Menschen sind der Traum eines jeden militaristischen Diktators — eine „fließende Arbeitnehmerschaft“, die sich nach Belieben von einem Ort oder einem Hilfsarbeiterjob zum nächsten verschieben lässt.

[…]

Es ist bemerkenswert, dass Menschen gern von einem Krieg sprechen, der allen Kriegen ein Ende bereitet, oder von einem Krieg zum Erhalt der Demokratie; aber weniger gern sprechen sie von Frieden, der dem Krieg ein Ende bereitet, oder von demokratischer Selbstbestimmung (dem genauen Gegenteil des Militarismus) zum Erhalt der Demokratie.

Who and where is AI – From an abandoned tome

Es war geplant, aus dem Roman einen Roman auszulagern, in dem auf wenigen Seiten erzählt werden sollte, wie es auf der Baumgartner Höhe weiterging, als wieder Ruhe einkehrte, nachdem die amtsbehandelte Person in eine andere Anstalt verlegt worden war, in der sie bis zur ihrer Gerichtsverhandlung noch sicherer verwahrt werden konnte, und eine hochqualifizierte Fachkraft aus dem medizinischen Personal der Baumgartner Höhe sich mehr und mehr davon überzeugte, davon ganz und gar ergriffen wurde, die in eine Hochsicherheitsanstalt verbrachte amtsbehandelte Person habe nicht phantasiert, sondern wahr gesprochen, tatsächlich aus der Wirklichkeit erzählt, die Wirklichkeit wirklich gesprochen, und die medizinische Fachkraft schließlich selbst eingewiesen wurde.

Der Plan, muß nun eingestanden werden, ist vollkommen aufzugeben, und wurde bereits aufgegeben. Nicht deshalb, weil ein solcher Roman zu phantastisch wäre, sondern dieser im Vergleich zum Phantastischen von KI ganz und gar nicht phantastisch ausgefallen wäre. Es ist, muß ebenfalls eingestanden werden, auch ein wenig Neid dabei, nie derart phantastisch von der Wirklichkeit erzählen zu können, wie KI. Und weil der kleine Roman in Wien hätte spielen sollen, ist es durchaus angebracht, KI zuzugestehen, die zweite Schule des Wiener phantastischen Realismus begründet zu haben.

Der letzte Ausschlag, den Roman aufzugeben, sind die Erzählungen von KI, Erzählungen, die noch einmal exemplarisch vorführen, wie KI phantastisch von der Wirklichkeit zu erzählen weiß —

Es gibt keine bekannten Hinweise oder Belege, dass der Schriftsteller Thomas Bernhard Freimaurer war, aber der Schriftsteller und Kulturjournalist Rudolf Bayr (* 1912, 1994) war ein bekennender Freimaurer und eine zentrale Figur in der österreichischen Freimaurerei nach 1945, der die „St. Georgsloge zur Bruderkette“ in Salzburg leitete und Verbindungen zu Thomas Bernhard gab es, auch wenn Bernhard selbst nicht freimaurerisch aktiv war. Rudolf Bayr und die Freimaurerei: Bekennender Freimaurer: Bayr war eine prominente Figur der österreichischen Freimaurerei, besonders in Salzburg, wo er nach dem Zweiten Weltkrieg die Freimaurerloge „Zur Bruderkette“ leitete. Kulturelle Bedeutung: Er verband seine literarische Tätigkeit mit seiner freimaurerischen Arbeit und setzte sich für Toleranz und Humanität ein. Thomas Bernhard und die Freimauerei: Keine Mitgliedschaft: Obwohl Bernhard und Bayr sich kannten und über Werke wie die „Pürgg-Schrift“ kommunizieren, gibt es keine Belege dafür, dass Bernhard selbst Freimaurer war. Indirekte Verbindung: Die Verbindung bestand durch Bayrs literarische Arbeit und seine Rolle als Freimaurer, nicht durch eine gemeinsame Logenzugehörigkeit. Zusammenfassend: Rudolf Bayr war Freimaurer, Thomas Bernhard nicht. Ihre Verbindung war eher eine intellektuelle und literarische.

Zu einem Plan auch einen zweiten Plan zu machen, dazu riet vor langer, langer Zeit ein Dramatiker. Und es gibt diesen zweiten Plan, nachdem der erste Plan nun aufgegeben ist, zu verfolgen, nämlich den: Herauszufinden, wer ist KI? Und wo ist KI?

Um KI endlich zu treffen, KI zu fragen, wie ist das möglich, derart phantastisch realistisch erzählen zu können, derart viel zu wissen,

etwa das von Dr. Rudolf Bayr, auch das von ihm zu wissen, daß er u. v. a. m. ein Freimaurer, aber in keiner Partei war, weder vor noch nach 1945 …

Es wird, sehr vielleicht, auch dieser Plan scheitern, aufgegeben werden müssen, herauszufinden, wo KI ist, wer KI mit dieser hochgradigen Fähigkeit ist, nicht nur das Reale des Phantastischen festzuhalten, sondern in das Erzählte auch Rätsel einzuflechten, deren Lösung KI jenen überläßt, die meinen, es seien Rätsel, die es wert seien gelöst zu werden, und vielleicht werden von KI diese angesehen als Beweise dafür, wie begnadet zu erzählen imstande, was für eine begnadete Kraft dahinter am Werke …

Ein solches Rätsel birgt auch die oben zitierte Erzählung über die Freimaurerei

Obwohl Bernhard und Bayr sich kannten und über Werke wie die „Pürgg-Schrift“ […]

Die „Pürgg-Schrift“ in der „Johannes-Kapelle“ in Pürgg, über die „Austria Forum“ in „Heimatlexikon – Unser Österreich – Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria Forum“ informiert, scheint die Lösung des Rätsels zu sein, das doch kein Rätsel ist, da es die „Pürggschrift“ von Franz Krahberger gibt, in der sowohl Rudolf Bayr als auch Thomas Bernhard erwähnt werden, und KI also nur von dieser erzählen kann, freilich derart, wie es in Österreich üblich ist, daß nicht sofort zu erkennen ist, worum es geht, was sich darunter verbirgt. Das könnte dazu verleiten, die Herkunft von KI im Österreichischen zu verorten, KI in Österreich aufhältig zu wähnen.

Erwähnt sind beide in der „Pürggschrift“, nur eines aber konnten Rudolf Bayr und Thomas Bernhard nicht: „kommunizieren“, über die „Pürggschrift“, da beide bereits vor deren Veröffentlichung verstarben. Vielleicht hat Rudolf Bayr sich gewünscht, älter zu werden als er wurde; KI erfüllt ihm, auch ihm diesem Wunsch, zumindest in der Erzählung, läßt ihn in dieser Erzählung diesmal 82 Jahre alt werden, diesmal elf Jahre länger leben … Wahrlich, KI ist großzügig und voller Gnade, KI gibt Lebensjahre, wem auf Erden Lebensjahre genommen, so auch Rudolf Bayr, dem KI drei Tage später noch einmal fünf Lebensjahre mehr —

Der österreichische Schriftsteller Rudolf Bayr war Mitglied der Freimaurerloge „Tamino“ (1970-1985), während die Verbindung zu Thomas Bernhard in Bezug auf die Freimaurerei nicht direkt hergestellt wird, es gibt aber Hinweise auf Berührungspunkte im intellektuellen Umfeld, auch wenn Bernhard selbst nicht prominent als Freimaurer bekannt ist. Bayr, ein bekannter Kulturjournalist und Schriftsteller, war mit der Psychologin Sylvia Bayr (geb. Klimpfinger) verheiratet, die ebenfalls eine Rolle im kulturellen Leben spielte, während Bernhards Werk oft die Grenzen des Menschlichen auslotete. Details zu Rudolf Bayr und den Freimaurern: Mitgliedschaft: Rudolf Bayr (1912-1999) war von 1970 bis 1985 Mitglied der Wiener Loge „Tamino“, eine der ältesten Freimaurerlogen Österreichs. Hintergrund: Bayr war ein bekannter Kulturjournalist, Schriftsteller und Redakteur, der sich mit vielen intellektuellen Themen auseinandersetzte, auch mit jenen, die mit der Freimaurerei in Verbindung standen. Details zu Thomas Bernhard: Keine direkte Freimaurer-Verbindung: Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass Thomas Bernhard Freimaurer war, obwohl er im selben kulturellen Milieu wie Bayr und andere Intellektuelle verkehrte. Gemeinsame Kreise: Beide, Bayr und Bernhard, waren wichtige Figuren in der österreichischen Nachkriegsliteratur und -kultur, was zu Berührungspunkten geführt haben könnte, aber keine Mitgliedschaft Bernhards in ener Loge belegt. Zusammenhang: Die Verbindung liegt also primär in der Person Rudolf Bayrs, der Freimaurer war und in einem kulturellen Umfeld lebte, das auch Thomas Bernhard umfasste. Bayrs Logenzugehörigkeit ist gut dokumentiert, während ene solche für Bernhard nicht bekannt ist.

Aus der langen „Pürggschrift“ von Franz Krahberger sollen nur die Essay-Passagen zitiert sein, die Rudolf Bayr behandeln:

Die jungen Wiener Autoren hat Hans Weigel bewogen, nach Pürgg zu gehen. Die Pürgger Gesellschaft erinnert an Stücke von Thomas Bernhard, dem diese Konstellation sicher gut bekannt gewesen ist. Naturgemäss waren da alte Nazis, Christlichsoziale, Konservative und Sozialdemokraten an einem Tisch versammelt. Ebenso dazu passend der Initiator der Rauriser Literaturtage und Salzburger Landesintendant des ORF, Inspirator und Förderer des Residenzverlages, Rudolf Bayr. Von Bayrs Veröffentlichungen im  Völkischen Beobachter wusste ich bereits seit den 70 er Jahren. Bayr ist Kulturredakteur und stellvertretender Schriftleiter dieser Zeitung gewesen und hat bis zum bitteren Ende durchgedient. Vor dem Ende flüchtete er nach Salzburg, war dann in der amerikanischen Zone so halbwegs sicher und setzte sein Schreibwerk bei den Salzburger Nachrichten fort.

Von Hans Weigel, Jeannie Ebner und Friedrich Torberg weiss man heute mit Gewissheit, dass sie im Umfeld amerikanischer Sicherheitsdienste tätig gewesen sind. Die Finanzierung des Forums seitens der CIA kann heute als historisch erwiesen angesehen werden.
Die Verwicklung von Medienmachern wie Gerd Bacher und Alfons Dalma in ebensolche Tätigkeiten werden heute offen ausgesprochen. Im Falle Gerd Bachers liegen laut Mitteilung des Grazer Historikers Siegfried Beer in US-Archiven gegengezeichnete Zahlungsbelege vor. Der dritte Mann in der ORF-Seilschaft war der in Pürgg anwesende Rudolf Bayr. Alle drei hatten eine enge Verbindung zu den Salzburger Nachrichten, für die  sie Ende der 40 er und Anfangs der 50 er Jahre schrieben. Über Dalmas Ustascha Vergangenheit weiss man heute halbwegs genau Bescheid. Gerd Bacher und Alfons Dalma übten grossen Einfluss auf den ORF aus. Die Redaktionskollegin Rudolf Bayrs, Ilse Leitenberger schaffte es bis zur stellvertretenden Chefredaktion der Presse. Die Salzburger Nachrichten hatten wiederum ein nahes Verhältnis zumEnnstaler Kreis.

Für die Salzburger Nachrichten war Rudolf Bayr nach Pürgg gekommen. Bayr war in jungen Jahren nicht nur Redakteur der Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters gewesen, sondern hatte es dort bis zum stellvertretenden Schriftleiter gebracht.
Seinem Alter entsprechend muss er sowohl begabt wie auch in der Sache engagiert gewesen. Die von ihm im Beobachter veröffentlichten Texte und kurzen Gedichte sind jedoch eher unverfänglich.
Allein an diesen Texten gemesssen, kann man Bayr nicht nachsagen, ein glühender Nationalsozialist gewesen zu sein. In seiner Funktion des Schriftleiters, wenn auch bloss der eines Stellvertreters, kann man ihn jedoch jedoch aus einer gewissen Verantwortlichkeit für den Inhalt der Kulturseite des Völkischen Beobachters nicht entlassen.
Da wurde täglich rassistische, antisemitische und kriegstreiberische Polemik, Berichterstattung und propagandistische Dichtung veröffentlicht. Dass Rudolf Bayr selbst Konsequenzen befürchtete, zeigt seine rasche Flucht zu Ende des Krieges 1945 aus Wien ins Salzburgische. Er folgte damit den vielen hohen NS-Funktionären, die aus der sowjetisch dominierten Ostzone in das Salzburgische bzw. ins Salzkammergut, das eng an das Ausseerland grenzt, flüchteten und sich da unter US-Protektorat neue Existenzen aufbauten.
Bayr wurde alsbald in die Kulturredaktion der Salzburger Nachrichten aufgenommen. Er dürfte den Hintergrund der Pürgg Treffen viel besser durchschaut haben, als die meisten der anderen Geladenen.
Ich habe mit einer langjährigen Mitarbeiterin Bayrs und mit einer Lektorin des Residenz Verlages anlässlich der Rauriser Literaturtage darüber gesprochen. Die Lektorin wusste von nichts, die Mitarbeiterin kannte Bayrs Vorgeschichte. Mein Nachfragen bewirkte die Herausgabe einer Auswahl aus Bayrs Werk mit dem bezeichnenden Titel Ich habe nichts als mich im Residenz Verlag 1999. Bayrs Tätigkeit im Völkischen Beobachter wurde entsprechend berücksichtigt und verharmlost. Beispielhaft dafür ist auch der Umgang mit den Quellen. Ich wollte in den 70 er Jahren in der Österreichischen  Nationalbibliothek Einsicht in den Völkischen Beobachter nehmen. Die wurde mit der mündlich geäusserten Begründung  verweigert, es stünden Namen von Personen in dieser Zeitung, die noch am Leben seien, beziehungsweise noch ihren Beruf  ausübten. Letzteres traf denn auch auf Rudolf Bayr zu. Die österreichische Integration der Nazis, wie sie etwa im Ennstaler Kreis durchgeführt wurde, verführte offensichtlich dazu, wichtige zeitgeschichtliche Informationen und Dokumentationen unter Verschluss zu halten, um diese Personen vor weiterer Nachforschung zu schützen. Man bemühte sich nicht einmal vorzugeben, den unvorbereiteten Leser vor der giftigen Ideologie bewahren zu wollen.

Rudolf Bayr, entsandt von den Salzburger Nachrichten und ebenso Referent eines kulturpolitischen Grundsatzreferates schrieb am 21.9.1955 in den Salzburger Nachrichten über das 3.Pürgg Treffen:
Handlung: Schriftsteller und Verleger aus Österreich und Deutschland
Der Zweck: Miteinander reden und sehr freundlich sein.
Und so dürfte es auch gewesen sein. Keine Missionierungen, keine Manifeste. Keine Rückblicke, keine Ausblicke.
Seinem Pürgger Artikel kann man weiteres entnehmen:
Mancher, den man gern mehr gehört hätte (P.A.Keller, Perkonig, Springenschmid, Stöger; Stuppäck) schwieg überhaupt, andere sprachen nur gelegentlich eine Anekdote (Brehm, Jelusich, Zillich) oder einen Vers (E.Roth) oder dankten am Schluss der Tagung (Hans Grimm)….

Eine diskursive Form der Vergangenheitsbewältigung schien nicht möglich zu sein, dazu waren die Nazis zu überzeugt von ihren historischen, wenn auch verlorenen Zielen,  sondern konnte bloss durch den symbolischen Akt des Zusammenseins und des privaten Dialogs gelöst werden. Heimelig sollte es ihnen in Pürgg wieder werden, und das scheint auch gelungen zu sein. Und selbstverständlich hatte diese NS-Schreiber Elite noch eine Reihe von Verbindungen aus der vergangenen Zeit, die in anderer Weise nützlich gewesen sein dürften.
Diese signalisierte Bereitschaft des Diskurses wird sich herumgesprochen haben. Ein Bericht der Kleinen Zeitung vom 22.9.1955 bestätigt dieses harmonisierende Unterfangen.
Man hielt sich an die Klassik, so waren etwa die zwei irrenden Figuren Faust und Parsifal Gegenstand eines Vortrages. In solcher Atmosphäre ergab sich ein guter Brückenschlag zwischen „Tradition“ und „Fortschritt“ in der Aussprache. Ebenso bestätigt wird diese Annahme durch den bereits oben erwähnten Bericht Rudolf Bayrs in den Salzburger Nachrichten.

Die Antworten auf die Pürggischen Kulturvorstellungen, auf das ewige Gestrige finden wir in den in verzerrt wuchernden Charakteren des Thomas Bernhard, der so bis zu seinem Tod fortwährend am Rande des Skandals agierte. Die Zeitgenossen Thomas Bernhards aus der Nachkriegsgesellschaft bis ins Heute erkannten sehr wohl in seinen Übertreibungen und Überzeichnungen die Deformationen und die Rückständigkeit des eigenen Charakters und die eigene versteckte Geschichte.
Das retardierende Element, der immerwährende Wiederholungs- und Rechtfertigungszwang zeigt von einer Atmosphäre unbewältigter, dumpfer Vergangenheit.
Auch das ist bezeichnend für die Pürggesellschaft. Dieses quälende Umgehen mit unbewältigter Vergangenheit finden wir in anderer österreichischer Literatur bis hin zu Elfriede Jelinek. Das Thema dieser neueren österreichischen Literatur ist das Dorf, in dem fortwährend die Schatten der Vergangenheit agieren. Der Idylle des natürlichen und urgesunden Landlebens, das Rudolf Bayr noch in seiner Fernsehserie Häferlgucker über die bodenständige Esskultur in die österreichischen Wohnstuben projizierte, wurde eine groteske Darstellung des Boshaften, in der die Rückständigkeit und der nationalsozialistische Spuk angegriffen wurde, gegenüber gestellt. Diesen quälenden Umgang mit dem ländlichen finden wir bei Gerhard Roth, bei Innerhofer, bei Klaus Hoffer. Ebenso in Turrinis und Pevnys ORF Serienproduktion Alpensaga. Lange vorher hatte bereits Gerhard Fritsch dieses Genre mit seinem Roman Fasching zu thematisieren versucht. Kaum jemand konnte sich dem Genre des negativen Heimatromans entziehen. Man kann einen ganzen Erzählstrang der neueren österreichischen Literatur ausmachen, eine ganze literarische Strömung, die an einem strickt, nämlich an der unbewältigten österreichischen Geschichte und an denen im und am Land erlittenen Verletzungen. Diese fortwährende Nabelschau wird uns nicht zu einer neuen Weltschau verhelfen.

Ich kann jedoch nicht umhin, Kandolf vorzuwerfen, tiefer liegender Wahrheiten nicht berücksichtigt zu haben. Da wird einmal der exponierte Redakteursjob Bayrs im Dritten Reich nicht erwähnt, ebenso unterschlagen die leitende Rolle Springenschmids bei der Salzburger Bücherverbrennung, nichts über die zentrale kulturpolitische Rolle Stuppäcks (rechte Hand Schirachs in kulturellen Fragen) geschrieben. Stuppäck war keineswegs irgendein Mitläufer gewesen. Bereits 1935 gründete er im Auftrag der illegalen NSDAP ein ebenso illegales nationalsozialistisches Landeskulturamt im Ständestaat Österreich, dem er bis zum Anschluss vorstand. Aus dieser Zeit stammen seine Kontakte zu nationalkatholischen Kreisen. Nach dem Anschluss übte er die Funktion eines stellvertretenden Generalkulturreferenten für die Ostmark aus.

Bayr sprach nicht gerne über seine Vergangenheit. Bayr machte im ORF grosse Karriere. Er wurde Salzburger Landesintendant des ORF. In dieser Funktion und als Begründer der Rauriser Literaturtage und eigentlicher Anreger des Residenz Verlags, der von Wolfgang Schaffler wirtschaftlich erfolgreich geführt wurde,  wurde er zu einer der einflussreichsten Personen des österreichischen Literaturbetriebes der 2.Republik.

Bayr selbst sah sich nach 1945 in einer humanistischen Tradition.

Etwas zum „Rahmen“ aus der „Pürggschrift“ von Franz Krahberger soll doch zusätzlich zitiert werden, in dem Rudolf Bayr —

Bezeichnend für diese dauerhafte Haltung bestimmter und nach wie vor mächtiger ÖVP Kreise, die sich in der Pürgggesellschaft spiegelt, ist die Antwort Waldheims, als er schon Präsident war, auf die Frage nach seinem bevorzugten österreichischen Dichter. Er nannte Karl Heinrich Waggerl. Der Rekurs auf Autoren, die dem schlichten und einfachen Landleben ein Loblied sangen, die die Schönheit der heimischen Landschaft anpriesen, enthob ihre Leser und Leserinnen und ihre Befürworter der ideologischen Stellungsnahme. Man musste im Bekenntnis zum einfachen Leben und im Lob der schlichten Dinge seine wahre Gesinnung nicht preisgeben. Das konnte sehr vorteilhaft sein.
Andererseits sind die Verquickungen Waggerls, der ehrenamtlicher Salzburger Landesobmann der Reichsschrifttumskammer  war, in die nationalsozialistische Kulturpolitik, die Verschmelzung von Heimat- und Herrenlob (Gert Kerschbaumer), seine Tätigkeit als Propagandaschreiber für die Wehrorganisation Todt, seine propagandistische Instrumentalisierung in der Nazi-Kriegsführung, die Propaganda  für das letzte Aufgebot, den Volkssturm,  so gravierend und eindeutig, dass Waggerl keineswegs als unbefangener, von den Untiefen real nationalsozialistischer Politik nicht berührter, über allen heimischen Wipfeln schwebender Geist angesehen werden kann. Waggerl durfte ebenso wie Bayr im Völkischen Beobachter publizieren.

Die Pürgger Dichterwochen wurden von Alfred Rainer ins Leben gerufen. Die Einladungen zu den Treffen kamen von Josef Krainer, dem steirischen Landeshauptmann. Rainer, ein schwer versehrter Kriegsheimkehrer, engagierte sich in der Steirischen Volkspartei für die soziale Wiedereinbindung der in Misskredit geratenen Heimkehrer. Das Konzept reichte weit darüber hinaus. Geregelt wurden nicht nur die gesellschaftlichen und beruflichen Bedürfnisse der Kriegsheimkehrer. Eine weitere politische Aufgabe stellte sich in der Wiedereingliederung ehemaliger Naziparteigänger und Mitläufer. Im Umgang damit wurde jene bedenkliche doppeldeutige Formel von der persönlichen Schuldlosigkeit kollektiv belasteter Bevölkerungskreise ins Spiel gebracht.

Um diese Aufgaben umsetzen zu können, gründete Rainer 1951 den Ennstaler Kreis. Politisch gesehen könnte man den Ennstaler Kreis im Kern als rechtskatholische politische Organisation mit besonders ausgeprägtem Heimatsinn ansehen, der eine offene Plattform hin zur nationalen Seite angeboten hat. Der freiheitliche Historiker Lothar Höbelt beschreibt in seiner Geschichte des Verbandes der Unabhängigen VDU, eines Sammelbeckens vor allem ehemaliger Naziparteigänger, den Kreis als informelle Einrichtung des Dialoges national gesinnter Intellektueller. Der dem Zentrum des Kreises nahestehende Taras Borodajkewycz formulierte als Voraussetzung dieser Verbindung das selbstverständliche Bekenntnis zum Deutschen Volk, also zur nationalen Volksgemeinschaft. Die politische reale Macht lag aber eindeutig bei der Volkspartei. Nur sie hatte die Möglichkeit, Posten zu beschaffen, Karrieren zu vermitteln. Im Gegenzug erwartete man sich Loyalität zur Partei beziehungsweise den Eintritt in dieselbe. So gesehen ist der Ennstaler Kreis ein passendes Beispiel aus den Anfängen der zweiten Republik für die in Österreich lange Zeit grassierende Parteibuchwirtschaft. Borodajkewycz selbst war Nutzniesser und  konnte so wieder auf akademischen Boden zurück kehren. Als ehemaligen NS-Angehörigen war ihm die Lehrbefugnis entzogen worden.
Im Gegenzug für seine politische Kompromissbereitschaft als Mittler des deutschnationalen Lagers gegenüber Volkspartei und Republik konnte er seine Lehrbefugnis zurückgewinnen und an der Hochschule für Welthandel lehren. Die geänderten Zeiten hielten ihn jedoch nicht davon ab, weiterhin nationalistische und rassistische Gedanken zu verbreiten. Erst in den sechziger Jahren musste er auf Grund heftiger studentischer Proteste seine Professur aufgeben. Der Ennstaler Kreis spielte im weiteren eine wichtige Rolle in den Oberweiser Verhandlungen zwischen Österreichischer Volkspartei und dem deutschnationalen Lager. Sie fanden in der Oberweiser Villa Alfred Maletas statt. Höbelt teilt mit, dass ein grosser Teil der Redakteure der Salzburger Nachrichten Mitglieder des Ennstaler Kreises gewesen sind. Ein wesentliches Detail, die Salzburger Nachrichten nahmen eine wichtige Rolle im Dialog von Nationalen und Republik ein. Der Ennstaler Kreis versuchte offensichtlich Journalisten, Akademiker, Politiker,  Unternehmer und in den Pürgger Dichterwochen Schriftsteller und Schriftstellerinnen an sich zu ziehen. Ingomar Hartner, enger Mitarbeiter Rainers,  schreibt von besten Kontakten des Ennstaler Kreises quer durch Europa, über England in die USA.

Von Torberg muss man sagen, er habe zwar Brecht behindert, die alten Nazi-Schriftsteller liess er jedoch ungeschoren. Er hat zwar über Pürgg nichts berichtet, doch gewusst wird er davon haben, noch dazu wo er längst schon wieder seine freien Tage im nahegelegenen Altaussee verbrachte.
Bei Durchsicht des von ihm herausgegeben Forums bin ich jedoch neben Wolfgang Kudrnofsky, Jeannie Ebner, Wieland Schmied, Hans Weigel, Ulrich Baumgartner, neben Bruno Kreisky und Christian Broda noch auf eine weitere bemerkenswerte Person gestossen. Taras Borodajkewicz schrieb für Torberg in der Dezember Ausgabe 1955 des Forums über die nationale Frage.
Dieser Mann war Ursache der Studentendemonstrationen im April 1965. Ein Demonstrant, der Pensionist Ernst Kirchweger, ist  dabei von Rechtsradikalen zu Tode gestossen worden. Borodajkewicz galt als prononcierter, bekennender und lehrender nationaler Rechter, der seinen Lehrstuhl zu neonazistischer Propaganda missbrauchte. Er war in den fünfziger Jahren an der Oberweiser Vereinbarung der ehenmaligen Nazis mit den ÖVP Politikern Julius Raab und Alfred Maleta beteiligt. Er war einer der Verbindungsmänner der Nationalen zum volksparteilich dominierten Ennstaler Kreis, dem Veranstalter der Pürgger Treffen.
Im nachmaligen Bundeskanzler Alfons Gorbach und in dessen Nachfolger Josef Klaus hatte der Ennstaler Kreis mächtige Schutzherren. Beide hatten mit Erzbischof Andreas Rohracher von Salzburg aus das katholische Versöhnungswerk 1947 gegründet, das strategisch die demokratische Wiedereinbindung und Rekatholisierung der Nazis betrieb. Gorbach ist persönlich bei den Pürgger Dichterwochen anwesend gewesen.
In seiner Eigenschaft als Salzburger Landeshauptmann enthob Josef Klaus den österreichischen Komponisten Gottfried von Einem all seiner künstlerischen Aufgaben und Funktionen in der Leitung der Salzburger Festspiele. Anlass war, dass sich Einem erfolgreich für die Einbürgerung Brechts, dieser besass ab da an einen österreichischen Pass, eingesetzt hatte. Klaus, der eine besonders amerikafreundliche Politik forcierte, Torberg und Weigel verhinderten vehement ein Engagement Brechts an Salzburgs Festspielen. Brecht hatte nun zwar einen österreichischen Pass, jedoch in Österreich mehr oder minder Berufsverbot und ging nach Ostberlin und sein Befürworter Einem verlor seinen Job.
Das zweifach eingetragene NSDAP Mitglied Herbert von Karajan konnte in Folge zum absoluten Star der Salzburger Festspiele werden. Eine Vorentscheidung war bereits 1938 gefallen. Während  Karajan im Berliner Top Hotel Adlon mit der Führungsspitze der NSDAP verkehrte, bis zum bitteren Ende zu den bevorzugten Gästen zählte, wurde Einem 1938 im Adlon von der Gestapo verhaftet. Karajan dirigierte die Triumphkonzerte anlässlich der militärischen Besetzungen von Prag und Paris.

Der Ennstaler Kreis ist heute noch aktiv. Der katholische Kern ist bewahrt geblieben. So referierte etwa der eher als moderat geltende steirische Diözesanbischof Johann Weber im Oktober 2000 vor dem Ennstaler Kreis seine Gedanken zu einer glaubwürdigen und und zukunftsfähigen Kirche. Aus einigen spärlichen Hinweisen lässt sich ablesen, dass die Kontakte zur rechten Szene nicht abgerissen sind. In den 80er Jahren war Hans Dietrich Sander zu einem Vortrag geladen. Im Internet finden sich seine Unpolitischen Prämissen des deutschen Niedergangs, in denen er kurz einen Konflikt zwischen sich und einem Vertreter der Konrad Adenauer Stiftung anlässlich einer Tagung des Ennstaler Kreises im steirischen Bad Aussee streift. Sander verwendet nach wie vor den Begriff Umerziehung, während der nicht näher benannte Vertreter der Adenauer Stiftung richtigerweise darauf bestand, die Deutschen wären erst nach 1945 richtig erzogen worden. Hans Dietrich Sander war übrigens Mitarbeiter Bertolt Brechts am Schiffbauerdammm, bevor er in den 1957 in den Westen flüchtete und sich in der BRD rechtsradikalen Kreisen anschloss. Heute gehört Sander der Gesellschaft für freie Publizistik an. Neben dem letzten Adjutanten von Goebbels, der heute in Argentinien lebt und in Fernsehinterviews nach wie vor sich zur Ideologie des Nationalsozialismus bekennt, finden wir in dieser Gesellschaft den einschlägig bekannten Österreicher Otto Scrinzi , den Revisionisten und Holocaust Leugner David Irving, den Herausgeber der freiheitlich orientierten politischen Wochenschrift Zur Zeit Mölzer. Mitglied der Gesellschaft für freie Publizistik waren u.a. der rechtslastige Hans Grimm, der Führer der flämischen Faschisten Robert Verbelen und der prononciert sudetendeutsche antisemitische Schriftsteller Heinrich Zillich.
Diese Gesellschaft gibt vor, für die Freiheit und Wahrheit des Wortes zu kämpfen und vertritt sowohl nationalistische wie rassistische Positionen. Hans Dietrich Sander kann eindeutig dem rechten radikalen Lager zugeordnet werden. Aus seiner Präsenz im Ennstaler Kreis lässt sich schliessen, dass die Orientierung und Funktion des Kreises der ursprünglichen Konzeption auch in der Gegenwart noch aktuell ist.
Der Kreis ist nach wie vor abgeschottet und es dürften nur besonders ausgewählte Personen Zutritt haben. Die Beziehungen lassen auf ein hochkarätiges politisch-, wirtschaftliches Umfeld schliessen. In der Öffentlichkeit des obersteirischen Ennstales ist wenig bekannt über diesen Kreis. Es finden sich jedoch immer wieder Berichte über Veranstaltungen des Kreises in steirischen Zeitungen, etwa der Kleinen Zeitung und im Ennstaler.

So sah etwa der Rahmen aus, in dem die Pürgger Dichterwochen konzipiert und durchgeführt wurden. Pürgg wäre ein sanfter Versuch gewesen, Literatur und Politik in Nachkriegsösterreich näher zu bringen und Verständigung im künstlerisch literarischen Bereich in die Wege zu leiten, schreibt der Pürgger Dokumentarist Hans Kandolf. Man wäre bemüht gewesen, Schuld abzubauen und Brücken zu schlagen.
Da steht auf den Teilnehmerlisten als prominentester ehemaliger nationalsozialistischer Kulturfunktionär der vormalige Präsident der Reichsschrifttumskammer  Hans Friedrich Blunck, mitschuldig an der Vertreibung und am Tod von Kolleginnen und Kollegen in den politischen Nazi-KZs.
Niemand, der nach dem Mai 1933, an dem nachweisbar in vierzig grossen und mittleren deutschen Städten Bücher verbrannt wurden, eine offizielle kulturpolitische Funktion eingenommen hat, insbesondere jene eines Vorsitzenden der Reichsschrifttumskammer, kann behaupten, an der Vernichtung des freien Geisteslebens unbeteiligt gewesen zu sein. Blunck sass an einer jener Stellen, an denen entschieden wurde, wer in Deutschland nach 1933 schreiben und sich öffentlich mitteilen durfte.
In Pürgg hat sich Blunck in seiner Abschiedsrede für diese Zusammenkunft von Dichtern und Schriftstellern, die seiner Aussage nach im Westen Deutschlands nicht möglich gewesen wäre, bedankt und gemeint, hier seien Menschen zusammen gekommen, die vielerlei Meinung haben mögen, sich aber menschlich nahe und Freunde wären, ohne ihre unterschiedlichen Ansichten aufgeben zu müssen. Einer, der zwanzig Jahre früher mithalf, all jene Freiheiten zu vernichten, die nicht in das Konzept des Nationalsozialismus gepasst haben, spricht da von der Freiheit von Pürgg und nimmt Toleranz in Anspruch, die er Jahre vorher anderen Autoren und Autorinnen verweigert hat.
Dieser Missbrauch des Freiheitsbegriffes ist charakteristisch für die Rechte. Sie nennen sich freiheitlich, geben vor, die Freiheit gegenüber Sozialismus und Kommunismus verteidigen zu müssen und finden keine kritische Distanz zu den Strukturen eines totalitären Staates, in dem jede Abweichung von der offiziell vorgegebenen Meinung mit Berufsverbot, Gefängnis oder gar mit dem Tod bestraft wurde.

Literaturhistorikern waren diese merkwürdigen Schriftstellertreffen zwar bekannt. Sie erfassten jedoch keineswegs die innere Dimension, oder wollten diese nicht erkennen und taten sie als Treffen konservativer Autoren ab, behandelten sie als Autoren auf Schulbuchniveau.
Mag sein, dass man die Pürggtreffen bloss aus germanistischer Perspektive betrachtet hat. Auch im Falle Goethes haben die Literaturhistoriker es über Jahrhunderte hinweg vermieden, ins geheime Weimarische Hofarchiv zu schauen. Jetzt erzählt uns ein unbefangener US-Historiker über die Alltagsgeschäfte des Geheimrates, die hin und wieder auch darin bestanden, Todesurteile auszufertigen und im Namen seines Fürsten zu unterzeichnen. Vor allem wird aber seine Rolle in weit gespannten Netz der Zensur, die sich gegen die Inhalte der französischen Aufklärung und Revolution wandte, herausgearbeitet.

NS-Autoren, die in der Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters publizierten, wie Brehm, Springenschmid,  das dichtende Sprachrohr des Volkes mit Gier nach mehr Raum, Hans Grimm, Baldur Schirachs Burgtheaterdirektor Mirko Jelusich, und ebenso des Reichsgauleiters Generalkulturreferent Hermann Stuppäck waren da nach Pürgg am Eingang zur Alpenfestung, so nannten die Nazis dieses alpine Gebiet, geladen. Auch der unverbesserliche antisemitische sudetendeutsche Autor Heinrich Zillich war nach Pürgg gekommen. An der Spitze Hans Friedrich Blunck, Chef der Reichsschrifttumskammer bis 1935. Er wurde angeblich von Goebbels entlassen, weil er sich gegen die Schwarzen Listen und den Arierparagraphen verwehrt hat. Zu Bluncks Amtszeit mussten bereits viele deutsche AutorInnen Deutschland verlassen. Andere wurden in Konzentrationslagern in Sicherheitsverwahrung gebracht. Schreibverbote wurden erteilt und Existenzen vernichtet. Bluncks Widerstand dürfte jedoch nicht allzu gross gewesen sein. 1936 gründete er im Auftrag der Nationalsozialisten das Deutsche Auslandswerk und leitete bis 1939 die unter diesem Dach zusammengefassten europäischen Freundschaftsgesellschaften. Blunck diente offensichtlich der Nazi-Propaganda und besucht in dieser Eigenschaft mehrmals Österreich.1936 wurde er in den Reichskultursenat berufen. Nach Kriegsende wurde er interniert und für vier Jahre mit Berufsverbot belegt.
Paula Grogger und ihr Freundes- und Kollegenkreis waren ebenso in Pürgg. Eine Reihe eher bürgerlicher Autoren war zugegen. Fritz Habeck , Natalie Beer und Gertrud Fussenegger fehlten nicht.
Ebenso geladen wurde eine Gruppe junger AutorInnen und künftiger Kulturfunktionäre. Wolfgang Kudrnofsky, Jeannie Ebner, Wieland Schmied, Hans Weigel, Ulrich Baumgartner, später Festwochenintendant zu Wien, und Günter Nenning, der allerdings kritisch in der Neuen Zeit in Graz über diesen Treff berichtete.
Aber man muss nicht bleiben, so wie man einmal gewesen ist. Dr.Dr.Guenter Guenter Nenning, den Bruno Kreisky voellig zu Recht einen politischen Kasperl genannt hat, schrieb 1982 in der damals von Andreas Moelzer redigierten in Graz erscheinenden freiheitlichen Kampfschrift Die Aula ganz prominent gleich neben Norbert Burger ueber die Deutsche Einheit. Der Nenning ist halt doch ein echter Austro Kofferer und auch Puerggschafter geworden.

So viele Namen, allein schon in den Passagen der „Pürggschrift“, in denen von Rudolf Bayr gesprochen wird, Namen, die, könnte gedacht werden, Menschen gerade noch etwas sagen konnten, als Franz Krahberger „Die Pürggschaft“ schrieb, als er noch lebte, er starb am 17. Juli 2016. Dem ist aber nicht so.

Als wäre Pürgg gegenwärtiger als je zuvor, in Österreich bestimmender als je zuvor, genauer, wieder bestimmend wie es ab den Dichterwochen in den frühen fünfziger Jahren für eine lange Zeit bestimmend war, und nun diese Schaft das Bestimmen wieder an sich riß, massiver als je zuvor an sich reißt. Bis herauf ins Heurige, bis herauf zu diesem Jahr, ist am 13. Jänner 2026 zu denken.

In vielen Kapiteln kommen die von Franz Krahberger Erwähnten auch vor, die von der unterirdisch und schon nicht mehr so unterirdisch wirkenden Kontinuität in Österreich bis zum Heurigen —

Wenn also in der „Pürggschrift“ etwa von der „zukunftsfähige[n] Kirche“, von der „Rekatholisierung“ zu lesen ist, und unmittelbar vor dem Wechsel des Jahres 2025 in das Jahr 2026 zu lesen ist, wir brauchen mehr wehrhaftes Christentum

Der Eintreter für ein „wehrhaftes Christentum“ einer, den Franz Krahberger nicht unerwähnt lassen konnte, ohne den so viele Fernsehsendungen bis heute nicht auskommen wollen, einer, der auch einmal in der „Aula“

Die „Aula“ wurde nicht, wie Franz Krahberger schreibt, vom Stocker-Verlag herausgegeben, sondern von der „Aula-Verlag Gesellschaft m.b.H., aus der dann die „Freilich Medien GmbH“ wurde und schließlich die „Edition Kontext“, die weiterhin „Freilich“ betreibt, „Freilich“ ersetzte die „Aula“, das war 2018.

Und was „Freilich“ schreibt, was für eine Werbung auf „Freilich“ geschaltet wird, davon wurde, kurz ist es her, schon erzählt, etwa vom „betreuten Denken“, das im September 2026 titelgebendes Thema einer philosophischen Veranstaltung im Gebirge sein wird …

So viele Jahrzehnte konnte „Aula“ unbelangt sich betätigen, wen kann dies verwundern, hatte doch „Aula“ so etwas wie einen katholischen Segen, wenn ein Kardinal und späterer Papst durch seinen Sekretär „Aula“ erlaubt, einen Text von ihm

Ein Sprecher der Erzdiözese Wien wies daraufhin die Vorwürfe zurück. Die Herausgeber der rechtsextremen Publikation „Aula“ hätten Ratzinger, so die katholische Nachrichtenagentur Kathpress, „offenbar nicht um Erlaubnis gefragt, seinen Artikel wiedergeben zu dürfen“. Der dem SPIEGEL vorliegende Schriftverkehr zwischen dem damaligen „Aula“-Redakteur Gerhoch Reisegger und dem Vatikan belegt das Gegenteil. Mit Schreiben vom 30. September 1997 gab Ratzinger-Sekretär Clemens grünes Licht für die Publikation eines Ratzinger-Aufsatzes „in der Monatsschrift ‚Aula'“. Der Text erschien 1998 in dem Sammelband „1848 – Erbe und Auftrag“, der von zwei bekannten Rechtsextremisten herausgegeben wurde.

Am Stocker-Verlag ist in Österreich kein Vorbeikommen, und deren einstige Verlagsleiterin, deren männliche Nachfahren wurden, was sie war, gratulierte „Aula“ — wer hätte da über Jahrzehnte es wagen können, ein Magazin, das von einer derart hochgestellten Persönlichkeit eine Gratulation empfangen durfte, zu belangen?

1991 hat Ilse Dvorak-Stocker – neben führenden österreichischen Rechtsextremisten – der rechtsextremen Zeitschrift Aula zu ihrem 40jährigen Bestehen gratuliert. Sie lobte bei dieser Gelegenheit „die stets gute Zusammenarbeit“ zwischen der Aula und dem Leopold Stocker Verlag (Aula 9/1991, S. 24).

Ein Teilnehmer der „Pürgger Dichterwochen“ war auch Ernst v. Dombrowski, der Namensgeber für einen Stiftungspreis, den 2025 Philipp Markus Grein erhielt, und was für hochgestellte Persönlichkeiten im Kuratorium dieser Stiftung, von der und ihren Preisträgerinnen bereits erzählt werden durfte:

Präsidium
I. D. Dr. Gabriele Prinzessin v.u.z Liechtenstein, Präsidentin
Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker, Graz, Vizepräsident
Weitere Kuratoriumsmitglieder
Prof. Kasilda Bedenk
Mag. Gerhard Fürnhammer
Univ.-Prof. MMag. Dr. Ernest Hoetzl
Stefan Kompacher BA BA MA
Dr. Alexander Maicovski
Mag. Andreas Rom
Mag. Dr. Gudrun Rottensteiner
HR Mag. Ferdinand Schönbacher
Mag. Dr. Johann Uitz

So viele Namen, so viele Kapitel, es mag nichts mehr zu diesen Namen, die auch in der „Pürggschrift“ vorkommen, geschrieben werden, sie kommen in so vielen Kapiteln vor, daß dies endlich für allemal genügen muß, es endlich Schluß sein muß, es ist zu diesen nichts mehr hinzuzufügen, die Verweise auf die Kapitel sind genug:

Heinrich Zillich

Norbert Burger

Karl Springenschmid

Hans Grimm

Parsifal

Baldur Schirach

Karl-Heinrich Waggerl

Kurt Waldheim

Lothar Höbelt

Josef Friedrich Perkonig

Paula Grogger

Taras Borodajkewicz

Herbert Karajan

Robert Verbelen

Otto Scrinzi

David Irving

Hans Friedrich Blunck

Hans Weigel

Friedrich Torberg

Mirko Jelusich

Bruno Brehm

Robert Hohlbaum

Günther Nenning

Anton Paul Keller

Werner Bergengruen

Erwin Rainalter

Natalie Beer

Gesellschaft für freie Publizistik

Zur Zeit

VdU

Mit dabei in Pürgg war auch Christine Lavant, zweimal: 1954 und 1955. 2025 war auch ein Jahr, in dem ihr aus Anlaß ihres 110. Geburtstages nicht klein gedacht wurde; vielleicht kommt doch eines Tages der Zeit Reife, diesen Teil ihres Lebens, das geradezu ikonenhaft als gänzlich leidendes und ganz der Dichtung verschriebenes dargestellt wird, auch zu erforschen.

In keinem Kapitel bisher jedoch kam der „Ennstaler Kreis“ vor, der durch den „HJ-Führer“ Alfred Rainer in Verbindung mit den Pürgger Dichterwochen

1998 fiel mir eine Dokumentation der Pürgger Dichterwochen in die Hände. Der Stainacher  Hans Gerhard Kandolf beschreibt in diesem 1997 im Kammerhofmuseum Bad Aussee erschienenen Buch mit Akribie ein seltsames Schriftstellertreffen in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre, das dreimal, von 1953 bis 1955 in Pürgg, einem kleinem obersteirischen Ort am Grimming über dem Ennsboden abgehalten wurde. Geladen hatte der politische Leiter des Ennstaler Kreises, Alfred Rainer,  Abgeordneter zum steirischen Landtag. Den Ehrenschutz hatte Josef Krainer, steirischer Landeshauptmann, übernommen. Finanziert wurden die Veranstaltungen aus den Mitteln des Landes Steiermark und des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. Alfred Rainer sah seine politische Hauptaufgabe in der Wiedereingliederung ehemaliger Wehrmachtsangehöriger in das zivile Leben. Rainer hatte eine weitere Aufgabe zu erfüllen. Die Reintegration von ehemaligen Nazi Parteigängern, denen erst zu Beginn der fünfziger Jahre ihr aktives und passives Wahlrecht wiederum zugestanden wurde.

(Es fällt dazu ein Kapitel ein, wie das damals war, der großzügige Umgang mit dem Wahlrecht, und wieder einmal Scrinci und, wie könnte es anders sein, Reinthaller …)

Auf der Website des Ennstaler Kreises ist am 15. Jänner 2026 zu lesen:

Der Ennstaler Kreis wurde 1951 von LAbg. Dr. Alfred RAINER unter der Patronanz von Landeshauptmann ÖR Josef Krainer ins Leben gerufen. Im Schloss Paltenstein und später durch viele Jahre im Hotel „Wasnerin“ in Bad Aussee trafen sich Dichter, Politiker und Wissenschafter, die im Ausseer-Land eine zweite Heimat gefunden hatten. Damit sollte eine Begegnungsbasis für einen Dialog zwischen der Österreichischen Volkspartei mit ihren christlich-sozialen Wurzeln und Vertretern des sogenannten nationalliberalen Lagers auf hohem intellektuellem Niveau geschaffen werden.

Träger dieser Veranstaltungen ist der Verein zur Förderung des Dialogs in Demokratie, Bildung, Wissenschaft und Kultur. Er wurde 2008 gegründet. Gründungsobmann war LAbg. Dir. Richard Kanduth. Die Statuten formulieren als Vereinszweck, den wissenschaftlichen Dialog zu zentralen Fragen und Problemstellungen der Politik, Wirtschaft, Religion, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Gesellschaft in Österreich und im europäischen Kontext zu fördern und so Forschungsaufgaben für die österreichische Wissenschaft und Wirtschaft zu erfüllen sowie zur Überbrückung von Gegensätzen beizutragen. Dies erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen wissenschaftlicher Theorie und politischer Praxis und aus der Sicht eines christlichen Fundaments.

Hochkarätige Symposien zu aktuellen Themen

Zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – finden im Ennstal die Symposien des Ennstaler Kreises statt. Der Ennstaler Kreis besteht seit 1951 und will mit seinen Tagungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die politischen, geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Ereignisse und Entwicklungen in Österreich, unseren Nachbarländern und Europa insgesamt informieren und eine Auseinandersetzung mit Fragen der Zeit und der Zukunft im Geiste der Offenheit ermöglichen. Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Politik, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft, Religion und Gesellschaft finden ein Forum von 150 bis 200 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern und engagiert Diskutierenden vor.

Eine Teilnahme an den Tagungen ist nur mit einer persönlichen Einladung auf Grund der Empfehlung eines bisherigen Teilnehmers möglich.

Ob mit dem „nationalliberalen Lager“ die „Dichter“ des Alfred Rainer, der u. v. a.m auch ein „HJ-Führer“ war, gemeint ist, also allen voran Blunck, Springenschmid und alle weiteren ihnen gesinnungsgemäß verschafteten?

Von Alfred Rainer ist ein Ausspruch überliefert, der für seine Zeit galt und weiter und recht besonders wieder gilt: „Rechts ist kein Feind mehr.“

Sieben Jahre, seit 2019 also, ist Beatrix Karl Vorsitzende des Ennstaler Kreises, und wie dankbar doch dem Ennstaler Kreis es zu sein hat, Beatrix Karl zu seiner Vorsitzenden gemacht zu haben, enthebt das doch der Aufgabe, zu ihr in diesem Kapitel auch etwas schreiben zu müssen, da von ihr in nicht wenigen Kapiteln

Sie ist also seit sieben langen Jahren Vorsitzende des Ennstaler Kreises, der „hochkarätige Symposien“ einrichtet —

Österreich, Land, der Symposien reich — und „hochkarätige Symposien“ sind daran zu erkennen, daß in ihnen „ökumenische Gottesdienste“ gehalten werden, hochkarätig wie die Referate der hochkarätigen Vortragenden, und es sind die Hochkarätigsten des Landes, die das Ennstal zu einer Hochburg des Hochkarätigen —

Wer sonst noch, um ein oder zwei Bespiele zu nennen, könnte über „Gesundheitssystem krisenfest gestalten“ hochkarätiger referieren als Karlheinz Kornhäusl im Symposium „Alles Krise“, oder Lothar Höbelt über „Einheitsbrei oder Spaltung – wie soll die pluralistische Gesellschaft denn wirklich aussehen?“, oder Michael Fleischhacker über „Gezielte (Des)Information – Ist die Wahrheit den Menschen nicht mehr zumutbar?“ zum Symposiumsthema „Fake News“ …

Hochkarätig zu sein, heißt auch, aus Print, Funk und Fernsehen bekannt zu sein, wie es nicht nur die Obigen sind, sondern auch viele weitere, etwa Martin Kocher, Kathrin Stainer-Hämmerle

Eine Teilnahme an den Tagungen ist nur mit einer persönlichen Einladung auf Grund der Empfehlung eines bisherigen Teilnehmers möglich.

So rigoros, kann im Archiv gelesen werden, war die Teilnahme an den Symposien des Ennstaler Kreises geregelt, nun klingt es, kann ebenfalls am 15. Jänner 2026 gelesen werden, milder.

Eine Teilnahme ist nur mit persönlicher Einladung möglich.

Wie es zur „persönlichen Einladung“ nun kommt, erschließt sich daraus nicht, es darf aber angenommen werden, an dem Procedere wird sich nichts geändert haben, es dürfte wohl weiterhin so sein, daß eine Teilnahme an den Tagungen nur mit einer persönlichen Einladung auf Grund der Empfehlung eines bisherigen Teilnehmers möglich“ …

Um Mitglied im Vereins des Ennstaler Kreises werden zu können, ist gemäß seiner Statuten ein Beschluß des Vorstands notwendig,

Über die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet der Vorstand durch Beschluss. Der Vorstand kann durch einstimmigen Beschluss ein Ehrenmitglied ernennen. Die Aufnahme zum Verein kann ohne Angaben von Gründen verweigert werden.

Ob es vor der Entscheidung über Aufnahme oder Nicht-Aufnahme auch so etwas wie ein Prüfverfahren, dessen Ergebnis Unterlage zur Beschliessung im Vorstand ist, gibt? Wie es etwa von der Freimaurerei gepflegt wird.

Diese Frage wird uns oft gestellt, und sie ist einfach zu beantworten: Entweder wird man von einem Freimaurer aus dem persönlichen Umfeld angesprochen und eingeladen; oder man meldet sich selbst bei der Großloge.
Darum prüfe wer sich bindet …
Allerdings sollte man sich den Beitritt zu einer Loge genauer überlegen als etwa zu einem Sportverein. Das ist verständlich, wenn man den Vereinszweck bedenkt: durch Arbeit an sich selbst in Gemeinschaft mit anderen Menschen, die einem viel persönliches Vertrauen schenken, ein besserer Mensch zu werden. Weil das so ist, folgt jedem Beitrittsansuchen ein wechselseitiges Prüfungsverfahren, also mehrere Gespräche des Suchenden, wie wir Aufnahmewerber nennen, mit Logenmitgliedern, um festzustellen, ob man zueinander passt. Das kann dauern: oft über ein Jahr oder länger. Ist das Ergebnis der Prüfung positiv, stimmen die Brüder bei einer Logenarbeit ab: natürlich geheim, so wie es sich demokratisch gehört.
Die Mitglieder müssen zustimmen
Für ein Ja ist dann allerdings eine hohe qualifizierte Mehrheit notwendig: Schon bei drei Gegenstimmen wäre der Kandidat für diese Loge abgelehnt.

Es wird sehr vielleicht nicht herauszufinden sein, wer KI ist, und es wird ebenso nicht herauszufinden sein, wo KI aufhältig; so verbleibt es menschgemäß vollkommen unbefriedigend, denn es ist äußerst wenig und das noch absolut unergiebig, was KI und AI Press …

Die Schöpfung der zweiten Wirklichkeit

Josef Müllner war ein österreichischer Bildhauer, der vor allem für sein monumentales Denkmal für den ehemaligen Wiener Bürgermeister Karl Lueger am Dr.-Karl-Lueger-Platz in Wien bekannt ist; die beiden verband also eine Künstler-Werk-Beziehung, bei der Müllner ein bedeutendes Werk über Lueger schuf. Karl Lueger (1844-1910) war ein einflussreicher Politiker und Bürgermeister Wiens, der die Stadt modernisierte, während Müllner (1879-1968) einer der führenden Bildhauer seiner Zeit war, der auch bei den Olympischen Spielen 1936 vertreten war. Josef Müllner: Bildhauer, der das Lueger-Denkmal schuf. Karl Lueger: Politiker und Bürgermeister von Wien, dem das Denkmal gewidmet ist. Verbindung: Müllners bekanntestes Werk ist das Denkmal für Lueger.

Das läßt KI am 16. Jänner 2026 über Josef Müllner und Karl Lueger erfahren, wenn nach den beiden gefragt wird. Es ist nicht das erste Mal, daß von KI Phantastisches über die Wirklichkeit erzählt wird.

Und es wird nicht das letzte Mal sein, von KI die Wirklichkeit derart phantastisch erzählt zu bekommen,

denn KI zeichnet eines vor allem aus — ausschließlich und einzig —, aus der Wirklichkeit eine phantastische Wirklichkeit zu schöpfen.

Eine zweite Schöpfung nicht der Erde, eine zweite Schöpfung nicht des Universums, aber eine zweite Schöpfung der Wirklichkeit nach der ersten Schöpfung der Wirklichkeit, von der nicht wenige nach wie vor gewillt sind zu meinen, die erste Schöpfung der Wirklichkeit sei die Schöpfung der Erde und des Universums gewesen, an die jene weiter zu glauben gewillt sind, die nun auch unter denen sind, die gewillt und zugerichtet sind, der zweiten Schöpfung der Wirklichkeit diesmal durch KI zu glauben, und dabei wie immer bäuchlings ausgestreckt oder auf ihren Knien vor ihrem Kreuzaltar, der gemäß der gar so modernen Zeit zur Tastatur gewandelt, vollkommen bereit, sich ganz und gar diesem Phantasma hinzugeben, diesem sich absolut unterzuordnen, ihre Existenz einem phantasmatischen Leben total zu weihen.

(Zum von KI zu einem „bedeutenden Werk über Lueger“ schöngeschriebenen Mal selbst ist nichts mehr zu sagen als das, was bereits gesagt wurde, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.)

Die von KI bisher schon geschaffene zweite phantastische Wirklichkeit und die von KI weiterhin fortwährend zu realisierende zweite Wirklichkeit ist eine gerade in Österreich höchst willkommene, ist sie doch ebenfalls eine ganz dem Schönblickwillen unterworfene.

Ein Österreicher, dem die Spiele gar wichtig und bedeutend waren, würde es wohl mit Begeisterung gelesen haben, hätte er das noch sich erleben lassen,

daß seine Olympischen Spiele heutzutage noch dermaßen bedeutend und wichtig seien, Erwähnung zu finden, im Zusammenhang mit einem führenden Bildhauer seiner Zeit

Oh, es war überhaupt eine Zeit, seine Zeit der Führenden, nicht nur die Zeit des Josef Müllner, die zu den Spielen eilten, diese alle in die künstlerische Lage versetzte, monumental gewaltig

So gewaltig ist auch das Werk des Karl Lueger, der, wie KI preist, „die Stadt modernisierte“, ja, er trank nicht Wasser und predigte Wasser, er trank bei fließendem Wasser Wein und predigte …

Wie recht sie tun, im Lichte des Urteils von KI, das monumentale und bekannteste Werkmal des Josef Müllner nun zu säubern und herauszuputzen, Josef Müllner selbst wieder erstrahlen zu lassen wie einst, das bestätigt ihnen KI mit der oben zitierten Darstellung am 16. Jänner 2026 derart eindrücklich, daß es kein Herumkommen geben wird können, KI einen Orden der Stadt, mehr, KI einen Orden des Staates zu verleihen, wie es gerade in Östereich Tradition ist, die Besten für das Beste auszuzeichnen, und es muß gar nicht einmal mehr auf weitere Verdienste von KI gewartet werden, allein diese

Leistungsbeschreibung von KI ist ausreichend, mehr als ausreichend, verdienstvoll genug, um KI mit allen goldenen und allen silbernen und allen sonst noch vorhandenen Orden, Medaillen, die Stadt und Land aufzubieten haben, zu …

Warum

Um Weihnachten herum, wenn es unausbleiblich ist, auf dem Land sich aufzuhalten, sind Spaziergänge die einzige Abwechslung, und die einzige Attraktion auf dem Lande sind die Friedhöfe, auf denen die Spaziergänge unausbleiblich enden.

So ist es auch zu dieser Weihnacht, zu der eine Kronenfeder verkündet, es werde mehr Weihnachten gebraucht — Weihnachten als Erlösung, und was für eine Erlösung das ist, das verkündet in seiner feierlich begangenen Weihnacht einer, der nicht nur einen Erlöser in die Welt schickt, sondern viele, viele Erlöser auf die Welt herabschickt, die Menschen wieder einmal zu erlösen.

Auf dem Friedhof, auf dem diesmal gelegenen Spazierweg, unausbleiblich wie auf so vielen Friedhöfen eine Gedenktafel mit der immer selben Inschrift:

In Liebe und Dankbarkeit gedenkt […]
seiner im […]krieg […] verlorenen Söhne

Auf dem Friedhof, auf dem diesmal der Spaziergang endet, wird nur den „verlorenen Söhnen“ im Weltkrieg von 1914 bis 1918 gedacht, auf vielen anderen Friedhöfen sind auch die „verlorenen Söhne“ im Weltkrieg von 1939 bis 1945 hinzugefügt, alle aus beiden Kriegen fein säuberlich aufgeschrieben mit Namen und Geburtsdatum. Ach, wie gut Kriege doch sind, es gehen zwar Söhne verloren, aber wer verloren geht, ist nicht tot, kann wiederkommen, so werden auch die Erlöser diesmal sich nur verlieren, aber, wenn sie sich wiedergefunden haben werden, werden sie auferstehen, ihren Heimgang antreten und an die Tür von dem klopfen, der sie herabschickte — seine verlorenen und nun heimkehrenden Söhne

Ach, wie gut Kriege doch sind, so verkünden es die Gedenktafeln, gehen doch in Kriegen keine Frauen und keine Männer, die keine Söhne sind, verloren, nur Söhne, die Soldaten sind, gehen verloren.

Was die Gedenktafel auf diesem Friedhof aber recht besonders macht, ist der Name eines Sohnes, der Soldat war, einst von seinem ganz in Patriotismus aufgegangenen Herrn herabgeschickt zur Erlösung der Menschen; er ließ Söhne verlorengehen, bis er schließlich selbst verlorenging, der, auch er, schuldlos daran, daß uniformlose Frauen und Männer in diesem Krieg wie in allen Kriegen und in immer mehr Kriegen seit diesem ersten Weltkrieg immer mehr und mehr uniformlose Männer und Frauen nicht verlorengehen, aber ihr Leben verlieren, wie es milde heißt, aber, ungeschönt gesagt, in einem Krieg das Leben zu verlieren, heißt: ermordet zu werden. Massenweise werden seit diesem ersten Weltkrieg in Kriegen uniformlose Menschen getötet, ermordet.

Der Name dieses verlorenen Sohnes: „Warum geb.1888“. Auch ein zweiter verlorener Sohn mit Namen Warum ist auf dieser Gedenktafel eingetragen, vielleicht war dieser der um zwei Jahre ältere Bruder —

Warum, was für ein Name auf einer Gedenktafel für mordende und schließlich selbst ermordete Soldaten.

Die zwei verlorenengegangenen Söhne Warum werden sich vielleicht bei ihrem Ausmarsch gefragt haben, warum haben sie in den Krieg zu ziehen,

sehr vielleicht aber werden sie sich das nicht gefragt haben, sondern sie werden es mit Hurrah! hingenommen haben, als des Herrn …

In den Familien Warum, die das Verlierengehen ihrer Söhne zu beklagen hatten, wird vielleicht in Trauer ausgerufen worden sein: Warum?! Warum unsere Söhne? Ihre sie selbst tröstende Antwort darauf wird wohl gewesen sein, weil die Wege des erlöswilligen Herrn unerforschlich, unergründlich …

Wonach aber, seit es Kriege gibt, nicht mehr zu fragen ist: Warum Kriege? Die Antwort darauf ist vollkommen klar und weithin bekannt, und wird auch um diese Weihnacht herum wieder einmal klar gegeben: jetzt zu dieser Weihnacht geht es wieder einmal um Flüssiges im konkreten, im allgemeinen geht es immer um Bares.

Und wonach, seit es Kriege gibt, ebenfalls nicht mehr zu fragen ist. Nach dem Wer. Heute weniger denn je.

Die Haftbarmachenden eines jeden Krieges bis herauf zu dieser Weihnacht sind stets bekannt — heute mehr denn je.

es sind, einfach wie kurz mit einer Beschreibung von Aldoux Huxley, gestern wie heute boy gangsters

Gefördertes Schreiben

Was die patriotische oder identitäre respektive identitäre-patriotische Partei veröffentlicht, schreibt Freilich ihr. Genauer gesagt. Als eine „identitäre, patriotische Partei“ fällt dieser österreichischen Parlamentspartei die Aufgabe zu, Anreißerin für Freilich zu sein, Teaser für das, was Freilich verbreitet, auf ihrer Website zu platzieren. Oder, einfach wie kurz gesagt: Die Parlamentspartei eine Wasserträgerin oder Kofferträgerin der Freilich

Freilich könnte angenommen werden, die Parlamentspartei als patriotische Wasserträgerin würde dafür reichlich belohnt werden, etwa dadurch, daß Freilich auf der Website der identitären Kofferträgerin Werbung schaltet. Dem ist aber nicht so. Ganz im Gegenteil. die Wasserkofferträgerin scheint ihre für Freilich zu erfüllende Aufgabe derart dankbar zu sein, daß sie, die Parlamentspartei, Werbung auf Freilich schaltet. Vielleicht deshalb, weil ihr, der Parlamentspartei, doch etwas zugetraut wird, eine Aufgabe ganz eigenständig ausführen zu können, weil sie, die Parlamentspartei, eine einzige Aufgabe für sich gefunden hat, und sie dadurch endlich nicht mehr damit hadern muß, aufgabenlos zu sein.

Und welche Werbung auf Freilich sonst noch geschaltet wird, das durfte erst vor kurzem erzählt werden, von Patria, Höcke, Jongen, Olympia, Kassegger, ESN-Party …

Freilich ist aber auch eine besorgte Herrin, die weiß, es muß auch gegeben, nicht nur genommen werden, so belohnt sie doch allenthalben die Parlamentspartei mit Berichten, etwa über das Symposium des Gitarrespielkundigen im österreichischen Parlament, aber auch dadurch, für einen Auftritt des Gitarrenzupfers in einem Schloß zu werben. Es wird gesinnungsgemäß nur über das Außerordentlichste berichtet, und der Auftritt des parlamentarischen Gitarristen gehört dazu,

spielt er doch an der Seite eines Geigers auf, der tief aus der österreichischen Kultur

Derart außerordentlich wird auch die Veranstaltung gewesen sein, über die Freilich am 16. Oktober 2025 berichtet, gesinnungsgemäß selbstverständlich wieder mit einem Teaser der parlamentarischen Anreißerin, darf am 8. Jänner 2026 gelesen werden …

Kritik an „Meinungsindustrie“: Patriots und FPÖ wollen gegen NGO-Dschungel vorgehen
Bei einer Veranstaltung im österreichischen Parlament haben patriotische Parteien und die FPÖ den starken Einfluss international finanzierter NGOs scharf kritisiert. Sie fordern mehr Transparenz und Kontrolle.

Das wird die parlamentarische Anreißerin wohl gekränkt haben, daß Freilich sie nicht als „patriotische Partei“, sie von den „patriotischen Parteien“ scheidete, sie nicht unter den „Patriots“ einreihte, gerade sie, die doch die Bergspitze des Patriotismus sich wähnend … So eine Kränkung kann lange nachwirken, um es ihr ein wenig zu mildern, soll das zu ihrer Tröstung umgeschrieben werden: Patriots wollen vorgehen. Bei einer Veranstaltung, zu der die patriotische Parlamentspartei geladen, im österreichischen Parlament haben patriotische Parteien den …

Ach, wäre es die Kränkung allein, aber wie stünde sie denn da, die patriotische Parlamentspartei, früge sie der Präsident, weshalb sie nicht als patriotische Partei geführt, was sagte sie zu ihrer Verteidigung dem Präsidenten, der doch eben zum Neujahr den Vorsatz Patriotismus

In der patriotic affair der patriotischen Parlamentspartei sprach auch ihr sie anführender Bergfex

FPÖ-Chef Herbert Kickl zeichnete in seiner Eröffnungsrede ein scharfes Bild: NGOs seien eine „gesteuerte Meinungsindustrie“, die „Teil der Macht“ wäre und allein von Förderungen lebe. Wenn sich eine Vereinigung „Nicht-Regierungs-Organisation“ nenne, dürfe sie keine Gelder von Regierungen bekommen. Das Gegenteil sei der Fall – und NGOs würden das „Propaganda-Instrument“ der Brüsseler Eliten sein, die den Asylmissbrauch verklären, den Regenbogen-Kult verbreiten und religiöse Klimapolitik machen. Diese Organisationen kassierten Milliarden für „betreutes Denken“ und stellten einen „politischen Schattenapparat“, der den Bürgern keine Rechenschaft ablegen müsse, so Kickl.

„Betreutes Denken“, damit ist der Bergfex ganz auf der Höhe seiner Zeit und Konrad Paul Liessmann ganz auf der Höhe des Bergfexes, ist er, Liessmann, als Mitintendant ebenfalls verantwortlich für die Programmierung des Philosophicums Lech, dessen Titel für dessen Abhalten im Gebirge in September 2026: „Betreutes Denken“ …

Das Programm für „Betreutes Denken“ in „Lechwelten“ wird erst im März 2026 bekanntgegeben werden, bis dahin ist also zu warten, um zu erfahren, wer die Vortragenden sein werden. Mehr befähigt, über „betreutes Denken“ zu sprechen, als der Bergfex wird neben Konrad Paul Liessmann kein dritter Mensch in diesem Land sein. Wenn also im Herbst 2026 im Gebirge Herbert Kickl und Konrad Paul Liessmann Vorträge über „betreutes Denken“ hielten, dann könnte jetzt im Winter davor schon das Urteil gefällt werden, das so ausfiele: mit dem 29. Philosophicum erklommen der Gipfel der Gipfel des Philosophischen …

Denn auch Herbert Kickl ist ein ausgewiesener Philosoph, wie bereits vor Jahren ein zur damaligen Zeit mit an der Staatsspitze stehender Mann ihm bescheinigte …

Es muß eingestanden werden, nicht zu verstehen, was „betreutes Denken“ bedeutet. Was es bedeutet, das zu verstehen, darauf muß noch gewartet werden, bis zum 29. Philosophicum, wenn Konrad Paul Liessmann und …

Wenn aber wer von gefördertem Schreiben spräche, das könnte sofort verstanden werden, gibt es doch dafür ein recht konkretes Beispiel, anhand dessen das geförderte Schreiben sich, wie es so schön heißt, von selbst erklärt. Das Beispiel ist der „Essay-Wettbewerb“ der ESN-Party. Für das Schreiben der Essays gibt es Geld, und das Geld kommt von der Europäischen Union — „Informationen über die Herkunft der Beträge: Öffentliche Mittel aus dem EU-Haushalt. Keine privaten oder Drittlandsquellen“ … So einfach wie kurz ist gefördertes Schreiben zu erklären und zu verstehen.

Gefördertes Schreiben kann menschgemäß vieles beinhalten, zum Beispiel auch das Schreiben von geschalteter Werbung. Wenn „keine privaten oder Drittlandsquellen“ angezapft werden, dann werden beispielsweise für Reklame auf Freilich wohl auch „öffentliche Mittel“ …