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Wehrpflicht
lässt sich immer damit rechtfertigen, dass sie einen Schutz gegen den Krieg darstellt, oder zumindest gegen eine Niederlage im Krieg.
Der wahre und unausgesprochene Grund für die Einberufung ist das allzu natürliche Bedürfnis eines mächtigen und zentralisierten Staats, seine Bürger zu reglementieren und zu kontrollieren, indem er sie dem realen und möglichen Kriegsrecht unterstellt und sich selbst das Recht zuspricht, sie wann immer nötig einzusetzen.

Der Erste und der Zweite Weltkrieg sowie zahlreiche weitere größere Kriege wurden großteils mit Wehrpflichtigen geführt.

Den Ausbruch der Wehrdienstdiskussion gibt es nun auch in Österreich, eine von einer sich noch nicht zur „Kriegsministerin“ umgetauften Verteidigungsministerin setzte eine Kommission ein, die nun, am 20. Jänner 2026, eine Verlängerung der Wehrpflicht empfehlen wird,

sie wird nicht die Abschaffung des Militärs empfehlen, sondern die Ausdehnung der Wehrpflicht, die Ausweitung des Waffendienstes.

Es wird auch empfohlen werden, ist den Berichten zu entnehmen, die Herabsetzung des stellungspflichtigen Alters auf 16 Jahre, kaum das Kindesalter hinter sich gelassen, sollen äußerst junge Menschen gemustert werden auf ihre Tauglichkeit, Wehrdienst zu leisten, das heißt nichts anderes als in Kampfzonen geschickt zu werden.

Eingestimmt auf das Militär sollen aber auch schon die Kinder werden, das Militär auch in Österreich stellt propagandistische Produkte zum Ködern der Kinder her: „Mit Adleraugen auf dem Heldenplatz“ …

Was Aldoux Huxley vor achtzig Jahren zur Wehrpflicht schrieb, ist achtzig Jahre später im Angesicht der Ausweitung des Kampfdienstes ein weiteres Mal zu zitieren, davor aber ist unbedingt zu erinnern:

Der Erste und der Zweite Weltkrieg sowie zahlreiche weitere größere Kriege wie der Vietnamkrieg wurden großteils mit Wehrpflichtigen geführt; der Einsatz Wehrpflichtiger im Ausland […] gang und gäbe.

Führt nicht gerade einer der boy gangsters, wie sie von Aldoux Huxley genannt werden, vor, wozu das Militär von ihnen gebraucht wird, sowohl im Inland als auch im Ausland.

Und was der ihm gesinnungsgemäß verwandte boy gangster aus einer Hauptstadt in Europa befehligt, sind

Wehrpflichtige zum Kriegsverbrechenseinsatz.

Wird nicht gerade Wehrpflichtigen vorgeworfen, sie würden beispielsweise in Österreich sich „verstecken“, um dem Morden und dem Ermordet-Werden zu entgehen? Auch von Österreich wird verlangt, verstärkt zu koopieren, die in Österreich sich aufhaltenden Menschen aufzuspüren, um sie auszuliefern, auszuliefern in den Kampf, auszuliefern zum Morden, auszuliefern selbst ermordet zu werden?

Wofür wurde die Wehrpflicht, der Dienst an der Waffe bisher gebraucht? Für vielfache Einsätze im Inneren …

Die zwei letzten Kriege mit Wehrpflichtigen, der eine vor 81 Jahren, der andere vor 108 Jahren beendet, an denen Österreich unmittelbar beteiligt war und von je einem Österreicher maßgebend verbrochen wurden,

kosten bis heute viel, sehr viel Steuergeld,

müssen doch nach wie vor für die Entsorgung des seit Jahrzehnten in Österreich herumliegenden hoch lebensgefährlichen Kriegsmaterials enorme Steuergeldsummen …

Wie viele Kommissionen werden doch stets eingesetzt, inflationär eingesetzt, auch für das Militär in Stellung gebracht, aber nach wie vor

keine einzige Kommission dafür — keine einzige Militärabschaffungskommission —, das Militär abzuschaffen,

und das nach so vielen Jahrhunderten des militärischen Mordens, nach so vielen Jahrhunderten der mörderischen Ressourcenverschwendung für das mordende Militär,

und dabei gab es einmal einen „Kriegsminister“, der die Einsicht hatte, der wußte, wie das Budget eines Staates auszugleichen ist, nicht durch Aufrüstung, nicht durch personelle Aufstockung des Heeres, also durch Verschwendung des Steuergelds in jedem Staat für das luxuriöse Morden, für den mordenden Luxus; dieser „Kriegsminister“ hatte wohl deshalb die Einsicht für die militärische Kürzung, weil er auch Finanzminister war, ein Finanzminister, von dem heute nur sein literarisches Werk im Vordergrund steht, auch seine Lyrik wird nach wie vor gerne rezitiert — Lyrik, es sind keine schönen Verse, die heutzutage zur Rechtfertigung des Militärs geschrieben und aufgesagt werden, aber es ist nichts anderes als Lyrik, was über die Notwendigkeit des Militärs verbreitet wird, freilich die schlechteste, die übelste …

Keine Lyrik ist, was Aldous Huxley vor achtzig Jahren zur Wehrpflicht schrieb, aber es ist immer wieder und immer wieder zu zitieren, gegen den Gesang der Militärlyrik

Jahrzehnte vor ihm schrieb Bertha Suttner nach der von Ludwig Wittgenstein seinem Traktat vorangestellten Devise von Ferdinand Kürnberger

Motto: … und alles, was man weiß, nicht bloß rauschen und brausen gehört hat, lässt sich in drei Worten sagen.

ebenfalls keine Lyrik, aber ebenso klar, unmißverständlich in drei Worten:

„Die Waffen nieder!“

Wenn wir über die Möglichkeit sprechen, den Krieg abzuschaffen, dürfen wir nicht vergessen, dass Kriegsvorbereitungen und manchmal auch Kriege selbst den hoch zentralisierten Staaten bei ihren totalitären Zwecken sehr entgegenkommen.

Die Einführung der Wehrpflicht in Friedenszeiten lässt sich immer damit rechtfertigen, dass sie einen Schutz gegen den Krieg darstellt, oder zumindest gegen eine Niederlage im Krieg. Tatsächlich haben Länder, die in Friedenszeiten die Wehrpflicht eingeführt haben, nachher genauso viele Kriege geführt wie vorher, und sie haben genauso viele Niederlagen erlitten. Der wahre und unausgesprochene Grund für die Einberufung in Friedenszeiten ist das allzu natürliche Bedürfnis eines mächtigen und zentralisierten Staats, seine Bürger zu reglementieren und zu kontrollieren, indem er sie dem realen und möglichen Kriegsrecht unterstellt und sich selbst das Recht zuspricht, sie wann immer nötig (zum Beispiel zur Niederschlagung eines unerwünschten Streiks) einzusetzen. In Zeiten der Atombombe könnten Massenarmeen unzeitgemäß erscheinen. Trotzdem zeigt kein Land, das in der Vergangenheit zu Friedenszeiten die Wehrpflicht eingeführt hat, eine Neigung, die Kontrolle über die breite Masse der Bevölkerung aus der Hand zu geben. Und in Ländern, die früher keine Wehrpflicht in Friedenszeiten kannten, fordern hochrangige Militärs und Beamte die Einführung eines allgemeinen Militärdienstes.

Auch in anderer Hinsicht sind Kriegsvorbereitungen für die Inhaber zentralisierter politischer Macht nützlich. Wenn zu Hause die Probleme zunehmen und der öffentliche Protest unangenehm laut wird, ist es in einer Welt, in der Kriege noch eine fast heilige Angewohnheit sind, immer möglich, die Aufmerksamkeit der Menschen weg von den heimischen und hin zu den ausländischen und militärischen Angelegenheiten zu lenken. Die staatlich kontrollierten Angelegenheiten Überzeugungsinstrumente entfesseln eine Flut fremdenfeindlicher oder imperialistischer Propaganda, man demonstriert eine „Politik der Stärke“ gegen eine ausländische Macht, und sofort ist es unpatriotisch, selbst noch so gerechtfertigte Beschwerden über Misswirtschaft oder Unterdrückung zu äußern. Das ist ein weiteres Argument für die Teilung und Dezentralisierung der Macht, die Deinstutionalisierung von Politik und Wirtschaft und wo immer möglich, die Beseitigung zentralisierter Massenproduktion und -distribution durch regionale genossenschaftliche Erzeugnisse und staatlicher Intervention und Kontrolle durch kooperative Selbstbestimmung.

Und schließlich müssen wir uns ansehen, welche Rolle der Militarismus bei der Beilegung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheit spielt, die, wie wir gesehen haben, der Fluch jeder technisch fortschrittlichen Gesellschaft ist. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre ging in allen Industrienationen mit Massenarbeitslosigkeit einher. Diese beängstigende gesellschaftliche Krankheit wurde auf unterschiedliche Weise behandelt. Großbritannien legte ein ambitioniertes Wohnungsbauprogramm auf, in den Vereinigten Staaten griff die Roosevelt-Regierung zu staatlichen Projekten, Konjunkturanreizen und der Drosselung der landwirtschaftlichen Produktion, um die Preise stabil zu halten. Diese Maßnahmen waren nur bedingt erfolgreich. Die Arbeitslosigkeit ging zwar zurück, wurde aber keineswegs beseitigt. Das gelang erst, als Hitler mit der massiven Aufrüstung begann. Wie von Zauberhand verschwand die Arbeitslosigkeit — erst in Deutschland und dann, als es andere Länder mit der Angst zu tun bekamen und sich dem Rüstungswettlauf anschlossen, auch in der übrigen industrialisierten Welt. Man hatte ein Heilmittel gefunden gegen die Unsicherheit, die der wissenschaftliche und technische Fortschritt mit sich bringt, wenn er im Dienst eines zentralisierten Finanzwesens steht. Doch der Preis für diese vorübergehende Heilung war Tod und Zerstörung und dieser Zustand war für alle betroffenen Nationen unvergleichlich schlimmer. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft die massive Aufrüstung erneut das Mittel der Wahl sein könnte, um die Symptome der Arbeitslosigkeit zu linden.

In diesem Zusammenhang sollte man anmerken, dass Waffen die einzigen Güter sind, die ohne Rücksicht auf Kosten oder Gewinne weggegeben werden. Der moderne Krieg ist unter anderem ein Wettlauf darin, welche Nation in der kürzesten Zeit die meisten Kapitalgüter verschenken kann. Diese Kapitalgüter sind bösartig und unproduktiv, doch man kommt nicht umhin zu denken, dass etwas Ähnliches wie der Wohlstand zu Kriegszeiten zu einer Dauereinrichtung werden könnte, wenn mehr Dinge zum Selbstkostenpreis oder umsonst abgegeben würden, und weniger mit Ertrag oder gegen Zins.

[…]

Es ist wie gesagt nicht unmöglich, aber man muss auch sagen, dass es hochgradig unwahrscheinlich ist, solange Nationen an ihren kriegerischen Gewohnheiten festhalten. Denn in einem modernen Krieg bestehen nur Nationen mit einer hoch entwickelten, um nicht zu sagen aufgeblähten Investitionsgüterindustrie sowie einer massenproduzierenden Konsumgüterindustrie, die sich rasch auf die Bedürfnisse der Kriegsproduktion umstellen lässt. Ein moderner Krieg lässt sich außerdem nur führen, wenn eine Nation in der Lage ist, die gesamte Bevölkerung in einer militärischen und industriellen Generalmobilmachung einzuberufen. Das ist nur möglich, wenn die Bevölkerung weitgehend aus Entwurzelten und Besitzlosen besteht, die für ihren Lebensunterhalt auf den Staat und große private Arbeitgeber angewiesen sind. Diese Menschen sind der Traum eines jeden militaristischen Diktators — eine „fließende Arbeitnehmerschaft“, die sich nach Belieben von einem Ort oder einem Hilfsarbeiterjob zum nächsten verschieben lässt.

[…]

Es ist bemerkenswert, dass Menschen gern von einem Krieg sprechen, der allen Kriegen ein Ende bereitet, oder von einem Krieg zum Erhalt der Demokratie; aber weniger gern sprechen sie von Frieden, der dem Krieg ein Ende bereitet, oder von demokratischer Selbstbestimmung (dem genauen Gegenteil des Militarismus) zum Erhalt der Demokratie.

Who and where is AI – From an abandoned tome

Es war geplant, aus dem Roman einen Roman auszulagern, in dem auf wenigen Seiten erzählt werden sollte, wie es auf der Baumgartner Höhe weiterging, als wieder Ruhe einkehrte, nachdem die amtsbehandelte Person in eine andere Anstalt verlegt worden war, in der sie bis zur ihrer Gerichtsverhandlung noch sicherer verwahrt werden konnte, und eine hochqualifizierte Fachkraft aus dem medizinischen Personal der Baumgartner Höhe sich mehr und mehr davon überzeugte, davon ganz und gar ergriffen wurde, die in eine Hochsicherheitsanstalt verbrachte amtsbehandelte Person habe nicht phantasiert, sondern wahr gesprochen, tatsächlich aus der Wirklichkeit erzählt, die Wirklichkeit wirklich gesprochen, und die medizinische Fachkraft schließlich selbst eingewiesen wurde.

Der Plan, muß nun eingestanden werden, ist vollkommen aufzugeben, und wurde bereits aufgegeben. Nicht deshalb, weil ein solcher Roman zu phantastisch wäre, sondern dieser im Vergleich zum Phantastischen von KI ganz und gar nicht phantastisch ausgefallen wäre. Es ist, muß ebenfalls eingestanden werden, auch ein wenig Neid dabei, nie derart phantastisch von der Wirklichkeit erzählen zu können, wie KI. Und weil der kleine Roman in Wien hätte spielen sollen, ist es durchaus angebracht, KI zuzugestehen, die zweite Schule des Wiener phantastischen Realismus begründet zu haben.

Der letzte Ausschlag, den Roman aufzugeben, sind die Erzählungen von KI, Erzählungen, die noch einmal exemplarisch vorführen, wie KI phantastisch von der Wirklichkeit zu erzählen weiß —

Es gibt keine bekannten Hinweise oder Belege, dass der Schriftsteller Thomas Bernhard Freimaurer war, aber der Schriftsteller und Kulturjournalist Rudolf Bayr (* 1912, 1994) war ein bekennender Freimaurer und eine zentrale Figur in der österreichischen Freimaurerei nach 1945, der die „St. Georgsloge zur Bruderkette“ in Salzburg leitete und Verbindungen zu Thomas Bernhard gab es, auch wenn Bernhard selbst nicht freimaurerisch aktiv war. Rudolf Bayr und die Freimaurerei: Bekennender Freimaurer: Bayr war eine prominente Figur der österreichischen Freimaurerei, besonders in Salzburg, wo er nach dem Zweiten Weltkrieg die Freimaurerloge „Zur Bruderkette“ leitete. Kulturelle Bedeutung: Er verband seine literarische Tätigkeit mit seiner freimaurerischen Arbeit und setzte sich für Toleranz und Humanität ein. Thomas Bernhard und die Freimauerei: Keine Mitgliedschaft: Obwohl Bernhard und Bayr sich kannten und über Werke wie die „Pürgg-Schrift“ kommunizieren, gibt es keine Belege dafür, dass Bernhard selbst Freimaurer war. Indirekte Verbindung: Die Verbindung bestand durch Bayrs literarische Arbeit und seine Rolle als Freimaurer, nicht durch eine gemeinsame Logenzugehörigkeit. Zusammenfassend: Rudolf Bayr war Freimaurer, Thomas Bernhard nicht. Ihre Verbindung war eher eine intellektuelle und literarische.

Zu einem Plan auch einen zweiten Plan zu machen, dazu riet vor langer, langer Zeit ein Dramatiker. Und es gibt diesen zweiten Plan, nachdem der erste Plan nun aufgegeben ist, zu verfolgen, nämlich den: Herauszufinden, wer ist KI? Und wo ist KI?

Um KI endlich zu treffen, KI zu fragen, wie ist das möglich, derart phantastisch realistisch erzählen zu können, derart viel zu wissen,

etwa das von Dr. Rudolf Bayr, auch das von ihm zu wissen, daß er u. v. a. m. ein Freimaurer, aber in keiner Partei war, weder vor noch nach 1945 …

Es wird, sehr vielleicht, auch dieser Plan scheitern, aufgegeben werden müssen, herauszufinden, wo KI ist, wer KI mit dieser hochgradigen Fähigkeit ist, nicht nur das Reale des Phantastischen festzuhalten, sondern in das Erzählte auch Rätsel einzuflechten, deren Lösung KI jenen überläßt, die meinen, es seien Rätsel, die es wert seien gelöst zu werden, und vielleicht werden von KI diese angesehen als Beweise dafür, wie begnadet zu erzählen imstande, was für eine begnadete Kraft dahinter am Werke …

Ein solches Rätsel birgt auch die oben zitierte Erzählung über die Freimaurerei

Obwohl Bernhard und Bayr sich kannten und über Werke wie die „Pürgg-Schrift“ […]

Die „Pürgg-Schrift“ in der „Johannes-Kapelle“ in Pürgg, über die „Austria Forum“ in „Heimatlexikon – Unser Österreich – Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria Forum“ informiert, scheint die Lösung des Rätsels zu sein, das doch kein Rätsel ist, da es die „Pürggschrift“ von Franz Krahberger gibt, in der sowohl Rudolf Bayr als auch Thomas Bernhard erwähnt werden, und KI also nur von dieser erzählen kann, freilich derart, wie es in Österreich üblich ist, daß nicht sofort zu erkennen ist, worum es geht, was sich darunter verbirgt. Das könnte dazu verleiten, die Herkunft von KI im Österreichischen zu verorten, KI in Österreich aufhältig zu wähnen.

Erwähnt sind beide in der „Pürggschrift“, nur eines aber konnten Rudolf Bayr und Thomas Bernhard nicht: „kommunizieren“, über die „Pürggschrift“, da beide bereits vor deren Veröffentlichung verstarben. Vielleicht hat Rudolf Bayr sich gewünscht, älter zu werden als er wurde; KI erfüllt ihm, auch ihm diesem Wunsch, zumindest in der Erzählung, läßt ihn in dieser Erzählung diesmal 82 Jahre alt werden, diesmal elf Jahre länger leben … Wahrlich, KI ist großzügig und voller Gnade, KI gibt Lebensjahre, wem auf Erden Lebensjahre genommen, so auch Rudolf Bayr, dem KI drei Tage später noch einmal fünf Lebensjahre mehr —

Der österreichische Schriftsteller Rudolf Bayr war Mitglied der Freimaurerloge „Tamino“ (1970-1985), während die Verbindung zu Thomas Bernhard in Bezug auf die Freimaurerei nicht direkt hergestellt wird, es gibt aber Hinweise auf Berührungspunkte im intellektuellen Umfeld, auch wenn Bernhard selbst nicht prominent als Freimaurer bekannt ist. Bayr, ein bekannter Kulturjournalist und Schriftsteller, war mit der Psychologin Sylvia Bayr (geb. Klimpfinger) verheiratet, die ebenfalls eine Rolle im kulturellen Leben spielte, während Bernhards Werk oft die Grenzen des Menschlichen auslotete. Details zu Rudolf Bayr und den Freimaurern: Mitgliedschaft: Rudolf Bayr (1912-1999) war von 1970 bis 1985 Mitglied der Wiener Loge „Tamino“, eine der ältesten Freimaurerlogen Österreichs. Hintergrund: Bayr war ein bekannter Kulturjournalist, Schriftsteller und Redakteur, der sich mit vielen intellektuellen Themen auseinandersetzte, auch mit jenen, die mit der Freimaurerei in Verbindung standen. Details zu Thomas Bernhard: Keine direkte Freimaurer-Verbindung: Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass Thomas Bernhard Freimaurer war, obwohl er im selben kulturellen Milieu wie Bayr und andere Intellektuelle verkehrte. Gemeinsame Kreise: Beide, Bayr und Bernhard, waren wichtige Figuren in der österreichischen Nachkriegsliteratur und -kultur, was zu Berührungspunkten geführt haben könnte, aber keine Mitgliedschaft Bernhards in ener Loge belegt. Zusammenhang: Die Verbindung liegt also primär in der Person Rudolf Bayrs, der Freimaurer war und in einem kulturellen Umfeld lebte, das auch Thomas Bernhard umfasste. Bayrs Logenzugehörigkeit ist gut dokumentiert, während ene solche für Bernhard nicht bekannt ist.

Aus der langen „Pürggschrift“ von Franz Krahberger sollen nur die Essay-Passagen zitiert sein, die Rudolf Bayr behandeln:

Die jungen Wiener Autoren hat Hans Weigel bewogen, nach Pürgg zu gehen. Die Pürgger Gesellschaft erinnert an Stücke von Thomas Bernhard, dem diese Konstellation sicher gut bekannt gewesen ist. Naturgemäss waren da alte Nazis, Christlichsoziale, Konservative und Sozialdemokraten an einem Tisch versammelt. Ebenso dazu passend der Initiator der Rauriser Literaturtage und Salzburger Landesintendant des ORF, Inspirator und Förderer des Residenzverlages, Rudolf Bayr. Von Bayrs Veröffentlichungen im  Völkischen Beobachter wusste ich bereits seit den 70 er Jahren. Bayr ist Kulturredakteur und stellvertretender Schriftleiter dieser Zeitung gewesen und hat bis zum bitteren Ende durchgedient. Vor dem Ende flüchtete er nach Salzburg, war dann in der amerikanischen Zone so halbwegs sicher und setzte sein Schreibwerk bei den Salzburger Nachrichten fort.

Von Hans Weigel, Jeannie Ebner und Friedrich Torberg weiss man heute mit Gewissheit, dass sie im Umfeld amerikanischer Sicherheitsdienste tätig gewesen sind. Die Finanzierung des Forums seitens der CIA kann heute als historisch erwiesen angesehen werden.
Die Verwicklung von Medienmachern wie Gerd Bacher und Alfons Dalma in ebensolche Tätigkeiten werden heute offen ausgesprochen. Im Falle Gerd Bachers liegen laut Mitteilung des Grazer Historikers Siegfried Beer in US-Archiven gegengezeichnete Zahlungsbelege vor. Der dritte Mann in der ORF-Seilschaft war der in Pürgg anwesende Rudolf Bayr. Alle drei hatten eine enge Verbindung zu den Salzburger Nachrichten, für die  sie Ende der 40 er und Anfangs der 50 er Jahre schrieben. Über Dalmas Ustascha Vergangenheit weiss man heute halbwegs genau Bescheid. Gerd Bacher und Alfons Dalma übten grossen Einfluss auf den ORF aus. Die Redaktionskollegin Rudolf Bayrs, Ilse Leitenberger schaffte es bis zur stellvertretenden Chefredaktion der Presse. Die Salzburger Nachrichten hatten wiederum ein nahes Verhältnis zumEnnstaler Kreis.

Für die Salzburger Nachrichten war Rudolf Bayr nach Pürgg gekommen. Bayr war in jungen Jahren nicht nur Redakteur der Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters gewesen, sondern hatte es dort bis zum stellvertretenden Schriftleiter gebracht.
Seinem Alter entsprechend muss er sowohl begabt wie auch in der Sache engagiert gewesen. Die von ihm im Beobachter veröffentlichten Texte und kurzen Gedichte sind jedoch eher unverfänglich.
Allein an diesen Texten gemesssen, kann man Bayr nicht nachsagen, ein glühender Nationalsozialist gewesen zu sein. In seiner Funktion des Schriftleiters, wenn auch bloss der eines Stellvertreters, kann man ihn jedoch jedoch aus einer gewissen Verantwortlichkeit für den Inhalt der Kulturseite des Völkischen Beobachters nicht entlassen.
Da wurde täglich rassistische, antisemitische und kriegstreiberische Polemik, Berichterstattung und propagandistische Dichtung veröffentlicht. Dass Rudolf Bayr selbst Konsequenzen befürchtete, zeigt seine rasche Flucht zu Ende des Krieges 1945 aus Wien ins Salzburgische. Er folgte damit den vielen hohen NS-Funktionären, die aus der sowjetisch dominierten Ostzone in das Salzburgische bzw. ins Salzkammergut, das eng an das Ausseerland grenzt, flüchteten und sich da unter US-Protektorat neue Existenzen aufbauten.
Bayr wurde alsbald in die Kulturredaktion der Salzburger Nachrichten aufgenommen. Er dürfte den Hintergrund der Pürgg Treffen viel besser durchschaut haben, als die meisten der anderen Geladenen.
Ich habe mit einer langjährigen Mitarbeiterin Bayrs und mit einer Lektorin des Residenz Verlages anlässlich der Rauriser Literaturtage darüber gesprochen. Die Lektorin wusste von nichts, die Mitarbeiterin kannte Bayrs Vorgeschichte. Mein Nachfragen bewirkte die Herausgabe einer Auswahl aus Bayrs Werk mit dem bezeichnenden Titel Ich habe nichts als mich im Residenz Verlag 1999. Bayrs Tätigkeit im Völkischen Beobachter wurde entsprechend berücksichtigt und verharmlost. Beispielhaft dafür ist auch der Umgang mit den Quellen. Ich wollte in den 70 er Jahren in der Österreichischen  Nationalbibliothek Einsicht in den Völkischen Beobachter nehmen. Die wurde mit der mündlich geäusserten Begründung  verweigert, es stünden Namen von Personen in dieser Zeitung, die noch am Leben seien, beziehungsweise noch ihren Beruf  ausübten. Letzteres traf denn auch auf Rudolf Bayr zu. Die österreichische Integration der Nazis, wie sie etwa im Ennstaler Kreis durchgeführt wurde, verführte offensichtlich dazu, wichtige zeitgeschichtliche Informationen und Dokumentationen unter Verschluss zu halten, um diese Personen vor weiterer Nachforschung zu schützen. Man bemühte sich nicht einmal vorzugeben, den unvorbereiteten Leser vor der giftigen Ideologie bewahren zu wollen.

Rudolf Bayr, entsandt von den Salzburger Nachrichten und ebenso Referent eines kulturpolitischen Grundsatzreferates schrieb am 21.9.1955 in den Salzburger Nachrichten über das 3.Pürgg Treffen:
Handlung: Schriftsteller und Verleger aus Österreich und Deutschland
Der Zweck: Miteinander reden und sehr freundlich sein.
Und so dürfte es auch gewesen sein. Keine Missionierungen, keine Manifeste. Keine Rückblicke, keine Ausblicke.
Seinem Pürgger Artikel kann man weiteres entnehmen:
Mancher, den man gern mehr gehört hätte (P.A.Keller, Perkonig, Springenschmid, Stöger; Stuppäck) schwieg überhaupt, andere sprachen nur gelegentlich eine Anekdote (Brehm, Jelusich, Zillich) oder einen Vers (E.Roth) oder dankten am Schluss der Tagung (Hans Grimm)….

Eine diskursive Form der Vergangenheitsbewältigung schien nicht möglich zu sein, dazu waren die Nazis zu überzeugt von ihren historischen, wenn auch verlorenen Zielen,  sondern konnte bloss durch den symbolischen Akt des Zusammenseins und des privaten Dialogs gelöst werden. Heimelig sollte es ihnen in Pürgg wieder werden, und das scheint auch gelungen zu sein. Und selbstverständlich hatte diese NS-Schreiber Elite noch eine Reihe von Verbindungen aus der vergangenen Zeit, die in anderer Weise nützlich gewesen sein dürften.
Diese signalisierte Bereitschaft des Diskurses wird sich herumgesprochen haben. Ein Bericht der Kleinen Zeitung vom 22.9.1955 bestätigt dieses harmonisierende Unterfangen.
Man hielt sich an die Klassik, so waren etwa die zwei irrenden Figuren Faust und Parsifal Gegenstand eines Vortrages. In solcher Atmosphäre ergab sich ein guter Brückenschlag zwischen „Tradition“ und „Fortschritt“ in der Aussprache. Ebenso bestätigt wird diese Annahme durch den bereits oben erwähnten Bericht Rudolf Bayrs in den Salzburger Nachrichten.

Die Antworten auf die Pürggischen Kulturvorstellungen, auf das ewige Gestrige finden wir in den in verzerrt wuchernden Charakteren des Thomas Bernhard, der so bis zu seinem Tod fortwährend am Rande des Skandals agierte. Die Zeitgenossen Thomas Bernhards aus der Nachkriegsgesellschaft bis ins Heute erkannten sehr wohl in seinen Übertreibungen und Überzeichnungen die Deformationen und die Rückständigkeit des eigenen Charakters und die eigene versteckte Geschichte.
Das retardierende Element, der immerwährende Wiederholungs- und Rechtfertigungszwang zeigt von einer Atmosphäre unbewältigter, dumpfer Vergangenheit.
Auch das ist bezeichnend für die Pürggesellschaft. Dieses quälende Umgehen mit unbewältigter Vergangenheit finden wir in anderer österreichischer Literatur bis hin zu Elfriede Jelinek. Das Thema dieser neueren österreichischen Literatur ist das Dorf, in dem fortwährend die Schatten der Vergangenheit agieren. Der Idylle des natürlichen und urgesunden Landlebens, das Rudolf Bayr noch in seiner Fernsehserie Häferlgucker über die bodenständige Esskultur in die österreichischen Wohnstuben projizierte, wurde eine groteske Darstellung des Boshaften, in der die Rückständigkeit und der nationalsozialistische Spuk angegriffen wurde, gegenüber gestellt. Diesen quälenden Umgang mit dem ländlichen finden wir bei Gerhard Roth, bei Innerhofer, bei Klaus Hoffer. Ebenso in Turrinis und Pevnys ORF Serienproduktion Alpensaga. Lange vorher hatte bereits Gerhard Fritsch dieses Genre mit seinem Roman Fasching zu thematisieren versucht. Kaum jemand konnte sich dem Genre des negativen Heimatromans entziehen. Man kann einen ganzen Erzählstrang der neueren österreichischen Literatur ausmachen, eine ganze literarische Strömung, die an einem strickt, nämlich an der unbewältigten österreichischen Geschichte und an denen im und am Land erlittenen Verletzungen. Diese fortwährende Nabelschau wird uns nicht zu einer neuen Weltschau verhelfen.

Ich kann jedoch nicht umhin, Kandolf vorzuwerfen, tiefer liegender Wahrheiten nicht berücksichtigt zu haben. Da wird einmal der exponierte Redakteursjob Bayrs im Dritten Reich nicht erwähnt, ebenso unterschlagen die leitende Rolle Springenschmids bei der Salzburger Bücherverbrennung, nichts über die zentrale kulturpolitische Rolle Stuppäcks (rechte Hand Schirachs in kulturellen Fragen) geschrieben. Stuppäck war keineswegs irgendein Mitläufer gewesen. Bereits 1935 gründete er im Auftrag der illegalen NSDAP ein ebenso illegales nationalsozialistisches Landeskulturamt im Ständestaat Österreich, dem er bis zum Anschluss vorstand. Aus dieser Zeit stammen seine Kontakte zu nationalkatholischen Kreisen. Nach dem Anschluss übte er die Funktion eines stellvertretenden Generalkulturreferenten für die Ostmark aus.

Bayr sprach nicht gerne über seine Vergangenheit. Bayr machte im ORF grosse Karriere. Er wurde Salzburger Landesintendant des ORF. In dieser Funktion und als Begründer der Rauriser Literaturtage und eigentlicher Anreger des Residenz Verlags, der von Wolfgang Schaffler wirtschaftlich erfolgreich geführt wurde,  wurde er zu einer der einflussreichsten Personen des österreichischen Literaturbetriebes der 2.Republik.

Bayr selbst sah sich nach 1945 in einer humanistischen Tradition.

Etwas zum „Rahmen“ aus der „Pürggschrift“ von Franz Krahberger soll doch zusätzlich zitiert werden, in dem Rudolf Bayr —

Bezeichnend für diese dauerhafte Haltung bestimmter und nach wie vor mächtiger ÖVP Kreise, die sich in der Pürgggesellschaft spiegelt, ist die Antwort Waldheims, als er schon Präsident war, auf die Frage nach seinem bevorzugten österreichischen Dichter. Er nannte Karl Heinrich Waggerl. Der Rekurs auf Autoren, die dem schlichten und einfachen Landleben ein Loblied sangen, die die Schönheit der heimischen Landschaft anpriesen, enthob ihre Leser und Leserinnen und ihre Befürworter der ideologischen Stellungsnahme. Man musste im Bekenntnis zum einfachen Leben und im Lob der schlichten Dinge seine wahre Gesinnung nicht preisgeben. Das konnte sehr vorteilhaft sein.
Andererseits sind die Verquickungen Waggerls, der ehrenamtlicher Salzburger Landesobmann der Reichsschrifttumskammer  war, in die nationalsozialistische Kulturpolitik, die Verschmelzung von Heimat- und Herrenlob (Gert Kerschbaumer), seine Tätigkeit als Propagandaschreiber für die Wehrorganisation Todt, seine propagandistische Instrumentalisierung in der Nazi-Kriegsführung, die Propaganda  für das letzte Aufgebot, den Volkssturm,  so gravierend und eindeutig, dass Waggerl keineswegs als unbefangener, von den Untiefen real nationalsozialistischer Politik nicht berührter, über allen heimischen Wipfeln schwebender Geist angesehen werden kann. Waggerl durfte ebenso wie Bayr im Völkischen Beobachter publizieren.

Die Pürgger Dichterwochen wurden von Alfred Rainer ins Leben gerufen. Die Einladungen zu den Treffen kamen von Josef Krainer, dem steirischen Landeshauptmann. Rainer, ein schwer versehrter Kriegsheimkehrer, engagierte sich in der Steirischen Volkspartei für die soziale Wiedereinbindung der in Misskredit geratenen Heimkehrer. Das Konzept reichte weit darüber hinaus. Geregelt wurden nicht nur die gesellschaftlichen und beruflichen Bedürfnisse der Kriegsheimkehrer. Eine weitere politische Aufgabe stellte sich in der Wiedereingliederung ehemaliger Naziparteigänger und Mitläufer. Im Umgang damit wurde jene bedenkliche doppeldeutige Formel von der persönlichen Schuldlosigkeit kollektiv belasteter Bevölkerungskreise ins Spiel gebracht.

Um diese Aufgaben umsetzen zu können, gründete Rainer 1951 den Ennstaler Kreis. Politisch gesehen könnte man den Ennstaler Kreis im Kern als rechtskatholische politische Organisation mit besonders ausgeprägtem Heimatsinn ansehen, der eine offene Plattform hin zur nationalen Seite angeboten hat. Der freiheitliche Historiker Lothar Höbelt beschreibt in seiner Geschichte des Verbandes der Unabhängigen VDU, eines Sammelbeckens vor allem ehemaliger Naziparteigänger, den Kreis als informelle Einrichtung des Dialoges national gesinnter Intellektueller. Der dem Zentrum des Kreises nahestehende Taras Borodajkewycz formulierte als Voraussetzung dieser Verbindung das selbstverständliche Bekenntnis zum Deutschen Volk, also zur nationalen Volksgemeinschaft. Die politische reale Macht lag aber eindeutig bei der Volkspartei. Nur sie hatte die Möglichkeit, Posten zu beschaffen, Karrieren zu vermitteln. Im Gegenzug erwartete man sich Loyalität zur Partei beziehungsweise den Eintritt in dieselbe. So gesehen ist der Ennstaler Kreis ein passendes Beispiel aus den Anfängen der zweiten Republik für die in Österreich lange Zeit grassierende Parteibuchwirtschaft. Borodajkewycz selbst war Nutzniesser und  konnte so wieder auf akademischen Boden zurück kehren. Als ehemaligen NS-Angehörigen war ihm die Lehrbefugnis entzogen worden.
Im Gegenzug für seine politische Kompromissbereitschaft als Mittler des deutschnationalen Lagers gegenüber Volkspartei und Republik konnte er seine Lehrbefugnis zurückgewinnen und an der Hochschule für Welthandel lehren. Die geänderten Zeiten hielten ihn jedoch nicht davon ab, weiterhin nationalistische und rassistische Gedanken zu verbreiten. Erst in den sechziger Jahren musste er auf Grund heftiger studentischer Proteste seine Professur aufgeben. Der Ennstaler Kreis spielte im weiteren eine wichtige Rolle in den Oberweiser Verhandlungen zwischen Österreichischer Volkspartei und dem deutschnationalen Lager. Sie fanden in der Oberweiser Villa Alfred Maletas statt. Höbelt teilt mit, dass ein grosser Teil der Redakteure der Salzburger Nachrichten Mitglieder des Ennstaler Kreises gewesen sind. Ein wesentliches Detail, die Salzburger Nachrichten nahmen eine wichtige Rolle im Dialog von Nationalen und Republik ein. Der Ennstaler Kreis versuchte offensichtlich Journalisten, Akademiker, Politiker,  Unternehmer und in den Pürgger Dichterwochen Schriftsteller und Schriftstellerinnen an sich zu ziehen. Ingomar Hartner, enger Mitarbeiter Rainers,  schreibt von besten Kontakten des Ennstaler Kreises quer durch Europa, über England in die USA.

Von Torberg muss man sagen, er habe zwar Brecht behindert, die alten Nazi-Schriftsteller liess er jedoch ungeschoren. Er hat zwar über Pürgg nichts berichtet, doch gewusst wird er davon haben, noch dazu wo er längst schon wieder seine freien Tage im nahegelegenen Altaussee verbrachte.
Bei Durchsicht des von ihm herausgegeben Forums bin ich jedoch neben Wolfgang Kudrnofsky, Jeannie Ebner, Wieland Schmied, Hans Weigel, Ulrich Baumgartner, neben Bruno Kreisky und Christian Broda noch auf eine weitere bemerkenswerte Person gestossen. Taras Borodajkewicz schrieb für Torberg in der Dezember Ausgabe 1955 des Forums über die nationale Frage.
Dieser Mann war Ursache der Studentendemonstrationen im April 1965. Ein Demonstrant, der Pensionist Ernst Kirchweger, ist  dabei von Rechtsradikalen zu Tode gestossen worden. Borodajkewicz galt als prononcierter, bekennender und lehrender nationaler Rechter, der seinen Lehrstuhl zu neonazistischer Propaganda missbrauchte. Er war in den fünfziger Jahren an der Oberweiser Vereinbarung der ehenmaligen Nazis mit den ÖVP Politikern Julius Raab und Alfred Maleta beteiligt. Er war einer der Verbindungsmänner der Nationalen zum volksparteilich dominierten Ennstaler Kreis, dem Veranstalter der Pürgger Treffen.
Im nachmaligen Bundeskanzler Alfons Gorbach und in dessen Nachfolger Josef Klaus hatte der Ennstaler Kreis mächtige Schutzherren. Beide hatten mit Erzbischof Andreas Rohracher von Salzburg aus das katholische Versöhnungswerk 1947 gegründet, das strategisch die demokratische Wiedereinbindung und Rekatholisierung der Nazis betrieb. Gorbach ist persönlich bei den Pürgger Dichterwochen anwesend gewesen.
In seiner Eigenschaft als Salzburger Landeshauptmann enthob Josef Klaus den österreichischen Komponisten Gottfried von Einem all seiner künstlerischen Aufgaben und Funktionen in der Leitung der Salzburger Festspiele. Anlass war, dass sich Einem erfolgreich für die Einbürgerung Brechts, dieser besass ab da an einen österreichischen Pass, eingesetzt hatte. Klaus, der eine besonders amerikafreundliche Politik forcierte, Torberg und Weigel verhinderten vehement ein Engagement Brechts an Salzburgs Festspielen. Brecht hatte nun zwar einen österreichischen Pass, jedoch in Österreich mehr oder minder Berufsverbot und ging nach Ostberlin und sein Befürworter Einem verlor seinen Job.
Das zweifach eingetragene NSDAP Mitglied Herbert von Karajan konnte in Folge zum absoluten Star der Salzburger Festspiele werden. Eine Vorentscheidung war bereits 1938 gefallen. Während  Karajan im Berliner Top Hotel Adlon mit der Führungsspitze der NSDAP verkehrte, bis zum bitteren Ende zu den bevorzugten Gästen zählte, wurde Einem 1938 im Adlon von der Gestapo verhaftet. Karajan dirigierte die Triumphkonzerte anlässlich der militärischen Besetzungen von Prag und Paris.

Der Ennstaler Kreis ist heute noch aktiv. Der katholische Kern ist bewahrt geblieben. So referierte etwa der eher als moderat geltende steirische Diözesanbischof Johann Weber im Oktober 2000 vor dem Ennstaler Kreis seine Gedanken zu einer glaubwürdigen und und zukunftsfähigen Kirche. Aus einigen spärlichen Hinweisen lässt sich ablesen, dass die Kontakte zur rechten Szene nicht abgerissen sind. In den 80er Jahren war Hans Dietrich Sander zu einem Vortrag geladen. Im Internet finden sich seine Unpolitischen Prämissen des deutschen Niedergangs, in denen er kurz einen Konflikt zwischen sich und einem Vertreter der Konrad Adenauer Stiftung anlässlich einer Tagung des Ennstaler Kreises im steirischen Bad Aussee streift. Sander verwendet nach wie vor den Begriff Umerziehung, während der nicht näher benannte Vertreter der Adenauer Stiftung richtigerweise darauf bestand, die Deutschen wären erst nach 1945 richtig erzogen worden. Hans Dietrich Sander war übrigens Mitarbeiter Bertolt Brechts am Schiffbauerdammm, bevor er in den 1957 in den Westen flüchtete und sich in der BRD rechtsradikalen Kreisen anschloss. Heute gehört Sander der Gesellschaft für freie Publizistik an. Neben dem letzten Adjutanten von Goebbels, der heute in Argentinien lebt und in Fernsehinterviews nach wie vor sich zur Ideologie des Nationalsozialismus bekennt, finden wir in dieser Gesellschaft den einschlägig bekannten Österreicher Otto Scrinzi , den Revisionisten und Holocaust Leugner David Irving, den Herausgeber der freiheitlich orientierten politischen Wochenschrift Zur Zeit Mölzer. Mitglied der Gesellschaft für freie Publizistik waren u.a. der rechtslastige Hans Grimm, der Führer der flämischen Faschisten Robert Verbelen und der prononciert sudetendeutsche antisemitische Schriftsteller Heinrich Zillich.
Diese Gesellschaft gibt vor, für die Freiheit und Wahrheit des Wortes zu kämpfen und vertritt sowohl nationalistische wie rassistische Positionen. Hans Dietrich Sander kann eindeutig dem rechten radikalen Lager zugeordnet werden. Aus seiner Präsenz im Ennstaler Kreis lässt sich schliessen, dass die Orientierung und Funktion des Kreises der ursprünglichen Konzeption auch in der Gegenwart noch aktuell ist.
Der Kreis ist nach wie vor abgeschottet und es dürften nur besonders ausgewählte Personen Zutritt haben. Die Beziehungen lassen auf ein hochkarätiges politisch-, wirtschaftliches Umfeld schliessen. In der Öffentlichkeit des obersteirischen Ennstales ist wenig bekannt über diesen Kreis. Es finden sich jedoch immer wieder Berichte über Veranstaltungen des Kreises in steirischen Zeitungen, etwa der Kleinen Zeitung und im Ennstaler.

So sah etwa der Rahmen aus, in dem die Pürgger Dichterwochen konzipiert und durchgeführt wurden. Pürgg wäre ein sanfter Versuch gewesen, Literatur und Politik in Nachkriegsösterreich näher zu bringen und Verständigung im künstlerisch literarischen Bereich in die Wege zu leiten, schreibt der Pürgger Dokumentarist Hans Kandolf. Man wäre bemüht gewesen, Schuld abzubauen und Brücken zu schlagen.
Da steht auf den Teilnehmerlisten als prominentester ehemaliger nationalsozialistischer Kulturfunktionär der vormalige Präsident der Reichsschrifttumskammer  Hans Friedrich Blunck, mitschuldig an der Vertreibung und am Tod von Kolleginnen und Kollegen in den politischen Nazi-KZs.
Niemand, der nach dem Mai 1933, an dem nachweisbar in vierzig grossen und mittleren deutschen Städten Bücher verbrannt wurden, eine offizielle kulturpolitische Funktion eingenommen hat, insbesondere jene eines Vorsitzenden der Reichsschrifttumskammer, kann behaupten, an der Vernichtung des freien Geisteslebens unbeteiligt gewesen zu sein. Blunck sass an einer jener Stellen, an denen entschieden wurde, wer in Deutschland nach 1933 schreiben und sich öffentlich mitteilen durfte.
In Pürgg hat sich Blunck in seiner Abschiedsrede für diese Zusammenkunft von Dichtern und Schriftstellern, die seiner Aussage nach im Westen Deutschlands nicht möglich gewesen wäre, bedankt und gemeint, hier seien Menschen zusammen gekommen, die vielerlei Meinung haben mögen, sich aber menschlich nahe und Freunde wären, ohne ihre unterschiedlichen Ansichten aufgeben zu müssen. Einer, der zwanzig Jahre früher mithalf, all jene Freiheiten zu vernichten, die nicht in das Konzept des Nationalsozialismus gepasst haben, spricht da von der Freiheit von Pürgg und nimmt Toleranz in Anspruch, die er Jahre vorher anderen Autoren und Autorinnen verweigert hat.
Dieser Missbrauch des Freiheitsbegriffes ist charakteristisch für die Rechte. Sie nennen sich freiheitlich, geben vor, die Freiheit gegenüber Sozialismus und Kommunismus verteidigen zu müssen und finden keine kritische Distanz zu den Strukturen eines totalitären Staates, in dem jede Abweichung von der offiziell vorgegebenen Meinung mit Berufsverbot, Gefängnis oder gar mit dem Tod bestraft wurde.

Literaturhistorikern waren diese merkwürdigen Schriftstellertreffen zwar bekannt. Sie erfassten jedoch keineswegs die innere Dimension, oder wollten diese nicht erkennen und taten sie als Treffen konservativer Autoren ab, behandelten sie als Autoren auf Schulbuchniveau.
Mag sein, dass man die Pürggtreffen bloss aus germanistischer Perspektive betrachtet hat. Auch im Falle Goethes haben die Literaturhistoriker es über Jahrhunderte hinweg vermieden, ins geheime Weimarische Hofarchiv zu schauen. Jetzt erzählt uns ein unbefangener US-Historiker über die Alltagsgeschäfte des Geheimrates, die hin und wieder auch darin bestanden, Todesurteile auszufertigen und im Namen seines Fürsten zu unterzeichnen. Vor allem wird aber seine Rolle in weit gespannten Netz der Zensur, die sich gegen die Inhalte der französischen Aufklärung und Revolution wandte, herausgearbeitet.

NS-Autoren, die in der Wiener Ausgabe des Völkischen Beobachters publizierten, wie Brehm, Springenschmid,  das dichtende Sprachrohr des Volkes mit Gier nach mehr Raum, Hans Grimm, Baldur Schirachs Burgtheaterdirektor Mirko Jelusich, und ebenso des Reichsgauleiters Generalkulturreferent Hermann Stuppäck waren da nach Pürgg am Eingang zur Alpenfestung, so nannten die Nazis dieses alpine Gebiet, geladen. Auch der unverbesserliche antisemitische sudetendeutsche Autor Heinrich Zillich war nach Pürgg gekommen. An der Spitze Hans Friedrich Blunck, Chef der Reichsschrifttumskammer bis 1935. Er wurde angeblich von Goebbels entlassen, weil er sich gegen die Schwarzen Listen und den Arierparagraphen verwehrt hat. Zu Bluncks Amtszeit mussten bereits viele deutsche AutorInnen Deutschland verlassen. Andere wurden in Konzentrationslagern in Sicherheitsverwahrung gebracht. Schreibverbote wurden erteilt und Existenzen vernichtet. Bluncks Widerstand dürfte jedoch nicht allzu gross gewesen sein. 1936 gründete er im Auftrag der Nationalsozialisten das Deutsche Auslandswerk und leitete bis 1939 die unter diesem Dach zusammengefassten europäischen Freundschaftsgesellschaften. Blunck diente offensichtlich der Nazi-Propaganda und besucht in dieser Eigenschaft mehrmals Österreich.1936 wurde er in den Reichskultursenat berufen. Nach Kriegsende wurde er interniert und für vier Jahre mit Berufsverbot belegt.
Paula Grogger und ihr Freundes- und Kollegenkreis waren ebenso in Pürgg. Eine Reihe eher bürgerlicher Autoren war zugegen. Fritz Habeck , Natalie Beer und Gertrud Fussenegger fehlten nicht.
Ebenso geladen wurde eine Gruppe junger AutorInnen und künftiger Kulturfunktionäre. Wolfgang Kudrnofsky, Jeannie Ebner, Wieland Schmied, Hans Weigel, Ulrich Baumgartner, später Festwochenintendant zu Wien, und Günter Nenning, der allerdings kritisch in der Neuen Zeit in Graz über diesen Treff berichtete.
Aber man muss nicht bleiben, so wie man einmal gewesen ist. Dr.Dr.Guenter Guenter Nenning, den Bruno Kreisky voellig zu Recht einen politischen Kasperl genannt hat, schrieb 1982 in der damals von Andreas Moelzer redigierten in Graz erscheinenden freiheitlichen Kampfschrift Die Aula ganz prominent gleich neben Norbert Burger ueber die Deutsche Einheit. Der Nenning ist halt doch ein echter Austro Kofferer und auch Puerggschafter geworden.

So viele Namen, allein schon in den Passagen der „Pürggschrift“, in denen von Rudolf Bayr gesprochen wird, Namen, die, könnte gedacht werden, Menschen gerade noch etwas sagen konnten, als Franz Krahberger „Die Pürggschaft“ schrieb, als er noch lebte, er starb am 17. Juli 2016. Dem ist aber nicht so.

Als wäre Pürgg gegenwärtiger als je zuvor, in Österreich bestimmender als je zuvor, genauer, wieder bestimmend wie es ab den Dichterwochen in den frühen fünfziger Jahren für eine lange Zeit bestimmend war, und nun diese Schaft das Bestimmen wieder an sich riß, massiver als je zuvor an sich reißt. Bis herauf ins Heurige, bis herauf zu diesem Jahr, ist am 13. Jänner 2026 zu denken.

In vielen Kapiteln kommen die von Franz Krahberger Erwähnten auch vor, die von der unterirdisch und schon nicht mehr so unterirdisch wirkenden Kontinuität in Österreich bis zum Heurigen —

Wenn also in der „Pürggschrift“ etwa von der „zukunftsfähige[n] Kirche“, von der „Rekatholisierung“ zu lesen ist, und unmittelbar vor dem Wechsel des Jahres 2025 in das Jahr 2026 zu lesen ist, wir brauchen mehr wehrhaftes Christentum

Der Eintreter für ein „wehrhaftes Christentum“ einer, den Franz Krahberger nicht unerwähnt lassen konnte, ohne den so viele Fernsehsendungen bis heute nicht auskommen wollen, einer, der auch einmal in der „Aula“

Die „Aula“ wurde nicht, wie Franz Krahberger schreibt, vom Stocker-Verlag herausgegeben, sondern von der „Aula-Verlag Gesellschaft m.b.H., aus der dann die „Freilich Medien GmbH“ wurde und schließlich die „Edition Kontext“, die weiterhin „Freilich“ betreibt, „Freilich“ ersetzte die „Aula“, das war 2018.

Und was „Freilich“ schreibt, was für eine Werbung auf „Freilich“ geschaltet wird, davon wurde, kurz ist es her, schon erzählt, etwa vom „betreuten Denken“, das im September 2026 titelgebendes Thema einer philosophischen Veranstaltung im Gebirge sein wird …

So viele Jahrzehnte konnte „Aula“ unbelangt sich betätigen, wen kann dies verwundern, hatte doch „Aula“ so etwas wie einen katholischen Segen, wenn ein Kardinal und späterer Papst durch seinen Sekretär „Aula“ erlaubt, einen Text von ihm

Ein Sprecher der Erzdiözese Wien wies daraufhin die Vorwürfe zurück. Die Herausgeber der rechtsextremen Publikation „Aula“ hätten Ratzinger, so die katholische Nachrichtenagentur Kathpress, „offenbar nicht um Erlaubnis gefragt, seinen Artikel wiedergeben zu dürfen“. Der dem SPIEGEL vorliegende Schriftverkehr zwischen dem damaligen „Aula“-Redakteur Gerhoch Reisegger und dem Vatikan belegt das Gegenteil. Mit Schreiben vom 30. September 1997 gab Ratzinger-Sekretär Clemens grünes Licht für die Publikation eines Ratzinger-Aufsatzes „in der Monatsschrift ‚Aula'“. Der Text erschien 1998 in dem Sammelband „1848 – Erbe und Auftrag“, der von zwei bekannten Rechtsextremisten herausgegeben wurde.

Am Stocker-Verlag ist in Österreich kein Vorbeikommen, und deren einstige Verlagsleiterin, deren männliche Nachfahren wurden, was sie war, gratulierte „Aula“ — wer hätte da über Jahrzehnte es wagen können, ein Magazin, das von einer derart hochgestellten Persönlichkeit eine Gratulation empfangen durfte, zu belangen?

1991 hat Ilse Dvorak-Stocker – neben führenden österreichischen Rechtsextremisten – der rechtsextremen Zeitschrift Aula zu ihrem 40jährigen Bestehen gratuliert. Sie lobte bei dieser Gelegenheit „die stets gute Zusammenarbeit“ zwischen der Aula und dem Leopold Stocker Verlag (Aula 9/1991, S. 24).

Ein Teilnehmer der „Pürgger Dichterwochen“ war auch Ernst v. Dombrowski, der Namensgeber für einen Stiftungspreis, den 2025 Philipp Markus Grein erhielt, und was für hochgestellte Persönlichkeiten im Kuratorium dieser Stiftung, von der und ihren Preisträgerinnen bereits erzählt werden durfte:

Präsidium
I. D. Dr. Gabriele Prinzessin v.u.z Liechtenstein, Präsidentin
Mag. Wolfgang Dvorak-Stocker, Graz, Vizepräsident
Weitere Kuratoriumsmitglieder
Prof. Kasilda Bedenk
Mag. Gerhard Fürnhammer
Univ.-Prof. MMag. Dr. Ernest Hoetzl
Stefan Kompacher BA BA MA
Dr. Alexander Maicovski
Mag. Andreas Rom
Mag. Dr. Gudrun Rottensteiner
HR Mag. Ferdinand Schönbacher
Mag. Dr. Johann Uitz

So viele Namen, so viele Kapitel, es mag nichts mehr zu diesen Namen, die auch in der „Pürggschrift“ vorkommen, geschrieben werden, sie kommen in so vielen Kapiteln vor, daß dies endlich für allemal genügen muß, es endlich Schluß sein muß, es ist zu diesen nichts mehr hinzuzufügen, die Verweise auf die Kapitel sind genug:

Heinrich Zillich

Norbert Burger

Karl Springenschmid

Hans Grimm

Parsifal

Baldur Schirach

Karl-Heinrich Waggerl

Kurt Waldheim

Lothar Höbelt

Josef Friedrich Perkonig

Paula Grogger

Taras Borodajkewicz

Herbert Karajan

Robert Verbelen

Otto Scrinzi

David Irving

Hans Friedrich Blunck

Hans Weigel

Friedrich Torberg

Mirko Jelusich

Bruno Brehm

Robert Hohlbaum

Günther Nenning

Anton Paul Keller

Werner Bergengruen

Erwin Rainalter

Natalie Beer

Gesellschaft für freie Publizistik

Zur Zeit

VdU

Mit dabei in Pürgg war auch Christine Lavant, zweimal: 1954 und 1955. 2025 war auch ein Jahr, in dem ihr aus Anlaß ihres 110. Geburtstages nicht klein gedacht wurde; vielleicht kommt doch eines Tages der Zeit Reife, diesen Teil ihres Lebens, das geradezu ikonenhaft als gänzlich leidendes und ganz der Dichtung verschriebenes dargestellt wird, auch zu erforschen.

In keinem Kapitel bisher jedoch kam der „Ennstaler Kreis“ vor, der durch den „HJ-Führer“ Alfred Rainer in Verbindung mit den Pürgger Dichterwochen

1998 fiel mir eine Dokumentation der Pürgger Dichterwochen in die Hände. Der Stainacher  Hans Gerhard Kandolf beschreibt in diesem 1997 im Kammerhofmuseum Bad Aussee erschienenen Buch mit Akribie ein seltsames Schriftstellertreffen in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre, das dreimal, von 1953 bis 1955 in Pürgg, einem kleinem obersteirischen Ort am Grimming über dem Ennsboden abgehalten wurde. Geladen hatte der politische Leiter des Ennstaler Kreises, Alfred Rainer,  Abgeordneter zum steirischen Landtag. Den Ehrenschutz hatte Josef Krainer, steirischer Landeshauptmann, übernommen. Finanziert wurden die Veranstaltungen aus den Mitteln des Landes Steiermark und des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. Alfred Rainer sah seine politische Hauptaufgabe in der Wiedereingliederung ehemaliger Wehrmachtsangehöriger in das zivile Leben. Rainer hatte eine weitere Aufgabe zu erfüllen. Die Reintegration von ehemaligen Nazi Parteigängern, denen erst zu Beginn der fünfziger Jahre ihr aktives und passives Wahlrecht wiederum zugestanden wurde.

(Es fällt dazu ein Kapitel ein, wie das damals war, der großzügige Umgang mit dem Wahlrecht, und wieder einmal Scrinci und, wie könnte es anders sein, Reinthaller …)

Auf der Website des Ennstaler Kreises ist am 15. Jänner 2026 zu lesen:

Der Ennstaler Kreis wurde 1951 von LAbg. Dr. Alfred RAINER unter der Patronanz von Landeshauptmann ÖR Josef Krainer ins Leben gerufen. Im Schloss Paltenstein und später durch viele Jahre im Hotel „Wasnerin“ in Bad Aussee trafen sich Dichter, Politiker und Wissenschafter, die im Ausseer-Land eine zweite Heimat gefunden hatten. Damit sollte eine Begegnungsbasis für einen Dialog zwischen der Österreichischen Volkspartei mit ihren christlich-sozialen Wurzeln und Vertretern des sogenannten nationalliberalen Lagers auf hohem intellektuellem Niveau geschaffen werden.

Träger dieser Veranstaltungen ist der Verein zur Förderung des Dialogs in Demokratie, Bildung, Wissenschaft und Kultur. Er wurde 2008 gegründet. Gründungsobmann war LAbg. Dir. Richard Kanduth. Die Statuten formulieren als Vereinszweck, den wissenschaftlichen Dialog zu zentralen Fragen und Problemstellungen der Politik, Wirtschaft, Religion, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Gesellschaft in Österreich und im europäischen Kontext zu fördern und so Forschungsaufgaben für die österreichische Wissenschaft und Wirtschaft zu erfüllen sowie zur Überbrückung von Gegensätzen beizutragen. Dies erfolgt insbesondere unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen wissenschaftlicher Theorie und politischer Praxis und aus der Sicht eines christlichen Fundaments.

Hochkarätige Symposien zu aktuellen Themen

Zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – finden im Ennstal die Symposien des Ennstaler Kreises statt. Der Ennstaler Kreis besteht seit 1951 und will mit seinen Tagungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die politischen, geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Ereignisse und Entwicklungen in Österreich, unseren Nachbarländern und Europa insgesamt informieren und eine Auseinandersetzung mit Fragen der Zeit und der Zukunft im Geiste der Offenheit ermöglichen. Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Politik, Kunst und Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft, Religion und Gesellschaft finden ein Forum von 150 bis 200 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern und engagiert Diskutierenden vor.

Eine Teilnahme an den Tagungen ist nur mit einer persönlichen Einladung auf Grund der Empfehlung eines bisherigen Teilnehmers möglich.

Ob mit dem „nationalliberalen Lager“ die „Dichter“ des Alfred Rainer, der u. v. a.m auch ein „HJ-Führer“ war, gemeint ist, also allen voran Blunck, Springenschmid und alle weiteren ihnen gesinnungsgemäß verschafteten?

Von Alfred Rainer ist ein Ausspruch überliefert, der für seine Zeit galt und weiter und recht besonders wieder gilt: „Rechts ist kein Feind mehr.“

Sieben Jahre, seit 2019 also, ist Beatrix Karl Vorsitzende des Ennstaler Kreises, und wie dankbar doch dem Ennstaler Kreis es zu sein hat, Beatrix Karl zu seiner Vorsitzenden gemacht zu haben, enthebt das doch der Aufgabe, zu ihr in diesem Kapitel auch etwas schreiben zu müssen, da von ihr in nicht wenigen Kapiteln

Sie ist also seit sieben langen Jahren Vorsitzende des Ennstaler Kreises, der „hochkarätige Symposien“ einrichtet —

Österreich, Land, der Symposien reich — und „hochkarätige Symposien“ sind daran zu erkennen, daß in ihnen „ökumenische Gottesdienste“ gehalten werden, hochkarätig wie die Referate der hochkarätigen Vortragenden, und es sind die Hochkarätigsten des Landes, die das Ennstal zu einer Hochburg des Hochkarätigen —

Wer sonst noch, um ein oder zwei Bespiele zu nennen, könnte über „Gesundheitssystem krisenfest gestalten“ hochkarätiger referieren als Karlheinz Kornhäusl im Symposium „Alles Krise“, oder Lothar Höbelt über „Einheitsbrei oder Spaltung – wie soll die pluralistische Gesellschaft denn wirklich aussehen?“, oder Michael Fleischhacker über „Gezielte (Des)Information – Ist die Wahrheit den Menschen nicht mehr zumutbar?“ zum Symposiumsthema „Fake News“ …

Hochkarätig zu sein, heißt auch, aus Print, Funk und Fernsehen bekannt zu sein, wie es nicht nur die Obigen sind, sondern auch viele weitere, etwa Martin Kocher, Kathrin Stainer-Hämmerle

Eine Teilnahme an den Tagungen ist nur mit einer persönlichen Einladung auf Grund der Empfehlung eines bisherigen Teilnehmers möglich.

So rigoros, kann im Archiv gelesen werden, war die Teilnahme an den Symposien des Ennstaler Kreises geregelt, nun klingt es, kann ebenfalls am 15. Jänner 2026 gelesen werden, milder.

Eine Teilnahme ist nur mit persönlicher Einladung möglich.

Wie es zur „persönlichen Einladung“ nun kommt, erschließt sich daraus nicht, es darf aber angenommen werden, an dem Procedere wird sich nichts geändert haben, es dürfte wohl weiterhin so sein, daß eine Teilnahme an den Tagungen nur mit einer persönlichen Einladung auf Grund der Empfehlung eines bisherigen Teilnehmers möglich“ …

Um Mitglied im Vereins des Ennstaler Kreises werden zu können, ist gemäß seiner Statuten ein Beschluß des Vorstands notwendig,

Über die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet der Vorstand durch Beschluss. Der Vorstand kann durch einstimmigen Beschluss ein Ehrenmitglied ernennen. Die Aufnahme zum Verein kann ohne Angaben von Gründen verweigert werden.

Ob es vor der Entscheidung über Aufnahme oder Nicht-Aufnahme auch so etwas wie ein Prüfverfahren, dessen Ergebnis Unterlage zur Beschliessung im Vorstand ist, gibt? Wie es etwa von der Freimaurerei gepflegt wird.

Diese Frage wird uns oft gestellt, und sie ist einfach zu beantworten: Entweder wird man von einem Freimaurer aus dem persönlichen Umfeld angesprochen und eingeladen; oder man meldet sich selbst bei der Großloge.
Darum prüfe wer sich bindet …
Allerdings sollte man sich den Beitritt zu einer Loge genauer überlegen als etwa zu einem Sportverein. Das ist verständlich, wenn man den Vereinszweck bedenkt: durch Arbeit an sich selbst in Gemeinschaft mit anderen Menschen, die einem viel persönliches Vertrauen schenken, ein besserer Mensch zu werden. Weil das so ist, folgt jedem Beitrittsansuchen ein wechselseitiges Prüfungsverfahren, also mehrere Gespräche des Suchenden, wie wir Aufnahmewerber nennen, mit Logenmitgliedern, um festzustellen, ob man zueinander passt. Das kann dauern: oft über ein Jahr oder länger. Ist das Ergebnis der Prüfung positiv, stimmen die Brüder bei einer Logenarbeit ab: natürlich geheim, so wie es sich demokratisch gehört.
Die Mitglieder müssen zustimmen
Für ein Ja ist dann allerdings eine hohe qualifizierte Mehrheit notwendig: Schon bei drei Gegenstimmen wäre der Kandidat für diese Loge abgelehnt.

Es wird sehr vielleicht nicht herauszufinden sein, wer KI ist, und es wird ebenso nicht herauszufinden sein, wo KI aufhältig; so verbleibt es menschgemäß vollkommen unbefriedigend, denn es ist äußerst wenig und das noch absolut unergiebig, was KI und AI Press …

Die Schöpfung der zweiten Wirklichkeit

Josef Müllner war ein österreichischer Bildhauer, der vor allem für sein monumentales Denkmal für den ehemaligen Wiener Bürgermeister Karl Lueger am Dr.-Karl-Lueger-Platz in Wien bekannt ist; die beiden verband also eine Künstler-Werk-Beziehung, bei der Müllner ein bedeutendes Werk über Lueger schuf. Karl Lueger (1844-1910) war ein einflussreicher Politiker und Bürgermeister Wiens, der die Stadt modernisierte, während Müllner (1879-1968) einer der führenden Bildhauer seiner Zeit war, der auch bei den Olympischen Spielen 1936 vertreten war. Josef Müllner: Bildhauer, der das Lueger-Denkmal schuf. Karl Lueger: Politiker und Bürgermeister von Wien, dem das Denkmal gewidmet ist. Verbindung: Müllners bekanntestes Werk ist das Denkmal für Lueger.

Das läßt KI am 16. Jänner 2026 über Josef Müllner und Karl Lueger erfahren, wenn nach den beiden gefragt wird. Es ist nicht das erste Mal, daß von KI Phantastisches über die Wirklichkeit erzählt wird.

Und es wird nicht das letzte Mal sein, von KI die Wirklichkeit derart phantastisch erzählt zu bekommen,

denn KI zeichnet eines vor allem aus — ausschließlich und einzig —, aus der Wirklichkeit eine phantastische Wirklichkeit zu schöpfen.

Eine zweite Schöpfung nicht der Erde, eine zweite Schöpfung nicht des Universums, aber eine zweite Schöpfung der Wirklichkeit nach der ersten Schöpfung der Wirklichkeit, von der nicht wenige nach wie vor gewillt sind zu meinen, die erste Schöpfung der Wirklichkeit sei die Schöpfung der Erde und des Universums gewesen, an die jene weiter zu glauben gewillt sind, die nun auch unter denen sind, die gewillt und zugerichtet sind, der zweiten Schöpfung der Wirklichkeit diesmal durch KI zu glauben, und dabei wie immer bäuchlings ausgestreckt oder auf ihren Knien vor ihrem Kreuzaltar, der gemäß der gar so modernen Zeit zur Tastatur gewandelt, vollkommen bereit, sich ganz und gar diesem Phantasma hinzugeben, diesem sich absolut unterzuordnen, ihre Existenz einem phantasmatischen Leben total zu weihen.

(Zum von KI zu einem „bedeutenden Werk über Lueger“ schöngeschriebenen Mal selbst ist nichts mehr zu sagen als das, was bereits gesagt wurde, und dem ist nichts mehr hinzuzufügen.)

Die von KI bisher schon geschaffene zweite phantastische Wirklichkeit und die von KI weiterhin fortwährend zu realisierende zweite Wirklichkeit ist eine gerade in Österreich höchst willkommene, ist sie doch ebenfalls eine ganz dem Schönblickwillen unterworfene.

Ein Österreicher, dem die Spiele gar wichtig und bedeutend waren, würde es wohl mit Begeisterung gelesen haben, hätte er das noch sich erleben lassen,

daß seine Olympischen Spiele heutzutage noch dermaßen bedeutend und wichtig seien, Erwähnung zu finden, im Zusammenhang mit einem führenden Bildhauer seiner Zeit

Oh, es war überhaupt eine Zeit, seine Zeit der Führenden, nicht nur die Zeit des Josef Müllner, die zu den Spielen eilten, diese alle in die künstlerische Lage versetzte, monumental gewaltig

So gewaltig ist auch das Werk des Karl Lueger, der, wie KI preist, „die Stadt modernisierte“, ja, er trank nicht Wasser und predigte Wasser, er trank bei fließendem Wasser Wein und predigte …

Wie recht sie tun, im Lichte des Urteils von KI, das monumentale und bekannteste Werkmal des Josef Müllner nun zu säubern und herauszuputzen, Josef Müllner selbst wieder erstrahlen zu lassen wie einst, das bestätigt ihnen KI mit der oben zitierten Darstellung am 16. Jänner 2026 derart eindrücklich, daß es kein Herumkommen geben wird können, KI einen Orden der Stadt, mehr, KI einen Orden des Staates zu verleihen, wie es gerade in Östereich Tradition ist, die Besten für das Beste auszuzeichnen, und es muß gar nicht einmal mehr auf weitere Verdienste von KI gewartet werden, allein diese

Leistungsbeschreibung von KI ist ausreichend, mehr als ausreichend, verdienstvoll genug, um KI mit allen goldenen und allen silbernen und allen sonst noch vorhandenen Orden, Medaillen, die Stadt und Land aufzubieten haben, zu …

Warum

Um Weihnachten herum, wenn es unausbleiblich ist, auf dem Land sich aufzuhalten, sind Spaziergänge die einzige Abwechslung, und die einzige Attraktion auf dem Lande sind die Friedhöfe, auf denen die Spaziergänge unausbleiblich enden.

So ist es auch zu dieser Weihnacht, zu der eine Kronenfeder verkündet, es werde mehr Weihnachten gebraucht — Weihnachten als Erlösung, und was für eine Erlösung das ist, das verkündet in seiner feierlich begangenen Weihnacht einer, der nicht nur einen Erlöser in die Welt schickt, sondern viele, viele Erlöser auf die Welt herabschickt, die Menschen wieder einmal zu erlösen.

Auf dem Friedhof, auf dem diesmal gelegenen Spazierweg, unausbleiblich wie auf so vielen Friedhöfen eine Gedenktafel mit der immer selben Inschrift:

In Liebe und Dankbarkeit gedenkt […]
seiner im […]krieg […] verlorenen Söhne

Auf dem Friedhof, auf dem diesmal der Spaziergang endet, wird nur den „verlorenen Söhnen“ im Weltkrieg von 1914 bis 1918 gedacht, auf vielen anderen Friedhöfen sind auch die „verlorenen Söhne“ im Weltkrieg von 1939 bis 1945 hinzugefügt, alle aus beiden Kriegen fein säuberlich aufgeschrieben mit Namen und Geburtsdatum. Ach, wie gut Kriege doch sind, es gehen zwar Söhne verloren, aber wer verloren geht, ist nicht tot, kann wiederkommen, so werden auch die Erlöser diesmal sich nur verlieren, aber, wenn sie sich wiedergefunden haben werden, werden sie auferstehen, ihren Heimgang antreten und an die Tür von dem klopfen, der sie herabschickte — seine verlorenen und nun heimkehrenden Söhne

Ach, wie gut Kriege doch sind, so verkünden es die Gedenktafeln, gehen doch in Kriegen keine Frauen und keine Männer, die keine Söhne sind, verloren, nur Söhne, die Soldaten sind, gehen verloren.

Was die Gedenktafel auf diesem Friedhof aber recht besonders macht, ist der Name eines Sohnes, der Soldat war, einst von seinem ganz in Patriotismus aufgegangenen Herrn herabgeschickt zur Erlösung der Menschen; er ließ Söhne verlorengehen, bis er schließlich selbst verlorenging, der, auch er, schuldlos daran, daß uniformlose Frauen und Männer in diesem Krieg wie in allen Kriegen und in immer mehr Kriegen seit diesem ersten Weltkrieg immer mehr und mehr uniformlose Männer und Frauen nicht verlorengehen, aber ihr Leben verlieren, wie es milde heißt, aber, ungeschönt gesagt, in einem Krieg das Leben zu verlieren, heißt: ermordet zu werden. Massenweise werden seit diesem ersten Weltkrieg in Kriegen uniformlose Menschen getötet, ermordet.

Der Name dieses verlorenen Sohnes: „Warum geb.1888“. Auch ein zweiter verlorener Sohn mit Namen Warum ist auf dieser Gedenktafel eingetragen, vielleicht war dieser der um zwei Jahre ältere Bruder —

Warum, was für ein Name auf einer Gedenktafel für mordende und schließlich selbst ermordete Soldaten.

Die zwei verlorenengegangenen Söhne Warum werden sich vielleicht bei ihrem Ausmarsch gefragt haben, warum haben sie in den Krieg zu ziehen,

sehr vielleicht aber werden sie sich das nicht gefragt haben, sondern sie werden es mit Hurrah! hingenommen haben, als des Herrn …

In den Familien Warum, die das Verlierengehen ihrer Söhne zu beklagen hatten, wird vielleicht in Trauer ausgerufen worden sein: Warum?! Warum unsere Söhne? Ihre sie selbst tröstende Antwort darauf wird wohl gewesen sein, weil die Wege des erlöswilligen Herrn unerforschlich, unergründlich …

Wonach aber, seit es Kriege gibt, nicht mehr zu fragen ist: Warum Kriege? Die Antwort darauf ist vollkommen klar und weithin bekannt, und wird auch um diese Weihnacht herum wieder einmal klar gegeben: jetzt zu dieser Weihnacht geht es wieder einmal um Flüssiges im konkreten, im allgemeinen geht es immer um Bares.

Und wonach, seit es Kriege gibt, ebenfalls nicht mehr zu fragen ist. Nach dem Wer. Heute weniger denn je.

Die Haftbarmachenden eines jeden Krieges bis herauf zu dieser Weihnacht sind stets bekannt — heute mehr denn je.

es sind, einfach wie kurz mit einer Beschreibung von Aldoux Huxley, gestern wie heute boy gangsters

Gefördertes Schreiben

Was die patriotische oder identitäre respektive identitäre-patriotische Partei veröffentlicht, schreibt Freilich ihr. Genauer gesagt. Als eine „identitäre, patriotische Partei“ fällt dieser österreichischen Parlamentspartei die Aufgabe zu, Anreißerin für Freilich zu sein, Teaser für das, was Freilich verbreitet, auf ihrer Website zu platzieren. Oder, einfach wie kurz gesagt: Die Parlamentspartei eine Wasserträgerin oder Kofferträgerin der Freilich

Freilich könnte angenommen werden, die Parlamentspartei als patriotische Wasserträgerin würde dafür reichlich belohnt werden, etwa dadurch, daß Freilich auf der Website der identitären Kofferträgerin Werbung schaltet. Dem ist aber nicht so. Ganz im Gegenteil. die Wasserkofferträgerin scheint ihre für Freilich zu erfüllende Aufgabe derart dankbar zu sein, daß sie, die Parlamentspartei, Werbung auf Freilich schaltet. Vielleicht deshalb, weil ihr, der Parlamentspartei, doch etwas zugetraut wird, eine Aufgabe ganz eigenständig ausführen zu können, weil sie, die Parlamentspartei, eine einzige Aufgabe für sich gefunden hat, und sie dadurch endlich nicht mehr damit hadern muß, aufgabenlos zu sein.

Und welche Werbung auf Freilich sonst noch geschaltet wird, das durfte erst vor kurzem erzählt werden, von Patria, Höcke, Jongen, Olympia, Kassegger, ESN-Party …

Freilich ist aber auch eine besorgte Herrin, die weiß, es muß auch gegeben, nicht nur genommen werden, so belohnt sie doch allenthalben die Parlamentspartei mit Berichten, etwa über das Symposium des Gitarrespielkundigen im österreichischen Parlament, aber auch dadurch, für einen Auftritt des Gitarrenzupfers in einem Schloß zu werben. Es wird gesinnungsgemäß nur über das Außerordentlichste berichtet, und der Auftritt des parlamentarischen Gitarristen gehört dazu,

spielt er doch an der Seite eines Geigers auf, der tief aus der österreichischen Kultur

Derart außerordentlich wird auch die Veranstaltung gewesen sein, über die Freilich am 16. Oktober 2025 berichtet, gesinnungsgemäß selbstverständlich wieder mit einem Teaser der parlamentarischen Anreißerin, darf am 8. Jänner 2026 gelesen werden …

Kritik an „Meinungsindustrie“: Patriots und FPÖ wollen gegen NGO-Dschungel vorgehen
Bei einer Veranstaltung im österreichischen Parlament haben patriotische Parteien und die FPÖ den starken Einfluss international finanzierter NGOs scharf kritisiert. Sie fordern mehr Transparenz und Kontrolle.

Das wird die parlamentarische Anreißerin wohl gekränkt haben, daß Freilich sie nicht als „patriotische Partei“, sie von den „patriotischen Parteien“ scheidete, sie nicht unter den „Patriots“ einreihte, gerade sie, die doch die Bergspitze des Patriotismus sich wähnend … So eine Kränkung kann lange nachwirken, um es ihr ein wenig zu mildern, soll das zu ihrer Tröstung umgeschrieben werden: Patriots wollen vorgehen. Bei einer Veranstaltung, zu der die patriotische Parlamentspartei geladen, im österreichischen Parlament haben patriotische Parteien den …

Ach, wäre es die Kränkung allein, aber wie stünde sie denn da, die patriotische Parlamentspartei, früge sie der Präsident, weshalb sie nicht als patriotische Partei geführt, was sagte sie zu ihrer Verteidigung dem Präsidenten, der doch eben zum Neujahr den Vorsatz Patriotismus

In der patriotic affair der patriotischen Parlamentspartei sprach auch ihr sie anführender Bergfex

FPÖ-Chef Herbert Kickl zeichnete in seiner Eröffnungsrede ein scharfes Bild: NGOs seien eine „gesteuerte Meinungsindustrie“, die „Teil der Macht“ wäre und allein von Förderungen lebe. Wenn sich eine Vereinigung „Nicht-Regierungs-Organisation“ nenne, dürfe sie keine Gelder von Regierungen bekommen. Das Gegenteil sei der Fall – und NGOs würden das „Propaganda-Instrument“ der Brüsseler Eliten sein, die den Asylmissbrauch verklären, den Regenbogen-Kult verbreiten und religiöse Klimapolitik machen. Diese Organisationen kassierten Milliarden für „betreutes Denken“ und stellten einen „politischen Schattenapparat“, der den Bürgern keine Rechenschaft ablegen müsse, so Kickl.

„Betreutes Denken“, damit ist der Bergfex ganz auf der Höhe seiner Zeit und Konrad Paul Liessmann ganz auf der Höhe des Bergfexes, ist er, Liessmann, als Mitintendant ebenfalls verantwortlich für die Programmierung des Philosophicums Lech, dessen Titel für dessen Abhalten im Gebirge in September 2026: „Betreutes Denken“ …

Das Programm für „Betreutes Denken“ in „Lechwelten“ wird erst im März 2026 bekanntgegeben werden, bis dahin ist also zu warten, um zu erfahren, wer die Vortragenden sein werden. Mehr befähigt, über „betreutes Denken“ zu sprechen, als der Bergfex wird neben Konrad Paul Liessmann kein dritter Mensch in diesem Land sein. Wenn also im Herbst 2026 im Gebirge Herbert Kickl und Konrad Paul Liessmann Vorträge über „betreutes Denken“ hielten, dann könnte jetzt im Winter davor schon das Urteil gefällt werden, das so ausfiele: mit dem 29. Philosophicum erklommen der Gipfel der Gipfel des Philosophischen …

Denn auch Herbert Kickl ist ein ausgewiesener Philosoph, wie bereits vor Jahren ein zur damaligen Zeit mit an der Staatsspitze stehender Mann ihm bescheinigte …

Es muß eingestanden werden, nicht zu verstehen, was „betreutes Denken“ bedeutet. Was es bedeutet, das zu verstehen, darauf muß noch gewartet werden, bis zum 29. Philosophicum, wenn Konrad Paul Liessmann und …

Wenn aber wer von gefördertem Schreiben spräche, das könnte sofort verstanden werden, gibt es doch dafür ein recht konkretes Beispiel, anhand dessen das geförderte Schreiben sich, wie es so schön heißt, von selbst erklärt. Das Beispiel ist der „Essay-Wettbewerb“ der ESN-Party. Für das Schreiben der Essays gibt es Geld, und das Geld kommt von der Europäischen Union — „Informationen über die Herkunft der Beträge: Öffentliche Mittel aus dem EU-Haushalt. Keine privaten oder Drittlandsquellen“ … So einfach wie kurz ist gefördertes Schreiben zu erklären und zu verstehen.

Gefördertes Schreiben kann menschgemäß vieles beinhalten, zum Beispiel auch das Schreiben von geschalteter Werbung. Wenn „keine privaten oder Drittlandsquellen“ angezapft werden, dann werden beispielsweise für Reklame auf Freilich wohl auch „öffentliche Mittel“ …

Forschungsbedarf

Am letzten Tag des Jahres 2025 wird im Morgenjournal des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Österreichs über ein in spanischer Sprache geschriebenes Buch mit Erscheinungstermin 27. November 2025 informiert, von dem es derzeit noch keine deutschsprachige Ausgabe gibt; jedenfalls läßt sich mit heutigem Tag, 7. Jänner 2026 keine deutschsprachige Ausgabe finden.

Das ist noch nicht das Bemerkenswerte an dem Bericht im Morgenjournal, über ein Buch, das es bisher lediglich in spanischer Sprache scheinbar zu erwerben gibt. Es ist auch nicht das Bemerkenswerte an dem Buch, daß es wieder einmal um die madigen zwölf Jahre des Österreichers sich dreht.

Bemerkenswert an diesem Bericht ist die Information über einen Mann, der jüdischen Menschen half, ins Ausland zu flüchten. Wieder einmal also ein Bericht über einen Menschen, der jüdische Menschen vor der Ermordung durch das totalitäre Regime des Österreichers rettete. Es kann gar nicht aufgezählt werden, von wie vielen Menschen in den letzten Jahrzehnten gehört wurde, die jüdischen Menschen halfen, jüdische Menschen vor deren Verichtung im Holocaust bewahrten, durch Fluchthilfe, sie dabei unterstützten, aus dem Reich des Österreichers fliehen zu können.

Was aber nicht aufgezählt werden kann, denn kein einziger Bericht aus all den Jahrzehnten ist in Erinnerung, was aber nicht aufgezählt werden kann, sind Berichte von Menschen, die „Zigeunern“ zur Flucht verhalfen, sie vor deren Vernichtung im Holocaust retteten.

(„Zigeuner“ werden sie hier aus einem einzigen Grund genannt, weil die Operette „Der Zigeunerbaron“ nach wie vor eine recht beliebte Operette ist, und deren Schöpfer Strauss der Liebling der Nation, der im Bericht über das spanischsprachige Buch erwähnt wird.)

Das zu erforschen, wie viele Menschen und ob es überhaupt Menschen gab, die „Zigeunern“ halfen, sie unterstützten, aus dem Reich des Österreichers fliehen zu können, sie versteckten, um der Vernichtung im Holocaust zu entgehen, das wäre ein Forschungsgegenstand, und dies zu erforschen, ist das Bemerkenswerte, ist das Aufmerkenswerte, weshalb überhaupt dieser Bericht über ein spanischsprachiges Buch zu erwähnen ist.

Und wenn es die Menschen gab, die „Zigeunern“ Fluchthilfe leisteten, sie versteckten, so gehört es unbedingt auch zu diesem Forschungsdesiderat,

wie erging es den Menschen, die „Zigeunern“ halfen, unterstützten, versteckten, wurden sie nach den sieben madigen Jahren in Österreich des Österreichers dafür bedankt? wurden sie dafür geehrt?

Über das Buch von Martín Llade selbst kann nichts erzählt werden, nur das zitiert werden, was am letzten Tag des Jahres 2025 im Morgenjournal berichtet wurde, auch wenn es nicht das Aufmerkenswerte ist, das zu erwähnen, so hat dieser Bericht doch dazu geführt, anzuregen, zu erforschen, wie viele Menschen und ob es überhaupt Menschen gab, Menschen, die keine jüdischen Menschen waren, zu helfen, Menschen also zu helfen, die im Reich des Österreichers auf derselben Vernichtungsstufe

„Das letzte Konzert in Wien“ heißt das jüngste Werk des spanischen Musikexperten Martín Llade. Es geht dabei, richtig, um das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, dessen Live-Übertragung der Autor seit vielen Jahren in Radio und Fernsehen kommentiert. Llade gibt Einblicke in die Entstehung des weltberühmten Konzerts, spickt seine Erzählung aber auch mit zahlreichen Anekdoten. Josef Manola hat mit ihm gesprochen.

Schon und nicht nur für Abraham a Sancta Clara waren „Zigeuner“ auf derselben Stufe, predigte er doch sie seien „Judä Iscarioths nahe Brüder und Anverwandte“

Abraham a Sancta Clara, ein Augustiner wie der derzeitige Papst, das aber nur nebenher, zu dieser Abschweifung verleitet durch eine Reportage von Josef Manola über „Zigeuner“, gesendet im Oktober 2025.

Josef Manola: Musikexperte Martín Llade bezeichnet das Neujahrskonzert als größten Werbeträger für Österreichs Kultur.

Martín Llade: Österreich versteht es sehr gut, mit Hilfe des Neujahreskonzerts Werbung zu machen. Ich wünschte, Spanien hätte einen vergleichbaren Event.

Josef Manola: Neue Zeugnisse erlauben es ihm, die Rolle von Clemens Krauss beim ersten Neujahrskonzert darzustellen, wie der Staatsoperndirektor darauf kam, Strauss-Melodien zu dirigieren, erklärt Martín Llade so: Das letzte Mitglied der Strauss-Dynastie hatte das Strauss-Orchester ruiniert. In den 30er Jahren ging es auseinander. Instinktsicher setzte Krauss auf die Werke der Familie Strauss, es sei ein Fest der Musik.

Josef Manola: Das erste Konzert fand am 31. Dezember 1939 im großen Musikvereinssaal statt. Erst ab 1941 wechselte es auf den Neujahrstag. Der Erlös ging an das Kriegswinterhilfswerk der Nationalsozialisten. Das alles im Auftrag Hitlers, der vom Dirigenten erwartete, Wien als Stadt des Optimismus und der Geselligkeit zu etablieren.

Martín Llade: Es ist erstaunlich, daß eines der besten Orchester der Welt diese eher leichte Musik aufführte. Neben den Symphonien mußte sie als zweite Wahl erscheinen. Aber Clemens Krauss wertete sie auf und machte sie zu Gold.

Josef Manola: Der uneheliche Sohn der von Kaiser Franz-Joseph protegierten Hofoperntänzerin Clementine Krauss war als Freund der Nationalsozialisten abgestempelt, daß Krauss kein überzeugter Nazi war, sondern Karriere und Fortkommen im Blick hatte, steht für Martín Llade fest, er meint, die im Verborgenen geleistete Hilfe für jüdische Verfolgte habe sein Mitläufertum unter den Nationalsozialisten wettgemacht.

Martín Llade: Im Wikipedia ist die Rede von 29 ins Ausland gebrachte Menschen. Das stimmt nicht. Es waren 29 Aktionen, in denen zum Teil ganze Familien gerettet wurden.

Josef Manola: Llade erlaubt sich folgenden Kunstgriff. Wo die Biographie des charismatischen Digirenten Lücken aufweist, wird sie vom Autor mit fiktionalen Passagen geschlossen. Wie in einem Krimi beschreibt er die riskanten Unternehmen, um jüdische Familie die Flucht ins Ausland zu ermöglichen. Auch morgen wird Martín Llade wieder das Neujahrskonzert für ein Millionenpublikum in vielen Ländern kommentieren. Die bewegte Geschichte des Konzerts, die er in seinem Buch darstellt, beschäftigt ihn weiterhin.

Martín Llade: Aus dem Markenzeichen der österreichischen Identität innerhalb des deutschen reichs ist inzwischen ein TV-Event geworden, das Zuseher in 150 Ländern am Neujahrstag selig klatschend vereint.

Oh, Musikverein, der Tröstungen reich …

Oh, philharmonisches Orchester, der Klänge reich …

Oh, Staatsoper, der Bilder reich …

Und ein Sprößling des Philharmonischen spielt, kurz ist es her, zum Nikolo auf, nicht im Musikverein, nicht in der Staatsoper, aber in einem Schloß, an die Seite eines Mannes gestellt, dem ein mächtiges Amt gegeben ward …

Was es zu diesem Buch noch an Informationen gibt, ist menschgemäß die Beschreibung des Verlages für sein Produkt, in spanischer und in englischer Sprache — to whom it may concern:

Martín Llade, el carismático locutor del Concierto de Año Nuevo, nos descubre los oscuros orígenes de una de las citas musicales más famosas del mundo.

«Gran comunicador, Martín Llade es también un gran escritor». –Zenda

Por el autor de El misterio Razumovski, galardonado en los XV Premios de Literatura Histórica Hislibris

Viena, finales de 1944. Atrapado entre dos frentes, el Tercer Reich ha iniciado el contraataque que decidirá el desenlace de la Segunda Guerra Mundial. Mientras prepara el Concierto de Año Nuevo, el director Clemens Krauss recibe la visita de un enigmático capitán de las SS que parece decidido a averiguar cuál es su relación con unos presuntos traidores al régimen nazi.

Aunque Krauss y su compañera, la cantante Viorica Ursuleac, son dos de los artistas favoritos de Adolf Hitler, el director de orquesta se verá obligado a afrontar un pasado repleto de oscuros secretos, dudas respecto a su lealtad al Reich y una revelación que podría poner en peligro el concierto más famoso del mundo. Un concierto que nació, precisamente, con el apogeo del nazismo.

Con una gran labor documental y fiel a su estilo literario, Martín Llade, el periodista de música clásica que pone voz al Concierto de Año Nuevo, nos acompaña en un viaje al corazón de la célebre gala de Viena.

Martín Llade, the charismatic announcer of the New Year’s Concert, reveals the dark origins of one of the most famous musical events in the world.

“Great communicator, Martín Llade is also a great writer.” -Zenda

By the author of The Razumovski Mystery, awarded at the XV Hislibris Historical Literature Awards

Vienna, late 1944. Trapped between two fronts, the Third Reich has initiated the counterattack that will decide the outcome of World War II. While preparing for the New Year’s Concert, conductor Clemens Krauss receives a visit from an enigmatic SS captain who seems determined to find out his relationship with alleged traitors to the Nazi regime.

Although Krauss and his partner, singer Viorica Ursuleac, are two of Adolf Hitler’s favorite artists, the conductor will be forced to face a past full of dark secrets, doubts about his loyalty to the Reich, and a revelation that could endanger the most famous concert in the world. A concert that was born precisely with the rise of Nazism.

With extensive documentary work and faithful to his literary style, Martín Llade, the classical music journalist who gives voice to the New Year’s Concert, takes us on a journey to the heart of the famous Vienna gala.

Was von diesem Kapitel aber einzig bleiben soll, ist der Forschungsbedarf, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem es umfassend erforscht ist, wie es den Menschen erging, ob ihnen dafür gedankt wurde, ob sie dafür geehrt wurden, daß sie Menschen halfen, die ebenso lebensdringliche Hilfe, lebensnotwendigen Schutz brauchten, ob sie, wenn sie Mitläuferinnen waren, mit ebenso großer Nachsicht ihres Mitläufertums wie Clemens Krauss bedacht wurden, wenn es denn Menschen und wie viele Menschen es denn gab, die im Verborgenen riskante Unternehmen wagten, aber nicht als Krimi soll es beschrieben werden, sondern als Bericht vorgelegt werden, wie es für eine Forschung angemessen und unabdingbar ist.

Entdemokratisierung

Mit „wir brauchen mehr“ schließt Conny Bischofberger am 27. Dezember 2025 „Entchristlichung“ in der tageszeitunglichen Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus …

Wenn wir das eine nicht wollen, dann sollten wir das andere umso intensiver pflegen. Weihnachtsevangelium, Herbergsuche, das Kind in der Krippe, Christ sein. Wir brauchen nicht weniger Weihnachten, wir brauchen mehr.

Unter der Schlagzeile „Entchristlichung“ also die Fürsprache für eine Verchristlichung, unter der Schlagzeile „Wehrhaftes Christentum“ führt Andreas Mölzer in ebendieser Krone am 28. Dezember 2025 sein „Andererseits und Einerseits“ aus, in Glauben und Hoffnung „möglicherweise formiert sich aber damit doch wieder so etwas wie ein wehrhaftes Christentum“.

Was ein „wehrhaftes Christentum“, was eine Verchristlichung, was eine Christianisierung bedeutet, wohin ein Christsein-Mehrbrauchen führt, wohin ein wehrhaftes Christentum führt, belegen Jahrhunderte des Leidens der Menschen, die gestraft für die Schuld eines Menschen, der wie ein jeder Mensch unschuldig geboren ward, dessen Vergehen seit nahezu zwei Jahrtausenden gebraucht zur Propagandisierung der Christianisierung und der Wiederchristianisierung …

Es braucht die Vergangenheit nicht bemüht zu werden, um zu veranschaulichen, was mit Verchristlichung und wehrhaftem Christentum einhergeht, die Gegenwart veranschaulicht es allein überreich — derart überreich, daß eine Veranschaulichung nur unvollständig sein kann, stellvertretend, exemplarisch aber können für die vielen Gegenwartsbeispiele …

Womit beginnen, was Verchristlichung bedeutet, was es heißt, mehr wieder christlich sich zu betätigen. Vielleicht damit: Entdemokratisierung.

An die Spitze dieses Organisierten Glaubens wurde im Jahr 2025

von nicht ganz zwölf Dutzend Männern ein Augustiner gewählt, der bald nach seiner Wahl der christlichen Einsicht öffentlich Ausdruck verlieh:

„Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung.“

Womit beginnen, was Verchristlichung bedeutet, was es heißt, wieder mehr christlich sich zu betätigen. Vielleicht damit: Entdemokratisierung. Die Entdemokratisierung, die Verhinderung von Demokratie ist wohl die Ikone von allen Organisierten Glauben, auch von diesem Organisierten Glauben, dessen Abwehr Andreas Mölzer durch ein wehrhaftes Christentum und

Conny Bischofberger in einer umso intensiveren Pflege des Christseins, „wenn wir das eine nicht wollen“, also diesen scheinbar so gegensätzlichen Organisierten Glauben zum christlich Organisierten Glauben „nicht wollen, dann sollten wir das andere umso intensiver“ …

Den Unterschied zwischen diesen Organisierten Glauben möchten wohl Conny Bischofberger und Andreas Mölzer Klavierspielen können, aber sie können noch

so die Unterschiede spielen, zu Pianistinnen wird es ihnen nicht …

Es könnten jetzt alle mit der Demokratie untrennbar verbundenen Werte, alle Werte, die der Demokratie wesenhaft sind, alle Rechte, die der Demokratie Fundament sind, angeführt werden, es sind Werte und Rechte, die jedweder Spielart Organisierten Glaubens zuwider sind, aber das ist nicht notwendig, denn die Rechte und Werte sind bekannt. Und alle diese Werte und alle diese Rechte werden in der Überzahl von Männern vom Tisch gewischt, wie, kurz ist her, von einem nunmehrigen Kardinalsrentner ein demokratischer Wert und ein demokratisches Recht vom Tisch, der ihm zum Altar bereitet,

wischte mit „ob das jetzt wirklich der Wille Gottes ist“ … Er verzichtete dabei darauf, all die schönen Namen des Herrn aufzuzählen, aber es sind dermaßen schöne, daß diese zur Erbauung einmal alle angeführt sein sollen:

Der Barmherzige Der König Der Heilige Der Frieden Der Wahrer der Sicherheit Der Beschützer Der Bewahrer Der Erhabene Der Ehrwürdige Der Unterwerfende Der Vornehme Der Stolze Der Schöpfer Der Erschaffer Der Gestalter Der stets Verzeihende Der Allbezwingende Der Geber Der Verleiher Der Versorgende Der Öffnende Der Allwissende Der Zurückhaltende Der Gewährende Der Erdniedrigende Der Erhöhende Der Verleiher von Ansehen Der Demütigende Der Allhörende Der Allsehende Der Richter Der Gerechte Der Feinfühlige Der Kundige Der Sanfte Der Nachsichtige Der Erhabene Der Großartige Der Allvergebende Der Dankbare Der Allerhöchste Der Große Der Bewahrer Der Erhalter Der Ernährende Der Berechnende Der Majestätische Der absolut Großzügige Der Beobachtende Der Wachsame Der Erhörer der Gebete Der Allumfassende Der Allweise Der Sich liebevoll Zuwendende Der Glorreiche Der Erwecker Der Zeuge Der Wahrhaftige Der Sachverwalter Der Starke Der Kraftvolle Der Standhafte Der Schutzherr Der Preiswürdige Der Lobenswerte Der alles Aufzeichnende Der Beginnende Der die Schöpfung Zurückbringende Der Lebensspendende Der das Sterben Bestimmende Der Lebendige Der Ewiglebende Der Beständige Der Findende Der Ruhmvolle Der Eine Der Einzige Der von allem und jedem Unabhängige Der Mächtige Der absolut Fähige Der Beförderer Der Aufschiebende Der Erste (ohne Beginn) Der Letzte (ohne Ende) Der Offenbare Der Verborgene Der absolute Herrscher Der Erhabene über jeglichen Mangel Der Gute der Rechtschaffene Der Reue Annehmende Der gerechte Vergelter Der Vergeber der Sünden Der Mitleidige Inhaber der (königlichen) Macht/Souveränität Derjenige dem Majestät und Ehre gebühren Der unparteiisch Richtende Der Versammelnde (am jüngsten Tag) Der Reiche Der Unabhängige Der Verleiher der Reichtümer Der Zurückhaltende Der Hindernde Der Schaden Zufügende Der Wohltäter Das Licht Der Führende Der Schöpfer des Neuen Der ewig Bleibende Der einzige Erbe Der Rechtleitende Der Geduldige

Und so gibt es viele Rechte, die im Laufe der Demokratisierung errungen wurden, die zur Weiterentwicklung der Demokratie, die zur Verbesserung der Demokratie wesentlich beitrugen, Werte und Rechte, die von Organisierten Glauben sie peinigend empfunden werden, als Dornenkrone, die ihnen aufgesetzt, Dornenkronen über Dornenkronen, persönlich einem jedem Organisierten Glaubenskopf aufgesetzt, in den Glaubensschädel gerammt …

Gleich welchen Glauben sie spielen, für die Demokratie ist es stets verheerend, mögen sie beispielsweise dem Calvinismus anhängen, wie jener Mann aus dem Nachbarland, für leitende Angestellte der Kirche ist er der „Erlöser“, der „Erretter“ … Und

wohl auch, unausgesprochen, ungewürdigt: Beschützer christlich pädagogischer Betätigungen —

Der für Wiederverchristlichung stehende Magapatriot beweist einmal mehr, gerade wieder in den ersten Tagen des Jahres 2026,

wie Gott durch ihn wirke, um Pastor Paul Goodman zu zitieren, der bereits über die erste Amtszeit des Magapatrioten schrieb, damit Donald’s Bible anpreisend:

‚Donald Trump, amerikanischer Patriot‘ tut genau das und legt in Bildern und Worten dar, wie Gott durch diesen bemerkenswerten Mann gewirkt hat.“ sorgfältig ausgearbeitet, um die Aufmerksamkeit junger Denker zu fesseln

Zu Organisierten Glauben gehört das Spirituelle, und das verkörpert des christlichen Magapatrioten christlicher Kriegsminister weithin sichtbar, trägt das Zeichen der „Kreuzritter“, eingeritzt in seine Brusthaut, offen zur Mahnung und Drohung,

daß er ständig bereit zum „spirituellen Krieg“

Es bedeutet nicht nur Entdemokratisierung, Verhinderung von Demokratie, sondern auch Zerstörung der Demokratie, Errichtung eines autoritären Regimes, es bedeutet Elend, Tod, Leid, massenweises Morden, wie beispielhaft ein weiterer gläubiger Patriot seit etlichen Jahren gesegnet von seiner Kirche

Nach der feierlichen Vereidigung zur fünften Amtszeit von Präsident Putin am 7. Mai gab es nun ein theologiepolitisch aufschlussreiches liturgisches Nachspiel. In der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale hielt Patriarch Kyrill eine Dankandacht ab. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche würdigte den russischen Präsidenten als von Gott erwählten politischen Führer. Wörtlich sagte er: „Gott helfe Ihnen, den Dienst, den Gott selbst Ihnen anvertraut hat, weiterhin mit Liebe zum Vaterland und mit Mut fortzusetzen.“ Diese theologische Legitimation der politischen Macht fand in einem Segen zeremoniellen Ausdruck. Sie wirft die Frage auf, ob die russisch-orthodoxe Kirche sich als Magd der Politik andient – oder ob sie vielleicht sogar die heimliche Herrin der politischen Agenda ist. Drei Wangenküsse zwischen dem Patriarchen und dem Präsidenten und die Übergabe einer Marien-Ikone an Putin waren das sichtbare Symbol der engen Symbiose von Kirche und Staat.

Das sperrige Motiv des „Katechon“ ist jüngst wieder aufgenommen worden. In einem Strategiepapier der russisch-orthodoxen Kirche kommt es vor, um der neoimperialen Kriegspolitik des Kreml theologische Weihen zu geben. Russland sei ein Bollwerk gegen die westliche Dekadenz. Schon der umstrittene Staatsrechtler Carl Schmitt hatte in der Weimarer Krisenzeit ein Interesse an politischen Ordnungsmächten entwickelt. Der autoritäre Staat könne als „Katechon“ fungieren und das Chaos aufhalten.

Unter Rückgriff auf Schmitt hat der politische Philosoph und neurechte Denker Alexander Dugin, Mitglied des Moskauer Thinktanks „Katehon“, Russland die Rolle des Aufhalters zugeschrieben und die geopolitische Expansion ausdrücklich begrüßt.

In einem Strategiepapier der russisch-orthodoxen Kirche wird das militärische Vorgehen Russlands in der Ukraine als „Heiliger Krieg“ gegen den satanischen Westen eingestuft.

Dem russischen Staat wird die Rolle des „Katechon“ zugeschrieben, der das Kommen des Antichrist aufhalte

Heiliger Krieg. Jan-Heiner Tück. Communio. Politik, Gesellschaft und Ethik, 20.5.2024

Ja, Gott Der Allah ist groß, arbeitssam, ständig eifrig, kein Land ist Gott zu gering, für jedes Land, mag es noch so klein und noch kleiner, das kleinste sein, erwählt Gott eine Führerin, vertraut ihr Gottes Dienst an, und so kam es, daß Gott auch nach Österreich eine sandte, und dies in Österreich verkünden ließ, durch einen Mann, der Gottes Sprache versteht, spricht …

„Ein Segensgebet beten dürfen. Würdet Ihre Eure Hände ausstrecken. Vater, wir danken dir so sehr. Für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm gegeben hast für dein Volk. Wir beten und danken, daß Gerechtigkeit in einer Nation eine Nation aufrichtet. Daß Sünde für alle furchtbar ist. Wir beten zu Gott, daß du ihm gerechte Führung gibst, riesige Weisheit und auch viel Schutz. Ist jeder damit einverstanden? Amen.“

Bei solch einem Wunder in Österreich, und es war ein Wunder, wenn auch Österreich einmal ein Führer herabgesandt ward, durfte einer nicht fehlen, der nunmehrige Kardinalsrentner, der sich vielleicht an dieses Wunder, dem er beiwohnen durfte, gar vielleicht von Gott heimlich auserkoren als Apostel des Wunders, mit Rührung und Gottesdankgebeten allenthalben erinnern wird, an dieses Wunder, das Österreich, was für eine Gottes Gnade, traf …

Lange ist das her, in Gottes Jahren gezählt freilich ist es kurz her, daß dieses Wunder geschah, und nun ist ein Mann gekommen, geschickt nach Österreich, es wird nicht gewußt, von wem gesandt, er allein wird die Namen von denen wissen, die ihm den Dienst anvertraut, es müssen mehrere sein, nicht nur Gott, sondern Götter, ließ er doch verkünden: „Euer Wille geschehe“ und

„Ihr seid der Chef – Ich Euer Werkzeug“ …

Darum, und eigentlich wollte nur dies festgehalten werden, ist diese Tageszeitung die Krone des Qualitätsjournalismus, die derart Anregendes zu veröffentlichen weiß, und mögen andere Medien Edelfedern beschäftigen, aber

nur diese Tageszeitung hat Kronenfedern in ihrer Schreibstaffel, mußte am 27. und am 28. Dezember 2025 gedacht werden, beim Lesen des kronengefederten Geschriebenen von Conny Bischofberger und Andreas Mölzer, das wieder so eindrücklich …

Patriotismus

Es gab in Österreich einen Bundespräsidenten, der, so verriet er es einmal,

alle seine Reden selbst schrieb.

Nun, am 1. Jänner 2026, hält einer eine Rede, die er vielleicht sich selber schrieb, vielleicht aber wurde diese, auch diese Rede ihm geschrieben, wobei, wenn diese ihm geschrieben wurde, nicht uninteressant wäre zu erfahren, wer seine Schreiberin …

So gesehen können die Staaten Europas ein Vorbild für alle Staaten der Erde sein. Ein Beispiel, dass man es schaffen kann, friedlich miteinander auszukommen. 

Was schrieb er sich? Oder, vielleicht: Was ließ er sich schreiben? Selbstverständlich bleibt in dieser Rede nicht unerwähnt, daß im „Osten Europas Krieg herrscht“. Es ist Krieg zwischen zwei Staaten Europas. Was schrieb er sich also? Oder vielleicht: Was ließ er sich also schreiben? Wenn es in dieser Rede heißt, die Staaten Europas würden ein Vorbild für alle Staaten der Erde sein, ein Beispiel, daß es geschafft werden könne, friedlich miteinander auszukommen. Und die Kriege auf dem Gebiet des nicht mehr existierenden Staates Jugoslawien, auch mit Massenmord — Waren die daran beteiligten Staaten keine Staaten Europas?

Drohnen unbestimmter Herkunft werden immer wieder über europäischen Großstädten gesichtet. Wir sind gesteuerter Desinformation ausgesetzt, digitalen Sabotageakten und dem permanenten Versuch, Europa zu spalten. Und wir hören Aussagen, die als Drohung verstanden werden können: Wenn Europa Krieg möchte, könne Europa Krieg haben. 

Es ist eine Rede der Ungenauigkeit, eine Rede, die auf Ungenauigkeit mit Ungenauigkeit antwortet. Von einem Kriegsverbrecher in der im europäischen Teil seines von ihm autoritär beherrschten Staates liegenden Hauptstadt ist nichts anderes zu erwarten, als Ungenauigkeit, wenn er droht, sollte „Europa“ einen Krieg wollen, dann sei er für einen Krieg bereit, er sagt „Europa“ und meint die „Europäische Union“, und in dieser Neujahrsansprache wird von „Europa“ gesprochen, ebenso ungenau,

dabei hätte in dieser Rede, um durchgängig und tatsächlich genau zu sein, ausschließlich von der Europäischen Union, von den Staaten der Europäischen Union gesprochen werden müssen.

Es ist wichtig, dass wir weiter an die europäische Idee glauben. Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten und für unser Europa einstehen. 

Ja, es ist wichtig, dass wir einen Europa-Patriotismus entwickeln. 

Man will uns von außen teilen, um wirtschaftlich und politisch über uns zu herrschen. Ganz nach imperialer Manier. 

Es ist nun einmal einfacher, einzelne kleine Staaten zu dominieren als einen Staatenbund wie die EU mit über 450 Millionen Menschen. 

Aber wir Europäer wollen selber bestimmen, wohin wir gehen. 

Wir können vorangehen und der Welt zeigen, dass es zwischen dem Recht des Stärkeren und rein kapitalistischen Interessen einen anderen Weg gibt. 

Einen Weg, der den Rechtsstaat, die Freiheit des Menschen zur Selbstentfaltung und die Gleichberechtigung von Mann und Frau ernst nimmt. 

Der zwischen Interessen ausgleicht, und niemand dem Hunger oder der Obdachlosigkeit preisgibt. Einen Weg, der Heimat für viele ermöglicht, nicht nur für einige willkürlich Auserwählte. 

Einen europäischen Weg. Unseren europäischen Weg. 

Lassen Sie uns stolz sein auf unser Europa und seine Menschen. 

Die größten und wichtigsten Erfindungen haben hier ihren Ursprung: 

Die liberale Demokratie. Der Buchdruck, die Dampfmaschine, Penicillin, das Internet und und und. Sogar Fußball ist eine europäische Erfindung! 

Wunderbare, große Leistungen in Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Kultur. 

Es sei wichtig, heißt es in dieser Rede, einen „Europa-Patriotismus zu entwickeln“. Ungenauigkeit, aber auch Gedankenlosigkeit zeichnet diese Rede aus. Es muß nicht auf die Vergangenheit verwiesen werden, was „Patriotismus“ bedeutet, wohin „Patriotismus“ führt, vor 112 Jahren etwa in den Weltkrieg von 1914 bis 1918, etwa nur zwei Jahrzehnte später gleich wieder in den nächsten Weltkrieg, mit Holocaust, es ist mehr als ausreichend der Blick in die Gegenwart, in der Patriotinnen auf europäischen Boden einen Krieg führen, es reicht der Magapatriot mit seinen libertär kriegerischen Begierden, es reichen die patriotischen Parteien etwa in Österreich, in Deutschland, und in anderen — der Gegenwart, in dieser Gegenwart einem Patriotismus das Wort zu reden, ist eine Verharmlosung des Patriotismus, mag dieser auch in einer kontinentalen oder übernationalen Spielart … Und wohin werden die Menschen sich wenden, wenn sie Patriotismus hören, die dem ständigen patriotischen Gerede ausgesetzt sind und sich aussetzen? An die, die so lange schon Patriotismus trommeln, und wer trommelt, hat nichts Heilvolles im Sinn, denn es widerspricht der Gesinnung zum eigenen Heil … Und sie wenden sich bereits dieser Patriotismusgesinnung zu,

wenn etwa allein an die Umfragen in Österreich, in Deutschland

Wie schön in dieser Ansprache von hehren Werten geredet wird, aber wie viele Staaten der Europäischen Union selbst halten noch sehr viel von diesem „europäischen Weg“? Es müssen diese Staaten nicht namentlich erwähnt werden, diese sind bekannt, und ein jeder Mensch kann diese, ohne nachzudenken, augenblicklich aufzählen. Und schimmert nicht in dieser Beschwörung eines Patriotismus bereits durch, was sonst als Nationalismus, Chauvenismus beschrieben ist, wenn in dieser Ansprache patriotisch davon geredet wird, „die größten und wichtigsten Erfindungen haben hier ihren Ursprung [Europa]“? „Fußball“ gab es schon lange davor, außerhalb von Europa, der „europäische“ Anteil am Fußball ein erstes Regelwerk, erstellt in einem europäischen Staat, der heute nicht mehr zur Europäischen Union gehört; „Buchdruck“: diesen gab es auch schon lange davor, außerhalb von Europa; der Ursprung des „Internets“ war nicht Europa, freilich gab es beim Internet eine bedeutende Weiterentwicklung in einem Forschungszentrum in Europa, dessen Mitglieder aber nicht nur Staaten der Europäischen Union sind; zum World-Wide-Web. Die entscheidenden Entwicklungen und Verbesserungen der „Dampfmaschine“ wurden durch Erfinder in einem europäischen Staat geleistet, der mittlerweile nicht mehr zur Europäischen Union gehört

Es gibt nicht nur diese Rede, zu der die Frage angebracht ist, ob die Reden selbst geschrieben oder geschrieben werden, es gibt auch eine einzelne Formulierung, bei der es interessant wäre zu erfahren, ob diese selbst oder ihm geschrieben wurde. Eine Formulierung, die oft verwendet, ist die von der eleganten Verfassung

Eine Person, die auszuschließen ist, daß sie Dritten Reden schreibt, wird es wohl dauern, nicht selbst auf die Formulierung von der schönen, von der eleganten Verfassung gekommen zu sein, müßte dieser doch

gesinnungsgemäß die elegante Verfassung gefallen wie keiner zweiten parteianführenden in Österreich

Rudolf Bayr

Gerade rechtzeitig, einen Tag vor dem Tag der Tage reich an Geschenken, ist ein Buch erschienen, das in der morgigen Nacht der Wunder vortrefflich als Gabe sich eignete:

Rudolf Bayr
A Winter Carol
Of Friendship
by K. I. — AI Press

Es wurden in der Eile, um das Buch, das sich nahtlos an die Erzählungen der fernen Nacht in einem Stall, die den Geschenketag begründete, noch rechtzeitig fertigzubringen, nicht mehr alle Kapitel, die bereits in den letzten Wochen von K. I. veröffentlicht wurden, in das Buch aufgenommen, dafür kann es aber mit neuen Kapiteln aufwarten, ebenso überraschend, glaubhaft und wirklich wie die Stallnacht vor Jahrtausenden …

Nicht nur wegen der Druckeile wurden die Kapitel nicht aufgenommen, sondern auch deswegen, denn es sind Kapitel darunter, die am Tage der Wunder in einem Buch nicht gelesen würden werden wollen, trübten diese doch nur das Fest der Wahrhaftigkeit

Und wer prüfen möchte, ob es denn ein Geschenk sein könnte, kann es hier zur werten Prüfung öffnen und dann entscheiden, ob es ein noch zu besorgendes Geschenk …