We are —

Für einen Moment, der durchaus eine Schrecksekunde genannnt werden könnte, wurde gedacht, als der österreichische Bundespräsident von zwei Soldaten flankiert zu sehen ist, der österreichische Bundespräsident gebe jetzt auch schon Stellungnahmen unter Militärpräsenz ab, aber es war seine keine Stellungnahme im habsburgischen Schlafzimmer mit tapezierter Tür, sondern es ist seine Stellungnahme in Litauen, und die zwei Soldaten links und rechts von ihm hat nicht er aufstellen lassen, sondern die wurden ihm zur Seite beordert.

Und was sagt er, am 8. Oktober 2025, in Vilnius?

Er sagt nicht: „We are the people.“ Er sagt: „We are a strong team.“ Das paßt auch zu dem, was er vor kurzem in Klagenfurt am Gemeindetag sagte: „Was auch immer Österreich ist oder werden soll, es ist unser gemeinsames Projekt.“ Ein Projekt. Wenn Menschen modern sich wähnen, reden sie von Projekten und von Teams. Aber was ist ein Projekt? Und was ist ein Projekt ohne Team? Die Definition, was ein Projekt ist, lautet in etwa: es sei ein einmaliges, zeitlich begrenztes Vorhaben mit einem definierten Ziel, das durch die Planung und Umsetzung von Handlungen erreicht werden soll, wobei begrenzte Ressourcen wie Geld, Zeit und Personal eingesetzt werden; typische Merkmale sind eine klare Zielvorgabe, ein definierter Anfang und ein Ende.

Wann hatte, nach der Projektdefinition, „unser gemeinsames Projekt“ seinen Anfang mit einem „definierten Ziel, mit „Planung und Umsetzung von Handlungen und mit einer „klare[n] Zielvorgabe“, wann wird „unser gemeinsames Projekt“ sein Ende finden? Was wird dann an der Stelle von „Österreich“ sein, wenn dieses „Projekt“ sein „Ende“ findet?

Was sagt er noch, in Vilnius, unter militärischer Ehrenwache? Er sagt: „We, the European Union, we are 27 member states and 450 million people. We are a strong team. Let’s apply this strength to our security as well. Now is the time to do so.“ Und er redet auch in der von ihm verbreiteten rund eine Minute langen Stellungnahme von „reliable partner of NATO“

Was für ein „strong team“ das doch ist, in dem alle an einem Strang ziehen, ein Mitglied zieht besonders den Strang …

Kurz ist es her, es war am 16. Juni 2025, als der österreichische Bundespräsident davon redet, wie auf seiner Website am 9. Oktober 2025 zu lesen ist:

„Die Menschen der Ukraine wollen keine russischen Untertanen sein, sie kämpfen für ihre Freiheit“, betonte er. Es gehe darum, dass ein Land sein Wertesystem selbst wählen dürfe. „Diesen Kampf führt die Ukraine nicht nur für sich selbst, sondern für ganz Europa, auch für uns. Dafür danke ich Ihnen“, sagte er in Richtung Selenskyjs. Österreich unterstütze die Ukraine in vielen Bereichen, nur nicht militärisch. Selbst wenn es letzteres tun wollte, „ich wüsste nicht, was wir für die Ukraine tun könnten, weil wir selbst mit dem Aufbau beschäftigt sind“

„Diesen Kampf führt die Ukraine nicht nur für sich selbst“, so der österreichische Bundespräsident, „sondern für ganz Europa, auch für uns“

Das sind große Worte, und große Worte haben in den seltensten Fällen einen Wahrheitsgehalt über null …

Und wovon redet sein Gast am 16. Juni 2025? Davon, das auch am 9. Oktober 2025 auf seiner Website zu lesen ist:

Selenskyj machte auch klar, dass er sich eine stärkere Kooperation der österreichischen Behörden bei Auslieferungsbestrebungen in Bezug auf eigene Staatsbürger erwartet. Es gehe dabei um Ukrainer, „die sich jetzt in Österreich verstecken, damit sie sich der Verantwortung entziehen können. Das ist verantwortungslos, vor allem in Zeiten des Krieges“, sagte er. „Wir hoffen, dass Österreich uns in dieser Frage helfen wird und uns unterstützen wird.“

Ist seinem Gast mittlerweile seine Erwartung nach einer „stärkere[n] Kooperation der österreichischen Behörden bei Auslieferungsbestregungen in Bezug auf eigene Staatsbürger“ erfüllt worden, „Ukrainer, die sich jetzt in Österreich verstecken“, auszuliefern? In den Krieg, in den Tod?

Das Gute an dieser soldatisch begleiteten Stellungnahme, es wird keinen Moment mehr geben, der eine Schrecksekunde genannt würde werden können, denn es wird sich bis dahin eine Gewöhnung eingestellt haben, wenn dereinst der österreichische Bundespräsident unter Militärpräsenz seine Stellungnahmen im tapezierten Zimmer, heimelig wie in einem Einfamilienhaus, abgeben sollte, vielleicht sogar selbst in Uniform, ist er doch Oberbefehlshaber des

Das wohl aber erst dann, und das dürfte nicht mehr derzeitige Bundespräsident sein, wenn der militärische Aufbau soweit gemauert ist, daß die Bundespräsidentin, ja, eine Bundespräsidentin, es gäbe durchaus eine erste Kandidatin vom Projektfach dafür,

stolz in Uniform auftreten kann, auch um zu verkünden, jetzt könne Österreich auch militärisch die …

Ehrengrab des Nationalsozialismus

Zur heutigen Veranstaltung, 8. Oktober 2025, in Lustenau, in der das Buch „Hitlers queere Künstlerin Stephanie Hollenstein — Malerin und Soldat“ von Nina Schedlmayer vorgestellt und aus diesem gelesen werden wird, um 19.30 Uhr im „Dock 20“, das 1971 als „Galerie Hollenstein“ eröffnet wurde und nun den Namen „Kunstraum und Sammlung Hollenstein“ trägt, stellt sich die Frage ein, sind die Gebeine der Stephanie Hollenstein nach wie vor in einem „Ehrengrab“ auf dem Friedhof der Pfarrkirche in Lustenau gebettet?

Mitten in ihren Vorbereitungen für die dritte Ausstellung, bei der ihre Arbeiten den Schwerpunkt bilden sollten and wo ihr der Baldur-von-Schirach-Preis überreicht werden sollte, starb sie am 24. Mai 1944 infolge eines Herzinfarkts. Die Vernissage wurde in eine Gedenkfeier umgewandelt, in deren Mittelpunkt eine blumengeschmückte Büste von Stephanie Hollenstein stand, die die Bildhauerin und Vereinsmitglied Gusty Mundt (1890 – 1967) von ihr gemacht hatte. Bei der Feier spielte ein Quartett der Wiener Philharmoniker. Ihr Leichnam wurde nach Lustenau überführt und nach einer Beerdigungszeremonie voller Nazifanfaren in einem Ehrengrab am Friedhof der Pfarrkirche beigesetzt.

STEPHANIE HOLLENSTEIN Malerin, Patriotin, Paradoxon von Evelyn Kain

Es dürfte nach wie vor ein „Ehrengrab“ sein, respektive, es wird oder soll als „Ehrengrab“ wahrgenommen werden, jedenfalls nach den wenigen Ergebnissen, die zur Suche danach sich einstellen, die keinen Hinweis auf eine Aberkennung des „Ehrengrabes“ enthalten. Zum „Ehrengrab“ würde es auch passen, daß im Rathauspark nicht nur von Stephanie Hollenstein eine Büste aufgestellt wurde, geschaffen von Udo Rabensteiner, nach 2000.

Darum geht es aber nicht, Stephanie Hollenstein ihr „Ehrengrab“ zu nehmen.

Es ist jedoch nicht nur ein „Ehrengrab“ für Stephanie Hollenstein, es ist ein „Ehrengrab“ des Nationalsozialismus für Stephanie Hollenstein, und es ist ein „Ehrengrab“ für den Nationalsozialismus selbst. Denn. Auf dem Grabstein steht und ist bis heute herauf zu lesen: „PRÄSIDENTIN DER BILD. KÜNSTLER“. Sie, Stephanie Hollenstein, war also „Präsidentin“ von …

Den „Anschluss“ Österreichs an den Nationalsozialismus sah Hollenstein als große Change für ihre künstlerische und persönliche Karriere. Die Ideen des Nationalsozialismus trug sie mit Überzeugung mit, bereits vor 1938 engagierte sie sich für die in Österreich verbotene nationalsozialistische Bewegung. Am 1. Mai 1938 ließ sie sich als offizielles Mitglied der Partei registrieren. Ihr patriotischer Einsatz im Ersten Weltkrieg, ihre bäuerliche Herkunft sowie ihre Vorliebe für die Darstellung heroischer Männlichkeit und idyllischer Landschaften machten sie für die nationalsozialistische Ideologie anschlussfähig. Diese ideologische Nähe ermöglichte es ihr, ihre künstlerische Laufbahn im Dritten Reich zu fördern und auszubauen – auch wenn ihr expressiver Malstil und ihre Homosexualität in deutlichem Widerspruch zu den propagierten ästhetischen und moralischen Normen des Regimes standen. Bereits 1936 war Hollenstein wegen einer Auseinandersetzung aus der „Wiener Frauenkunst“ ausgetreten. 1939 wurde sie zur neuen Präsidentin der „Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs“, in die alle österreichischen Zusammenschlüsse von Künstlerinnen eingegliedert wurden. Durch die fortschreitende Arisierung wurde der Verein in „Vereinigung bildender Künstlerinnen des Reichsgaue der Ostmark (im großdeutschen Reich)“ umbenannt. Hollenstein widmet sich in den folgenden Jahren vor allem den kulturpolitischen Anliegen des Vereins, wie der Suche nach einem Grundstück für den Bau eines Ausstellungshauses. Dieses Vorhaben konnte allerdings nicht umgesetzt werden. Noch vor dem Kriegsende starb Stephanie Hollenstein 1944 nach längerer Krankheit in Wien während der Vorbereitungen zu einer großen Ausstellung, die daraufhin zu einer Gedenkfeier für sie wurde.

Geschichte Wiki Wien. 8. Oktober 2025.

… einer nationalsozialistischen Vereinigung. Und soher ist ihr „Ehrengrab“ auch ein „Ehrengrab“ für den Nationalsozialismus. Ob das so leicht berichtigt werden kann, historisch genau auf den Grabstein geschrieben werden kann, wenn der Friedhof doch unter Denkmalschutz

Was ihr und ihrer Gesinnungsgemeinschaft zu ihren Ehren gereicht, steht nicht auf dem Grabstein: Nationalsozialistin und Antisemitin

Die biographische Darstellung von Stephanie Hollenstein durch „Österreichisches Biographisches Lexikon“ ist wieder einmal eine Darstellung von solch einer Erlesenheit, daß diese nicht vorenthalten werden darf, wie sie am heutigen Tag zu lesen ist:

1923 wurde sie Mitgl. der „Vereinigung bildender Künstlerinnen Österr. “, nach deren Spaltung (1926) trat H. der fortschrittlichen Gruppe, die sich „Wr. Frauenkunst“ nannte, bei (1943 deren Vorsitzende). H., die wiederholt im Auslande ausstellte, war vorwiegend Landschafterin, doch sind auch ihre Porträts beachtenswert. Alle ihre Arbeiten sind expressiv und spiegeln das Temperament ihrer Schöpferin wider. Sie wirken in ihrem gesteigerten Rhythmus fast dramat., bleiben aber stets naturverbunden.

Sie, Stephanie Hollenstein, sei also, so steht es im Lexikon, also der „fortschrittlichen Gruppe“ beigetreten und „1943 deren Vorsitzende“ —

Hierzu kann nur weiter

Evelyn Kain, Professorin für Kunstgeschichte am Ripon College, Wisconsin, besitzt ein Doktorat der Universität Wien. Diese Aufsatz ist im Jahres-Bericht des Vorarlberger Museum-Vereins 2001, S. 157-176, veröffentlicht worden. Die ursprüngliche englische Version ist im Woman’s Art Journal 22, 2001, S. 27- 33, unter dem Titel: „Stephanie Hollenstein. Painter, Patriot, Paradox“ erschienen.

auch Evelyn Kain zitiert werden:

1938 wurden alle Vereinigungen von professionellen Künstlerinnen zwangsweise in die Vereinigung von Frauen der bildenden Künste in der Ostmark eingegliedert, was dazu dienen sollte, diese von jüdischen Mitgliedern zu „reinigen“. Im Juli des darauffolgenden Jahres wurde Hollenstein zur Präsidentin der arisierten Vereinigung ernannt. Bei der ersten Ausstellung dieser Gruppe im Jahr 1941 erläuterte Stephanie Hollenstein in ihrer Eröffnungsrede das Leitmotiv der neu gegründeten Organisation: „Förderung aller Talente, insbesondere jedoch von begabten, jungen Künstlern; Pflege der Tradition, um einen Beitrag zum kulturellen Leben Wiens zu leisten. Möge die Liebe zum Großdeutschen Vaterland und zur Kunst das Leitmotiv dieser Organisation sein.“30 Betrachtet man diese Äußerung von Hollenstein isoliert, so scheint sie im Widerspruch zu ihrer Verteidigung des Kubismus von Bechtold zu sein. Stellt man sie jedoch in Zusammenhang mit ihrem Ehrgeiz und Patriotismus, so passt sie wieder
ins Bild. Wie Emil Nolde (1867 – 1956), einer der weinigen frühen, modernen expressionistischen deutschen Malern, der offen für den Faschismus eintrat und dessen Autobiographie Jahre der Kämpfe (1934) sich in der Bibliothek von Hollenstein befand, sah sie keinen Konflikt zwischen der Moderne und dem Faschismus. Im Gegensatz zu Nolde und Bechtold wurden ihre Werke jedoch nicht als „entartet“ abgestempelt. Ironischerweise gelang es Hollenstein, sich unter dem totalitären Regime Privilegien zu schaffen, die in der Monarchie oder der Republik nicht möglich waren; eines dieser Privilegien war ein garantierter Ausstellungsraum für Künstlerinnen. Sie überredete auch Gauleiter Baldur von Schirach und Reichsminister Arthur Seyss Inquart, Preisgelder für Mitglieder der Vereinigung vorzusehen, was eine weitere Neuheit für reine Frauenorganisationen war. (Beide Männer wurden später vom Nürnberger Militärtribunal verurteilt; Seyss-Inquart wurde hingerichtet). Schirach eröffnete Ausstellungen und überreichte persönlich die nach ihm benannten Preise. Hollenstein war wesentlich an der Organisation der drei Ausstellungen währende des Krieges 1941, 1942 und 1944 beteiligt, und zwar auch noch, nachdem sie 1943 ihre Präsidentschaft wegen gesundheitlicher Probleme niedergelegt hatte.

Das Leben der Künstlerin ging nahtlos in die faschistische Periode über. Hollenstein, die bereits zu den frühen, illegalen Mitgliedern der Nationalsozialistischen Partei gehörte, trat am 1. Mai 1938 offiziell dieser Partei – mit der Mitglieds-Nummer 6,240.350 – bei.28 Erstaunlicherweise wurde ihr Bild Positano, città morte aus ihrer expressionistischsten Neapel-Periode 1938 in die „Große Deutsche Kunstausstellung“ in München aufgenommen. Sie stellte auch an anderen Nazi Stätten aus, darunter auch im Hermann-Göbel-Haus der Kunst in Ulm. 1939 wurde ein, dem Bild Spullersee sehr ähnliches, Gemälde in „Berg und Menschen“ in einer Wanderausstellung von Wien und Berlin gezeigt. Etliche Mitglieder des Nazi Regimes kauften Bilder von Stephanie Hollenstein.

Bibelgürtel

Im Kapitel davor war wieder einmal von Martin Luther zu erzählen, von seinen Psalmen gegen Menschen,

von denen Abraham a Sancta Clara predigte, sie seien „Judä Iscarioths nahe Brüder und Anverwandte“

Und in diesem Kapitel ist zu erzählen, was sich in diesem Jahr im „Bibel-Gürtel“ zugetragen hat, aber auch wieder einmal davon, wie es den Menschen, gegen die nicht nur die Augustiner-Barfüßer psalmodieren, in Europa ergeht.

Die nordirische Kleinstadt Ballymena zählt 30 000 Einwohner und über 40 Kirchen. In unmittelbarer Nähe voneinander ragen die Türme der High Kirk Presbyterian Church, der Old Parish Church und der anglikanischen Saint Patrick’s Church in den Himmel. Seit dem 17. Jahrhundert leben hier vorwiegend Protestanten schottischer Abstammung. Bis heute ist die Gegend als Bibel-Gürtel Nordirlands bekannt.

Im „Europa-Journal“ des Radiosenders „Ö1“ wird am 3. Oktober 2025 darüber berichtet:

Und auch in diesem Jahr [2025] ist es immer wieder zu Gewalt gegen Roma gekommen. So wurden zum Beispiel im Frühjahr 200 Menschen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia obdachlos, nachdem ihre Wohnungen auf Anordnung der lokalen Behörden zerstört wurden. Und in der nordirischen Stadt Bellymena [„Bibel-Gürtel“] hat im Juni ein rassistischer Mob tage- und nächtelang randaliert, nachdem zwei Jugendlichen, laut Medienberichten Roma aus Rumänien, eines sexuellen Übergriffs beschuldigt wurden. Die Gewalt richtete sich vor allem gegen die Roma-Community, andere ethnische Minderheiten und Immigranten. Autos und Wohnhäuser und Geschäftslokale wurden in Brand gesetzt und zerstört. Um nicht selbst Opfer der Gewalt zu werden, brachten Einwohner der Stadt Bellymena Schilder mit der Aufschrift „Hier leben Einheimische“ auf ihren Türen an. Rund 60 Polizeibeamte wurden bei den Randalen verletzt und 53 Personen festgenommen. Eintausendzweihundert Roma und Romnja hatten vor den Unruhen in Bellymena gelebt, laut der BBC und anderen britischen Medien haben mittlerweile fast Zweidrittel von ihnen die Stadt verlassen.

Weiter ist zu erfahren:

In dieser Sendung werden sie öfters auch von „Travellers“ oder „Irish Travellers“ hören, diese hierzulande weniger bekannte Volksgruppe lebt vor allem in Irland, aber auch in Großbritannien und in den USA. Diese Woche hat die EU-Agentur für Grundrechte mit Sitz in Wien einen Bericht zur Lage der Roma in Europa veröffentlicht. Ergeben hat die Befragung, daß 70 % von ihnen in Armut leben. Obwohl das bereits eine Verbesserung zu früheren Erhebungen bedeutet, sie sind damit weiterhin viermal häufiger von Armut betroffen als die allgemeine Bevölkerung der EU. Der Bericht zeigt auch, daß es zwar Fortschritte in Fragen wie Zugang zu Arbeitsplätzen und Wohnraum gibt, aber Diskriminierung und Marginalisierung stellen weiterhin große Probleme dar.

Zur Lage der Roma in Europa habe ich mit dem Menschenrechtskommissar des Europarats Michael O’Flaherty gesprochen. Auch der Kommissar hat diese Woche einen Bericht zur Lage der Roma in Europa veröffentlicht. Michael O’Flaherty hat dafür acht Länder bereist, um sich selbst einen Eindruck zu machen, wie sich die Lebensbedingungen von Minderheiten wie der Roma gestalten. Das Ergebnis, das war schockierend, erzählt er im Interview für das „Europa-Journal“. Und der Menschenrechtskommissar fordert vor allem die Mehrheitsgesellschaft auf, sich des eigenen Rassismus und Antiziganismus mehr bewußt zu werden.

Interviewerin: Michael O’Flaherty, Sie sind Menschenrechtskommissar des Europarats und neben vielen anderen Themen beschäftigen Sie sich ausführlich mit der Lage der Roma und anderen Minderheiten. Sie haben Gemeinschaften in mehreren Ländern besucht, was haben Sie dort erlebt und gesehen.

Michael O’Flaherty: Wir haben zwölf Millionen Roma in den Mitgliedsländern des Europarats, in der EU sind es etwa sechs Millionen. Die Situation ist überall absolut besorgniserregend. Sowohl in bezug auf die Achtung ihrer Menschenwürde, ihres menschlichen Wohlergehens und ihrer Menschenrechte. Es gibt kein Land, in dem es keine Probleme mit Diskriminierung, Haß und Ignoranz gibt. Wenn ich anfange über die Situation der Roma zu sprechen, passiert es oft, daß meine Gesprächspartner einfach abschalten. Ich versuche seit Jahren mit den Roma-Communities in ganz Europa zusammenzuarbeiten, schon vor meiner Zeit als Menschenrechtskommissar. Als ich diesen Job angetreten habe, war ich entschlossen, mich für ihre Recht einzusetzen. Ich war seither in acht Ländern, um Roma-Gemeinschaften zu besuchen und ihre Lebensbedingungen kennenzulernen. Ich spreche übrigens nicht nur von Roma, sondern auch von anderen Minderheiten, wie den „Irish Travellers“.

Letztes Jahr war ich in der Slowakei, im Osten des Landes. Ich war sehr schockiert von dem, was ich gesehen habe. Ich habe früher für die UNO gearbeitet, u. a. in den ärmsten Ländern der Welt, aber ich habe noch nie Slums gesehen, die denen im Osten der Slowakei glichen. Das ist absolut schrecklich. Gleichzeitig habe ich in der Slowakei auch gesehen, daß beispielsweise das Gesundheitsministerium wirklich gute Arbeit leistet, wenn es darum geht, die Roma-Gemeinschaft zu erreichen und Beziehungen aufzubauen, damit sie, insbesondere auch Frauen, eine angemessene Gesundheitsversorgung erhalten können. Es ist also nicht alles Schwarz-Weiß. Aber gerade wenn es um Wohnraum geht, muß noch vieles verbessert werden. Und das liegt auch bei den lokalen Behörden. Ich glaube auch, daß der Schlüssel die Frauen in den Roma-Communities sind. Bei meinen Reisen habe ich gesehen, daß sie es sind, die zu entscheidenden Veränderungen beitragen. Wenn wir also mit den Frauen zusammenarbeiten und sie darin bestärken, Veränderungen voranzubringen, bin ich überzeugt, daß sich vieles zum Besseren wenden wird.

Interviewerin: Die Probleme, mit denen Roma und andere Minderheiten im Alltag konfrontiert sind und ihre Menschenrechtsssituation allgemein haben sich in den verschiedenen Bereichen durchaus verbessert, aber insgesamt scheinen die grundlegenden Probleme doch geblieben zu sein. Wenn Sie mit den Menschen sprechen, haben Sie dann den Eindruck, daß sie Hoffnung haben und daß sich die Situation tatsächlich noch ändern kann?

Michael O’Flaherty: Ja, ich spüre viel Hoffnung, vor allem bei jungen Menschen. Ich erinnere mich an Gespräche mit jungen Menschen, in Irland und anderswo, da habe ich gesehen, daß sie Visionen für eine bessere Zukunft haben und auch die Selbstsicherheit, diesen Weg zu gehen. Das ist sehr ermutigend. Das hängt viel mit einem besseren Zugang zur Bildung zusammen, denn damit werden Möglichkeiten eröffnet, die es zuvor vielleicht nicht gab. Grund zur Hoffnung sehe ich auch darin, daß innerhalb der Roma- und Traveller-Gemeinschaften die Erkenntnis wächst, daß das Problem auch bei der Mehrheitsgesellschaft liegt, also bei Menschen wie mir. Es ist der Rassismus in unserer Gesellschaft, der bekämpft werden muß. Es geht nicht darum, die Roma- und Traveller-Gemeinschaften zu verändern, sondern darum, den Rassismus, den wir offenbar in ganz Europa haben, zu benennen und zu bekämpfen.

Es gehe nicht darum, sagt Michael O’Flaherty, „die Roma- und Traveller-Gemeinschaften zu verändern“, dazu fällt unweigerlich das „Mahnmal“ in Lackenbach ein, das heute noch mit der antiziganistischen Inschrift glänzt: „Sie mussten leiden und sterben nur weil sie anders waren“ …

Interviewerin: Sie haben den Rassismus erwähnt. Wenn wir beispielsweise nach Südosteuropa schauen, dann gibt es hier eine sehr große Roma-Community gemessen an der Gesamtbevölkerung und gleichzeitig scheint die Klugt zwischen der marginalisierten Gruppe und der Gesamtbevölkerung sehr groß zu sein. Wie kann man hier nachhaltig Veränderungen bewirken?

Michael O’Flaherty: Ich würde mich nicht nur auf Südosteuropa beschränken. Diese Probleme gibt es in ganz Europa, sie sind in meiner Heimat Irland genauso verbreitet wie in jedem anderen Land. Wir sollten nicht den Fehler machen, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Denn das Problem betrifft ganz Europa. Und in ganz Europa gilt es anzuerkennen, daß wir rassistisch sind. Aus irgendeinem Grund, sind die Leute schockiert, wenn ich das sage. Ich weiß nicht warum, denn nach all den Jahren, mit denen ich mit Roma, Traveller und anderen Gemeinschaften gearbeitet habe, erscheint mir das so offensichtlich. Wie gehen wir also mit diesem Rassismus um? Wir müssen weiterhin darauf hinweisen, aber ich würde mir wünschen, daß die politischen Entscheidungsträger, die Staats- und Regierungschefs Verantwortung übernehmen, und zum Beispiel die Lage dieser Minderheiten zu ihren größten Prioritäten erklären.

Die Roma-Gemeinschaft übernimmt zunehmend Selbstverantwortung. Jetzt müssen auch die Mehrheitsgesellschaft und die Politik dasselbe tun.

Interviewerin: Natürlich haben Sie recht, wenn Sie sagen, daß es nicht nur um Südosteuropa geht. Trotzdem haben wir beispielsweise in Bulgarien die Situation, daß in diesem Jahr in Sofia eine Roma-Siedlung mit Bulldozern vollständig zerstört wurde. Wie kann so etwas in einem EU-Land passieren?

Michael O’Flaherty: Das darf nicht passieren und ich habe das angeprangert. Ich habe mit der bulgarischen Regierung über dieses Thema gesprochen. Und wenn es sich hier um eine Straftat handelt, dann muß es eine Rechenschaftspflicht geben. Ich möchte jetzt keiner bestimmten Person eine Verantwortung zuschreiben. Dazu bin ich nicht befugt. Aber wir müssen Verantwortung einfordern. Wenn Gesetze gebrochen und Haß-Verbrechen begangen werden, müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Ich war früher auch Direktor der EU-Agentur für Grundrechte und ich bin seit vielen Jahren schockiert darüber, wie Menschen in bedeutenden Situationen mit Hetze und Haß davonkommen. Da werden Dinge gesagt, die die Grenze zum Strafrecht überschreiten. Trotzdem kommen diese Leute zu oft, wie ich finde, straffrei davon. Das ist inakzeptabel. Wir haben Gesetze, die EU hat Gesetze, es gibt Standards, es gibt Instrumente zur Rechenschaftspflicht, aber sie werden nicht ausreichend genutzt.

Interviewerin: Ein Gespräch mit dem Menschenrechtskommissar des Europarats Michael O’Flaherty. Der Kommissar hat in dieser Woche auf Grundlage seiner Reisen durch Europa einen umfassenden Bericht zur Lage der Roma veröffentlicht.

Und wir bleiben beim Thema, gehen aber nach Spanien. Schätzungen zufolge leben fast 800.000 „Gitanos“, wie die Roma in Spanien genannt werden, auf der iberischen Halbinsel. Und auch hier hat die Minderheit mit Vorurteilen zu kämpfen. Ihre Geschichte ist wie jene der Roma in anderen Ländern von Verfolgung und Diskriminierung geprägt. Über die Jahrhunderte hinweg waren sie immer wieder Opfer von Vertreibungen, wurden mit Berufsverboten belegt oder zur Assimilation gezwungen. Trauriger Höhepunkt war das Jahr 1749. Die spanische Krone verfolgte damals das Ziel, die gesamte Roma-Bevölkerung des Landes auf einmal festzunehmen und einer Zwangsassimilation zu unterziehen. Tausende Gitanos wurden verhaften, in Gefägnisse, Arbeitslager oder spezielle Umsiedlungsorte gebracht. Männer, Frauen und Kinder wurden getrennt, Familien zerstört und viele litten unter Hunger, Krankheit und Gewalt.

Ob hierbei die spanische Krone der österreichischen Krone oder die österreichische Krone der spanischen Krone Vorbild oder einfach Parallelaktionen der spanischen und der österreichischen Krone?

Moderatorin: In der Gegenwart sind die Gitanos allerdings besser in die Gesellschaft eingebunden als in so manch anderem europäischen Staat. Die spanische Regierung hat sich jahrelang aktiv um die Integration gekümmert. Die Gitanos prägen außerdem die spanische Kultur bis heute maßgeblich. Frauen, die Gitanas, waren innerhalb der Volksgruppe bisher jedoch weiterhin besonders benachteiligt, doch auch das ändert sich langsam, vor allem durch das Engagement von Aktivistinnen, wie Josef Manola in seiner Reportage aus Madrid berichtet.

Im April 2025 wurde berichtet:

Grabstätten der Sinti- und Roma-Gemeinschaft auf Wiener Friedhöfen geschändet
In mindestens 60 Fällen wird wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung, der Störung der Totenruhe und des Einbruchsdiebstahls ermittelt

Auf acht Friedhöfen in Simmering, Floridsdorf und in der Donaustadt wurden Grabstätten von Angehörigen der Volksgruppe der Sinti und Roma geschändet. Am internationalen Tag der Roma, dem 8. April, berichtete der ORF von einer Serie von Schändungen von Grabstätten der Volksgruppenangehörigen der Roma und Sinti auf mehreren Wiener Friedhöfen.

Und das und wie auch anders im Portschyland

Was bleibt, sind Fragen, wohl auch von der Art. Ob sich beispielsweise der Verein mit vielen „Prominenten“ auch schon diesen Gräbern angenommen hat, dem beispielsweise ein Bundeskanzler von ’18 sofort, also vor sieben Jahren, seine Hilfe, seine Unterstützung zusagte, um seine, da es „höchste Zeit“ sei, „Verantwortung“ nicht zu übernehmen, aber zu zeigen?

„Wird die Aufklärung im Westen erneut scheitern? [U]ns auch die Aufklärung nicht weitergebracht hat.“

Am 4. Oktober 2025 fragt Hanoch Ben-Yami in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards: „Wird die Aufklärung im Westen erneut scheitern?“ Und desselben Tages, 4. Oktober 2025, stellt Gerhard Zeilinger in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards fest: „[U]ns auch die Aufkärung nicht weitergebracht hat.“

An diesem Samstag wird das feinste „Album“ aufgeschlagen, es wäre auch unter ihrem Niveau, in Alben nostalgisch zu blättern, in denen Geringeres als die Aufklärung klebte, beim Anblick der nun verblaßten Bilder der Aufklärung sentimental zu klagen, ach, die Aufklärung habe „uns“ nicht weitergebracht und sorgenvoll zu fragen, werde die Aufklärung erneut scheitern. Keine Zeit im Jahr ist dafür geeigneter, das Höchste, die Aufklärung, anzurufen, als der Herbst, wenn die Blätter treiben.

Aufklärend beginnt Hanoch Ben-Yami, Philosophieprofessor an der CEU in Wien, aber ohne Bilder aus seinem Album:

Am Portal des Freiburger Münsters befinden sich zwei Statuen: Ecclesia und Synagoga. Ecclesia ist eine stolze, gekrönte Dame, die in ihrer rechten Hand einen Kreuzstab als Zeichen ihrer Herrschaft hält, und in ihrer linken einen Kelch, der die wahre Religion symbolisiert. Synagoga hingegen sind die Augen verbunden, sie ist also blind, unfähig, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Der Fahnenstab in ihrer rechten Hand ist zerbrochen, und in ihrer linken Hand hält sie die Gebotstafeln nach unten gerichtet, da sie sie nicht lesen kann. Dieses Paar ist seit Jahrhunderten ein häufiges Motiv in der christlichen Kunst. Es repräsentiert die traditionelle christliche Einordnung jüdischer Gemeinschaften: Sie dürfen existieren, aber nicht gedeihen, um die Überlegenheit des blühenden Christentums zu demonstrieren. Christen sollten immer deutlich machen, dass Juden unter ihnen stehen. Leben sollen sie in Ghettos, wirtschaftlicher Erfolg wurde beschränkt — notfalls mit Gewalt.

Dieser Antisemitismus ist nicht rassistisch. Juden können konvertieren und sich so vor einem minderwertigen Dasein retten. Tatsächlich gab es solche Übertritte, manchmal aus Überzeugung, aber vor allem, wenn aufgrund von Verfolgungen. Doch die Konvertierten stießen oft auf Argwohn. Der Nationalsozialismus schloss an den christlichen Antisemitismus an, ließ aber die religiösen Motive fallen, und ersetzte sie durch pseudowissenschaftliche: Die Juden seien eine minderwertige Rasse. Damit war die Möglichkeit einer Konversion ausgeschlossen. Die logische Schlussfolgerung war die Ausrottung der verderbten und zersetzenden jüdischen Rasse.

„Dieses Paar ist seit Jahrhunderten ein häufiges Motiv in der christlichen Kunst“, auch ein von Thomas von Villach gewähltes Motiv, christgemäß keine Propganda, christgemäß kein Aufruf zur Ausrottung, bloß eine christgemäße Einladung zur Konversion, mit der Fürbitte, sich vor der Konversion selbst mit einem Schwert Kopf und Brust zu durchstoßen und, um Kopf und Brust mit dem Schwert nicht zu verfehlen, erst danach die Augen zu verbinden. So

war es wohl auch nicht als Ausrottung gedacht, sondern eine forcierte Konversionseinladung, als 1421 in Wien jüdische Menschen verbrannt wurden, jüdische Menschen den Freitod wählten, um einer „Zwangstaufe“ zu entgehen, woran heute noch

ein Relief auf dem Judenplatz christgemäß erinnert, weiter wohl als christgemäße Einladung zur Konversion zu verstehen, für die es nach dem weltlichen Leben auch im ewigen Leben in christlichem Großmut noch Gelegenheit gegeben wird.

Und wie es um die Konversion aus christlicher Sicht wahrlich bestellt ist, dies hat nicht nur ein Augustiner für die Seinen gewußt, aber auch dieser, der es in seiner Bibel „Von den Juden und ihren Lügen“ psalmierte:

Darauff gebe ich euch und jm diese antwort. Es ist mein furhaben nicht / das ich wolle
mit den Jueden zancken oder von jnen lernen / wie sie die Schrifft deuten oder verstehen / Jch
weis das alles vorhin wol. Viel weniger gehe ich damit umb / das ich die Jueden bekeren
wolle / Denn das ist ummueglich /

Ja, wie wollen wir thun / wenn wir gleich den Jueden jre Synagoga verbrennen /

Das man jre Synagoga mit feur verbrenne / Und werffe hie zu, wer da kan / schwefel und
pech, Wer auch hellisch feur kuendte zu werffen, were auch gut. Auff das Gott unsern ernst / und alle Welt solch Exempel sehen moechte, das wir solch haus (darin die Jueden Gott, unsern lieben Schepffer und Vater / mit seinem Son / so schendlich gelestert hetten) bis her
unwissend geduldet, Nu mehr jm sein lohn geben hetten.

Zum andern / das man auch jre Heuser des gleichen zebreche und zerstoere / Denn sie
treiben eben dasselbige drinnen / das sie in jren Schuelen treiben. Dafur mag man sie etwa
unter ein Dach oder Stal thun / wie die Zigeuner / auff das sie wissen/sie seien nicht Herrn in
unserm Lande / wie sie rhuemen, Sondern im Elend
und gefangen / wie sie on unterlas fur
Gott uber uns zeter schreien und klagen.

An dieser Stelle, bei seinem Erwähnen der „Zigeuner“, sind die vor Jahrhunderten geschriebenen Psalme des Augustiners zu unterbrechen, ein Zitat von Hanoch Ben-Yami einzufügen:

Aber ab Mitte der 1930er-Jahre, mit der Propaganda von Amin Al-Husseini, der Muslimbruderschaft und der direkten Nazi-Propaganda, übernahm der muslimische Antisemitismus Verschwörungstheorien und das Ziel der Ausrottung der Juden. Dieser islamisch-nazistische Antisemitismus beinhaltet die Leugnung (Abbas, Khamenei) oder Verherrlichung des Holocaust.

„Wie die Zigeuner“ sind sie dem Augustiner — ein paar Psalme noch vom Augustiner, um zu veranschaulichen, wie mit ihnen zu „thun“ …

Zum dritten / das man jnen neme alle jre Betbuechlin und Thalmudisten / darin solche Abgoetterey / luegen, fluch und lesterung / geleret wird.

Zum vierden / das man jren Rabinen bey leib und leben verbiete / hinfurt zu leren, Denn solch Ampt haben sie mit allem recht verloren /

Wollen aber die Herrn sie nicht zwingen / noch solch jrem teuflischen mutwillen
steuren / Das man sie zum Lande austreibe / wie gesagt / Und lassen jnen sagen / das sie
hinziehen in jre Land und gueter / gen Jerusalem, Und daselbs liegen /

Mag darob, was ihr Herold über Ecclesia und Synagoga zu künden weiß, seine Versammlung schon in Staunen versetzt haben, so wird an diesem Samstag, 4. Oktober 2025, seine Versammlung ob des Wissens ihres Herolds, mit dem er nicht geizt, aus dem Staunen gar nicht mehr herausgekommen sein:

Massen werden niemals von Mitgefühl bewegt, sondern nur von Angst oder Hass.

Das zeigt sich auch daran, dass die Aktivisten es vermeiden, sich mit den Gräueltaten auseinanderzusetzen, die von den Bewohnern des Gazastreifens am 7. Oktober oder später begangen wurden, oder dasss sie diese leugnen[.]

In den 1930er-Jahren musste Hitler Gesetze erlassen, die Juden die Teilnahme an nichtjüdischen Veranstaltungen untersagten. Heutzutage sind keine Gesetze mehr nötig. Die terrorisierenden Aktivisten und eine desorientierte Linke schaffen dies freiwillig.

Ob Hanoch Ben-Yami und Gerhard Zeilinger an einem Tisch gesessen sind, vielleicht in einem traditionell wienerischen Kaffeehaus, als sie ihre Artikel für das „Album“ schrieben und vereinbarten, wer „desorientierte Linke“, wer „mit ihm ein Teil der in die Jahre gekommenen Linke“, wer „die Antisemiten der degenerierten Linken“?

Ein Herold, heißt es, ist ein Bote, der ausruft, was ihm aufgetragen. Natürlich ist Hanoch Ben-Yami kein Bote, sondern einer, der sein Wissen seiner Versammlung lehrt, der ebenso viel weiß oder viel mehr noch weiß als beispielsweise Oskar Deutsch, Ariel Muzicant

und sollte an diesem 4. Oktober 2025 Ehud Olmert, der einmal israelischer Premier war, seinen Artikel gelesen haben, so wird Ehud Olmert nun auch endlich wissen, was er zu wissen braucht.

Seine Versammlung wird am 4. Oktober 2025 mit Bewunderung für das Wissen von Hanoch Ben-Yami immer wieder von seinem Artikel aufgeblickt haben, wohl auch in Dankbarkeit für die seine Erkenntnisse, an denen er sie an diesem Samstag teilhaben läßt:

Die Anhänger des Nationalsozialismus waren nicht weniger intelligent oder kritisch als die der aktuellen Anti-Israel-Bewegung, und viele von ihnen waren ansonsten ganz normale Menschen. Und die heutigen Aktivisten, die ihr Wissen aus den sozialen Medien beziehenj, sind nicht besser informiert als diejenigen in den 1930er-Jahren. Viele schlossen sich der Bewegung voller moralischer Inbrunst an, wurden in die Irre geführt und hatten nur geringfügige Kenntnisse über die Situation: Unwissenheit erzeugt Fanatismus, und Fanatismus bewahrt Unwissenheit. Und es erfordert Charakterstärke, mit verschränkten Armen dazustehen, wenn alle um einen herum den Hitergruß machen. Die aktuelle Anti-Israel-Bewegung hilft zu verstehen, wie ansonsten normative, rationale Menschen in ihrer Masse den Antisemitismus der Nazis unterstützen konnten.

Kann man etwas gegen diese antisemitische Bewegung unternehmen? Sie ist immer noch eine Minderheit, wenn auch eine lautstarke, energische und aggressive. Ihre Aktivisten terrorisieren diejenigen, die sich weigern, sich gegen Israel zu wenden, eine Taktik, die in der Vergangenheit von Nazi- und Islamo-Nazi-Antisemiten angewendet wurde. Diese Aggression sollte nicht toleriert werden, und es sollten strenge Maßnahmen dagegen ergriffen werden. Ebenso sollten diejenigen, die Isarelis boykottieren, keine staatliche, kommunale oder sonstige Unterstützung mehr erhalten. Die Tatsache, dass die Antisemiten der degenerierten Linken Verbündete der muslimischen Antisemiten sind, könnte ebenfalls ihren Einfluss einschränken. Angesichts der Zunahme muslimischer Kriminalität und Terrorismus in Europa nimmt die Toleranz gegenüber aggressiven muslimischen Bewegungen quer durchs politische Spektrum ab.

Und die Aufklärung seiner Versammlung beendet Hanoch Ben-Yami mit der Frage:

Wird die Aufklärung im Westen erneut scheitern?

Gerhard Zeilinger, um keine Antwort je verlegen, weiß die Antwort, sie werde nicht erneut scheitern, wie auch, etwas, mit dem es bisher kein Weiterbringen gegeben habe, kann doch nicht scheitern und schon gar nicht erneut scheitern — einfach wie kurz von Gerhard Zeilinger in sein Album geschrieben:

[U]ns auch die Aufklärung nicht weitergebracht hat.

Anti-Kriegs-Produktion

Wer klug ist, denkt nicht in Schwarz-Weiß

Gerhard Zeilinger ist klug, dermaßen klug, daß sein Artikel über ein Buch von Alexander Kluge nur eine Schlagzeile der höchsten Klugheitsstufe haben kann:

Wer klug ist, denkt nicht […]

Gerhard Zeilinger eröffnet seinen Artikel mit:

Was ist das nur für ein Buch? Es geht bunt darin zu, manchmal in geradezu kitschigen Farben, aber die Denkweise ist pures Schwarz-Weiß. Alexander Kluge — und mit ihm ein Teil der in die Jahre gekommenen Linke — hat sich in den vergangenen Jahren allzu eindeutig positioniert: gegen den Staat Israel, den es zu boykottieren gelte, und gegen eine westliche Hilfe der Ukraine, die selbst Mitschuld trage am gegenwärtigen Krieg. Als Pazifist, der sich über den Dingen wähnt, formuliert Kluge in diesem Buch einen ziemlich abstrusen Lösungsansatz: Man müsse der Produktion Krieg eine „Anti-Kriegs-Produktion“ entgegensetzen, die ist natürlich waffenlos. Man stelle sich vor, die Alliierten im Zweiten Weltkrieg hätten auch so gedacht.

Und Gerhard Zeilinger beendet seinen Artikel vom 4. Oktober 2025 in der Tageszeitung des österreichischen Medienstandards:

So weit wäre dem ja zuzustimmen, dass die Lehren aus den Katastrophen nie wirklich gezogen wurden, und uns auch die Aufklärung nicht weitergebracht hat. Aber Kluges Rezept, abgesehen vom Schwarz-Weiß seiner Wahrnehmung, bleibt Utopie. Der zerstörerischen Kraft des Krieges will er die alte „Bauhaus“-Idee von Weimar und Dessau entgegenhalten, wörtlich das „Bauhaus der öffentlichen Erfahrung“: eine „Neuproduktion von Geist und Praxis“ als „Gegenproduktion“, „Gegenerzählung“, „Gegenöffentlichkeit“ und „Gegenpraxis“ gegen die Produktion Krieg. Ein philosophisches Konstrukt, das gut gemeint sein mag, für die Wirklichkeit nur nicht taugt.

Fern von einer Fürrede für „Sand und Zeit“ von Alexander Kluge ist ihm, Gerhard Zeilinger, die Frage zu stellen, nein, ihm, Gerhard Zeilinger, kann nur zugestimmt werden: Für die Wirklichkeit tauge nur die Produktion Krieg, das würde Gerhard Zeilinger keinen „abstrusen Lösungsansatz“ nennen, sondern der Wirklicheit taugliche Lösung, die, darf hinzugefügt werden, zugleich der Wirklichkeit wirksamste Losung

Und doch ist eine Frage zu stellen, wie wirksam wäre eine „Anti-Kriegs-Produktion“, wenn in diese Billionen über Billionen investiert und

nicht mehr, endlich nicht mehr in die Kriegsproduktion gesteckt, verschleudert, luxuriös verschwendet werden würde, und zwar gleichzeitig in allen Ländern dieser Welt? Stünde dann nicht eines Tages in einem Artikel über ein Buch, das für die Produktion Krieg eintritt:

Als Kriegende über den Dingen sich wähnend wird ein ziemlich abstruser Lösungsansatz formuliert: der Anti-Kriegs-Produktion müsse eine Produktion Krieg entgegengesetzt werden; ein philosophisches Konstrukt, das für die Wirklichkeit nur nicht taugt …

Gänzlich fern einer Fürrede für Alexander Kluge soll doch etwas aus „Sand und Zeit“ zitiert werden, ebenfalls mit Seitenzahlangabe, wie es von Gerhard Zeilinger durch seinen Artikel gelernt:

Heute benötigen wir das Projekt eines BAUHAUSES DER ÖFFENTLICHEN ERFAHRUNG. Wir müssen die Traditionen des klassischen Bauhauses in Weimar und Dessau fortsetzen. Aber dieses Bauhaus hatte die Modernisierung von Industrieprodukten, menschengerechter Architektur und den Städtebau im Blick. Als Anti-Kriegs-Produktion, die dem Dämon Krieg das Handwerk legt, reicht die bloße Fortsetzung dieser Überlieferung nicht aus. Die Notwendigkeit eines zweiten Projektes tritt hinzu. das ist das BAUHAUS DER SUBJEKTIVEN ERFAHRUNG; DAS BAUHAUS DER GEFÜHLE.

Alles das sind Perspektiven, die über die Arbeitskraft einzelner Autorinnen und Autoren, ja über die Kapazität unserer beschädigten Öffentlichkeit hinausgehen.

Nicht weniger als solche Neuproduktion von Geist und Praxis, also ein ERWEITERTES BAUHAUS, ist Anti-Kriegs-Produktion. Kriege sind etwas Produziertes — von niemandem und keinem Ziel beherrschte Produktion. Der Gegenpol sind nicht Wünsche und guter Wille wie im Pazifismus. Es geht um GEGENPRODUKTION: (1) Gegenöffentlichkeit, (2) Gegenerzählung, (3) Gegenpraxis, (4) Anti-Kriegs-Produktion. Wie es im Roman heißt: „Das ist ein weites Feld.“

Das ist auf den Seiten 7 und 8 zu lesen, es scheint auch nicht von einem „Pazifismus“ diktiert, „der sich über den Dingen wähnt“ …

Alexander Kluge zitiert mit „Das ist ein weites Feld“ Theodor Fontane, und wer von ihm auch nicht namentlich genannt wird: Robert Musil, der mit seinem „Mann ohne Eigenschaften“ möglicher Anreger für den Vorspruch in diesem Buch gewesen sein könnte:

„Die einzige Verlässlichkeit in zerrissener Zeit beruht auf der Beobachtung, dass auch die kriegerische Macht stolpert …“

Dieses Zitat, als wäre es ein wörtliches Zitat, steht zweimal im Buch, einmals als Vorspruch und einmal bereits auf dem Cover des Buches gleich unter dem Titel „SAND UND Zeit Bilderatlas“, wie zugehörig zum Titel.

Und weil Gerhard Zeilinger in seinem Artikel sich auch den „Punischen Kriegen“ widmet,

Auch den Punischen Kriegen, die mit der Vernichtung Karthagos durch die imperalistischen Römer endeten, widmet Kluge mehr bild- als wortreiche Aufmerksamkeit: von Hannibals Kriegselefanten bis zu römischen Pferden, die zum Zeichen des totalen Sieges die Ruinenlandschaft des zerstörten Karthagos umpflügen. Auf einer Doppelseite, das ein „Panzerwrack in der Ukraine zeigt, wird dann bildlich auf den aktuellen Zerstörungskrieg Putins Bezug genommen. Ein Statement gegen den Aggressor ist das nicht.

Auf Seite 35 schreibt Alexander Kluge:

Der Erste Punische Krieg hatte eine Ursache, die in keinem Verhältnis stand zur Dauer und Gewaltsamkeit der drei Kriege. Er begann wie aus einem Nichts. Die MAMERTINER, eine beutemachende Söldnertruppe auf Sizilien — heute vergleichbar mit der GRUPPE WAGNER, der Söldnerarmee von Jewgeni Wktorowitsch Prigoschin,

der infolge eines Konflikts mit seinem Auftraggeber umkam […]

Vachement réalité

„Die echtere Wirklichkeit“ von Raphaela Edelbauer könnte es nicht schaffen, etwa auf die Liste der „Aktion 451“, hat dieser Lesezirkel doch erst vor wenigen Monaten einen Roman gelesen, der auch von einer Gruppe von fünf Personen und ihrem terroristischen Anschlag handelt, eine von ihnen ist ebenfalls Sprengstoffexpertin, Bombenbauerin, und Wahrheit ist auch nicht ohne Bedeutung, in dem Roman „Das fahle Pferd“ von Boris Sawinkow, neu übersetzt veröffentlicht bereits vor zehn Jahren.

Erstaunlich,

erstaunlich, daß dieser bildungsabendländliche Lesekreis mit seiner der absoluten Wahrheit zugetanenen Pflichtanschauung offenbar Don Quijote de la Mancha noch keine Lesestunde einräumte, dem Kampf um verlorene Wahrheiten, in dem ein Edelmann entflieht den Neuerungen seiner Zeit in eine Welt, die er für wirklicher hält, er wäre gern ein Ritter, so wie früher, wie in den Büchern, die er so liebt. Vielleicht doch wieder nicht erstaunlich, handelt es doch vom lächerlichen Aufbäumen gegen die Realität, vom kraftlosen Widerstand gegen den postmodernen Zeitgeist, dem sich wie bei Don Quichotte nur noch ein Mehr an Blendwerk entgegensetzen lässt.

Auch einem Kreis der Literaturdurchfurchenden ist die Zeit beschränkt, so kann auch dieser nicht alles lesen, was es zu lesen gibt, was es zu lesen gilt, mag er noch so lesefleißig sein, und es ist, wird auf dessen Durchfurchtes geschaut, recht beachtlich, was dieser bisher schon auf seinem Feld ausgebracht hat; es ist jedoch bei der Überfülle an Büchern stets eine Schlacht, die nicht zu gewinnen ist.

Von einigen durchfurchten Büchern dieses Lesekreises soll hier erzählt werden, deren Schreibenden nicht unbekannt sind, nicht wenige von diesen in vielen Kapiteln schon in mannigfachen Zusammenhängen ihre Auftritte hatten, die einen Eindruck geben können, wie sehr es diesem Kreis nach Wissen hungert, vor allem nach dem Wissen des Mannes, sind es doch in absoluter Mehrheit von Männern verfaßte Bücher, die dem Lesekreis ein Anliegen sind, ihm seinen Hunger nach Wissen stillen sollen, vielleicht aber mehr noch als Wissensbefriedigung diese diesem Kreis Halt …

Franz Schmid, „Mitglied des Bayrischen Landtages“ wird sich wohl schon auf den recht bald kommenden Advent mit seinen Büchergaben freuen, wohl begierig darauf, sich noch weiter zu bilden, denn, so gebildet ist er bereits, daß er weiß: „Keine Praxis ohne Theorie“; und noch etwas weiß er bereits, was „zurück erobert“ — der „Aktion 451“ selbst wird wohl ein Tag ewiglich in Erinnerung bleiben, ihr ein historischer Tag, der 20. April ’24:

Ein erfolgreicher Tag für A451 in Wien. Zuerst eine „Change my Mind“-Aktion auf der Uni Wien (Videos folgen). Dann ein Lesekreis mit Teilnehmerrekord und spannenden Referaten zu Werner Sombart und Oswald Spengler.

Es ist wohl kurz zu erklären, warum der Bericht über den „Grazer Lehrer“ von den „Oberösterreichischen Nachrichten“ vom 5. Februar 2025

Graz. Ein Lehrer eines Grazer Gymnasiums steht im Fokus einer genaueren Überprüfung der Bildungsdirektion Steiermark. Der Mann soll sich Ende Jänner bei der „Aktion 451“ beteiligt haben. Dabei handelt es sich um enen Lesekreis zum Buch „Making Sense of Race“, das laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ offenbar rechtsextremes Gedankengut enthält und die Rückkehr zur Rassentheorie in den Raum stellt. Das sorgt für Irritationen bei Schülerinnen und Schülern sowie Eltern.

aufgenommen wurde. Wohl deshalb, weil zu diesem Bericht sich sofort die Frage einstellte, wie viele sind in den Schulen inzwischen schon dem identitären Wunsch nach einer „weitesten Verbreitung einer Festschrift“ nachgekommen?

Wie von diesem Kreis die Bücher ausgewählt werden, wird nicht gewußt, offensichtlich nicht nach den Titeln. Denn sonst wäre auf dessen Liste nicht nur „Das fahle Pferd“ von Boris Sawinkow, sondern auch „The Pale Horse“ von Agatha Christie. „Das fahle Pferd“ ist die stimmige Übersetzung, ist doch in beiden Romanen das Pferd eines „apokalyptischen Reiters“ aus

„Offenbarung des Johannes“, soher wäre „Das farblose Pferd“ oder „Das blasse Pferd“ nicht passend. Die Lektüre „Race the Pale Horse“ von Dan Brown könnte die Vorstellung abschrecken, dies übersetzte wer mit „Die Rasse des käsigen Pferds“ …

Ob es immer Inhaltliches ist, das die Auswahl bestimmt, kann nicht gesagt werden, zu Boris Sawinkow paßt Theodore John Kaczynski mit seinem Manifest „Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft“ wohl besser als Brown oder Christie. Vor dreißig Jahren verband dieser Terrorist mit seinem Manifest das erpesserische Angebot, seine mörderischen Bombenanschläge einzustellen, wenn es von Tageszeitungen gedruckt werde. Es wurde veröffentlicht, er brauchte aber sein Versprechen nicht einzuhalten, denn er wurde erkannt, verhaftet, verurteilt und im Juni 2023 endet sein Leben durch Selbstmord.

Nun gab es ihn am 3. Mai in Wien “live” zu sehen, als Gast der “Aktion451”, in einem geheimen, schloßartigen, bis auf den letzten Stuhl vollgepackten Kellergewölbe mit Kaminfeuer und Kerzenlicht.

Und wen gab es zu sehen, von dem Semlitsch am 4. Mai ’24 schreibt?

Lange Zeit hindurch kannte auch im rechten Spektrum niemand sein Gesicht, wohl aber die markante Stimme und Sprechweise des „Schattenmachers“, seines Zeichens Autor kluger, tief bohrender, im trockenen Ton vorgetragenen Videoanalysen zu so gut wie jedem nur denkbaren Thema, „von rechts gesehen“.

Wie passend, daß der Schattenmacher in einem geheimen, schloßartigen Kellergewölbe mit Kaminfeuer und Kerzenlicht auftritt, der seine Videoanalysen schon mal mit einem Bild vom Unabomber

Gar nicht so geheimnisvoll ist es um „Schattenmacher“ bestellt, der auf der Konzernplattform X als „Lichtstifter“ auftritt, wie es der sich für eine Lichtmesz haltende seiende Semlitsch am 4. Mai 2024 vermitteln will, ist doch am selben Tag und am Tag zuvor auf der Konzernplattform X zu lesen, wer und was dieser schattenmachende Lichtstifende …

… allerdings im Zusammenhang mit ihm ist sein Name ohne Belang, ist er doch kein Kandidat in einer Wahl und kein Abgeordneter wie Daniel Halemba aus der AfD —

Wie wahr es doch ist, daß die Beschäftigung mit Literatur auf mannigfache Weise bildet, fördert die Herzensbildung, steigert die eigene poetischen Ausdruckskraft, wie ein Beispiel des lichtstiftenden Schattenmachers vom 27. Juli 2025 zum Tag des Todes

[…] fällt schwer, alle Wendungen eines solchen Lebens nachzuvollziehen, aber lieb ist einem doch die Brust, in der ein radikales Herz schlägt.

Vielleicht gibt es doch eine Art von Logik in der Wahl der zu lesenden Bücher, jedenfalls erscheint es nicht unlogisch, zu „Industrial Society and Its Future“ auch „Die Maschine steht still“ von E. M. Forster auf die Liste zu setzen …

Menschgemäß diktiert eine Logik die Buchauswahl, es ist die Gesinnungslogik, die Gesinnungslogik auch dieses Lesezirkels, nach der ist unausweichlich die Liste zu füllen, u. v. a. m. mit:

„Metapolitik“ — Thor von Waldstein,

„Politik von rechts. Ein Manifest“ — Maximilian Krah,

„In Stahlgewittern“ „Der Waldgang“ — Ernst Jünger,

„Die Perfektion der Technik“ — Friedrich Georg Jünger,

„Der Neubau des deutschen Reiches“ — Oswald Spengler,

„Die Tyrannei der Werte — Carl Schmitt,

„Die Konservative Revolution in Deutschland 1918-1932 — Armin Mohler und Karlheinz Weissmann,

„Der Wehrwolf“ — Hermann Löns,

„Die Verschwörung der Flakhelfer“ – Günter Maschke,

„Revolte gegen die moderne Welt“ – Julius Evola,

„Die konservative Revolution“ – Rolf-Peter Sieferle,

„Der neue Kulturkampf“ – Susanne Schröter,

„Wotan“

„Wir und die anderen“

Alain de Benoist,

„Linke Räume — Claus Wolfschlag,

„Der Untergang des Abendlandes“,

„Auswege. Eine Suche“.

Mit Büchern aus Verlagen wie Antaios,

wie Jungeuropa, aber nicht nur aus gesinnungsgemäßen Verlagen, sondern beispielsweise auch von Klett-Cotta, von dem übrigens „Die echtere Wirklichkeit“ verlegt, mit Büchern, die nicht nur bei gesinnungsgemäßen Vertreibenden erhältlich sind, sondern beispielsweise auch bezogen werden können von Amazon, Thalia und so weiter und so fort.

Ein Buch, auf dessen Cover einer mit Revolver im Anschlag gezeigt wird, kann nur ein Unbedingtes für diesen Lesekreis sein: „Nietzsche. Der Zeitgemäße“ von Julien Rochedy. Das werden sie gesinnungsgemäß nicht als zeitgemäß empfinden, das Friedrich Nietzsche schreibt: „Gut deutsch sein heißt sich entdeutschen“,

vor allem einer aus Graz, der davon beseelt ist, „daß Deutschland jeden Tag wieder etwas deutscher wird – und Österreich genauso“.

Mit diesem Familienmann kann etwas Seltsames erzählt werden, vielleicht ist es gar nicht seltsam oder sonderbar,

am 29. Jänner 2025 nimmt sich der Lesekreis „Making sense of race“ vor, in Graz, in Graz nimmt sich der Kreis gemäß seiner Ankündigung mit dem Cover der englischen Ausgabe „Making sense of race“, verlegt von Washington Summit Publishers, vor, obgleich es von dem grazerischen Familienverlag eine deutsche Fassung dieses Rennpferdbuches, falsch übersetzt, dieses Rassenbuches gibt: „Und sie unterscheiden sich doch. Über die Rassen der Menschheit“ von Edward Dutton, übersetzt von Nils Wegner.

Hat das etwas zu sagen, das nicht mit dem stockerischen Buch die Ankündigung, nicht mit dem verlegten Buch des Mannes, der — und er nicht allein aus seiner Familie — doch allenthalben auch recht brav mitmarschiert?

Ob auch das erst vor kurzem verlegte Familienbuch es auch nicht auf die Kreisliste schaffen wird?

Manche Bücher scheinen allein wegen deren Titel für den Lesekreis anziehend zu wirken, etwa „Sonne und Stahl“ von Yukio Mishima, „Heil Hyperpop“ von Sebastian Schwaerzel, „Manifest des Futurismus“, „Freibeuterschriften“ von Pier Paolo Pasolini, „Kommunistisches Manifest„, „Auslöschung“ von Giuseppe Gracia … Mit „Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon und mit „Der Fürst“ von Nicolò Machiavelli und mit „Propaganda“ von Edward L. Bernays vielleicht Hoffnungen verbunden, in diesen Anleitungen zu finden, für sein …

„Nibelungenlied“

„Die göttliche Komödie“ — „Der Tragödie Faust“, Goethe und Dante Alighieri, wer will nicht Zugehörigkeit zum „Bildungsbürgerlichen“ demonstrieren? Nicht nur durch Lektüre, sondern das „Bildungsbürgerliche“ auch in Stein gemeißelt, wie auf der Mölker Bastei. Und zu diesem Denkmale soll nach dem Begehren der identitären Partei ein weiteres gestellt werden, für Karli K.

Ob die Kreisliste auch eine Empfehlungsliste ist, vermag nicht gesagt werden, aber wer u. a. m. an Aktionen der „Aktion 451“ teilnimmt, darf mit einer Wahlempfehlung rechnen, wie etwa Laurenz Barth, der nun Bezirksvorsteherin-Stellvertreter in Brigittenau … Auch eine „Aktion 451“ ist an Informationen angewiesen, die sie verbreiten kann, und wer ist ihr vertrauenswürdiger als jene aus der identitären Partei, beispielsweise Leo Lugner.

Oh, wie fleißig sie alles zusammentragen, aber das ist nichts Neues, gesinnungsgemäß wird von jeher alles zusammengetragen, was nur zusammengetragen werden kann, muß beim Lesen des Namens Mircea Eliade auf einer Ankündigung für „Das Heilige und das Profane“ gedacht werden,

und die „Aktion 451“ folgt recht brav einer

alten Leseliste, auf der schon viele stehen, von denen sie meint,

sie ist es, die sie erst entdecken, beispielsweise Sawinkow

Woran dieser Lesekreis, der mit Oskar Werner wirbt, stets mit jeder seiner Ankündigung erinnert,

ist die Rezitation von Oskar Werner eines Gedichtes von einem Dichter, der nicht auf der Liste oder doch auf einer gegenteiligen Liste der identitären Aktion steht: „Drei Minuten Gehör — Seid nicht mehr dabei“.

Ein Buch auf dieser Kreisliste ist noch zu erwähnen, besonders zu erwähnen, denn es ist ein Buch, das von solch einer Schwere und Tiefe zu sein scheint, daß der Lesekreis einer didaktischen und pädagogischen Begleitung bedarf, es dem Lesekreis nicht selbst überlassen werden darf, es zu besprechen, sondern es ein Mann mit ihm „zu besprechen“ hat,

„Regeln für den Menschenpark
Götz Kubitschek bespricht mit uns das Buch von Sloterdijk am 12. 9. in Wien.

es ihm also zu erklären hat: „Regeln für den Menschenpark: Ein Antwortschreiben zu Heideggers Brief über den Humanismus“.

Ihn selbst muß diese Buchrede dermaßen bewegt und ergriffen haben, daß ihm nach deren Lektüre „Du mußt dein Leben ändern“ Pflicht wurde. Ein ganzes Leben auf einmal und sofort zu ändern, wer kann das schon, und das ist auch diesem Mann klar, ja, es Schritt für Schritt zu ändern, das ist nicht unmöglich, und so hat er einmal damit begonnen, sein Lebensinstitut zu ändern, es aufgehen zu lassen in seinem Unternehmen „Menschenpark“

Welch ein Beispiel der Wirkung von Philosophie …

Regierung weiß um die Wichtigkeit der Mobilisierung

Und weil Österreichs Regierung um die Wichtigkeit der Mobilisierung weiß, ist ihr kein Euro dafür zu viel, mobil zu machen. Abermilliarden werden dafür staatsbudgetär bereitgestellt und darüber hinaus gleich durch Gewährung von Überschreitungsermächtigungen in Abermillionen sichergestellt, daß es zu keinen mobilen Mangel je kommt, das könnte sie auch nicht mit ihrem sozialen Verteidigungsgewissen vereinbaren,

hierein ist zu investieren, zu investieren in das, was schon als nachhaltig galt, als noch gar nicht von nachhaltig gesprochen ward

Dennoch gibt jetzt nicht wenige, die das kritisieren, weil sie meinen, es komme bei der Mobilität zu Kürzungen, sie, die hierbei immer von „Mobilitätszuschuss“ sprechen, erliegen dabei aber einer von der Regierung raffiniert eingesetzten Täuschung. Nach außerhalb von Österreich soll der Eindruck vermittelt werden, es werde der ohnehin schon geringe Budgetposten für die Mobilität jetzt gleich um die Hälfte gekürzt, aber was für ein Erwachen würde es für jene geben, die meinen, in Österreich, das gebe wie 2024 nur rund sieben Millionen für die Mobilität und jetzt dann nur noch um die dreieinhalb Millionen und ab 2027 vielleicht gar nichts mehr aus, leicht einmarschieren zu können, schon an den Grenzen feststellen zu müssen, zum sofortigen Rückzug sich genötigt sehen, wie mobilisiert, oh, wie mobil …

Das ist eben Teil der geistigen Landesverteidigung, auch eine Taktik der Täuschung anzuwenden, und das verstehen eben jene, die die Halbierung und ab 2027 möglicherweise vollkommene Streichung des „Mobilitätszuschusses“ kritisieren, nicht, daß diese Regierung für eine Mobilisierung im höheren Sinne handelt, für die jeder ausgegebene Euro tatsächlich ein ausgegebener Nachhaltigkeits- oder Friedenshalteuro …

Playbook Federal Constitutional Act of Austria

Jetzt hat er es schon wieder getan. Nein, nicht getan, kein Tun. Jetzt hat er es schon wieder gesagt. Am 1. Oktober 2025 hat es der derzeitige Bundespräsident in Österreich wieder gesagt.

Unsere – elegante – Verfassung steht auf Papier, zum Leben erwecken wir sie durch das, was wir tagtäglich tun.

Das von der Eleganz hat er wieder gesagt, am Verfassungstag. Und ergänzend hierzu hat er gefragt und gesagt:

Was, wenn Willkür sich grundsätzlich über Recht erhebt?
Wenn die Akzeptanz der Rechtsordnung schwindet, dann auch die Macht ihrer Buchstaben auf dem Papier.

Was, wenn Recht grundsätzlich Willkür enthält? Was, wenn die Macht der Buchstaben der Rechtsordnung, der Verfassung Akzeptanz der Willkür ist?

Zum Verfassungstag 2025 in Österreich, zur Rede des Bundespräsidenten zum Verfassungstag ist wieder einmal zu erinnern, was überfällig in bezug auf die österreichische Bundesverfassung zu tun ist,

mit ein paar Zitaten aus einem Artikel aus einem nichtösterreichischen Medium besonders zur Verfassung: „Blätter für deutsche und internationale Politik. Österreich: Das Drehbuch des ‚Volkskanzlers‚. Tamara Ehs. Ausgabe März 2024″.

Das wesentlichste Zitat daraus wohl jenes von Hans Kelsen:

Das Land hat sich nie seiner genuin austrofaschistischen Geschichte gestellt, die vor genau 90 Jahren in den Bürgerkrieg führte. Die damalige Zerstörung der Demokratie war von einer langen Latenzperiode geprägt, die ihren ersten Höhepunkt mit der Verfassungsnovelle von 1929 erreichte. Sie bewirkte eine Machtverschiebung vom Parlament zur Regierung, stattete den Bundespräsidenten mit autoritärer Gewalt aus und entledigte sich durch eine „Umpolitisierung“ der Richterschaft der lästigen Kontrollfunktion des Verfassungsgerichtshofes (VfGH). Hans Kelsen, bis dahin Mitglied des VfGH, bezeichnete die Novelle als „den Beginn einer politischen Evolution, die unweigerlich in den Faschismus führte“.[1] Nach 1945 griff Österreich auf diese Verfassung zurück. Das Amt des Bundespräsidenten ist seither eine „tickende Zeitbombe“[2], deren Explosivität sich die FPÖ bewusst ist.

Weiter wird in diesem Artikel zur Verfassung ausgeführt:

Allerdings könnte ihm Bundespräsident Alexander Van der Bellen den Weg ins Kanzleramt verstellen. Da dem direkt gewählten Bundespräsidenten die Ernennung des Bundeskanzlers zukommt und er in seiner Entscheidung vollkommen frei ist, stellt dieses Amt eine Hürde dar, die die FPÖ schon 2016 nehmen wollte. Damals standen Van der Bellen (Grüne) und Norbert Hofer (FPÖ) einander in der Stichwahl gegenüber und Hofer fiel durch sein ungewöhnliches Amtsverständnis auf. Während Österreichs Bundespräsidenten der Zweiten Republik aus den Vorkommnissen der 1930er Jahre Konsequenzen gezogen hatten und im Amt trotz autoritärer Befugnisse in vielerlei Fragen Rollenverzicht übten, meinte Hofer zu seinem Amtsverständnis befragt: „Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist.“[20] Er spielte auf die umfänglichen Rechte an, die die Verfassung seit ihrer Novelle von 1929 für Bundespräsidenten bereithält, die aber der Wählerschaft nicht bewusst sind.

Das Jahr 1929 ist für die Zerstörung der Demokratie weitaus bedeutender als die Österreich umtreibende Frage, wie denn nun das Regime der 1930er Jahre genannt werden darf. Krisen und Kulturkampf hatten die Gesellschaft erfolgreich polarisiert und den ideologischen Raum für die Verfassungsnovelle vorbereitet, die alle Macht an die Konservativen band und die Gewaltenteilung weitgehend aufhob.

Auf dieser Klaviatur spielt in der Zweiten Republik die FPÖ munter weiter: Jörg Haider griff den VfGH immer wieder an, bezeichnete ihn als „Islamistenlobby“, bezichtigte seinen Präsidenten des „unwürdigen und unpatriotischen Verhaltens“ und meinte schließlich: „Das Volk steht über dem VfGH.“[21] In die gleiche Kerbe schlug Hofer, der 2016 als Bundespräsidentschaftskandidat „Das Recht geht vom Volk aus“ plakatieren ließ und den Artikel 1 der Bundesverfassung bewusst falsch zitierte. Dort heißt es nämlich: „Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.“ – Ihr Recht, das Recht der Republik als Summe aller Institutionen und Rechtsnormen.

So plakatierte Sebastian Kurz 2019 nach dem parlamentarischen Misstrauensvotum im Zuge des Ibiza-Skandals: „Das Parlament hat bestimmt, das Volk wird entscheiden“ – und spielte den Nationalrat gegen die „wahre Demokratie“ aus.

Der Historiker Oliver Rathkolb vermutet, dass sich Herbert Kickl bei seinem voraussichtlichen Wahlsieg 2024 nicht die Blöße geben wird, auf seine Berufung als „Volkskanzler“ zu hoffen, sondern eher einen sympathischeren Stellvertreter – oder noch besser eine Stellvertreterin – vorschickt, während er sich auf die nächsten Bundespräsidentschaftswahlen vorbereitet: Volkspräsident Kickl. Es braucht nämlich letztlich beide Ämter, um den Staatsumbau nachhaltig zu gestalten und die Parteiideologie ins System einzubauen.

Während Deutschland im Grundgesetz Lehren aus der Geschichte zog und die Macht des Bundespräsidenten begrenzte, griff Österreich als „erstes Opfer“ nach 1945 auf seine alte Verfassung in der Fassung von 1929 zurück. Somit gilt weiterhin, dass der Bundespräsident „die Republik jederzeit mit vier aufeinanderfolgenden Entschließungen in eine ganz andere Lage bringen kann“, wie der Justizminister in der Expertenregierung von 2019, Clemens Jabloner, mahnt.[23] Dazu müsste er mit der ersten Entschließung die gesamte Bundesregierung entlassen, mit der zweiten eine ihm genehme Person als Bundeskanzler bestellen, mit der dritten auf dessen Vorschlag die übrigen Bundesminister und mit der vierten auf Vorschlag dieser neuen Bundesregierung die Auflösung des Nationalrats verfügen, was Neuwahlen nach sich zieht, die – so der Plan – nun der Volkskanzler gewinnt.

Im Jahr 1930 war unter Bundespräsident Wilhelm Miklas (Christlichsoziale Partei, CSP) genau dies geschehen.[24] Damals verlor jedoch die CSP, die die Auflösung betrieben hatte, die Wahlen; die Sozialdemokratische Arbeiterpartei holte die Mehrheit, wurde aber, wie schon durchgehend seit 1920, von der Regierungsbeteiligung ausgeschlossen. Da das Bundespräsidentschaftsmanöver gescheitert war, kam der nächste Plan zum Zug, die Ausschaltung des Parlaments. Kurt Schuschnigg, später diktatorischer Bundeskanzler, stellte als Justizminister bereits im Juni 1932 Überlegungen zur Parlamentsausschaltung an.[25] Geschäftsordnungsprobleme bei der Nationalratssitzung am 4. März 1933 boten die Gelegenheit, diese auch zu realisieren. Als das Vorhaben schließlich in die Tat umgesetzt wurde, verzichtete Bundespräsident Miklas darauf, seine Rechte diesmal für die Rettung der Demokratie einzusetzen, und agierte auf Linie seiner Partei. Damit hatte er den Weg ins diktatorische Regime und in den Bürgerkrieg geebnet.

Das Verbot von Opposition, freier Meinungsäußerung und aller liberalen Errungenschaften der Ersten Republik ermöglichte die Einübung in den Faschismus, wodurch Österreich dem Nationalsozialismus am Ende nicht mehr viel entgegenzusetzen hatte.

Es bleibt nur noch zu fragen, was, wenn zum Leben erweckt wird, wieder erweckt wird, was auf dem Papier steht, in aller Macht der dieser Verfassung? Weder schön noch elegant wird es dann sein, wieder sein, womit die Menschen in Österreich dann tagtäglich zu tun haben werden.

So recht ein Roman für romantische Lesekreise

So […] Wahrheit […] absolut

Dem ersten Punkt folgen auf Seite neun, Seite zehn und Seite elf sieben weitere Punkte und unmittelbar anschließend

Es […] laut dozierend mit Heidegger […] Hand

Heidegger eine absolute Wahrheit — auf den ersten zweieinviertel Seiten des Romans die Festlegung auf ein falsch gewähltes Hauptpersonal. Und es ist kein falsch gewähltes Personal, wenn es denn ein edelbauerischer Roman für den Lesekreis des Strippenziehers

Wofür und für wen dieser Roman auch immer ausgedacht, für die Generation 1790 mit ihrem Anspruch, Inhaberin der einzigen, wahren und sohin absoluten Wahrheit, auch mit Heidegger, für die Generation 1790 mit ihren Gefechten gegen fake news der– wie sie es gelernt übernommen in ihrem gesinnungsgemäßen Einsatz — Systemmedien und Systemparteien, für die Generation 1790 wird es ein Roman mit dem für sie richtigen Hauptpersonal sein, sie wird an den Darstellungen des Hauptpersonals sich ergötzen, sie wird wohl recht vieles darin zur Auslegung gemäß ihrer Gesinnung und sohin zu ihrer Weiterverbreitung als Wahrheit ihrer Anschauung der Welt finden, für sie wird dieses Hauptpersonal stellvertretend und exemplarisch für alle …

Vielleicht wurde dieser Roman schon auf die Liste der durchzugehenden Bücher gesetzt, vielleicht wird der Roman gar bereits in gesinnungsgemäßen Lesezirkeln vorgetragen, vielleicht wird die eine oder andere Strippe nach der Lektüre oder nach dem gar schon erfolgten Lesen des Romans für sich ihren Strippenzieher nicht mehr Strippenzieher, sondern ab der Lektüre Herzensbrecher nennen, nach dem im Roman mehr im „Rätselhaften“ Auftretenden und Waffen zum Anschlagsort Bringenden, dessen dunkelgekleidete Rolle zu klären durchaus eine Aufgabe der Lesekreise; ein Mensch, der ein Strippenzieher sein will, aber kein Herzensbrecher ist, taugt als Strippenzieher ja nicht wirklich.

Es ist ein falsch gewähltes Hauptpersonal; denn wer schreibt vor dessen Zuflucht im Terrorismus und vor dessen Flucht in mörderische Anschläge Manifeste?

Wer bereitet in absolut eigengerichteter Wahrheit und in total eigengerichteter Wirklichkeit Morde mit Manifesten vor und auf,

aber auch nach: von wem können nach Mordtaten Schreiben des Bekennens als ein in Teilen verschicktes Manifest

Es ist ein falsch gewähltes Hauptpersonal, vielleicht auch nur aus einer falschen Zuordnung heraus, die einer Unachtsamkeit geschuldet, hervorgerufen durch die alles überwältigende Eigenbeschäftigung damit, auf den Nordpreis hinzuschreiben, in der Überzeugung, Höchstnordpreisiges zu verfassen, vielleicht sogar schon seit einer verzehrten Pizza in der vor über zehn Jahren geräumten Pizzeria unweit der Springergasse in der Leopoldstadt ganz diesem Edeltraum verfallen und versunken in der Auswahl der Robe für den Hauptstadtauftritt am vom eigenen Kalender ausgewiesenen Festtag in einem europäischen Nordland, in das in diesem Roman schon einmal zwei Frauen, die vielleicht nur eine ist, vorausgeschickt werden, vielleicht in der Ahnung, einen anderen wirklichen Anlaß, in dieses Land zu kommen, je in die Hauptstadt eingeladen zu werden, wird es nicht geben, und das kann in Momenten des Wirklichkeitseinbruchs inmitten des Zurechtträumens nur als Katastrophe erlebt werden, soher kann ihr Aufenthalt in diesem nordeuropäischen Land nur als Katastrophe erzählt …

Es sind falsch gewählte Hauptfiguren, es sind deren Biographien falsch, etwa die der Frau, um eine beispielhaft zu nennen, aus dieser Terrortruppe, denn nichts gehört mittlerweile für jene, die im Edelbauern Roman nicht das Hauptpersonal stellen, mehr zusammen als Manifestoes and Games

Nun aber bald genug, von den falsch gewählten Figuren, die vielleicht nicht falsch gewählt, sondern bloß verwechselt

Was für Figuren, fern von falschen und richtigen, bevölkerten wohl diesen Roman, wenn der Roman eingesetzt hätte mit

Erstens gibt nur eine Erkenntnis der Wahrheit und sie unbezweifelbar

laut dozierend mit Seifert in der Hand

in den Kampf, in den Bombenanschlag, zur Geiselnahme …

Josef Seifert, dessen Bücher wie

Unbezweifelbare Wahrheitserkenntnis –
Jenseits von Skeptizismus und Diktatur des Relativismus

Bye Bye Dawkins und Darwin – Göttliche Schöpfung der Welt
und des Menschen aus dem Nichts Philosophische Beweise

Gottes dritte Versuchung oder das Evangelium des Teufels –
Ein Roman aus dem Fürstentum Liechtenstein

Der Widersinn des Relativismus – Befreiung von seiner Diktatur

Erkenntnis des Vollkommenen – Wege der Vernunft zu Gott

auch zu beziehen sind über Sarto

Sarto ist der Verlag und die Versandbuchhandlung des deutschen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit Sitz in Bobingen bei Augsburg und mit einer Zweigstelle in Österreich an unserem dortigen Distriktsitz in Jaidhof.

Josef Seifert, verlegt u. a. von Patrimonium, dem Verlag des Vaters, auch von Lepanto

Lepanto — Was für ein Personal, welche Figuren wären für solch einen Roman die richtig gewählten, wären die echteren; das ist nicht zu entscheiden, gehen doch manche von irgendwo los, beispielsweise, vielleicht auch von einem Haus in der Mühlfeldgasse in der Leopoldstadt, ohne aber noch selbst zu wissen, wohin sie sich selbst führen, wo sie am Ende geistig ankommen werden, so könnte das Personal das richtig gewählte sein, jedoch ohne daß im Roman von dessen Ende erzählt wird, in was für einer Gesinnung das Personal enden wird. Gewiß ist dabei doch eines, gleich um welches Personal es sich handelt, über jedes Personal sich auszulassen, ist ein Leichtes, an jedem Personal sich zu ergötzen, nicht mehr als eine Fingerübung, Ersprießliches für das Eigene ist aus der Lektüre über ein derartiges Personal leicht und jederzeit zu ziehen, gar Nützliches auch vor allem für die Weiterverbreitung, um sich, auch das, selbst zu verharmlosen.

Nun aber wirklich genug von dem Personal, das falsch oder richtig zugeordnet, wie auch, das richtig und falsch zugewiesen, da es zum Roman der Edelbauer durchaus das eine und andere noch gibt, das …

So sehr, etwa das, auf die erhoffte Nordlandpreisreise konzentriert zu sein, läßt es verstehen, daß Beschreibungen zu kurz kommen, etwa jene, um eine beispielhaft zu nennen, des Bombenanschlags, der Geiselnahme und des Polizeieinsatzes, es kann unabhängig davon auch sein, nur so erzählen zu können, wie etwa Kinder im Vorschulalter eine Geschichte einander im Sandkasten erzählend sich ausdenken, in der ihnen alles richtig, widerspruchslos und wirklichkeitsstimmig …

Und aus, etwa das, diesen vielen Besonderheiten ragt eine Besonderheit des Erzählens heraus, die Verwendung von realen Namen, viele werden mit ihren sogenannten wirklichen Namen genannt, etwa Kreisky, Mitterer, Haider … Aber ein Kandidat für das bundespräsidiale Amt erhält den Phantasienamen „Stefan Mario“. Dieser solle in die „Hofburg einziehen“ und nicht — zwar wird nicht sein Name genannt, wem jedoch fiele dabei, wird doch seine Berufsbezeichnung wie sein wirklicher Name verwendet, nicht sofort sein paßeingetragener Name ein — „der liebe grüne Herr Professor“, und von diesem Stefan Mario wird mit Respekt, geradezu mit Ehrfurcht, wenn auch nicht gänzlich kritiklos erzählt.

Generell kann, etwa das, gesagt werden, in diesem Roman wird gegen alle und alles hergezogen, vor fünfundvierzig oder vor vierzig Jahren, vielleicht auch noch vor dreißig Jahren wäre ein Vergleich gezogen und gesagt worden, sie, die Edelbauer, schimpfe gegen alles und alle wie Thomas Bernhard, aber, und das ist das Unglück der späten Geburt, nun kann bloß vergleichend gesagt werden, sie schimpfe gegen alles, mache alle herunter wie nun alle um ihren Stammtisch gebrachten Digitaltischhockenden in den wirtshausgeleerten Dörfern …

Wie erzählen, auch das, Menschen, die Romane beruflich zu lesen haben, davon, sie erzählen — unabhängig von Wahrheit, frei von fake news, ohne Willen zur Lüge — einfach wie kurz gesagt, schlampig …

Edelbauer greift keine konkreten politischen Skandale auf, dennoch hallen Ereignisse der letzten Jahre durch: die Verurteilung von Sebastian Kurz im Ibiza-Ausschuss, Inseratenaffären der Boulevardzeitungen, das Ende der gedruckten Wiener Zeitung, ORF-Gebühren-Debatten oder die Aktionen der Klimakleber. Österreichs Medienpolitik bleibt nicht ungeschoren.

Um Konkretes aus der Rezension von Christina H. Janousek vom 16. August 2025 beispielhaft herauszugreifen, es ist nicht nur Schlampigkeit, sondern auch Informationsdefizit und wohl fehlender Wille zur umfassenden Informationseinholung. Sebastian Kurz wurde nicht im „Ibiza-Ausschuss“ verurteilt, sondern am 23. Februar 2024 gerichtlich wegen einer „Falschaussage vor dem Ibiza-Ausschuss“ verurteilt; eine Verurteilung aber die vom Oberlandesgericht am 26. Mai 2025 aufgehoben wurde, nicht aufgehoben hingegen wurde die Verurteilung seines früheren Kabinettchefs Bernhard Bonelli.

Zum Anschlag erfindet Edelbauer Zeitungsmeldungen, eine davon ist, auf Seite 437, eine Vermutung als Aussage des Streifenpolizisten Robert M., der während der Tat vor Ort gewesen wäre, eventuell habe es etwas mit den Klimaklebern zu tun, eine Quelle für diese Vermutung habe er nicht zitiert — „Aktionen der Klimakleber“ hallen in Vermutungen nachNicht nur das könnte gesinnungsgemäß dankbare Verwendung der Lesekreise in ihrer Selbstverharmlosungsoffensive finden, weiterverbreitend verkünden zu können, wer nach ihnen tatsächlich zu Mord und Terror fähig sei, und sie selbst seien eben, sie selbst seien bloße Besorgte, Menschen des Buches, wie allein schon der Name einer ihrer Bewegungen es so unmißverständlich zum Ausdruck bringt: „Aktion 451“ … Ach, sie lesen und lesen, und, oh, und was sie alles lesen, was sie noch alles lesen werden, ihr einzig‘ Tun und Tat das Lesen —

Dieser Lesefleiß, diese breite Literaturzuwendung verdient durchaus ein eigenes Kapitel, in dem mit dem Auftritt von einem „Schattenmacher“ überrascht und auch der Möglichkeit nachgegangen werden wird, daß es der Edelbauer Roman doch nicht schaffen könnte, auf die Liste der Literaturdurchfurchenden nach —

NS Es wird, und das unbedingt, vielleicht gesagt werden wollen, es wäre schön gewesen, wenn mehr aus dem Roman, etwas Vollständiges daraus zitiert worden wäre, nun, das kann abschließend noch mit dem zitierten Dialog nachgeholt werden, vor allem dafür, vorzumerken, wieder Die Nashörner von Eugène Ionesco zu lesen:

HANS: Jawohl habe ich Kraft. Aus mehreren Gründen habe ich Kraft. Erstens habe ich Kraft, weil ich Kraft habe, dann habe ich Kraft, weil ich moralisch Kraft habe, und schließlich habe ich Kraft, weil ich kein Alkoholiker bin. Ich will Ihnen nicht zu nahetreten, lieber Freund, aber ich muss Ihnen sagen, dass der Alkohol es ist, der Sie eigentlich belastet.
LOGIKER: Hier haben Sie einen beispielhaften Syllogismus. Die Katze hat vier Pfoten, Waldi und Hasso haben jeder vier Pfoten, also sind Waldi und Hasso Katzen.
ÄLTERER HERR: Mein Hund hat auch vier Pfoten.
LOGIKER: Also ist er eine Katze.
BEHRINGER: Ich, ich habe kaum die Kraft zu leben. Vielleicht habe ich auch keine Lust mehr.
ÄLTERER HERR: Dann wäre logischerweise mein Hund eine Katze.
LOGIKER: Logischerweise, ja. Aber das Gegenteil ist auch wahr.
BEHRINGER: Die Einsamkeit bedrückt mich. Auch die Gesellschaft.

BEHRINGER: Sie tun Unrecht, nicht an die Medizin zu glauben.
HANS: Die Ärzte erfinden Krankheiten, die es nicht gibt.
BEHRINGER: Alles aus guter Absicht. Aus Freude, den Menschen zu behandeln.
HANS: Sie erfinden die Krankheiten, sie erfinden die Krankheiten.
BEHRINGER: Vielleicht erfinden sie sie. Aber sie heilen die Krankheiten, die sie erfinden.

Hymne auf einen Gesetzesbruch

Der identitäre Bundesparteitag endet am 27. September 2025 mit einem Gesetzesbruch:

Zum Abschluß singen das Präsidium und alle Delegierten gemeinsam die österreichische Bundeshymne in einer Fassung, die seit dem 1. Jänner 2012 nicht mehr gesetzeskonform ist, in aller Öffentlichkeit wird also ein vorsätzlicher Gesetzesbruch begangen, die Gesinnung der identitären Parlamentspartei über geltendes österreichisches Recht gestellt.

Dieser vom kleinen Gebirgsjäger angeführte winzige Gesetzesbuch, muß, als das rechtlich zu Singende nicht gesungen ward, sofort gedacht werden, das ist eine stumme Bekräftigung des Leitsatzes dieser Partei, wie diesen eine aus dieser Partei so kurz, aber gesinnungsgemäß unmißverständlich formulierte:

Niemals haben wir uns damit abzufinden, dass Gesetze uns in unserem Handeln behindern!