Hymne auf einen Gesetzesbruch

Der identitäre Bundesparteitag endet am 27. September 2025 mit einem Gesetzesbruch:

Zum Abschluß singen das Präsidium und alle Delegierten gemeinsam die österreichische Bundeshymne in einer Fassung, die seit dem 1. Jänner 2012 nicht mehr gesetzeskonform ist, in aller Öffentlichkeit wird also ein vorsätzlicher Gesetzesbruch begangen, die Gesinnung der identitären Parlamentspartei über geltendes österreichisches Recht gestellt.

Dieser vom kleinen Gebirgsjäger angeführte winzige Gesetzesbuch, muß, als das rechtlich zu Singende nicht gesungen ward, sofort gedacht werden, das ist eine stumme Bekräftigung des Leitsatzes dieser Partei, wie diesen eine aus dieser Partei so kurz, aber gesinnungsgemäß unmißverständlich formulierte:

Niemals haben wir uns damit abzufinden, dass Gesetze uns in unserem Handeln behindern!

Brush up your Goethe

Der nach wie vor gespielte Schlager heißt zwar „Schlag nach bei Shakespeare“, aber in diesem Fall zutreffender: „Schlag nach bei Goethe“. Noch zutreffender nach dem englischen Originaltitel: Brush up your Goethe. Die Empfehlung also, eine Fähigkeit aufzufrischen, die Johann Wolfgang von Goethe als Finanzminister und Kriegsminister vor über zweihundertvierzig Jahren besaß, als es darum geht, ein Budget zu sanieren.

Was für eine Fähigkeit Johann Wolfgang von Goethe besaß, soll am Ende dieses Kapitels erzählt werden. Davor aber davon, was über zweihundertvierzig Jahren später ein österreichischer Finanzminister

Susanne Schnabl: Warum demonstrieren die SPÖ-Pensionisten dagegen?

Finanzminister: Ja, öh, kommt mir eigenartig vor, weil ich finde, daß ist eine unter Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten vertretbare gerechte Lösung in schwierigen Zeiten, ja. Aber daß man schaut, daß die Verteilung paßt, auch bei den Pensionserhöhungen, also das halte ich wirklich für ursozialdemokratisch und ich erkläre es auch überall, also wenn ich jetzt meine nächsten Termine hab‘, wenn der Beschluß am Freitag gefallen ist, werde ich das Pensionsthema immer ansprechen. Wir verstecken uns hier nicht.

Das Gespräch. ORF. 15. September 2025.

„Sparen, sparen, sparen“: Finanzminister redet Klartext

Das Finanzministerium hat unter dem Titel „Geldanschauung“ einen neuen Podcast gestartet. Folge 1 bestreitet der „Chef“: Markus Marterbauer (SPÖ) trifft auf die Kabarettistin Marina Lacković, besser bekannt unter ihrem Bühnennamen Malarina.

Wie er sich so fühle, wenn er nun das Budgetdesaster früherer Regierungen aufräumen müsse, fragt Malarina. Dass er als Ökonom nach Jahrzehnten in der Wissenschaft jetzt am finanzpolitischen Ruder der Republik sitze, sei ja an sich eine tolle Chance. Aber wenn man statt gestalten und investieren zu können, der strikten Devise „Sparen, Sparen, Sparen“ folgen müsse – „dann ist das nicht das Lustigste“, gibt Marterbauer zu.

Dass die Bühnenfigur Malarina keine große Freude mit Steuern hat, versteht sich. „Ich würde aber gern eine Bewegung anführen, die sich nennt: Wir zahlen gerne Steuern“, sagt Marterbauer. Und verweist darauf, wofür der Staat die Steuereinnahmen verwendet: Gesundheitssystem, Familienbeihilfen, Pensionen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen… Alles Bereiche von denen jeder profitiert – was man sich beim ungeliebten Steuerzahlen aber nicht so klar mache.

Heute. 18. September 2025.

Es komme, so der Finanzminister, auf eine vertretbare gerechte Lösung in schwierigen Zeiten an, es müsse, so der Finanzminister, geschaut werden, daß die Verteilung passe, es sei nicht das Lustigste, so der Finanzminister, statt gestalten und investieren, der strikten Devise Sparen, sparen, sparen Gesundheitssystem, Familienbeihilfen, Pensionen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen … dafür verwende, so der Finanzminister, der Staat die Steuereinnahmen, Bereiche, so der Finanzminister, von denen jeder profitiere.

Aber es wird ja doch investiert, in einen Bereich allerdings, dessen Gestaltungswert äußerst fragwürdig, in einen Bereich, von dem wer profitiert, jede profitiert davon gewiß nicht …

Mit dem Doppelbudget 2025/26 erhält das Bundesheer erneut einen klaren politischen Auftrag zur Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten. Das Budget steigt im Vergleich zu 2024 um rund 18 Prozent auf 4,740 Milliarden Euro im Jahr 2025 und um weitere rund 8,5 Prozent im Jahr 2026 auf 5,184 Milliarden Euro. 

Bundesministerium für Landesverteidigung. Bundesheer.AT. Aufgerufen am 24. September 2025.

Allerdings: Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) gewährt dem Heer für beide Jahre auch eine Überschreitungsermächtigung von je 350 beziehungsweise 400 Millionen Euro. Mit 200 Millionen ist der Großteil davon für Investitionen vorgesehen. Und diesen Überschreitungsrahmen plant Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bereits fix ein. Mit den zusätzlichen Millionen steigt das Verteidigungsbudget heuer um 18 Prozent – inflationsbereinigt etwas weniger.

Diese Erhöhung braucht Tanner auch, um an ihrem Beschaffungs- und Aufbauplan für das Bundesheer festzuhalten. Bis 2032 soll ihr Ressort ja rund 17 Milliarden für Investitionen zur Verfügung haben.

Der Standard. 14. Mai 2025.

Der Finanzminister gewährt eine Überschreitungsermächtigung von je 350 bzw. 400 Millionen Euro. Eine Erhöhung der Pensionen um 2,7 % für alle hätte 350 Millionen …

Damit kostet die Erhöhung der Pensionen den Staat laut Regierungsangaben 1,73 Milliarden Euro, eine Erhöhung um 2,7 Prozent für alle hätte 350 Millionen mehr gekostet.

Die Inflation von 2,7 Prozent wird nur bei Pensionen bis 2500 Euro vollständig abgegolten. „Der Spielraum war leider nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte“, betont Sozialministerin Korinna Schumann.

Die Presse. 12. September 2025.

Und die „Kriegsministerin“ respektive Verteidigungsministerin, das heutzutage die offizielle Amtsbezeichnung ist, plane den Überschreitungsrahmen bereits fix ein, für ihr Ressort soll sie ja bis zum Jahr 2032 17 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung haben, aber es können, so hat es die Verteidigungsministerin bereits verlautet, noch einige Milliarden mehr werden, für den ihren „Aufbauplan“, der ein Abbauplan für Gesundheitssystem, Familienbeihilfen, Pensionen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen

Der Spielraum sei doch so, wie es sich die Verteidigungsministerin wünscht, und damit sie in ihrem Spielen nicht plötzlich gestoppt wird, ist ihr die Überschreitungsermächtigung zugesichert, damit sie ungestört lustig spielen kann, ohne auf die Einhaltung des Budgets achten zu müssen, gibt es für sie den budgetären Spielraum, der sonst „leider nicht so“ …

Es kommt ja in Mode, sich wieder „Kriegsminister“ statt „Verteidigungsminister“ zu nennen, wie jener dabei vorpreschende Mann aus der Truppe des Präsidenten, in den, so einer für sehr, sehr kurz gewesener Bundeskanzler aus ihrer Partei appellierte, „haben wir doch Vertrauen …“ — vielleicht eine Mode, der sich die derzeitige Verteidigungsministerin auch nicht mehr lange entziehen lassen wird wollen.

Für das Auftreiben des Geldes für ihre Überschreitungsermächtigung wird der Finanzminister wohl auch auf den Wirtschaftsminister zählen dürfen, gibt es doch einen geplanten Pakt, bei „Sozialbetrug“ hart durchzugreifen, wenn das gelingt, wären schon etwas über zwanzig Millionen Euro hereingeholt — was für eine erkleckliche Summe das schon wäre, die sich noch erhöhen könnte, wenn etwa mehr Menschen in Pension sich selbst ermächtigten, diese bisher stabile Summe von etwa zwanzig Millionen zu überschreiten: für die Überschreitungsermächtigung von je 350 beziehungsweise 400 Millionen Euro

Zur Rechtfertigung der gestaltlosen Investitionen in den militärischen Komplex werden vor allem seit dem putinischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Bedrohungsszenen für Österreich gespielt, jedoch — ehe durch diese Österreich tatsächlich verteidigungsfähig geworden werden könnte, könnte Österreich längst schon ohne nennenswerte Verteidigungsmöglichkeiten eingenommen worden sein, und auch das, bis 2032 könnte sich in Rußland viel ändern, 2032 wird Wladimir Putin, geboren am 7. Oktober 1952, achtzig Jahre alt sein, wird er dann noch regieren, wird er dann überhaupt noch am Leben sein, mit 80 Jahren wäre er nach der derzeit geschätzten Lebenserwartung für Männer in Rußland weit darüber hinaus, über zehn Jahre darüber, und so könnte es spätestens dann oder sogar früher zu einer grundlegenden Veränderung in Rußland kommen, zu einer völlig entgegengesetzten Änderung der derzeitigen Gegebenheiten in Rußland kommen; und was werden dann diese milliardenfachen Investitionen gewesen sein, ohne zu spielende Bedrohungsszenen, was wird mit diesen dann gestaltet, aufgebaut worden sein?

Der österreichische Finanzminister sagt:

„Ich würde gern eine Bewegung anführen, die sich nennt: Wir zahlen gerne Steuern.“

Selbst eine Bewegung anzuführen, wer möchte das nicht, vor allem dann, wenn wer ein derart hohes Amt bereits innehat, kann doch nicht mehr damit zufrieden sein, sich damit begnügen, bloß irgendeiner in einer Bewegung zu sein, die genannt werden könnte, und das nicht nur in Österreich: „Wir rüsten gerne.“

Durch lauter zum Spielen aufgestellte ausländische Bedrohungsmikadobäume keine freie Sicht im inländischen Militärgestrüpp auf, was in diesem gelehrt, welche Anschauungen, wer für Betreuung und so weiter und so fort.

Wenn der seit diesem Jahr 2025 österreichische Finanzminister auch Kriegsminister wäre, so wie es Johann Wolfgang von Goethe war, dann hätte er wohl auch sofort gehandelt wie Finanzminister und Kriegsminister Goethe handelte, als es darum geht, die Finanzen des Kleinststaates in Ordnung zu bringen, den Etat des Landes auszugleichen. Was Finanzminister Goethe sicherlich nicht zu machen brauchte, angesichts der prekären budgetären Staatslage, ist, sich selbst als Kriegsminister eine Überschreitungsermächtigung zu gewähren, und diese wäre auch vollkommen kontraproduktiv und gegen die Staatshaushaltssanierung gewesen, die er sich vornahm und erfolgreich umsetzte: u. a. durch ein radikales Abrüstungsprogramm und durch das Kürzen des Heeres um knapp die Hälfte .

Darüber schreibt auch Peter Merseburger in „Mythos Weimar. Zwischen Geist und Macht“:

Kriegsminister Goethe rüstet ab

Einige Verdienste des Ministers Goethe sind indes unbestritten. Er führt eine Finanzreform durch, zwingt den Herzog zu persönlicher Sparsamkeit und gleicht den Etat des Landes aus. Dem Finanzkommissar Goethe gelingt dies nur, weil der Kriegsminister Goethe ein radikales Abrüstungsprogramm durchsetzen kann. Die Notwendigkeit eines Weimarer Militärs leuchtet ihm nicht ein. So kürzt er das stehende Heer seines Freundes Carl August um knapp die Hälfte.

Die Demilitarisierung des Herzogtums bleibt des Politikers Goethe größte Tat[.]

Weise

Es ist die Vorstellung, daß eine solche Sendeanstalt einst zum Staatsfunk gemacht werden könnte respektive aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine solche Anstalt mit ihrem Personal gemacht werden könnte,

in der Männer jetzt recht gerne schon aufhältig sind, wenn solche Männer dazu gemacht werden, die Führung in einem Staat zu übernehmen, auch in Österreich, einer dieser Männer hat es zu Beginn des Jahres 2025 selbst vereitelt, daß er zum Bundeskanzler gemacht, nicht gewählt wird. Mit dieser seiner Kanzlerschaftsselbstzerstörung ist es jedoch nicht vorbei, daß eine solche

Sendeanstalt doch einst Staatsfunk respektive aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine solche Anstalt gemacht werden könnte, es warten wohl schon weitere aus dieser Gesinnungsschaft darauf, zum Bundeskanzler gemacht zu werden, eher unwahrscheinlich ist es, daß es eine Frau aus dieser Gesinnung sein wird, daß diese Gesinnungsschaft für sich eine Frau zur Bundeskanzlerin machen lassen wird, außer die Taktik gebietet es, eine Frau vorzuschicken.

Einzig diese Vorstellung läßt es zu, was aus dieser Anstalt noch gemacht werden könnte, zu was diese Anstalt noch gemacht werden könnte, wenn also diese Gesinnungsschaft zur Regierungsschaft gemacht werden würde, es nicht unerzählt zu lassen …

Zu Stefan Magnet ist nichts mehr zu sagen.

Und auch zu Oliver Janich ist nichts mehr zu sagen.

Es ist auch zu Oliver Janich und Stefan Magnet auch dann nichts weiter mehr zu sagen, wenn sie gemeinsam auftreten und gemeinsam vor die Öffentlichkeit für ihre Gesinnungsschaft hinreten, mit ihrer Weise vom Auf1, diese Weisen vom Auf1, von denen der eine wie der andere weiß, meint zu wissen, was der Welt Wahrheit

Es kann diese Weise vom Auf1 nur als Belustigung gelesen werden, die Stefan Magnet und Oliver Janich selbst jedoch tiefster Gesinnungsernst, Gesinnungswirklichkeit, Gesinnungswahrheit ist, noch kann es als Belustigung gelesen werden, bis es einst nicht mehr Belustigung, sondern oberkommandlich verfaßte staatsfunkliche Verlautbarungen —

Es muß zugegeben werden, diese Belustigung wurde nicht selbst transkribiert, es ist eine automatisch erstellte Transkription dieser Belustigung der Weisen vom Auf1, die menschgemäß zu korrigieren ist. Mit der Korrektur der Transkription wurde auch begonnen, sehr schnell aber stellte sich die Überzeugung ein, noch lustiger ist die Belustigung ohne Korrektur der automatisch transkribierten Belustigung zu lesen, dabei auch darauf zu verzichten zu kennzeichnen, wer was sagt, auch das so wie in der automatischen Transkription zu belassen, aus der nicht hervorgeht, was Janich, was Magnet sagt.

Oliver Janich: Und wenn es nicht ein Einzeltäter war, dann war es eine Geheimdienstoperation und da ist der israelische Geheimdienst ganz klar im Verdacht. Es ist eine eindeutige Stelle im neuen Testament, dass Jesus zu den Jüngern was anderes gesagt hat als zur breiten Bevölkerung. Der Transhumanismus ist eine antigöttliche Bewegung, wo sich der Mensch selber zum Gott erhebt. Es geht ausschließlich um einen spirituellen Krieg gegen

Es wird Oliver Janich, daß der zurzeitige Minister in dem trumpig dominierten Vereinigten Land ebenfalls von einem „spirituellen Krieg“ spricht, wie eben in seinem Wort zum verwichenen Sonntag, Gefallen und Beweis seiner Weise sein, aber muß es einem Minister nicht seltsam zumuten, geistig nicht über Janichsches hinauszukommen? Diesem Minister, Peter Hegseth,

dessen einzige Wahrheit zu der er fähig und zugerichtet ist, die ist, sich nicht Verteidigungsminister sondern „Kriegsminister“ zu nennen, selbst wird es nicht seltsam erscheinen, einem auf derselben untersten Geistestufe u. v. a. m. gemeinsam mit einem Oliver Janich Stehenden kann es nicht seltsam erscheinen, ist doch auf dieser tiefsten Geistesstufe die Fähigkeit zum Erkennen nicht gegeben. Es hört sich menschgemäß jedoch sofort auf, nur eine Belustigung zu sein, wenn Regierungsmänner sprechen sprechen wie Janiche

die Menschheit. All das andere spielt nicht die geringste Rolle. Diese Geheimgesellschaften, wie der Name schon sagt, sind ja geheim und an der obersten Spitze ist es ein rein spiritualer Krieg. Alles andere ist völlig unwichtiger Quatsch.

Stefan Magnet. Ja, ich spreche heute mit Oliver Janich. Er ist zugeschaltet von den Philippinen. Wir haben eine stabile Leitung und wir wollen heute darüber sprechen, welche mächtigen Kreise ein Interesse daran hätten, die Welt umzugestalten und wer etwas damit zu tun haben könnte an der Ermordung von Charlie Kirk. Das ist das Thema Nummer 1 der Stunde, der furchtbare Mord, die Hinrichtung auf öffentlicher Bühne. Es gibt unterschiedlichste Theorien. Herzlich willkommen, Oliver Janich.

Oliver Janich: Grüß dich, Stefan. Danke für die Einladung.

Stefan Magnet: Du hast dich ja in den letzten Tagen seit der Ermordung sehr tief reingetigert in das ganze Thema, hast dich eingelesen, hast viele Videoquellen gewälzt, hast auch schon unterschiedliche Theorien geteilt, wie es gegangen sein könnte. Du gehst ja nicht mehr von der äh These aus, dass ein wirrer linksextrem radikalisierter Einzeltäter diesen Präzionsschuss von rund über 100 m Entfernung absetzen konnte. Aber lass uns über die Motivlage sprechen. Die wird in den USA sehr leidenschaftlich diskutiert. Das findet hier in Europa weniger statt. Hier geht es darum, wie haben Sie es gemacht? Hier geht es sehr stark darum, wie heftig ist schon die Gewalt im öffentlichen Diskurs, die Spaltung der Gesellschaft, dieses offene Zugehen auf einen Bürgerkrieg, den niemand gewollt hat und vor allem wir nie gewollt haben. Aber was könnte denn die Motivlage sein, außer wenn man jetzt davon weggeht, dass Charlie Kirk ein unbequemer Kopf war, ein Influencer war, ein reichweitenstarker Moderator? Dann hätten sie ja auch Tucker Carlson oder Megyn Kelly oder andere oder Steve Bannon aus dem Weg räumen können. Warum denkst du, was ist die Motivlage, dass gerade Charlie Kirk hier zum Ziel mächtiger Kreise geworden sein konnte?

Oliver Janich: Also, der Hauptverdächtige ist in dem Fall äh wirklich Israel, da kann man nicht drumrum reden. Also, es gibt  viele Ungereimtheiten, in die Einzelheiten  gehen wir heute nicht. Ja, kann man alles bei mir auf Telegram sehen und wenn es nicht ein Einzeltäter war, dann war es eine Geheimdienstoperation und da ist der israelische Geheimdienst ganz klar im Verdacht dann und wahrscheinlich auch meistens auf amerikanischen Boden im Zusammenarbeit mit dem äh CIA und die Motivlage ist völlig klar, Charlie Kirk hat sich abgewandt von Israel. Die letzten Nachrichten von Candace Owens sind auch, dass sie das bestätigt hat, dass sie äh keine Gelder, dass er keine Gelder mehr von zionistischen Kreisen angenommen hat. Und da ist er dann implizit drin, dass die ihn quasi noch mal kaufen wollten und äh wende dich doch nicht ab von uns, was er ganz klar getan hat. Er hat sogar den Einfluss dieser Bevölkerungsgruppe auf die Medien thematisiert in seinem letzten Interview mit äh Ben Chapiro und war kritisch bei dem 7. Oktoberereignis, und Epstein hat er deutlich gesagt, wahrscheinlich Mossad ja zusammen mit mit der CIA. Also es ist vollkommen klar und der wollte sich jetzt nicht kaufen lassen. Ja, also er war insofern gekauft, dass er sowieso aus diesen Kreisen Geldern hatte, aber natürlich nie mit der Vorgabe, du musst dieses oder jenes machen, weil das damals nicht die Themen waren, als er Turning Point USA gegründet hat und erst wie diese Themen aufkamen, vor allem jetzt mit dem ähm ja Abschlachten der Zivilbevölkerung in Gaza in großen Zahlen und der ist ja gläubiger Christ, da kann man eigentlich als gläubiger Christ nicht hinschauen, ja, als wirklicher und deswegen ist ja auch die Candace Owens da so stark äh engagiert und es ist halt schon seltsam, wenn quasi die zwei Wochen zuvor aus dieser Ecke so ein Druck auf ihn ausgeübt wird, ähm er jemandem gesagt haben soll laut dem Infowars-Reporter Harrison, ähm wenn ich mich gegen Israel wende, bringen die mich um und dann passiert es auch. Ja, also natürlich es könnte auch ein wirrer Einzeltäter gewesen sein. Äh hat auch ein Motiv, ja, äh in der Transcommunity, Links und so weiter. Es gibt die Motive auch, aber in der Regel, wenn man einen Sündenbock hinschiebt, dann strickt man auch eine Story. Also z. B. die Story bei 9/11 war ja auch, die hassen den Westen und deswegen hat Osama Baden da die Towers gesprengt oder Flugzeuge reinfliegen haben lassen und die kauft ja keiner mehr. Also, wenn es eine Geheimnisoperation war, dann wird immer eine Story drumrum gestrickt. Und ich denke, dass gerade äh ja auch auch messianische ähm äh Kreise da ähm mit ihre Finger im Spiel gehabt haben könnten. Also im allgemein gesagt die Kabale.

Stefan Magnet: Es ist ja äh ein gigantisches Signal, was auch Richtung aller Leute, die jetzt Israel kritisieren oder die überhaupt äh den Einfluss kritisieren, der hier von der Lobby ausgeübt wird. Ähm es ist ja ganz klares Signal auch gegen Tson, ja, gegen Kennis Owens, gegen Donald Trump selbst. Ja, man es wird gezeigt, wenn wenn diese Theorie stimmen sollte, wird er gezeigt, hey, da ist was dran. Ja, und Trump selbst weiß ähm, ob die darin involviert war oder nicht. Ja, und wenn sie nicht involviert war oder auf Druck involviert war, dann weiß er auch, wie der Hase läuft. Ja, und das wird man jetzt auch in den nächsten Monaten, denke ich, sehr schnell sehen, wie die offizielle Politik aussehen wird, in welche Richtung sie gehen wird, was machen die mit dem angedachten Ausnahmezustand oder den Sondergesetzen? Und ich glaube, es fällt ja uns sehr schwer, wenn sozusagen ein systemkritischer, ein eher dem rechten Spektrum zugeordneter Person hier hingerichtet wird, dass wir dann glauben können, das wäre vielleicht auch eine False-Flag-Operation oder eine getarnte Operation gewesen, wenn wieder ein rechter Terroranschlag ausgekramt wird oder wenn irgendeine Terrorzelle, wie wir haben es ja hinlänglich thematisiert, du auch, sächsische Separatisten, Reichsbürger, das wird dann so aufgebauscht und da sind wir ja schon sensibilisiert Aber in so einem Fall fällt’s uns schwer, weshalb auch die alternativen Medien hier nicht einer Meinung sind und du sagst eben, es gibt eine sehr mächtig eine sehr mächtige Klicke, einen sehr mächtigen Kreis. Du hast das Wort Kabale gerade gesagt. Ja. Was ist, was ist eigentlich die Kabale deiner Forschung nach? Oliver Janich: Ja, das ist das Interessante. Das habe ich für mein Buch rausgefunden. Äh das Wort Kabale, also im Englischen Cabal kommt tatsächlich von Kabala. Ich kann da mal was vorlesen aus einem äh äh sehr zuverlässigen Lexikon, das es schon seit Jahrhunderten gibt. Und ähm es gibt da gar keine Zweifel daran. Also das ist das Merriam-Webster-Lexikon, erklärt den Begriff Kabal. Der Begriff lässt sich auf Kabala zurückzuführen, dem mit mittelalterlichen lateinischen Namen für die Kabala. Und dann äh z. B. wurde das schon sehr früh angewandt auf eine Gruppe auf eine verschwörerische Gruppe von fünf Ministern in die Regierung von England äh ähm die da intrigiert haben. Und das heißt, dieser Begriff im 17. Jahrhundert schon war es ein absolutes Allgemeinwissen, dass die Kabalisten an einer Verschwörung zimmern. Und zwar kann man das auch noch viel genauer sagen, an welcher Verschwörung? Da habe ich unter anderem ein Zitat von der Israel Forever Foundation. Das ist eine zionistische Lobbygruppe, die schreibt: „“Wenn es unter den Juden einen Unterschied gab, dann zwischen denen, die passiv auf das Kommen des Messias warteten und denen, die versuchten, das Ende zu erzwingen, indem sie die Sammlung der Verbanden auch ohne göttliches Eingreifen herbeiführen wollten.“ Ab dem 13. Jahrhundert wurden diejenigen, die das Ende erzwingen wollten, mit den Lehren der Kabala identifiziert. Also erinnerst dich ja vielleicht, dass wir oder weiß ja, dass Schiller auch das äh äh ein Stück geschrieben hat, Kabale und Liebe. Also, das war damals praktisch bekannt, dass Kabalisten daran arbeiten, ja, die Welt zu ihren Gunsten zu verändern und heute weiß es gar keiner mehr. Ja, man kann es im Lexikon nachschlagen. Ähm, aber auch interessant ist, dass genau diesem Begriff Kabal David Rockefeller in seiner Autobiografie verwendet hat, wo er ein Geständnis macht, ja, das ihm vorgeworfen wird, dass er zu einer geheimen Kabale gehört. In deutscher Übersetzung steht da Verschwörung, aber ich habe es original besorgt und er sagt dann auch: „Ja, und ich bin stolz darauf.“ Ja, sagt dann eine Welt, dass wir eine Welt herstellen wollen. Das ist ja genau das, was die was in der Kabale auch gewünscht wird. gehen wir auch noch gleich rein und ja, ich glaube nicht, dass der David Rockefeller ähm bei dem ich nachweise, dass die Rockefeller Familie schon viel früher mit den äh Rothschilds zusammengearbeitet haben, was allgemein bekannt ist. Und die Rothschilds sind ja ganz offiziell Freimauer und Kabalisten sozusagen, das dazu komme ich gleich und dass es dann alles Zufall ist, wenn die das wenn die sich selbst so bezeichnen, das glaube ich nicht. Das ist aber jetzt nicht der größte Beweis, sondern der größte Beweis ist, dass die Ideologie einfach mit dem übereinstimmt, was auf der Welt passiert.

Stefan Magnet: Vielleicht darf ich noch mal einen Schritt zurückgehen. Du hast dieses Zitat gebracht aus der Israel Forever Foundation. Es wird auf den Messias gewartet. Die einen warten passiv und lassen die Dinge eben geschehen und wenn er kommt, dann ist er da und es erfüllt sich und die anderen versuchen etwas dazu zu tun. Ja, dass der Messias kommt. Ich kann mich da noch an die Stelle erinnern, wo Rabisch Nerson zu Bibi Netanyahu gesagt hat: „Ja, was hast du denn getan? Jetzt ist der Messias noch immer nicht gekommen, sozusagen. Mach mal was. Ja. Ähm, was erhofft man sich in der Mystik, das passiert oder was glaubt man denn, was passiert, wenn der Messias kommt? Was ist, warum warten alle darauf? Die Erlösung, das weiß man so, aber was, kannst du das vielleicht ganz kurz noch umreißen, bevor wir reingehen? Was will die Kabala? Oder ist das, hängt das zusammen?

Oliver Janich: Ja, das das hängt sehr zusammen. Also im Allgemeinen, wenn man so im Internet schaut, Wikipedia und so, dann ja, dann kommt der Messias und gibt’s ein Reich des Friedens und so weiter. Da gehe ich auch noch gleich drauf ein, was eigentlich Frieden bedeutet. Aber es gibt eine okkulte ähm äh Erwartung, die gar nicht so versteckt ist, weil der weltgrößte Kabala Experte, ja, der hat die meist verkauften Bücher die Kabala geschrieben, Gerschom Skolem in Deutschland geboren, aber jüdischer Herkunft. Ähm, der hat das einfach beschrieben und das dieses Zitat muss ich vorlesen und da gibt’s gar keinen Zweifel daran, dass es so ist. Also Tikonolam ist da der Begriff, also die Reparatur der Welt. Und die Welt ist aber erst repariert laut Gerschon Gershom Scholem. Wenn die Nichtjuden, die als Esau oder Edom bezeichnet werden, werden jedoch das gegenteilige Schicksal erleiden. Sie erhielten ihr Licht in dieser Welt auf einen Schlag, aber es wird sie allmählich verlassen, bis Israel stark wird und sie vernichtet. Gerschom Skolem, der Messianic ID and Judaism Seite 40. Das heißt, erst wenn alle anderen Völker vernichtet sind, ist die Welt laut deren Vorstellung repariert. Und das ist natürlich dann schon erschreckend. Und wenn man sich so ansieht, was vorgeht in der Welt, da komm man da vielleicht gegen Ende des Gesprächs drauf. Ähm geht’s ja den anderen Völkern jetzt nicht so gut, ne? Aber da kommen wir dann noch tiefer rein. Ähm bei die Problematik ist meiner Meinung nach nicht nur die Kabala selbst, sondern das Alte Testament. Ähm, aber jetzt könnte man sagen, ja, die Kabala, das das gibt’s in den Schriften, da gibt’s ein paar messianische Radikale. Also selbst Wikipedia schreibt er teilweise von Extremisten und die sind ja auch unverdächtig, da irgendwelche gegenteiligen Sympathien zu haben. Aber du hast ja in dem Buch ähm das offene Geheimnis, das ist ja ähm dein vorläufiges Lebenswerk, kann man so sagen, dein deine Recherchesammlung. Ich habe es ja auch in einer Sendung schon angepriesen, aber nur in der Hinsicht, dass ich sagen muss, ich habe es bis heute ja nicht zu Ende gelesen, aber es sind ganz viele Zitate und Fundstellen drinnen. Tatsächlich, da werden wir heute nur einen Teil dazu bringen. Und da hast du ja auch geschrieben, dass das ganz eng die Kabala eine Grundlage für die Freimauerei ist, was ja sehr oft abgestritten wird aus diesen Kreisen, die sagen: „Ja, wir wollen ja nur die Brüderlichkeit, wir wollen sozusagen uns selbst besser machen und uns erhöhen, aber du sagst, die Kabala spielt eine Rolle bei den Freimaurern. Das ist die Ideologie der Freimaurer und das ist ganz ganz entscheidend. Dazu lese ich jetzt auch, damit es jeder nachschlagen kann, ein Zitat vor und zwar von Albert Pike, der ja ähm der Schöpfer des schottischen Ritos ist, also des modernen schottischen Ritos und der natürlich Großmeister war in vielen Logen, der hat 1871 schon in Morals und Dogma geschrieben: „Alle wahrhaft dogmatischen Religionen sind aus der Kabala hervorgegangen und kehren zu ihr zurück. Alles wissenschaftliche und erhabene in den religiösen Träumen aller Illuminaten, Jakob Böhne, Swedenburg, St. Martin und anderer ist der Kabala entlehnt. Alle freimaurischen Vereinigungen verdanken ihr ihre Geheimnisse und ihre Symbole. nd das ist natürlich ganz ganz entscheidend, weil da können wir müssen wir noch mal ein extra Interview machen. Das unser ja selbstertes ähm äh Interview ging auch darum, wie wir die rei Mauerei verbreitet und wie viel Einfluss die haben. Aber jetzt nur ganz ganz kurz die offensichtlichen Sachen. Rußwelt war Freimaurer, Churchill war freimaurer, Zweiter Weltkrieg. Ähm, viele äh amerikanischen Präsidenten waren waren freimaurer. Also, das sind das sind mal die die ganz offensichtlichen Sachen. Ähm und äh heute ist ein bisschen schwerer nachzuweisen, wie ein einflussreich die sind. Äh da müssen man dann müssen wir eine extra Sendung drüber machen. Ähm aber auf jeden Fall spielen diese Greiser eine Rolle, die B2 Loge und so weiter, aber niemand du, ich weiß nicht, wie viel Bücher du schon über die Freimauerei gelesen hast, aber in fast keinem dieser Bücher steht steht drin, dass die Kabala die Ideologie ist. Und ich habe da mehr mehrere Zitate dazu, sogar von einem Freimaer Lexikon, dass das der Fall ist. Und das ist natürlich dann erschreckend, weil dann betrifft es natürlich jetzt nicht nur Israel, also die Gruppen in Israel, die einfach, sag mal nationalistisch im nationalen Interesse Israels handeln, sondern eben das ist ja eine weltweite Degruppierung, die in allen Ländern ähm vertreten ist und z.B. für die Israel Lobby, die ist ja nachgewiesermaßen sehr stark in in Amerika, das ja gar kein Zweifel, Apec und so weiter, das weiß ja jeder. Ähm, aber das kann man jetzt z.B. nicht so einfach nachweisen in jedem Land. Ja, man merkt ein bisschen an der Berichterstattung. Ja. Ähm, aber ähm, dass die Freimauer in z.B. in Frankreich sind sie sind die sehr stark. Gibt natürlich unterschiedliche Gruppierung in der Freimauerei, aber fast jeder verschweigt dir eigentlich, dass die Kabala deren Ideologie ist. Also genau, das ist ja auch mein Recherchestand, dass wenn man die offizielle Literatur liest, wo sie sich erklären auch, ja, oder wo sie Historiker gestatten gewisse Einblicke zu geben, dann wird die Kabala dort tunlichst nicht erwähnt und es werden ja sozusagen die äh idealistischen nach außen kommunizierten Ziele, die heren Ziele werden kommuniziert und was auch vollkommen klar ist, ist, dass ja das pyramidal aufgebaut ist und natürlich die unteren Ebenen überhaupt nicht wissen, was sie hier tun. Ja, die nutzen das, um beruflich voranzukommen, um wirtschaftliche Vorteile zu haben, um die guten Connections, dort werden ja viele Dinge ausgedealt und so. Das findet ja tatsächlich in ganz ganz vielen Logen in Europa auch statt, aber natürlich, dass die tatsächliche, dass das moralische Fundament die Kabala sein soll, das wird überall möglichst unterdrückt. Und das hängt ja auch mit dem Alten Testament zusammen, denn ähm da bist du ja gerade im Buch sehr tief reingegangen, das wissen wir. Ich will mich heute tatsächlich überfragen an dich hier dem Thema annähern. Ähm denn du sagst, dass äh das Alte Testament keineswegs ein ein eine reine Bibel der Liebe ist. Ähm eine eine reine äh Kommunikation von nächsten Liebe, sondern dass es dort sehr heftig zugegangen ist, was man nicht weiß. Man weiß heute ja, dass es sehr heftige Stellen beispielsweise im Koran gibt, ja, dass es sehr heftige Stellen auch äh im Christentum gibt und dass es viele heftige Auseinandersetzungen im Namen des Kreuzes gab. Aber diese Stellen aus dem Alten Testament, die sind zwar aufbar für denjenigen, der sie lesen will, aber es wird nicht öffentlich darüber diskutiert. Du tust das schon. Ja, also du hast ja vorher etwas erwähnt, nämlich ähm fundamentalistische Kräfte in Israel. Also fundamentalistisch heißt, dass man sich genau daran hält, was in dem Hauptwerk steht, in der Tora. Und das Alte Testament gehört ja bei den Christen eben auch dazu. Und ähm erstmal muss man sagen, dass es im Alten Testament um eine Welteroberung geht. Grundsätzlich schon. Also, es wird ja aus den Texten äh der Bibel geschlossen, dass am Ende ein Messias aus dem Hause David kommt, der ein Welt ein äh Herrscher über die gesamte gesamte Welt sein wird. Also insofern ist es ist es nie nur ein israelisches Problem, ja, in Anfangszeichen, also betrifft es nie den Staat Israel, weil das ja angelegt ist, dass die ganze Welt beherrscht werden soll.

Bereits dieser Ausschnitt macht es allzu deutlich, worum es ihnen geht. Es muß daher nicht alles, mag es noch so belustigend sein, wiedergegeben, was Stefan Magnet und Oliver Janich am 18. September 2025 über fünfundsiebzig Minuten miteinander für eine Weise

Etwas kann zu Oliver Janach doch noch gesagt werden, was noch nicht gesagt wurde, obgleich dies nur indirekt: Er ist eine Vorlage, jedenfalls für G. G., der vor kurzem — vielleicht würde Stefan Magnet es wie das in dieser Weise besprochene janichsche Buch auch als sein „Lebenswerk“ betrachten — im grazerischen Verlag ein Buch herausbrachte, dessen Cover blutverschmierte Hände zeigt, genauso also, wie acht Jahre zuvor Oliver Janich seinen Artikel „Das Tagebuch des Horrors …“

Einer Belustigung können zwar keine Vorwürfe gemacht werden, aber auch innerhalb einer Belustigung gibt es Momente des Ernstes, wenn die zwei Weisen von Auf1 Antisemitismus ansprechen, sie es betont haben wollen, daß sie keinen Antisemitismus —

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unverständlich sind. Die Frage ist für mich immer, was hat das für Auswirkungen auf heute? Und das war ja auch der
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Einstieg und da kommen wir jetzt auch gleich wieder dazu. Für mich ist ganz klar als Journalist, dass ich weiß, dass
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es vermientes Gebiet ist, dass man nicht darüber sprechen soll, ähm dass das uns sofort wieder vorgeworfen wird
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Antisemitismus, dass uns sofort wieder vorgeworfen wird, ja, wir repetieren hier eine Jahrhunderte alte
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Verschwörungserzählung von einer angeblichen Weltherrschaftstheorie, aber das sind die Zitate aus dem Alten
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Testament und ich denke, der Zuschauer ist mündig genug. Also wir senden ja heute nicht im Zwangsgebühren Fernsehen,
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wo den Leuten was in der Klotze vorgesetzt wird, sondern wir haben ja mündige Medienkonsumenten und die fordere ich an dieser Stelle auch auf.

Der hat vor über 2000 Jahren begonnen und man muss sich ja noch mal anschauen, was ich jetzt hier alles an Zitaten um
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die Ohren gehauen habe und niemand spricht darüber. Das ist ja nicht so, weil es unwichtig ist, sondern es ist
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so, weil weil es wichtig ist. Das kennen wir von den mainstream Medien, dass sie über das Wichtige eben nicht sprechen.
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Du hast äh was für mich noch eine wichtige Differenzierung in diesem Gespräch ist, du hast ja im Vorfeld, wir
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sind ja schon länger zu diesem heiklen Thema im Kontakt, ja, und ähm du hast ja im Vorfeld auch mehrfach gesagt, dass
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viele, dass man eben nicht die Christen, die Moslems und die Juden in einen Topf
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schmeißen kann, sondern dass es eben Kreise gibt, die das sehr extrem betreiben, die eben das auch
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voranbringen wollen, dass sie mächtige Netzwerke, du hast jetzt nur ein paar Auszüge aus dem Big Techkonzernen genannt, aber dass der da der die
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einfachen jüdischen Bürger, dass die ja den Nachteil auch dessen auslöffeln
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müssen und kosten müssen. Ähm beispielsweise der Krieg jetzt in in Israel, in Palästina, in Gaza, der wirkt
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sich ja sehr negativ beispielsweise auf die europäischen Juden aus in den einfachen Gemeinden, denn die bekommen
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ja jetzt Probleme auch durch die muslimische Einwanderung in Europa und so. Also für dich ist es ja eben und das
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hast du in Buch, das Kapitel habe ich gelesen ausgeführt, dass es ja eben genau kein Antisemitismus ist, diese
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kleine Gruppe an äh Verschwörern sozusagen anzusprechen.
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Genau. Also, das ist ganz wichtig. Es ist noch schlimmer, als du gesagt hast. Die jüdische Bevölkerung soll nach deren
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Plänen am meisten leiden. Und da gibt’s auch eine Stelle äh im Alten Testament,
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dass zwei, also erst sollen ja nach deren Vorstellungen äh alle Juden nach
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Israel gehen und dann sollen zwei Drittel der israelischen Bevölkerung sterben. Das ist eine Interpretation.
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Der andere Interpretation ist zwei Drittel der Weltbevölkerung. Aber ganz besonders die jüdische Bevölkerung, die
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ist am meisten von diesem ganzen Endzeitszenario betroffen. Am Ende sollen nur die die guten, ja, die sie an
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all diese Regeln halten, äh äh übrig bleiben. Und natürlich ähm kommt es auch
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zu Antisemitismus durch das äh was da in Israel gerade passiert. Das ist ja, ich meine, also erstens werden die gan
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werden die die radikale Moslems nach Europa verdrieben und greifen dort Juden
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an und dann kommt’s natürlich auch dadurch, dass dass durch das, was sie da im Gaza machen, gibt’s auch Leute, die
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dann sagen, äh die das dann auf alle Juden übertragen, was ja totaler Quatsch ist, weil die sowieso äh ähm
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mehrheitlich äh also die sind ja in Amerika mehrheitlich links und eher gegen gegen den Netaniao.

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Ein gutes Beispiel noch zum Schluss habe ich auch in meinem Buch drin. Es hat eine größere Anzahl an Juden den
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Irakkrieg abgelehnt als der Durchschnitt der amerikanischen Bevölkerung. Und der Irakkrieg wurde ganz klar für Israel
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geführt. Da gibt’s gar keinen Zweifel, aber die jüdische Bevölkerung in Amerika hat den mehrheitlich abgelehnt. Also
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natürlich, also es gilt aber für alle. Das gilt für die jüdische Bevölkerung, für die christliche und für die muslimische Bevölkerung. Die sind alle
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Opfer in diesem Spiel. Die werden von ihren eigenen Eliten verheizt, wie wie es ja quasi
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ja, wie man jetzt sieht auch in Deutschland und in jedem Land. Die einfache Bevölkerung, die leidet unter
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unter diesen Politiken und ähm ja und in dem Fall, das schreibe ich sogar ganz am Anfang des Buches, die jüdische
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Bevölkerung äh nach deren Plänen am meisten. Ja, und deswegen hoffe ich ja auch, dass es aus allen
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Bevölkerungsgruppen Leute gibt, die das Buch lesen. Man muss auch sagen, dass am ehesten erwarte ich, dass ich über das
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Buch mit dem Rabbi diskutieren kann, weil die sehr äh generell sehr, das hat ja auch der Markus Gehr diskussionsfreudig ist. Die Diskussion
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ist ja auch im Talmut angelegt, wobei er dabei verschwiegen hat, dass manche Sachen nicht, also nichts aus einer
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Dialektik raus entstehen. Aber egal, ich erwarte mir am ehesten, dass aus aus dieser äh also ich werde den mal
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anschreiben, den Jehuda Teichil, ja, aber ich glaube nicht, dass der antwortet. Aber ich kann mir am ehsten, ich habe ja auch andere internationale
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ähm Diskussionen gesehen zu den zu den Themen und am ehsten findest du mal so
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ein Rabbi, der darüber diskutiert, weil die der versucht hal zu verteidigen. Ähm
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aber auf jeden Fall die breite Bevölkerung, die jüdische ist davon noch negativer wahrscheinlich prozentual
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betroffen als als wir. Also im Endeffekt äh das gleiche System
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überall. Eine USA von allein dient nicht den Europäern, sondern der EU-Diktatur.
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Und äh wiederum radikale zionistische Kräfte, dienen
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gewissen Stellen und messianischen ähm Ausrichtungen. Ganz kurz, das ist das
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möchte noch mal sagen, das ist ein ganz das sind 0,01% der Bevölkerung. Ja, die Rotchills, die die Soros und so weiter,
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das sind das sind 0,01% der Bevölkerung, die dann das dann auf alle zu übertragen. Das ist ja vollkommen
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bescheuert. Das ist nicht nur unmoralisch, das ist bescheuert.
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Das ist ähm das ist noch mal eine nötige Klarstellung zum Schluss dieses Interviews. wird wieder polarisieren, es
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wird die Leute ähm vielfach aufregen, es wird sie aber hoffentlich auch vielfach anregen und ich hoffe, dass als Ergebnis
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dieses Interviews, dieses Gesprächs auch tatsächlich ähm dann eine spirituelle Diskussion in weiterer Folge mit dir
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zustande kommt, dass ich eben Christen melden, dass ich ähm aus allen Bereichen
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Rabiner hast du angesprochen, um hier einfach weiter klarzustellen, denn ich denke eine ganz eine ein klärendes
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Gespräch Und eine Klarstellung wäre tatsächlich hilfreich, dass jemand sagt, ja, wir vertreten alles das, aber wir
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sehen dieses und jenes ganz anders. Ja, wir sehen es heute anders. Das wäre einfach wichtig. In deinen Recherchen hast du entsprechende Stellen ja nicht
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gefunden äh bei diesen Klarstellungen und äh deswegen haben wir dieses Thema
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heute auch in diese Richtung vertieft, denn wir sind auch der Meinung, dass es äh vermietes Gebiet bleiben soll. Und
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Charlie Kirk, um hier noch mal den Bogen zu bringen, hatte gewisse Themen
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bereits auf dem Schirm und hatte angekündigt, da reinzugehen und er hat es nicht getan und er wurde vorher
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ausgeschaltet von wem auch immer. Entschuldige, das hat die Kennis uns auch gesagt, dass der eine spirituelle
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Transformation durchgemacht hat und ich glaube, der ist diesen vielleicht jetzt nicht genau dem, was ich sage, weil die
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Kennis ist ja auch katholisch, die hat ja auch nicht ganz kapiert. Ähm, aber dieses Thema äh grundsätzlich hat dem
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war er glaube ich schon auf der Spur. Das werden wir wahrscheinlich nicht so schnell erfahren, aber viele Kollegen
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von ihm in den USA haben ja Kennes Owens beispielsweise ganz klar gesagt, wir
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werden nicht aufhören, bis die Wahrheit ans Licht kommt. Und nachdem sie sehr nahe dran sind und auch seine Frau sehr
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kooperativ erscheint, kann man davon ausgehen, dass man da in den nächsten Wochen und Monaten noch einiges zu sehen
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und zu hören bekommt. Wir werden für Sie dran bleiben bei auf 1. Wir werden auch weiterhin die heißen Eisen anpacken und
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wir werden kontroverse Themen journalistisch besprechen und diskutieren, so wie Sie das in den öffentlichrechtlichen und in den
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Konzernmedien absichtlich nicht sehen und nicht hören. Aber ich denke, eine aufgeklärte Gesellschaft, eine
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demokratische Gesellschaft benötigt einfach kontroverse Diskussionen für und wieder. Alle Argumente müssen auf einen
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Tisch und dann entsteht eben in der verbalen Auseinandersetzung und im Diskurs entsteht dann etwas, was in
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Richtung Wahrheit geht. Und wenn man immer nur eine Seite zudeckt, wenn man immer eine Seite vertuscht, dann darf
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sich diese Seite auch nicht wundern, wenn es da und dort Unschärfen in der Recherche gibt, weil eben alles vertuscht und verdeckt wird, wenn es da
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und dort dann auch Zuspitzungen gibt, die vielleicht gar nicht so richtig sind, aber weil wir nur das aufdecken
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können, was sie mit aller Gewalt versuchen zuzudecken. Oliver Janich an dieser Stelle danke für deine Forschung
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und danke für dieses Gespräch, dass wir heute führen konnten. Ich wünsche dir in der Zwischenzeit alles Gute. Vielen Dank
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und zieh den Panzer an. Der ist immer drunter an, auch wenn er im Zweifel nichts hilft, wie wir gesehen

„Sozialleistungsbetrug durch Weiterbezug von Pensionen trotz dauerhaftem Auslandsaufenthalt – Neue Maßnahmen gegen Betrug sind geplant – Wolfgang Hattmannsdorfer nennt erste Eckpunkte des geplanten Paktes“

Das ist in einer österreichischen Tageszeitung an diesem Sonntag, 21. September 2025, zu lesen:

Neue Maßnahmen gegen Betrug sind geplant
Hartes Durchgreifen bei Auslandsreisen und Krankenständen sowie
Rückforderungen. Es geht um mehr als 20 Millionen pro Jahr.

Die Regierung feilt an einem Paket zur Bekämpfung von Sozialleistungsbetrug. Es geht dabei unter anderem […] den Weiterbezug von Pensionen oder Ausgleichszulagen trotz dauerhaftem Auslandsaufenthalt […]

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer nennt erste Eckpunkte des geplanten Paktes.

Der „Weiterbezug von Pensionen“ bei einem „dauerhaften Auslandsaufenthalt“ würde also zu einem „Sozialleistungsbetrug“ … Wie dies zu einem „Sozialleistungsbetrug“ führen kann, wenn es rechtlich geregelt ist, daß Pensionen auch an den Hauptwohnsitz im Ausland überwiesen werden können, wird wohl Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer genauestens erklären können.

Anders sieht es rechtlich beim Weiterbezug von „Ausgleichszulagen“ aus …

Wenn Sie eine Pension beziehen, haben Sie Anspruch auf eine Ausgleichszulage, wenn
Ihr rechtmäßiger und gewöhnlicher Aufenthalt im Inland ist […]

Personen, die lange gearbeitet haben und 360 bzw. 480 Beitragsmonate auf Grund einer Erwerbstätigkeit erworben haben, erhalten einen sogenannten Ausgleichszulagen- oder Pensionsbonus. Ausgleichszulagenbonus: Wenn Sie eine Ausgleichszulage zu einer Eigenpension beziehen.

Anspruch auf eine Ausgleichszulage hat jede*r Pensionist*in in Österreich, wenn das Gesamt­einkommen so gering ist, dass ihr*ihm nicht zugemutet werden kann, davon zuleben.

Personen, die eine Ausgleichszulage, einen Ausgleichszulagenbonus einen Pensionsbonus oder Pflegegeld erhalten, sind verpflichtet, jeden Auslandsaufenthalt, der länger als 1 Tag dauert, sofort zu melden.

Menschen, die dreißig bzw. vierzig Jahre gearbeitet haben, Pensionisten sind, deren Gesamteinkommen so gering ist, daß sie davon nicht leben können und Pensionistinnen deshalb Anspruch haben auf eine Ausgleichszulage, einen Ausgleichszulagenbonus, einen Pensionsbonus, müssen ihren rechtmäßigen und gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben; in dreißig bzw. vierzig Jahren Arbeit haben sie wohl von der Welt genug gesehen, so daß es nur zu ihrem Wohle sein kann, wenn sie das Inland, Österreich nicht mehr verlassen dürfen, außer sie wollen ihren Anspruch … Das hilft zu verstehen, wie hier „Sozialleistungsbetrug“ begangen werden kann: Ein Mensch, der vierzig bzw. dreißig Jahre gearbeitet hat und zum Überleben auf eine Ausgleichszulage angewiesen ist, hält sich, ohne das sofort gemeldet zu haben, drei Tage und nicht nur einen Tag im Ausland auf —

Was dadurch für Schäden entstehen, wie recht doch Wolfgang Hattmannsdorfer hat, hier hart durchgreifen zu wollen, noch dazu im Angesicht von 23,36 Millionen Euro in Summe des vollständig aufgezählten „Sozialleistungsbetrugs“ in 2024. Was das für eine immense Schadenssumme ist, was mit dieser enormen Summe alles geleistet hätte werden können, wie nachhaltig diese Summe eingesetzt hätte werden können, das kann Herrn Hattmansdorfer wohl keine Parteikameradin besser verdeutlichen, als Klaudia Tanner, beinahe drei weitere Radpanzer hätten 2024 dafür angeschafft werden, auf 24 Millionen Euro fehlt ja nicht viel.

Was für eine Steigerung nicht nur, sondern geradezu eine nachhaltige Sicherheit Österreichs hätte erst mit einer Kavallerie von 228 statt 225 Radpanzern verkündet werden können.

Jetzt aber wird es der Verteidigungsministerin endlich gelungen sein, was ihr einst beim bundeskanzlerischen Kontrolldruckkavalier nicht gelang, ihm, Hattmannsdorfer, wohl recht genau und vor allem endlich erfolgreich erklärt zu haben, wie sein Wort zum Sonntag an diesem 21. September 2025 die Tageszeitung verkündet:

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer von der ÖVP spricht von einer Frage der „Fairness und Leistungsgerechtigkeit“. „Sozialbetrug ist kein Kavaliersdelikt, jeder erschwindelte Euro fehlt bei Pflege, Bildung und Sicherheit.“

Aber nicht jeder „Sozialbetrug“ erfordert ein hartes Durchgreifen, manchem ist mit katholischem Verständnis und mit christlicher Nächstenliebe zu begegnen, und vielleicht auch der Einsicht geschuldet, Forderungen und Rückforderungen können diese armen Sozialbetrügenden ohnehin nicht erfüllen …

Führer der Kirche: „Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung.“

In der gestrigen Sendung — Reformerwartungen Papst Leo XIV. Religion aktuell. Ö1, 18. September 2025, 18.55 Uhr — wurde die „Meinung des Kirchenführers“, die er, Robert Francis Prevost, selbst wohl als Sendung verstanden haben wird wollen, zitiert:

Denn Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung.

Was für eine gute Bezeichnung in dieser Sendung für den nunmehrigen Anführenden des Hofes Vatikan — vulgo Leo nun für ein paar Jahre, ein oder zwei Jahrzehnte — gewählt wurde: „Kirchenführer“.

Es wird oft und gerne auf einen Ausspruch von einem der katholischen Staatsphilosophie zugeordneten Vertreter zurückgegriffen: „Toute nation a le gouvernement qu’elle mérite.“

„Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“ So lautet die landläufigste Übersetzung dieses Spruchs. Nun, im Falle dieses Führers stimmt das nicht, oder es stimmt insofern, wenn gesagt wird, 135 wahlberechtigte Männer sind ein „Volk“, ein Volk von 135 haben diesen Mann am 8. Mai 2025 zum Führer gewählt, am 8. Mai, an einem Tag also, der als Tag der Befreiung seit achtzig Jahren gefeiert wird. Was auch kaum bis gar nicht stimmt, daß Führer von einer Mehrheit von Menschen einer Nation gewählt werden, so daß gesagt werden könnte, die Menschen verdienen sich den Führer, der in der Regel ein Mann ist, so daß gar nicht von einer Führerin zu sprechen gebraucht wird, das wäre bloß das Gendern gegen die Wirklichkeit — Führer werden, das ist im Grunde die Regel, gemacht.

Mit „Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung“ gesellt sich dieser Kirchenführer nun zu all den Männern hinzu, reiht sich dieser Führer in die Kohorte der Männer ein, für die die Demokratie nicht nur nicht die beste Lösung ist, sondern die eifrig und eifernd nach einer für sie mannesgemäßen Lösung suchen, an einer mannesreichen Rückkehr basteln, und das ist alles fern, recht weit fern der Demokratie. Ein heute dafür gebrauchtes landläufiges Schlagwort ist: Autokratie. So marschiert dieser im seligen Reich der einhundertprozentigen Männerquote gemachte Führer mit seiner Meinung, Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung, mit den Führern derselben Meinung und demselben Begehren, Demokratie sei nicht die beste Lösung, deren ständig genannten und somit bekanntesten Namen u. a. m. sind: Trump, Putin, Orbán, Milei, XI, Kim Jong

Es könnte auch gesagt werden, diesen sind die seit jeher absolutistisch respektive autokratisch regierenden Kirchenführer ihr Ideal einer Staatsführung, und sie reihen sich in die Kohorte der Kirchenführer ein …

PS Was sonst noch um des Führers Sendung „Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung“ herum u. a. gestern berichtet wurde, soll nicht verschwiegen sein:

In den nunmehr über vier Monaten des Pontifikats von Papst Leo den Vierzehnten war oft zu hören, man könne die Meinung des zurückhaltenden Kirchenführers zu den bekannten heißen Eisen noch nicht einschätzen. Davon hat Leo gesagt, was er schon früher als Robert Francis Prevost gesagt hat, bloß wiegen jetzt seine Worte ungleich schwerer. Er hat keine Reformen vor in der Frage der Rechte von Frauen oder LGBTQ-Personen in der katholischen Kirche. Das u. a. sagt er im ersten Interview, das heute auf spanisch als Buch in Peru erschienen ist. Aus Rom Cornelia Vospernik: Es sei höchst unwahrscheinlich, zumindest in naher Zukunft, daß sich die Lehre der Kirche zu Sexualität oder Ehe ändern werde, sagt Papst Leo. Er bestätigt damit, was von ihm zu erwarten war. Und begründet das. Die LGBTQ-Fragen seien höchst polarisierend, und er bemühe sich darum, die Polarisierung der Kirche nicht weiter zu verstärken. Deutlich wird das auch in einem im Ton veröffentlichten Ausschnitt eines Interviews, in dem er sich über die Synodalität äußert, die Kirche solle nicht zu einer Art demokratischer Regierung werden [Wiedergabe Aussage des Führers: schlecht verstehbar]. Denn Demokratien seien nicht für alles die beste Lösung.

Das Gewicht der Rede

Am 17. September 2025 schreibt eine der Strippen auf der Konzernplattform X dies, und das ist aus einem einzigen Grund zu erwähnen, weil es bis zum heutigen Tag zu dieser frühen Stunde am 18. September 2025 von über fünfundvierzigtausend Menschen bereits aufgerufen, von zweitausendvierhundertvierundsiebig Menschen mit einem „Herz“ markiert wurde:

Was für eine Witzfigur, das ist ja unerträglich, der soll ein Land repräsentieren, der steht einer der größten und stolzesten Nationen vor, steht in einer Reihe mit Kanzlern und Kaisern als Staatschef, das gibt es ja nicht was ist das für ein erbärmlicher Witz, leben wir in einer Simulation oder was, das kann doch keiner erst nehmen und meinen, ich meine, wann wird dieser schlechte Witz aufgelöst?

In der Reihe von welchen „Kanzlern“ und „Kaisern“? Gesinnungsgemäß wird die Strippe wohl zuerst an den Österreicher und an den zweiten Wilhelm gedacht haben, das durchaus naheliegt bei ihrer Reaktion auf die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz in der Synagoge in der Reichenbachstraße am 15. September 2025.

Für solch eine harte Strippe darf ein Mann keine Gefühle haben, schon gar nicht wenn er eine Rede hält, deshalb wohl diese Verunglimpfung von Friedrich Merz. Nein, das ist nicht wahr. Auch für eine Strippe darf ein Mann Emotionen zeigen, auch dann, wenn er eine Rede hält, darf er in Tränen ausbrechen, aber nur ein Mann der ein rechter Mann im österreichischen Parlament gesinnungsgemäß gedenkt

Oh, wie stolzgerührt würde die Strippe die Tränen ihres ersten nun habenden Nationalratspräsidenten gelobt haben, der für sie wohl einer in der Reihe ihrer …

Auf die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz reagiert die Strippe mit Derartigem und läßt sich dazu von KI ein diffamierendes Bild erstellen, das hier jedoch nicht wiedergegeben werden soll, sondern anstelle des Strippenbildes Bilder einer Frau, aus ihrer Rede in der Generaldebatte zum Bundeshaushalt 2025 am 9. Juli 2025 im Bundestag der Bundesrepublik Deutschland, die für die Strippe wohl eine recht würdige Kanzlerin in der Reihe ihrer Kanzler und Kaiser

Das sagt sie am 9. Juli 2025 im Bundestag, auf die als Kanzlerin in ihrer Reihe die Strippe recht stolz

Haben Sie [Bundeskanzler Friedrich Merz] dafür im Winter Wahlkampf gemacht, um im Bundesverfassungsgericht radikallinke Ideologin zu installieren, damit sie das höchste deutsche Gericht als Werkzeug für linke Staatsdeformation missbrauchen können, damit sie die Gewaltenteilung beschädigen und aushebeln können. Die SPD, von der Sie sich die Sozialfinanz und Wirtschaftspolitik diktieren lassen, rückt in ihrer Untergangspanik immer weiter nach links und klammert sich an die antidemokratische Wahnidee, die stärkste Oppositionskraft im deutschen Bundestag durch ein Parteienverbot zu beseitigen, beseitigen, mich zu beseitigen, die Kollegen dort zu beseitigen. Das ist der Sprachduktus ihrer Kandidatin für das höchste Gericht Frauke Brosius-Gersdorf, die lediglich bedauert, dass man unsere 10 Millionen Wähler nicht beseitigen kann. Sehr geehrte Damen und Herren, dieser Sprachduktus erinnert mich an ganz dunkle Zeiten. An ganz dunkle Zeiten. Dabei sollten es gerade die Sozialdemokraten aus ihrer Parteiengeschichte kennen. Mit dem Verbot konkurrierender Parteien beginnt jede Diktatur.

Wie anders hingegen Bundeskanzler Friedrich Merz am 15. September 2025 in der Synagoge in der Reichenbachstraße in München, dessen gesamte Rede hier und überall wiederzugeben ist, eine Rede an der zukünftig seine Handlungen zu messen sein werden, und seine Rede soll ob ihres Gewichts auch das letzte Wort in diesem Kapitel sein. Darum davor noch etwas zur Reihe der Strippe Kanzler und Kaiser. Der Österreicher als Kanzler setzte um, was schon dem Kaiser vorschwebte

[…]

So setzte er sich als junger Kronprinz im Jahr 1885 bei seinem Großvater, Kaiser Wilhelm I., für den bereits erwähnten Hof- und Domprediger Adolf Stöcker ein, der zu diesem Zeitpunkt in einem von einem jüdischen Zeitungsredakteur angestrengten Prozess wegen Beleidigung verurteilt worden war und daher nach dem Willen von Kaiser Wilhelm I. seine Stellung als Hofprediger aufgeben sollte. Prinz Wilhelm, der drei Jahre später als Wilhelm II. Kaiser wurde, schrieb am 5. August 1885 mit Erfolg an seinen Großvater: „Du wirst […] gelesen und gehört haben von der ganz unverantwortlichen und verwerflichen Weise, in welcher das gesammte Judenthum des Reiches, durch seine verdammte Presse unterstützt, sich auf den armen Stöcker stürzt und ihn mit Beleidigungen, Verläumdungen und Schmähungen überhäuft und ihm schließlich den großen Monsterprozess an den Hals gehängt hat. […] Jetzt […] {nach dem} Ausspruch des leider zu verjudeten Gerichtes [ist ein] wahrhafter Sturm der Entrüstung und Wuth in allen Schichten des Volkes entfesselt. […] Man glaubt es nicht, dass in unsrer Zeit solch ein Haufen Gemeinheit, Lüge und Bosheit sich zusammenfinden kann. Von allen Seiten brieflich aus der Ferne und Nähe tönt es mir entgegen ‚Ist der Kaiser davon orientiert? Weiß er wie es steht? Wie die Juden – hinter ihnen Socialisten und Fortschritt – alles dransetzen um Stöcker zu stürzen?’ Ja man sagt die Juden hätten es versucht sich im Kreise der Hofpersonen Freunde zu erwerben und dadurch bei Dir auch gegen Stöcker zu agiren! […] Stöcker ist […] die mächtigste Stütze, ist der tapferste, rücksichtslose Kämpfer für Deine Monarchie und Deinen Thron im Volk! […] O lieber Großpapa, es ist empörend wenn man beobachtet wie in unserem christlichen, deutschen, gut preußischen Lande das Judenthum in der schamlosesten, frechsten Weise sich erkühnt, alles verdrehend und corrumpirend sich an solche Männer heran zu wagen und sie zu stürzen sucht.“10

[…]

Ein weiteres Beispiel für den Umgang Wilhelms II. mit dem Thema Juden und Antisemitismus war das Verhältnis des Kaisers zum völkisch-nationalen Schriftsteller und Kulturphilosophen Houston Stewart Chamberlain (1855-1927). Um die Jahrhundert wende pflegte er mit ihm eine langjährige Korrespondenz, und über das im Jahr 1901 erschienene Hauptwerk des antisemitischen Schriftstellers und Schwiegersohns Richards Wagners „Die Grundlagen des XIX. Jahrhunderts“11 äußerte er sich begeistert und machte es zur Pflichtlektüre bei der Oberlehrerausbildung bzw. an preußischen Lehrerseminaren.12 Schließlich ist für den Zeitraum der Regierungszeit von Wilhelm II. eine antisemitische Äußerung dokumentiert, die er bei einem Besuch in Großbritannien gegenüber dem damaligen Außenminister Sir Edward Grey fallen ließ: „Es gibt viel zu viele Juden in meinem Land. Sie müssten ausgemerzt werden.“13

Wilhelm II. machte in diesem Zusammenhang, bei weitem nicht als Einziger in der Weimarer Republik,28 auch das deutsche und „internationale“ Judentum für die Niederlage im I. Weltkrieg und die nachfolgenden Ereignisse des November 1918 verantwortlich. Dabei sprach er auch von einer Weltverschwörung von „Juden, Freimaurern und Jesuiten.“ Sein Sturz sei das Werk der „Weisen von Zion“29 gewesen, der Weltkrieg sei durch jüdische Freimaurerlogen in Frankreich, England und Italien angezettelt worden.30

[…]

In einem Brief vom 2. Dezember 1919 an seinen einstigen Flügeladjutanten August von Mackensen kritisiert er – sich auf seine Abdankung beziehend – die Beteiligung von deutschen Juden – wie zum Beispiel des (U)SPD-Politiker Kurt Eisner in Bayern – an der Novemberrevolution 1918: „Die tiefste und gemeinste Schande, die je ein Volk in der Geschichte fertiggebracht, die Deutschen haben sie verübt an sich selbst. Angehetzt und verführt durch den ihnen verhassten Stamm Juda, der Gastrecht bei ihnen genoss! Das war sein Dank! Kein Deutscher vergesse das je, und ruhe nicht bis diese Schmarotzer vom Deutschen Boden vertilgt und ausgerottet sind! Dieser Giftpilz am Deutschen Eichbaum!“32

[…]

In einem Brief an einen amerikanischen Freund – Poultney Bigelow – im Jahr 1927 wird der Antisemitismus von Wilhelm II. ebenfalls deutlich: „Die hebräische Rasse ist mein Erz-Feind im Inland wie auch im Ausland; sind was sie sind und immer waren: Lügenschmiede und Drahtzieher von Unruhen, Revolution und Umsturz, indem sie mit Hilfe ihres vergifteten, ätzenden, satirischen Geistes Niederträchtigkeit verbreiten. Wenn die Welt einmal erwacht, muss ihnen die verdiente Strafe zugemessen werden.“38

[…]

Im selben Jahr schrieb er an denselben Adressaten: „Die Presse, Juden und Mücken“ (…) seien „eine Pest, von der sich die Menschheit so oder so befreien muss“. Dabei fügte er eigenhändig hinzu: „Ich glaube, das Beste wäre Gas.“39

[…]

Neben seiner zweiten Ehefrau44, Prinzessin Hermine Reuß, war es der viertälteste Sohn von Wilhelm II., Prinz August Wilhelm von Preußen, der sich zunächst aktiv den antidemokratischen und deutschnationalen Kräften in der Weimarer Republik anschloss, ehe er der NDASP sowie der SA beitrat. Er war u.a. Spitzenkandidat der NSDAP für die preußischen Landtagswahlen im April 1932 und engagierte sich an herausragender Stelle für die Nationalsozialisten. Mit seinem Engagement öffnete er den Nationalsozialisten auch jene Kreise des Adels, die zuvor dem Nationalsozialismus noch abwartend gegenüberstanden hatten. Schon bald, nach dem „Röhmputsch45 im Juni 1934, wurde der Prinz von den Nationalsozialisten fallengelassen.46

Judenfeindschaft und Antisemitismus bei Kaiser Wilhelm II. – Ausarbeitung – © 2007 Deutscher Bundestag WD 1 – 172/07 Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages

Auch das ist davor noch zu erwähnen, der Denkmalschutz,

zu dem nicht nur das Denkmalgeschützte auf dem KL-Platz in Wien sogleich einfällt, das im nächsten Jahr gesäubert und herausgeputzt werden soll, und dann auch sein sich im kunschak’schen Denkmal selbst verewigter nationalsozialistischer Schöpfer in seinem Glanz wieder erstrahlen wird.

Als makabere Kuriosität bleibt der Einspruch des Münchner Denkmalschutzamtes zurück, das zunächst darauf bestanden hatte, die Synagoge nicht nach den ursprünglichen Plänen des Architekten Meyerstein zu rekonstruieren. Sie sollte nach dem provisorischen Zustand des Jahres 1947 rekonstruiert werden. Oberbürgermeister Dieter Reiter räumte in seiner Ansprache deshalb ein, „die Begeisterung der Denkmalschützer war überschaubar, als es dann doch anders kam“.

Initiatorin Rachel Salamander schilderte schließlich, wie mühselig es gewesen sei, die Synagoge zu restaurieren. Sie und ihre Mitstreiter hätten sich an den ursprünglichen Plänen des Architekten Gustav Meyerstein orientiert, der das Haus im Bauhaus-Stil errichtet hatte.

Welt. „Das hätte einfach nicht passieren dürfen.“ Festakt in Synagoge. 16. September 2025

Auch das sollte davor noch nicht unerwähnt bleiben.

Und dann überraschte Reiter die Gäste in seiner Ansprache mit einer echten Nachricht: Der Terroranschlag auf das jüdische Seniorenheim neben der „Reichenbach“ im Jahr 1970 werde von der Generalstaatsanwaltschaft wieder untersucht. Es gebe neue Hinweise auf mögliche Täter.

Welt. „Das hätte einfach nicht passieren dürfen.“ Festakt in Synagoge. 16. September 2025

So kann aus etwas Ungutem einer Strippe doch auch etwas Gutes werden, die Wiedergabe der Rede eines Kanzlers,

und nach dem Lesen der gesamten Rede von Friedrich Merz wird das am Beginn Zitierte einer der Strippen der Generation 1790 schon gänzlich vergessen sein, und in Erinnerung bleiben wird das Gewichtige der Rede des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland.

Friedrich Merz, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Rede am 15. September 2025 in der Synagoge Reichenbach:

Es war ein Freudenfest, als vor ziemlich genau 94 Jahren, am 5. September 1931 die Synagoge Reichenbachstraße eingeweiht wurde. Zum ersten Mal eingeweiht wurde, wie nur wir Nachgeborenen bis heute wissen. Ein feierlicher Akt war in der Zeitung der Bayerischen israelitischen Gemeinde zu lesen, an dem die gesamte jüdische Gemeinde München ohne Unterschiede der Richtungen teilnahm.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir müssen annehmen, dass es gleichzeitig trotzdem ein Tag wachsender Sorgen und Furcht für die Feiernden war, dass sich die versammelte Festgemeinschaft untereinander gefragt hat, ob und wie lange Jüdinnen und Juden in Deutschland wohl noch sicher leben können, denn schon wenige Tage später, am 12. September 1931, am Abend des jüdischen Neujahrsfestes wird es am Berliner Kurfüstendamm schwere antisemitische Ausschreitungen geben, verübt von Hunderten von SA-Mitgliedern. Und diese Ausschreitungen waren kein Einzelfall. Straßengewalt gegen Jüdinnen und Juden. Übergriffe auf jüdische Geschäfte häuften sich ab 1930. Der Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft nahm zu. Und so bezeichnete das Jüdische Echo die Einweihung der Synagoge Reichenbachstraße 1931 als Ausdruck eines jüdischen Lebenswillens und einer jüdischen Lebenskraft, die sich selbst unter widrigsten Verhältnissen die Bedingungen schafft, die das jüdische Leben braucht.

7 Jahre, sieben kurze Jahre gab es dann jüdisches Leben, jüdischen Gottesdienst, jüdisches Gebet in dieser Synagoge unter immer widrigeren Umständen, bis 1938 die Synagoge von einem entfesselten Mob entweiht, geschändet, verwüstet wurde. Sie wurde nur deshalb nicht niedergebrannt, weil man Schäden an den umliegenden, und so hieß es, nichtjüdischen Häusern befürchtete. Wir wissen im Rückblick, dass die Novemberprogrome von 1938 nur der Auftakt waren für das Menschheitsverbrechen der Shoa, für den Versuch der systematischen, geradezu industrialisierten Auslöschung des jüdischen Volkes. Eine Tat, die so monströs, die so radikal böse ist, dass sie, um mit der großen deutschjüdischen Denkerin Hanna Arendt zu sprechen, „einfach nicht hätte passieren dürfen unter uns Menschen“.

Liebe Frau Salamander, Sie sind aufgewachsen als Tochter von Überlebenden der Shoa in einem, Sie haben es gerade in Ihrer Rede schon gesagt, Displaced Persons Camp bei München. Und Sie haben in einem Ihrer Bücher geschrieben, dass Sie als Kind immer wieder diese eine Frage stellten, ob denn den Juden niemand geholfen habe, ohne ein Festhalten an der Hoffnung auf eine positive Antwort, so schreiben Sie weiter, ohne ein Festhalten an der naiven Hilfserwartung des Kindes, wären wir doch als Menschen verloren.

Auch heute noch müssen wir das Entsetzen darüber zulassen, dass wir allermeisten eben nicht geholfen haben. Denn nur so können wir beginnen zu verstehen, was es heißt, dass sich unmittelbar nach dem Krieg Jüdinnen und Juden, Überlebende, Kinder der Überlebenden, trotz allem entschieden haben, in Deutschland, in München, in anderen deutschen Städten und Gemeinden zu bleiben, dorthin zurückzukehren, sich gar dort wieder zu beheimaten in dem Land, von dem die Shoa ausgegangen war. Wir sagen nun heute gern, das sei ein Wunder, denn es sprengt unsere gewohnten Maßstäbe, dass das möglich war und ist die Rückkehr jüdischen Lebens nach Deutschland. Aber natürlich war es kein Wunder, sondern es war das Ergebnis von Entscheidungen von Menschen jüdischer Abstimmung, Abstammung, die ein dennoch gesprochen haben, die nicht bereit waren, ihr Land mehr noch aber uns alle als Menschen verloren zu geben.

Sie, liebe Frau Salamander und Sie, liebe Frau Knobloch, können davon erzählen, welchen Einsatz es gefordert hat. wieder Orte und Räume zu schaffen für jüdisches Leben in Deutschland. 1945 schon wurde die israelitische Kultusgemeinde in München wieder gegründet. 1947 ist diese Synagoge, wir haben es gehört, ein zweites Mal eingeweiht worden. Es war erneut eine Eröffnung unter widrigsten Bedingungen. In der jungen Bundesrepublik Deutschland beschwieg man den Nationalsozialismus und seine furchtbaren Verbrechen weitgehend. Es gab lange Jahre keine Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld, schlimmer noch, es gab wenig Empathie mit den Opfern. Und es gab weiterhin Antisemitismus in vielen Köpfen. Heute 94 Jahre nach der Ersteinweihung können wir nun die dritte Eröffnung der Synagoge Reichenbachstraße feiern. Sie ist wiederum möglich geworden, nur durch Einsatz und harte Arbeit, die vor allem Ihnen, Frau Dr. Salamander, unser allergrößter Dank gebührt. Sie haben es gesagt, die Synagoge Reichenbachstraße, wie wir sie heute wirklich bestaunen können, wiederhergestellt in ihrer ganz ursprünglichen Pracht, Schönheit und modernen Formensprache, ist eine der ganz wenigen Synagogen im Bauhausstil, die es in Europa überhaupt gibt, sie ist ein wahres Kunstdenkmal und sie ist jetzt schon ein Ort von kunsthistorischer Bedeutung, ein nationales Erbe, weil wir hier in Beziehung treten können mit dem Judentum in Deutschland eben vor der Zeit des Nationalsozialismus und damit übrigens auch mit dem jüdisch-christlichen Wurzelwerk des kulturellen Lebens in Deutschland und in ganz Europa.

Das Bauhaus ist eben nicht denkbar ohne seine jüdischen Künstlerinnen und Künstler, wie überhaupt deutsche, die europäische Kunst, Philosophie, Literatur, Musik mit ihrem ganzen Reichtum nicht denkbar ist ohne jüdische Tradition, jüdisches Denken, jüdische Theologie.

Auch insofern ist es also für uns alle heute ein Anlass zur Freude und auch ein Anlass zur großen Zuversicht, heute hier versammelt zu sein und gemeinsam feststellen zu können, diese neue alte Synagoge ist wieder einmal mehr Ausdruck jüdischer Lebenskraft in Deutschland. Und gleichzeitig müssen wir uns der Tatsache stellen, dass Sie, dass die Jüdinnen und Juden in ganz Deutschland diesen Freudentag, die dritte Eröffnung der Synagoge, wieder unter widrigsten Bedingungen feiern müssen, unter neuen widrigsten Bedingungen. Polizistinnen und Polizisten stehen vor der Synagoge. Wir alle haben sie passiert. Die Gottesdienste, die hier ab heute gefeiert werden, die Kulturveranstaltungen, sie werden ausnahmslos unter Polizeischutz stehen. Polizei steht deutschlandweit vor jüdischen Kindergärten, Schulen, Restaurants, Cafés. Antisemitismus war eben nie aus der Bundesrepublik Deutschland verschwunden. Das wissen viele von Ihnen aus bitter eigener Erfahrung. Und daran erinnert uns übrigens auch die Gedenktafel, wenige Meter von diesem Platz hier entfernt. Die Namen der fünf Männer und zwei Frauen stehen darauf, die 1970 bei dem Brandanschlag auf das Altenheim der israelitischen Kultusgemeinde ums Leben gekommen sind, das hier im Vorderhaus gelegen war. Zwei von ihnen waren Überlebende der Konzentrationslager. Sie, Frau Knobloch, kannten viele der Bewohnerinnen und Bewohner dieses Altenheims. Sie können von dem Entsetzen erzählen, den dieser Anschlag damals ausgelöst hat, nicht nur, aber auch und vor allem in den jüdischen Gemeinden. Und seitdem, seit 1970, stehen jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland unter Polizeischutz. Das heißt, es gibt eine ganze Generation von Jüdinnen und Juden in Deutschland, die öffentliches jüdisches Leben nur so kennt, unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.

Und doch habe ich glauben wollen, haben viele in Deutschland glauben wollen, dass es vielleicht eines Tages besser wird. Und dann kam der 7. Oktober 2023. Der größte Massenmord an Jüdinnen und Juden seit der Shoa, eine gleichfalls monströse, eine barbarische Tat. Und wir blicken immer noch mit Fassungslosigkeit darauf, auf manchen deutschen Straßen wurde gefeiert. Meine Damen und Herren, an diesem Tag ist endgültig unübersehbar geworden. Wir haben in Politik und Gesellschaft zu lange die Augen davor verschlossen, dass von den Menschen, die in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland gekommen sind, ein beachtlicher Teil, ein Teil, aber ein beachtlicher Teil in Herkunftsländern sozialisiert wurde, in denen Antisemitismus geradezu Staatsdoktrin ist, Israel-Hass schon den Kindern in den Schulen vermittelt wird. Wir erleben seit dem 7. Oktober, Sie erleben seitdem eine neue Welle des Antisemitismus im alten und in neuem Gewand. Unverholen und dürftig versteckt in Worten und in Taten, in den sozialen Medien, an den Universitäten, im öffentlichen Raum. Ich möchte Ihnen sagen, wie sehr mich das beschämt als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, aber auch als Deutscher, als Kind der Nachkriegsgeneration, ein Kind, das aufgewachsen ist, mit dem Nie-Wieder als Auftrag, als Pflicht, als Versprechen.

Ich möchte Ihnen, meine Damen und Herren, im Namen der Bundesregierung sagen, dass wir alles tun werden, was in unserer Macht steht, damit Jüdinnen und Juden in ganz Deutschland ohne Angst leben, feiern und studieren können, damit hier eine Generation jüdischer Kinder aufwachsen kann, die überall und jederzeit stolz von ihrem Judentum erzählen kann. Ich möchte in Richtung aller Bürgerinnen und Bürger unseres Landes sagen, es liegt an uns allen wieder mehr den je dieses Nie-Wwieder als unser aller historische Pflicht mit Leben zu füllen. Und vor allem möchte ich Ihnen sagen, Frau Dr. Salamander zusammen mit den Initiatorinnen und Initiatoren der Initiative Synagoge Reichenbachstraße und überhaupt allen, die mitgewirkt haben an der Restaurierung dieses Gotteshauses: Ich danke Ihnen dafür, dass Sie sich unter den neuen widrigsten Bedingungen an die Arbeit gemacht haben, dass Sie ein Zeichen gesetzt haben eben für die jüdische Lebenskraft. Für Hanna Arendt realisiert sich die Freiheit, die wir Menschen als Menschen haben, in unserer Fähigkeit jederzeit einen neuen Anfang machen zu können, die Initiative zu ergreifen, zu handeln, Neues in Bewegung zu setzen. Es ist ein großes Glück für die Bundesrepublik Deutschland, für diese Stadt München, sehr geehrte Frau Dr. Salamander, dass Sie immer wieder die Initiative ergriffen haben, zuletzt für die Wiederherstellung dieser Synagoge. Sie haben einmal gesagt, Sie würden es als Ihre Aufgabe und die Aufgabe Ihrer Generation sehen, der mit den Menschen vernichteten jüdischen Kultur ein neues Fundament zu legen, das jüdische Geistesleben in Deutschland wieder zu beheimaten. Das ist Ihnen an diesem Ort in geradezu eindrucksvoller Weise gelungen. Ich wünsche mir sehr, dass diese Synagoge Reichenbachstraße genau das wird, ein Ort der Heimat für jüdisches Leben, für jüdische Religiosität in Deutschland, der ausstrahlt auf die ganze Bundesrepublik. Ich wünsche mir sehr, dass die Synagoge Reichenbachstraße, dass alle Synagogen in Deutschland, dass jüdische Schulen und Kindergärten, das jüdisches Leben insgesamt in Deutschland eines Tages wieder ohne Polizeischutz auskommt. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass dies nun schon seit Jahrzehnten offenbar notwendig ist.

Ich sage deshalb von dieser Stelle aus, jeder Form des alten und des neuen Antisemitismus in Deutschland namens der gesamten Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland den Kampf an. Politisch ohnehin, aber auch strafrechtlich und in jeder gesetzgeberischen Form, die uns möglich ist und die notwendig sein sollte. Wir werden Antisemitismus auch nicht dulden im Gewand der vermeintlichen Freiheit, der Kunst, der Kultur und der Wissenschaft.

Und lassen Sie mich jetzt abschließen. Lassen Sie es mich abschließend so zum Ausdruck bringen. Dieses Versprechen schulden wir Ihnen, unseren jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in ganz Deutschland und am heutigen Tag der israelitischen Kultusgemeinde in München und den Initiatoren und Mitwirkenden am Wiederaufbau der Synagoge Reichenbachstraße in ganz besonderer Weise. Dieses Versprechen schulden wir Ihnen ganz einfach als Dank für das großartige Geschenk, dass Sie uns heute allen hier in München mit der Wiedereröffnung dieses Gotteshauses machen. Herzlichen Dank.

Generation 1790

Es hat schon einmal wer von der „Generation 1790“ geschrieben, vor bald einhundert Jahren.

Seine „Generation 1790“ jedoch war tatsächlich die Generation von 1790, und diese hatte

nichts mit der Generation 1790 der im 21. Jahrhundert Lebenden gemein.

Ernst Friedrich Heilborn war es, der 1927 in „Zwischen zwei Revolutionen“ über die „Generation 1790“ im ersten Band „Der Geist der Schinkelzeit“ im Kapitel „Drei Generationen – Zwei Städte“ schrieb.

Im zweiten Band von 1929, zur Vollständigkeit gesagt, der kulturgeschichtlichen Darstellung Deutschlands zwischen der französischen Revolution von 1789 und der deutschen Revolution von 1919 und dazwischen eingezwängt die Märzrevolution 1848 geht es um den „Geist der Bismarckzeit„.

Die Generation 1790

Den Generationen zwischen den beiden Revolutionen nachsinnend, denkt man gern an die Familie Humboldt, denn sie ist wie ein freistehender, doch geschützter Baum, in gutes Erdreich gesetzt, und wohl vermag man zwischen seiner Verästelung die Jahres-, seien es Generationenringe, abzulesen. Jetzt aber, 1790, sind Wilhelm und Caroline Humboldt selber jung, und hinter ihnen erkennt man den langen Zug derer, die mit ihnen gemeinsam ins Leben wallfahrten.

[…]

Diese Generation hat ihre eigene Ethik, und aus ihr leuchtet das Humanitätsideal. »Der Mensch schafft immer insoviel Gutes, als er in sich gut wird.« Religiosität ist noch nicht, wozu Schleiermacher sie rief, Sinn für die Unendlichkeit, sondern vielmehr die Stimme des Menschentums im Menschen.

[…]

Zum Prüfstein aller Religion wird – und das empfindet man denn freilich als ein Beglückendes – die Toleranz. »Nichts ist vermessener, als anderer Empfindungen despotisieren zu wollen, besonders über religiöse Gegenstände«, schreibt Caroline, sie betont es und kommt oft mit anderen Worten darauf zurück, er seinerseits dehnt das Gefühl auch auf die Häretiker der menschlichen Gesellschaft aus und erkennt im Verbrecher den Schwerzurichtenden.

[…]

Mit dieser Generation von 1790 steht man geistig auf einer Höhe, von der es denn nur Abstieg gibt.

Mit der im 21. Jahrhundert lebenden Generation 1790 „steht man geistig auf“ keiner „Höhe“, so kann es denn mit ihr auch keinen „Abstieg“ geben, und dennoch kann es mit ihr wieder zu einem Abstieg kommen, wenngleich es nicht ihr Verdienst und ihre Leistung sein wird, sondern es mit der massenhaften Übereinkunft fortschreitet, von der auch im 21. Jahrhundert noch vorhandenen geistigen Höhe abzusteigen, geradeweg in den Untergang

Meinungsfreiheit über alles

Wie wird von der identitären Parlamentspartei doch immer wieder gejammert, sie würde vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk Österreichs gar so schlecht behandelt, und nicht nur geklagt, mehr noch:

Einen der Hauptgegner im Nationalratswahlkampf sieht die FPÖ nicht in einer Partei, sondern im größten Medienunternehmen Österreichs: Die FPÖ verschärft vier Wochen vor der Wahl ihre Angriffe auf den öffentlich-rechtlichen ORF und seine Finanzierung über den ORF-Beitrag. Der von der FPÖ entsandte ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler und FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker präsentierten eine neue Webseite der FPÖ namens „ORF Inside“*, auf der die Freiheitlichen dokumentieren wollen, was sie als „Fake News“ und Verfehlungen des ORF wahrnehmen.

Ob nun die identitäre Parlamentspartei es als eine positive „Verfehlung des ORF“ dokumentieren wird, daß am 15. September 2025 der Name eines Angeklagten nicht genannt wird? So nobel zurückhaltend kann der öffentlich-rechtliche Rundfunk Österreichs gegen das Personal dieser Partei sein, daß lediglich vom „Angeklagten“ berichtet wird, in „Aktuell nach fünf“ um 17.42 Uhr, im „Abendjournal“ um 18.00 Uhr des Radiosenders Ö 1, in „Bundesland heute“ um 19.00 Uhr, in der „ZIB 2“ um 22.00 Uhr, und die nobelste Zurückhaltung, über den Beginn des Prozesses

Ihm wird die jahrelange Veröffentlichung von NS-Propaganda vorgeworfen, wofür nach dem Verbotsgesetz bis zu zehn Jahre Haft drohen.

gegen „Ex-‚Aula‘-Herausgeber“, beweist die „ZIB 1“ um 19.30 Uhr, für diese sogenannte Hauptnachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Österreich hat der Verhandlungsbeginn gegen den „damaligen Chefredakteur“ nicht einmal den Wert eines kurzen Berichtes in den „Kurzmeldungen“; es ist doch immer wieder eine schwere Aufgabe, zu entscheiden, welche Informationen für die Menschen in Österreich wichtig sein könnten, was sie zu erfahren haben und was nicht; so hatte am 15. September 2025 der Bericht über einen im einem „Erdloch“ steckenden LKW in Mexiko-City —

Der 15. September 2025 wird als Tag der Löcher in Erinnerung bleiben. Armin Wolf eröffnet die „ZIB 2“ um 22.00 Uhr mit:

Unsere Schlagzeilen hat leider gerade ein böses technisches Loch verschluckt.

In den Kurzmeldungen um 22.00 Uhr bekommt es doch einen Wert, über einen namenlosen Angeklagten zu berichten, und so wird über den namenlosen LKW im Loch und über den „Aula-Chefredakteur vor Gericht“ informiert.

Es könnte dem öffentlichen-rechtlichen Rundfunk Österreich hoch angerechnet werden, daß dieser den Namen von Angeklagten nicht nennt, auch ihre Rechte schützt, ihnen nicht ihre Zukunft verbauen will, ihnen nicht die Chance für eine Resozialisierung nach einer Verurteilung nehmen will, wäre nicht als Beispiel nicht einmal drei Wochen zuvor ein Angeklagter mit vollem Namen genannt worden, am 29. August 2025. Es wurde nicht nur sein Name genannt, er wurde auch gezeigt, ohne unkenntlich gemacht worden zu sein, wie nun der „Aula“-Angeklagte. Am 29. August 2025 hatte der Bericht über den namentlich und ohne Unkenntlichmachung gezeigten Angeklagten für die Hauptnachrichtensendung um 19.30 Uhr den Wert eines eigenen Beitrages und nicht nur den Wert einer „Kurzmeldung“. Der namentlich und gezeigte Angeklagte von seiner Bedeutung her ein „Polizist“, ein „ehemaliger Mitarbeiter“, wenn auch eines österreichischen „Nachrichtendienstes“, und soher könnte zurecht gesagt werden, es sei im öffentlichen Interesse zu erfahren, wie er heißt, wie er aussieht. Wie sehr trifft es dann im öffentlichen Interesse zu, das Aussehen und den Namen des „Aula“-Mannes zu erfahren? Handelt es sich bei diesem nicht nur um einen „Herausgeber“, einen „Chefredakteur“, sondern auch um einen „Politiker“, kurzum um eine Person des öffentlichen Lebens, der mit seinem Namen nie über hinter dem Berg gehalten hat.

Ein Mann, dem die Bezeichnung „Chefredakteur“ wohl stets zu gering war, adelte er sich doch selbst zum „Schriftleiter“

Es ist dem öffentlich-rechtlichen Rundfunks Österreichs aber hoch anzurechnen, daß er den Namen dieses Magazins nennt, das Magazin ohne Unkenntlichmachung zeigt, und nicht einfach berichtet: Chefredakteur eines Magazins vor Gericht …

„Aula“, ein Magazin, zu dem es zu viele Kapitel gibt, in denen erzählt wird, was für eine Art Magazin das ist —

Martin Pfeiffer, auch zu ihm zu viele Kapitel …

Martin Pfeiffer, nun als Angeklagter, worauf setzt er in seiner Verteidigung? Auf die „Meinungsfreiheit“, wieder und weiter auf die „Meinungsfreiheit“, „Meinungsfreiheit über alles“, vor zwölf Jahren zum Beispiel, aber nicht in der „Aula“,

sondern in „Zur Zeit“, das ist das Magazin

der Männer der Familie Mölzer, und

Vatter Mölzer nach wie vor ein von österreichischen Medien gern eingeladener Gast …

So war auf der Internetseite http://www.stopptdierechten.at zu lesen, daß der neue Mann am Präsidentensessel ja ebenfalls Burschenschafter (pennaler) sei und ferner das Sakrileg begangen habe, vor einiger Zeit einer NPD-nahen Zeitschrift ein Interview gegeben zu haben.

Natürlich wurde Hofer sofort nach seiner Wahl zum Interview gebeten und peinlich befragt. So lautet dann meist die Gretchenfrage: Wie hältst Du es mit den NS-Regime und den heutigen Gesetzen in bezug auf dieses? Und der vierfache Familienvater ging auch darauf ein, indem er – völlig richtig – sagte, daß sich das Verbotsgesetz „ein bißchen mit der Meinungsfreiheit spießt“. Obwohl Hofer genau differenzierte und keineswegs pauschal urteilte, meldeten sich sofort die parlamentarische Großinquisitorin Babsi Prammer sowie Pauker Harry Walter in der Zeitgeistpostille „Der Stand“ zu Wort und verteufelten die Worte des FPÖ-Politikers.

So muß der Dritte Nationalratspräsident umgehend zurückrudern und hoch und heilig Besserung geloben: „Die Debatte über das Verbotsgesetz zu führen, war unnötig. Es gibt überhaupt keinen Änderungsbedarf!“

Ansonsten wäre es ihm wie Martin Graf ergangen, der als Haßobjekt der Linken fünf Jahre lang in deren Visier war.

Es ist traurig, daß zwar liberale Spitzenjournalisten wie ein Christian Ortner und Michael Fleischhacker sowie der jüdische Publizist Henryk M. Broder, ohnen einen Skandal auszulösen, öffentlich für die Abschaffung des Verbotsgesetzes eintreten dürfen, ein Mandatar der FPÖ, der nur leise Korrekturen anmahnt, jedoch dafür medial hart abgestraft wird. Während linke und zeitgeistige Politiker seit dem Aufkommen der 68er Schritt für Schritt Tabus brachen, sind sie nun dabei, neue aufzustellen.

M. Pfeiffer ist Schriftleiter der „Aula“. Zur Zeit 47/2013.

Vor zwölf Jahren waren „Aula-Gesellschafter“ freiheitliche Akademikerverbände, u. a. m. der aus dem Salzburgischen und auch dieser weiß, wer alles ins „Visier“ —

Neben „Meinungsfreiheit“ wird zur Verteidigung noch das „Patriotische“ von ihm gesinnungsgemäß bemüht —

Martin Pfeiffer, nach wie vor, wie heute, 16. September 2025, auf der Website seiner Gesellschaft gelesen werden kann, Vorsitzender der „Gesellschaft für Publizistik“

ein recht würdiger Vorsitzender einer Gesellschaft der Ehrreichen wie Kosiek, aber derart reich an Ehrreichen ist es nahezu ungerecht, nur diese zwei zu nennen, mögen alle von ihnen sich mitgenannt wähnen —

Martin Pfeiffer, einer aus der Kolonne der Fürsprache und Verteidigung identitärer Nationalratspräsidenten …

Für einen weiteren aus dieser Kolonne war ein identitärer Nationalratspräsident einer mit zu „großen Schuhen“, nämlich jener, nach dem in Paraguay auch eine Straße benannt wurde, und dieser darf sich geschmeichelt fühlen, als Zeichen der Anerkennung und Auszeichnung ihn Paraguay-Martin zu nennen.

Stolz auf Straßennamen dürfen auch weitere sein, die

Zu dieser Ehre kommen die FPÖ-Nationalratsabgeordneten Martin Graf, Axel Kassegger und Christian Hafenecker, der Präsident der Österreich-Paraguay Gesellschaft, Walter Asperl und der Kaumberger Feuerwehrkommandant Anton Weiss.

Ein Versprechen der identitären Partei im Zusammenhang mit dem ORF ist abschließend zu erinnern,

„Kommt die FPÖ in Regierungsverantwortung, werden wir die Haushaltsabgabe wieder abschaffen“, bekräftigt Parteichef Herbert Kickl.

so ist es um die Versprechen dieser Partei bestellt, ehe sie etwas umsetzen kann, ehe sie ein allen Menschen im Land gegebenes Versprechen einlösen kann, geht der sie zurzeit Anführende voran und zerstört selbst die Möglichkeit, in „Regierungsverantwortung“ zu kommen, vielleicht aus Selbstschutz im Wissen darum, je nicht irgendein gegebenes Versprechen halten zu können.

Fellner – Mʌsk – Misik – Vilimsky

Viele Witze beginnen mit der Frage nach der Gemeinsamkeit etwa von Personen, und wäre es ein Witz, könnte dieser mit den in alphabetischer Reihenfolge Genannten begonnen werden, aber es ist kein Witz.

Auf der Konzernplattform X schreibt am 14. September 2025 Harald Vilimsky dies:

Offener Lynchauruf gegen Elon Musk. Den X Eigentümer aufknüpfen wie Mussolini. Die Babler Blase knallt offensichtlich völlig durch. Herr Fellner hat ein Linksextremismusproblem auf seinem Sender.

Auf der Plattform Bluesky am 13. September 2025 Robert Misik dies:

Gegen Musk ein Haftbefehl ausgestellt werden. Aber pronto! Zieht endlich die Samthandschuhe aus, ihr Feiglinge in London, Paris, Brüssel, Berlin…! Wir werden auch diese Faschisten ihrem gerechten Ende zuführen, wie Mussolini, Hitler ua. Die Freiheit wird am Ende siegen.

Und Raimund Loew kommt nicht umhin, das sofort weiterzuverbreiten, also nicht das von Harald Vilimsky, sondern das von Robert Misik.

Herr Fellner habe, so die Pointe des Witzes von Harald Vilimsky, ein „Linksextremismusproblem auf seinem Sender“. Wenn Herr Fellner ein Problem hat, dann ist es das, ein Journalismusqualitätsproblem zu haben, das u. v. a. m. auch an den in seiner Anstalt auftretenden Personen festzumachen ist, an u. a. m.

wie G. G.,

wie P. W.,

wie L. L.,

das ist das Manko der fellnerischen Anstalt: Qualitätsjournalismus.

Geradezu einen Pointenstrauß liefert Robert Misik, das nicht verwundert, ist er doch nicht „dieser schrullige Kasperl“, wie er, Robert Misik, ihn in Harald Vilimsky erkennt. Die bunteste Pointe in diesem misikschen Strauß ist wohl die,

Wir werden auch diese Faschisten ihrem gerechten Ende zuführen, wie Mussolini, Hitler ua.

Hitler wäre „auch“ seinem „gerechten Ende“ von „wir“ zugeführt worden — der Selbstmord dieses Österreichers:

Was für ein kollektiv zugeführtes gerechtes Ende

Die raffinierteste Pointe aber von Robert Misik ist, seine Pointen in der sprachlichen Maske etwa der Generation 1790 zu servieren: Feiglinge, Verbot, Freiheit, Gerechtes, Demokratie, Sich-Aufgeben …

Von nichts anderem sprechen und schreiben sie fortwährend, beispielsweise die eine Strippe, wenn sie etwa „sortiert Feiglinge“, beispielsweise Alexander Kern die Geschichte von Brittany Sellner und Lauren Southern erzählt, die „Gerechtigkeit und Freiheit“ wohl auch am Ende siegreich möchten, wenn für Peter Thiel die „Demokratie ausgedient“ habe, Demokratien sich selbst abgeschafft haben würden respektive aufgegeben haben würden, und auch bei Verboten wollen sie stets die Vorhirschenden sein …

Und dann kommt Robert Misik nicht umhin, auch noch „Haftbefehl“ … Wie viele Jahre schon wird aus den gesinnungsgemäß einschlägigen Kreisen schon ein „Haftbefehl“ für Angela Merkel unentwegt gefordert? Eine Forderung, die jetzt wohl weiteren Auftrieb bekommen wird, durch ein Buch mit einem Cover, das sie diffamierend mit blutverschmierten Händen zeigt, von einem, dessen Bühne die fellnerische Anstalt Woche für Woche ist

Es ist kein Witz, und doch lustig, wie alle dasselbe wollen, daß nämlich Freiheit siegt, Demokratie sich nicht aufgibt, es ist jedoch zu bezweifeln, ob es die Freiheit sein wird, von der Robert Misik meint, sie werde am Ende siegen, welche Demokratien sich für welche Demokratie aufgegeben haben werden …

denn in Vorstellungen sich auszudrücken wie jene, die nur und ausschließlich ihre meinende Freiheit für sich selbst, ihre meinende Demokratie für sich selbst, ihre meinenden Verbote gegen alle, nur sich selbst nicht als feige sehen, kann je nicht gesiegt werden, zumal Freiheit siegt nicht, Freiheit ist.

Wer in der Falle ihrer Behauptungen, die sie seit Jahrzehnten nun schon unentwegt wieder hämmern, von Unfreiheit, von Undemokratie,

fördert je bloß ihre Behauptungen, und darüber hinaus dies auch noch in deren verqueren Mannessicht, die gesinnungsgemäß nichts anderen kennt als Feiglinge, Sieg, also ihren für sich ersehnten heldischen Kampf um Freiheit und Demokratie,

es wäre tatsächlich so um die Welt um sie herum bestellt, wie es etwa die Generation 1790 nicht erst seit Kurzem donnert und blitzt, während sie tatsächlich in Freiheit und Demokratie alle ihre Betätigungen wieder gegen Freiheit und Demokratie Freiheit und Demokratie zu verdanken haben, nur Freiheit und Demokratie ihnen ihre Verleugnungen von Demokratie und Freiheit gewährleisten.

Es braucht keinen Sieg der Freiheit, was es endlich braucht, ist ein Herauskommen aus dieser selbstgewählten Falle, endlich ein entschiedendes Ende des stets bloßen Reagierens auf diese Behauptungen von luxuriös in freiheitlichen und demokratischen Gesellschaften Lebenden.

PS Es wird nun überall so eifrig beschworen, was KI doch alles kann. Wäre es nicht möglich, mittels KI alle sogenannten sozialen Medien derart zu filtern, daß Derartiges des gleichen Niveaus allein nur noch deren Verbreitende selbst zu lesen bekommen, also das Eigene und auch das von deren auf sie mitspielenden Reagierenden,

Miesiks Forderung ist vermutlich legal, da von links? @Staatsanwaelte? Hypothetisches Beispiel: Was, wenn ein dem rechten Spektrum zuzuordnender Großaccount auf X schreiben würde, dass zB gegen Miesik ein Haftbefehl auszustellen sei, und „Wir werden auch diese Kommunisten ihrem gerechten Ende zuführen, wie Ceausescu, Beria ua.“ Wäre das ok (oder, wie Miesik es nennt, „eine Petitesse“), oder eher in diesem Fall strafbar? Weil das natürlich wie immer ganz was anderes wäre? Und vor dem Gesetz ja alle, räusper, gleich sind?
C. Schwenninger, Journalismus-Eleve, 15. September 2025

sich daran ergötzen und gütlich tun können, wie beispielhaft Generation 1790 und Robert Misik? Menschgemäß auch allenthalben gegenseitig deren Bedeutung versichern können,

Twitter auf:
Der BVB, 11 Freunde, Robert Misik und ich haben jetzt wohl Einreiseverbot in den USA.
Bluesky, 15. September 2025

wer mehr und welchen möglichen Verboten

„Propolitik“ ist Generation 1790 der „romantischen Metapolitik des Volkes“ und kompletten Verantwortungslosigkeit wesensfremd

Gottlieb Hufeland schreibt ab 1795 nicht mehr von „Metapolitik“, sondern von „Propolitik“, nur die Generation 1790 spricht wieder von Metapolitik, richtet sich wieder nach „Metapoltik“ aus, betet „Metapolitik“ als ihr Evangelium, die auch als „Das alte Denken der neuen Rechten“ charakterisiert wird.

Und wem spricht die Generation 1790 nach, und betätigt sich zu welchem Zwecke wieder in „Metapolitik?

Autoren und Autorinnen all dieser Publikationsorgane sehen sich dem verpflichtet, was sie mit einem Ausdruck Martin Heideggers als „Metapolitik“ bezeichnen, also einer sich philosophisch gebenden Lehre von der Politik, die jedoch so kommuniziert werden soll, dass sie als „Gramscianismus von rechts“ kulturelle Kommunikationsmuster bereits im vorpolitischen Raum verändert, um so die Bereitschaft zur Hinnahme von nationaler Schließung, autoritärer Unterordnung und ethnischer Homogenität zu fördern.

So wurde es bereits 2016 in „Das alte …“ beschrieben. Aktuell aufschlußreich zu Martin Heidegger und seiner Metapolitik schreibt Jürgen Goldstein in „Vernünftiger Pluralismus – Die Zukunft unserer politischen Vergangenheit“, erstmals 2024 veröffentlicht, im Kapitel „Eine romantische Metapolitik des Volkes“, das ausführlich zu zitieren, jede eigene gesinnungsgemäße Einordnung der Generation 1790 erspart,

folge ich einer äußerst aufschussreichen Bemerkung Hannah Arendts über ihren philosophischen Lehrer unmittelbar nach dem Ende des Dritten Reiches: „Heidegger ist faktisch (hoffentlich) letzter Romantiker — gleichsam ein gigantisch begabter Friedrich Schlegel oder Adam Müller, deren komplette Verantwortungslosigkeit bereits jener Verspieltheit geschuldet war, die teils aus dem Geniewahn und teils aus dere Verzweiflung stammt.“

Heideggers Romantizismus war nicht religiös imprägniert, sondern ontologisch fundiert, also an der philosophischen Disziplin der Lehre vom Sein und dem Seienden orientiert. Der Schlüsselbegriff seines Romantizismus lautet ‚Metapolitik‘. Heidegger hat seit 1932 von einer Metapolitik gesprochen und die Bewegung der Nationalsozialisten philosophisch zu unterfangen gesucht. Er hatte eine Einheit im Blick, die er aus der Tiefe der Geschichte zu erneuern und auf die Geschicke Deutschlands anzuwenden suchte, ging es ihm doch um eine „Metapolitik ‚des‘ geschichtlichen Volkes“.

Indes hat Heidegger es nicht beim Philosophieren belassen. Im April 1933 ließ er sich zum Rektor der Freiburger Universität wählen. Das Rektorat erschöpfte sich nicht, wie man heute denken könnte, im vorrangig organisatorischen Amtsaufgaben. Die Übernahme des Rektorats durch Heidegger war vielmehr ein Ereignis von nationalem und internationalem Gewicht und hat dem gerade erst an die Macht gekommenen nationalsozialistischen Regime angesichts der überragenden Bedeutung des Philosophen ein gewaltiges Prestige verliehen. Heidegger suchte ausdrücklich die Nähe zum Dritten Reich: In seiner am 27. Mai 1933 gehaltenen Rede zur Übernahme des Rektorats Die Selbstbehauptung der deutschen Universität hat er sein Eintreten für den Nationalsozialismus inhaltlich profiliert, wie noch zu zeigen sein wird.
Die Verstrickung Heideggers in den Nationalsozialismus war kein biographischer Fehltritt ohne Bezug zu seinem philosophischen Denken. Schon Karl Löwith hat 1936 seinem ehemaligen Lehrer bei einem Treffen in Rom auf den Kopf zugesagt, dessen Parteinahme für den Nationalsozialismus liege „im Wesen seiner Philosophie“ begründet — Heidegger habe dem „ohne Vorbehalt“ zugestimmt, sein Begriff der „Geschichtlichkeit“ sei die Grundlage für seinen politischen „Einsatz“.

Um Heideggers politischen Romantizismus als den Versuch einer Erneuerung des geschichtlichen Anfangs begreifen zu können, bedarf es einer kurzen Vergewisserung einiger Denkmotive, die Heidegger in seinem 1927 erschienenen Hauptwerk Sein und Zeit vorgelegt hat. Ich beschränke mich darauf, den Aspekt der Geschichtlichkeit hervortreten zu lassen. Nur so lässt es skizzieren, warum es vorpolitische Weichenstellungen waren, die Heideggers Philosophie auf ein Gedankengleis brachten, an dessen Ende sich das Politische zu einer Metapolitik steigern sollte.

[…]

Sein und Zeit ist kein den Nationalsozialismus antizipierendes Werk. Und doch hat George Steiner es zu den gewaltsamen Büchern gezählt, die zwischen 1918 und 1927 in Deutschland erschienen sind — neben Spenglers Untergang des Abendlandes, Karl Barths Kommentar zum Römerbrief und anderen Büchern, zu denen vielleicht auch Hitlers Mein Kampf zu zählen ist.

[…]

Dabei hätten bereits einige Defizite von Sein und Zeit beunruhigen können, die im Kontext des Nationalsozialismus problematisch werden sollten. Ich beschränke mich auf drei Aspekte. Erstens hat Heidegger keinen tragfähigen Begriff von Öffentlichkeit: „Die Öffentlichkeit verdunkelt alles“, heißt es lapidar. Es fehlt ihm der Sinn für die Mühen der Meinungsbildung und der Debatte. Zweitens überblendet das heroisch zu ertragende Sein zum Tode das Sterben der anderen, dem Heidegger zwar einen eindrücklichen Paragraphen gewidmet hat, das aber nicht theoriebildend geworden ist. Die Sein und Zeit vorausliegende Katastrophe des Ersten Weltkrieges ist von Heidegger daher nur eindimensional reflektiert worden. Diese verengte Perspektive auf das Sterben, die dem eigenen Tod einen gedanklichen Vorrang vor dem Tod der anderen einräumt, ließ sich angesichts der Opfer des Dritten Reiches nicht weiter einnehmen. Emmanuel Levinas, der bei Heidegger studiert hat, erklärte nach der Shoa die Ethik zur Ersten Philosophie.

Für die politische Dimension von Heideggers Philosophie des Todes gibt es einen bedeutsamen Beleg. In seiner Rede zum Gedächtnis an Albert Leo Schlageter hat Heidegger dessen Opfertod gerühmt. Schlageter war freiwilliger Soldat im Ersten Weltkrieg gewesen und hatte nach der deutschen Niederlage Attentate auf die französischen und belgischen Besatzungsgruppen unternommen. Nach seiner Festnahme war er 1923 hingerichtet worden. Von den Nazis wurde er zu einer Kultfigur stilisiert. Heidegger sprach 1933 von dem „schwersten und größten Tod“, den Schlageter ertragen hätte: „Er mußte allein, aus sich das Bild des künftigen Aufbruchs des Volkes zu seiner Ehre und Größe sich vor die Seele stellen, um im Glauben daran zu sterben.“

Es wird sich Heidegger wohl recht auf die Gedächtnisrede vorbereitet haben, vielleicht auch in „Die Unvergessenen“ nachgeblättert haben, die 1928 erschienen sind, deren Herausgeber Ernst Jünger versammelte in diesem Gedächtnisbuch zur Widmung: „Denen, die für Deutschlands Zukunft siegten und starben!“ Sein Bruder, Friedrich Georg Jünger, schrieb darin das Lob auf Albert Leo Schlageter, „Mitglied der NSDAP-Tarnorganisation Großdeutsche Arbeiterpartei“, der jedoch nicht im Krieg von 1914 bis 1918 getötet wurde, sondern aufgrund „Spionage“ und „Sprengstoffanschläge“ zum „Tode verurteilt“ wurde … Dennoch behauptet Ernst Jünger in seinem Vorwort:

Gern habe ich mich der Aufgabe gewidmet, die Schicksale einer Reihe von Männern zu sammeln, die der Krieg unserer Mitte entrissen hat. Besteht nicht den Gefallenen gegenüber eine unauslöschliche Dankesschuld, eine tiefe Verpflichtung, deren zu gedenken jeder einzelne von uns keine Gelegenheit verabsäumen darf? Leben wir denn nicht durch sie? Ist es daher nicht billig, daß wir sie auch in uns leben lassen?

Sein Bruder, Friedrich Georg Jünger, kann der Ehrlichkeit doch nicht ganz abschwören, so beginnt er sein Lob auf einen Terroristen:

Schlageter ist nicht im großen Kriege gefallen. Dennoch gehört er zu jenen Toten; sein Schicksal kann nicht begriffen werden ohne den Krieg, an dessen Ende sein persönlicher Kampf sich fortsetzt: bis zur Vernichtung seines Lebens durch den Feind. Er wußte um sich und seine Aufgabe. Wer sein Leben verfolgt, dem muß die Sicherheit und Einheitlichkeit seiner Haltung offenbar werden. Dieser Mann kannte kein Schwanken, er setzte die volle Kraft seiner Persönlichkeit immer am entscheidenen Punkte an. Betrachten wir dieses einfache und tapfere leben, so finden wir in ihm verwirklicht, was uns alle bewußt oder unbewußt bewegte. Es ist die Einsicht, daß der Raum, den ein Volk körperlich und seelisch erfüllt, nur durch die unermüdliche Kraft der Abwehr gewahrt wird, die sich gegen die Angriffe fremden Volkstums richtet. In diesem zähen, unerbittlichen Ringen […]

Es wird nicht überraschen, daß unter den „Unvergessenen“ Walter Flex seinen Platz einnimmt, der heute noch nicht wenigen unvergessen sein will …

Hermann Löns darf den Jünger-Brüdern nicht fehlen, so wie dieser heute noch gesinnungsgemäß manchen etwas fehlen würde, wäre Löns vergessen

Jetzt aber mit der „romantische[n] Metapolitik des Volkes“, wie von Jürgen Goldstein dargestellt weiter, wobei der Einschub zu den Unvergessenen jedoch als zugehörig angesehen werden kann.

Drittens schließlich steht Sein und Zeit für Heideggers problematische Grundsatzentscheidung, die Fundamentalontologie — die mit den frühen Griechen eingesetzt habe — zur zentralen Aufgabe der Philosophie zu erheben. Damit aber marginalisierte er alle übrigen philosophischen und wissenschaftlichen Fachrichtungen. Der Plurarlismus der theoretischen Disziplinen wurde einer identitären Idee von Wissenschaft geopfert, die auch Heideggers Rektorar der Freiburger Universität bestimmen sollte.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten sah Heidegger seine Stunde gekommen. In Hitler meinte er den Repräsentanten eines Aufbruchs ausmachen zu können: „Die große Erfahrung und Beglückung, daß der Führer eine neue Wirklichkeit erweckt hat, die unserem Denken die rechte Bahn und Stoßkraft gibt“, notiert er in einem seiner Notizhefte. Heidegger trat am 1. Mai 1933 der NSDAP bei — er blieb bis 1945 Mitglied –, und im April des Jahres wurde er zum Rektor der Universität Freiburg gewählt. „Die literarische Existenz ist zu Ende“, schreibt er zu Beginn des Rektorats. Am 27. Mai hielt er im Auditorium Maximum der Freiburger Universität die bereits erwähnte Antrittsrede und erläuterte in ihr, was er an anderer Stelle als ‚Metapolitik‘ bezeichnet hat.

[…]

In seiner Rektoratsrede vertritt Heidegger einen geschichtsphilosophischen Nationalsozialismus. Er spricht von einem ‚deutschen Schicksal‘, das dem Volk aus der Tiefe der Geschichte auferlegt sei. In einem Akt der Hybris phantasiert Heidegger eine geistige Aristokratie, die Griechentum und Deutschland verbindet, und er leitet aus dem anfänglichen Willen der griechischen Theorie, das Sein zu denken, den Auftrag für die Erneuerung der deutschen Hochschulen ab: „Nur dann, wen wir uns wieder unter die Macht des Anfangs unseres geistig-geschichtlichen Daseins stellen“, könne die Wissenschaft wahrhaft bestehen. „Dieser Anfang ist der Aufbruch der griechischen Philosophie.“ Dabei geht es nicht um eine Rückkehr zu abendländischen Vergangenheiten, sondern um eine Erneuerung dieses Auftrags an das Denken: „Der Anfang ist noch. Er liegt nicht hinter uns als das längst Gewesene, sondern er steht vor uns.“

Die „Herrlichkeit aber und die Größe dieses Aufbruchs“, den geschichtlichen Auftrag im Dritten Reich zu erfüllen, verlange nach einer Neuausrichtung der Universität. Es gelte, das „Muffige und Unechte äußerlicher Berufsabrichtung“ hinter sich zu lassen und die „Verkapselung der Wissenschaften in gesonderte Fächer“ aufzubrechen, um den uneigentlichen Pluralismus eines oberflächlichen Forschens durch die Einheit der geistigen Ausrichtung auf die Seinsfrage zu überwinden. In seinen privaten Notizen spricht Heidegger von der „Ermächtigung des Seins“, auf die er nun die Lehrenden verpflichten will, müssten doch „Führer selbst Geführte“ sein — geführt von der als Schicksal auferlegten Frage nach dem Sein. Heidegger spricht sich dafür aus, die akademische Freiheit abzuschaffen oder genauer: die Universität z u r w a h r e n F r e i h e i t zu bringen, indem die Studierenden, die sich an die Volksgemeinschaft zu binden haben, einen Arbeitsdienst, einen Wehrdienst und einen Wissensdienst leisten müssen. Mit jenem gewalttätigen Rigorismus, der schon den Duktus von Sein und Zeit bestimmt hat, will er nun die „abgelebte Scheinkultur“ in sich zusammenstürzen sehen. Lehrer und Schüler sollen zu einer „Kampfgemeinschaft“ werden.

Heidegger ist 1934 nach nur einem Jahr vom Rektorat zurückgetreten. Dennoch ist diese Episode ein Lehrstück für die Überbeanspruchung des Politischen durch eine Metapolitik. Die von Heidegger intendierte einheitliche Ausrichtung der Universität durch einen „geistigen Nationalsozialismus“ steht in ihrer Radikalität exemplarisch für die Zerstörung dessen, was Heidegger verächtlich den kulturellen „Geist des Bürgertums“ genannt hat.

Aristoteles hatte gegen Ende seiner Nikomachischen Ethik die Moralphilosophie mit der Theorie des Politischen zu verschränken gesucht und beide zum Gegenstand einer „Philosophie der menschlichen Angelegeneheiten“ gemacht. Und Cicero hatte den Blick vom Götterhimmel auf die Erde gelenkt, denn man müsse „nach den Dingen fragen, die uns vor Augen zu liegen scheinen“, und sein politisches Hauptwrk De re publica von diesem Blick bestimmt sein lassen. Heideggers Metapolitik dagegen suchte die Debatte um das politisch Richtige auszuhebeln, indem ein Leitmotiv aufgerufen wurde, das nicht selbst auf den Menschen bezogen war, nicht zur Diskussion stand und durch das der Pluralismus zugunsten einer Einheit überwunden werden sollte. Absolute Wahrheitsansprüche, religiöse Letztverpflichtungen, unbedingte Gerechtigkeitsanforderungen oder eben das Geschick des Seins erzeugen eine kognitive Hermetik, die gegen kritische Einwände immun ist.

Wer dem Anspruch einer Metapolitik nicht zu folgen bereit ist, hat eben nicht verstanden, worum es geht.

[…]

Wie sehr Heideggers politisches Denken in einer Metapolitik kulminierte, kann man der Beharrlichkeit ablesen, mit der er sich nach seinem Rücktritt vom Rektorar und nach dem Ende des Nationalsozialismus weigerte, zu einer alternativen Konzeption des Politischen zu gelangen. In seinen nach 1946 begonnenen Aufzeichnungen spricht er von der „heutigen Diktatur und Totalität der Öffentlichkeit“ und behauptet, ‚Demokratie‘ sei lediglich ein „Deckname für den planetarischen Schwindel“. Heidegger hat zwar das Rektorat, nicht aber den Gedanken des Geschicks der Seinsgeschichte aufgegeben. Die Verfallsgeschichte des Seins dauerte für ihn auch nach dem Dritten Reich noch an: „Europa, das ist die neuzeitliche Gestalt der Vergessenheit, in der das Abend-land zurückgehalten wird.“

Das Versagen vor dieser Geschichtsaufgabe wog für ihn schwerer als die Untaten der Nazis. „Wäre z. B. die Verkennng dieses Geschickes„, frage er, „nicht eine noch wesentlichere ‚Schuld‘ und eine ‚Kollektivschuld‘, deren Größe gar nicht — im Wesen nicht einmal am Greuelhaften der ‚Gaskammern‘ gemessen werden könnte –: eine Schuld — unheimlicher denn alle öffentlich ‚anprangerbaren Verbrechen'“?

Im Gedankenmodus eines Verschwörungstheoretikers vermochte Heidegger auch die Schuldigen auszumachen: Es waren die Besatzungsmächte, die eine „Tötungsmaschinerie“ in Gang gebracht hatten, um „die vollständige Vernichtung“ einzuleiten. Heidegger verstieg sich sogar zu der Behauptung, „daß jetzt schon das deutsche Volk und Land ein einziges KZ sei. Für die im Dritten Reich Ermordeten dagegen hatte er keinen Blick, beklagte er doch den „Lärm um das Umkommen der Vielen, die man nicht kennt und auch nicht kennen will“. Noch das Ausblenden der Opfer folgte dem Schema der Seinsgeschichte: Im Weltjudentum machte Heidegger eine „Menschentümlichkeit“ aus, „die schlechthin ungebunden die Entwurzelung alles Seienden aus dem Sein als weltgeschichtliche ‚Aufgabe'“ übernommen habe. Die „Judenschaft“ sei „das Prinzip der Zerstörung“, und erst wenn „das wesenhaft ‚Jüdische‘ im metaphysischen Sinne gegen das Jüdische kämpft, ist der Höhepunkt der Selbstvernichtung in der Geschichte erreicht“. Die ermordeten Juden waren für Heidegger daher keine Opfer, sondern Ergebnis einer Selbstauslöschung.

[…]

Heidegger hat sich als der einsame Denker des Notwendigen begriffen und die Kritik an seiner Philosophie und seinem Handeln als einen Mangel des richtigen Maßstabs bezeichnet. Seine Metapolitik war der Ausdruck des Anspruchs, Führer sein zu wollen. Noch die versuchte Rechtfertigung dafür, mit seiner Metapolitik im Dritten Reich gescheitert zu sein, folgt diesem Anspruch: „Wer groß denkt, muß groß irren.“ Dabei ist es doch wohl eher ein „spezifisch deutscher Professorenwahnwitz“ gewesen, wie Habermas sagt, der Heidegger die Idee eingab, „den Führer führen zu wollen“. Die Hybris seiner Metapolitik markiert ideengeschichtlich jedenfalls eine Bruchkante. Nach Heidegger hatte es darum zu gehen, die Pluralität als Quelle der politischen Macht zu rehabilitieren.

Nach den Ausführungen von Jürgen Goldstein zur „Metapolitik“ bleibt nichts mehr zu sagen, außer vielleicht, um die „aufschlussreiche Bemerkung“ von Hannah Arendt aufzugreifen: Generation 1790 ist hoffentlich die letzte metapolitische mit ihrer kompletten Verantwortungslosigkeit.

NS In „Das alte …“ werden Namen angeführt, die einen Einblick geben, wer u. v. a. m. zugehörig zur Generation 1790, aber auch die Namen jener, auf die u. a. v. m. die Generation 1790 hören, und auch die von ihnen u. v. a. m. betriebenen und belieferten Medien, auch ein paar Begriffe theoretischer und geographischer Herkunft …

Es ist aber keine Rangordnung gar nach Bedeutung dieser Personen und Medien, sondern die Listung der Namen folgt lediglich der Reihenfolge der Nennung in „Das alte …“, und so kommt es, das Götz Kubitschek als erster zu nennen, falsch, zwei werden bereits vor ihm in der Unterüberschrift genannt: „Mit Heidegger und Evola gegen die offene Gesellschaft„, also dann erst Kubitschek und die weiteren …

Wer nicht genannt wird, ist Dávila, auf den jedoch nicht vergessen werden sollte, ist es doch einer, den einer, kurz ist es her, zitierte, der sich selbst als „Volkskanzler“ abmontierte und zugleich, so sonderlich denken, nein, träumen — im Träumen freilich gibt es nichts Absonderliches — Partei und Anführer

weiter von der „Volkskanzl“

und wer im Zusammenhang mit Heidegger nicht erwähnt wird, ist ein Dichter, und dieser Dichter kann an dieser Stelle, wenn gerade dieser Anführende mit dieser Partei vorkommt, genannt werden.

Die Hoffnung auf die Kehre begründet der Philosoph in den 50er Jahren denkbar poetisch. Ein Vers von Hölderlin spendet Heidegger Mut. In Hölderlins Hymne „Patmos“ heißt es: „Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.“
Welt. Ulf Poschardt, Herausgeber WELT, „Politico“, „Business Insider“. 3. Juni 2011.

Ein Vers, der auch dieser Partei mit ihrem zurzeitigen Anführer wohl auch recht viel „Mut spendet“,

ist dieser Vers doch ihrem Denkmal eingeschrieben, das 2018 mitten in Wien ökumenisch geweiht ward — ihr gesinnungsgemäß sichtbares Zeichen der Zerstörung dargestellt durch eine auf Trümmern sitzenden Frau

Deren zurzeitigem Anführer ist er ein Lieblingsdichter, dieser Dichter, dessen Gedichte Martin Heidegger nicht nur bespricht, etwa aber nicht nur in „Griechenlandreisen“ sondern auch liest …

Am Nachmittag wurden wir auf die Insel Patmos ausgebootet. Die ständige Zwiesprache mit Hölderlin ließ uns alsbald eine Dichtung ganz anderer Art bedenken, einen seiner großen »vaterländischen Gesänge« und dessen spätere Fassungen, die den Namen der nunmehr betretenen Insel tragen.

„Patmos“ heißt das Gedicht, das Heidegger bespricht, aus dem der nun in Wien sichtbare Vers …

Eine hölderlinsche Fassung beginnt mit „Nah ist Und schwer zu fassen der Gott“ und eine mit „Voll Güt‘ ist; keiner aber fasset Allein Gott“, einerlei wie „Patmos“ beginnt, der unmittelbar anschließende Vers ist immer: „Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.“

Alain de Benoist

Pegida

Junge Freiheit

Antaios-Verlag

Institut für Staatspolitik

Blaue Narzisse

Sezession

Jürgen Elsässer

Compact

Marc Jongen

AfD

Cicero

Eigentlich müßten, ginge es nach den Zwischenüberschriften, Identitäre und AfD bereits weiter oben angeführt werden: „Von den Identitären zur AfD“

Alexander Dugin

Vladimir Putin

Völkische

Nationalsozialismus

Eurasisch

Faschismus

Konservative Revolution

Volk, Raum

Nationalismus

Le Pen

Viktor Orbán

Carl Schmitt

Ungarn

Oswald Spengler

Strippe und Spatz