Volkskanzls Spielplan: Theodor Körner, Oper

Wie wurde sofort höchst philosophisch gemutmaßt, daß die Zugewinne einer Partei auf den Spielplan in diesem Land Auswirkung werde haben können, die Zugewinne einer Partei, die jene in diesem Land, die an einer Landleitkultur sich denkend versuchen, nicht zur Leitkultur zugehörig meinen, Änderung des Landspielplans erwirken könnten, aber wie würden extreme Zugewinne der Parlamentspartei, die die Leitkultur dieses Landes exemplarisch erfüllt, den Landesspielplan ändern, und das nicht erst vielleicht in ein paar Jahren, sondern sofort, mit dem Tage, an dem diese Parlamentspartei zur Regierungspartei nicht gewählt, aber, wie stets, zur Regierungspartei gemacht, diese Partei, die dem Lande eine Volkskanzl

Wie ohne ihr Zutun, ohne ihr Diktat, ganz der dem Lande eingeschriebenen Leitkultur gemäß verpflichtet, plötzlich, und doch nicht so plötzlich, wie es scheinen mag, sondern über Jahre vorbereitend eingeschlichen, eilfertige Geschäfterei, ihr zu gefallen, auf dem Spielplan beispielsweise der Wiener Staatsoper:

„Theodor Körner“

Auf dem Spielplan der Theater in der Stadt und auf dem Land in Österreich nicht vielleicht in ein paar Jahren, sondern gleich:

„Theodor Körner. Große vaterländische Oper in 5 Akten und einem Vorspiel: Des Königs Aufruf. Dichtung von Louise Otto. Musik von Wendelin Weißheimer.“

Es werden Berufene augenblicklich sich einfinden, zu erklären, wie aktuell diese Oper, deren Notwendigkeit, diese aufzuführen, und wer könnte ihnen je noch widersprechen, bezeugt allein schon deren Vorspiel mit dem Ks Aufruf die Aktualität, ihre Wiedergabe der Gegenwart, mit seinem vielleicht bittersten Vers von den sieben Jahren, die der Menschen Los dieses Landes —

Aus der Zukunft eine staatsoperliche Ankündigung, gar schlicht, ganz dem Stile einer Volkskanzl verschrieben, mit Worten aus dem Vorspiel —

Freier Platz einer deutschen Residenz.

Erster Bürger. Dort zieh’n sie hin – und erst wenn sie vorüber , darf man ein Wort zu seinem Nachbar wagen . Zweiter Bürger. `s ist schlimme Zeit ! Was hat man sich zu sagen ?! Die alten Leiden – die alten Klagen ! Dritter Bürger. Was hilft`s , darüber Worte noch verlieren ? So lange wir`s im Vaterland ertragen , Daß sich die Fremden drinn als Herrn geberden , So lang wird`s nie den Deutschen besser werden. Erster Bürger. Still still ! Ihr wagt ein unbesonnen Wort ! Zweiter Bürger. Sprecht Ihr so kühn , geh‘ ich lieber fort . Dritter Bürger. Ja , das ist Eure Art ! Ihr zittert schon , Beginnt man nur vom Vaterland zu sprechen . Zweiter Bürger. Für solches Wort ward oft der Tod zum Lohn . Erster Bürger. In diesen Tagen ist das – ein Verbrechen . Dritter Bürger (gewahrt rechts Andere kommend). Dort kommen andre noch von unsern Freunden ; Sie scheinen aufgeregt , — was mag es geben ? Erster Bürger. Auch haben sie zwei Fremde in der Mitte . Zweiter Bürger: Es scheint , sie bringen eine wicht’ge Nachricht . Lüzow. Es ist so , wie ich sage , Freunde, Bürger ! Dies Blatt Papier , das in der Hand ich trage , Es ist ein Aufruf von dem Preußenkönig , gerichtet an die deutsche Nation . Erster Bürger. Der wagt das kühne Wort schon wieder ! Dritter Bürger. Fährt Euch auf‘s Neu‘ ein Schrecken in die Glieder ? Was sagt der Aufruf ?– laßt’s uns hören ! Mehrere aus dem Volk. Laßt hören – sagt es noch einmal ! Lüzow. So hat ein deutscher Fürst noch nie gesprochen . Gleich oben steh’n die Worte : „An mein Volk !“ Mehrere. „Mein Volk – mein Volk !“ Dritter Bürger. — — — — Es sprachen deutsche Fürsten Bisher ja immer nur von Unterthanen , Daß muß `was Großes zu bedeuten haben !

Mehrere. Das muß `was Großes zu bedeuten haben ! Lüzow. Und weiter heißt es in dem Blatt : (Er entrollt das Pergament.) Was Ihr seit sieben Jahren habt ertragen , Bleibt Euer Loos für alle Zeit , Wenn wir zu Boden nicht die Feinde schlagen , nicht muthig ziehen in den Streit ! Es ist ein Kampf für alle höchsten Güter , Für Freiheit , Ehre , Unabhängigkeit ! Warf einst die Schweiz die Unterdrücker nieder , Und hat der Niederländer sich befreit , So wirst auch du , mein Volk , den Sieg erringen , Bist Du bereit , die Opfer darzubringen , Durch die allein die Rettung kann gescheh’n : * „Deutschland muß siegen oder untergeh’n ! “ Das Volk (mit erwachender Begeisterung). „Deutschland muß siegen oder untergeh’n ! “ Körner. Gepriesen sei, Verkünder naher Freiheit! Gepriesen Deines wackern Königs Wort ! Erster Bürger. Daß klingt recht schön – doch ist es kaum zu glauben , Daß wirklich so ein König sprechen sollte . Lüzow. Echt ist das Dokument , kein Zweifel gilt . Erster Bürger. Doch nimmer ist ein solcher Kampf zu wagen . Zweiter Bürger. Die besten Truppen wurden ja geschlagen , Wie kann der Bürger da an Siege denken ?! Mehrere. Es ist umsonst , es ist zu spät , Zu mächtig herrscht der Feind im Land , Ein Wort ist bald im Wind verweht , Ein Aufruf ist kein Siegespfand !

*Diese wie alle in der Folge durch „ “ bezeichneten Stellen sind Th. Körners Dichtungen entnommen.

Körner. Ein mächt’ger König hat gesprochen , Die Sclavenkette ist gebrochen ; „Er hofft auf die gerechte Sache , Hofft , daß sein treues Volk erwache , Hofft auf des großen Gottes Rache Und hat den Rächer nicht verkannt : “ Nun hoffe Du , mein Vaterland , Hoffe Du , mein theures Vaterland : O hört den Ruf an’s deutsche Volk , Bedenkt des Vaterlandes Schmach : „Daß vor des Wüthrichs Ungewittern Die Fürsten seiner Völker zittern , Daß ihre heil’gen Worte splittern , Und daß sein Ruf kein Hören fand :“ Nun folge Du , mein Vaterland , Folge Du , mein theures Vaterland. Erster Bürger. Wer ist der Jüngling mit der kecken Stirne ? Zweiter Bürger. Nicht richtig scheint es mir in seinem Hirne ! Erster Bürger. Sieh nur, wie wild uns keck er um sich blickt. Dritter Bürger. Ein Dichter ist’s – der Zriny = Dichter Körner. Schon leuchtet ihm der Ruhm auf seinen Pfaden Ein echter Dichter ist’s von Gottes Gnaden. Erster Bürger. Den Dichtern ist es leicht zu Ruhm zu kommen , Zweiter Bürger. Sie singen wohl : wir opfern Gut und Blut , Beide. Doch werden sie beim Wort genommen, Dann ist dahin der kühne Heldenmuth. Körner. O Feige ! hört und achtet wohl , Wie Deutschlands Sänger singen will : „Die Knechte will er helfen niederschlagen , Den fremden Herrscher aus den Grenzen jagen , Auf seinem Liede kühn die freien Söhne tragen “ Zu der Vergeltung Rachekampf ! So singt er seinem Vaterland , Giebt Gut und Blut für’s theure Vaterland . Das Volk. Dem Sänger Heil , der mit dem Schwert Die Leyer tauscht. Die Zeit ist da ! das Volk ist aufgerufen Durch eines Königs hocherhebend Wort ; Der Mahnruf schallet von des Thrones Stufen Bis in die Hütten , in die niedern , fort : „Zerbrecht die Pflugschar , laßt den Meißel fallen , Die Leyer still , den Webstuhl ruhig steh’n, Verlasset Eure Höfe, Eure Hallen , Vor dessen Antlitz Eure Fahen wallen : Er will sein Volk in Waffenrüstung seh’n ! Frisch auf , mein Volk , die Flammenzeichen rauchen ! Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht , Du sollst den Stahl in Feindesherzen tauchen , Frisch auf , mein Volk, die Flammenzeichen rauchen ! Die Saat ist reif ; ihr Schnitter zaudert nicht , Das höchste Heil , das letzte , liegt im Schwerte ; Drück Dir den Speer in’s treue Herz hinein , Der Freiheit eine Gasse ! – Chor. Der Freiheit eine Gasse ! Körner. Wasch die Erde , Dein deutsches Land , mit Deinem Blute rein ! Chor. Wasch die Erde , Dein deutsches Land , mit Deinem Blute rein ! “

Lüzow. Greift nicht der Bürger endlich selbst zum Schwerte, Wird Deutschland immer Frankreichs Sclave sein. Dritter und anderer Bürger. Ja , er hat Recht ! Damit es besser werde, Muß Jeder sich dem Vaterlande weih’n. Lüzow, Körner und das ganze Volk. „In’s Feld, in’s Feld ! Die Rachegeister mahnen ; Auf , deutsches Volk! Zum Krieg , zum Krieg ! “ Lüzow. Noch herrscht der Fremde überall im Lande. Dies Königswort zeigt uns die rechte Bahn. Körner mit dem Volke. „In’s Feld, in’s Feld ! Hoch flattern unsre Fahnen ! Sie führen uns zum Sieg , zum Sieg ! “ Lüzow. Uns zu erretten aus der Knechtschaft Schande , Folg ich dem Ruf und geh‘ Euch gern voran , Und Alle, die des Landes Noth mag rühren , Will ich als Freischaar zu dem Heere führen. Wer hier es mit dem Volke redlich meint , Hat sich mit mir zu einem Bund geeint. Körner. So folg ich Euch ; laß ich auch hier zurück Der Kunst Triumpfe und der Liebe Glück. Viele aus dem Volke. Freiwillig folg auch ich den deutschen Fahnen , Die uns den Weg zu der Erlösung bahnen ! (Trommenwirbel.) Lüzow. Horch ! Es nahet die Patrouille ! Verberget Euch vor ihrem Blick. Alle. Nicht lange mehr wird Eure Herrschaft dauern , Es nahet bald der Tag , der alle Leiden rächt. Lüzow. So gehe jetzt ein Jeder zu den Seinen , Abschied zu nehmen und dann seit bereit , Daß wir im Stillen wieder uns vereinen , Um fort zu ziehen in den heil’gen Streit ; Der Losung denkt, der Freiheit , die wir meinen : , Deutschland muß siegen oder untergeh’n ! Alle (mit großer Begeisterung). Deutschland muß siegen oder untergeh’n!“ (Der Vorhang fällt.)

Modi salute

Es sind noch ein, zwei oder drei Bilder nachzureichen, zu dem Kapitel „Dear friend. How fascism works: the politics of us and them“

Zu erzählen gibt es dazu nichts mehr, über das hinaus, was in diesem Kapitel bereits erzählt wurde. Auch wenn die Bilder nichts Neues zu erzählen haben. Bloß vervollständigen sie, einfach wie kurz gesagt, das Bild

Als könnte er in der einen Sekunde in Wien der Musik lauschen, in der nächsten Sekunde mit seinem „lieben Freund“ durch die Türe schreiten, um dann gleich wieder, ein paar Sekunden später, in Wien auf dem Flugfeld von einem Mann mit aus Ehrfurcht schräger Körperhaltung begrüßt zu werden — und dies für eine „incarnation of god“ die üblichste und gewöhnlichste Reisegeschwindigkeit –, so jedenfalls nach einem auf diese Weise geschnittenen Bericht,

und dann auf zum „Business“ der Männer, das erinnert an einstige Schulklassen, in denen nur Buben saßen.

„Erbe Österreich“ – Ohne Hohenlohe Carl Theodor Körners unverborgene Plätze

Wenn Karl Hohenlohe nicht als Opernkammerlkommentator beschäftigt wird, dann führt er in „Wiens verborgene Palais“, im „Lothringer“ kann er dabei nicht auf ein oder zwei, drei Bier einkehren, aber erzählen, wer im „Lothringer“ verkehrte: Theodor Körner

Karl Hohenlohe weiß überhaupt recht viel zu erzählen, auch von der unverborgenen „Pracht am Ring“, etwa von dem müllnerischen Wehrmann, mit dem, so Hohenlohe, „man nicht nur etwas Gutes getan, auch so seine patriotische Gesinnung“ …

Bei so viel Ausgedrucktem kann es menschgemäß nicht bei sich behalten werden, auch einmal von Carl Theodor Körner zu erzählen, der allenthalben im „Lothringer“ auf ein, zwei oder drei Bier einkehrte …

Theodor Körner, „Hoftheaterdichter anspruchsloser Unterhaltungsstücke und Trauerspiele sowie patriotischer Sänger, mit seinem Tod auferstanden zur patriotischen Identifikationsfigur“ für seine Unterhaltungswiedergesangsschaft der Gegenwart

Unverborgen die Büste von Carl Theodor Körner in Döbling, seit bald einhundertzwanzig Jahren, an „der Front des Frauenklosters – Klosterkirche am Provinzhaus der Schwestern vom armen Kinde Jesu“ — solch ein begnadet patriotischer Sänger gehört allemal „zur heiligen Familie“ … Für die Gemeinde soher eine Selbstverständlichkeit, ein Drittel der Körnerbüstekosten zu übernehmen: „2000 K“.

Unverborgen der Park in Untermeidling, „benannt (22. Oktober 1938 Bürgermeister) nach dem Freiheitsdichter Theodor Körner.“

Im Park befindet sich neben einer Theodor Körner gewidmeten Eiche ein dazugehöriger Gedenkstein mit Inschrift und ein kleines Kriegerdenkmal, das Gefallenen des Ersten Weltkriegs gedenkt, die Mitglieder eines nach Körner benannten Schulvereins bzw. des Fechtverbandes „Körnerbund“ waren.

Nur Eichen können singers of the patriotic recht sein, und auch Theodor Körner, dem oaks so manche Strophe bewaldete.

Schon bei der Grablegung wurde die Eiche als starker, erwachsener Baum gezeichnet. Von den „Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin“ wird berichtet: Die Eiche am Grab der Familie Körner ist noch die Originaleiche von 1813. Am 27. August 1813 wurde Theodor Körner unter dieser Eiche, nach seiner tödlichen Verwundung einen Tag vorher, unter großer Anteilnahme seiner Lützower Kameraden beigesetzt. Die Begräbnisstätte befand sich zu dieser Zeit auf freiem Feld, abseits der Straße. Auf diesem Feld standen zwei einsame Eichen. Unter der größeren – eine Doppeleiche – wurde der Dichter Theodor Körner begraben.

Seit 1965 wird hier auch dem Schicksal derer gedacht, die am Ende des 2. Weltkrieges in dem Konzentrationslager nahe Wöbbelin zu Tode kamen. Auf dem Gelände, wo Theodor Körner zu Grabe gebettet wurde, sind auch etwa hundertsechzig von den mehr als eintausend Toten des KZ-Auffanglagers bei Wöbbelin begraben

Bürgermeister der Gemeinde Wien zu dieser Zeit, als der Park nach Carl Theodor Körner benannt wurde, war Hermann Neubacher, und es lohnt stets, einen Blick in die Enzyklopädie der Patriotischen zu werfen, um beispielsweise zu erfahren, daß

1958 Hermann Neubacher als Obmann der patriotischen Parlamentspartei, die allenthalben für kurz Regierungspartei, im Gespräch gewesen sei, geworden ist es dann ein patriotischer Gesinnungskamerad mit anderem Namen,

zu erfahren, daß er nur, ach nur deshalb von der Diktatur des Kurt Schuschnigg in ein „österreichisches KZ deport“ worden sei, weil er 1933 in die NSDAP eingetreten sei, so, als ob es dazwischen keinen patriotischen Putsch mit Mord gegeben hätte,

zu erfahren, daß es für ihn ab 1956 in Österreich steil aufwärts ging — „Industrieberater tätig. Er wurde als Generaldirektor in die Wienerberger Ziegel-AG berufen. Seine Welterfahrenheit als Kaufmann und Diplomat kam bei der Gründung der Fluggesellschaft „Austrian Airlines“ (AUA) zustatten.“ –,

zu erfahren, daß er ein Buch schrieb: „Die Festung der Löwen“ … „Festung“, weiter und wieder verstärkt ein Gesinnungssehnsuchtsbau der Patriotischen der Gegenwart

Was von der patriotischen Enzyklopädie allerdings nicht zu erfahren ist, dafür von der freien Enzyklopädie, ist das Glück des Hermann Neubacher, bald schon kam er unter Schuschnigg wieder frei und auch nach 1945 mußte er nicht die ganzen zwanzig Jahre Haft in den Bau …

Als österreichische Nationalsozialisten mit dem Juliputsch vom 25. Juli 1934 den Versuch unternahmen, den austrofaschistischen Ständestaat zu beseitigen und dabei Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordeten, tauchte die Partei unter; in dieser Phase der Illegalität übernahm zeitweilig Neubacher die Parteiführung in Österreich, wurde aber im Juni 1935 zusammen mit seinem innerparteilichen Widersacher Josef Leopold verhaftet. Beide wurden aufgrund des Juliabkommens von 1936 amnestiert, Neubacher war fortan „für die reichsdeutschen IG-Farben als Balkanexperte (unter Einschluss Österreichs) tätig.“[1] Einen Tag nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 löste Neubacher Richard Schmitz als Bürgermeister Wiens ab; […] Vom 24. August 1943 bis Kriegsende war Neubacher Sonderbevollmächtigter des Auswärtigen Amtes für den Südosten und dem Militärbefehlshaber Südost in Serbien gleichgestellt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er in Jugoslawien im Jahr 1951 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch bereits nach wenigen Monaten schwer krank entlassen. Von 1954 bis 1956 war er von der Regierung des Kaiserreichs Äthiopien als Berater und Verwaltungskommissar der Hauptstadt Addis Abeba eingesetzt. In dieser Zeit verfasste er ein Buch über Äthiopien, kehrte dann nach Österreich zurück und war vor allem als Bauunternehmer in Salzburg tätig.

Karl Hohenlohe im Kammerl der Staatsoper hat nicht eine Oper zu kommentieren, sondern zur Staatsoperette zu plaudern, aber mit seinem Wissen über Carl Theodor Körner empfiehlt er sich, wenn eines Tages, stellen Sie sich vor, wenn eines Tages die patriotische Volkskanzl in Österreich errichtet und ihr zum Stolze und zur Ehre ergeben „Theodor Körner“ gegeben wird, als Volkskunstbetrachter die Darbietung der „Grossen vaterländischen Oper in 5 Akten und einem Vorspiel: Des Königs Aufruf“ —

Oh, was für eine Zeit
gar,
welch‘ Zeit
des Vaterländischen
wird es dann wieder
einmal gewesen sein —
kurz
aber groß im Abräumen

„Lieber Freund. Wie Faschismus funktioniert.“

So war Modis Besuch in Moskau über weite Strecken mehr freundschaftlicher Akt als mahnender Appell. Die beiden Staatschefs zeigten sich vertraut, tauschten beim gemeinsamen Tee Nettigkeiten aus. Wie es bei „wahren Freunden“ üblich sei, hätten sie zusammengesessen und sich „über eine Reihe von Themen unterhalten“, sagte Modi nach seinem Besuch. Er sei „glücklich“, dass „wir beide unsere Ansichten bezüglich der Ukraine offen und detailliert darlegen konnten“. WIEN. Beim Besuch des indischen Premiers Narendra Modi am Mittwoch in Wien haben Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und sein Gast Indien und Österreich als „Brückenbauer“ auf dem Weg zu einer Beendigung von Russlands Ukraine-Krieg positioniert. Der seit zehn Jahren im Amt befindliche Hindu-Nationalist Modi war am Dienstagabend, aus Moskau kommend, auf dem Flughafen Wien-Schwechat gelandet. Gleich danach traf der 73-Jährige Nehammer bereits zu einem Abendessen samt Vier-Augen-Gespräch. Modi bezeichnete Putin am Dienstag als „lieben Freund“.

Brücken zu bauen, des Zurzeitigen in Österreich vornehmste Aufgabe, und wahrlich, er baut und baut Brücken, nun zum „lieben Freund“, wie Narendra Modi am Dienstag, 9. Juli 2024, nicht ihn nennt, sondern den Mann, von dem er gerade gekommen …

Und wer schon können „wahre Freunde“ sein, als eben die zwei Männer, der eine aus Rußland, der andere aus Indien, die gesinnungsgemäß verbunden, als wären sie Brüder, in deren Adern das Blut desselben Geistes fließt.

„Wie Faschismus funktioniert“, ein in diesen Tagen erst erschienenes Buch von Jason Stanley, das wie zum Geschenk auf die Brücke gelegt, die der Zurzeitige eben dem „lieben Freund“ in Wien baut, über die die „wahren Freunde“, der eine aus Moskau unsichtbar mit dabei, schreiten, und in diesem Buch ist zu lesen, über den „Brückenbauer Indien“, nein, nicht über „Indien“, „Indien“ als „Brückenbauer“ nennt nur der Zurzeitige, in „Wie Faschismus funktioniert“ ist über den „Brückenbauer“, der dem Zurzeitigen „Indien“ ist, „Narendra Modi“ zu erfahren, in „Wie Faschismus funktioniert“ ist also etwas über den „Brückenbauer“ Narendra Modi zu erfahren:

Die von Rosenberg, Himmler und anderen Nazi-Anführern entwickelten Taktiken haben seither die faschistische Politik in weiteren Ländern inspiriert. Den Anhängern der indischen Hindutva-Bewegung zufolge bestand die Urbevölkerung Indiens aus Hindus, die bis zur Ankunft der Muslime und später der Christen – die dekadente Werte einführten – nach patriarchalen Bräuchen und streng puritanischen Sexualpraktiken lebten. Damit haben sie eine mythische Vergangenheit fabriziert, in der das Land noch eine reine Hindu-Nation war, um das, was von Wissenschaftlern als die tatsächliche Geschichte Indiens angesehen wird, auf dramatisierte Weise aufzupolieren. Die heute dominierende nationalistische Partei, die BJP, bekennt sich offen zur Hindutva-Ideologie. Mit einer emotionalen Rhetorik, die eine Rückkehr zu dieser fiktiven, patriarchalen, streng konservativen, ethnisch und religiös reinen Vergangenheit fordert, hat sie die Macht im Land gewonnen. Die BJP ist aus dem politischen Arm der Rashtiya Swayamsevak Sangh („Nationale Freiwilligenorganisation“, RSS) hervorgegangen, einer rechtsextremen, hindu-nationalistischen Partei, die sich für die Unterdrückung von Minderheiten anderen Glaubens einsetzte. Nathuram Godse, der Mann, der den Mordanschlag auf Gandhi verübt hatte, war Mitglied der RSS – wie auch der derzeitige indische Premierminister Narendra Modi. Die Partei stand eindeutig unter dem Einfluß faschistischer Bewegungen aus Europa; in den späten 1930er- und 1940-Jahren lobten seine führenden Politiker regelmäßig Hitler und Mussolini.

Dem RSS-Mann Modi ist es wie seinen vorangegangenen RSS-Mannen das Gesinnungsglück zum Unglück von allen beschieden, auch in der Gegenwart einen Mann zum Loben zu finden, und es gibt kein größeres Lob, als solch einen Mann einen „lieben Freund“ zu nennen, und das vor jenen, die, wie jetzt in Wien auch, einem diesem RSS-Mann den roten Teppich ausrollen, der ihm, wenn auch die kleinste, doch Brücke ist, auf der er den Gang zum Verkauf seiner blutigen Gesinnung fortsetzen kann; Mannen und Frauen von dieser Gesinnung, die ganze Länder unter ihre blutroten Teppichen kehren, ist die kleinste, ist die schmalste Brücke recht und willkommen, um ihre Propaganda auszurollen …

Stets dabei, die Wirtschaft, auf dem roten Teppich zu ihrer Tagesordnung, damals wie heute, immer getreu für sich und für —

Talibans Normalität am Beispiele Polio

Es ging los mit Polio. […] Was man bis heute nicht realisiert hat, ist, daß diese ganze Polio-Geschichte wahrscheinlich eine Riesenlüge ist. Und das Poliovirus ist eins der Virus, das […] und zwar Vergiftung, Pflanzen [Hinweis einer Zwischenruferin] Okay, alles okay, DDT, diese Insektenmittel, die waren wahrscheinlich mitverantwortlich für die […] und der Impfstoff ist nie wirklich geprüft worden, es gibt kein Beleg für die Wirksamkeit der Polioimpfung, gar nicht. So.

Und so weiter und so fort: die Lichtgestalt des Gebirgsjägers, am 12. April ’24.

Zu erwähnen ist das bloß und einzig, weil in diesen Tagen wieder berichtet wird, daß in Afghanistan die nächste Impfkampagne gegen Polio gestartet wurde, es sollen rund acht Millionen Kinder gegen die Kinderlähmung geimpft werden; verantwortlich dafür jene Talibans, die noch vor August 2021 in den von ihnen kontrollierten Gebieten Impfungen verboten hatten, extremistische Verschwörungstheorien gegen Impfungen verbreitet wurden.

Während also in Afghanistan Talibans wenigstens in bezug auf die Polioimpfung sich durchgerungen haben zu einer „Normalität“, wird in dieser Gebirgsjägerveranstaltung am 12. April ’24 die „Rückkehr zur Normalität“ heiß beschworen, die, was die Polioimpfung betrifft, nicht einmal mehr und jetzt schon seit längerer Zeit nicht einmal mehr für islamistische Talibans eine normale

Mehr muß wohl nicht zu den Talibans Normalitäten noch ausgeführt werden. Vielleicht soll noch erzählt werden, daß bei dieser Aufführung die Lichtgestalt eine Vorgruppe hatte: eine Einmanngebirgskapelle zur gesinnungsgemäßen Einstimmung, zum Einpeitschen, zum geistigen Vorglühen —

Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle verneigen, voller Respekt und voller Dankbarkeit und voller Anerkennung, vor diesem Mutigen und vor diesem Unbeugsamen. Egal wo Sie in diesem Kampf für die Freiheit und für die Gerechtigkeit und für die Gesundheit mitgewirkt haben und bis heute mitwirken und niemals müde werden. […] Sie haben es sich verdient, Herr Professor Bhakdi, eine Lichtgestalt, in meiner Religion sagt man, ein Engel, ja, ein Engel für Milliarden Menschen auf dieser Welt. Und es gibt in unserer Sprache einen wunderschönen Ausdruck und dieser wunderschöne Ausdruck ist: Jemand ist eine Seele von einem Menschen. Und genauso eine Seele von einem Menschen, das ist unser heutiger Hauptredner, Herr Professor Dr. Sucharit Bhakdi, herzlich willkommen in unserer Mitte! […] Die Rolle der Profiteure, die Rolle der Treiber […] Eine starke Botschaft, eine starke Botschaft, und ich sage das bewußt so, an die dunklen und an die finsteren Kräfte und Mächte in diesem Land und darüber hinaus, die jetzt alles unternehmen, um ihre Spuren zu verwischen und so zu tun, als ob sie niemals dabei gewesen wären, und gleichzeitig schon in Vorbereitung des nächsten Großangriffes auf die Würde der Menschen

Der Untertan

Dieses Buch über den perfekten Untertanen zu lesen, kann nur empfohlen werden, so sehr empfohlen werden, daß hier gegen alle Gewohnheit zu einer Verkaufsquelle verlinkt ist, um es sofort zu bestellen, schneller noch geht es, wenn Sie es gleich morgen in Ihre Buchhandlung erwerben, um gleich desselben Tages es noch beginnen zu lesen.

Eine perfekte Beschreibung des titelgebenden Menschen, die „Geschichte der öffentlichen Seele unter …“

Der Verfasser des Untertanen charakterisiert diesen Jahre später selbst als „Vorgestalt des Nazi“, nun, nach dem verheerenden patriotischen Untergang des Nationalsozialismus, ist der Untertan auch eine Nachgestalt des Nazis. „Der Untertan“ erzählt von einem Mann, es dabei soll aber, jetzt im Rückblick, nicht vergessen werden, daß es auch die Untertanin gab als Vorgestalt der Nazisse und gibt als Nachgestalt der Nazisse.

Im Totalitarimsus des Nationalsozialismus gab es einen gar mächtigen Mann, der sogar zum Stellvertreter des österreichischen Heilsbringers aufstieg, dessen Heilsgesinnung der Untergang, mit Namen Heß, der Untertan heißt Heßling. Obgleich der Verfasser des Untertanen beim Schreiben des Untertanen Heß nicht kennen konnte, da Heß bei Fertigstellung des Buches 1914 gerade einmal ein öffentlich völlig unbekannter und wohl zum Untertanentum zugerichteter und hergerichteter Jüngling von zwanzig Jahren war, nennt er ihn Heßling, in der Verkleinerungsform von HeßHeßling wie Däumling. Jetzt, im Rückblick kann gesagt werden, ein Heßling bleibt ein Heßling, gleich in welche Stellung er geschoben wird.

Bozkurt işareti

Der Erste: Pessimistisch. Weißt, er hat gesagt, in der Türkei is ein kranker Mann, dann kommen wir dran, du also wieso?

Der Patriot: Sie meinen Friedjung. Aber Friedjung konträr schloß doch mit einem dreifachen Hoch und Eljen auf den Ausbau des Bündnisses der beiden Mittelmächte mit der Türkei!

Vor bald einhundertzehn Jahren begann Karl Kraus an den letzten Tagen der Menschheit zu schreiben, an diesem einem Marstheater zugedachten Stück, das fällt zuerst ein beim Lesen des Namens Merih Demiral, und dann gleich, was kann ein Mensch mit dem Vornamen Mars anderes werden als Fußballer, als dem Geschäft des Fußballs nachzugehen, diesem als menschenverbindendes und friedensförderndes verkauftes Spiel, für das stets Armeen an Polizei aufgeboten werden muß, für das Spiel, das sagt: Nennt mich Mars. Der Ausschreitung. Der Gewalt. Des Krieges.

So gewiß der Mars rotiert, so gewiß rotieren die Aufregungen um einen Gruß, genauer,

um den Wolfsgruß, mit dem Merih Derimal auf seiner patriotischen Fußballfeldbahn rotiert, und mit ihm dann Hunderte, Tausende, Abertausende vielleicht sogar auf ihrer Fußballstraßenbahn rotierend um ihren —

Gerade einmal ein Jahr ist es her, vor rund einem Jahr die Aufregung um den Wolfsgruß und nun die Wiederkehr der Aufregung auf dem Fußballmars … Vor einem Jahr köpfelte die Spitze des österreichischen Staates dem Wolfsgrußpräsidenten einen Gratulationsgruß, und nun, rund ein Jahr später, und das ist nur eine Stimme der Aufgeregten, fordert Florian Klenk auf der Konzernplattform X, in der Nacht des 7. Juli 2024:

Man sollte eine Mannschaft, deren Spieler und Fans demonstrativ den rechtsextremen Wolfsgruß machen einfach von der nächsten EM ausschließen.

Ein für kurz gewesener Bundeskanzler, ein Bild, das in Erinnerung bleibt, in trauter Umarmung mit Wolfsgrußbuben … Aber diese eine Stimme unter vielen Stimmen erköpfelt sich, ja, was, als wäre damit irgend etwas … Den Wolfsgrußpräsidenten würde es, hörte er je diese Stimme, beruhigen, ihn träfe ein klenkischer Ausschluß nicht …

Aus der klenkischen Forderung strömt doch auch militärischer Geist. Das Unvermögen oder das Vergehen eines Spielers der gesamten Mannschaft als Strafe aufzuerlegen, das Nachmachen, das Mitlaufen oder das Benehmen von Zuschauern allen Zuschauerinnen und ihrer Mannschaft als Strafe aufzuerlegen. Und die Frage stellt sich nach der politischen Wirkung eines Spielers, der mit einem solchen Handzeichen sich einmal daneben benimmt, von „Fans“, die ein solches Handzeichen mitläuferisch einmal nachmachen, im Gegensatz etwa zu einem Präsidenten, dessen gesamtes politisches Wirken dieses Handzeichen, daß er zusätzlich auch noch dann und wann zeigt, ist, und dies nicht davon abhält, ihm weiter und mit ihm weiter …

Der für die derzeitige und rund noch drei Monate im Amte befindliche österreichische Regierung Daten zu einem Jugendbericht zusammentragende Mann wirbt für eine steinalte Kapelle, von der ein Bild in Erinnerung bleibt, jenes mit dem Wolfsgruß — aber Florian Klenk …

Eine Säkularisierung des Fußballs ist überfällig. Eine Entnationalisierung. Eine Entpatriotisierung. Eine selbstauferlegte Verbannung weltanschaulicher Zeichen vom Fußballplatz, dazu gehören u. a. m. das Sich-Bekreuzigen, der Tauhīd-Finger, das Tore-Gott-Widmen, der Wolfsgruß …

Im „Klostergarten in Tachau Jesus, arischer Jüngling“

Betrachte unsere verhüllten Kirchenfenster einmal genauer! Sie sind Fenster mit Geschichte(n). Vordergründig erzählen die Fenster unserer Kirche neutestamentliche Episoden. Erst am zweiten Blick wird die Geschichte hinter dem Bildprogramm erkennbar. So wie in vielen Leitungsgremien österreichischer Vereine, Institutionen und Organisationen in den Nachkriegsjahrzehnten waren ehemalige Anhänger*innen des Nationalsozialismus auch in den Leitungsgremien der Pauluskirche tätig. So kam es, dass noch Ende der 1960er Jahre Kirchenfenster beim Künstler Rudolf Böttger in Auftrag gegeben wurden, der sich auch nach 1945 nicht von seinen Aktivitäten während der NS-Zeit und seiner NSDAP-Mitgliedschaft distanzierte. Das Aussparen alttestamentlicher Motive, die diffamierende Darstellung der Juden in den Kirchenfenstern und die Abbildung Jesu als arischer Jüngling wurden in Kauf genommen.

Ist auf der Website der Pauluskirche im dritten Bezirk von Wien am 5. Juli 2024 zu lesen, und weiter:

In der Öffentlichkeit wird intensiv über problematische Denkmäler und Bildwerke diskutiert. Ein prominentes Beispiel ist das Lueger-Denkmal am Wiener Stuben-Ring, das in den dritten Wiener Gemeindebezirk blickt, wo auch die Evangelische Pauluskirche steht. Anders als das Lueger-Denkmal, das „nur“ einen antisemitischen Bürgermeister Wiens zeigt, der die Bevölkerung aufwiegelte, zeigen die Fenster der Pauluskirche selbst ein antisemitisches Bildprogramm. Die Pauluskirche mit ihrer antisemitischen Ikonografie ist somit ein evangelisches Beispiel für problematische Denkmäler im öffentlichen Raum, das bereits seit Anfang der 2000er Jahre immer wieder diskutiert wird. Der vorliegende Beitrag ist im Rahmen der Tagung „Evangelisches Erinnern. Evangelische Erinnerungskulturen im Österreich des 20. und 21. Jahrhunderts“ im April 2023 entstanden und versteht sich als Werkstattbericht einer Kirchengemeinde.

Etwa ein Vierteljahrhundert Beschäftigung mit diesen Kirchenfenstern, vor einundzwanzig Jahren sich dazu durchgerungen, eine Tafel anzubringen:

Mit Scham stellen wir fest, dass sich unsere Kirchen für das Schicksal der Juden [..] Darum distanzieren wir uns von der Darstellung der Juden in diesem Bild und von dem Geist aus dem diese Darstellung kommt. […] Das Presbyterium der Evangelischen Pfarrgemeinde Wien – Landstraße im Jahre 2003

Dann aber ist alles sehr schnell gegangen, im März 2023, der Beschluss, in der nächsten „Legislaturperiode“ die Kirchenfenster zu tauschen, davor die Kirchenfenster zu verhüllen, und das wurde rasch umgesetzt, am 8. Oktober 2023 wurde feierlich verhüllt, einen Tag nach —

Es wird nicht gewagt, zu recherchieren, ob die evangelische Kirche sich inzwischen auch dazu durchgerungen hat, daß Martin Luther nicht nur ein Antisemit war, das sie nach langem Zögen nun doch offen einbekennt, sondern auch einbekennt, daß Martin Luther dazu ein Antiziganist war …

Der Sebastianplatz mit der Pauluskirche grenzt an die Neulinggasse, einen rechteren Ort für seine Kirchenfenster hätte Rudolf Böttger nicht finden können,

in Gehnähe der Skulputuren seiner Gesinnungskameraderie, auf einer Linie

mit Margarete Hanusch, Wilhelm Fraß, Josef Müllner —

Die österreichische Galerie Belvedere zeigt in ihrer Online-Sammlung, gesehen am 5. Juli 2024, ein gar schönes Bild von Rudolf Böttger: „Klostergarten in Tachau“, und selbstverständlich verschweigt „Das Belvedere – ein Museum von Weltrang, Vermittler von Geschichte und Schauplatz zeitgenössischer Kunst, Barockjuwel, digitaler Player und ökologisch bewusst: a museum that matters. Erfahren Sie hier, wofür das Museum steht.“ nicht die Biographie des Rudolf Böttger:

1887 Tachau/ Tachov – 1973 Regensburg
„Ab 1899 in Wien. Studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei F. Rumpler, dann an der Münchner Akademie bei C. v. Marr; 1911 wieder in Wien. Ab 1914 als Kriegsfreiwilliger an der russischen Front, im März 1918 im Kriegspressequartier. Reisen mit O. Laske in die Ukraine und auf die Krim. 1919 Mitglied des Wiener Künstlerhauses. Studienreisen nach Italien, Holland, Schweden. Ansässig in Wien, ab 1945 in Deggendorf, Niederbayern. Böttger widmete sich vor allem der Portrait- und Landschaftsmalerei und arbeitete auch in den Techniken des Freskos, Sgraffitos und Gobelins.“

Wie schon bei Franz Köck, dem antisemitischen Postkartenpropagandameister, verschweigt das „Museum von Weltrang“ nichts, wie zum Beispiel in Niederbayern es kein Verschweigen gibt, wenn es um die Biographie von Rudolf Böttger …

Der Maler Rudolf Böttger (1887–1973) stammte aus dem Egerland und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, wo er den Großteil seines Lebens verbrachte und unter anderem nach 1938 im „Gaukulturrat“ für Malerei zuständig war. 1945 verschlug es Böttger nach Metten bei Deggendorf. Nach 1952 wohnte er in Regensburg-Prüfening.

Ein Verschweigen gibt es für das Aktionshaus im Kinsky ebenfalls nicht, die Bilder von Rudolf Böttger versteigert. Viel bringen seine Bilder nicht ein, ein billiger Maler, leistbar auch für jene, die gesinnungsgemäß ihr Heim, das ihnen ihre Festung ist, mit einem böttgerischen Original heimelig … Das Aktionshaus im Kinsky verschweigt nichts, ist am 5. Juli 2024 zu lesen: „(Tachau 1887 – 1973 Regensburg) » Zur Biografie“ — So offen weist das Aktionshaus im Kinsky auf die Biographie von Rudolf Böttger hin, und wer „Zur Biographie“ anklickt, bekommt die ganze böttgerischen Biographie unverschwiegen: „Rudolf Böttger Tachau 1887 – 1973 Regensburg“ …

„Erbe Österreich“

So, wir sind jetzt im Keller von Palais Wilczek […] Dramatiker Franz Grillparzer und der deutsche Dichter Joseph von Eichendorff sind sich vielleicht hier im Stiegenhaus begegnet. Die beiden Literaten wohnten hier allerdings lange bevor der Graf Wilczek überhaupt geboren wurde, und zwar zu ihren Studentenzeiten in den Jahren 1810 bis 1813. […] Und Eichendorff war ein entfernter Verwandter der Wilczeks. Vom Palais aus war es nicht weit zum Stammwirt der jungen Poeten, zum nahegelegenen Bier- und Künstlerlokal „Zum Lothringer“, Ecke Herrengasse und Kohlmarkt, wo auch der Lyriker und Freiheitskämpfer Theodor Körner, nicht zu verwechseln mit dem späteren Bundespräsidenten, verkehrte.

Das wird der Parlamentspartei, die in Österreich eine Volkskanzl errichten will, am 2. Juli 2024 gefreut haben, zu sehen und zu hören, wie Karl Hohenlohe in der Sendung „Erbe Österreich“ ihren Dichter erinnert, wie elegant Karl Hohenlohe es versteht, Carl Theodor Körner, der nichts mit dem Palais Wilczek zu tun hatte, dennoch zu erwähnen, ihn dem österreichischen Fernsehpublikum nicht nur als „Lyriker“ sondern auch als „Freiheitskämpfer“ … Oh, was für ein „Lyriker“ und was für ein „Freiheitskämpfer“ er doch war, so recht nach Geschmack und Gesinnnung der Parlamentspartei, deren für kurz gewesener Vizekanzler Carl Theodor Körner zu zitieren wußte, wahrscheinlich sogar auswendig

so lyrikbeflissen die Mannen und Frauen dieser erst vor kurzem für kurz gewesenen Regierungspartei —

Seinen Namen, Karl Hohenlohe, werden die Mannen und Frauen dieser Partei spätestens mit dem 2. Juli 2024 für sich notiert haben, für die Zeit, von der sie meinen, sie sei für sie angebrochen, sich auf die Suche zu machen, für ihre Volkskanzl einen Minister für Kultur und Geschichte … Lange schon könnte auf der Liste dieser Partei auch der Name von einem Menschen stehen, von dem nicht gewußt wird, ist es ein Mann, ist es eine Frau, aber Ing. H. Steinkellner hat sich als Minister für Kultur oder als Ministerin für Geschichte in einer Volkskanzl bereits 1992 selbst empfohlen, als er oder sie oder es eine Gedenktafel für Carl Theodor Körner errichtete, als er oder sie oder es Carl Theodor Körner, dem Lyriker oder dem Freiheitskämpfer, eine Gedenktafel widmete …

Für das Verteidigungsministerium einen Minister zu finden, eine Ministerin für das Volkskanzl der Landesverfestung zu finden, wird für diese Partei

eine Qual, denn zu viele im Bundesheer böten sich dafür an —

vielleicht aber schon ganz auf oben auf ihrer Liste der Militär, dem Carl Theodor Körner auch Lyriker aber vor allem Freiheitskämpfer, so sehr Freiheitskämpfer, daß er seine Worte ehrenreich stolz über dem seinem Herzen …

Manifest mit Waffe

Der kleine Gebirgsjäger spricht von einer „Trägerrakete“, die die „patriotische Allianz“ sein soll, präsentiert am 30. Juni ’24 in Wien, und eine „Trägerrakete“ ist eine Waffe, eine Mordwaffe, die die drei Mannen selber sein wollen, die dazu ein Manifest präsentieren am 30. Juni ’24 in Wien, und wohin Manifest mit Waffe gesinnungsgemäß zwangsläufig führt, das haben etliche patriotische Mannen vor diesen drei Mannen schon mordend …

Mehr ist zur patriotischen Achse nicht zu schreiben, ist doch einer, für den sie eintreten, unsichtbar mit ihnen auf der patriotischen Bühne, hängt vielleicht mit seinem Amtsbild in ihren Stuben, der sich wohl auch als „Trägerrakete“ versteht, sich selbst als Trägerrakete zwar nicht abschießen kann, aber patriotische Raketen abschießen läßt.

Und dieser hat klar und unmißverständlich offenbart, was sein und solcher Mannen Patriotismus ist: Grausigkeit …

Und von einem zweiten Patrioten, dessen abgehängtes Amtsbild vielleicht auch in ihren Stuben hängt, der ihnen als ihr Idol in Wien unsichtbar mit ihnen auf der patriotischen Bühne, ist sein Patriotismus gesinnungsgemäß ihr Patriotismus