Im Stadtpark, Spätherbst 2012

 Es gilt in Österreich das Verharren in der Vergangenheit, das –, es schöner sagen, mit Peter Altenberg,

so tauchen wir denn hinab in Erinnerungen, da wir vom seienden Tag nicht leben können.

Aber es sind keine Erinnerungen, die gemütlich zu einer Portion Eis, Himbeerschokolade, mit knisternden, also frischen Hohlhippen wie einst im Stadtpark zu genießen und am Tisch beim leeren Becher leicht zurückgelassen werden können, um auf die Straße des Heute zu treten, in der Sicherheit, daß vor allem eine der schlimmsten Vergangenheiten im österreichischen Stadtpark nicht mehr Gegenwart ist, das nationalistische Grab des zwölfjährigen Reiches …

Hinabgetaucht, die einen, um ihr Reich zu suchen, die anderen, um das Loch zu diesem Reich noch einmal abzudichten, und über dem Wasser ruft vergebens das Heute nach ihnen, lockt sie vergeblich mit der klaren Aussicht, die erforderlich ist, um Vergangenheit und Gegenwart scharf zu trennen, politisch gegenwärtig zu sein …

Österreich, 2009

Es gibt wieder Aufregungen, es gibt wieder Aufforderungen zum Rücktritt und es wird im Spätherbst wieder weitere Erinnerungen geben, im Stadtpark, beim letzten Eis für das heurige Jahr, Himbeerschokolade, mit knisternden, also frischen Hohlhippen, die Erinnerung daran, daß niemand zurücktrat, weder Maria Strache noch Odin Graf, die Erinnerung daran, daß der Fluß der Empörung mit Rücktrittsforderungen nach drei Tagen ausgetrocknet war, daß wieder im Parlament der österreichische Streicher für hohe und höchste Christschwarze frei von Bedenken zum Vorbild heutiger Politik wurde, Preisträger und Preisträgerinnen stolz und still die Urkunden über dem Kopf heimtrugen, die Erinnerung daran, daß die Vergangenheit die politische Auseinandersetzung genau in den Tagen wieder dominierte, als die Gesetze zur Sicherheit der Polizei aus dem sogenannten Anti-Terror-Paket

Nie wieder Staatsräume der demokratischen Republik Österreich für …

Auch wenn am Samstag der Wkr-Ball in der Hofburg unrühmliche Geschichte für die Republik Österreich sein wird, sind dennoch zum letzten Mal einige Sätze zu schreiben.

Vor allem um nicht zu vergessen, darauf zu achten, daß es auch tatsächlich bei dieser Entscheidung der Betriebsgesellschaft bleibt, den Schaften nicht wieder die Staatsräume zu vermieten, für ihren Ball, der aufgrund ihrer Kostümierung korrekterweise Schaftengschnas genannt werden muß. Denn Wolfgang Jung zählt bereits darauf, daß bei einer freiheitlichen Regierungsbeteiligung die Betriebsgesellschaft den Schaften wieder Staatsräume

Und auch ein paar Anmerkungen im Rückblick auf die heftigen Diskussionen, die es zum Säbeltanz in der Hofburg gab.

Die Hauptargumenationslinie gegen den Wkr-Ball wurde in der jüngsten Vergangenheit gezogen, nicht nur von Säbeltanzeifrigen, sondern auch von jenen, die gegen einen Wkr-Ball sind … Es muß für viele der Eindruck entstanden sein, hier seien auf beiden Seiten Menschen unterwegs, die sich ein politnostalgisches Wortgefecht liefern, um je das eigene … Soher wird es vielen wohl unverständlich sein, weshalb Schaften nicht einen Ball (sogar in der Hofburg) veranstalten sollten, seien Schaften zwar in der Vergangenheit nicht harmlos gewesen, aber für Gegenwart und Zukunft scheinen sie in ihren Kostümierungen zu ignorierende Sonderlinge. Es wurde ins Treffen geführt, am Ball tanzen säbelnd Rechtsextreme, ohne aber konkrete gegenwärtige Bedrohungspotentiale vorzubringen.

Die Kostümierten sind nicht so harmlos in Gegenwart und Zukunft. Es wurden Beispiele vom freiheitlichen Akademikerverband angeführt, die Sie hier nachlesen können.

Es wurde vor allem der Eindruck erweckt, überhaupt gegen einen Wkr-Ball zu sein, den Schaften ihren Schmißtönnchenball verbieten zu wollen. Es hätte mehr klar werden müssen, daß es lediglich gegen einen Wkr-Ball in Staatsräumen geht, eindrücklich klarzumachen, daß es nicht angeht, Staatsräume an jene zu vermieten, die im Grunde viele gesellschaftliche gute Entwicklungen rückgängig machen würden, wenn sie könnten. Es müssen auch Schaften ihren Kostümball irgendwo veranstalten können, aber eben nicht in den Staatsräumen der Republik. Es wurden ihnnen hier bereits Vorschläge unterbreitet. Freilich wird es für die Schaften nicht leicht werden, einen neuen Tanzboden, also in Deutschland, vielleicht nun auch in Österreich, zu finden, nicht einmal in Privaträumen, wie das Beispiel München zeigt

Schaftengemäß fällt Vergangenheit mit Gegenwart und Zukunft zusammen, so daß doch in diesem Absatz Vergangenheit erwähnt werden muß, aber um zu zeigen, wie ihnen Gegenwart und Zukunft von Vergangenheit determiniert ist. Es geht hierbei auch um das Frauenbild, das schaftliche Frauen selbst verbreiten, etwa durch die Verbreitung, daß Hanna Reitsch für die heutige Frau noch ein … Auffällig an den Diskussionen um die Schaften war auch, daß es von beiden Seiten eine totale Männerdiskussion war, Frauen kamen nicht vor, oder höchstens in der Beschreibung, wie schaftliche Männer Frauen sehen, auf diese Art haben die schaftlichen Männer ihr Rollenverständnis von Frau und Mann in der Gesellschaft völlig durchgebracht, denn auch für die sogenannten Gegner des Wkr-Balles waren Frauen kein Thema, sondern nur die Männer der Burschenschaften, aber es gibt auch die Mädelschaften, die recht aktiv sind, aber nicht an dem Herd, der in der Küche …

Welche Demokratie von Schaften bevorzugt wird, reicht ein Blick auf die Tradition, die sie unentwegt hochhalten, auf ihr 1848, das sie stets so stolz  ansprechen. Dafür soll kurz in die Gegenwart des 19. Jahrhunderts gewechselt werden, um das Urteil eines Zeitgenossen über diese Ereignisse zu zitieren. Es gibt das Wort von der Geschichte, die sich wiederholt, beim zweiten Mal als Farce. Für Karl Marx ist 1848 die Farce von 1789, genauer: er sieht in der Krise 1848-1851 eine makabre Parodie von 1789 …

PS Wie vor bald einem Jahr geschrieben, scheint es morgen tatsächlich zu einer letzten Demonstration von Tausenden gegen den letzten Wkr-Ball in der Hofburg, in den Staatsräumen zu kommen. Sollten Sie keinen Kalender zur Hand haben, können Sie den Termin für die morgige Demonstration auch hier eintragen.

Prüfkriterien für Wähler und Wählerinnen – Zusammengefaßt vom Innenministerium

Prüfkriterien für Wähler und Wählerinnen - Gut zusammengefaßt vom Innenministerium.

Wenn am kommenden Samstag der Wkr-Ball in der Hofburg unrühmliche Geschichte für die demokratische Republik Österreich sein wird, sollten Wähler und Wählerinnen für jedwede kommende Wahl die Zusammenfassung des Innenministeriums aufbewahren, um, bevor Sie beispielsweise einer Partei der Freiheitlichen Ihre Stimme geben wollen, selbst zu überprüfen, ob die von Ihnen präferierte Partei mehrere innerministeriale Kriterien erfüllt, und dann entscheiden, ob Sie eine Partei, auf die mehrere oder sogar alle sicherheitsbehördlichen Elemente zutreffen, tatsächlich noch wählen wollen …

Wenn Sie es dennoch tun wollen, dann werden Sie sich nicht beklagen dürfen, am Ende wieder der Bezahler und die Bezahlerin der hinterlassenen offenen Rechnungen von der Partei, die Sie wählten, zu sein, werden Sie die Schuld dafür nicht von sich weisen können, werden Sie nicht die gesamte Politik dafür verantwortlich machen können, nicht nur aufgrund dieser Kriterien, sondern auch aus weiteren Gründen, die dann wieder in Gerichten und in parlamentarischen Untersuchungsauschüssen verhandelt und geklärt müssen werden, wie es eben in Österreich aktuell geschieht … Also aus Gründen, die Ihnen, ist zu hoffen, wenigstens noch wichtig sind, sauberer und verantwortungsvoller Umgang mit Ihrem Steuergeld, kompetentes und gewissenhaftes Erfüllen mandatarischer Aufgaben, ehrliches Arbeiten für das Gemeinwohl, nicht für das private Wohl von Funktionären und Funktionärinnen und nicht für das Parteienwohl …

Zu den innerministerialen Elementen wurden ein paar Aussagen von freiheitlichen Mandataren aus einer von diesen gemeinschaftlich abgehaltenen Pressekonferenz hinzugefügt sowie eine Meldung der Kleinen Zeitung und aus einem Standard-Interview über Aussagen von zwei weiteren freiheitlichen Mandataren. Für einen ersten Test, wie eine solche Prüfung vor einer Wahl ablaufen könnte, reichen die paar Namen aus.

NR Rosenkranz stellt alle, die einen Wkr-Ball in den Staatsräumen der Republik äußerst bedenklich finden, in eine historische Reihe von … Als gebildeter Verteidiger der Schaften wird er wohl selbst nur allzu genau wissen, in welcher Reihe er wo steht, vor dem Feuer, um beste Sicht zu haben auf brennende Bücher, aber nicht vor den brennenden Büchern, die im zwölfjährigen nationalistischen Reich, das allen Tod und Armut brachte, sondern vor denen 1817 auf der Wartburg

NR Stefan mußte schon einmal weit in die Vergangenheit zurückgehen, um eine positive Erinnerung an eine Leistung des nationalen Lagers … Aber die „Leistungen der deutschen Wehrmacht“ können nur mehr zu einer „positiven kollektiven Erinnerung“ werden, wenn die Geschichte umgedeutet wird, wie es für NR Stefan ein „wesentliches Element“ ist …

Wolfgang Jung, ist NR im Parlament gewesen und nun im Wiener Landtag, gibt, Zukunft will sich nicht schreiben lassen, einen Ausblick, was zu erwarten ist, wenn die Meinung, die das nationale Lager liebt, durch Regierungsbeteiligung …

Ach ja, bei dieser gemeinschaftlichen Pressekonferenz meldete sich auch Johann Gudenus, der nicht NR im Parlament, sondern im Wiener Landtag ist, zu Wort, der im letzten Jahr bewies, wofür ihm wichtig ist, Geld auszugeben, selbstverständlich nicht genommen aus seiner Brieftasche

Um zu einem Ende zu kommen, auch wenn der Testlauf noch lange fortgesetzt werden könnte, mit weiteren Mandatarinnen und Mandataren … Etwa mit dem III. Präsidenten NR Graf  oder mit NR Hofer, mit Andreas Mölzer und Zur Zeit oder den unzensurierten Freiheitlichen, oder mit NR Höbart, mit …

NS Zur letzten Demonstration am kommenden Freitag gegen ein Schaftengschnas in Staatsräumen der demokratischen Republik Österreich rufen sehr viele auf. Ihre Teilnahme an dieser im feinen Tuch wäre eine gute Gelegenheit zu zeigen, daß Demonstrantinnen keine ungewaschenen Nichtleistungsträger sind, wie ihnen seitens der für den Erhalt des Hofburgschaftengschnas sich einsetzenden Wortfechter unterstellt wird …

Es ist aber ganz und gar nicht notwendig, in Ausgehkleidung zu demonstrieren, denn so schmutzig wie freiheitlich akademische Denkloden kann Ihre Garderobe je nicht sein

Auch hier können Sie Ihr Kommen in einen Veranstaltungskalender eintragen: Endlich letzte Demonstration für Nie-mehr-Hofburg-Schaftengschnas.

Ballspende für Dr. Martin Graf – Werte werden nicht besser, im Gegenteil

Wenn die Experten¹ aus Österreich ebenso sorgsam prüften, als Dr. Martin Graf sorgsam die Verzeichnisse „Weltkulturerbe“ und „immaterielles Kulturerbe“ verwechseln will, wird vorstellbar, wie sorgsam die innerösterreichische Expertinnen beim Erstellen ihrer Bratllisten … Derart sorgsam aber haben in den letzten Tagen auch viele Journalisten und Journalistinnen gearbeitet, als sie den Wkr-Ball zu einem Weltkulturerbe hochschrieben, sei es aus Schlampigkeit, sei es aus Recherchefaulheit … Von Medienarbeitern und Medienarbeiterinnen ist es, wenn auch äußerst bedauerlich, schon bald nichts anderes zu erwarten, von einem III. Präsidenten NR allerdings …

Freiheitliche Analyse - Gender Mainstreaming und Verbot von Bällen.

In ein paar Tagen wird es also den letzten Wkr-Ball in der Hofburg geben, ein guter Anlaß, Dr. Martin Graf heute schon eine erste Ballspende zu überreichen, den Zwischenstand der Umfrage, würden Sie einen wie Dr. Martin Graf beispielsweise zum dritten Nationalratspräsidenten wählen … Die Werte bessern sich nicht, im Gegenteil, seit dem letzten Zwischenstand schließen noch mehr Menschen für sich eine Wahl von Dr. Martin Graf aus, mittlerweile 68,09% …

In ein paar Tagen wird es also den letzten Wkr-Ball in der Hofburg geben, ein guter Anlaß, Dr. Martin Graf zu unterstützen, insofern, daß seine Behauptung in der Nachrichtensendung im mitternächtlichen ORF vom 18. Jänner 2012 im Gespräch mit Ariel Muzicant sich wirklich bewahrheitet, daß zur letzten Demonstration gegen den letzten Wkr-Ball in der Hofburg tatsächlich Tausende

Wenn die Gesellschaft für freiheitliches Denken dies veröffentlicht, in den nationalen Lagern also selbst davon gesprochen wird, daß der Nationalsozialismus eine Versuchung darstellt, kann festgehalten werden, daß diese Lager, um eines ihrer Leitworte zu verwenden, gegen sich selbst hetzen, daß diese Lager, um ein zweites ihrer Leitworte aufzunehmen, gegen sich selbst die Nazi-Keule schwingen, daß diese Lager, um ein drittes ihrer Leitworte nicht vorzuenthalten, die Hauptquartiere der Ausgrenzung sind, und Ausgrenzung derart fanatisch überall vermuten, daß sie, um sich selbst zu bestätigen, sogar gegenseitig ausgrenzen müssen.

 

In ein paar Tagen wird es also den letzten Wkr-Ball in der Hofburg geben, was es, weil sie von ihrer gemeinschaftlichen Gegenwart nicht in die gesellschaftliche Gegenwart zu wechseln bereit oder imstande sind, aber nicht zum letzten Mal geben wird, sind die akademisch freiheitlichen Vorstellungen, über die hier bereits geschrieben wurde. Es sind Vorstellungen, die, wie zu lesen ist, nach wie vor auf der Website des Akademikerverbandes verbreitet werden. Heute wurden noch ein paar besondere Auszüge hinzugenommen, um zu veranschaulichen, wie, was das Wesentlichste ist, unwählbar diese freiheitliche Gesinnungsgemeinschaft in jedweder Wahl ist.

In ein paar Tagen wird es also den letzten Wkr-Ball in der Hofburg geben, ein guter Anlaß, in Erinnerung, daß gegen den letzten Wkr-Ball in der Hofburg in 2011 Demonstrationen polizeilich verboten waren, an der diesjährigen Demonstration teilzunehmen, um über den konkreten Anlaß hinaus ein sichtbares Zeichen für das Demonstrationsrecht zu setzen, vor allem vor dem Hintergrund der zum Teil bereits verabschiedeten Gesetze aus dem sogenannten Anti-Terror-Paket

¹ Univ.-Prof. Mag. Dr. Regine Allgayer-Kaufmann, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Bachleitner, Dir. Stv. Mag. Matthias Beitl, Mag. Karl C. Berger, Univ.-Prof. Dr. Dieter A. Binder, Univ.-Prof. i.R. Dr. Olaf Bockhorn, Mag. Dagmar Butterweck, Dr. Christina Fennesz-Juhasz, Mag. Waltraud Froihofer, Univ.-Ass. Dr. Bernhard Fuchs, Dr. Bernhard Gamsjäger, Dr. Ingeborg Geyer, ao. Univ.-Prof. Dr. Roland Girtler, Dr. Elisabeth Großegger, Univ.-Prof. Dr. Gerd Gruppe, Dipl.-Ing. Dr.nat.techn. Michael Grabner, Univ.-Prof. Dr. Gerlinde Haid, Univ.-Prof. Dr. Hilde Haider, Univ.-Ass. Prof. Nicole Haitzinger, Ass.-Prof. Mag. Dr. Dieter Halwachs, Dipl.-Ing. Dr. Anna Hartl, em. Univ.-Prof. Dr. Peter Heintel, ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Hochradner, ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Ludwig Karnicar, Univ.-Ass. Dipl.-Rest. Regina Knaller, Univ.-Prof. Dr. Lothar Kolmer, Univ.-Prof. Dr. Jürgen König, em. o. Univ.-Prof. Dr. Konrad Köstlin, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kubelka, Univ.-Prof. Dr. Peter Maria Krakauer, Univ.-Prof. Dr. Gabriela Krist, Univ.-Prof. Dr. Kurt Luger, ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Nußbaumer, o. Univ.-Prof. Dr. Hans Paarhammer, Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Patocka, em. Univ.-Prof. Dr. Leander Petzoldt, Mag. Adelheid Pichler, Ass.-Prof. Dr. Burkhard Pöttler, em. o. Univ.-Prof. Dr. Josef Riedmann, Univ.-Prof. Mag. DDr. Bernd Rieken, Univ.-Prof. DDr. Michael Rössner, ao. Univ.-Prof. Dr. Johannes Saukel, Mag. Dr. August Schmidhofer, Univ.-Prof. Dr. Dr. Dipl.-Ing. Gerhard Sperl, Univ.-Prof. Dr. Christian Staudacher, Ass.-Prof. Dr. Armin Stolz, Univ.-Prof. Dr. Gerhard Strohmeier, Univ.-Prof. Dr. Verena Winiwarter, em. o.Univ.-Prof. Dr. Klaus Zapotoczky

Auf zur Wartburg – zum Wkr-Ball 2013

Es soll nicht gesagt werden können, den Schaften will gar kein Tanzboden mehr zugestanden werden, für ihre Säbelwalzer im Abendkleide, jetzt, da die Vermietungsgesellschaft nach Jahrzehnten sich besonnen und erkannt hat, daß die Hofburg das symbolische Zentrum einer demokratischen Republik ist, müssen die Schaften einen neuen Tanzboden finden, schon für den Wkr-Ball 2013

Die Schaften mit ein oder zwei Anregungen dabei zu unterstützen, warum nicht …

Der ideale Ort für einen Wkr-Ball 2013 müßte für die Schaften die Wartburg bei Eisenach sein. Es wäre für die Schaften keine Umgewöhnung notwendig, denn ein Tanzboden auf der Wartburg ist für die Schaften kein neuer Tanzboden, sondern ein alter Tanzboden, der ihnen bestens bekannt ist, somit wäre es für sie eine Heimkehr, zu ihrer Feuerstätte

Mit einem Tanzboden auf der Wartburg vermieden die Schaften, sich etwas Neuem stellen zu müssen, und, es ist bekannt, wie schwer das ihnen fällt, das Neue … Aber auch ihre Gäste, die Mitglieder der, wie sie selbst sich nennen, sozialen Heimatparteien fänden sich wohl ordentlich rasch zurecht, wie gesehen werden kann, wirbt die NPD ohnehin bereits mit der Wartburg …

Der Tanzboden auf der Wartburg hat zusätzlich für Schaften den wohl kaum zu widerstehenden Reiz, ihre Degenpolkas dann auch damit bewerben zu können, daß die Wartburg in die Liste des tatsächlichen Weltkulturerbes aufgenommen ist, während die Bälle lediglich als bundeslandlersche immaterielle Kulturerben geführt werden, also in einer völlig aus der Provinz für die Provinz auf die Provinz reduzierte Liste … Es können sogar Einzelpersonen um Aufnahme in diese Liste ersuchen, wenn sie der Meinung sind, beispielsweise, die in ihrer Ortschaft seit, um ein Datum zu nennen, 1830 ritualisierte Art des dorfgemeinschaftlichen Ausziehens, Waschens und Aufhängens der Unterwäsche sei als immaterielles Kulturerbe

Sollte aber den Schaften der Weg nach Eisenach, Wartburg-Omnibusse wären wohl die rechten Einstimmungstransporter für Fahrten zur Wartburg, zu beschwerlich, zu anstrengend sein, kann auch mit einem weiteren Tanzboden aufgewartet werden, mit einer Empfehlung für einen sehr romantischen Tanzboden sogar, beim Burschenschafterturm, der, wenn dem Bild von Odin Wiesinger geglaubt werden darf, an einem Waldrand steht …

Am Rand eines Waldes zu tanzen, wie sehr müßte das dem zurzeitigen zahntechnischen Obmann der Freiheitlichen erfreuen, sein Blut in Wallung bringen, ist er doch einer, dem die Wälder seit Jugendtagen unvergeßlich geblieben sein müßten –, wer erinnert sich nicht gerne zurück an die eigene Jugend mit den Tagen im Gestrüpp … Wo genau allerdings dieser Turm mit wehender Fahne steht, diese Information, werden die Schaften gebeten, von Odin M. Wiesinger …

Gerhard Deimek würde sich wohl eher freuen, fände schon der Wkr-Ball 2013 in Oberösterreich statt … Möglicherweise auch Peter Fichtenbauer, von dem nicht gewußt wird, wie reisefreudig er ist, oder ob sein Einsatz für den Wkr-Ball in militärischen Uniformen in Wien nicht der Gesinnung, sondern der Bequemlichkeit …

Eine Freude jedoch ist gewiß, nämlich die, heute zum letzten Mal einen Aufruf zu schreiben, an der Demonstration teilzunehmen, am 27. Jänner 2012, zum einen, um die Vermietungsgesellchaft zu unterstützen, bei ihrer Aufkündigung des Mietvertrages zu bleiben, zum anderen, um mit einer imposanten Demonstration potentiellen Besuchern und Besucherinnen die Entscheidung zu erleichtern, daß der Wkr-Ball in der Hofburg kein … Garant dafür aber, daß es tatsächlich keinen Wkr-Ball in der Hofburg nach 2012 mehr gibt, ist ein Wkr-Ball mit einem finanziellen Verlust … Es scheinen die Befürchtungen von Andreas Mölzer, vor bald einem Jahr von ihm geschrieben, nicht zu unrecht gewesen zu sein, es werden für den Säbeltanz am 27. Jänner 2012 bereits Eintrittskarten verschleudert …

https://pronoever.wordpress.com/2011/03/16/wkr-ball-in-der-hofburg-anmeldung-zur-teilnahme-an-der-demonstration-27-janner-2012/

NR Peter Fichtenbauer kann vor lauter Bäumen den Hofburgeichenballwald nicht mehr sehen

„Zu behaupten, dieser Ball sei ein Treffpunkt der nationalen und internationalen extremen Rechten und deshalb das Uniformtrageverbot gerechtfertigt, ist blanke Propaganda und verdreht die Wahrheit.“

Soher kann tatsächlich niemand behaupten, daß NR Dr. Peter Fichtenbauer die Wahrheit verdreht, wenn er schreibt, es werde die Wahrheit verdreht, und es kann ebenfalls niemand behaupten, daß NR Dr. Peter Fichtenbauer blanke Propaganda betreibe, wenn er schreibt, es sei blanke Propaganda, daß der Wkr-Ball in der Hofburg ein Treffpunkt der nationalen

Fragen bleiben menschgemäß dennoch, etwa u.v.a.m diese:

Welcher und wessen Kulturgesellschaft singt NR Dr. Peter Fichtenbauer das Treuelied? Der Kulturgesellschaft, von der beispielsweise die Mitträger des freiheitlichen Akademikerverbandes Salzburg träumen erstehen zu lassen, mit Arbeitslagern, Scheiterhaufen und so weiter und so fort?

Die Treue zu welchem Staat wird von NR Dr. Peter Fichtenbauer besungen, stimmt er in das Lied von Richard Melisch ein? Als Böhmen noch bei der und die …

Welche Demokratie sieht NR Dr. Peter Fichtenbauer bewahrt? Ist es diese Demokratie, wie von den Burschen- und Landsmannschaften im 19. Jahrhundert diese verstanden wurde, als sie auf der Wartburg auf die ihre direkte Demokratie zuschritten, zum Verbrennen von Büchern?

Und kann es die Aufgabe von Fremden sein, das Grab eines Jagdfliegeroffiziers der deutschen Wehrmacht des nationalistischen Massenverbrechensregimes der NSDAP zu pflegen? Dieser Soldat liegt nicht in einem Massengrab, sein Name steht auf einem Grabstein, und er wird wohl Angehörige haben, die wissen, auf welchem Friedhof sie sein Grab finden können, um es zu pflegen, vorausgesetzt menschgemäß, sie wollen ihrem Verwandten überhaupt ein Andenken bewahren. Was wollte also Dr. Peter Fichtenbauer, Mitglied der deutschen Hochschüler Waldmark, mit seinem Grabgärtnern, vor einigen Jahren bereits, politisch vermitteln, als Nichtverwandter von Walter Nowotny? Trug ihn das Grabwässern in das Parlament? Gibt es für österreichische, genauer, freiheitliche Mandatare und Mandatarinnen ein Pflichtenheft, in dem festgehalten ist, sie hätten den seinerzeitigen Propagandaikonen die Eichenblätter zu putzen?

„Zur Zeit“ – Ein lugdummes Wochenmagazin aus dem freiheitlichen Lager?

So sehr das Kaffeehaus an der bestimmten Ecke bevorzugt wird, für die Zeitungslektüre, so ärgerlich ist es, immer wieder, um den Lesehunger befriedigen zu können, mit Zur Zeit, während auf freiwerdende andere Zeitungen gewartet werden muß, die Gegenwart zu verlassen …

Auch heute wieder zum Espresso keine andere Zeitung zum ersten Schluck als die Ausgabe 01/2012 mit Beiträgen, die wieder die Frage hervorrufen, sind diese aus Dummheit geschrieben, oder geschrieben, um zu lügen, oder geschrieben, um Lüge und Dummheit zu vereinen, somit Lugdummes zu verbreiten, oder geschrieben ohne davor, womit u.a. Dummheit zu definieren ist, Informationen einzuholen, ohne, wieder ohne eine Antwort auf diese Frage …

Zwei Beitrage aus dieser Ausgabe sollen dafür als Beispiele herangezogen werden.

Walter Seledec schreibt unter dem Titel „Kriegstreiberei“:

Denn der Autor nimmt keine Rücksicht auf die herrschende Lehre der Angepaßten. Meiser bringt den ausführlichen Nachweiß, daß allierte und tschechische Politiker den Weltkrieg gewollt und herbeigeführt haben. Niemand kann angesichts der vorgelegten Beweise noch von einer Alleinschuld Deutschlands reden. Die Vertreibung der Sudetendeutschen war und bleibt ein Genozid, ein ungesühntes Verbrechen, so Meisers Aussage. Dabei wird die deutsche Mitschuld am WK II nicht in Frage gestellt. Es ist überhaupt sehr zu begrüßen, daß ein Buch dieser Art heute noch erscheinen kann.

Daß ein Buch dieser Art heute noch erscheinen kann … Wie soll eine solche Aussage bewertet werden? Walter Seledec muß zumindest der Buchdienst von der Zeitung, für die er schreibt, bekannt sein, soher muß er wissen, was für eine prosperierende Nationalismus- und Revisionismus-Industrie es nach wie vor gibt …

Alles erscheint heute, das kann einem Walter Seledec ebenfalls nicht unbekannt sein –, somit kann er nur wider besseres Wissens …

Helge Morgengrauen schreibt unter dem Titel „Jeder wird begeistert“:

Mit diesem Beitrag beginnt eine Serie, die allen Dichtern und Schriftstellern gewidmet ist, die heutzutage von den Medien ausgegrenzt bzw. totgeschwiegen werden. Hier sollen diejenigen gewürdigt werden, die Heimat und Volkstum immer hochgehalten haben, die sich nicht nach dem Wind gedreht haben und daher auch nicht in das linkslastige Konzept des ständig betroffenen Gutmenschentums passen. [D]er deutsche Dichter Robert Hohlbaum wird aber nicht mehr verlegt. Hohlbaum […] war mit Rudolf Hans Bartsch und Mirko Jelusich wie auch mit Franz Karl Ginzkey, dessen Biographie er schrieb, befreundet.

Es erscheinen viele Bücher von Hans Meiser, Robert Hohlbaum wird auch heute verlegt.

Ausgegrenzt bzw. totgeschwiegen werden … Wie soll eine solche Aussage bewertet werden? Helge Morgengrauen wird es wohl auch bekannt sein müssen, daß es Millionen von Dichterinnen und Schriftstellerinnen gibt … Um diesen gerecht zu werden, müßten Medien nur noch ausschließlich über Literatur berichten. Und die Literatur ist den österreichischen Medien im Grunde egal, sie grenzen nicht aus, sie sind schlicht und nicht interessiert. Es ist auch eine Frage des Marketings. Die Vermarktung scheint nicht gut zu sein, wenn das hohlbaumsche Wiederaufgelegte und das Gesamthohlbaumsche es nicht in die Medien schaffen, was aber, genauer besehen nicht stimmt, außer Zur Zeit versteht sich weder als österreichisches noch als Medium … Zusätzlich darf nicht vergessen werden, es sind erst einige Jahre vergangen, seit eine große österreichische Tageszeitung der gutter press durch Günther Nenning Dichter und Schriftstellerinnen vorstellen ließ, unter jenen werden wohl einige dabei gewesen sein, von denen Helge Morgengrauen nun meint, sie werden ausgegrenzt bzw totgeschwiegen, beispielsweise Franz Karl Ginzkey, auf den Helge Morgengrauen selbst verweist, oder Enrica Handel-Mazzetti, die Günther Nenning Millionen von Lesern und Leserinnen präsentierte …

Alles ist heute unausgregrenzt, nichts ist totgeschwiegen, irgendwo wird über alles geschrieben, gesprochen … Helge Morgengrauen wird das nicht verborgen sein können, soher nur wider besseres Wissens …

Für Robert Hohlbaum ist es aber eine Gnade, breit vergessen worden zu sein, denn so kann er durch Helge Morgengrauen nun eine Auferstehung feiern, die nicht sein literarischer Rang begründet, und er wird wieder seine Leser und Leserinnen finden, die gleich Helge Morgengrauen ein Schrifttum bevorzugen, das …

In Bekenntnis zu Josef Weinheber, 1950 im akademischen Gemeinschaftsverlag Salzburg erschienen, schreibt Robert Hohlbaum:

Was ihn aus der sehr gesiebten Schar der großen Lyriker auf einen unantastbaren Eigenplatz hebt, ist, daß sein „Ewiges“ […] immer „aus der Erde“ kam. Ein Gedicht, wie das wundervolle „Alt-Ottakring“ konnte nur schreiben, wer mit der „Maische Duft“ noch innig verbunden war und den Erdhauch noch nicht verloren hatte wie etwa Rilke, den Weinheber an Blutfülle weit übertrifft, aber auch an Spannweite im Stofflichen.

Nun, wer je Weinheber las, wer je Rilke las, wird verstehen, weshalb ihm oder ihr der Name Robert Hohlbaum bisher noch nicht untergekommen ist, außer, vielleicht auch beim Warten auf andere Zeitungen, beim Durchblättern von diesem Magazin … Als Literaturkritiker ist Robert Hohlbaum auf der Höhe eines H.M, über den in achtzig Jahren mit höchster Wahrscheinlichkeit niemand etwas schreiben wird, aber nicht um H. M. auszugrenzen bzw. totzuschweigen, sondern aus Freundlichkeit, aus Nachsichtigkeit, aus Höflichkeit, nichts Schlechtes …

An anderer Stelle wurde bereits über einen weiteren von diesem Magazin bevorzugten Schriftsteller gesprochen, von Erwin Guido Kolbenheyer. Wer diesen Beitrag liest, wird nicht überrascht sein, in welcher Gegenwart von Zur Zeit bevorzugt sich aufhält

Burschenschaften – Die ungebrochene Liebe zum Feuer

Als in Deutschland der Nationalismus sein von Unmenschlichkeit bestimmtes und geleitetes Wesen aufs deutlichste zur ewigen Mahnung offen zeigte, standen auch Burschenschafter stramm in der ersten Reihe, um sich an einer zur Reichsnormalität erhobenen Kriminalität zu beteiligen, etwa am Verbrennen von Büchern, die als unnational …

Lächerliche und madige zwölf Jahre waren es, die im grauenvollen Ergebnis selbstverständlich nicht lächerlich waren und selbstverständlich nicht vergessen werden dürfen, weil sie mit ihrem hohen Blutzoll belegen, wohinein der Nationalismus die Menschen stets nur führen kann: in Elend und Tod. Der Nationalismus macht, besonders an seinem Ende, keinen Unterschied zwischen Menschen, die als sogenannte Feinde willkürlich ausgesucht wurden und den sogenannten Angehörigen des sogenannten eigenen Volkes, besonders je deutlich in seinem Untergang verschlingt der Nationalismus alle, stürzt der Nationalismus alle in Elend und Tod …

Wenn am 27. Jänner 2012 die Schaften wieder zum Säbeltanz in die Hofburg ziehen werden, in der Hofburg in Reih‘ und Glied stehen werden, in den Uniformen, die sie auch zum Büchervebrennen anhatten, etwa 1933 sich schick angezogen fanden, in diesen Uniformen zum Feuertanze zu marschieren, darf nicht auf ihre Liebe zum Verbrennen vergessen werden, die nicht erst mit dem Nationalismus des Deutschen Reiches ihre Herzen entflammte, sondern sehr sehr viel früher … Als etwa 1817 auf der Wartburg Landsmannschaften und Burschenschaften zueinanderfanden, mußte die Einigung bereits mit einer Bücherverbrennung gefeiert werden … Wenn 2010 andere Meinungen nicht geteilt werden, ist die Sehnsucht nach wie vor groß, wie auf der Site eines freiheitlichen Verbandes zu lesen ist, nach Zeiten, in denen so leicht Scheiterhaufen angezündet werden konnten, es nicht die Einschränkung darauf gab, nur sagen zu können, wie heute, daß eine andere Meinung nicht geteilt, daß eine andere Meinung nicht gehört und respektiert werden will …

Der nicht eloquenteste, jedoch zurzeit auf einem der höchsten Amtsstühle der demokratischen Republik Österreich sitzende Verharmloser der schaftlichen Gesinnung hat durchaus recht, wenn er sagt, die Schaften haben nichts mit …sozial… zu schaffen, denn die Schaften haben nur etwas mit Nationalismus zu schaffen … Die Schaften stünden in der Tradition von …, führt für sie Dr. Martin Graf an, die Schaften stünden für Meinungs- und Pressefreiheit, das nach ihrem Verständnis auch stimmt, aber es ist keine uneingeschränkte und ungeteilte Meinungs- und Pressefreiheit, keine Meinungs- und Veröffentlichungsfreiheit nach heutigen Standards, sondern eine, um ein bereits genanntes Datum zu nennen, von 1817, eine unter dem nationalistischen Diktat …

NS Der Film, der die Schaften fesch in Uniform beim Bücherverbrennen zeigt, ist aus Halle, und das erinnert nicht nur daran, daß Schafter sich im nationalistisch kriminellsten Deutschland von 1933 bis 1945 ebenfalls hervorgetan haben, sondern auch an die Reise des III. Präsidenten NR in 2010, die ihn von der Germania Halle in das Haus der Burschenschaft Rheinfranken in Marburg führte … Es müßte die größtmöglich denkbare Polemik eingesetzt werden, auch als Eingeständnis der Ideenlosigkeit, es anders als mit Polemik noch beschreiben zu können, welche Geschichte etwa von der Burschenschaft Rheinfranken verbreitet wird, es ist eine Geschichte, die im Grunde nur die Deutschen als Opfer kennt, Jahr für Jahr, auch in ihrer Totengedenkveranstaltung vom 17. Juni 2011, Jahr für Jahr wird an der Geschichte des unschuldigen, aber pflichterfüllenden deutschen Soldaten …

NNS Was nach dem Verbrennen von Büchern kommt, hat bereits Heinrich Heine gegenwartswach gefolgert, und ist nur allzu bekannt, um es hier noch wiederholen zu müssen …  Was den Burschenschaften die Wartburg bei Eisenach heute noch gilt, erzählen ihre Festakte, die sie gerne auf der Wartburg vollziehen, an dem Ort, wo einst ihre Vorgänger für spätere Generationen erforschten, welche Feuergrade …

Hofburg ohne Wkr-Ball – Freiheitlicher Abgeordneter entdeckt für sich eine neue Variante von „Kauft nicht ein bei …“

Die „unzensurierten“ Freiheitlichen veröffentlichen eine E-Mail von Gerhard Deimek, einem freiheitlichen Abgeordneten im Parlament, der nicht mehr in einem bestimmten Hotel nächtigen wird wollen, weil seine Betreibergesellschaft nicht „politisch neutral“ mehr handle, also ebenfalls nicht weiter für einen Wkr-Ball in der Hofburg …

Es kann Gerhard Deimek durchaus verstanden werden, daß er  in einem solchen Hotel nicht mehr nächtigen möchte. Um das nachvollziehbarer zu machen, dürfen ein paar Wendungen aus seiner E-Mail dafür auf ihn selbst angewendet werden. Gerhard Deimek, der kein Taugenichts und schon gar nicht ein seine Leistung nicht kennender arbeitsscheuer Taugenichts ist, als international angesehene und auf diesem Niveau handelnde steuerzahlende Stütze könne sich in einer solchen Gesellschaft nicht mehr wohl fühlen, von der nicht mehr politisch neutral gesehen wird, daß immer mehr österreichische Produkte sich zum Islam bekennen, die Gefahr nicht mehr wahrgenommen wird, daß konvertierte Produkte die neben ihnen in den Regalen von internationalen Supermarktketten liegenden Produkte missionieren …

Wo Gerhard Deimek hinkünftig, aus der oberösterreichischen Berglandschaft anreisend in der an der Donau gelegenen Stadt nächtigen wird? Vielleicht hat der freiheitliche Abgeordnete von seinem Freund auf der Plattform des Unternehmens Facebook bereits eine rettende Empfehlung für ein Wohlfühlhotel von seiner Gesellschaft erhalten, in der die Sos Österreich zu jeder Speise serviert wird …

Die Überschrift, daß Gerhard Deimek eine neue Boykottvariante von „Kauft nicht ein bei …“ für sich ganz persönlich entdeckt hätte, ist zu präzisieren, der Titel sollte seinem internationalen Niveau schmeicheln … Gerhard Deimek hat  lediglich das in der Sos Österreich Schwimmende herausgefischt und seinen Nächtigungsgewohnheiten entsprechend …

NS Was für eine neutrale Gesellschaft Sos Österreich und Unzensuriert … Es sind, auch hier, genügend Beispiele beschrieben, so daß heute nichts mehr hinzugefügt zu werden braucht, und es auch nicht mehr gewollt wird …

Die Stadt der Christarier – Maria Fekter ist zu danken, Harald Vilimsky vorzustellen

Maria Fekter ist für ihre Auslassungen zu danken, wieder einmal Die Stadt ohne Juden von Hugo Bettauer aufzuschlagen, den er einen Roman von übermorgen nannte. Dieser Roman ist nicht aktuell, sondern das heutige Österreich, wie es in diesem Roman beschrieben ist, ist für diesen Roman aktuell geblieben. Österreich ist also für diesen Roman aktuell geblieben, der vorgestern geschrieben wurde.

Ein paar Zitate aus diesem Roman möchten dazu verleiten, den gesamten Roman zu lesen. Jene, die wenig Zeit haben, um den gesamten Roman zu lesen, aber werden anhand der wenigen Zitate bereits erkennen, wie aktuell Österreich für diesen Roman geblieben ist, bis hin zum Lächerlichen, wenn zum Romanpersonal das Personal der letzten Kalenderjahre in Erinnerung gerufen wird, zum Beispiel Hubert Gorbach …

Das alles war in so drolligem Englisch-deutsch herausgekommen.

Die Sozialdemokraten traten ohne neues Programm in den Wahlkampf, die Christlichsozialen
hingegen scharten sich um ihren geistvollen Führer Dr. Karl Schwertfeger, dessen Losungswort lautete:
Hinaus mit den Juden aus Oesterreich! Nun, vielleicht ist es Ihnen bekannt,« —

Der Kanzler fuhr fort.
»Trotzdem, ja gerade deshalb wuchs im Laufe der Jahre in mir immer mehr und stärker die Ueberzeugung,
daß wir Nichtjuden nicht länger mit, unter und neben den Juden leben können, daß es entweder Biegen oder
Brechen heißt, daß wir entweder uns, unsere christliche Art, unser Wesen und Sein oder aber die Juden
aufgeben müssen. Verehrtes Haus! Die Sache ist einfach die, daß wir österreichische Arier den Juden nicht
gewachsen sind, daß wir von einer kleinen Minderheit beherrscht, unterdrückt, vergewaltigt werden, weil
eben diese Minderheit Eigenschaften besitzt, die uns fehlen! Die Romanen, die Angelsachsen, der Yankee, ja
sogar der Norddeutsche wie der Schwabe — sie alle können die Juden verdauen, weil sie an Agilität,
Zähigkeit, Geschäftssinn und Energie den Juden gleichen, oft sie sogar übertreffen. Wir aber können sie nicht
verdauen, uns bleiben sie Fremdkörper, die unsern Leib überwuchern und uns schließlich versklaven. Unser
Volk kommt zum überwiegenden Teil aus den Bergen, unser Volk ist ein naives, treuherziges Volk, verträumt,
verspielt, unfruchtbaren Idealen nachhängend, der Musik und stiller Naturbetrachtung ergeben, fromm und
bieder, gut und sinnig!»Sehen wir dieses kleine Oesterreich von heute an. Wer hat die Presse und damit die
öffentliche Meinung in der Hand? Der Jude! Wer hat seit dem unheilvollen Jahre 1914 Milliarden auf Milliarden gehäuft? Der Jude!
Wer kontrolliert den ungeheuren Banknotenumlauf, sitzt an den leitenden Stellen in den Großbanken, wer
steht an der Spitze fast sämtlicher Industrieen? Der Jude! Wer besitzt unsere Theater? Der Jude! Wer schreibt
die Stücke, die aufgeführt werden? Der Jude! Wer fährt im Automobil, wer praßt in den Nachtlokalen, wer
füllt die Kaffeehäuser, wer die vornehmen Restaurants, wer behängt sich und seine Frau mit Juwelen und
Perlen? Der Jude!
Verehrte Anwesende! Ich habe gesagt, daß ich den Juden, an sich und objektiv betrachtet, für ein wertvolles
Individuum halte und ich bleibe dabei. Aber ist nicht auch der Rosenkäfer mit seinen schimmernden Flügeln
ein an sich schönes, wertvolles Geschöpf und wird er von dem sorgsamen Gärtner nicht trotzdem vertilgt,
weil ihm die Rose näher steht als der Käfer? Ist nicht der Tiger ein herrliches Tier, voll von Kraft, Mut und
Intelligenz? Und wird er nicht doch gejagt und verfolgt, weil es der Kampf um das eigene Leben erfordert?
Von diesem und nur von diesem Standpunkt kann bei uns die Judenfrage betrachtet werden. Entweder wir
oder die Juden! Entweder wir, die wir neun Zehntel der Bevölkerung ausmachen, müssen zugrunde gehen
oder die Juden müssen verschwinden! Und da wir jetzt endlich die Macht in den Händen haben, wären wir
Toren, nein, Verbrecher an uns und unseren Kindern, wenn wir von dieser Macht nicht Gebrauch machen und
die kleine Minderheit, die uns vernichtet, nicht vertreiben wollten.

Und nun erteilte der Präsident mit dem roten Bart dem Finanzminister Professor Trumm das Wort. Trumm
war klein, verhuzelt wie eine halbgedörrte Pflaume, er sprach im Diskant und mußte sich jedesmal
unterbrechen, wenn seine Zunge zwischen dem Gaumen und dem oberen Rand des falschen Gebisses stecken
blieb.

»Aber, gottlob,« — der Finanzminister bekreuzigte sich — »wir werden in den kommenden schweren Tagen
nicht allein stehen! Ich kann dem hohen Hause die erfreuliche Mitteilung machen, daß sich das echte wahre
Christentum der ganzen Welt gesammelt hat, um uns zu helfen. Nicht nur, daß die österreichische Regierung
seit Monaten internationale Verhandlungen führt, auch der Piusverein hat in aller Stille eine mächtige
Agitation entfaltet, die glänzende Früchte trägt.

»Jonathan Huxtable ist ein frommer Kerl! Er spuckt Gift und Galle gegen die Juden, seitdem ihm seine Frau
mit einem jüdischen Preisboxer durchgegangen ist. Er ist ein strenger Temperenzler, aber er besauft sich
jeden Tag mit Magentropfen, die er aus der Apotheke bezieht. Einmal hat man gesehen, wie er eine ganze
Flasche Eau de Cologne auf einen Zug austrank. Und wenn er hier zwanzig Millionen investieren wird, will
er sicher fünfzig daran verdienen.«Der christlichsoziale Abgeordnete Pfarrer Zweibacher pries Doktor Schwertfeger als modernen Apostel,
der würdig sei, dereinst heilig gesprochen zu werden, die großdeutschen Abgeordneten Wondratschek und Jiratschek
aber beleuchteten das Gesetz lediglich vom Rassenstandpunkt, und Jiratschek, der stark mit böhmischem Akzent sprach,
schluchzte vor Ergriffenheit und schloß mit den Worten: »Wotan weilt unter uns!«

»Solche Szenen waren vorhergesehen und sind unvermeidlich! Instruieren Sie sofort die Polizei dahin, daß
die Bahnhöfe abgesperrt werden, die Abfahrt der Züge tunlichst nur zur Nachtzeit erfolgt und nicht von den
Hauptbahnhöfen, sondern von den außerhalb der Stadt gelegenen Rangierbahnhöfen. Und nun nur noch eine
Frage: Wie nimmt die Bevölkerung im allgemeinen die Durchführung des Gesetzes auf?«

»Mit größter Begeisterung natürlich! Die Polizei läßt hundert geschickte Agenten sich anonym in die
Volksmengen mischen und Beobachtungen sammeln. Nun, die Berichte gehen übereinstimmend dahin, daß die
christliche Bevölkerung sich geradezu in einem Freudentaumel befindet, eine baldige Sanierung der
Verhältnisse, Verbilligung der Lebensmittel und gleichmäßigere Verbreitung des Wohlstandes erwartet. Auch
innerhalb der noch sozialdemokratisch organisierten Arbeiterschaft ist die Befriedigung über den Fortzug der
Juden groß. Aber anderseits läßt sich nicht verhehlen, daß die Bevölkerung erregt und unsicher ist. Niemand
weiß, was die Zukunft bringen wird, die Massen leben in den Tag hinein, eine ganz staunenswerte
Verschwendungssucht in den unteren Klassen macht sich bemerkbar und die Zahl der Trunkenheitsexzesse
mehrt sich von Tag zu Tag.
Zur Gehobenheit der Stimmung trägt aber sehr wesentlich der Umstand bei, daß die Wohnungsnot mit einem
Schlage aufgehört hat. Allein in Wien sind seit Beginn des Monates Juli vierzigtausend Wohnungen, die
bisher Juden inne hatten, frei geworden. Eine direkte Folge davon ist, daß eine wahre Hochflut von
Trauungen eingesetzt hat und die Priester zehn und zwanzig Paare gleichzeitig einsegnen müssen.«

Ein Zitat noch, mit dem ein Kenner gewürdigt werden soll, der freiheitliche Abgeordnete Harald Vilimsky, dessen Geist ihn befähigt, Kulturferne zu bestimmen …

»Wir sehnen uns nicht nach den kulturfernen Ostjuden. Aber die intelligenten, klugen, wertvollen Juden, die
schon vor dem Jahre 1914 unsere Mitbürger waren, müssen wir wieder mit offenen Armen aufnehmen, wenn
wir nicht rettungslos verelenden wollen! Auf zur Tat, bevor es zu spät ist!
Der Bund der wahrhaftigen Christen.«