Für freiheitlichen ZZler Andreas Mölzer ein Unvergessener: „Parteigenosse und SA-Obertruppführer“ Adam Wandruszka

In der Ausgabe Nr 18/2013 der freiheitlichen ZZ versucht Andreas Mölzer den Freiheitlichen und also auch sich selbst die Position der dritten Kraft im Land zu halten, aber er kann seinen Freiheitlichen die dritte Position nur noch im Schreiben erhalten, die Wählerinnen und Wähler können dieser Argumentation nicht mehr folgen, und sie folgen ihr auch nicht mehr, wie aktuell auch in Salzburg … Die Freiheitlichen müssen sich mit der vierten Position begnügen …

Es ist vorüber …

Es ist für die Freiheitlichen vorbei, von der dritten Position auf die vierte und noch weiter nach hinten, es ist zu hoffen, daß die Wähler und Wählerinnen den Freiheitlichen diesen Weg nach hinten weiter und weiter gehen lassen, die Freiheitlichen an ihren demokratischpolitisch in Ordnung gehenden und zustehenden letzten Platz der Unbedeutsamkeit und der Einflußlosigkeit führen …

Der freiheitlichen ZZler Unvergessenen

„Der Historiker Prof. Dr. Adam Wandruszka spricht in seinem ‚Festschrift‘-
Beitrag davon, daß ‚für die Verirrungen und Wirrnisse, für die Prüfung und
Bewährungsprobe unserer Zeit die größte Katastrophe, die den Dom seit
seiner Entstehung betraf, die Brandkatastrophe von 1945, tiefe, symbolhafte
Bedeutung‘ erhalte“. In: Der Dom zu St. Stephan in Wien,
Festschrift zur Wiedereröffnung des albertinischen Chores,
Der Dom zu Stephan, im Eigenverlag der Dompfarre, 1952.

Es nützt Andreas Mölzer dafür auch nichts mehr, sich auf einen „unvergessenen Historiker“ zu berufen, sich an das zu klammern, was Adam Wandruszka irgendwann sagte, als das „Gottgewollte“ noch geholfen hat, zumindest in Österreich, der von „gewissermaßen ‚gottgewollten‘ drei politischen Lagern sprach“ … Die Zeit geht darüber hinweg und immer schneller und mehr und mehr unaufhaltsam …Einst wird vergessen sein, daß die Freiheitlichen das dritte Lager waren, das Andreas Mölzer vergebens versucht den Seinen schreibend noch zu halten … Der hundertjährige Bogen, den Andreas Mölzer dafür mühsam und ohne Überzeugungskraft versucht zu spannen, endet 2013, bricht unter der Last des neuen Wahlverhaltens zusammen … Die Freiheitlichen als dritte Kraft werden so vergessen sein, wie es „Parteigenosse und SA-Obertruppführer“ Adam Wandruszka heute bereits ist, außer für Freiheitliche, für Freiheitliche ist er ein Unvergessener

Und noch einer, wieder einer, ist für freiheitliche ZZler ein Unvergessener,  Egmont Colerus, den Helge Morgengrauen in der Ausgabe Nr. 18/2103 zum Wiederlesen empfiehlt. Und wen wird es noch überraschen können, daß dieser Wiederempfohlene einer war, der 1933 aus Protest aus dem Wiener Pen-Club austrat und 1936 eintrat in den „Bund der deutschen Schriftsteller Österreichs“, 1938 einen Beitrag ablieferte für das „Bekenntnisbuch österreichischer Dichter“ … Der Grund für den Austritt unter Protest aus dem Wiener Pen-Club von Egmont Colerus u.v.a.m. war: einige protestierten gegen die Bücherverbrennungen und die Verfolgung von Schriftstellern in der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des deutschen Reiches … Der „Bund deutscher Schriftsteller Österreichs“ war eine getarnte Organisation der in Österreich zu dieser Zeit verbotenen NSDAP … All das kann beispielsweise nachgelesen werden in „NS-Herrschaft in Österreich“:

Dem „Bund“ gelang es mit massiver Unterstützung durch die Deutsche Gesandtschaft in Wien, das Propagandaministerium und die Reichsschrifttumskammer sich bereits geraume Zeit vor dem „Anschluss“ als eine Art Außenstelle der Reichsschrifttumskammer in Österreich zu etablieren. Der „Bund“ exekutierte die rassistischen Grundsätze nationalsozialistischer Literaturpolitik (Arierparagraph, Gesinnungsprüfung usw.) und zielte darauf ab, die literarischen Kontakte mit Deutschland zu monopolisieren.

PS Und wenn die Freiheitlichen dereinst endlich und bald auf dem Platz der Unbedeutsamkeit angekommen sein werden, kann auch, was für ein Gewinn an Lesequalität wird das sein, endlich damit aufgehört werden, die freiheitliche ZZ durchzublättern, denn es ist mit dem Lesen der freiheitlichen Zur Zeit keine Begeisterung verbunden, das richtige Wort in der ebenfalls in der Ausgabe 18/2013 veröffentlichten Satire wäre Entgeisterung gewesen, entgeistert ist zu fragen: Was soll das stete Aufwecken der Gespenster der Vergangenheit? Bis dahin aber muß dieses Magazin in die Hand genommen, mit Widerwillen und mit Überdruß seit dem ersten Exemplar, das in die Hand genommen wurde. Jedoch die hohe Konzentration an freiheitlichen Spitzenfunktionären und Spitzenmandatarinnen, die in der freiheitlichen ZZ schreiben, und die für nicht wenige – es werden aber erfreulicherweise weniger und weniger – nach wie vor wählbare Kandidaten und Kandidatinnen für höchste Staatsämter sind, ist es ein nicht zu ignorierendes Magazin …

Zum Menscherbarmen, was für ein erbärmlicher Gott auch Allah ist

Den Menschen sich ausdachten – aus welchen Ängsten heraus auch immer, aufgrund welcher Mängel auch immer –, wenn seine Anhänger und Anhängerinnen ihm nicht einmal glauben, einer Beleidigung selbst souverän entgegentreten zu können, schlimmer noch, wenn sie ihm derart klein glauben, er könne beleidigt werden …

Allah -  how great are you - We dust - We nothing - Oh MAn

God, how great are you wih your clones Allah and Jesus? We Powder! We Naught! O MAn!

Wie anmaßend groß gegen ihn kommen sich seine Erfinder und Erfinderinnen von welchem Allah auch immer vor, wenn sie nach wie vor glauben, einen Gott verteidigen zu müssen, schlimmer, einen Gott verteidigen zu können, schlimmer noch, für einen Gott Morde als verschleierte rechtsstaatlich legitimierte Todesstrafen zu begehen, der doch die Welt, das Universum und also auch sie selbst, wie ihm von ihnen unterstellt, geschaffen …

Sie kommen sich derart groß vor, beispielsweise islamische Prediger, die heute noch gerne auf ein Bild zurückgreifen, um mit diesem den Menschen, von dem sie sich selbst ausnehmen, kleinzumachen, in Hinkunft aber um der Wahrheit willen, es nur wenig anders beschreiben sollten: Nicht mehr sollten sie ihre Demütigungsrede beginnen mit vor dem Thron Gottes … Sondern: Vor des Menschen Thron ist der siebente Himmmel nicht größer als ein Sandkorn, der sechste Himmel hingegen ist im Verhältnis zum siebenten nur so groß wie ein Ring in der Wüste, der fünfte Himmel im Verhältnis zum vorhergehenden wiederum nicht größer als ein Ring in der Wüste, und so weiter herab bis zum ersten Himmel, den Allah, wenn er zu diesem hinaufschaut, für etwas Allumfassendes hält. Darauf soll er dann stets gefragt werden: Wie groß bist du noch vor alledem? Die richtige Antwort kann nur beinahe wie der Ausruf von Lessings Saladin lauten: Ich Staub! Ich Nichts! O Mensch!

PS Wie blutrünstig war der Organisierte Glaube durch die Jahrtausende, wie blutrünstig ist der Organisierte Glaube weiterhin, und wie blutrünstig will der Organisierte Glaube weiter bleiben, wie oft noch will der Organisierte Glaube seine Blutrünstigeit erneuern, falsch gesagt, veraltern …

„Die Presse“ wirbt für eines freiheitlichen ZZlers revisionistische Geschichtsschreibung

Die Überschrift soll bereits deutlich machen, wie belanglos, wie unerheblich es ist, was der freiheitliche ZZler Erich Körner-Lakatos zur Geschichte schreibt … Noch einer mehr, wer will das noch groß beachten …

Es ist aber nicht unerheblich, es darf nicht unbeachtet bleiben, wenn eine Tageszeitung wie „Die Presse“ für derartige Produkte wirbt, einen Geschichtsumschreiber als „renommierten Historiker“ verkaufen will, wie darüber bereits berichtet in Blinde Schreibe der Tageszeitung „Die Presse“ – Freiheitlicher ZZler ein „renommierter Historiker“ … In diesem von der Tageszeitung „Die Presse“ beworbenen Buch schreibt der freiheitliche ZZler u.v.a.m:

Szálasi kommt nie mehr nach Güns zurück, denn am 5.Mai 1945 erfolgt in Augsburg seine Gefangennahme durch die US-Streitkräfte, danach Auslieferung nach Ungarn. Nach einem Schauprozeß wird Szálasi wegen illegaler Machtergreifung und Terrormaßnahmen gegen politisch Andersdenkende während seiner kurzen Herrschaft zum Tode verurteilt und am 12.März 1946 im Hof eines Budapester Gefängnisses durch den Strang hingerichtet. Vorsitzender Richter im Szálasi-Prozeß ist Péter Jankó (geb. 20.August 1907 Pápa, gest. [Selbstmord] 15.September 1955 Budapest), der weder willens noch fähig ist, während der Strafverhandlung die Grundsätze des Prozeßrechts einzuhalten.

Die Presse und freiheitlicher ZZler

„Im Oktober 1944 wurde Horthy politisch kaltgestellt: Das noch radikalere Regime der Pfeilkreuzler übernahm die Macht – eine nationalsozialistische Partei, die sich in Ideologie, Herrschaftswesen und Symbolik an Hitlers NSDAP orientiert.
Nun konnten auch aus dem Land der Magyaren ungehindert die Züge in die Vernichtungsfabriken der SS rollen. Oder es wurde gleich in Ungarn gemordet: Todesschwadrone richteten Tausende Juden, Sinti und Roma in den letzten Kriegsmonaten hin.“

Es muß hier nicht die Geschichte des Massenmordes auch in Ungarn ausführlich wiederholt werden, die ist bekannt, es muß hier auch nicht ausführlich wiederholt werden, daß Ferenc Szálasi wenige Monate vor dem Ende des Krieges von 1939 bis 1945 noch die „Endlösung  der Judenfrage in Ungarn“ verkündet hat, auch das ist bekannt, aber es muß diese Abscheulichkeit eines freiheitlichen ZZlers festgehalten werden, Massenmord als „Terrormaßnahmen gegen politisch Andersdenkene“ verkaufen zu wollen. Und das ist für „Die Presse“ ein zu empfehlendes …

Es sollte menschgemäß nicht zu streng geurteilt werden, auch einer Zeitung, die sich selbst wohl als Qualitätszeitung versteht, kann es passieren, einmal ein Buch zu empfehlen, das … Bloß, diese Empfehlung ist keine einmalige … Wie die auf die carte postale geklebten Beispiele zeigen, gibt es zwischen der „Presse“ und dem freiheitlichen ZZler eine seit langem bestehende Verbindung …

Im Grunde könnte es auch unbeachtet bleiben, was „Die Presse“ für Qualität hält, welche Bücher „Die Presse“ zur Geschichte für empfehlenswert hält … Aber es geht nicht um Geschichte, nicht um die Vergangenheit, denn es ist nicht vorüber, es geht um Gegenwart und Zukunft. Auch in diesem von der „Presse“ empfohlenen Buch schreibt der freiheitliche ZZler über die Gegenwart, und dafür müßte ihm beispielsweise die rechtsextreme Jobbik-Partei in Ungarn sehr dankbar sein …

Und vor allem, eines dürfen Wähler und Wählerinnen in Österreich nicht vergessen, nicht unbeachtet lassen, wer in der freiheitlichen ZZ seine Schreibkameraden und seine Schreibkameradinnen sind: freiheitliche Spitzenfunktionäre und freiheitliche Mandatarinnen aufwärts von dem zurzeitigen Obmann … Wähler und Wählerinnen sollten auch daran denken, welche Leistungen Freiheitliche, wie beispielsweise Harald Stefan, gewürdigt sehen möchten, es sind die Leistungen, die direkt in den Untergang führen

Blinde Schreibe der Tageszeitung „Die Presse“ – Freiheitlicher ZZler ein „renommierter Historiker“

Es muß seit den Tagen der Chefredaktion von Andreas Unterberger, in denen für die freiheitliche „Zur Zeit“ in der Tageszeitung „Die Presse“ Inserate geschaltet wurden, eine Verbundenheit zwischen diesen beiden Medienprodukten sich entwickelt haben, die Freiheitlichen noch heute zum Vorteil gereicht …

Erich Körner-Lakatos - für die Presse ein renommierter HistorikerEs ist nicht angegeben, wer diese Rezension des Lobes für Erich Körner-Lakatos schrieb, so daß gefragt werden darf, wurde es ihm selbst ermöglicht, sein Buch zu bewerben?

Erich Körner-Lakatos ist also, für „Die Presse“ ein renommierter Historiker -, ja, er ist derart renommiert, daß er sich selbst verlegen …

Erich Körner-Lakatos leuchtet der „Presse“ Nischen der Geschichte aus, und trotz Licht sieht „Die Presse“ nicht in den Nischen die freiheitlichen Spitzenfunktionäre und freiheitlichen Spitzenfunktionärinnen stehen, in deren Schatten Erich Körner-Lakatos …

Der Inhaltsangabe des von der „Presse“ beworbenen Buches ist zu entnehmen, eine Nische, die Erich Körner-Lakatos ausleuchtet, ist das Verhalten neutraler Staaten gegenüber Deutschland im Mai 1945. Nun, „Proben seines Könnens“ legt Erich Körner-Lakatos kontinuierlich in der freiheitlichen ZZ vor. Von daher läßt es sich auch gut erschließen, weshalb Erich Körner-Lakatos „heikle Kapitel der stolzen sozialdemokratischen Geschichte nicht umschifft“ … Womit nicht gesagt werden will, daß diese Kapitel zu verschweigen sind, sondern viel mehr, daß diese Kapitel von einem vielleicht weniger renommierten Historiker aber dafür unparteilicheren zur Gänze behandelt werden sollen, soweit noch Neues der geschichtlichen Aufarbeitung hinzugefügt werden kann …

Zur Nachlese, eine Auswahl:

Neutrale Staaten – Kein Anstand und keine Höflichkeit gegen das deutsche Reich und Adolf Hitler

Pfeilkreuzler

Holocaust

Bestrafungsbegierden

Ist der Magyare ein Arier?

Aber die Presse läßt die Freiheitlichen nicht verkommen

Andreas Unterberger

Faschistische Partei ist für freiheitlichen ZZler eine sozialistische – Diesmal aber keine Satire von Erich Körner-Lakatos

In der Ausgabe Nr. 17/2013 der freiheitlichen ZZ schreibt Erich Körner-Lakatos keine Satire wie in der Ausgabe 16/2013 (in der vom Holocaust, der nicht geleugnet werden darf, …), sondern einen Bericht über einen Todesfall, in dem er aus der faschistischen Partei der Pfeilkreuzler in Ungarn eine sozialistischen Partei macht …

Kann das eine Geschichtsverfälschung genannt werden? Durchaus. Kann das als Leugnung geschichtlicher Tatsachen bezeichnet werden? Durchaus. Ist es eine zur Gesinnung zurechtgelegte Geschichtsdeutung … Aber hat das auch zu interessieren, in welcher Geschichte die freiheitliche ZZ lebt? Ja.

Pfeilkreuzler - für freiheitlichen ZZler eine sozialistische Partei

“Doch Admiral Horthy unterliegt einer Trias von Feinden: Adolf Hitler, Josef Stalin und den Pfeilkreuzlern (eine sozialistische Massenpartei).”

Jedoch nicht, wie und warum kommt Erich Körner-Lakatos persönlich zu einem derartigen Geschichtsbild, auf dem eine faschistische Partei als sozialistische Partei gemalt ist. Warum, das hat ausschließlich zu interessieren, veröffentlicht Erich Körner-Lakatos seine Geschichtsübermalung? Warum druckt das die freiheitliche ZZ, das Magazin der sich Wahlen stellenden freiheitlichen Spitzenfunktionäre und Spitzenfunktionärinnen? Es geht einzig um Gegenwart und Zukunft. Aus der pfeilkreuzlerischen Partei eine sozialistische Partei zu machen, muß einen Nutzen haben, muß wem dienen. Es dient auch wem in der Gegenwart. Beispielsweise der rechtsextremen Jobbik-Partei, einer Wiedergängerin der pfeilkreuzlerischen … Und der rechtsextemen Jobbik-Partei ist der freiheitliche ZZler wohlgesonnen. Es kann also in kommenden Wahlen in Ungarn für die Jobbik-Partei durchaus von Nutzen sein, wenn die Tradition, in der sie marschiert, vom Faschistischen freigesprochen wird, um Wähler und Wählerinnen es zu erleichtern, sie doch zu wählen … Und menschgemäß dient es auch dazu, außerhalb von Ungarn ein beschönigendes Bild zu malen, zur Beruhigung, zum Wegreden berechtiger Bedenken über die Entwicklungen in Ungarn … Und Freiheitliche marschieren dabei in der Verteidigungsreihe ganze vorne mit …

NS Was Erich Körner-Lakatos geschrieben hat, kann mit weiteren Informationen als Anregung zur eigenen Recherche zu den Pfeilkreuzlern auf der carte postale gelesen werden … Zur Verdeutlichung aber, wie sozialistisch die pfeilkreuzlerische Partei war, soll ihr Innenminister Gábor Vajna mit seiner Erklärung vom Oktober 1944 belegen:

In Verbindung mit der Judenfrage, die in den letzten Monaten so viel Aufregung bei den Juden sowie in einigen judenfreundlichen Kreisen auslöste, erkläre ich, daß wir die Judenfrage lösen werden. Diese Lösung, wenn sie auch erbarmungslos sein wird[.]

Zur Nachlese, eine Auswahl:

„Holocaust, weil den dürfe man ja […] nicht leugnen.“

Erich Körner-Lakatos und die Jobbik-Partei

Freiheitliche „Zur Zeit“ als Verlautbarungsorgan der österreichischen Bundesregierung – Keine Wahlempfehlung

Freiheitliche „Zur Zeit“ als Verlautbarungsorgan der österreichischen Bundesregierung – Keine Wahlempfehlung

Was hätte 1939 Georg Trakl über Joseph Georg Oberkofler gesagt? Das fragt sich 2013 Helge Morgengrauen nicht. Stattdessen empfiehlt er Joseph Georg Oberkofler zur Wiederlesung, in der Ausgabe 17/2013 der freiheitlichen ZZ … Und es ist wieder einer der Schriftsteller, für die sich die freiheitliche ZZ glaubt recht fleißig betätigen zu müssen, für einen Ostmark-Lyriker und so weiter und so fort …

Joseph Georg Oberkofler - Ein Empfohlener der Zur ZeitAber das mag heute nicht mehr interessieren, welchen Herren Joseph Georg Oberkofler diente. Freilich, es soll nicht vergessen werden, vor allem in der Wahlzelle darf es nicht vergessen werden, in jedweder Wahl muß daran gedacht werden, was für eine geistige Nahrung Freiheitliche heute noch anbieten, heute noch – nach allem, was gewußt wird – in ihrem Programm haben … Trotz des Umstandes, daß das Jahr 2013 bisher schon für die Freiheitlichen das Wahlstimmenverlustjahr besthin ist, stellen Sie sich dennoch für eine Sekunde vor, was eine freiheitliche Bundesregierungsbeteiligung auch hieße: dann würden in dieser freiheitlichen ZZ plötzlich zusätzlich zum freiheitlichen III. Präsidenten NR, zusätzlich zu den freiheitlichen Mandatarinnen und Mandataren auf Landes- und Gemeinderatsebene Minister, Staatssekretäre schreiben, und auch ein Vizekanzler, der sich jetzt noch damit begnügen muß und wohl weiter bis zu seinem Obmannschaftsende damit bescheiden wird müssen, als zurzeitiger Obmann in der freiheitlichen ZZ zu schreiben … Die ZZ als Verlautbarungsorgan der österreichischen Bundesregierung ist zusätzlich keine Wahlempfehlung für Freiheitliche

Wäre Georg Trakl nicht schon wenige Monate nach den monarchischen Befehlen zum Krieg von 1914 bis 1918 gestorben, auch am Blutgrauen dieses erst wenige Wochen dauernden und kaiserlich angeordneten Schlachtens zugrunde gegangen, sondern erst nach dem Tod von Joseph Georg Oberkofler, hätte er sich noch neben diesem begraben lassen? Sie liegen auf dem gleichen tirolerischen Friedhof nahe Innsbruck. Sie kannten einander, Jahrzehnte vor dem nächsten Schlachten, das von der nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des deutschen Reiches befohlen wurde, dessen Wortdiener Joseph Georg Oberkofler war. Obgleich er Zeitzeuge des Schlachtens von 1914 bis 1918 war –, wie wenig bis gar nicht ist Zeitzeugenschaft eine Garantin dafür, wenigstens gegen das nächste Schlachten sich zu stellen …

Georg Trakl konnte 1939 nichts mehr über Joseph Georg Oberkofler sagen. Dafür aber Ludwig von Ficker – „Briefwechsel 1940-1967“, Band 4, Haymon-Verlag, 1996:

A r n u l f M o r s c h e r : geb. 13.3.1911; lebt in Innsbruck. Er arbeitete bis zu seiner Einberufung 1940 in der Maschinensetzerei – der »Budi« – im Deutschen Alpenverlag, ehemals Tyrolia, freundschaftliche Arbeitsverhältnis, schildert Herr Morscher den Herausgebern, war geprägt von Verehrung der Weitsicht – auch in politischen Belangen – des um vieles älteren Kollegen Ficker. Als die Belegschaft 1939 zu Kriegsbeginn geschlossen sich die Proklamation des »Führers« anhorchen mußte, meinte Ficker. mit Morscher etwas im Hintergrund stehend: »Er wird sich zu Tode siegen.« Schon vor 1938 hatte der Maschinsetzer-Verein Ficker einmal gebeten, an einem seiner geselligen Abende einen kleinen Vortrag zu halten. Morscher blieb bis heute in Erinnerung, wie Ficker ihnen an einigen Beispielen nahebrachte, »daß die Dinge nicht tot seien.« Seine strikte und apriorische Ablehnung des Nationalsozialismus fiel, wie Morscher erzählt, umso mehr auf. als Ficker sonst »jede Partei reden ließ und Toleranz zeigte«. Ficker legte die wirtschaftspolitischen Maßnahmen des Regimes, die von anderen in der »Budi« als Erfolge begrüßt wurden, als Kriegsvorbereitung offen. Auch die Teilnahme von Künstlern an Propagandaveranstaltungen kritisierte Ficker: Während der Lesung Joseph Georg Oberkoflers anläßlich des Aufmarsches zur Bergisel-Gedenkfeier 1939 am Rennweg wandte Ficker sich kopfschüttelnd an Morscher: »Das dürfte dieser Mann nicht machen, daran dürfte er sich nicht beteiligen.« In vielen Pausengesprächen und auch in den nicht mehr erhaltenen Briefen an Morscher habe Ficker dem jungen Kollegen dessen anfängliche Aufbruchsbegeisterung für die Bewegung zurechtgerückt, so gut es durch die Feldpost-Zensur eben ging. Morscher war drei Jahre in Rußland, dann in Holland in »Auffrischung«, schließlich kurze Zeit im amerikanischen Kriegsgefangenenlager und kehrte im Juli 1945 nach Innsbruck zurück, wo er wieder in der Tyrolia arbeitete. Dopplers Brief: Franz Doppler war Arbeitskollege im Alpenverlag.

„Daran dürfte er sich nicht beteiligen.“ Das sagte Ludwig von Ficker also über Joseph Georg Oberkofler, 1939 war das. Auch sie kannten einander. Auch Oberkofler wurde von Ludwig von Ficker gefördert und veröffentlicht … Trotz dieses günstigen und also kritischen und hellsichtigen Umfeldes entschied sich Joseph Georg Oberkofler dafür, sich zu beteiligen …

Und Helge Morgengrauen entscheidet sich Jahrzehnte danach, einen Roman von Joseph Georg Oberkofler zu empfehlen, der … Es mag nicht in eigenen Worten darüber geschrieben werden, was es an Urteilen über eine solche Literatur ohnehin schon gibt. Es genügen einige Zitate zusätzlich noch, die zum Teil auf die carte postale geklebt sind, um sowohl die Empfehlung zur Wiederlesung als auch Joseph Georg Oberkofler richtig einschätzen zu können, und zum anderen Teil hier noch geschrieben folgen. Aus „NS-Herrschaft in Österreich“, ÖBV und HPT, Wien 2000, Tálos, Hanisch, Neugebauer, Sieder; Klaus Amann: Literaturbetrieb in der „Ostmark“ (1938-1945):

20 Vgl. auch die „Einsatzliste“ für Dichterlesungen (1942-1945) des „Werbe- und Beratungsamtes für das deutsche Schrifttum beim Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“, enthalten im Nachlass Max Stebich in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. Die „kriegswichtige Bedeutung dieses Dichtereinsatzes“, heißt es 1942, liege in der „Stärkung der seelischen Widerstandskraft des deutschen Volkes“ und, zwei Jahre später, in der „geistigen und seelischen Betreuung der Heimatfront“. In diesen Listen erscheinen mehrfach die Namen der „Österreicher“ Franz Karl Ginzkey, Sepp Keller, Franz Nabl, Joseph Georg Oberkofler, Karl Hans Strobl, Bruno Brehm, Karl Heinrich Waggerl und Robert Hohlbaum. Der letzte im Juni 1944 erstellte „Einsatzplan“ reichte bis März 1945.

Vielleicht wird wer einwenden wollen, Zitate über, aber nichts von Joseph Georg Oberkofler selbst … Nun gut, ein Beispiel seines Schaffens aus dem Buch „Ostmarklyrik der Gegenwart“, Adolf-Luser-Verlag, Wien – Leipzig, 1939, herausgegeben von Dr. Adalbert Schmidt:

Josef Georg Oberkofler

Unser Gesetz

Es hören nicht viel nach der andern Geschwätz.
Wir leben nach unserm eignen Gesetz.

Und alle Schelme in Hof und Haus,
die Scholle verstößt sie. Sie sterben aus.

Wir sind nicht erklügelt von Weis und Lehr.
Wir sind geboren von alters her.

Wer uns will haben, der nehme uns ganz,
der seh auch den Schweiß unterm Erntekranz.

Wir zählen genau, wir wägen gerecht
und Maß des Bauern ist Scholl und Geschlecht.

Sie ändern sich nicht, sie bleiben Gewalt,
sie geben uns ewig Halt und Gestalt.

Wir führen des Hergotts Werk an der Hand,
er hat uns zu seinen Verwaltern ernannt.

Wir kennen ihn gut, er hat uns erprobt.
Wir halten uns Treue. Gott sei gelobt.

Satire und Freiheitliche

Erich Körner-Lakatos kann nicht vorgeworfen werden, er leugne den Holocaust, auch wenn er schreibt:

Exaltierte Anhänger des neuen Ritus würden vielleicht den Holocaust vorschlagen, weil den dürfe man ja, ganz im Gegensatz zu unserem christlichen Herrgott, nicht leugnen.

Freiheitliche Satire - Freiheitliche WirklichkeitDenn Erich Körner-Lakatos schreibt diesen Satz in einer Satire, veröffentlicht in der Ausgabe 16/2013 der freiheitlichen ZZ. Und eine Satire erfüllt nicht den Tatbestand einer Leugnung. Jedoch tauchen Freiheitliche im selben trüben Wasser nach Satire und Nicht-Satire, so daß selten klar zu erkennen ist, womit sie auftauchen – mit etwas Satirischem, mit etwas doch nicht Satirischem … Wie  noch in Erinnerung sein wird, fischte der gerichtsbekannte John Gudenus heraus, er glaube alles, was dogmatisch vorgeschrieben – dieser Fang wurde ihm nicht als Satire …

Der Holocaust aber ist kein Glaube, und nicht jede Satire ist eine Satire, vor allem dann, wenn sie derart danebengreift, nichts also zur Kenntlichmachung, das eine wesentliche Aufgabe der Satire ist, beiträgt, wie jene von Erich Körner-Lakatos über die Initiative des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien …

Freiheitliche wissen, was sie tun, vor allem dann, wenn sie in ihrer ZZ eine der Satire nicht gerechtwerdende Satire veröffentlichen …

NS Ob der zurzeitige Obmann der Freiheitlichen in der selben Ausgabe ebenfalls eine Satire schrieb, der in Deutschland sich betätigen will, um wieder den Deutschen ein „gesundes nationales Selbstbewußtsein hineinzustoßen

NNS Möglicherweise war die Aufregung um Karl Schnell zu voreilig, und Karl Schnell versuchte lediglich, „Umvolkung“ als satirisches Wort zu …

NNNS Und auch Johann Gudenus wird eines Tages als Satiriker vielleicht noch erkannt werden, bis dahin aber muß er für seine Satiren viel Geld ausgeben

Freiheitliche geben 200 Euro als 200 Schilling aus

Früher hat man 200 Schilling beim Bankomat abgehoben, heute kommt man mit 200 Euro auch nicht länger aus.

Schreibt der freiheitliche Spitzenfunktionär Dr. Martin Graf. Und er erinnert damit an Jean-Jacques Rousseau, der eine Prinzessin sagen ließ:

Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.

200 Euro für Freiheitliche 200 Schillling

Freiheitliche geben 200 Euro als 200 Schilling aus.

Dr. Martin Graf erinnert menschgemäß nicht an den Philosophen, sondern an die Prinzessin. Wie die Prinzessin vor weit über zweihundert Jahrhundert weiß auch der Freiheitliche in seinem goldenen Steuergeldbettchen nicht, wie lange Menschen in diesem Land mit zweihundert Euro auskommen können und zu oft auch auskommen müssen, die der Freiheitliche in seinem von den arbeitenden Menschen gut abgeschirmten und von ihnen weit entfernt aufgestellten Steuergeldbettchen ausgibt, als wären es 200 Schilling, für den Steuergeldbettchenfreiheitlichen sind 200 Schilling gerade einmal 200 Euro, die er mir nichts, dir nichts ausgeben kann …

Wieviel 200 Schilling und wieviel 200 Euro für alle anderen, die keine Freiheitlichen sind, bedeuten, ist leicht erklärt und schnell erzählt:

Im Dezember 2001, also ein paar Tage vor der Einführung der Währung Euro in Österreich, reichten 200 Schilling gerade einmal dafür aus, um sich an 2,5 Arbeitstagen ein Menü mit einem Getränk kaufen zu können … Im April 2013 ist glücklicherweise die finanzielle Situation nach wie vor so, weiter zu denen zu gehören, die sich in der Mittagspause ein Menü mit einem Getränk leisten können. Das Menü setzt sich wie 2001 immer noch zusammen aus einer Fritattensuppe, Augsburgern mit Rösti und Dillfisolen, dazu ein Glas Apfelsaft. 2001 konnte dieses Mittagessen mit 200 Schilling an 2,5 Arbeitstagen bestellt werden, es reichten 200 Schilling also nicht einmal für ganze drei Arbeitstage Mittagessen. 2013 kann im selben Wirtshaus ebendieses Menü mit einem Getränk mit 200 Euro an 25 Arbeitstagen gekauft werden, darin enthalten ist sogar an jedem Arbeitstag dieser 25 Arbeitstage ein kleines Trinkgeld

Die Prinzessin meinten viele in der Tochter der Maria Theresia erkannt zu haben, es wurde ihr unterstellt, diesen Brot-und-Kuchen-Satz gesagt zu haben, und diese (wenn auch keine wahre) Unterstellung war dennoch stimmig, denn die Tochter der Maria Theresia lebte im von den anderen Menschen im Staat gut abgeschirmten und von den anderen Menschen im Land weit entfernten goldenen Palast … Aber sie brauchte nicht rechnen zu können, denn sie lebte in für ihresgleichen einem Märchen, für dessen politisches Ende Rousseau den ersten Satz …

NS Aber auch freiheitliche Prinzen sollen nicht von Empfehlungen und guten Ratschlägen ausgeschlossen werden, die sie davor wenigstens persönlich bewahren können, ein finanzielles Desaster zu erleiden. Es wird den freiheitlichen Prinzen daher empfohlen, jetzt schon einen Rechenkurs wenigstens in der Volkshochschule zu besuchen, denn es könnte durchaus sein, daß die freiheitlichen Prinzen bereits nach der Nationalratswahl im Herbst 2013 das Rechnen ebenso dringend im Privaten benötigen werden wie alle anderen arbeitenden Menschen in diesem Land, damit sie spät aber wenigstens für sich selbst nicht zu spät wissen, wie sie dann mit 200 Euro umgehen müssen, um nicht in den Bankrott zu schlittern … Und vielleicht wird ihnen durch so einen Volkshochschulrechenkurs auch klar, wie lange in Österreich ein arbeitender Mensch seinerzeit mit 200 Schilling auskam, wie lange heute ein arbeitender Mensch mit 200 Euro auskommen kann, auskommen muß …

NNS Wähler und Wählerinnen ist aber dringend geraten, ehe sie Freiheitliche wählen, ihnen eine öffentliche Rechenprüfung abzuverlangen und abzunehmen, denn es ist nicht die erste vorgelegte Rechnung, die nicht aufgeht …

Jedwede Werbung braucht stets Beipack-Informationen

Barbara Coudenhove-Kalergi wird wohl schon gespannt auf die Antwort eines Schuhgeschäftes warten, ob sie nun den Zuschlag erhält,  neue Werbetexterin für Franz zu sein … Sie kann sich berechtigte Hoffnungen machen, mit ihrem Probewerbetext in der Tageszeitung „Der Standard“ vom 24. April 2013 -, irgendwer wird sie, sollte es nicht dieses Schuhgeschäft sein, schon als Werbetexterin anstellen, es braucht ihr nicht bange zu sein, denn Werbepersonal suchen viele und ständig, nicht nur dieses Schuhgeschäft, das seinerzeit, als es auf Franz als Werbeträger setzte, als modern, fortschrittlich angesehen wurde … Allerdings, wenn sie auf eine Zusage auf einen Arbeitsplatz etwa in einem Grätzel von Rom wartet, wird sie sich noch gedulden müssen, sehr gedulden müssen, möglicherweise wird die Erfüllung ihrer Bewerbung überhaupt darin bestehen, sich beworben zu haben, eine sogenannte Motivationsbewerbung abgeschickt zu haben …

Coudenhove-Calergi - Werbung braucht Information

Lesen Sie zu jedweder Werbung stets Beipack-Informationen.

Welchen Karriereplan Barbara Coudenhove-Kalergi für sich entworfen hat, ist nicht bekannt … Sollte dieser vorsehen, über Werbetexte den Einstieg in den Journalismus zu schaffen, sollte Barbara Coudenhove-Kalergi auf die Frage, was sie in fünf Jahren sein möchte, selbst die Antwort Journalistin gegeben haben, dann ist das durchaus ein zu erreichendes Berufsziel … Es bleibt dann noch die Frage offen, wo … Wird  von ihrem Werbetext ausgegangen, könnte vermutet werden, sie möchte in einem Medium des Organisierten Glaubens der römisch-katholischen Kirche selbst unterkommen, vielleicht genügt es ihr auch, beispielsweise in der Umsonst „Heute“ oder in der Umsonst „Österreich“ oder in der „Kronen-Zeitung“ oder in der „Zur Zeit“ exklusiv über kirchliche … Allerdings, die Kirchenmänner lesen sich gerne selbst, auch in Österreich, mit Schönborn und Laun beispielsweise sind die Posten … Es bliebe noch das Schreiben von Büchern -, aber das sogar besorgt sich beispielsweise ihr Bruder Franz selbst …

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Zur Nachlese, eine Auswahl:

Franziskus – Papst der Kadavergehorsamen

Helmut Qualtinger liest Jorge Mario Bergoglio

Léon Bloy, Jorge Mario Bergoglio, Andreas Laun und die freiheitliche ZZ

Robert Mugabe empfängt den Diener des Herrn

Täglicher Heldenplatz ist heute aber noch immer der Petersplatz

Quellen für die Montage auf der carte postale:

Papst Franziskus: Radikaler in Sandalen, Matthias Mattusek, Spiegel Online

Gotteskrieg, Süddeutsche

Wir werden noch allerhand hören vom Papst Franz, Der Standard

Kollektives Schweigen – Warum?

Nun also wurde herausgefunden, daß Horst Tappert in der Waffen-SS gewesen ist, daß er darüber stets geschwiegen hat –, wer will ihm das verübeln, gerade diesem Schauspieler, der den anständigen, den höflichen, den aufrechten Deutschen so überzeugend verkörperte und zu einem Exportschlager machte …

Gerade aber seine Lebensrolle macht es notwendig, darüber zu sprechen, nicht über Horst Tappert, sondern über Derrick …

Derrick und das kollektive SchweigenSeit dem Start von Derrick in 1974 fand sich niemand, kein einziger ehemaliger Kamerad von Derrick, der sagte, er war einer von uns, von der Waffen-SS, 39 Jahre lange funktionierte das kollektive Schweigen darüber – warum?

Es müssen viele davon gewußt haben, denn Adolf Hitler zog nicht allein mit Stephan Derrick und Heinrich Himmler in den Vernichtungskrieg. Es hätte verlockend sein können, Derrick als leuchtendes Beispiel für die Anständigkeit der Waffen-SS –, nein, mit dieser Argumentation wäre kein Durchkommen gewesen …

Warum also dieses jahrzehntelange Verschweigen?

Der Schaden, Derrick als Mitglied der Waffen-SS öffentlich zu machen, wäre größer gewesen, als es zu verschweigen. Freilich wurde gewußt und war bekannt, daß mit Herbert Reinecker ein HJ-Oberbannführer und SS-Unterscharführer und Mitglied einer SS-Propagandakompanie die Drehbücher auch für Derrick schrieb, aber ein am Schreibtisch Massenware Erzeugender ist keine Identifikationsfigur …

(Ob Herbert Reinecker ein gewichtiges Wort bei der Auswahl des Schauspielers zu reden hatte? Horst Tappert und Herbert Reinecker wären, ist nun zu lesen, im selben Regiment gewesen. War Horst Tappert also eine strategische Besetzung?)

Das wird der Gewinn gewesen sein aus dem kollektiven Schweigen über die Zugehörigkeit zur Waffen-SS von Derrick, seinen ehemaligen Kameraden, die keineswegs also nur sogennante ohnmächtige Pflichterfüller waren, werden politisch und weltanschaulich klar erkannt haben, Derrick spricht für uns, Derrick verkörpert ohne militärischen und nationalsozialistischen Sprech unsere soldatische Ehre und Treue, unsere weltanschauliche Verankerung, Derrick erzählt von unserer Aufrichtigkeit und Anständigkeit, von unserem Wollen einer nach unserer Gesinnung gestalteten sauberen Welt, mit Derrick identifzieren sich die Menschen, Derrick macht für uns in der Welt Werbung, Derrick stellt unseren Ruf wieder her, Derrick ist ein wichtiger Mann der Revision der uns nicht wohlgesinnten zeitgenössischen Geschichtsschreibung, der Erfolg von Derrick ist unser aller Freispruch

Was aber dennoch schwer zu glauben ist, daß in fast vier Jahrzehnten kein einziges Bandenmitglied sich meldete, um Derrick zu verpfeifen. Es darf eher angenommen werden, das wollte einfach niemand veröffentlicht haben, es war einfach stillschweigende Übereinkunft, das Ansehen von Deutschland ist wiederherzustellen, Deutschland muß eine gute Marke werden, und Derrick verkörperte alles, wie Deutschland sich sehen wollte, sich selbst und von den anderen in der Welt … Dafür wurde in Kauf genommen, daß hinter dem Schreibtisch ein SS-Mann saß, der die schriftlichen Vorlagen dafür lieferte und zugleich die Garantie war für keinen radikalen Bruch mit der Vergangenheit, und vor der Kamera, was noch wichtiger war, ein großgewachsener und zur Massenidentifikation tauglicher SS-Mann …