„Der Chef“ auf Blitzbesuch

Es gibt nun diese Plakate „Ihr seid der Chef : Ich Euer Werkzeug“ in überfluteten Gassen, Feldern, Plätzen, Straßen, Äckern, und die Frage reihum, wer wird auf diesen mit „Chef“ angesprochen, wem wird mit diesen geschworen, „Chef Werkzeug“ — aber welches „Werkzeug“ zu sein.

Das hat sich nun aufgeklärt. Denn „der Chef“ war da, „in Wien“.

Das ist der auf den Plakaten aristokratisch angesproche Chef“, der da war, in Wien am 13. September ’24.

Wie lange „der Chef da“ war, vielleicht nur, mehr wurde nicht herausgekriegt, auf Blitzbesuch an diesem Freitag, vielleicht für zwei oder drei Tage, jedenfalls lange genug, damit ein des Präsidenten Herzen im Schutze einer Schirmstaffel vor dem Sturm zum „Chef“ eilen konnte.

Wie lange der Blitzbesuch auch währte, ist einerlei, ob für einen Tag kurz; er dauerte jedenfalls lange genug, um nicht nur zu erfahren, wer „der Chef“,

sondern auch, um was für ein „Werkzeug“ es sich dabei handelt, das dem „Chef“ ein „Werkzeug“ sein will, vor dem „Chef“ soldatisch knapp, aber doch stolz salutiert: „Ich Euer Werkzeug“. Es ist, genau besehen, kein „Werkzeug“ im üblichen Verständnis. Es ist ein Bindfaden, ein Strick, ein Garn, ein Bändchen, oder einfach wie kurz gesagt: eine „Strippe“

im großzügigen Verständnis ein Werkzeug, ein Werkzeug der Kommunikation, wenn an die Redewendung gedacht wird, an der Strippe hängen, also am Fernsprecher

Jedenfalls sagen zwei, die „der Strippenzieher“ mit einem Blitzbesuch „auf eine Melange“ in Folge auf zwei mal acht Kaffee ist gleich „16“, ehrt, sie seien vom „Chef“ die „Strippen“ —

Es muß ihnen, den ausführenden Organstrippen, schon dann, wenn auch bloß

zwei oder drei um den „Chef“ versammelt sind, eine Lichtmess der Aufklärung

Selbstgemachte Geschenke zum eigenen Geburtstag

Ursula Stenzel hat zwar erst am 22. September Geburtstag, aber besonders zwei Tage in der letzten Woche müssen ihr wie erste Geburtstagfeiern vorgekommen sein,

am 12. September 24, als „Norbert Hofer, der Präsident der Herzen“, das „Mitteleuropaforum in Wien“, eröffnete und „hielt weitsichtiges Eröffnungsreferat“ in ihrem Beisein, das ihr wie ein erstes Geburtstagsgeschenk …

am 13. September ’24, als Götz Kubitschek, der Denker der Herzen des Präsidenten, wohl noch Weitsichtigeres von sich gab in ihrem Beisein, das ihr wie ein zweites Geburtstagsgeschenk …

Vielleicht hatte er sein „Weitsichtiges“ gar recht schön verpackt mitgebracht, um es nicht nur ihr persönlich vorzutragen, sondern ihr auch persönlich zu übergeben, und einer seiner Gehülfen durfte es, versteckt in seinem Schirm, in die sala terrana tragen, um es dann im rechten Augenblick seinem Herrn auf einen Wink …

Vielleicht konnte sie am letzten Wochenende gar nicht so recht einschlafen, vor Aufregung ob der Qual, zu entscheiden, welches weitsichtige Geschenk ihr denn nun das größere ist, das von Norbert oder das von Götz, und vielleicht schlief sie friedlich im Wissen erst ein, eine salomonische Entscheidung getroffen zu haben, beide Geschenke sind ihr gleich weitsichtig, beide Geschenke sind ihr gleichrangig, für sie beide groß und herzenslieb

Glücklich über die weitsichtigen Geschenke erwacht, in Vorfreude darauf, welche Geschenke sie sich bis zum 22. September noch machen wird, ist es ihr eine Herzensangelegenheit, auch anderen etwas zu wünschen, auch wenn sie nicht Geburtstag haben, auch anderen etwas zu geben, genauer, zurückzugeben, auch wenn sie nicht Geburtstag haben, und wenn sie es ihrem Präsidenten erzählt würd‘, stellt sie sich vielleicht vor, wird er stolz auf sie sein und vielleicht sagen: So sind die Herzen, deren Präsident

Doch bevor es an das Wünschen und an das Zurückgeben ging, legte sie vielleicht eine recht gut erhaltene Platte von Heino auf: „Treue Bergvagabunden“, sang mit und sang es mit dem neuen Refrain von Heino: „Deutschland braucht einen Trump.“ Und ganz erfüllt von diesem gar neuen heinoischen Refrain singt sie ihn schreibend in die Welt hinaus, am 13. September ’24 …

Am 15. September ’24 hält sie schriftlich fest:

Und Leo Kohlbauer-jetzt Lugner, den ich als sehr durchsetzungsstarken Gemeinderat kennengelernt habe, führt derzeit einen Vorzugsstimmenwahlkampf. Warum nicht? Wünsche ihm viel Glück.

Sie ist jetzt noch im gleichen recht hohen Alter eines Mannes, der auch kandidiert, aber in einem Land, das ihr, wenn er gewänne, ihr Land wäre,

der mit der „gehobenen Schicht“ von Lugner die Vorliebe für ein Handzeichen

Ein Zeichen, einfach wie kurz gesagt, des Herzens —

Und was sie zurückgeben möchte, so recht von ganzem Herzen kommend, zitiert sie am 15. September, so bescheiden ist sie, so wissend ist sie, daß nicht sie es ist, die die Macht zurückgeben kann, aber einer, so ihr rechter Glaube, der, machte er ihr ein Geschenk, ihr ein ebenso weitsichtiges Geschenk machte, und dieses wäre dann wohl ihr das größte Geschenk aller Zeiten, wäre es doch gepaart mit …

[…]: „So geben wir dem Volk die Macht zurück!“

Es müssen für Ursula Stenzel die letzten Tage aufregender gewesen sein, als es der Tag ihres Geburtstages am 22. September je noch werden könnte, zuerst Hofer, dann am nächsten Tag schon Kubitschek, dann noch Heino mit einem neuen Bergerefrain, da kann es schon passieren, etwas ungenau zu sein, aber wer würde sie deswegen schelten wollen, bei so vielen Aufregungen … Das „Mitteleuropaforum“ sei, so die Grande Dame des Präsidenten ihres Herzens, „eine parteiübergreifende Veranstaltung m Haus der Industrie.

Nein, sie ist nicht ungenau, auch dabei ist sie nicht ungenau. Das Haus der Industrie, ein Ort des Parteiübergreifenden, wer hier alles Platz findet …

Für das Parteiübergreifende steht der Obmann dieses Klubs „Forum Mitteleuropa“: Mag. Dr. Wolfgang Baumann, einst für kurz Generalsekretär im Landesverteidigungsministerium, ernannt von einem recht übergreifenden und also unabhängigen Minister, ernannt zum Generalsekretär für die größte landesverteidigende Aufgabe aller Zeiten, sein Foto in allen Kasernen

Wolfgang Baumann, Gemeinderat in Kleinzell für die übergreifende Partei der Unabhängigen, Wolfgang Baumann, Bezirksspitzenkandidat für die Landtagswahl der übergreifenden Partei der Unabhängiginnen, und so unabhängig übergreifend ist es folglich nur recht, dass ein Unabhängiger eröffnet, das Eröffnungsreferat und dann

noch ein übergreifender Unabhängiger, dessen Referat nur so von Weitsichtigkeit gleich dem Denker der Herzen, deren Präsident …

Es müssen für Ursula Stenzel dies Tage wie Geburtstage jeder einzelne Tag gewesen sein, mit Wünschen, Geschenken und Zurückgaben —

In der Wehr zu ebener Erd‘ die gehobene Schicht

Am 13. September ’24 trifft Ursula Stenzel in der Wehrgasse 30 Menschen, von denen sie wohl auch das sagen würde, was Herr Lugner über solche Menschen, kurz ist es her, sagte, er sehe keine Rechtsextremen, von denen sie wohl auch das sagen würde, was Herrn Lugner Wiedergänger, ganz kurz ist es her, sagte, er kenne keinen Menschen und keine Organisation, die rechtsextrem …

Dieser Freitag ist ein regnerischer Tag, und soher die Regenschirmmitnahme durchaus verständlich. Gleich wie das Wetter ist, diese Menschen sind nie ohne Schirm unterwegs, als wären ihnen die Schirme ihre

Wände, Mauern ihrer Festung, einer aus Schirmen gemauerten mobilen Festung …

Sie, Ursula Stenzel, würde wohl sagen, das Treffen wäre eines von Menschen der „gehobenen Schicht“, wie Herr Lugner sie nannte, sie sehe nur Menschen hoffnungsreich erfüllt vom freien Rechtsextremismus, und sie kenne nur deren Namen, die auch an diesem Freitag in der Wehrgasse, einen G. K., einen S. M. und noch viele weitere, deren Namen sie gar nicht alle auf die Schnelle aufzuzählen vermag.

Wo sonst auch als in der Wehrgasse könnte sich diese „gehobene Schicht“ treffen, ein Gassenname, als wäre er ihr Schicksal, ihr gesamtes Programm, titelgebend Die Wehr … In der Wehr treffen sie sich also, beschützt hinter ihren Festungsschirmmauern erreichen sie die Wehr, um in der sala terrana ihr Treffen, so verbunden mit dem Boden ist die „gehobene Schicht“,

daß sie ihr Treffen nicht im ersten Stock, nein, ganz und gar volksverbunden zu ebener Erd‘

In der Wehr zu ebener Erd‘ muß an diesem Freitag die Journalistin in Rente sogleich Heimat atmen, trifft sich doch hier auch die „Runde der Chefredakteure“ der Medien der „gehobenen Schichten“, die für sie wohl auch alternativlos,

die Namen von deren Vertreterinnen, besonders von deren männlichen Vertretern ihr Verheißung — ein T. B. oh, und erst

ein E., was für ein Bote der reichlich Redlichen

Sie, die „Dame“, wie sie einer auch aus der „gehobenen Schicht“ nennt,

die Grande Dame aus der „gehobenen Schicht“, wird im Ferdinandihof zu ebener Erd‘ sich ganz in der Heimat gefühlt haben können, wenn die „Runde“

der reichlich Redlichen je tatsächlich in der Wehr waren, je den Saal zur ebenen Erde gefunden haben, schrieben sie doch im April ’24 in die Einladung: „Runde der Chefredakteure im Ferdinandihof IV“ …

„IV“, darf angenommen werden, steht für den Bezirk, also für den vierten Bezirk, aber der Ferdinandihof, die Wehrgasse 30 ist im Bezirk V, also im fünften Bezirk. Sie werden wohl trotzdem hingefunden haben, weil sie wissen, es ist im fünften Bezirk, und die „IV“ hat für sie eine andere Bedeutung, eine von der Vorsehung ihnen gegebene, Verheißung des Reiches IV, der „Ferdinandihof IV“ Rückkehr in ihr Zuhause, in der ihnen jede Runde, jedes Treffen eine Runde in ihrem vierten …

Des Herrn Lugner Wiedergänger

Kurz ist es her, also bei weitem nicht einmal ein Jahr, als Herr Lugner sagte, er sehe keine Rechtsextremen, und wer keine Rechtsextremen sieht, kennt folglich auch keine Rechtsextremen

Kurz ist es her, also nicht einmal vierzehn Tage, als des Herrn Lugner Wiedergänger sagte, er kenne keine Rechtsextremen, und wer keine Rechtsextremen kennt, sieht folglich auch keine Rechtsextremen

Soher kann der unter dem gegen Menschen gerichteten Einfluß stehende „kleine Mann“ ein Wiedergänger des Herrn Lugner genannt werden, die beide die nicht sehen wollen, die sie nicht zu kennen behaupten, und beide sind soher Wiedergänger der für zu viele noch geltenden österreichischen Leitkultur, des traditionsgeführten Menschen in Österreich, der sagt:

Wen ich kenne und sehe, bestimme ich.

Und der Moderator dieser Interviewnacht vor nicht einmal vierzehn Tagen im September ’24 selbst ein in diesem Traditionsgeleitetem aufgeganger Mann hätte wie Herr Lugner, hätte wie des Herrn Lugner Wiedergänger, wäre er gefragt worden, geantwortet, er sehe keine Rechtsextremen, er kenne keine Rechtsextremen,

in der von ihm moderierten Sendung sehe er keine Rechtsextremen, er kenne keine Rechtsextremen, die zu ihm in die von ihm moderierte Sendung …

Des „kleinen Mannes“ Parlamentspartei antwortete nicht anders, wenn einer in ihren Sendungsraum kommt, sie kenne keine Rechtsextremen, sie sehe keine Rechtsextremen,

sie kenne nur Kubitscheks, sie sehe nur Kubitscheks

So gesinnungsgemäß eben wie jetzt im September ’24 der „kleine Mann“ sagt, er kenne keine Rechtsextremen und kann soher auch keine Rechtsextremen sehen, wen er hingegen kennt, sind die Höckes, die Kubitscheks, die …

und folglich sieht, wenn sie etwa die Bühne für ihre Vorträge teilen

Nur jene also, mit denen dieselbe Bühne zur Sendung der Vorsehung geteilt, werden gekannt, gesehen

Was den Wiedergänger des Herrn Lugner von Herrn Lugner unterscheidet, ist, er ist kein Tänzer, sondern ein kleiner eifriger Gebirgsgänger

Der Wiedergang ist in Österreich eine leitkulturelle Fortbewegungsart, und soher nicht eine individuelle Eigenart des kleinen Gebirgsjägers, so wird es Herrn Lugner leicht gewesen sein, von dieser Welt zu scheiden, in seliger Gewißheit,

wieder einen Lugner in der Familie als Wiedergänger zu haben, für familiären wiedergängerischen Nachwuchs gesorgt zu haben,

der nicht nur keine Rechtsextremen sieht und folglich keine Rechtsextremen kennt, sondern auch sein Wiedergänger als Tänzer in der Feste

Und was ein wiedergängerischer Tänzer ist, der weiß auch seine Beine zu schwingen, auf der Straße auf dem Lande, etwa in Deutschkreutz,

Am 14.11.2021 fand beim Grenzübergang Deutschkreutz-Kohlbenhof eine rechtsextreme Kundgebung unter dem Motto „Gegen den Asylwahn“ statt. Als Organisatorin trat die „Freiheitliche Jugend Burgenland“ auf. Etwa 70 Personen nahmen daran teil. Von der FPÖ und deren Vorfeldorganisationen waren unter anderem der Wiener Landtagsabgeordnete Leo Kohlbauer, Maximilian Weinzierl, Landesjugendobmann der „Freiheitlichen Jugend Wien“, sowie das Landesvorstandsmitglied der „Freiheitlichen Jugend Salzburg“ Roman Möseneder anwesend. Zur Kundgebung hatten auch rechtsextreme „Identitäre“ aufgerufen. Fast ein Drittel der Teilnehmer*innen der Kundgebung kann dieser Gruppe bzw. deren Umfeld zugerechnet werden. Die „Identitären“ waren nicht nur als Teilnehmer*innen vor Ort, sondern unterstützten die „Freiheitliche Jugend Burgenland“ bei der Organisation der Kundgebung. Ein rechtsextremer „Identitärer“ hielt als Funktionär der „Freiheitlichen Jugend Wien“ eine Rede und gab sich als Unterstützer und Teilnehmer der rassistischen „Grenzgänger“-Kampagne der „Identitären“ zu erkennen. Auch eine Handvoll Rechtsextremer aus dem direkten Umfeld des Neonazis Gottfried Küssel nahm an der Kundgebung teil. Diese Rechtsextremen wurden bei deren Ankunft

persönlich vom Landesobmann der „Freiheitlichen Jugend Burgenland“ Peter Aschauer empfangen und per Handschlag begrüßt. FPÖ-Funktionäre, „Identitäre“ und Rechtsextreme aus Küssels Umfeld versuchten während der gesamten Veranstaltung, die Dokumentation der Geschehnisse durch Journalist*innen zu verhindern. Mit Schirmen und Fahnen wurde versucht, Kameras abzudecken oder den Journalist*innen ins Gesicht zu schlagen. Bei einem solchen Versuch verletzte ein Ordner eine Kollegin. Die Polizei stellte die Identität des Täters nicht fest.

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als er noch ein Kohlbauer war, und so stieg er allmählich hoch zum Lugner, unzufrieden wohl damit, Kohlbauer zu heißen, nun aber zum Lugner geadelt

er ist, einfach wie kurz gesagt, nicht der einzige wiedergängerische Tänzer, der es recht versteht, seine Beine auf der Straße und auf dem Hofburgparkett zu schwingen, auch dieser gehört gesinnungsgemäß dazu, der erst vor kurzem Präsident im Lande werden wollte,

einer, den viele kennen und ihn als Liberalen sehen …

Zum Präsidenten ist er nicht gewählt worden, aber etwas werden, bloß etwas werden, das will er dennoch weiter, und so darf er hinter dem „kleinen Mann“ an dreizehnter Stelle am 29. September ’24 antreten …

Und wo sonst kann eine Fürst ihre Beine schwingen, als in der Burg,

die ihr am Feste eine Festung der „gehobenen Schichten“, die sie wünschten

als gesinnungsgemäße Kommissarin der Remigration des Wiedergängerischen zu regieren, noch muß sie sich bescheiden,

hinter dem „kleinen Mann“ an zweiter Stelle

sie, der einmal verheißen, auch sie könnte zur Präsidentin

unergründlich in ihrer unermeßlichen Güte ist doch der Vorsehung Wille

Das lugnerische Schwingen der Beine auf der Straße auf dem Lande veranlaßt eine Nebenbemerkung zu Regenschirmen und Handzeichen, die dieser „gehobenen Schicht“ Tradition, Leitkultur. Das Handzeichen, das ihr weiße Macht symbolisieren soll in Deutschkreutz ehrenreich und stolz gezeigt, und nicht nur in Deutschkreutz, so u. v. a. m. von einer Kandidatin auf dem Landesplatz 8 der von dem „kleinen Mann“ geführten Partei für die Nationalratswahl am 29. September 2024.

Mit einem an ihrer Seite, den Herr Lugner sofort erkennen wird, als einen, der mit auf der Straße auf dem Lande —

Ohne Schirm gehen „gehobene Schichten“ nicht auf die Straße, weder auf dem Lande noch in der Stadt, so hatten die Schirme ihre Pflicht auf dem Platz in Wien zu erfüllen, auch im Sommer ’24, am 20. Juli, an einem Tag, der in Österreich als ein unangenehmer Tag empfunden wird, an den nicht zu erinnern ist oder wenn, dann so, und nur so, wie diese „gehobene Schicht“ den 20. Juli begehen …

Menschen auf Maschinen waren am 20. Juli auch zu Besuch in Wien, u. a. auf dem Stephansplatz, sie waren an diesem Tag zu Fuß in der Innenstadt unterwegs, wohl im Auftrag ihres HErrn, von denen noch zu erzählen sein wird, in einem weiteren Kapitel. Am letzten Augusttag waren wieder Menschen mit Maschinen in Wien, diesmal aber auf ihren Maschinen auf dem Stephansplatz, von einer anderen Gruppe, die ganz irdische Aufträge übernimmt: motorröhrendes letztes Geleit …

Ob Herrr Lugner vulgo Kohlbauer auch darein ein Wiedergänger sein wird, auf den zweiten Ball der „gehobenen Schichten“ einen Gast von recht hohem Ansehen zu laden, schon im nächsten Jahr?

Vielleicht gar mehrere, die er in Deutschkreutz sah, die er seit Deutschkreutz kennt, in denen er sieht, was er in sich sieht, die er als das kennt, wie er sich kennt … Und wird ihm dann vielleicht die Ehre zuteil werden, den zweiten Ball der „gehobenen Schichten“ zu eröffnen? Und mit welchen Worten würde er dann den Ball eröffnen? Mit dem leitkulturellen „Alles Walzer“?

Oder mit der dann gesinnungsgemäß neuen Ordnung stolz

Alles hin!

Die Schuld des rapportierten Justin Minkowitsch, nicht der äbtlichen rechten Partei Glauben verkündet zu haben

Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt – bemühte sich doch die Kirche nach dem engen Verhältnis zu den Christlich-Sozialen der 1. Republik um Äquidistanz zu allen Parteien. Im Wahlkampf der FPÖ ist jetzt auch dieses Tabu gefallen. FPÖ-Chef […] postete auf Facebook stolz ein Video der rechten Plattform „unzensuriert“, das den Auftritt des Zisterzienser-Paters Justin Minkowitsch bei einer Wahlveranstaltung der FPÖ in St. Pölten zeigt.

„Öffentlich politisierende Priester waren in der 2. Republik bisher verpönt“ schreibt „Österreich“ am 10. September 2024 —

Mit dem Gedächtnis ist es in Österreich nicht weit her, und kann es auch nicht sein, regiert doch das Vergessen Österreich.

Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab.

Läßt Abt Pius Maurer auf der Website des Stiftes Lilienfeld am 9. September 2024 schreiben.

„Wahlkampfauftritt für FPÖ: Pater musste zum Rapport“, titelt „Österreich“. Sein Angestellter, Justin Minkowitsch, hat wohl einfach vergessen, mit wem wo zu welchem Anlaß er aufzutreten, sich fotographieren zu lassen hat.

[F[eierte Abt Pius am Annaberg die Festmesse anlässlich des Festes der hl. Anna. Hier ist ein Bild mit Abt Pius, Bürgermeisterin Claudia Kubelka und Pfarrer P. Justin Minkowitsch.

Claudia Kubelka ist nicht von der falschen Partei, sondern von der ÖVP —

Was für ein Bild der Vertrautheit von Kirche und ÖVP, das Abt, Pfarrer und Bürgermeisterin präsentieren, in Annaberg, in einer Gemeinde, deren Machtverteilung wohl manche selig an ständestaatliche Machtverhältnisse erinnern und träumen läßt – siebzig Prozent Stimmenanteil für die ÖVP in der letzten Gemeinderatswahl am 26. Jänner 2020 …

Zum Rapport also mußte der Angestellte, weil er mit der falschen Partei Messe feierte, zum Rapport mußte also der Angestellte, zu dem Abt, der, kurz ist es her, durch Verschweigen leugnete, daß Kurt Tucholsky Urheber von „Euer Wille geschehe“ ist, und der, Maurer vom Stifte Lilienfeld, behauptete, „Euer Wille geschehe“ sei ein Spruch von seinem Organisierten Glauben …

Erich Kästner hätte wohl, wäre er je gefragt worden, sofort unumwunden zugegeben, er habe bei seinem Gedicht „Die Maulwürfe oder Euer Wille geschehe“ an Kurt Tucholsky gedacht, sich an ihn erinnert, und ihn, Tucholsky, zitiert

„Im Wahlkampf der [falschen Partei] ist jetzt auch dieses Tabu gefallen“, ist in „Österreich“ zu lesen. So ist es in Österreich um Tabus bestellt, über sie soll nicht gesprochen, aber gebrochen werden. Der Angestellte vom Stifte Lilienfeld ist nicht der erste Angestelle dieses Organisierten Glaubens, der eine „Wahlempfehlung“ für eine Partei abgibt. Nur vergessen will es sein, ein Tabu will es sein in Österreich, daß etwa der hierarchisch weit über den lilienfelderischen Angestellten Stehende eine „Wahlempfehlung“ für diese Parlamentspartei und namentlich für deren Obmann

Armes Österreich, arme Kirche! Gott helfe uns und den Menschen in unserem Land! So, wie das Angebot jetzt ist, kann man nur [FPÖ-Mann H.] wählen und beten für ihn und für Österreich! Wie tief und echt sein Gottesglaube ist, kann ich nicht beurteilen, aber sein Reden gibt mir die Zuversicht, dass er das Naturrecht achtet, das Benedikt XVI. die Grundlage des freiheitlichen Rechtsstaates nennt, und dass er, durch sein Gewissen vermittelt, Gott in den wesentlichen Punkten gehorchen wird

Zum „Rapport“ mußte dieser Kirchenmann wegen seiner Wahlempfehlung nicht, das Vergehen des kleinen lilienfelderischen Angestellten, nur ein Angestellter und kein leitender Angestellter zu sein —

Was für ein gleicher Umgang mit Beschäftigten von Kirche und dieser Partei, in der auch nur die nicht leitenden Mitarbeiterinnen zur Verantwortung, nur die nicht führenden Mitarbeiter Schuld auf sich zu nehmen haben …

Zum „Rapport“ mußte Justin Minkowitsch, weil er vor der Kirche in Wilhelmsburg mit der falschen Partei eine Feldsturmheurigenmesse feierte, der Kardinal aber musste zu keinem Rapport, dieser höchste leitende Angestellte seines Organisierten Glaubens, und das ist kein Wunder, schließlich ging er mit einem Mann aus der für ihn als Gläubigen rechten Partei zu einer Feldmesse in die Stadthalle, um der Segnung des ….

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, und Ex-Kanzler Sebastian Kurz haben am Sonntag am christlichen Ökumene-Großevent „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle teilgenommen. Kardinal Schönborn betete bei der Großveranstaltung, die noch bis Sonntag Abend andauert, für die Einheit aller Christen […] Die offizielle Ökumene gehe im Moment nicht sehr gut voran, eine Großveranstaltung, wie jene in der Wiener Stadthalle, lasse ihn allerdings hoffen. „Dass etwas geht, erleben wir heute hier.“

Und „dass etwas geht“, erlebte der höchste leitende Angestellte in dieser Stadthallenfeldmesse, er wird wohl trunken vor Glauben mit seine Arme ausgestreckt, er wird wohl trunken vor Glauben freudig mit in das Gebet-denen-denen-Gegeben-wird bis zum „Amen“ …

„Ein Segensgebet beten dürfen. Nicht nur jetzt beten für Sebastian. Würdet Ihre Eure Hände ausstrecken. Vater, wir danken dir so sehr. Für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm gegeben hast für dein Volk. Wir beten und danken, daß Gerechtigkeit in einer Nation eine Nation aufrichtet. Daß Sünde für alle furchtbar ist. Wir beten zu Gott, daß du ihm gerechte Führung gibst, riesige Weisheit und auch viel Schutz. Ist jeder damit einverstanden? Amen.“

Und noch einen wird an diesem Heute das hoffen gelassen haben, der nach diesem Organisierten Glauben ja noch lebt, geflüchtet von der Erde, als Verfechter der Ökumene,

wird diesem Anhänger im grenzenlosen Himmel der Ökumene die Nachricht, daß mit der Ökumene etwas gehe, sogleich zugebetet worden sein …

„Ziemliche Grenzüberschreitung“

Offenbar ist da ein Pfarrer/Pater bei einer FPÖ Wahlveranstaltung aufgetreten. Wenn das so ist, wäre das eine ziemliche Grenzüberschreitung.

Schreibt Daniel Kosak („stv. Kabinettschef von Bundeskanzler @KarlNehammer | Vizebürgermeister in Altlengbach | Vater von 3“) am 9. September 2024 auf der Konzernplattform X

Der stv. Kabinettschef vom christschwarzen Zurzeitigen schreibt nicht den Namen des Pfarrers, stellt sich unwissend, er will nicht einmal wissen, ob es ein Pfarrer oder ein Pater ist.

Dabei weiß sogar „Infodirekt“ den Namen und auch, daß er Pfarrer ist, das mit dem gleichen Bild wie Daniel Kosak darüber schreibt. Es ist „Justin Minkowitsch, Pfarrer von Annaberg“ …

Mitteilung des Abtes
Das Stift Lilienfeld distanziert sich von der Teilnahme eines Paters an einer Parteiveranstaltung. Es handelt sich dabei um eine nicht abgesprochene Privathandlung eines Paters, der weder Pfarrer noch Kaplan ist. Die Kirche gibt grundsätzlich keine Wahlempfehlung für irgendeine Partei ab. Das gilt natürlich auch für die Patres im Bereich des Stiftes Lilienfeld.

Diese Mitteilung ist nun, am 9. September 2024, auf der Website des Stiftes Lilienfeld zu lesen. Eine durchaus heitere Mitteilung, andere mögen diese Mitteilung anders benennen, als — Justin Minkowitsch sei also kein „Pfarrer“, läßt Abt Maurer, der sich erst vor kurzem über „Euer Wille geschehe“ erregte, mitteilen, und das ist doch heiter. Denn. Zugleich ist am 9. September 2024 auf verschiedenen Websites viel Pfarrliches zu Justin Minkowitsch zu finden: „Pfarrer in Annaberg, Mitterbach und Josefsberg“, „Pater Justin Minkowitsch, Pfarrkirche Annaberg“, „Priester-Elf mit Annaberger Pfarrer verlor gegen Italien“, „Ein dreifaches Halleluja auf den EM-Titel – Das österreichische Priesternationalteam bestreitet heute bei der Fußball-Halleneuropameisterschaft für Priester, die diese Woche in Temeswar (Rumänien) stattfindet, das Auftaktspiel gegen Topfavorit Polen. Mit dabei ist u.a. auch der Ordenspriester Justin Minkowitsch OCist aus dem Stift Lilienfeld“ —

So ein Abt, vertieft in die „schönsten islamischen Gebete“,

so tief im Austausch mit seinem HErrn,

der IHm vielleicht SEinen tiefen Willen verkündet, auch er habe „Abtreibungen“ als „Gesetze des Todes“ zu predigen,

so ein erregter Abt kann doch nicht sich auch noch darum kümmern, zu erfahren, welchen Beruf einer aus seinem Stifte … Der Tageszeitung „Kurier“ bleibt am 9. September 2024 nichts anderes übrig, als die Allwissenheit des Abtes von Lilienfeld den Menschen, sofern sie diese Tageszeitung lesen, kundzutun, in wörtlicher Wiedergabe.

Heiter ist doch auch, was Daniel Kosak schreibt. „Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ wäre es, wenn ein „Pfarrer/Pater“ [Pfarrer Justin Minkowitsch] bei einer FPÖ-Wahlkampfveranstaltung“ —

„Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ sei das also für des Zurzeitigen stellvertretenden Kabinettschef … Hingegen das Gebet den Regierenden Pflichterfüllung der Menschen —

Was für eine Segnung hingegen war es, als im Beisein des österreichischen Kardinals ein „Segensgebet“ für der Christschwarzen „Führung“ —

„Ein Segensgebet beten dürfen. Nicht nur jetzt beten für Sebastian. Würdet Ihre Eure Hände ausstrecken. Vater, wir danken dir so sehr. Für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm gegeben hast für dein Volk. Wir beten und danken, daß Gerechtigkeit in einer Nation eine Nation aufrichtet. Daß Sünde für alle furchtbar ist. Wir beten zu Gott, daß du ihm gerechte Führung gibst, riesige Weisheit und auch viel Schutz. Ist jeder damit einverstanden? Amen.“

„Eine ziemliche Grenzüberschreitung“ sei das also für des Zurzeitigen stellvertrenden Kabinettschef, wie wahr er doch spricht, auch diesmal, wie kann eine Partei sich anmaßen, von seiner Partei, von der kosakschen Partei deren Leitglauben, deren Leittradition sich anzueignen, in den Spuren ihres „Volkskanzlers“ zu wandeln, an dessen Seite die Pfarrer, die Kaplane, die Priester,

die Mönche, die Bischöfe, der Kardinal, deren Schwestern schritten, alle Grenzen zu überrennen,

ihre Grenzen zu errichten, innerhalb deren die Demokratie ausgelöscht, innerhalb deren bloß ihr Wille ihres HErrn der Menschen Pflicht, deren Belohnung dafür im Leben nach dem Leben der Himmel und im Leben vor dem Tod auf Erden die Sicherheit vor der Demokratie …

„Euer Werkzeug“

Robert Misik schreibt am 6. September 2024 über das „Wirtschaftsprogramm“ der patriotischen Parlamentspartei, die weiter von sich als Regierungspartei träumt, und wieder, sollte sie dazu gemacht, aber nicht gewählt werden, wie alle Träume, kurz von Dauer nur …

aufmerkenswert daran ist, daß Robert Misik dieses „Wirtschaftsprogramm“ zum „[…]-Programm“ erklärt, während doch sie, Barbara Kolm, die Federführende dieses „Programms“ ist, und der kleine Gebirgsjäger gerade einmal ihr erster Schreiber, der draußen vor dem Palast, wie einst die „Volkskanzler“ in Venedig, aufschreibt, was sie ihm diktiert.

Bemerkenswert ist, dass die FPÖ in ihrem Kickl-Programm den berühmten „kleinen Mann“ derart über die Klinge springen lässt. Eine solche klare Positionierung auf Seiten von „Big Money“ wird Herbert Kickl sicherlich nicht gerade helfen im Wahlkampf.

Es würde nicht überraschen, eines Tages zu erfahren, vielleicht aus ihren Memoiren, daß sie für sich und ihre Kreise ihr Programm für diese Parlamentspartei in Österreich, deren Kandidatin sie an sechster Stelle für die Nationalratswahl am 29. September ist, als Code, als Parole „Honduras-Programm“ …

Bisher war es ja so, dass die FPÖ sich vor Wahlen zur „sozialen Heimatpartei“ stilisieren wollte, um nach den Wahlen dann die reichen Freunderln und Gönner zu hofieren und den kleinen Mann bluten zu lassen. Arzneigebühren, Selbstbehalte beim Arzt, den Zwölf-Stundentag, die Krankenkassenreform, derentwegen man heutzutage kaum mehr einen Arzttermin bekommt, Steuergeschenke für Konzerne: All das und viel mehr haben wir FPÖ-Allianzen mit der Volkspartei zu verdanken. Aber diesmal ist etwas anders. Diesmal versucht sich die FPÖ gar nicht mehr als soziale Partei zu positionieren, sie sagt schon vorher, dass sie den neoliberalen Wahnsinn, der seit Jahrzehnten die Reichen reicher und die Armen ärmer macht, noch radikalisieren will. Sie verstellt sich nicht einmal mehr, sie verkleidet sich nicht mehr.

„Honduras-Programm“, solche Programme brauchen immer „Opfer“, das „Opfer“ von solchen Programmen ist stets der „kleine Mann“, sie und ihre Kreise haben nun in Österreich einen „kleinen Mann“ gefunden, der für diese Kreise geopfert werden soll, wenn er für kurz für sie als Täter eingebildet den Volkskanzler

Eines aber wird diesem „kleinen Mann“ als Täter, wenn er seine Sache recht macht, erspart bleiben, je zu darben bei Kraut und Kartoffeln, wie von diesen Kreisen sonst für jedweden „kleinen Mann“ bestimmtes Leben, ihm wird,

vorausgesetzt, er macht ihre Sache recht gut, ein von dieser Elite, einfach wie kurz gesagt, gut versorgtes Opferdasein beschieden sein.

Recht brav hat er es bis jetzt getan, so mit seinem vor aller Augen Plakateid: „Euer Wille geschehe“ … Wie schön er es versteht, ein Plakat zu gestalten, so ist es nicht verwunderlich, daß er von diesen Kreisen zum „Volkskanzler“ erwählt, dem sie ihr Honduras-Programm oder, wie es möglicherweise im Geheimen auch genannt werden könnte, Bonobos-Programm vertrauensvoll diktieren können,

mit seinem öffentlich zu leistenden Plakatschwur „Euer Wille geschehe“ hat er die Prüfung durch diese Kreise beinahe bestanden, aber erst mit seinem Kniefall vor diesem Kreis, dem er willig „Ihr seid der Chef“ eingesteht, wieder recht schön auf ein Plakat geschrieben, er ihr „Euer Werkzeug“, erst mit diesem seinem Kotau, mit dieser seiner Unterwerfung, „Euer Werkzeug“ sei er, fand er endgültige Gnade und Aufnahme …

Der für diese Kreise um seine Gebirgsführerin programmschleppende kleine Gebirgsjäger darf es jetzt einmal für kurz so darstellen, als hätte er, als wäre es seine eigene Agenda,

während er tatsächlich einem Sherpa gleich die Tagesordnung jener zu tragen und zu erfüllen gewillt ist, die sich seit einer Ewigkeit nicht geändert hat.

Robert Misik schreibt, die identitäre Parlamentspartei mache mit

ihrem Honduras-Programm einen „Kotau vor der

ÖVP“, deren „Volkskanzler“ mit seinem Regime schon einmal unter dem befolgenden Einfluß dieser Kreise stand, und nicht zum Besten Österreichs, und nicht zum Besten der Menschen in Österreich …

Seid dabei beim: „Seid nicht mehr dabei!“

Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt, bei euch steht der Sieg!

Keine Reserveoffiziere!
Ihr seid die Zukunft!
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!

Wie nur einer, der es erlebte und entschied, nicht mehr dabei zu sein, so trug Oskar Werner das Gedicht vor.

Oskar Werner, ein „Lieblingsschauspieler“ vom „Lautsprecher“.

„Drei Minuten Gehör“ von Kurt Tucholsky, geschrieben vor einhundertundzwei Jahren, im Jahr des Herrn ’22, ein Aufruf von Oskar Werner, ja, von einem der „Lieblingsschauspieler“ von einem der „Lautsprecher“, dessen Name M. S.

Von euch, die ihr den Hammer schwingt,
von euch, die ihr auf Krücken hinkt,
von euch, die ihr die Feder führt,
von euch, die ihr die Kessel schürt,
von euch, den Jungen und den Alten –:
Ihr sollt drei Minuten inne halten.
Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern.
Wir wollen uns einmal erinnern.

Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei!
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg!


1965 verbrannten Gläubige nicht die Bücher von Kurt Tucholsky; vielleicht, weil er nicht mehr lebte, zu dieser Verbrennungszeit bereits dreißig Jahre tot war, aber Erich Kästner, der noch lebte, Erich Kästner verbrannten sie, wie nur drei Jahrzehnte zuvor die Bücher von Kurt Tucholsky und Erich Kästner gemeinsam schon einmal verbrannt wurden, im Jahr des Herrn ’33 —

Die Nationalsozialisten verbieten 1933 Die Weltbühne und der nationalsozialistische Bibliothekar Wolfgang Herrmann setzt Kurt Tucholsky auf die „Schwarze Liste“. Seine Bücher gehen 1933 auf den Scheiterhaufen der Bücherverbrennungen in Flammen auf. Gleichzeitig wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

Neun Jahrzehnte später denkt ein Mann in Österreich, dessen Familienfirma staatlich höchst ausgezeichnet, in Würdigung des „Lautsprechers“ wieder darüber nach, was mit Menschen mit Staatsbürgerschaft zu geschehen hat, und er träumt wieder davon, „daß Deutschland jeden Tag wieder etwas deutscher wird – und Österreich genauso.“

An diesem 1. September ’24 muß ihm der Tag mit Wahlen in Deutschland als ein solcher Tag wohl vorgekommen sein, an dem Deutschland für ihn „etwas deutscher“ geworden sei, wie ein 1. September nicht wenigen, die ihm wohl so recht Deutsche waren, schon einmal als ein solcher Tag vorgekommen sein mußte,

in einer Zeit, als seiner Familienfirma auch mit Postkarten recht viel Geld machten …

und für Österreich legt er wohl all seinen Glauben und all seine Hoffnung und all seine Liebe auf den 29. September, daß Österreich genauso deutscher

Wie viele wohl werden nach diesem 1. September ’24 den einen Mann in Deutschland, einen Deutschlands Meister nennen,

mit dem Wahlstimmenanteil von knapp 33 %, womit er auf den ersten Platz kam, wie einst der Meister aus Österreich, der, einfach wie kurz gesagt, ganz knapp über 33 % kam, damit auch auf den ersten Platz kam, ihm 33 % genügten, um zum Regierenden gemacht, nicht gewählt zu werden, hingegen Jahrzehnte später die 33 % in Deutschland nicht zum Regieren reichen werden.

Hingegen in Österreich, in Österreich hingegen werden am Ende des Septembers ’24 weit weniger als 33 % genügen, in einem dem Schicksal, der Vorsehung so recht ergebenen Land, um zum Regierenden gemacht, nicht gewählt zu werden.

„Euer Wille geschehe!“ Ein Vers von Erich Kästner, im Titel seines Gedichts „Die Maulwürfe oder Euer Wille geschehe“ … Was für eine Aufregung nun in Österreich, im Jahr des Herrn ’24, als „Euer Wille geschehe“ auf einem Plakat einer wahlwerbenden Parlamentspartei, die wieder davon träumt, Regierungspartei zu werden, für die Nationalratswahl am 29. September — Maurer vom Stifte in seiner Erregung dazu, seine Religion sei „grundsätzlich friedlich“ …

„grundsätzlich friedlich“ also seien Organisierte Glauben, mit ihren Waffenweihen in der Vergangenheit, mit ihren Waffensegnungen bis zum Heute herauf …

Grundsätzlich friedlich geweiht, gesegnet, der Mord, mit 18 Buchstaben hat Kurt Tucholsky vor neun Jahrzehnten in der „Weltbühne“ dies zusammengefaßt: „Soldaten sind Mörder.“

Carl von Ossietzky als verantwortlicher Redakteur, angeklagt wegen Beleidigung der Reichswehr, wurde freigesprochen, vor neun Jahrzehnten,

und wenige Jahre später auch er ein Opfer des Soldaten 18.

„Euer Wille geschehe“, ein Vers von Kurt Tucholsky, in seinem Gedicht „Drei Minuten Gehör“. Kurt Tucholsky geht in seinem Gedicht weiter, er schreibt nicht nur „Euer Wille geschehe“, er schreibt auch: „Seid nicht mehr dabei!“

„Seid nicht mehr dabei!“ und „Gehn wir weiter.“ „Gehn wir weiter“, beginnt Kurt Tucholsky seine Rezension vor 95 Jahren der „„Auslese neuer afro-amerikanischer Lyrik“, die damals, so weit ist vor bald 100 Jahren schon gegangen worden, in Wien erschienen ist.

„Seid nicht mehr dabei“, bei jenen, mit denen, gegen die etwa Kurt Tucholsky auch mit seinem „Deutschland, Deutschland über alles“

Und hier stehe das Bekenntnis, in das dieses Buch münden soll: Ja, wir lieben dieses Land. Und nun will ich euch mal etwas sagen: Es ist ja nicht wahr, dass jene, die sich ›national‹ nennen und nichts sind als bürgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache für sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Herren und Damen des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da. Sie reißen den Mund auf und rufen: ‚Im Namen Deutschlands …!‘ Sie rufen: ‚Wir lieben dieses Land, nur wir lieben es.‘ Es ist nicht wahr.

Vorangestellt ist diesem Buch der Vers „So kam ich unter die Deutschen“ von Friedrich Hölderlin, der,

ginge er im Jahr des Herrn ’24 durch Wien, auf die Mölker Bastei, ausrief:

So kam ich unter die —

und sich von der Badenden abwendete … Ein Gedicht aus vor bald über einhundert Jahren aus „Deutschland, Deutschland über alles“ ist und nicht nur das zum Vortragen:

Deutsche Richter von 1940

Wir stehen hier im Vereine
in diesem Lederflaus;
wie die abgestochenen Schweine
sehn wir aus.
Wir fechten die Kreuz und die Quere
mit Schlag und Hieb und Stoß;
wir schlachten uns um die Ehre –!
Auf die Mensur!

Los!

Der deutsche Geist? Hier steht er.
Wie unsere Tiefquart sitzt!
Wir machen Hackepeter,
daß die rote Suppe spritzt.
Wir sind die Blüte der Arier
und verachten kühl und grandios
die verrohten Proletarier –
Auf die Mensur!
Gebunden!
Los!

Wir sitzen in zwanzig Jahren
mit zerhacktem Angesicht
in Würde und Talaren
über euch zu Gericht.
Dann werden wirs euch zeigen
in Sprechstunden und Büros . . .
ihr habt euch zu ducken, zu schweigen
Auf die Mensur!
Gebunden!
Fertig!
Los!

Wie lange, Männer und Frauen,
seht ihr euch das mit an –?
Wenn sie sich heut selber verhauen:
Euch fallen sie morgen an!
Ihr seid das Volk und die Masse
von der Etsch bis an den Rhein:
soll das die herrschende Klasse,
sollen das unsere Führer sein –?
Fertig!

In Anlehnung an Kurt Tucholsky für das bald einhundert Jahre spätere Heute:

Seid dabei beim:
Seid nicht mehr dabei!

Da seid dabei! Beim
Seid nicht mehr dabei!

Seid dabei! Geht
Weiter! Laßt hinter euch
Die Vergangenheitsbadenden.
Geht weiter! Seid dabei!
Laßt sie, die mit Vergangen-
heitssteinen im Sack Jagenden,
Dort, geht weiter, laßt sie dort
Allein, wo sie wollen geblieben,
Im Gebirg‘ in ihrem Festungszelt.

„Schutzherr“ & „Beschützer“

Ein „Beschützer“ wollte er werden, sogar mehr als ein „Beschützer“, er wollte ein „Schutzherr werden, und als „Schutzherr“ wurde er auch von seinen Pgs. einst angepriesen, wie jetzt wieder

kurz vor einer Wahl einer von seinen Pgs. als „Beschützer“ gepriesen —

und verkünden, verstärkt durch ihre Lautsprecher ohne Kopfhörer, seine Pgs:

Als Volkskanzler wolle er der Diener, das Sprachrohr und der Beschützer der Österreicher sein.

Er wollte nicht nur ein „Beschützer“ werden, sondern ein „Schutzherr“, und das ist auch recht und …

ist er doch einer aus der „gehobenen Schicht“

der Elite und des Establishments.

Und das ist auch recht und … ein „Schutzherr„, der seine eigene Position nicht einmal beschützen kann, kann niemals irgendwen beschützen. Genauso lange in etwa, als der Schutzherrwollende Minister war, also für kurz,

war er Parteiobmann, konnte ihn der nun Beschützer-werden-Wollende nur so recht beschützen, als er ihn, den Schutzherrwollenden, selbst von der Obmannschaft erlöste.

Er wollte Präsident werden und als Präsident ein „Schutzherr“, er ist auch ein Präsident geblieben, aber

ein „Schutzherr“ ist er als ein Präsident nie gewesen und auch nicht mehr geworden, beschützt hat er keinen einzigen Menschen

es hält aber ihn nicht davon ab, wieder ein Präsident werden zu wollen,

noch ein höherer Präsident, und dann mehr oder weniger

kurz später gar der erste Präsident, und dann aber ein „Schutzherr“ wie er in der Bibel steht.

Was „Schutzherrn“ und „Beschützer“ in einer Bruderschaft weiter eint, ist ihr gemeinsames Bekenntnis: „Euer Wille geschehe“, im Glauben,

daß ihnen wie einst erfüllt wird: Gebet, was ihnen ist und schicket ihnen Soldaten in die große Stadt,

gebet ihnen, was ihnen ist, schicket im ganzen Lande Soldatinnen aus …

Ob „Schutzherr“, ob „Beschützer“,

mit „Schutzherren“, mit „Beschützern“ hatten einst schon Demokratien keine Erfahrungen gemacht, die gut genannt werden können, hingegen reichliche Erfahrungen, von den schlechten die schlechtesten Erfahrungen, derart die schlechtesen Erfahrungen, daß sie nur im Einfrieren, im künstlichen Tod, bis zu dem Tag, an dem die „Schutzherren“ nicht mehr waren, ihre Rettung, ihre Auftauen …

Vermächtnis eines „echten Österreichers“

In sein Testament hat Richard Lugner dies

Ich habe keine Rechtsextremen gesehen. [S]elten so gehobene Schichten wie am Akademikerball. [W]o überhaupt nichts Unanständiges geschieht.

nicht geschrieben. Dennoch wird dies von ihm etwa ein halbes Jahr vor seinem Tod Geäußerte gar vielen in diesem Land ein sie bestärkendes Vermächtnis sein, die österreichische Leitkultur weiter aufrechtzuerhalten, das Zusehende nicht zu sehen.

Wer in die Hofburg zu, was für ein gar schön altes Wort für Eliten, Establishment, „gehobene[n] Schichten“ immer wieder eingeladen wurde, schuldet der Höflichkeit und Anständigkeit, ebenfalls eine Einladung zu hinterlassen,

zur Feier in den Stephansdom

diese ehrenreiche Einladung, eine Rede zu halten, hat der Präsident in Treue recht gerne angenommen, um zu bekennen, der Verstorbene sei ein „echter Österreicher“, sei ein „wahrer Österreicher“ gewesen; es werden ihm dabei wohl noch die ihn wärmenden Winterhofburgballworte in Erinnerung gewesen sein,

dieses Bekenntnis zum Nichtsehen, dieser Ausdruck der wohligen Geselligkeit im Kreise gehobener Schichten, in dem nichts Unanständiges geschieht, „in dem nichts Wildes erzählt wird“ – bloß „Burschenschafter, junge, nette Studenten und alte Herren“ unter sich, so ungezwungen frei, als wären sie auf ihren Buden der gesinnungsgehobenen Schichten, die sie zu ihrer Weltanschauung kleben, den Klebstoff dafür aus Hopfen, Spucke, Malz und Mehl —

Mit ihm, dem Präsidenten vom Lande, kamen an diesem Samstag viele seiner Gesinnung in das österreichische Zentrum des Glaubens, u. a. der Kommentator Österreichs, die Grand Dame, der Переводчик, des Übersetzers ehemaliger Vize, der Eingeheiratete mit dem Namenswechsel

Ebenfalls eingeladen in die Kathedrale, um eine Rede zu halten, der poysdorferische Präsident auf dem Lande, und dieser bekannte, heute verneige sich ganz Österreich ehrerbietend vor Richard Lugner. Wie recht er sprach, einem Mann mit einem derart ausgesprochenen Vermächtnis, nicht zu sehen, was zu sehen ist, kann nur Ehrerbietung bezeugt werden. Es sprach an diesem 31. August 2024 also ein Präsident, der dazu wohl von seinem heimatlichen Lande anreiste, und ein aus einer Kleinstadt stammender Präsident auf dem Lande, in dem die Parteien dieser Präsidenten bereits in einer Regierung gemeinsam sitzen.

Möglich, daß die Einladung, einen patriotischen Präsidenten und einen christlichen Präsidenten reden zu lassen, auch ein und dazu passender Teil des Vermächtnisses ist, ebenfalls nicht im Testament niedergeschrieben, aber

SEin unausgesprochener Wille, sein dahingehend zu deutender letzter Wille, es mögen diese zwei Parteien die nächste Regierung auf dem ganzen Lande …

Eine Ministerin als Vertretung der österreichischen Bundesregierung war an diesem Samstag ebenfalls in der Stephanskirche zugegen und „spricht ihr Beileid aus“

und vielleicht sprach sie dabei für sich still nach innen ein „Vaterunser“, DEin Wille geschehe und gebet uns das Reich, zu regieren, gemeinsam allein meiner Partei und der Partei des burgenländischen Präsidenten,

der so recht schön vom „echten“, vom „wahren Österreicher“ spricht, ganz und gar erfüllt von unserer Leitkultur, geheiligt sei ihr Name

PS Wenn nun der Grinzinger Friedhof die letzte Heimstätte, wie es gläubig so hoffnungsreich heißt, auch von Richard Lugner ist, dann ist dieser Friedhof wohl endgültig zum Friedhof der Lustigsten Österreichs geworden, und damit hat dann — Gläubige wissen mitleidend um das schmerzvolle Leben der Skelette und der Aschen in Einsamkeit — auch das lange Warten eines ebenso großen Unterhalters auf einen ebenbürtigen Unterhalter als Nachbarn ein Ende, nach fünfunddreißig Jahren.