Noch eine Anzeige, Michael Köhlmeier, und Andreas Mölzer wird zum Bundespräsidenten gewählt

Freiheitliche StrukturleistungenEs war vorauszusehen, daß die Anzeige gegen Andreas Mölzer zu keiner Verurteilung führen wird, sondern ganz im Gegenteil, zu einem Triumph für Andreas Mölzer und auch für den Mitangezeigten „H***C***S“. Womit wieder einmal bewiesen wurde, das Gericht ist nicht der geeignete Ort für die Auseinandersetzung, um Menschen davon abzuhalten, die freiheitliche Gemein-Schaft zu wählen, Menschen argumentativ klar und deutlich zu vermitteln, weshalb es bei der freiheitlichen Gemein-Schaft um eine gänzlich unwählbare …

Andreas Mölzer Verfahrenseinstellung

Begründung der Staatsanwaltschaft, kein Verfahren einzuleiten.

Es ist menschgemäß polemisch, Michael Köhlmeier zu schreiben, eine Anzeige noch und Andreas Mölzer wird zum nächsten Bundespräsidenten gewählt. Aber Postings in österreichischen Tageszeitungen zur Bekanntgabe der Verfahrenseinstellung liefern den realen Stoff für diese Polemik. Denn nicht wenige Leser und Leserinnen gaben zu den Berichten Kommentare ab, in denen der Wunsch geäußert wurde, Andreas Mölzer möge der nächste Bundespräsident …

Was lieben Hofer und StracheEs mag Michael Köhlmeier und den Tausenden von Menschen, die sich seiner Anzeige anschlossen, hoch angerechnet werden, erschüttert zu sein über die mölzerische Wortwahl, aber zugleich muß allen diesen angelastet werden, politisch war und ist das nicht. Es ist sogar bedenklich, wie leichtfertig und unhinterfragt Tausende Menschen sich Michael Köhlmeier angeschlossen haben, um eine Handlung zu setzen, die keine förderliche war und je sein wird, sondern bloße Beihilfe für die freiheitliche Gemein-Schaft. Denn es ist klar, daß jedwede Bestätigung einer Verfahrenseinstellung eine Urkunde für die freiheitliche Gemein-Schaft ist. Eine Urkunde, mit der die freiheitliche Gemein-Schaft erfolgreich hausieren gehen kann, jedwede Kritik an ihr abschmettern kann, mit dem Hinweis darauf, daß die Vorwürfe gegen sie gerichtlich nicht halten, sie vor dem Gesetz weißer als weiß … Wie leicht es der freiheitlichen Gemein-Schaft gemacht wird, beispielsweise ihre Hetze in eine Hetze gegen sie zu verdrehen …

Eigentlich ist nicht Michael Köhlmeier erster Adressat, sondern es muß  jener Mensch sein, der die erste Anzeige vor ihm einbrachte, nämlich „M***B***“, wie er in der Einstellungsbegründung der Staatsanwaltschaft Wien anonymisiert genannt wird. Aber dem unbekannten M***B*** sind nicht Tausende von Menschen als Prominzenzgehorsame gefolgt, sondern ihnen, deshalb aber bleiben Sie nicht erster Adressat, sondern aufgrund Ihres Berufes eines Schriftstellers.

Dem Volk abgepresste PalästeMit Ihrer Anzeige hinkten Sie also M***B*** hinterher. Der Schriftsteller hinkt hinterher. Ist das das gültige und alles aussagende Bild über den gegenwärtigen Stand der Literaten und Literatinnen in Österreich? Ist das der heutige Zustand der Literatur in Österreich? Wie dieser breit medial vermittelt wird durch das breite Auftretenlassen eben genau dieser uninformierten und unpolitischen Schriftsteller? Schriftstellerinnen müssen gar nicht sonderlich erwähnt werden, denn es sind doch in der Hauptsache die Männer, die auftreten und auftreten dürfen, die auch dieses Bild öffentlich malen. Der als Intellektueller abgedankte Literat, der als ein politisch Kopfloser medial vorgeführt wird und sich öffentlich vorführen läßt.

Unpolitisch hinterherhinken.

Eingespannt in Netzwerke, die sie so leicht Vorwürfen aussetzen. Unbeabsichtigt Beihilfe leistend gerade jenen, gegen die sie auftreten, gegen die sie meinen aufzutreten. Diese Anzeige zeigt doch wieder einmal deutlich, das Gericht ist kein Ort der Politik, kein Ort der Kritik. Auch diese Anzeige zeigt wieder einmal deutlich ein unverantwortliches Agieren auf. Denn eine diffuse Anzeige wegen Verhetzung und Wiederbetätigung kann nur zu einer Verfahrenseinstellung führen und somit zu einer unfreiwilligen Unterstützung von denen, die …

Und, Verhetzung braucht eine Adresse, an der sie willig aufgenommen und in Wahlen mit Stimmen belohnt wird. Es kann Verhetzung zwar zu Verurteilungen nach dem Strafgesetz führen, aber kein Gericht kann die Stimmenbelohnung der Hetzer und Hetzerinnen durch Wähler und Wählerinnen stoppen, oder, gar eindämmen, verhindern. Und was ist Wiederbetätigung ohne Stimmbelohnung in Wahlen? Eine Lächerlichkeit. Eine Armseligkeit. Ein hilfloses Umsichschlagen und eine bedauernswerte Vorführung von mannigfachen und mannigfaltigen Unzulänglichkeiten und Unfähigkeiten. Und was ist eine ungehörte und nicht angenommene Verhetzung? Eine Lächerlichkeit. Eine Armseligkeit. Ein hilfloses …

Identitäre Gemein-SchaftUnd hat diese Anzeige irgend etwas gebracht? Nichts. Zum einen hat Andreas Mölzer nicht deshalb seine Kandidatur abgegeben, zum anderen ist mit Harald Vilimsky … Es können gar nicht so viele angezeigt werden, wie die freiheitliche Gemein-Schaft Anzeigbare, besser und genauer, Unwählbare gebiert. Für diese ihre Gesinnungsnachkommengebärleistungen hätte in anderen schrecklichen Zeiten ein eigener Orden erfunden werden müssen, um sie auszeichnen zu können.

Uninformiert hinterherhinken.

UNach Mölzer nach Vilimsky nachnd wenn Informationen schon einmal eingeholt werden, kann es gemeingefährlich werden, wenn es öffentlich passiert. Ob Michael Köhlmeier sich noch erinnert, wie viele Fragen er an Udo Ulfkotte noch gehabt hätte, wäre die Sendezeit … Einen Informanten vom Kaliber eines Udo Ulfkotte anzuzeigen, das allerdings … Vielleicht hätte auch wer voranschreiten …

Wenn gewisse Wörter und mit denen zusammengesetzte Wörter bitter aufstoßen, wie beispielsweise „Neger“ und „Negerschwärze“, können Sie Ihre nächste Anzeige, jetzt, wo sie schon mit dem Bezirksgericht zwar keine heitere, aber doch Erfahrungen gemacht haben, einbringen, nämlich gegen den Verlag „Suhrkamp“, der heuer „Die Elf“ von Pierre Michon in deutscher Sprache herausbrachte, in dem von „Neger“ und „Negerschwärze“ … Um die Anzeige ebenso handfest abzustützen, könnte ein weiterer, älterer Suhrkamp-Titel herangezogen werden – „Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene“ von Bohumil Hrabal: „[…] die Neger […] glauben nur an das Freßbare und brüllen und hüpfen, ihr König sitzt nackt auf dem Thron und hält eine Mitgabel in der Hand, ihre Königin hat bloß einen Lappen umgewickelt, damit sich die Fliegen nicht auf ihre Kokosnuß setzen, und wenn denen einer wegstirbt, dann begraben sie die eine Hälfte und verschnabulieren die andere […]“. Das wäre wahlmäßig wenigstens ungefährlich …

Auch wenn viele von den Abscheulichkeiten, über die hier, auch hier, schon geschrieben wurde – ein paar Abbildungen erzählen davon – nach wie vor etwa auf „Unzensuriert“ zu lesen sind, auch bald nach einem Jahr, etwa die „Kindermordphantasien“, anzeigetauglich wäre, davon soll aber nicht Gebrauch gemacht werden, und es stellt sich die Frage, ob überhaupt noch darüber geschrieben werden soll, über all die Abscheulichkeiten. Auch das bringt nichts. Der Stimmenzuwachs für die freiheitliche Gemein-Schaft, auch nach aktuellen Meinungsumfragen, ist ungebrochen. Die Frage ist, ob nicht auch mit solchen Berichten das bittere Gegenteil bewirkt wird. Das Schweigen darüber die richtige Antwort wäre. Die Attraktivität des Grauslichen also zu wenig berücksichtigt, bedacht wurde. Auch das also wirkungslos ist, aufzuzeigen, wie grauslich … Das Einzige, was diesen Berichten angerechnet werden könnte – was für ein erbärmlich geringer Posten auf der Habenseite -, ist, als Freibriefe können sie von der freiheitlichen Gemein-Schaft nicht mißbraucht werden, wie sie nach Anzeigen die Mitteilungen der Verfahrenseinstellungen mißbrauchen können und sich als eine Gemein-Schaft von „Unbescholtenen“ …, wobei sie sich lediglich als eine „unbescholtene“ Gemein-Schaft nach dem Gesetz verstehen dürfen, in jedweder anderen Hinsicht ist sie es nicht.

Udo UlfkotteUnd wenn Anzeigen, obgleich hier vieles angeführt wurde, was gegen Anzeigen spricht, dann müssen es haltbare Anzeigen sein, fundierte Anzeigen, klare Anzeigen, Anzeigen von einer derartigen Wasserdichte, daß nicht nur eine Verfahrenseinstellung unmöglich ist, sondern tatsächlich zu rechtskräftigen Verurteilungen führen müssen.

Tax Freedom Day der Austrian Tea Party

Vor ein paar Tagen durfte Barbara Kolm wieder ihre medialen Aufttritte haben, um als Direktorin des Instituts, das in Österreich den tax freedom day für Österreich berechnet, darüber zu reden, wie lange in Österreich in einem Jahr für den Staat gearbeitet werden müsse …

Tax freedom day - Austrian Tea Party

Ach, was für Abgaben-Belastungen, staatliche Förderungen nehmen zu müssen.

Es ist eine äußerst umstrittene Methode, weil eine äußerst einseitige, die vollkommen die Leistungen des Staates unberücksichtigt läßt, das große Gesamte einer Gesellschaft völlig ausblendet. Wie läuft wohl so eine Berechnung ab? Das Bild mag nicht aus dem Kopf gehen, daß Vermögende auf für sie billigen weil subventionierten Theatersitzplätzen sitzen, den Aufführungen gar nicht aufmerksam folgen können, weil sie immerzu kopfrechnen müssen, wie sie die Mehrwertsteuer für noch größere Säcke sich ersparen könnten, um all das Geld auch noch unterbringen zu können, das sie sich etwa durch staatlich sanktionierte kreative Buchführung an Abgaben ersparen, aber diese für sie steuerschonenden Berechnungen derart belastend finden, daß sie der Meinung sind, mehr als acht Monate in einem Jahr damit belastet zu sein, Abgabenvermeidungen zu berechnen …

Die Berechnung dieses Steuergedenktages wird als eine wissenschaftliche, also als eine objektive und somit ideologiefreie präsentiert. Barbara Kolm ist Mitglied der Austrian Tea Party. Das sagt allein schon alles aus, was von dem tax freedom day zu halten ist.

Es ist eine ideologiegetriebene Berechnung, nicht mehr, aber die sich medial gut verkaufen läßt, die breit medial nachgeschrieben wird.

Es könnten viele Beispiele angeführt werden, was es für die Menschen in Österreich hieße, wenn sich in Österreich die Tea-Party-Ideologie durchsetzte. Nur eines soll kurz gestreift werden. Das Institut, dem Barbara Kolm vorsteht, führt zur Berechnung der Belastung durch den Staat u.a. auch die Sozialbeiträge an. Es wird ihr selbst vielleicht möglich sein, beispielsweise eine Operation zu bezahlen, ohne sich dafür in horrende Schulden stürzen zu müssen, aber wie viele Menschen in Österreich, die aufgrund ihrer extrem niedrigen Löhne keine direkten Steuern zahlen und auch sehr geringe Sozialabgaben, könnten sich eine lebensrettende Operation gar nicht leisten, weil es ihnen nicht einmal möglich wäre, sich für eine einzige lebensrettende Operation finanziell existenzgefährdend zu verschulden.

Freiheitlicher ZZler Georg Immanuel Nagel ruft in der Blauen Narzisse: Wieder hinaus auf die Straße

In der aktuellen Ausgabe der „Zur Zeit“ der freiheitlichen Gemein-Schaft schreibt Georg Immanuel Nagel nicht über die polizeiliche Räumung in der Mühlfeldgasse, sondern u.v.a.m.  gegen die „Pizzeria Anarchia“. Das „Gegen“ sagt bereits alles aus über die Haltbarkeit der von ihm in seinem Artikel präsentierten Fakten. Es sind Fakten, die dermaßen keine Haltbarkeit besitzen, daß auf seine Artikel nicht einmal ein Ablaufdatum aufgedruckt werden kann, weil dieses vor Veröffentlichung seiner Artikel liegen müßte, und das wäre doch einigermaßen absurd und vor allem nutz- und sinnlos.

Ein Artikel also, der zu ignorieren ist.

Georg Immanuel Nagel Eckart Zur Zeit Blaue NarzisseEin Artikel aber, der nicht zu ignorieren ist, wird zu diesem zusätzlich gelesen, was Georg Immanuel Nagel in der „Blauen Narzisse“ im Juli 2014 schreibt. Ein weiterer Gegen-Artikel, dessen Faktenablaufdatum ebenfalls vor seinem Erscheinungsdatum …

Ein Artikel aber, der nicht zu ignorieren ist, wird zu diesem zusätzlich auch noch gelesen, was Georg Immanuel Nagel in der „Zur Zeit“ im Juni 2014 geschrieben hat, nicht über die Demonstrationen, sondern für die Identitären. In diesem Fall sagt das „Für“ bereits alles aus über die Haltbarkeit der von ihm in seinem Artikel präsentierten Fakten – auch ein Artikel, der ohne Ablaufdatum auskommt, da seine Fakten ebenfalls vor seiner Veröffentlichung bereits verdorben …

Auffällig aber an dem oben angeführten Geschreibe von ihm ist

erstens sein überschwängliches Lob für Exekutive und Justiz in Österreich,

zweitens sein Aufruf, den „Protest wieder auf die Straße zu tragen.“

Ein Artikel im Bund mit den anderen Artikeln aber, der vor allem nicht zu ignorieren ist, in welchem Magazin dieser nämlich veröffentlicht ist, im Zentralorgan der freiheitlichen Gemein-Schaft, im Zentralorgan der hohen und höchsten Funktionäre und Mandatarinnen der freiheitlichen Gemein-Schaft, von He.-Chr. Strache aufwärts also … Und Georg Immanuel Nagel bestätigt ein weiteres Mal, daß im Grunde nicht mehr von der „freiheitlichen Gemein-Schaft“ gesprochen werden darf, sondern von einer „identitären Gemein-Schaft“ …

Es sind also alle Artikel von jenen, die im Zentralorgan der freiheitlichen Spitzen schreiben, nebeneinanderzulegen, um zu einem Gesamtbild zu kommen, das erschreckender nicht sein kann, wenn weiter nach wie vor derart viele der Meinung sind, es sei eine wählbare Partei, diese identitäre …

In der „Blauen Narzisse“ schreibt Georg Immanuel Nagel Klartext, wie in der Collage gelesen werden kann, spricht aus „identitärer Sicht“, in der „Zur Zeit“ formuliert er nicht so deutlich. Vielleicht gerade noch dem geschuldet, daß in der ZZ beispielsweise auch freiheitliche Angehörige von Landesregierungen schreiben, wie Landesrat Gerhard Kurzmann wieder in der aktuellen Ausgabe 33/2014 …

Obgleich diese Zurückhaltung nicht mehr notwendig zu sein scheint, hat doch erst vor kurzem Christian Höbart nicht widersprochen, daß es bei den Freiheitlichen um eine identitäre …

Georg Immanuel Nagel - Einflußreiche FPÖEs ist aber auch vollkommen nebensächlich, welcher rechtsgerichteten ideologischen Variante diese Partei zugeschlagen wird, das interessiert hier nicht, denn die entscheidende Frage, die kein Ablaufdatum haben darf, sondern endlich ein Erledigungsdatum, ist, gibt es hier ein bedenkliches Zusammenspiel von Polizei und Justiz mit diesen identitären Gemeinschaften, wie Georg Immanuel Nagel recht stark suggeriert, wenn er schreibt:

„Die Blockparteien sind sich alle bestens einig, wenn es um den ‚Kampf gegen Rechts‘ geht. Die Antifa wird gefördert als praktische Stiefeltruppe, um jede aufkeimende Opposition zu drangsalieren. Von einer einflußreichen, patriotischen Partei wie der FPÖ können die Bundesdeutschen derzeit nur träumen. Die dortigen Behörden müssen sich von jeder Zusammenrottung von Asozialen aller Art gängeln lassen. Krawalle darf die Polizei nur eindämmend flankieren. Zu Festnahmen oder gar einer Auflösung der Veranstaltung kommt es in aller Regel nicht.“

Wenn an die polizeilichen Vorkommnise allein in diesem Jahr gedacht wird, über die bereits ausführlich geschrieben wurde und auch hier nachgelesen werden kann, wird verstehbar, weshalb „die Bundesdeutschen von einer einflußreichen FPÖ nur träumen können“. Übernimmt in Österreich Polizei und Justiz bereits die Vorarbeiten für die „aufkeimende Opposition“? Das heißt, die Straßen für diese freizumachen? Freizumachen, damit diese den Protest „wieder auf die Straße“ tragen kann? Und was dieses „Wieder“ bedeutet, von dem Georg Immanuel Nagel schreibt, darüber kann es keine Täuschung geben, darf es vor allem keine Selbsttäuschung, keine Beschwichtigung, keine Illusion geben.

Welche Artikel beispielsweise von einem Georg Immanuel Nagel in Zukunft noch zu lesen sein werden, wenn es nicht zu einer vollkommenen Aufklärung kommt, davon gibt sein ZZ-Artikel aus der Ausgabe 22/2014 bereits einen Vorgeschmack, es klingt nicht nach Berichterstattung über eine Demonstration, sondern aus einem … Von „erfolgreichem Aufmarsch“ ist die Rede, von „Sieg“ …

NS Wessen Parteigängerin die freiheitliche Gemein-Schaft in Wahrheit ist, auch davon erzählt dieser Artikel „Pizzaria Anarchia“ wieder einmal ganz deutlich. Wie verharmlosend  schreibt Georg Immanuel Nagel, „dient die Behauptung, daß der Hausbesitzer aus Spekulationsgründen versucht hätte, die Bewohner mit unlauteren Mitteln zu vertreiben.“ Wähler und Wählerinnen sollen sich nicht der Täuschung hingeben, der Illusion, sie wählten mit der identitären Gemein-Schaft eine Partei, die für ihre Anliegen, für ihr Wohlergehen da sein will. Es ist, um das nagelsche Wort aufzugreifen, die „Stiefeltruppe“ der Spekulanten und Spekulantinnen. Aber auch das ist nichts Neues. Es ist halt wieder eine Wieder-Partei für die …

„Der Neid des geschlechtslosen Akif Pirinçci auf die Türme der Windräder“ – Aus einem Roman von Paula Paulsson

Es wurde ihr abgeraten, in ihrem Roman mit dem geplanten Titel „Reise durch das heutige Deutschland“ in einem Abschnitt Akif Pirinçci zu behandeln. Auch wenn ihre Idee dazu verlockend klingt, zu zeigen, wie einfach es ist, vulgär zu schreiben, wie unangestrengt einfach es ist, diese seine Vulgarität zu übertreffen. Sie würde ihren Roman dadurch billig machen, war der Einwand gegen ihr Vorhaben, über Akif Pirinçci vulgärer zu schreiben als Akif Pirinçci es je zusammenbrächte, vulgär zu schreiben. Sie weiß das. Aber. Wenn das Vulgäre derart mit Erfolg belohnt wird, muß dem Käufer und der Käuferin solcher Bücher vor Augen geführt werden, was sie kaufen, nämlich nichts als Vulgäres, das noch dazu als Vulgäres keine Qualität …

Windunion - Windräder im WaldEs wurden ihr, um sie doch noch davon abzubringen, auch die – zu dieser Zeit ist es ihr nicht mehr möglich, selbst zu lesen – Sachen

Akif Pirinçci: „Erneuerbare Energie – Mist“

Akif Pirinçci: „Ich habe eben ein bißchen gelogen“

Akif Pirinçci gibt der Zur Zeit der freiheitlichen Gemein-Schaft ein Interview

vorgelesen, in denen bereits auf das eingegangen worden war, auf das auch sie eingehen wollte, wie sie es bereits in ihren diktierten – zu dieser Zeit ist es ihr nicht mehr möglich, selbst zu schreiben – Notizen festgehalten hatte. Nicht auf alles, sondern nur auf sein Wettern gegen Windräder. Es müßten für die Gewinnung erneuerbarer Energie Deutschlands Wälder abgeholzt werden. Sie weiß, daß darauf reagiert wurde. Sie weiß aber auch, es interessieren sachliche Einwände nicht. Das Schreiende wird breit gehört. Das Schreiende wird nachgeschrien. Deshalb müsse noch schreiender zurückgeschrien werden.

Es wird nicht mehr dazu kommen, je überprüfen zu können, wessen Argumente die – Paula Paulsson ist letzten Donnerstag verstorben. Nach langer und schwerer Krankheit. Ihren Roman konnte sie nicht beenden. Es ist zu hoffen, daß sie den Menschen, den sie mit der Verwaltung ihres Nachlasses betraute, verstehen wird, und ihm verzeihen wird, daß er sich um keine Veröffentlichung bemühen wird, da es unverantwortlich wäre, einen nicht abgeschlossenen Roman zu veröffentlichen.

Alleingelassen. Von ihr zurückgelassen. Zu einem Zeitpunkt von ihr verlassen, als das erste Mal es die Aussicht gab, sie werde auch einen Rat annehmen, und also die Idee aufgeben, vulgärer als Akif Pirinçci schreiben zu wollen, wenn auch nur für die Länge eines Abschnitts – mehr Beachtung wollte sie ihm ohnehin nicht schenken. Von ihr verlassen, auf die stets ganz und gar gehört wurde, deren Korrekturen der Texte stets uneingeschränkt übernommen wurden. Korrekturen, die tief in Inhalt und Form schnitten. Oft den Inhalt entscheidend veränderten, öfters noch dem Inhalt eine ganz neue Form gaben. Das Schreiende, das Vulgäre verbannte sie so lange aus den Texten, bis schließlich das Vulgär-Schreiende von selbst gar nicht mehr geschrieben wurde, weil es ohnehin nur geschrieben werden würde, um vor ihr nicht bestehen zu können, von Paula Paulsson radikal zusammengestrichen, skrupellos gelöscht … Nur ab und an noch, bloß um sie zu necken, das eine oder andere vulgäre Wort, etwas Schreiendes. Aber sie ließ es unausgesprochen durchgehen, stehen, und darüber die unbestätigte Freude, von ihr geneckt …

Ohne sie, alleingelassen mit der nicht zu Ende gebrachten Diskussion darüber, ob vulgärer, ob schreiender reagiert werden müsse, wird ein Ausweg gesucht – einen Ausweg gäbe es, aber einen, der kein Weiterweg ist. Um einen solchen zu finden, wird für zu einer für Zurückgelassene typischen Panikhandlung … in der Hoffnung, es findet es sich wer, um diese Diskussion weiterführen …

Um diesen Menschen aber finden zu können, muß dieser von ihr diktierte Abschnitt aus ihrem Roman veröffentlicht werden, auch auf die Gefahr hin, daß über Paula Paulsson aufgrund dieses Abschnitts hinkünftig abwertend geurteilt werden wird, sie habe abscheulich vulgär geschrieben, billig und oberflächlich … Darum wird eindringlich gebeten, wenn Sie diesen Abschnitt lesen, nicht zu vergessen, was Paula Paulsson mit diesem Abschnitt beweisen wollte, nämlich wie einfach es ist, vulgär und gemein und billig zu schreiben, ebenso vulgär und billig und gemein wie – nein, billiger, vulgärer, haltloser …

„Der Neid des geschlechtslosen Akif Pirinçci auf die Türme der Windräder

Ansichtskarte Das Sinnen des Akif Pirincci in den Wäldern von DeutschlandEine Reise durch das heutige Deutschland führt unweigerlich an Windrädern vorbei. An Windrädern, die vereinzelt in dichten Wäldern stehen, an Windrädern, die auf Feldern stehen, aber auch zu Dutzenden in Windparks. Weit in den Himmel ragen die Türme der Windräder: stark, mächtig, dick. Die Türme werden nicht müde, machen nicht schlapp. Sie sind Dauerständer. Dauerständer, von denen Männer träumen, die Männer ängstigen, schauen sie an sich hinunter, und sehen keine Türme, nur die Nässe in ihren Unterhosen sind ihnen ein sicherer, wenn auch unangenehmer Beweis, da unten, wenn schon keinen Turm, so doch einen Schwanz zu haben, der, als er noch stand, ab und an wenigstens noch steht, aber niemals eine Lineallänge in den Himmel je ragt, nicht stark und nicht mächtig und nicht dick, aber wenigstens so viel nach vorne steht, unsicher und gekrümmt, verkrümmt, daß die Frauen, die äußerst genügsamen unter ihnen und die Frauen, die sich längst schon damit abgefunden haben, daß auch die höchste Abfindung als Entschädigung dafür nicht ausreichte, womit sie sich abzufinden haben, wenigstens so viel dünnhart nach vorne, daß Frauen ihn bemerken, mehr ihn erahnen, er ihnen ein schwaches Gefühl vermittelt, begehrt zu werden, auch wenn es für sie ein unbefriedigendes Begehren ist. Aber das hindert die Frauen nicht daran, dennoch ihren Männern das Gefühl zu geben, sie seien, wie es früher hieß, Hengste, und nun wird zum Vergleich Zuflucht gesucht, sie hätten einen Windradturm in der Hose. Sie wahren damit den häuslichen Frieden und die Frauen wissen ohnehin, wie sie dann, im Geheimen, wenn die Dünnharten sie nicht mehr anstupsen, das Schlaffe auch noch frühzeitig erschlafft ist, wie sie sich selbst die Befriedigung verschaffen können, für die sie eigentlich ihre Männer in das Bett holen.

Akif Pirincci Wälder und Windräder nicht auf Facebook

Das Bild von Akif Pirinçci auf seiner Seite des Unternehmens Facebook zeigt keine Wälder, keine Windmühlen, sondern auf Foto gebannte Feuchtträume.

Vorbei an den Windrädern in den Wäldern denke ich, während ich meinem Fahrer zuhöre, wie kann ein Mann bloß über Männer derart abschätzig reden, während ich von der Autobahn aus im Vorbeifahren Wälder fotografiere und dabei meinem Fahrer weiter zuhöre und über das von ihm Gesagte zugleich nachdenke, erinnere ich mich an die vielen Male, als ich mir wünschte, in einem Park von Dünnharten zu sein, einen Dünnhartenpark zur Verfügung zu haben, um mich nicht immer selbst befriedigen zu müssen, im Anschluß an die stets großen Versprechen, es mir zu besorgen, wie es mir noch nie, ja, nie. Meinem Fahrer fällt der Witz von dem Mann ein, dessen Schwanz, wenn sein Schwanz um einen Millimeter kleiner wäre, dann hätte er ein Loch. Akif Pirinçci hat nicht mal diesen Millimeter, deshalb hat er auch keine Fut, er hat vorne gar nichts, weder Schwanz noch Fotze. Von daher sein Unbehagen, sein Wettern gegen Windräder. Die Türme der Windräder ficken ihm die Gewißheit in seine aufgefickten Eingeweide, selbst nicht ficken zu können, die Windrädertürme rammen sich durch seine Arschfotze hinauf bis in sein Gehirn, zerfetzen ihm die Synapsen, und die Synapsenschleimfetzen rotzt er unaufhörlich aus und verklebt sie zu Texten, in denen er sich einen Schwanz erschreibt, ein Mannsein imaginiert, während er in Wahrheit weder Mann noch Frau ist, sondern ein geschlechtsloses Wesen, das von Windrädertürmen in den Arsch gefickt wird, während es hilflos mit Texten um sich schlägt, als wären sie die Geburtsurkunde, auf der doch ein männlicher Vorname vermerkt ist, als müßte Akif Pirinçci sich mit jedem Text eine Geburtsurkunde selbst immer wieder ausstellen, um zu beweisen, daß der Vorname Akif keine Lüge ist. Vielleicht gab es bei der Geburt dieses Wesens schwächste äußere Anzeichen, aus ihm werde ein Mann werden. Deshalb wurde ein männlicher Vorname gewählt, der Eltern Hoffnung währt eine Ewigkeit und drei Tag‘. Aber mit den Jahren verschwand dieses äußert schwache Anzeichen gänzlich, es bildete sich auch nichts anderes. Nur noch glatte Haut, wo andere Wesen ihr Geschlecht, sei es ein männliches, sei es ein weibliches, haben, glatte Haut, ein wenig mit Haaren überdeckt. Schütteres Haar ohne Geschlecht. Das schüttere Haar dort, wo es ein Geschlecht bekränzen sollte, schmerzt, schmerzt umso mehr in den bitteren Momenten, wenn Akif Pirinçci nackt in einem Wald vor einem mächtigen und dicken und schönen Windradturm steht, diesen anfleht, er möge doch Akif aus dem schütteren Haar heraus wachsen, wozu wäre sonst der männliche Vorname recht und gut.

Vor lauter Windmühlen sieht Akif Pirincci keine Wälder mehr

Vor lauter Windmühlen sieht Akif Pirinçci keine Wälder mehr.

Und wüchse Akif wenigstens noch ein Dünnharter, es wäre zu spät, alt und grau und faltig geblieben, treibt Akif die Gewißheit an, weiter Synapsenschleimfetzen zu rotzen, denn es hätte auch ein Turm in der Hose aus Akif keinen Mann der Frauen gemacht, sieht Akif sich selbst ins Gesicht, es ist kein schönes Gesicht, es ist ein Gesicht, vor dem geflohen wird, vor dem geflohen wurde, seit der Ausstellung der Geburtsurkunde, und den seit jeher vor diesem Gesicht mit der darunter angehängten Gestalt Fliehenden keucht rotzend Akif hinterher, Akif, ein Name, der von hinten nach vorne gelesen auch ein lesbares Wort ergibt, einen zutreffenderen Namen: Fika. Das Gefickte. Und dagegen kämpft Das Gefickte an, kämpft gegen „Windmühlen“. Das wenigstens weiß Das Gefickte, uneingestanden zwar, aber es weiß das, es kann gegen das Wesen, das es ist, nur anrennen, aber nicht ändern, nicht mehr ändern, zu verlockend auch ist die Aufmerksamkeit, der ökonomische Aspekt, die Häßlichkeit in Nebensächlichkeit verwandelnde Prominenz geworden. Deshalb wettert es nicht gegen Wälder, gegen Bäume, obgleich die dicken und kräftigen und mächtigen Baumstämme ebenfalls die Geschlechtslosigkeit drastisch vor Augen führten, aber das Unbewußte ist grausam genau, wählt zielsicher aus, was es das Bewußte sagen läßt, aber auch gütig, es legt dem Bewußten eine Fährte.

Wie es mir eine Fährte legte, mit dem Arbeitstitel „Reise durch das heutige Deutschland“. Bald nach dem ersten Kapitel war klar, daß ich niemals einen Roman über Landschaften schreiben wollte, keinen menschenleeren Roman, sondern immer schon einen, der von Menschen handelt, die mir zu Landschaften, zu Bauten auf meiner Reise durch das heutige Deutschland einfallen, oder meinem Fahrer, den ich im neunten Kapitel in das Auto zu mir setzte, zu mir, die im sechsten Kapitel beschloss, auch im Auto zu sitzen, selbst also im Roman vorzukommen, als jenes namenlose Ich aufzutreten, das erzählt, ohne noch, nach wie vor noch nicht, wirklich festgelegt zu haben, welches Geschlecht das Ich haben soll und schlußendlich haben wird, ob der Fahrer tatsächlich ein Fahrer bleiben wird, oder doch eine Fahrerin wird. In welches Kapitel dieser Windradturmabschnitt kommen soll, ist noch ganz ungewiß. Stimmig wäre dieser Abschnitt als Fußnote im Kapitel über das Leben der Menschen mit uneingeschränkter Sicht auf Atommeiler.“

Profil - Pirinci - Furor bei FrauenthemenDas ist der Abschnitt aus ihrem Roman, für den kein Verlag je aktiv gesucht werden wird, für dessen Druck es niemals eine Zustimmung geben wird, der also niemals in seiner unabgeschlossenen Ganzheit gedruckt werden wird. Ob alles richtig verstanden wurde, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden. Sie sprach doch schon schwer. Ob sie es schaffte, vulgärer als Akif Pirinçci zu schreiben, kann ebenfalls nicht gesagt. Es kann kein Urteil darüber abgegeben werden, es wäre doch nur eines aus Befangenheit. Es kann ja beispielsweise mit dem von ihm erst kürzlich auf der Plattform des Unternehmens Facebook veröffentlichten Erregungstext über einen Artikel im Magazin „Profil“ verglichen werden: „Gender-Debatte: Woher kommt der Furor, wenn es um Frauenthemen geht?“ von Christa Zöchling und Eva Linsinger, oder mit der Seite 270 seines aus „Synapsenschleimfetzen verklebten Text[es]“, aus dem das Zitat ist, das von dem österreichischen Wochenmagazin, wie er sich erregt, nicht richtig …

Förderlicher als Interviews mit Thomas Glavinic allemal Serien über veränderungsaktive Initiativen und Projekte in Österreich

Kurier - Serie über Initiativen statt Interviews mit Glavinic

Collage „Sepp-Schellhorn-Stipendiat Thomas Glavinic präsentiert seine aufgezeichneten Gedankenströme“

 

Im Mittelpunkt steht nicht Thomas Glavinic, sondern was die Tageszeitung „Kurier“ mit diesem Interview vermitteln will, wofür sie sich einen holte, der das liefert, was sie drucken möchte.

Die Tageszeitung „Kurier“ liefert heute mit diesem Interview bloß wieder einmal exemplarisch und stellvertretend für den gesamten Boulevard (gutter press ist wohl zutreffender) in Österreich ab, was nicht stimmt, aber dennoch stets geschrieben wird. Sie läßt es Thomas Glavinic sagen.

Und Thomas Glavinic liefert reichlich, wie die folgenden Zitate, die alle von ihm aus diesem heute abgedruckten Interview sind, …

„Es zeigt, wie viele denken, nämlich: ‚Jaja, das mach ma schon.‘ Dann kommt die nächste Facebook-Meldung, der nächste Reiz, und schon ist alles vergessen – weil’s zu anstrengend wäre, wirklich etwas zu tun. Aus dieser Bequemlichkeit müssen wir aber heraus. Wir brauchen eine neue Zivilgesellschaft – immerhin leben in diesem Land 500.000 Menschen unter dem Existenzminimum.“

„Ich würde mir wünschen, dass wir wieder bewusster wahrnehmen, was rund um uns passiert. Wir müssen eine neue Zivilcourage entwickeln. Heute kümmern sich die Leute nur um sich selbst.“

Würde die Tageszeitung „Kurier“ tatsächlich wahrnehmen wollen, was rund um sie passiert, sie hätte längst schon eine Serie gestartet über die Initiativen und Projekte in Österreich.

Diese neue Zivilgesellschaft gibt es bereits. Es wird bloß nicht über sie breit berichtet.

Es gibt derart viele Initiativen und Projekte in Österreich, die für Veränderungen sind, die für Veränderungen eintreten, die sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen engagieren, aktiv sind, neue Wege aufzeigen, Konzepte für Veränderungen zu ökonomischen, ökologischen, sozialpolitischen, politischen, gesellschaftlichen Belangen und so weiter und so fort vorlegen, Änderungen leben, daß beispielsweise der „Kurier“ ein Jahr lang täglich über eine Initiative, über ein Projekt berichten könnte, und ein Jahr dafür längst nicht ausreichte, um über alle Initiativen und Projekte allein in Österreich berichtet zu haben.

Als Nebeneffekt ersparte eine solche Serie jedwedes Interview mit Thomas Glavinic, und es ersparte dadurch auch, auf Aussagen von ihm Bezug zu nehmen, die nicht stimmen. Denn eine solche Serie könnte Thomas Glavinic vorgelegt werden, mit dem Hinweis, wenn er schon nicht wahrnehme, was um ihn herum passiere, so solle er wenigstens die Serie lesen, um zu erkennen, wie unhaltbar seine Aussagen seien.

Für die „neue Zivilcourage“, die entwickelt werden müsse, schreibt der „Kurier“ das dafür von Thomas Glavinic genannte Beispiel auf:

„Ich habe via Facebook und im Freundeskreis aufgerufen, alte Kleidung abzugeben. Ich hätte die Sachen gesammelt und bei der Caritas abgegeben. Wissen Sie, wie viele Rückmeldungen ich bekommen habe? Keine einzige! Bei ein paar Hundert Leuten!“

Das ist also für den „Kurier“ ein berichtenswertes Konzept, „alte Kleidung“ bei der Caritas abzugeben, für die Menschen, die unter dem Existenzminimum … Das also versteht der „Kurier“ unter „Zivilcourage“, dazu aufzurufen, „alte Kleidung“ … Ein Journalist, im konkreten Fall ist es Christian Böhmer, dessen Werkzeug die Sprache ist, sollte eigentlich „Zivilcourage“ nicht mit Altkleidersammlung verwechseln, um die Bedeutung von Wörtern also ebenso gut Bescheid wissen wie etwa ein Schriftsteller. Und nur weil einer mit seinem Aufruf gescheitert ist, seine Eitelkeit keine Bestätigung fand, kann nicht der Befund ausgestellt werden, heute würden sich die Leute nur um sich selbst kümmern. Ein knapper Hinweis darauf, wie viele Millionen Menschen in Österreich ehrenamtlich tätig sind, wie viele Millionen Euro in Österreich jährlich gespendet werden, genügt wohl, um auch diese vom „Kurier“ gedruckte Aussage als eine unhaltbare …

Positiv könnte dieses Interview aber genannt werden, wenn es als Negativ-Beispiel Auftakt wäre zu der oben beschriebenen Serie. In der Art von, da gibt es einen, der kümmert sich nur um sich, der weiß nicht, was um ihn herum passiert, aber in den kommenden 365 Tagen wird täglich über Menschen, Initiativen, Projekte in Österreich berichtet werden, die sich nicht nur um sich selbst kümmern, und die auch wissen, was um sie herum passiert, und die auch Menschen vorschlagen können, die in der österreichischen Politik eine wichtige und entscheidende Rolle einnehmen könnten, weil sie den „Ehrgeiz“ haben, „etwas zu verändern“, ohne jedoch mit diesen von ihnen für die Politik vorgeschlagenen Personen persönlich befreundet zu sein oder diesen aus irgendwelchen Gründen zu persönlichem Dank verpflichtet sein zu müssen, oder sich von diesen von ihnen vorgeschlagenen für die persönliche Zukunft noch mehr …

„Bei den Neos finde ich vor allem Sepp Schellhorn spannend. Den würde ich gern als Minister erleben. Unkonventionell, extrem intelligent, und er hat den Ehrgeiz etwas zu verändern. Das ist die Einstellung, die in unserer Gesellschaft fehlt[.]“

Mit dieser Empfehlung von der Qualität der oben erwähnten Aussagen läßt der „Kurier“ den diesjährigen Sepp-Schellhorn-Stipendiat …

Beendet soll es mit dem Anfang des Interviews aber werden. Im Anfang des Interviews ging es dem „Kurier“ gleich um das wichtige Thema Bildungssystem. Etwas Negatives über das Bildungssystem durfte nicht fehlen. Und mit Thomas Glavinic hat der „Kurier“ dafür einen Berufenen …

„Mein Kind war für das Regelschulsystem offenbar ungeeignet. Wie sonst ist zu erklären, dass ein Kind, das seine Eltern häufig mit Büchern sieht und zudem eine nach Astrid Lindgren benannte Schule absolviert hat, nicht gerne liest? Da ist doch etwas schiefgelaufen.“

Was für ein  Zugang zum Bildungssystem, was für eine Vorstellung vom Bildungssystem, was für ein Wissen auch über das bestehende Bildungssystem … Das eigene Kind würde also nicht lesen, weil die Schule … Es mag schwer zu ertragen sein, erkennen zu müssen, daß das eigene Kind kein Interesse am Lesen hat, oder dem eigenen Kind zum Lesen die Eignung fehlt, oder dem Kind im frühesten Alter beim Sehen seiner eigenen Eltern mit Büchern schon klar geworden ist, das Kind also in jungen Jahren derart hellsichtig entscheidet, es möchte nicht so werden, wie seine eigenen Eltern …

Kurier Retweet Thomas Glavinic Interview

Ergänzung vom 16. August 2014: Andererseits. Ein Retweet des „Kurier“ nährt den Optimismus ein wenig. Ob dem auch eine Serie über veränderungsaktive Initiativen und Projekte folgen wird …

PS Es ist zu optimistisch, wenigstens ab dem Sommer 2015 in österreichischen Tageszeitungen oben beschriebene Serien lesen zu können, und kein Interviews mehr mit …

PPS Es muß im traditionellen Sommerloch nicht auch noch das Graben nach Sommerdummheiten zur Tradition … Es muß nicht alles zur Tradition verkommen. Im Grunde reichte der Sommer 2013 dafür vollauf bereits aus, um es, wer kann schon etwas dagegen haben, einmal probiert zu haben …

„Rückkehr zur sprachlichen Normalität“ – Offener Brief bloß für freiheitliche Gemein-Schaft recht gebrauchbar

Es müßte Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Eine Komödie in Fortsetzung um einen weiteren Aufzug ergänzt werden, um den noch nicht behandelten Aspekt, für wen ist dieser Brief der „Hausfrauen, Pensionisten, Tischler“ recht brauchbar geschrieben, zu besprechen.

Aber irgendwann muß Schluß sein.

Deshalb kommt es zu keiner Ergänzung mehr um einen zehnten Aufzug. Es reicht, diesen hier zu schreiben. Außerdem ist zu befürchten, es müßten noch viele Aufzüge hinzugefügt werden …

Brief der 800 - Parteipolitischer BriefDaß dieser Brief der 800 nicht an wen geschrieben ist, sondern für wen, hat sich nun doch schnell herausgestellt. Es ist ein Brief für die freiheitliche Gemein-Schaft. Es ist ein Brief ganz nach der Gesinnung der freiheitlichen Gemein-Schaft, und als solcher bloß für die FPÖ parteipolitisch nützlich und gebrauchbar. Denn politisch gibt dieser Brief nichts her.

Und wie dieser Brief für die freiheitliche Gemein-Schaft notwendig, brauchbar und gebrauchbar ist, davon erzählt der recht rasch eingebrachte Antrag der FPÖ im steiermärkischen Landtag. Damit endet eigentlich die Komödie. Von daher ist es auch stimmig, den zehnten Aufzug nicht mehr aufzunehmen …

NS Ganz ohne Heiterkeit ist auch das nicht. Wie in der Collage gelesen werden kann, schreibt die steiermärkische freiheitliche Gemein-Schaft, „mehr als die Hälfte unter den Unterzeichnern“ wären „Frauen“ gewesen, hingegen, wie in Heinz Mayer … gelesen werden kann, schreibt Andreas Unterberger davon, „300 Frauen“ hätten sich … 800 haben diesen Brief unterzeichnet. Nun, Andreas Unterberger ist nicht die zuverlässige Quelle. Oder es hat Andreas Unterberger auch mit dem Zählen seine rechte Müh‘ und Not. Es kann auch sein, daß Mandatare und Funktionärinnen der freiheitlichen Gemein-Schaft nicht nur größte Probleme in der Handhabung der deutschen Sprache haben, sondern auch größte Schwächen im Rechnen … Einerlei. Es zeigt bloß, jedwede freiheitliche Information muß auf Richtigkeit überprüft werden. Diesmal aber ist es richtig. Andreas Unterberger hat also seine … Allerdings ist anzumerken, unter den für diesen Brief Verantwortlichen ist lediglich eine Frau und vier Männer, die den Brief hauptunterzeichneten. Mitläuferinnen und Mitläufer gibt es für jedwede Sache, auch für Gesinnungssachen der freiheitlichen Gemein-Schaft …

NSS Eine Mitunterzeichnerin ist eine Heidemarie Unterreiner, freie Mitarbeiterin, Wien … Der Name ruft Erinnerungen wach an die ehemalige freiheitliche NR, zu deren Agenden u.a. Gleichbehandlung gehörte, über die einmal auch im Zusammenhang mit dem freiheitlichen Frauenbild geschrieben wurde: Pädagogik und Frauenbild der Freiheitlichen sind aus der Zeit der Kriegserziehung …

Frauenbild ist eigentlich nicht das rechte Wort. Es gibt von He.-Chr. Strache aufwärts ein Idealbild von der Frau: die stumme …

„Offener Brief zum Thema ‚Sprachliche Gleichbehandlung'“

Titelbild Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-SchreibungEs wurden die neun Aufzüge zwar einzeln in einer Serie bereits veröffentlicht. Um aber alle Aspekte zu diesem Thema, die in Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Eine Komödie in Fortsetzung angesprochen werden, auf einen Blick vor sich zu haben – dafür ist die Zusammenfassung in einer Datei gedacht, die mit einem Klick auf das Titelbild geöffnet werden kann; aber auch zum leichteren Ausdrucken und zur Weitergabe mit einem einzigen Klick  …

Aber es ist keine starre Zusammenfassung. Es wurde also nicht einfach stur ein Gesamttext von dem erstellt, was geschrieben wurde. Das eine und andere wurde einer Korrektur unterzogen, Ergänzungen wurden vorgenommen. So etwa wird nun zum ersten Mal in der Zusammenfassung der Name Arthur Brühlmeier erwähnt, einer der drei im Brief der 800 angeführten … „Sprachfeminismus in der Sackgasse“ veröffentlichte er in der „Deutschen Sprachwelt“. Arthur Brühlmeier hatte für seine „Sackgasse“ auch schon andere Titel, zum Beispiel: „Wider die Abschaffung des allgemeinen Menschen in der deutschen Sprache“ … Wen wird es dann noch verwundern können, daß dies – auch – eine Zeitschrift, deren Chefredakteur etwa …

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 9 der Komödie in Fortsetzung

Während des Schreibens der einzelnen Teile dieser Komödie in Fortsetzung wollte sich immer wieder die Idee aufdrängen, doch zu versuchen, das Sprachregelwerk aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren, und auch der Gedanke, in Österreich schreiben sich die Possen ohnehin von selbst, und, es wird nicht noch zusätzlich ein Sprachregelwerk, das eine Komödie …

Das Sprachregelwerk interessiert nicht. Es interessiert derart nicht, daß nicht einmal hinzugefügt werden kann: mehr. Es wurde vor Jahren oder schon vor Jahrzehnten irgendwo liegengelassen, einfach vergessen, vielleicht bereits mit seiner Fertigstellung. Weil möglicherweise das Wissen darum bereits genügte, ein Werk geschaffen zu haben, das – auch davor – bewahren wird, je der Binnen-I-Schreibung den Vorzug …

Dieses Werk aus dem Gedächtnis also noch einmal schreiben zu wollen, hieße bloß, der Angst nachzugeben, nicht genügend Werke vorweisen zu können. Aber wozu? Särge sind ohnehin nicht räumig genug, um zum Leichnam auch noch Dutzende von Werken …

Aber diese Angst, nicht genügend Werke geschaffen zu haben, gibt es nicht. Wie auch. Ohne Ich. Mehr noch. Auch ohne Nicht-Ich. Die Entwicklung ist weitergegangen. Das biologische Geschlecht, erzählt die Erinnerung, das vor Jahrzehnten in diesem Sprachregelwerk keine Berücksichtigung mehr fand, deren Entfernung aus der Sprache eine Regel war, um ganz zu einer Sprache zu kommen, die also ohne das biologische Geschlecht …

Es will nicht einmal mehr berichtet werden, was die Erinnerung über dieses Sprachregelwerk zu erzählen weiß. Wozu auch? Es soll schlicht vergessen bleiben. Auch deswegen, weil die Kritik an dem Sprachregelwerk nach wie vor berechtigt ist. Denn das Sprachregelwerk hätte eine Wirklichkeit vorgetäuscht, die es vor Jahrzehnten kaum gab, und die es heute nicht gänzlich gibt, wenn auch um einiges mehr als vor Jahrzehnten. Und dieses Sprachregelwerk wird sich von selbst schreiben, wird Wirklichkeit werden, wenn in der Wirklichkeit das Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau gänzlich nicht mehr besteht. Und bis dahin ist es gut, die holprige und humpelnde Binnen-I-Schreibung einzusetzen, denn diese mit ihrem großen I inmitten von Wörtern als Stopper und Stachel poltert lautstark von dem Ungleichgewicht …

Das dem Sprachregelwerk vorangestellte Motto aber, mit dem soll von der Bühne abgegangen, wurde nie vergessen. Es soll auf die Fahne der Gegenwart gesprüht werden, es soll die in die Fahne, unter der heute vorwiegend marschiert wird, eingewebten Losungen „Einfach. Bequem. Schlicht. Stillstand. Gefällig.“ überdecken: Die Regeln für den Gebrauch des Geschlechts in der Sprache müssen so kompliziert sein, wie die Verhältnisse zwischen Mann und Frau, wie die Romane von Frau und Mann es sind, um in der Sprache es authentisch ausdrücken zu können.

Die geforderte Kompliziertheit ist es, die verhinderte, das Motto je vergessen haben zu können … Wie schrecklich hingegen das Gerede von der Authentizität.

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 8 der Komödie in Fortsetzung

Die Komödie in Fortsetzung hätte mit Teil 7 enden können, aber eines ist an dem Brief der 800 doch derart auffällig, daß darüber nicht geschwiegen werden kann und vor allem nicht geschwiegen werden darf, weil diese Auffälligkeit der eigentliche Mittelpunkt jedweder Debatte sein muß.

Es ist die Auffälligkeit, die erschreckende und äußerst bedenkliche Auffälligkeit, wie viele aus dem Bildungsbereich diesen Brief mit unterzeichnet haben, wie viele Menschen, die unterrichten, diesen Brief mit unterzeichnet haben. Lehrer und Lehrerinnen u.a.m. von Volksschulen, Berufsschulen, Gymnasien, Universitäten … Diese Auffälligkeit kann nicht übergangen werden. Es stellen sich dazu besorgte Fragen ein. Was für ein dichtes Netzwerk besteht hier zwischen Bildungsbereich und den Verfassern und Verfasserinnen dieses Briefes, um derart viele aus dem pädagogischen Bereich für eine Mitunterzeichnung gewinnen zu können? Was sagt das über das vergangene und gegenwärtige Bildungsniveau in Österreich aus? Und vor allem, was bedeutet das für die Zukunft? Es verheißt, im schlimmsten Fall, nichts Gutes. Es verheißt, in einem weniger schlimmen Fall – und das wäre schon schlimm genug -, keine Verbesserung …

Der im Abschnitt 6 dieser Komödie in Fortsetzung bereits erwähnte Hauptunterzeichner Thomas Kubelik ist ein Gymnasiallehrer, der für sein im Selbstbezahlverlag verlegtes Buch „Genug gegendert“ von Mitunterzeichner Andreas Unterberger zum „Sprachexperten“ erhoben wird, der „in besonders brillanter …“

Nun, von Andreas Unterberger gerühmt zu … Eigentlich wollte Andreas Unterberger nicht mehr erwähnt werden, aber es ist in diesem Zusammenhang – es ist zu hoffen, zum letzten Mal – doch eine Ausnahme zu machen … Verantwortlich dafür sind die in diesem Brief angeführten Umfragen, nach denen „lehnen 85 – 90 % der Bevölkerung die gegenwärtige Praxis der Textgestaltung im öffentlichen Bereich ab.“ Natürlich werden keine Quellen für diese Umfragen genannt, und das erinnert an die unterbergersche Redlichkeit – auch – im Umgang mit Umfragen, wie nachgelesen werden kann …

Wie in der Collage zu lesen, wird Andreas Unterberger nicht müde, zu beweisen, wie redlich er … „800 Persönlichkeiten“, schreibt Andreas Unterberger, „insbesondere des akademischen Lebens haben sich jetzt öffentlich gegen den ‚Wildwuchs durch das sprachliche Gendern‘ gewandt.“ „800 Persönlichkeiten“, „darunter führende Philosophen, Juristen und Schauspieler Österreichs“, „300 Frauen […] genauso gegen die Diktatur der Genderisten wenden.“

Es ist eigentlich schön zu lesen, daß für Andreas Unterberger mitunterzeichnende „Hausfrauen“, „Pensionisten und Pensionistinnen“, „Studenten und Studentinnen“, „Angestellte“, „Tischler“ u.a.m. „Persönlichkeiten“ sind, er nicht zur sonst üblichen und gängigen Formulierung für diese Menschen griff und schrieb, zum Beispiel, auch viele aus der Bevölkerung haben diesen Brief … Weshalb alle für Andreas Unterberger zu „Persönlichkeiten“ werden mußten, ist offensichtlich, muß also nicht besonders ausgeführt werden. Das hat Gewicht. Das ist Propaganda, die weiß, es wird nicht nachgesehen, wer die „Persönlichkeiten“ – das ist unterbergersche Redlichkeit, so funktioniert aber auch journalistische Schreibe  …

Und die Propaganda funktioniert.

Wie viele Medien in Österreich – wer kann diese noch zählen – schreiben im Zusammenhang mit diesem Brief, 800 Sprachkritiker … In Österreich sind also Pensionisten, Studentinnen, Hausfrauen u.a.m. Sprachkritiker – und alle so brillant wie Hauptunterzeichner Thomas Kubelik, dessen Selbstbezahlbuch leicht beschrieben werden kann. Es ist ein Buch, in das alles hineingestopft wurde, was nur hineingestopft werden kann, alles wird vermischt; ein Auszug als Beispiel wurde in die Collage aufgenommen. Autoren und Autorinnen der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie pflegen mit Vorliebe diesen Stil der inhaltlichen Unkonzentriertheit, der Überwucherung, der Vermischung …

Es wird nicht gewußt, wer diesen Brief tatsächlich schrieb. Möglicherweise haben alle, die das Schreiben hauptunterzeichneten, Formulierungen beigesteuert, und vielleicht hat der unterbergerische Sprachexperte das Satz-Beispiel geliefert, der gleich auf der ersten Seite des Briefes steht:

„Die Verpflichtung zur generellen getrenntgeschlechtlichen Formulierung führt darüber hinaus dazu, dass manche Aussagen nun schlichtweg nicht mehr ‚politisch korrekt‘ formulierbar sind, z. B. Sätze wie ‚Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer‘. Das Beispiel zeigt klar auf: Die verordneten Vorschriften widersprechen zum Teil den Grundregeln unserer Sprache.“

Brief der 800 unterbergerischen Persönlichkeiten

Brief der 800 unterbergerschen „Persönlichkeiten“

Wie leicht dieser Beispiel-Satz anders formuliert werden kann: Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen. Wer es genauer sagen will, könnte schreiben: Im Gegensatz zu Männern sind Frauen eben doch die besseren Zuhörerinnen. Oder: Im Vergleich mit Männern sind Frauen eben doch die besseren Zuhörerinnen. Oder: Frauen können eben doch besser zuhören als Männer. Kurz, klar, verständlich, lesbar … Im Grunde sogar klarer, eindeutiger, unaufwendiger, denn der Satz „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer“ läßt offen, im Vergleich zu wem sind „Frauen die besseren Zuhörer“. Es wird von den Lesenden verlangt, den Vergleich selbst herzustellen zu müssen. Mit diesen Satz-Varianten wird aber ganz und gar nicht an eine „politisch korrekte“ Schreibweise gedacht, sondern nur daran, wie kann eine Information klar, verständlich, unmißverständlich formuliert werden.

„Führende Philosophen“ … Das kann und darf und wird von diesem Brief der 800 bleiben – wer hinkünftig nach der Profession von dem Mitunterzeichner Konrad Paul Liessmann frägt, soll zur Antwort bekommen:

Konrad Paul Liessmann, pensionierter Student.

Wer mag, kann auch andere Berufsbezeichnungen von Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichner, die für Andreas Unterberger „Persönlichkeiten“ und für so viele Medien „Sprachkritiker“ sind, für ihn, auch ihn …

Fortsetzung folgt.

Heinz Mayer bestätigt die Notwendigkeit der Binnen-I-Schreibung – Teil 7 der Komödie in Fortsetzung

Wie das im sechsten Teil der Komödie in Fortsetzung angesprochene Gutachten von Heinz Mayer zeigt, kann nicht gesagt werden, Heinz Mayer weiß nicht, wie Schriften einzuordnen sind, wie einschlägig bekannte Organisationen und Medien zu bewerten sind …

Der Brief der 800 hat bereits in seinem ersten Absatz ein Signalwort: „Revision“ …

Revision … Einen, vor allem einen, der sich sogar als Gutachter mit gewissen Schriften auseinandersetzte, hätte die Verwendung des Begriffes Revision bereits stutzig werden lassen müssen, mehr noch, vor allem im Hinblick darauf, von wem dieser Brief auch hauptunterzeichnet wurde … Der Begriff Revision schon im ersten Absatz ist das Bekenntnis von jenen, die diesen Brief schrieben, zu welcher Gesinnung, zu welcher Schollenanschauung sie sich bekennen …

Der Begriff Revision verrät bereits, erklärt vollständig, zu welcher „Normalität“, die gleich nicht von ungefähr im nächsten Satz angesprochen wird, zurückgekehrt …

Heinz Mayer scheint vor lauter differenzieren das Gesamte nicht mehr fassen zu können.

Denn.

Zum Vergleich Kubelik und Kashofer

Welchen Schluß zöge Heinz Mayer wohl in einem Gutachten über Aussagen von Gender Mainstreaming im Vergleich von „erfolgreicher Feldzug“ (Thomas Kubelik) und „Zweiter Weltkrieg mit effektiveren Waffen“ (Brigitte Kashofer)?

Dieser revisionistische Brief darf nicht isoliert werden betrachtet werden. Der Brief für sich allein genommen, könnte durchaus dazu verleiten, diesen mit zu unterzeichnen, aber, zusätzlich zum dem bereits Gesagten, nur dann, wenn noch nie etwas von jenen gehört und gelesen wurde, die für dieses Schreiben hauptverantwortlich sind, aber nur dann, wenn nicht, wenn tatsächlich nicht gewußt wird, was mit deren Auftreten gegen die Binnen-I-Schreibung es tatsächlich auf sich hat. Es ist ganz und gar nicht die Sorge um die Lesbarkeit der Sprache. Es ist nicht Sprachkritik.

Es ist Gesinnungspropaganda.

Es geht um mehr als um die bloße Binnen-I-Schreibung. Die geforderte Abschaffung der Binnen-I-Schreibung ist nur Teil eines Gesamtprogramms, ist ihnen nur eine weitere Möglichkeit, die genutzt wird, um breiteste mediale und öffentliche Aufmerksamkeit für ihre Gesinnung zu bekommen, und vor allem, ihre Schollenanschauung weiter breit in der Gesellschaft zu verankern, Unterstützer und Unterstützerinnen zu finden, die nicht ihrem Lager zugeordnet werden, die also, wie es von der Nationalismus- und Revisionismus-Industrie bevorzugt formuliert wird, von „Unverdächtigen“ vertreten wird. Diese „Unverdächtigen“ sind ihnen hilfreiche Marionetten, um ihre Gesinnung breitest in die Gesellschaft zu befördern. Die Gesellschaft nach ihrer Schollenanschauung …

Es geht nicht um die Binnen-I-Schreibung. Es geht um alles. Es geht, das ist nicht zu hoch gegriffen, um die Demokratie. Exemplarisch dafür ist der Mitunterzeichner Wolfgang Caspart zu nennen, über dessen Vorstellungen zum Umbau der bestehenden Demokratie in „Freiheitlicher Traum von einem elitären Reich“ bereits geschrieben wurde.

Es wäre durchaus interessant, von Mitunterzeichner Heinz Mayer ein Gutachten beispielsweise über den Mitunterzeichner Wolfgang-„Gender-Mainstreaming-Perversionen“- Caspart zu lesen, zu welchen Schlüssen er wohl kommen würde …

Heinz Mayer bestätigt Gender Mainstreaming - Eine Komödie

Fortsetzung folgt.

Für ein derartiges Gutachten fände Heinz Mayer genügend Material, auch unter:

Auf dem WKR-Ball bloß die feine Gesellschaft mit ihren Programmen aus ihrem Geist …