„Was ist dein Lieblingsauto?“

Bruder, ich bin 2015 konvertiert. Etwas Kuriosa. Ich hatte eigentlich nichts mit Religion zu tun. Wenn du mich gefragt hättest, ich hätte gesagt, ich bin Christ. Aber ich wurde nicht einmal getauft, weißt du. Weil du mußt dann den Leuten erklären, du glaubst an nix, ist unangenehm. War auch nicht wirklich religiös gewesen. Das hat mich nicht interessiert. Und dann hatte ich in meiner Klasse einen Bruder gehabt. Er hat schon damals gebetet, Bruder, achte, neunte Klasse. Ich war für ihn so Schmiere, weißt du, hatte immer so Security für ihn gemacht, so, und ja, er hat mich dann so Stück für Stück an das Thema näher gebracht. Und ich kann mich erinnern, das war so in der elften Klasse, da waren wir wieder zusammen. Da sind wir nachts gegangen, Bruder, und da hat er mir so eine Frage gestellt, er meinte, Bruder, was ist dein Lieblingsauto. Mercedes, meinte ich. Da meint der Bruder, wenn ich dich jetzt frage, von wo kommt der Mercedes, und wenn du mich das fragt, und ich sage, der war immer schon da. Bruder, wie kommst du da drauf. Wir haben immer so entspannt geredet. Da sagt er voll ernste Sachen. Bruder, aber in meinem Kopf habe ich gemerkt, er hat recht, ein Auto kann nicht einfach von so kommen, aus dem Nichts. Und da hat es angefangen, daß ich zum ersten Mal wirklich überlegt habe, Bruder, warte mal, vielleicht ist das ganze Universum, verstehst du, so hat das alles angefangen, seinen Verlauf genommen, und dann hat er mich ein bisschen zum Islam geführt, mein Bruder, dann bin ich konvertiert, Bruder.

So hat es also für Bruder Joe begonnen, erzählt von sich Adade R. Boating in einem Interview mit „Botschaft des Islam“, im Juli ’23, im Anfang war die Frage nach dem „Lieblingsauto“ — ein „Mercedes“

wenn im Anfang statt dem Wort Gott mit den vielen, vielen Namen, einer davon auch Allah, das Auto vor dem Haus plötzlich gestanden wäre, dem Menschen das Auto das ganze Universum, das Universum des Menschen ein ganzes Auto, und weil ein Universum nicht einfach so kommen kann, aus dem Nichts ohne Geld, das muß geschaffen werden, das Auto aber, das einfach so kommen kann, aus dem Nichts, muß menschgemäß das ganze Universum geschaffen haben, Haus, Mercedes, Garage

wenn im Anfang Auto gewesen wäre, wie segensreich hätte es mit Auto seit Anbeginn der Menschenwelt für die Menschen sich entwickeln können, und wenn bedacht wird, was aus dem und im Universum des Menschen geworden ist, seit Auto existiert, verbietet es sich zu spekulieren, ob es mit Auto im Anfang segensreicher als mit Gott im Anfang geworden wäre, auch mit Auto ist es nicht —

Eines wäre wohl anders verlaufen, philosophisch, also nicht so dramatisch, nicht so pathetisch, lautes Gelächter hätte sofort hörlich jedwede Rezitation übertönt, keine weitere Lesung wäre je mehr angesetzt worden —

Habt ihr nicht von jenem tollen Menschen gehört, der am hellen Vormittage eine Laterne anzündete, auf den Markt lief und unaufhörlich schrie: „Ich suche Auto! Ich suche Auto!“ – Da dort gerade viele von Denen zusammenstanden […] so erregte er ein großes Gelächter. Ist es denn verloren gegangen? Sagte der Eine. Hat es sich verlaufen wie ein Kind? Sagte der Andere. Oder hält es sich versteckt? Fürchtet es sich vor uns? Ist es zu Schiff gegangen? Ausgewandert? – so schrien und lachten sie durcheinander. Der tolle Mensch sprang mitten unter sie und durchbohrte sie mit seinen Blicken. „Wohin ist Auto? Rief er […] Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet werden? Hören wir noch Nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Auto begraben? Riechen wir noch Nichts von der autlichen Verwesung? – auch Autos verwesen! Auto ist tot! Auto bleibt tot! Und wir haben es getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet, – wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? Welche Sühnfeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen? Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns? Müssen wir nicht selber zu Autos werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? Es gab nie eine größere Tat, – und wer nur immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!“ – Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. „Ich komme zu früh […]

Man erzählt noch, dass der tolle Mensch des selbigen Tages in verschiedene Werkstätten eingedrungen sei und darin seinen Elektrobohrer […] Hinausgeführt und zur Rede gesetzt, habe er immer nur dies entgegnet: „Was sind denn diese Garagen noch […]“

Eine kurze Nachricht in einem Amtsblatt für Insolvenzen hätte bei weitem ausgereicht, unaufgeregt, sachlich: Heute habe Auto am hiesigen Handelsgericht den Konkurs angemeldet, eine Masseverwaltung, gab Mercedes, Unternehmensleitung von Auto, in einer eilig einberufenen Pressekonferenz mit Verweis auf das Konkursgericht bekannt, werde, da keinerlei Vermögen zur Befriedigung der Gläubigen vorhanden ist, nicht bestellt.

In Zusammenhang mit Religionen gibt es keinen Rassismus

Wenn Menschen für ihre Organisierten Glauben demonstrieren, und es vor allem Männer sind, die für ihren Organisierten Glauben auf die Straße gehen, Frauen weit abseits von ihnen zu stehen haben, mit Sprüchen wie „Schluß mit Wertediktatur“, dann kann ihnen, vor allem den Männern, nur uneingeschränkt zugestimmt werden, es muß endlich Schluß sein mit ihren vor allem in ihren Familienverbänden verbissen diktierten Werten, denen sie anhängen, endlich Schluß sein mit ihrer glaubensgetriebenen Diktatur, die Männer in ihren Familien gegen ihre eigenen Angehörigen ausüben, es muß endlich Schluß sein, mit ihren glaubensgetriebenen Werten, die sie, vor allem die Männer, vor allem gegen Frauen diktatorisch einsetzen, vor allem gegen Frauen, die ihre Mütter, ihre Schwestern, ihre Tanten, ihre Großmütter, ihre Freundinnen, ihre Mitschülerinnen, ihre Arbeitskolleginnen usw., aber auch gegen Frauen, die sie nicht kennen und dennoch meinen, diesen ihnen gänzlich unbekannten Frauen ihre glaubensverblendeten Werte diktieren zu …

Ein solches Diktat gegen Frauen fordert es, wieder einmal, heraus, zu fragen, was wäre aus ihrem alllmächtigen Propheten, von dem es heißt, er konnte weder lesen noch schreiben, geworden, hätte nicht eine Frau sich seiner angenommen, ihn nicht geheiratet?

Wie besessen, auch das wurde schon erzählt, müssen seine ihm im 21. Jahrhundert nacheifernden Eiferer sein, daß Frauen sich verhüllen müssen?

Die diktierte Verhüllung nichts anderes als ein Code de sexe

Und wenn nun auf der Straße, in einem demokratischen Staat, Tafeln „Kalifat ist die Lösung“ geschwenkt werden, wie am letzten Samstag im April ’24, fällt sofort „V 13“ ein, die Gerichtsreportage von Emmanuel Carrère, in der über die Ausrufung des Kalifats durch Abu Mohamed al-Adnani

Staaten, beispielsweise Iran,

Afghanistan,

Vereinigte Arabische Emirate,

Saudi-Arabien

sind für Menschen bitterste Orte, die belegen, daß es keine Phobie, keine Hetze, keine Feindschaft gegen einen diesen Organisierten Glauben, sondern es gegen Menschen regierte Orte sind, in denen das menschgemäße Wehren gegen glaubensbesessene Diktate von Werten, gegen glaubensverblendete Wertediktaturen lebensnotwendig ist, und in demokratischen Staaten kann es, wie es beispielsweise vor allem Männer gegen das für alle Menschen unabhängig von ihren Orientierungen und Weltanschauungen verbriefte demokratische Recht propagandieren, in Zusammenhang mit Organisierten Glauben keine Phobie, keine Feindlichkeit, keine Hetze geben, in demokratischen Staates gibt es und kann es ausschließlich nur eines geben,

kritische Diskurse mit Organisierten Glauben,

kritisches Aufzeigen, was beispielsweise vor allem Männer wie Vogel umtreibt,

was aus jenen wird, die beispielsweise der Propaganda eines Kalifats erlegen,

was aus jenen geworden, die beispielsweise der Propaganda eines Kalifats …

In Zusammenhang mit Religionen gibt es keinen Rassismus. Wer dennoch Kritik an Organisierten Glauben als Rassismus hinzustellen versucht, mißversteht Rassismus vollkommen.

ФПО – „Я опубликовал(-а) новое фото на“

Bei uns kein Moskau Bodenküsser, kein bekennender Marxist und […] Vilimsky: FPÖ hat null Kontakte zum Putin-Regime

So Harald Vilimsky am 25. April ’24 auf der Konzernplattform X, sich selbst zitierend, treffender, sich selbst wieder einmal fotographierend, diesmal mit einer Tastatur.

Harald Vilimsky fotographiert damit durchaus die Wahrheit, genauer, was die „Bodenküsser“ und „bekennende Marxisten“ angeht,

es kann ihm das geglaubt werden, daß „bei uns kein Moskau Bodenküsser, kein bekennender Marxist“,

gefallen doch dem gesinnungsgemäßen Patrioten mehr

die bodentiefen Knicke und

gesinnungsgemäß der Patriotismus, ein „Marxist“ müßte schon bodentief zum „Patrioten“ sich knicken lassen um des Patrioten Gunst, die er nach Moskau reisenden und darüber derart glücklichen Patriotinnen, daß sie vor lauter patriotischer Gesinnungsgunst nur noch sich selbst abzulichten imstande, zu Moskau-Selfier

Die Männer sind älter geworden, trauen sich zu weite Reisen wohl nicht mehr so zu, ihr Vertrauen in ihre Kraft schwindend, aber mit Zuversicht, gerade bis nach Budapest zum alten Mann noch zu kommen, wie nu im April ’24,

einer von ihnen aber trotzt in Eis und Schnee dem Alter, will im Mai desselben Jahres weiter auf großer Reise sein,

in Bayern sich wieder betätigen, über die dann ein Andreas Winhart wohl wieder „Neues aus dem bayrischen Landtag“ —

und dann gibt es noch einen, der scheint sich gar keine Reisen zuzutrauen, höchstens bis Linz scheint ihm seine Kraft zu reichen, und während

der Sich-selbst-Fotographierende und der fuchtelnde

Knickerträger eine „Festung Europa“ zu mörteln sich zutrauen,

traut sich der kleine Gebirgsjäger nur zu, eine kleine, eine ganz, ganz kleine „Festung …“

Willkommen Favoriten

Willkommen, meine Damen und Herren, beim öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag, der uns heute wieder nicht nachsagen kann, daß wir ihm nicht mit allem verfügbaren Glanz die Reverenz erweisen.

Das Glück des Heinz Sichrovsky, daß ein Auftrag, auch als Kulturauftrag, nicht sprechen kann. So bleibt es bewiesen, auch an diesem Dienstag, 23. April 2024, daß er wieder glänzen wird, wie ein neuer Schilling, der keine Goldmünze, sondern ein Papierschein. Und mit allem verfügbaren Glanz glänzt er in seinem Gespräch mit Dirk Stermann zu seinem Buch über die oder mit der „renommierten jüdischen Psychoanalytikerin“, das er, Dirk Stermann, geschrieben oder, wie es Heinz Sichrovsky sagt, „aufgezeichnet“ —

Bevor aber das Glänzende von Heinz Sichrovsky erzählt wird, zitiert wird in seinem mit allem verfügbaren Glanz, ein Zitat von derselben Nacht, aus dem Radio des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich, aus der Sendung „Radiokolleg“, im Teil „Auf den Anfang kommt es an“, in dem es, einfach wie kurz gesagt, um das Klima

Jeder möchte die Welt verbessern, und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.

Mit der Weisheit des Karl Heinrich Waggerl wird der Beitrag über die „Doyenne der österreichischen Klimawissenschaft“ eingeleitet. Aufmerkenswert daran ist nicht, daß Karl Heinrich Waggerl zitiert wird, sondern wie präsent dieser nach wie vor ist,

daß eine derartige Binsenweisheit je zum Glänzen je noch gebracht werden könne, wenn diese mit dem Namen Karl Heinrich Waggerl bloß … Ist dies die Weltverbesserung, die jede könnte, finge sie nur wollend bei sich selber an? In welches Ende führte der Anfang der Weltverbesserung, mit der Karl Heinrich Waggerl wollend bei sich selber anfing und heutzutage jene bei sich selber wollend anfangen, für die Karl Heinrich Waggerl ein „begnadeter Volks“kanzeldichter —

Und nun mit aller verfügbaren Reverenz der Glanz des Heinz Sichrovsky:

Aber er versteht auch, wenn es ernst wird auf der Welt und bei uns, zum Beispiel jetzt […] Dieses Buch ungefähr zeitgleich mit dem Überfall der Hamas auf Israel erschienen. Schrecklich, göh, daß es schon wieder im Oktober war und diese Qual sich endlos weiter fortsetzt. Äh, wäre das Buch anders verlaufen, wenn das bereits stattgefunden hätte, dieses Verbrechen? [Dirk Stermann: Ich vermute, ja. Ich vermute, es wäre schwerer geworden (…) wenn ich es später geschrieben hätte, wäre das Thema, glaube ich, viel größer noch geworden, das Hamas-Thema und das Israel-Thema (…)] Jetzt muß diese Frau erleben, daß der Antisemitismus hochkocht. Eines war sicher, es wird zu keiner Shoah mehr kommen. Da waren wir uns alle sicher. Es kam zu einer Shoah, und die wird prolongiert jetzt, und zwar von links, von rechts, von Migranten, von allen […]

Es werde, sagt Heinz Sichrovsky, zu keiner „Shoah“ mehr kommen, da wären, sagt Sichrovsky, „wir uns alle sicher“ gewesen, und, sagt H. S., „es kam zu einer Shoah und“, sagt S., „die wird prolongiert jetzt“ —

Die von einem Österreicher befehligte staatlich-industrielle Massenvernichtung mit dem mörderischen Verbrechen der abscheulichsten und der grausamsten Art einer Terrorgruppe gleichzusetzen,

eine Terrorgruppe,

diese Terrorgruppe zur Bedeutung eines Regimes mit staatlich durchorganisierten Massenverbrechen, begangen von Abertausenden von Staatsbürgern, ergeben und gläubig gestützt von Millionen von Staatsbürgerinnen über Jahre,

zur Gleichwertigkeit eines Regimes, das einen gesamten Staat in den totalen Dienst des Massenmordens stellte, hochzureden,

belegt wieder einmal die Notwendigkeit der Bildung, und wenn

diese Terrorgruppe je von Heinz Sichrovsky etwas hören sollte, was er mit allem verfügbaren Wissen weiß und auch zu ihr weiß, sie würde sich wohlig geschmeichelt fühlen, sich stolz zurücklehnen in der Zufriedenheit, endlich einer, der weiß, endlich einer, der sie bildungsbeflissen geschichtlich einzuordnen versteht, und dann erleichtert, vielleicht, deklamiert: Das ist der Zauber der Bildung!

„Der Tag des Opritschniks“

Vorher nehme ich schnell einen tiefen Zug der guten Toboler Luft. Hier ist es noch kälter als in Orenburg: zweiundreißig Grad minus. So viel zur globalen Erderwärmung, von der sie im Ausland faseln. In Russland hat es noch richtig Frost und Schnee, meine Herren, da könnt ihr sicher sein.

Als Gerald Grosz noch etwas war, also „BZÖ-Chef“, somit „Chef“ einer vom Vater der Ulrike Haider gegründeten Partei, die ihre Kandidatur im Rahmen der EU-Wahl im April vor zehn Jahren zurückzog, als Gerald Grosz noch etwas war, also „Chef“ einer untergegangenen Partei, die zehn Jahre nach diesem töchterlichen Verzicht, so das Gerücht, doch noch existieren soll, als Kleinstpartei, irgendwo in Kärnten allein, als Gerald Grosz noch etwas war, also „Chef“ einer außerhalb von Kärnten aufgelösten Partei, gab er im April vor zehn Jahren eine Presseaussendung heraus, mit der er sich auf George Orwell bezog. Zehn Jahre später, im April ’24, ist er, Gerald Grosz, nichts mehr, also kein „Chef“, zehn Jahre später ist er ein Zwetschkenbrocker auf der fellnerischen Birnenplantage

Und als ob das an Satire vor zehn Jahren nicht genug gewesen wäre, versucht er sich weiter in Satire als fellnerischer Zwetschkenbrockender, wie wieder einmal heute am 23. April ’24, wenn er sich an die klimafühlige Wetterweisheit seiner Großmutter erinnert, einen Menschen zu einem „Unwesen“ … Und dazu fällt unweigerlich die Satire von Vladimir Sorokin aus dem Jahr 2006 ein: „Der Tag des Opritschnik“, in der zu lesen ist:

Vorher nehme ich schnell einen tiefen Zug der guten Toboler Luft. Hier ist es noch kälter als in Orenburg: zweiundreißig Grad minus. So viel zur globalen Erderwärmung, von der sie im Ausland faseln. In Russland hat es noch richtig Frost und Schnee, meine Herren, da könnt ihr sicher sein.

Als Zwetschkenbrocker hegt Gerald Grosz eine nach seiner Herzenswärme mögliche liebevolle Sicht auf das Geschehen in der Wirklichkeit, und wäre er, Gerald Grosz, noch etwas, also „Chef“, dann hätte wohl er diesen Brief nach Moskau der Kleinstpartei unterschrieben, der am 23. April ’24 auf der Website der allein irgendwo in Kärnten noch eine Internetseite betreibenden Partei zu lesen ist:

Liebes russisches Volk, sehr geehrter Herr Präsident Putin:
Seien Sie sich gewiß, daß es in Europa viele gebildete und kulturliebende Menschen gibt, die den von den USA und von der EU betriebenen Wahnsinn nicht gut heißen und die an einem Ausgleich der russischen und europäischen Interessen interessiert sind.

Mehr wird von der Kleinstpartei, deren „Chef“ einmal Gerald Grosz war, von dem Brief nicht zitiert. Vielleicht ist das aber auch schon der ganze Brief, gemessen an den beschränkten Möglichkeiten einer Kleinstpartei nahezu einer langer Brief

Die Satire von Vladimir Sorokin aus 2006 über einen Mann, dem die Kleinstpartei irgendwo in Kärnten allein und ihr einstiger „Chef“ zugetan, erzählt vom

Russland im Jahr 2027. Das Land hat sich vom Westen abgeschottet und mit einer „Großen Russischen Mauer“ umgeben. China ist der wichtigste Handelspartner, und die reichen Öl- und Gasreserven sichern die Macht des Alleinherrschers, des „Gossudaren“. Und wie einst Iwan den Schrecklichen umgibt ihn eine Leibgarde, die „Opritschniki“, die diesen Machtanspruch gegen jeden Widerstand durchsetzt. Sorokins Romanvision aus dem Jahr 2006 ist eine schmerzhafte Satire, eine negative Utopie im Sinne von Huxley, Orwell und Burgess. Und das Erschreckende daran ist, dass sie — mit Blick auf das heutige Russland – so überaus realistisch erscheint.

Nu

In der SPÖ dominiert zwar eine pro-israelische Haltung, dennoch fallen Gruppierungen mit antisemitischen Standpunkten, getarnt als Israelkritik, auf. Gibt es in Diskussionen, um Antisemitismus in den eigenen Reihen vorzubeugen?“

So steht es im Interview im Magazin „nu“, Nr. 95 (1/2024), das Danielle Spera mit Andreas Babler führte … Andreas Babler ist so freundlich, und er antwortet ihr darauf unmißverständlich und klar.

Die Frage von Danielle Spera unmittelbar davor lautet:

Welche dieser Maßnahmen sollten bei einer möglichen Regierungsbeteiligung […]

Und ihre letzte Frage, die sie in diesem „Dossier: Wahlen“ Andreas Babler stellt, ist:

Würden Sie als Zeichen der Solidarität die israelische Fahne auf dem Bundeskanzleramt hissen?

Eine Frage, die Flaggenfrage offensichtlich die wichtigste Frage für „nu“, die Karin Kraml dem „Bundeskanzler“ stellt, die Mark E. Napadenski Beate Meinl-Reisinger stellt, die Rainer Nowak aber nicht Karl Nehammer stellt, die Nathan Spasić Werner Kogler auch nicht stellt; vermutlich, weil unter ihrem Bundeskanzler, einfach wie kurz gesagt, das Bundeskanzleramt bereits mit der „israelischen Fahne“ beflaggt war, und es sich soher erübrigt, Karl Nehammer und Werner Kogler danach zu fragen, ist doch, wie von einem aus Wien vertriebenen Menschen geschrieben wurde, der heißeste Wunsch der Menschheit: etwas zweimal tun zu dürfen,

Danielle Spera zu Andreas Babler: „bei einer möglichen Regierungsbeteiligung“, Mark E. Napadenski zu Beate Meinl-Reisinger: „falls Neos der nächsten Regierung angehört“, Nathan Spasić zu Werner Kogler: „bei einer erneuten Regierungsbeteiligung“, für Rainer Nowak scheint es sich erübrigt zu haben, Karl Nehammer zu sagen: „bei einer möglichen Regierungsbeteiligung“ oder „falls die ÖVP der nächsten Regierung angehört“; für „nu“ hat Karin Kraml die Antwort, wer „Bundeskanzler“ ganz ohne mögliche, ganz ohne falls, ganz ohne bei, und dieser „Bundeskanzler“ wird das Bundeskanzleramt beflaggen, je nicht mit der „israelischen Fahne“ …

„Bundeskanzler“ wurde von Karin Kraml befragt, „wie definieren Sie Antisemitismus“.

Und damit, nu, hat Karin Kraml recht getan, den zu befragen, dessen Partei Antisemitismus recht zu definieren weiß, mehr noch, einen Namen mit eingeführt hat, daß kein Mensch fortan sagen kann, in deren Reihen muß Antisemitismus

Nathan Spasić fragt Werner Kogler: „Waren Sie schon einmal in Israel?“ Und Werner Kogler antwortet: „Nein, aber hoffentlich in nächster Zukunft einmal.“

„Nein“ antwortet „Bundeskanzler“ auf die Frage von Karin Kraml, ob er „persönlich in Israel“ war, und auf ihr nachgereichtes „Warum“ antwortet „Bundeskanzler“:

Es hat sich während meiner politischen Tätigkeit, auch als Innenminister, einfach nicht ergeben, und privat bin ich vor allem innerhalb Österreichs in den Bergen unterwegs. Ich schließe aber nicht aus, dass ich einmal in der Pension Israel einen Besuch abstatte […]

Das wird die Menschen in Israel aber freuen, wenn nach Israel zu Besuch einmal nicht ein aktiver, sondern ein pensionierter —

… schließe aber nicht aus, in seiner Pension Israel einmal einen Besuch abzustatten

In der aktuellen Ausgabe des Magazins „nu“, Nr. 95 (1/2024), als „Dossier: Wahlen“ interviewt Karin Kraml einen Mann, den sie nicht fragt, würde er, wenn er je Bundeskanzler werden würde, sondern sie fragt ihn, „würden Sie als Bundeskanzler“ …

Karin Kraml, nu: Würden Sie als Bundeskanzler als Zeichen der Solidarität […]

Und auf eine entsprechende Frage von ihr schließt er als „Bundeskanzler“ aus, Israel einen Besuch abzustatten, aber wenn er dereinst in „Pension“ sein wird, dann schließe er Israel aus einem Besuch nicht mehr aus

Karin Kraml, nu: Waren Sie persönlich schon in Israel?
„Bundeskanzler“: Nein
Karin Kraml, nu: Warum?
„Bundeskanzler“: Es hat sich während meiner politischen Tätigkeit, auch als Innenminister, einfach nicht ergeben, und privat bin ich vor allem innerhalb Österreichs in den Bergen unterwegs. Ich schließe aber nicht aus, dass ich einmal in der Pension Israel einen Besuch abstatte, was durchaus auch mit dem Interesse für bedeutsame Orte der jüdisch-christlichen Geschichte zusammenhängt.

Diese „nu“-Ausgabe ist wahrlich ein Dossier, aus dem recht viel mehr noch Gehaltvolles zu erfahren ist, und das überrascht nicht, schon bei einem kurzen Blick auf das „ständige Redaktionsteam“,

ein Magazin, einfach wie kurz wiederholt, aus dem derart Gehaltvolles zu erfahren ist,

wie eben über die Nichtreisepläne eines nicht pensionierten Mannes bis zu seinen nicht ausschließenden Reiseplänen in seiner Pension, der jetzt oder (aus dem Niederländischen übersetzt) nu aber

bloß ein Kandidat unter vielen ist, der mit „Lichtgestalten“

in die Berge aufbricht, die „Bewunderer“ der „Israelen“,

daß diesem Kapitel noch weitere …

Fpödienst

Früher einmal hieß es, es heißt immer noch, einen Bärendienst erweisen; eine Redewendung die zurückgeht u. a. auch auf die Fabel „Der Bär und der Gartenfreund“, die mit der Einsicht endet:

Nichts bringt so viel Gefahr uns als ein dummer Freund;
Weit besser ist ein kluger Feind

Ob die „investigative Biographie“ von Gernot Bauer und Robert Treichler ein Bärendienst ist, den sie erwiesen …

Mit Bestimmtheit einen Fpödienst.

Und das nicht nur wegen des nun von ihnen eingestandenen Fehlers, falsche Namen der Großeltern anzugeben, und mehr gestehen sie bis jetzt nicht ein, wie gelesen werden kann, obgleich das Enkelkind mehr Falsches im Zusammenhang mit seinen Großeltern anführt.

Diesen Fpödienst aber gibt es in Österreich schon lange, zu lange, einfach wie kurz gesagt, nicht erst seit den Nächten des ersten Kommandanten des Enkelkinds

es könnte beim Fpödienst geradezu vom ersten Paragraphen einer österreichischen Leitkultur … Und nun, in diesem April ’24, reihen sich Gernot Bauer und Robert Treichler ein, Fpödienst zu machen.

Sie machen es dem Enkelkind leicht, wieder wird einem gesinnungsgemäßen Enkelkind es zu leicht gemacht, ihm gedient, ihre „investigative Biographie“ zum Nichtlesenswerten zu erklären und sich dabei selbst generös, erhaben, im Besitz der Fakten darzustellen, zu bestätigen, daß nicht es, das Enkelkind, Falsches verbreitet, sondern …

Es ist eine „Biographie“, auf die nun aufmerksam geworden durch das zum Teil eingestandene Falsche in dieser, die es nicht wert erscheint, je in einer Buchhandlung in ihr zu blättern, denn die nun gelesene Ankündigung auf der Website des Verlages reicht aus, weder in ihr zu blättern noch je zu kaufen.

Fast drei Jahrzehnte war Herbert Kickl der Mann im Schatten: derjenige, der für Jörg Haider die Reden schrieb; derjenige, dessen (heftig umstrittene) Slogans Heinz-Christian Strache zum Vizekanzler der Republik Österreich machten; der einzige Minister seit 1945, der aus seinem Amt entlassen wurde.
Einst standen Kickls rhetorische Radikalität, die scharfe Argumentation und Agitation seiner Karriere im Weg, jetzt entsprechen diese Eigenschaften einem Zeitgeist, der die liberale Demokratie nicht nur in Österreich, sondern im Verbund mit Alice Weidel, Viktor Orbán, Marine Le Pen und anderen Rechtspopulisten auch in ganz Europa abschaffen will. Gernot Bauer und Robert Treichler haben sich auf Spurensuche begeben und liefern eine neue Sicht auf einen asketischen Ideologen, einen wankelmütigen Volkstribun – und einen brandgefährlichen Politiker.

Slogans machen keinen Menschen zum Vizekanzler. Wenn Slogans Menschen zu Vizekanzler machen könnten, dann wäre schon des Enkelkinds erster Kommandant Vizekanzler geworden. Und der ist es trotz der Slogans des Enkelkinds nicht geworden. Von wem dieser zweite Kommandant zum Vizekanzler gemacht wurde, ist bekannt, und fleißig mit dabei im Fpödienst …

Es ist die Biographie eines Rechtspopulisten, der weit über Österreich hinauswirkt.

Ein Rechtspopulist, ach, bloß ein Rechtspopulist, hochgeschrieben zu einem, der weit über Österreich hinauswirkt … Es kann verstanden werden, daß das Enkelkind derart milde und belustigt auf das Falsche in dieser „Biographie“ reagiert, bei einem derartigen Bedeutungszuwachs, den ihm diese zwei Herren dienstbar zugestehen und diensteifrig verbreiten …

Dennoch ist über den Mann wenig bekannt, der mit Rechtspopulisten wie Marine Le Pen, Alice Weidel und Viktor Orbán das politische Fundament Europas zu zerstören droht.

Bloße Rechtspopulistinnen, wie genau die zwei Herren sind, Europa zu zerstören … So mächtig sind diese wohl nicht, daß sie Europa je zerstören könnten, das größer und mehr als die Europäische Union ist, die die zwei Herren wohl meinten, und sie, die Rechtspopulisten, sind nicht einmal mächtig genug, die Europäische Union

Was sie, Rechtspopulisten wollen, ist nicht, Europa zu zerstören, sondern

ein Europa der Nationen, also das, was auch der zurzeitige, der in der Diktion der zwei Herren wohl auch ein harmlos bloßer Rechtspopulist ist, Bundeskanzler in Österreich will, nein, der Zurzeitige will nicht, der Zurzeitige will nichts, bloß das mag der Zurzeitige, der Zurzeitige „mag ein Europa der Nationen“.

Das auf der Website Verlages zu dieser „investigativen Biographie“ gelesen zu haben, reichte, um sich den Gang in eine Buchhandlung zu ersparen.

Es soll Zeiten gegeben haben, die Gefahr dabei ist groß, die Vergangenheit zu verklären, in denen Biographien über bedeutende Menschen geschrieben wurden, es den Anspruch gegeben haben soll, Biographien sind wichtigen Menschen zu schreiben, und nicht, zum Beispiel, herumlungernden kleinen Gebirgsjägern,

etwa auf dem Viktor-Adler-Markt, wenn sie es überhaupt schaffen, je so weit zu kommen.

Und weil das Kapitel mit der Fabel begann, soll es auch mit der Fabel enden, die zu lesen erfreulicher ist, nicht allein wegen ihres Endes und ihres Beginns mit Bellerophon, der ein Pferd brauchte …

Ein halb geleckter Bär, dem Hochgebirg‘ entstammt,
Lebt‘, gleich Bellerophon, den einst das Schicksal steigen
Und fallen ließ, im Wald zur Einsamkeit verdammt.
Er wurde toll; denn nichts ist der Vernunft so eigen,
Als daß sie nimmer lang‘ bei Eremiten bleibt.

Reden ist Silber, sagt man oft, Gold ist das Schweigen;
Doch beides ist nicht gut, wenn man es übertreibt.
Kein lebend Tier mocht‘ da sich zeigen,
Leer blieb’s und öde ganz und gar,
So daß, trotzdem ein Bär er war,
Er höchst langweilig fand dies allzu traur’ge Leben.
Indes er also hier der Schwermut sich ergeben,
Langweilte ganz auf gleiche Weis‘
In seiner Nähe sich ein Greis,
Ein Gartenfreund, der in Pomona’s Dienste schaltet
Und Flora’s Priesteramt verwaltet.
Schön ist dies Doppelamt; doch deucht mir schöner sei’s
In liebenswürd’ger Freunde Kreis.
Ein Garten spricht nicht viel, außer in meinem Buche.
Drum ging der Greis einst auf die Suche
Im Morgensonnenschein, der stummen Sippschaft satt,
Nach Freunden; querfeldein wandelt er frisch und munter.
Der Bär, der gleiche Absicht hat,
Kam auch von seinem Berg herunter.
Durch Zufall trifft höchst sonderbar
An einer Ecke sich das Paar.
Der Mann hat angst. Doch wie ausweichen? Was anstellen?
Mut heucheln ist noch stets das best‘ in solchen Fällen;
Er wußt‘ es und verbarg die Furcht vor der Gefahr.
Der Bär, der just kein Höfling war,
Sagt kurz ihm: »Komm zu mir!« Drauf jener: »Gerne zwar,
Doch seht, da steht mein Haus; wollt Ihr mir Ehr‘ erweisen,
So nehm‘ Eu’r Gnaden dort ein einfach ländlich Mahl.
Ich habe Frücht‘ und Milch; zwar weiß ich nicht einmal,
Ob die Herrn Bären auch gewohnt sind solcher Speisen,
Doch biet‘ ich, was ich hab‘.« Der Bär nimmt’s an, sie gehn;
Man kann schon unterwegs sie als zwei Freunde sehn.
Im Hause haben sie sehr freundlich sich vertragen;
Und mag Alleinsein mehr behagen
Als eines Narren Gegenwart,
So hindert, da der Bär in Schweigen meist verharrt,
Doch nichts den Mann, daß er sein Tagewerk verrichte.
Der Bär geht auf die Jagd, schafft Wild herbei und liegt
Dann seinem Hauptgeschäft vergnügt
Als Fliegenjäger ob und scheucht vom Angesichte
Des Freundes, wann er schläft, das lästige Insekt,
Die Fliege, die so oft uns neckt.
Einst sieht er unsern Greis in tiefem Schlummer liegen,
Und eine Fliege, die ihm auf der Nase kreucht;
Er wütet, da umsonst er immer fort sie scheucht:
»Wart‘ nur!« so ruft er aus »Und wie will ich dich kriegen!«
Gesagt, getan: seht da, der Fliegenjäger rafft
’nen Pflasterstein euch auf, schleudert ihn voller Kraft,
Zermalmt des Greises Haupt, die Fliege zu verjagen,
Und hat – ein guter Schütz, allein höchst mangelhaft
Als Denker – auf der Stell‘ ihn mausetot geschlagen.

Nichts bringt so viel Gefahr uns als ein dummer Freund;
Weit besser ist ein kluger Feind

Groszens „Autokratie der Verfassungsbrecher“

Der „Dämon im TV-Studio“, also zu diesem Gerald Grosz am 13. April ’24 auszulassen hatte, wurde bereits erwähnt, in

Und nachdem Zahlen nicht lügen, gibt es“ Gerald Grosz, „Flaschenöffner“, Gruppe „Österreich

Und dies reichte als Erwähnung völlig aus. Säße dieser nicht wöchentlich in einem TV-Studio zum Verdienen seiner fellnerischen „Zwetschken“, und würde zu diesem nicht auch sofort und sofort immer „Verkehrungen ins Gegenteil“ von Sylvia Sasse einfallen, nicht nur deswegen, weil in diesem Buch aus 2023 Österreich

[Z]eigen darüber hinaus, dass die Verkehrung ausgerechnet dort zu einer Gleichsetzung führen soll, wo Differenz zur Diskriminierung wird, wenn etwa Feminismus als Sexismus gegenüber Männern gelesen wird oder wenn sich Identitäre mit von Siedler:innen vertriebenen und ermordeten Native Americans gleichsezten, weil sie nun angeblich von Geflüchteten und Immigrant:innen bedroht werden, die ihnen in Europa ihre Identität rauben. Die Autor:innen zitieren als Beispiel den Mitbegründer der Identitären Bewegung in Österreich, Alexander Markovics, der von einer vermeintlichen „Kolonisation unseres Landes“ spricht. In solchen Fällen geht es darum, Unterschiede auszulöschen und Täter mit ihren Opfern gleichzusetzen, das heißt die Bedrohenden als Bedrohte darzustellen. So wird im Grunde wiederum aus einer Position der Macht die Kritik an dieser Macht als Unterdrückung, Ausgrenzung und Bedrohung interpretiert, das rassistische Anliegen wird mit den Mitteln des Antirassismus vertreten.

Erwähnung findet, sondern weil mit diesem Buch grundsätzlich und generell die „Machttechnik“ des „Establishments“,

Spätestens seitdem ein faschistisch agierendes politisches System einen Krieg mittels „Entnazifizierung“ rechtfertigt, ist klar: Verkehrungen ins Gegenteil sind eine allgegenwärtige Machttechnik. Doch nicht erst seit Putins autokratischem Regime, nicht erst durch Verschwörungstheorien oder Trumps Versuch, Fakten konsequent als Lüge zu deuten, können wir Verkehrungen beobachten. Wie Sylvia Sasse mit berückendem Blick nachweist, ist die Geschichte vielmehr voll von politischen wie medialen Strategien zur Erschaffung verkehrter Welten – und die Verkehrung ins Gegenteil ein direkter Angriff auf Differenz und Demokratie.

zu dem dieser nicht zu gehören vorgibt, gegen dieses dieser zu kämpfen vorgibt, aufgezeigt wird. Sein Traum, noch mehr zum von ihm bekämpften „Establishment“ zu gehören, in diesem von ihm bekämpften „Establishment“ ganz nach oben zu steigen, seine Spitze einzunehmen,

war „Wachs“

Demokratie verkehrt dieser Wahlgescheiterte in Autokratie, in der der Wahlgescheiterte „Verfassungsbrecher“ an seiner statt am Werke sieht; ein weiteres Unnötiges von ihm, diese ebenfalls mit Bestimtheit nicht von ihm stammende Wortschöpfung, aber wenn der Wahlgescheiterte schon die Verfassung meint in Kriminalisierungsabsicht erwähnen zu müssen, kann ein weiteres Mal festgehalten werden, die österreichische Bundesverfassung ist dringend zu prüfen, zu ändern …

In der Wahl, der er sich in Österreich stellte, erhielt er 5,6 %, nur 5,6 % der in Österreich Wahlberechtigten wollten einen aus dem von ihm bekämpften „Establishment“ an der Staatsspitze haben, dieses „System“, das sein gesinnungsgemäßes Establishment in Österreich vertritt, erlitt aus dessen Sicht eine Niederlage, aber aus demokratiepolitischer Sicht war es nicht ein Sieg, sondern die einzig vernünftige Entscheidung der Wahlberechtigten.

Diese 5,6 % können und müssen in diesem Jahr der Wahlen der Leitprozentsatz der Wahlberechtigten sein, mehr als 5,6 Prozent haben die von diesem Wahlgescheiterten Umworbenen nicht verdient,

auch wenn das schon zu viele „Zwetschken“ sind, oder vielleicht nur eine Zwetschke, dafür aber so groß, als wäre es eine Birne

Wie es den Wahlgescheiterten nach Deutschland treibt, treibt es den von ihm Umworbenen als

Kurier seines Deutschlands nach Österreich, wo er im gesinnungsgemäßen Einklang seines „Systems des Establishments“ Referate an der Seite eines für kurz gewesenen innenministerlichen Vertreter des österreichischen Establishments

Vor über vierzig Jahren, genauer, am 24. April 1983, erhielt die Establishmentparlamentspartei, in der der Wahlgescheiterte so viele Jahre zubrachte, fünf Prozent in der Nationalratswahl,

die Establishmentparlamentspartei der vom Wahlgescheiterten Umworbenen gab es vor über vierzig Jahren nicht einmal,

vor zwanzig Jahren, genauer am 13. Juni 2004, erhielt die Establishmentsparlamentspartei 6,31 % in der EU-Wahl,

die Systemparlamentspartei der vom Wahlgescheiterten Umworbenen gab es vor zwanzig Jahren nicht einmal …

Möglicherweise dachte sentimental eine Niederösterreichische an diese Zeit vor Jahrzehnten, als, kurz ist das her, auch ein Stück in Richtung „Normalität

Ja, Wahlergebnisse in diesem Jahr wie vor Jahrzehnten, wäre, so bescheiden sind die Ansprüche geworden, wären in dieser Hinsicht schon eine Rückkehr zur „Normalität„,

zu einer Normalität aber, die es jedoch für die Partei der Niederösterreichischen jedenfalls in diesem Jahr der Wahlen nicht mehr geben wird.

Und diese Art von „Normalität“ ist einzig nur im Hinblick auf die Wahlergebnisse der vom Wahlgescheiterten Umworbenen je akzeptabel