Auf der Scholle ihres „Patriotismus“ alle Grenzen von ihnen gesinnungsgemäß überschritten

„Sie zitierte eine Spiegel-Meldung, der zufolge der Brandenburger AfD-Spitzenkandidat, Andreas Kalbitz, 2007 an einem Neonazi-Aufmarsch in Athen teilgenommen hat, und schrieb dazu: ‚Nur für den Fall, dass irgendwer irgendwann wieder von nichts gewusst haben will.‘ Laut Spiegel wohnte Kalbitz mit 13 anderen Rechtsextremen, darunter der damalige NPD-Chef Udo Voigt, im selben Hotel. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf ein Dokument aus der deutschen Botschaft in Athen. Daraus geht hervor, dass von der Gruppe auf dem Hotelbalkon eine Hakenkreuzfahne gehisst wurde.“

Sie werden fragen, was hat das mit Österreich zu tun? Es hat viel mit Österreich zu tun, mit diesem Paradeland des Je-nichts-gewußt-Haben“ —

Um mit Andreas Kalbitz zu beginnen. Mit diesem Mann nur beispielhaft zwei Männer, die in Österreich für ihre Auftritte mit ihrem Gedankengut nicht auf feuchte Keller angewiesen sind, die nicht Unterstandslose zu sich etwa in die unterirdischen Kanäle von Wien eingeladen werden.

Der eine ist Götz Kubitschek.

Der zweite ist Philip Stein.

„Bei einem Vortrag im neurechten Institut für Staatspolitik von Götz Kubitschek propagierte Kalbitz laut Stern ‚eine Art nationalen Sozialismus‘.[14] Bei einer Rede auf einer AfD-Demonstration im Mai 2018 bedankte sich Kalbitz unter anderem bei der rassistischen Gruppierung Pegida und der neurechten Vereinigung Ein Prozent für unser Land von Götz Kubitschek und Philip Stein[33] und beklagte, dass die AfD ausgegrenzt und geächtet werde, obwohl sie „die letzte evolutionäre Chance für unser Land“ sei.[34]

Das „Institut für Staatspolitik“ mag in Österreich kaum bekannt sein, dafür aber recht bei jenen, die vor kurzem in Österreich ihre Regierungsstühle selber räumen mußten.

Hat die „wahre Pegida“, die, so ein für kurz gewesenes österreichisches Regierungsmitglied, in Österreich beheimatet ist, den Dank von Andreas Kalbitz an die „Pegida“ auch als Dank an sie empfunden?

Und sollten Sie selbst darüber hinaus sich über Andreas Kalbitz informieren, werden Sie nach kurzer Zeit bereits auf den „Witiko-Bund“ stoßen. Und mit diesem Bund auf eine weitere Organisation, und sogleich wieder befinden Sie sich in Österreich, aus dem beispielsweise ein Mann Mitglied dieser Gesellschaft war, dessen Familie in Österreich ein paar Jahrhunderte regierte …

Aber nicht nur Kubitschek und Stein fallen aus dem Umfeld von Kalbitz ein, die in Österreich …

Gauland …

Höcke

Weidel …

Meuthen …

Auch Plakate wollen halt ihre Treue zum Bündnis dieser Parteien bezeugen, es sich als ihre Ehre anrechnen lassen …

Bei dermaßen viel Austausch wollen auch Plakate einander ähnlich sein. Wie zurückhaltend beinahe die Partei in Deutschland: „Der Osten steht auf!“ Wie fordernd, befehlend die Partei in Österreich: „Steh auf –“

Gemeinsam stehen diese Parteien auf der Scholle, die sie Patriotismus rufen …

Und auf dieser Scholle, die ihnen grenzenlos ist, wandern sie gesinnungsgemäß von Norden nach Süden, und auch von Süden und Osten nach dem Norden, laden einander ein

… halten füreinander Vorträge …

…. unterstützen einander …

lernen voneinander, wobei die Lernende mehr die Partei aus dem Norden, die Lehrende die Partei aus dem Land, das zum Teil im Süden, zum Teil im Osten …

„Neonazi-Aufmarsch“. Athen. Griechenland. Wem kann, Hand aufs Herz, da nicht gleich Österreich einfallen, im besonderen ein Magazin, mit diesem aber nicht der Umvolkungsvater, sondern der parlamentarische Bildungssprechersohn, ganz konkret die Verteidigung einer „Neonazi-Partei“ mit dem lyrischen Namen „Morgenröte“, wie in diesem Kapitel gelesen werden kann.

Das nur kurz nebenher. Wenn Sie das Kapitel über die Morgenröte lesen, werden Sie von diesen quer über den Kontinent verteilten Parteien und Gruppierungen eine Gemeinsamkeit feststellen, die diese abseits vom Politischen teilen: ihr recht beeindruckendes Ehrlichkeitsregister —

Es wurde gedacht, dieses Kapitel wird schneller geschrieben sein, nur kurz etwas zu Andreas Kalbitz und dann etwas noch zum erwähnten zweiten Mann, also zu Udo Voigt.

Und Udo Voigt muß ein ganz, ganz recht schlimmer Mann sein, wird doch dieser mit seiner Partei von der gesinnungsgemäß zensurierten Website herangezogen, um der SPÖ und Franz Schnabl, wie hier gelesen werden kann, einen Vorwurf …

Jetzt aber wirklich, kurz nur noch.

Andreas Kalbitz ist ein Vertreter aus jener Partei, auf die im Jahr 18 zu stoßen ein junger Mann „sich sichtlich freute“. Zu dieser Zeit war für den jungen Mann die Welt nicht nur um sieben Uhr in Ordnung, sondern den ganzen Tag; er war Kanzler. Nein. Für den jungen Mann ist die Welt nach wie vor in Ordnung, auch in der Nacht, für sich ist er Kanzler …