Die österreichische Lebenslüge – Udo Jürgens war einer ihrer Schlager und Sänger

Es wurde gestern doch etwas harsch über einen Artikel in der Tagezeitung „Die Presse“ geschrieben, der von Udo Jürgens und dem Tanzcafé Lerch handelt. Das war berechtigt, aber es muß diesem Artikel doch positiv angerechnet werden, die Geschichte mit den Auftritten von Udo Jürgens im Tanzcafé Lerch nicht unter der Tuchent gelassen zu haben, weil es, wie nun manche meinen, pietätlos sei, einem Toten die Geschichte mit den Massenmördern

Es ist diesem Artikel das einerseits also positiv anzurechnen, weil ohne diesen Artikel nichts je zu Udo Jürgens hier geschrieben worden wäre, wobei allerdings weder Udo Jürgens noch Ernst Lerch noch das Café der Nazis und Nazissen Mittelpunkt der Überlegungen waren, sondern „Die Presse“ selbst. Andererseits wird es – ausgelöst durch diesen Artikel – für den letzten Tag des Jahres 2014 als unangenehm empfunden, sich mit der österreichischen Lebenslüge zu befassen, feststellen zu müssen, daß diese nach wie vor prächtig gedeiht und verbreitet wird …

Udo Jürgens und die österreichische GeschichtslügeWie in der Collage gesehen werden kann, haben sehr viele Medien in Österreich – „Profil“, „ORF“, „Vorarlberger Nachrichten“, „Wiener Zeitung“, „Heute“, „Kurier“, „Die Presse“ in ihrer ersten Reaktion auf den Tod, „Tiroler Tageszeitung“ – die biographischen Angaben bereitwillig aufgenommen und verbreitet, die auf der Website des Managements von Udo Jürgens veröffentlicht sind. Wer noch alles diesen schmeichelnden „Steckbrief“ veröffentlicht hat, wurde nicht weiter recherchiert, aber, das kann gesagt werden, es haben diesen auch Medien beispielsweise in Deutschland übernommen.

Und es ist ein zurechtgerückter und schmeichelnder Steckbrief. Denn keine Rede davon, daß sein Vater ein NS-Bürgermeister war, keine Rede von den Auftritten im Tanzcafé Lerch. Dafür aber findet der Gasthof Valzachi für den ersten Auftritt Erwähnung; ist doch schmeichelhafter als das Café der Nazis und Nazissen. Dafür aber auch die Angabe, daß der Onkel Bürgermeister war, selbstverständlich nach 1945, höchstwahrscheinlich deshalb, weil es nach 1945 war. Der Vater also plötzlich so unwichtig, daß sein Beruf nicht erwähnenswert ist. Nicht einmal, daß er auch nach 1945 noch einmal Bürgermeister war … Es ist ja die große Tradition, die Berufe der Onkels anzugeben, aber nicht die der Väter. Dafür aber die Angabe, daß Hans Arp, ein berühmter Dadaist, ein Onkel ist, auch der Beruf des Großvaters darf nicht verschwiegen werden … Wenigstens die „Neue Kronen Zeitung“ vergißt nicht auf den Beruf des Vaters: „25 Jahre Bürgermeister“ – auch Medien differenzieren nicht, es wird zusammengezählt, was zusammengehört, aber gesagt soll es nicht werden. Wie allerdings die Kronen-Zeitung auf 25 Jahre kommt, ist ihr Rätsel. Das erste Mal war Rudolf Bockelmann Bürgermeister von 1938 bis 1945 in der nationalistischen Massenmorddiktatur des deutschen reiches … Und das zweite Mal von 1954 bis 1958. Es waren doch schwere Jahre, jene von 1938 bis 1945; vielleicht zählen diese für die Kronen-Zeitung doppelt oder gar dreifach … Oder war Rudolf Bockelmann als Großgrundbesitzer für viele Jahre der heimliche Bürgermeister, weil eben Gutbesitzer die wahren Herren im Land sind?

Das wäre alles nicht erwähnenswert, würde Udo Jürgens nicht ein Buch vorgelegt haben, das von nicht wenigen als ein Buch der „NS-Bewältigung“ … Damit hat Udo Jürgens selbst vorgegeben, wie er zu messen ist. Ein derartiger „Steckbrief“ ist dann nicht mehr zu akzeptieren. Wie viele Medien aber in diesem Land nach wie vor eine derart geschönte Biographie bereitwillig verbreiten, ist wohl dem Umstand geschuldet, daß in Österreich nach wie vor die Lebenslüge bevorzugt wird, es sei niemand dabei gewesen, niemand aus der Familie hätte irgend etwas damit zu tun gehabt, und auch nach 1945 hätte nie einer aus der Familie weiter mit denen etwas zu tun gehabt, oder ihnen gar geholfen, sich ihrer Verantwortung und ihrer Verurteilung entziehen zu können … Eine Empfehlung: „Schlagersänger differenzieren nicht“ von Berndt Rieger …

Aber genug, das ist genug. Positiv daran ist, einen Vorsatz für das neue Jahr doch noch zu haben, nämlich nichts mehr zu Udo Jürgens zu schreiben. Dabei fiele jetzt schon viel ein, worüber geschrieben werden könnte. Beispielsweise über die Standesdünkel eines Schloßbesitzersohnes, wird etwa an die Verfilmung von „Der Mann mit dem Fagott“ gedacht. Wie in diesem Film ein sogenannter kleiner Mann aus dem Volk ohne Großgrundbesitz als bösartiger und gehässiger Nazi dargestellt wird, während der Schloßgroßgrundbesitzervater als feinnerviger und edler Mann portraitiert wird, der auch als Bürgermeister anständig bleibt … Jedoch, auch für Heinrich Himmler war Anständigkeit höchster Wert – beim Morden anständig geblieben zu sein

PS Zum 80. Geburtstag von Udo Jürgens im September 2014 wurde ein Atlantikbuch herausgebracht: „Udo Jürgens – Sein Leben, Seine Erfolge“, im Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg. Auf Seite 19 beginnt die „Chronologie eines Lebens“ … Was Sie hier an Angaben lesen könnten, würden Sie dieses Buch eines doch sehr angesehenen Verlages kaufen, ist, deshalb müssen Sie es gar nicht mehr kaufen, nämlich genau das, was im oben genannten Steckbrief …

Sebastian Fasthuber singt für Udo Jürgens das Lied vom makellosen Steckbrief

Sebastian Fasthuber singt für Udo Jürgens das Lied von der makellosen Falterweste.

PPS Und auch die Wochenzeitung „Falter“ brachte bereits in ihrer Ausgabe 39/2014 eine Huldigung an die österreichische Lebenslüge durch Herrn Fasthuber ein … Vater Bockelmann wird als Bürgermeister erwähnt, aber ohne Hinweis in welchen Jahren, Onkel Bockelmann wird als Bürgermeister erwähnt, jedoch mit Angabe der Jahre, die sind schließlich unverdächtig und gereichen der Familie Bockelmann zur Ehre, da nach 1945 … Und selbstverständlich darf Onkel Hans Arp nicht fehlen, um Udo Jürgens auch in einem intellektuell derart über den Nebeln schwebenden Magazin, wie der „Falter“ eines ist, höchste Würdigung mit einer makellosen österreichischen Weste der Marke Falter … Dabei weist schon der „Falter“-Titel „Unterm Bademantel Gänsehaut“ auf „Unterm Smoking Gänsehaut“ hin, aber vielleicht kannte Sebastian Fasthuber bloß den Titel, oder, er las bloß sabbernd die geilen Stellen über den „Lumpenhund“ … Gerade diese erste Biographie war in bezug auf seinen Vater ein forcierter Versuch der besonderen Geschichtsdarstellung, damit auch Vater wohl gut zu dieser Familie paßt mit dem weltberühmten Hans Arp, und damit auch zum „Falter“, die später von Udo Jürgens doch etwas korrigiert wurde – war doch zu viel Schminke aufgetragen: Vater sogar …

Kärntner Tafelpolitik

Wie am 10. Oktober 2014 während eines Spaziergangs durch das herbstliche Eisenstadt richtig vermutet wurde, hängen die Tafeln im Kärntner Landhaus nach wie vor, wie nun während eines Spaziergangs durch das winterliche Klagenfurt am 29. Dezember 2014 festgestellt werden durfte …

Kärntner Landhaus - 29-12-2014 - Tafelpolitik

Kärntner Landhaus – Arkadengang, Stock 1

Es hat sich aber etwas ge…, also es wurde doch etwas getan. Eine Tafel ist hinzugekommen. Trotz dieser zusätzlichen Tafel kann nicht gesagt werden, es falle nun der Vergleich zwischen Eisenstadt und Klagenfurt zu Lasten des Burgenlands aus … Es bleibt bei dem Vergleich zu Lasten Kärntens, wie im Oktober 2014 geschrieben: Eisenstadt und Klagenfurt – Ein Vergleich zu Lasten Kärntens

Landhaushof - Recht fester Hand von Ulrichsberggemeinschaft und weiteren

Kärntner Landhaus – Hof

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Kärntner Landhaus – Hof. Die Bierwerbestange, wie eine selige Erinnerung sogar an die bei Aufmärschen verwendeten …

Neben diesen zwei Tafeln, zu denen seit fünf Jahren immer wieder geschrieben wird, sie gehören abgehängt, wurde nun eine Tafel dazu gehängt, zur Erinnerung an kärntnerische „Parlamentarier, die der nationalsozialistischen Diktatur zum Opfer fielen“. Als hätten der Spender und die Spenderin – der Kärntner Landtag und die Kärntner Landesregierung – „Die Elf“ von Pierre Michon zuvor gelesen. Denn. In dieser Novelle wird vom Auftrag an einen Maler während in der Revolutionszeit in Frankreich erzählt, der ein Bild von den elf Mitgliedern des Direktoriums malen soll, aber so, daß sein Bild, dasselbe Bild also, je nach politischer Lage als Verdammung oder als Verherrlichung des Wohlfahrtsausschusses gesehen, gedeutet, genutzt werden kann, also so, daß es immer opportun ist, zu jeder politischen Bedingung und jedweder gesellschaftlichen Gegebenheit passend … In solch einem Bild präsentiert sich nun im winterlichen Klagenfurt das Kärntner Landhaus … In der Hinsicht war, muß jetzt eingestanden werden, es tatsächlich ein grobfahrlässiges Vergehen, Burgenland einem Vergleich mit Kärnten ausgesetzt zu haben …

Sechs Parlamentarier fielen der nationalsozialistischen Diktatur zum Opfer, als ob die nazistische Massenmorddiktatur in Kärnten eine gewesen wäre mit …, ihre barbarische Fratze aber nur sonst überall auf der Welt, um bei den Tafeln in Eisenstadt konkret zu bleiben, im Burgenland … Denn die Tafeln in Eisenstadt erzählen nicht nur von ein paar Mandataren und Mandatarinnen, die …

Verwunderlich allerdings ist das Bild der Kärntner Tafelpolitik im Kärntner Landhaus im Grunde nicht- von der Anzahl der Tafeln her kann davon gesprochen werden, daß das Landhaus in recht fester Geisteshand ist … Wie beispielsweise  von der Ulrichsberggemeinschaft und weiteren recht einschlägig bekannten Organisationen der Ehre, deren Tafeln im Landhaushof hängen und eine fünfte noch zusätzlich im ersten Stock des Arkadengangs neben den oben genannten …

Zum friedlichen Weihnachtsfeste in der FPÖ-ZZ ein recht christliches Gedenken an „Kongo-Müller“

„‚Man macht normalerweise keine Gefangenen. Und wenn es doch vorkommt, dann wird stückchenweise abgeschnitten. Zuerst das linke Bein, dann das rechte‘, sagt Siegfried Müller im Tarnanzug mit einem Lächeln im Gesicht (siehe Video im Kasten). Die Szene stammt aus einem DDR-Dokumentarfilm von 1966 mit dem Titel ‚Der lachende Mann – Bekenntnisse eines Mörders‘. Die beiden Propaganda-Filmemacher Walter Heynowski und Gerhard Scheuman interviewten im selben Jahr den Söldner mit dem kurzgeschorenen Haar. Unverdrossen erzählte er ihnen, was er mit kongolesischen Rebellen während des Bürgerkrieges machte – zum Beispiel mit ihren Köpfen: Er liess die Schädel blank putzen und verzierte mit den Totenköpfen seinen Jeep.“

FPÖ-ZZ 51-52 2014 - Kongo-Müller - EK LDas ist kein Zitat aus der Nummer 51-52 vom 19. Dezember 2014 bis 8. Jänner 2015 der „Zur Zeit“. E. K. L. fällt gesinnungsgemäß anderes zu Siegfried Müller ein: „Der Wehrmachtsrecke (EK I)“ und „Die Legende“. Und: „Kongo-Müller, dessen voller Name Siegfried Müller lautet, lehrt mit seinen weißen Söldnern den eingeborenen Aufständischen das Fürchten. Die Weißen sind ihnen haushoch überlegen, da sich die Kongolesen aus Angst vor bösen Geistern in der Nacht nicht kämpfen trauen. So schlagen die Söldner um Kongo-Müller im Schutz der Dunkelheit zu, richten ihre FN-Sturmgewehre auf einen Gegner, der wie gelähmt erscheint.“

Weiße Söldner schießen nicht, sie richten bloß ihre Sturmgewehre auf einen Gegner, und schon erscheint er wie gelähmt, und ist in Wirklichkeit tot, bloß durch das Richten ihrer Sturmgewehre …

Die Weihnachtszeit ist ja eine Zeit der fokussierten Legendenbildung, wird sich E. K. L. gar nicht dumm gedacht haben, weshalb also nicht wie ein Evangelist eine weitere Legende herbeischreiben? Und es ist auch die Zeit des fokussierten Friedens, wie stumpfdumm wäre es von einem EK L von das Fest der Liebe mit abgeschnittenen Beinen

Und weil es die friedlichste Zeit im Jahr, will hier EK L gar nicht unterstellt werden, er stelle sich dumm, also unwissend über Siegfried Müller. Dabei wäre es auch in diesem Fall leicht nachzuweisen, wie wissend EK L ist und für wie dumm er die Leser und Leserinnen der ZZ, also auch die vielen gewählten Mandatare der identitären Gemein-Schaft, die für dieses Magazin Beiträge gießen, und zugleich auch seiner Leser und Leserinnen sein werden. Menschgemäß sind auch diese gewählten Mandatarinnen nicht dumm, viel mehr benötigen sie gesinnungsgemäß die von EK L gelieferten Expertisen für ihr Herumsitzen in den Gremien auf allen politischen Ebenen in diesem Land. Und EK L liefert recht reichlich. Zu vielen Themen, auch in der Nummer 51-52 wieder, wie bereits ein weiteres Mal ausführlich dargelegt in: „So a Congo-Neger frißt s‘ z’samm“.

FPÖ-ZZ 51-52 2014 - Kongo-Müller zeichnet wahnsinnig gerne

„Kongo-Müller“ – Eine Mediengeschichte.

EK L wird sehr viel über Siegfried Müller wissen, auch den Dokumentarfilm „Der Lachende Mann – Bekenntnisse eines Mörders“ kennen, das darf allein schon daraus geschlossen werden, daß er sein Gedenken mit einem Bild illustriert, das aus diesem Film ist, und als Fotoquelle wird angegeben: „hfhr.org.pl“. Und auf dieser Website wird genau mit diesem Foto über den Dokumentarfilm berichtet. Wie unchristlich wäre es also, EK L gerade zur friedlichsten Zeit im Jahr vorzuwerfen, er betreibe – im harmlosesten Fall – Desinformation … Sollte EK L nicht viel mehr dafür gelobt werden, wie recht schön er über „Kongo-Müller“ schreibt, wie großzügig er überhört, was „die Legende mit dem Eisernen Kreuz I“ spricht? Wie EK L nur das Gute hört, das Müller sagt? Das also, was Müller etwa über den Kampf in Afrika für Europa und dessen „freiheitliche“ und „christliche“ …

Aber, genug von EK L …

Aber auch genug von „Kongo-Müller“, der weithin bekannt und unbekannt ist als „Kongo-Otto“, aus einem Film von Didi Hallervorden: „Didi und die Rache der Enterbten“.

Interessant an der Geschichte von Siegfried Müller ist  – gerade vor dem aktuellen Hintergrund, daß wieder Söldner aus Europa – tatsächlich die Mediengeschichte, die auch aufzeigt, wie weiterhin mit großer Vorsicht und vor allem mit kritischer Analyse Medienberichte zu behandeln sind, und das bezieht sich in der Gegenwart nicht nur auf die Medienberichte über die jungen Menschen, die sich für die Wüstenmordgottbande anwerben lassen … Es lohnt durchaus, diese Mediengeschichte nachzulesen, auch sie erzählt einiges über das Funktionieren der Medien nicht nur in der Vergangenheit, sondern weiter unverdrossen in der Gegenwart.

PS Zu dem oben genannten Dokumentarfilm muß nichts Kritisches angemerkt werden, denn, wie in der Collage zu lesen, gibt es bereits genügend Kritisches über diesem Dokumentarfilm. Ein brutaler Söldner hat sich aus Geltungsdrang eingelassen mit Dokumentarfilmern aus einer brutalen Diktatur – Mitleid kann für ihn deshalb nicht aufgebracht werden, ebensowenig kann ein Lob für die Filmer ausgesprochen werden, die für eine kommunistische Diktatur ihre schmutzige Pflicht erfüllten. Aber „Bekenntnisse eines Mörders“ dennoch ist anzusehen, ist empfehlenswert, denn es gibt Aufschluß darüber, welche Art von Menschen für die ZZ der FPÖ „Recken“ und „Legenden“ sind – wohl wert also ihrer recht schön zu gedenken, als sie noch gewählt wurden und in Gremien herumsaßen …

Ein Schreiber der FPÖ-ZZ distanziert sich von der Distanzierung, ein Nazi zu sein

Es ist wohl wieder einmal an der Zeit, vorab ein weiteres Mal klarzustellen, daß es hier nicht interessiert, wer ein Nazi oder eine Nazisse ist, und menschgemäß also interessiert es absolut nicht, wofür sich ein Georg Immanuel Nagel selbst je hält; seinen Namen hier überhaupt zu erwähnen, verdankt er einzig dem für ihn glücklichen, aber sonst unglücklichen Umstand, daß er für das Werbe-, Quell-, Schreib- und Denkorgan der identitären Gemein-Schaft schreibt, also für eine Gesinnungspartei, die viele, viel zu viele Stimmen in Wahlen erhält.

Der Eckart Hüttner - Nagel - Distanzierung von der DistanzierungEs ist wohl zusätzlich wieder einmal an der Zeit, vorab ein weiteres Mal klarzustellen, daß es hier nicht interessiert, was für freundschaftliche und also der redlichen Geschichtsforschung widersprechende Geschichtsdarstellungen in dem Werbe-, Quell- Schreib- und Denkorgan der identitären Gemein-Schaft veröffentlicht werden, also in einem Medium der Gesinnungspartei, die viele, viel zu viele Stimmen in Wahlen erhält. Es interessiert hier absolut nicht, welche Geschichte sie sich erschreibt, die Gesinnungspartei, die viele, viel zu viele Stimmen in Wahlen erhält; möge sie sich eine Geschichte fern der Geschichte erschreiben, möge diese ihre Lebenswahrheit sein, mögen andere diese ihre Lebenswahrheit Lebenslüge nennen, es interessiert nicht, weder Lebenswahrheit noch Lebenslüge, genauer, diese interessieren nur insoweit, als sie ihre Vergangenheitsfixierung die Gegenwart erhellen, diese Vergangenheit nirgend wohin führt, außer in Ruin, in Elend, Mord und Verbrechen.

Es ist die Gegenwart, über die hier geschrieben wird. Denn es soll nicht heißen, nicht wieder heißen, es sei nichts gewußt worden. Alles wird gewußt, und nicht nur deshalb, weil es hier geschrieben wird. Freilich, wer die Massenmedien in diesem Land in fernen Tagen zur Aufarbeitung heranziehen wird, wird ein anderes Bild bekommen, wird meinen, es sei nichts gewußt worden, wird von einer freundlichen und rücksichtnehmenden Berichterstattung über die gewählten Mandatare und Mandatarinnen dieser identitären Gemein-Schaft lesen, und daraus nur den Schluß ziehen können, diese haben ihre wahren Absichten zu verbergen verstanden, während sie in Wahrheit nichts verbargen. Es sind die vielen, viel zu vielen Wähler und Wählerinnen, die dieser Gesinnungspartei ihre Stimmen in den Wahlen geben, anzuklagen, sich mit Menschen wie einem Georg Immanuel Nagel überhaupt abgeben zu müssen, sich zu beschmutzen, sich zu erniedrigen, je über ihn und seine Gesinnungsgemein-Schaft etwas schreiben zu müssen.

Wie gleichgültig muß es sein, wie die identitäre Gemein-Schaft zur Vergangenheit steht, wird bedacht, wie sie zur Gegenwart steht, was sie zur Gegenwart sagt und schreibt. Das könnte abgetan werden, mit der Bemerkung, es ist das Vokabular und es sind die Phrasen der Vergangenheit, aber es sind die Phrasen und es ist das Vokabular gegen Menschen, die heute leben, und darum kann es nicht abgetan werden, vor allem und einzig deshalb, weil diese Gesinnungspartei heute noch von vielen, viel zu vielen Menschen gewählt wird.

Allein in der verwichenen Woche, um nur die aktuelle Woche dieses Jahres als Beispiel hierfür zu nehmen, unter der Verantwortung, unter den Augen, unter den christlichen Weihnachts- und Neujahrswünschen  gewählter Mandatare und Mandatarinnen der identitären Gemein-Schaft Aussagen von solch einer Verkommenheit und Niedertracht, daß nicht geschwiegen werden kann und vor allem nicht darf, denn das geschieht in den Medien dieser Partei, die voran von ÖVP und mit Einschränkungen auch von SPÖ noch immer als mögliche Koalitionspartnerin gesehen und von nicht wenigen Medien, allen voran von der gutter press, in diesem Land, als Regierungspartei auf Bundesebene im Spiel gehalten wird:

„Dynamite fuer diese Drecksaue“

„Verfechterinnen ‚Flötenunterricht‘ über sich ergehen lassen“

„Höhlenmenschen“

Und mit

In nazistischer Schreibart in der FPÖ-ZZ

mußte bereits gestern ein weiteres Mal in einer sich selbst beschmutzenden und sich selbst erniedrigenden Art und Weise etwas zu Georg Immanuel Nagel, der sich auf den Plattformen der Unternehmen Twitter und Facebook im Trachtensakko bildlich präsentiert, geschrieben werden, weil er eben für das Hauptorgan dieser Gesinnungspartei schreibt, die von vielen, viel zu vielen immer noch gewählt wird, die von vielen, viel zu vielen Medien immer noch hofiert wird. Aber er schreibt nicht nur für die „Zur Zeit“, er schreibt auch für den „Eckart“. Im „Eckart“ wurde am 31. Oktober 2014 seine „Distanzierung von der Distanzierung“ veröffentlicht:

„Die sogenannte Distanzierung gehört heutzutage zum guten Ton und zum häufig zelebrierten Pflichtritual der seit dem Jahr 1968 rasant expandierenden und mittlerweile staatlich verordneten Zivilreligion. Auch wenn die Nazi-Keule in manchen Kreisen begrüßenswerterweise schon recht schwach geworden ist, vermag sie immer noch den einen oder anderen vernichtend zu treffen.

Statt dessen wäre es am besten, rückhaltlos zu den eigenen Überzeugungen zu stehen.

 Jedes Entgegenkommen ist hier Zusammenarbeit mit dem Feind.“

Bemerkenswert daran ist auch, am Anfang der „Distanzierung“ steht als Autor Georg Immanuel Nagel, am Ende der „Distanzierung“ steht „Author huettner am 31. Oktober 2014 um 09:51“. Thomas Hüttner hat es veröffentlicht, also – genug der Selbstbeschmutzung heute, deshalb nur ein Hinweis – der

„Eckart-Hauptschriftleiter“ auf dem WKR-Ball …

In nazistischer Schreibart in der FPÖ-ZZ eine Auszeichnung für Günter Grass

Über einen Artikel in der „Zur Zeit“, in der über das „Wiederbeleben des Faschismus“ bereits öffentlich nachgedacht wird, darf oder muß in dieser Deutlichkeit geschrieben werden, daß er also in der Nummer 50 vom 12. Dezember 2014 einer ist in nazistischer Schreibart …

fpö zz 50-2014 georg immanuel nagel schreibt nicht über günter grass - 2Der gesamte Artikel klingt zwar wie eine Beleidigung von Günter Grass, ist aber im Grunde eine Auszeichnung. Denn Günter Grass wird als „SS-Mann“ bezeichnet. Und vor allem ranghohe SS-Männer genießen in der identitären Gemein-Schaft recht hohes Ansehen, sind diese darüber hinaus auch noch Schriftsteller und Mörder, wie beispielsweise Verbelen, gibt es kein Halten mehr, wird ihnen eine Legende erschrieben, die sie sogar zu Helden in Österreich nach der gestoppten Verheerung durch die nationalistische Massenmorddiktatur des deutschen reiches macht. Eine derartige Auszeichnung durch das freiheitliche Werbe-, Quell, Schreib- und Denkorgan wird Günter Grass nicht einmal wahrnehmen, und vor allem ist es keine, auf die er stolz wäre. Die Größe von Günter Grass, selbst noch zu Lebzeiten einbekannt zu haben, mit siebzehn Jahren zur „Waffen-SS eingezogen“ worden zu sein, ist eine nazistischen Massenverbrechern und Massenmördern, wie beispielsweise dem zurzeitlich geehrten Priebke, gänzlich fremde und fehlende Größe.

fpö zz 50-2014 georg immanuel nagel schreibt nicht über günter grassNun, was bringt Georg Immanuel Nagel derart gegen Günter Grass auf? Es ist die Überlegung von Günter Grass, daß zur Not auch die Zwangseinquartierung von Flüchtlingen eine Option wäre, sollte es bei der Unterbringung von Asylwerbern Notfälle geben. Dieses Gedankenspiel findet Georg Immanuel Nagel derart ungeheuerlich, daß er ein ganzes Magazin ganz im Geiste dieses freiheitlichen Magazins verbaler Beleidigungen gegen Günter Grass stellvertretend gegen alle, die um menschliche Lösungen bemüht sind, abfeuern muß. Auf den Inhalt dieses nagelschen Artikels muß nicht eingegangen werden, denn erstens enthält er konkret keine einzige Überlegung, die zu einer menschenwürdigen Lösung etwas beitragen könnte, zweitens ist generell zu sagen, ist die identitäre Gemein-Schaft keine redliche Organisation, mit der über diese Thematik seriös und konstruktiv debattiert werden kann. Und dafür ist der nagelsche Artikel wieder einmal ein prototpyisches Beispiel der Nutzlosigkeit und der vergeudeten wichtigen Zeit, je mit dieser Gemein-Schaft eine Debatte auch über diese Thematik zu führen. Denn die Zeit ist dringend notwendig, um zu menschenachtenden Lösungen konstruktiv zu kommen.

Nun, warum kann von nazistischer Schreibart gesprochen werden? Wenn im Dezember 2014 in einem Artikel beispielsweise von „Volksdeutschen“, von Volksgenossen“ bei Berücksichtigung des gesamten Duktus dieses Artikels geschrieben wird, dann …

Allerdings stellt sich bei Georg Immanuel Nagel die Frage, schreibt das der Georg Immanuel Nagel, dem amtlich bescheinigt wird, weit nach 1945 geboren worden zu sein, oder schreibt in Georg Immanuel Nagel ein Georg Immanuel Nagel, der weit vor 1945 geboren wurde, wird bedacht, wie selbstverständlich geläufig ihm das Vokabular und die Phrasen aus den madigen zwölf Jahren …

„Schon während des Krieges gab es solche Regelungen auch für Ausgebombte. Es ist verständlich, daß in solch großer Not ein Volk zusammenhalten muß.“

Das ist selbstverständlich eine Dummheit, aber es ist erträglicher, sich vorzustellen, daß ein Mann weit vor 1945 geboren wurde und auf dem Entwicklungsstand eines beispielsweise Siebzehnjährigen stehengeblieben ist, als sich vorzustellen, ein junger Mann im Jahr 2014 ist auf dem Entwicklungsstand von 1945, wobei gar nicht von Entwicklung gesprochen werden kann, sondern richtiger davon, daß ein junger Mann im Jahr 2014 ein Repetiermund aus 1945 ist, also nur das wiedergibt, was ihm eingetrichtert wurde. Es ist erträglicher deshalb, weil nicht jedem Menschen es gegeben ist, sich zu entwickeln. Solchen Menschen ist mit Nachsicht zu begegnen, sie bedürfen der Zuwendung, aber nicht die Organisationen, für die sie arbeiten, das heißt im konkreten Fall der identitären Gemein-Schaft: keine Stimme in jedweder Wahl.

Woher nimmt Georg Immanuel Nagel das sein Vokabular? Wer die Empfehlungen zur Wiederlesung in diesem Magazin verfolgt, kann sich vorstellen woher …

Es ist auch zum Erbarmen, wie Georg Immanuel Nagel – prototypischer Vertreter dieses identitären Geschwefels – Günter Grass u.v.a.m. vorhält: „Aneinanderreihung von wirren Sentenzen“, „machen einen noch lange keinen großen politischen Denker“, „moralinsaures Gefasel“, „alte Tattergreis“, „eigentümliche Äußerungen“ … Wer spricht so von Günter Grass, und spricht doch nur von sich selbst? Georg Immanuel Nagel ist es. Aber er spricht auch für seine Gesinnungsgemein-Schaft stellvertretend aus, was von deren „Konzepten“ zu halten ist:

„Der ehemalige SS-Mann Grass ist ein typischer Ewiggestriger, der versucht, die aktuellen Probleme mit Konzepten aus ‚der guten alten Zeit‘ zu lösen.“

Nur nebenbei bemerkt, wäre Günter Grass „ein typischer Ewiggestriger“ und schriebe er zusätzlich noch wie die von der „Zur Zeit“ recht  Verehrten, beispielsweise wie Springenschmid, er wäre dieser Gemein-Schaft ein Gott

„Mit Konzepten aus der ‚guten alten Zeit'“ … Es gibt auch einen recht vielsagenden Rechtschreibfehler:

„Hinzu kommt der Kinderreichtum dieses Menschenschlagen, welcher […]“

„Dieses Menschenschlagen“ – Menschen schlagen … Darum geht es. Beinahe könnte von einer Erleichterung gesprochen werden, nicht wieder, wie in dieser Woche, lesen zu müssen: „Sofort erschießen diese Dreckschweine!“ … Oder von „Massenvergewaltigung von Frauen“, ebenfalls in dieser Woche …

Und ein Letztes.

Weiß er, Nagel, noch, von welchem Land er redet? Er schreibt, wie ausgeführt, nicht über Günter Grass, also auch nicht für Leser und Leserinnen in Deutschland, denn er schreibt in einem Magazin einer Partei in Österreich, die in Österreich zu Wahlen antritt.

„Nun freilich ist ein Zuzug von Deutschen in ein deutsches Land kein Problem, denn das heißt, es kommen Personen der gleichen Kultur, die zudem gebildet und fleißig sind. Bei den bildungsfernen, mitunter radikalislamischen Asylanten aus den rückständigsten Weltgegenden sieht das schon anders aus. Von anderen Dingen wie dem wachsenden Terrorismus und den alltäglichen Gewaltverbrechen an Deutschen rede ich erst gar nicht.“

„Fleißig“ – wahrlich fleißig, ein Blick in die Kriminalitätsstatistik …

Schluß jetzt, genug. Nein, etwas Heiteres doch noch. Wenn es darum geht, einen Menschen zu diffamieren, wird plötzlich die Abkürzung „SS“ gekannt, geht es aber darum, die nationalistische Massenmorddiktatur in einem freundlichen Licht darzustellen, das Deutsche Reich wie die USA als Präsidialsystem mit einem Staatsoberhaupt Adolf Hitler zu präsentieren, werden die Abkürzungen „SS“ und „SA“ nicht verwendet, sondern ausgeschrieben: „Schutzstaffel“ und „Sturmabteilung“ … Ausgeschrieben klingt das harmloser … Ist das nicht rührend gedacht? Oder einfach lächerlich …

PS Auch diese Nummer kommt nicht ohne Beiträge von gewählten Mandataren aus. Diesmal Wendelin Mölzer und Manfred Haimbuchner. Und zusätzlich ein großes Interview mit NR Gerhard Deimek. Der, wie von ihm recht bekannt, klug zu reden weiß, wie hier inhaltlich passend nachgelesen werden kann: „Zum Kotzen …“

Erich Körner-Lakatos, fleißigster Schollengesinnungsmann der FPÖ-ZZ über Banda, Hitler, Lunacek und Eva

Es muß zugegeben werden, nichts ist leichter, als sich über das Geschwefel von Erich Körner-Lakatos lustig zu machen. Es muß auch zugegeben werden, nichts kann für einen Menschen herabwürdigender sein, als sich über das Geschwefel von Erich Körner-Lakatos lustig machen zu müssen. Und dafür ist Erich Körner-Lakatos weder die Ursache, noch ist er dafür verantwortlich. Er selbst wäre wohl ein ganzes Leben lang vollkommen unbekannt geblieben, würde er nicht für die „Zur Zeit“ schreiben. Aber auch die „Zur Zeit“ wäre wohl ein ganzes Leben lang vollkommen unbekannt geblieben, wäre es nicht das Quell-, Schreib- und Werbeorgan einer Partei, die in Österreich gewählt werden kann. Aber diese Partei wäre wohl ein ganzes Leben lang vollkommen unbeachtet geblieben, wäre es eine Partei, die in jedweder Wahl nicht mehr als 0,88 Prozent erhielte. Von diesem Traumergebnis für eine derartige Partei ist die identitäre Gemein-Schaft jedoch weit entfernt, wie mit einem Blick auf vergangene Wahlergebnisse und auch auf aktuelle Meinungsumfragen nachgeprüft werden kann.

Vor längerer Zeit wurde schon einmal die einzige Schwierigkeit angesprochen, die es mit Texten von dem fleißigsten Schollenmann der freiheitlichen ZZ je geben kann: wenn seine als Satiren ausgewiesenen Texte keine Satiren sind, was sind dann seine geschichtlichen Betrachtungen und gesellschaftspolitischen Analysen? Satiren von höchster Finesse? Nämlich dadurch, daß diese Beiträge nicht als Satiren ausgewiesen sind?

FPÖ-ZZ 47-2014 Banda - Bereicherer auf Kosten der MenschenUnd in der von einem NR, also von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments, geführten „Zur Zeit“ kann Erich Körner-Lakatos genannt werden, als einer der fleißigsten Schollenmänner dieses Magazins. Allein in der aktuellen Ausgabe 47 vom 21. bis 27. November 2014 ist er mit sechs namentlich gekennzeichneten Beiträgen vertreten. Ob das bereits alle Beiträge sind, kann nicht verifiziert werden, denn auch in der Ausgabe gibt es Beiträge, deren Verfasser oder Verfasserinnen mit einem Pseudonym genannt werden.

Es hätte für diese Nummer der „Zur Zeit“ im Grunde ausgereicht, lediglich über „Das Schicksal der Preußen“ zu berichten, wie bereits geschrieben wurde, in der u.v.a.m. Adolf Hitler vorgestellt wird als „Staatsoberhaupt, gleichzeitig Regierungschef (Präsidialsystem wie in den USA), zudem Vorsitzender der Einheitspartei NSDAP.“ Hinzu kommt noch die Reaktion von NR Gerhard Deimek, der nicht mit Fragen, ob er das skandalös fände, gemobbt werden möchte.

Es sollen doch auch die anderen Beiträge von diesem fleißigsten Schollenmann der ZZler, nicht alle, aus dieser Nummer herangezogen werden, denn sie machen, wenn auch nur wieder einmal, deutlich, wie es um die Gesinnung, um die Begehren, um die Verehrungen dieser identitären Gemein-Schaft bestellt ist. Alles Gründe, die die Wähler und Wählerinnen in diesem Land endlich dazu veranlassen sollten und müssen, dieser Partei ihr Traumergebnis in jedweder Wahl zu bescheren: 0,88 Prozent.

Aber es ist nicht nur der Massenverbrecher und Massenmorddiktator Adolf Hitler, der in dem von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments geführten Magazin mit einer für ihn geschichtsfreundlichen Darstellung rechnen darf, sondern auch Hastings Banda – „Premierminister, gläubiger Christ“ … Gewisse Diktatoren werden in der von einem NR geführten ZZ nicht Diktatoren genannt. Was diese beiden freundlich besprochenen Diktatoren verbindet? Während die sogenannten eigenen Völker von ihnen in Elend, Not und Tod gestürzt wurden, wurden sie selbst sehr reich dabei, sehr reich. Und derart reichgewordene Diktatoren von Ländern, in denen die Menschen aufgrund ihrer Regentschaften darben, werden in dem Quell-, Schreib- und Werbeorgan einer Partei, die vorgibt für das Wohl der Menschen, für das Wohl des sogenannten Volkes zu sein, mit recht freundlichen Worten obendrein beschenkt. Der geschichtliche Beitrag über „Malawi“ ist nicht als Satire ausgewiesen, und es kann doch nur eine Satire sein, vor allem wegen des letzten Satzes: „Während Banda im Alter von 100 Jahren stirbt, wird Palme schon mit 59 vom Qui-Qui geholt.“

Abgesehen davon, daß es nicht gesichert ist, wie alt Hastings Banda tatsächlich wurde, ist die Formulierung „wird Palme schon mit 59 vom Qui-Qui geholt“ eine, die in einer Satire durchaus stehen könnte, nicht aber in einem geschichtlichen Beitrag. Olof Palme wurde ermordet. Olof Palme war kein Diktator, Olof Palme war ein Demokrat. Mit Olof Palme kann weder Not und Elend des sogenannten eigenen Volkes in Verbindung gebracht werden, noch Mißbrauch seiner Position als schwedischer Ministerpräsident zur enorm hohen persönlichen Bereicherung zulasten des sogenannten eigenen Volkes. Dafür wird er in einem von einem Abgeordneten des österreichischen Parlaments geführten Magazin mit Häme beschoßen, weil: „Premier Banda ist daher, obwohl Schwarzer, ein rotes Tuch für alle Linken, an der Spitze Schwedens Ministerpräsident Olof Palme.“ Es war wohl Gottes Gerechtigkeit, Olof Palma schon mit 59 Jahren ermorden zu lasssen, weil für ihn Banda ein „rotes Tuch“ war, und Diktator Banda 90, 91 oder 100 Jahre alt werden zu lassen, der für vier Morde nicht mehr vor Gericht mußte.

FPÖ-ZZ 47-2014 Tatenlos durch die NachtWenn das über den Diktator Banda die Satire war, ist zu fragen, was ist dann die ausgewiesene Satire „Pech-Vögelin, Lunacek, Teil II“? Ein Gegenwartsbeitrag? In diesem ist u.a.m. zu lesen:

„Ulrike Lunacek […] als eine von knapp zwei Dutzend Witzepräsidentinnen des Europa-Parlaments […], die schon den Hausmärchen der Gebrüder Grimm als Randfigur vorkommt (Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen?), bei einer Kundgebung von einem minder charmanten Herrn mit Wasser plus Buttersäure besprüht worden ist.

So etwas kommt vor.

Andere besprühen Hauswände. Für die Grünen ist das mitnichten Sachbeschädigung, sondern Oberflächenveränderung, die unter das Grund künstlerischer Freiheit fällt. Doch im eigenen Fall forderte Anstandsdame L. die überaus strenge Bestrafung des Übeltäters. Der hochlöbliche Staatsanwalt legte die Causa ad acta.

Aber was ist, wenn ihr der Unzurechnungsfähige genau das sagt, was L. in Budapest mitgeteilt worden ist. Sie sei nämlich, so die sinngemäße Übersetzung aus dem magyarischen Idiom, eine an Krätze  leidende hirnamputierte Idiotin. Was freilich ein Widerspruch ist, weil man ohne Hirn ja nicht einmal geistesschwach sein kann.“

Eine Satire ist das tatsächlich, wieder einmal, nicht. Denn eine Satire macht die Beschriebenen kenntlich. Ulrike Lunacek wird in diesem Beitrag aber nicht satirisch kenntlich gemacht, sondern der Schreiber selbst, er malt von sich auf jede Hauswand dieses Landes sein Portrait, das besagt, eine Partei, die einen solchen Beiträger hat, auch deswegen, verdient das Traumergebnis in jedweder Wahl von 0,88 Prozent.

FPÖ-ZZ 47-2014 Langbartanalyse Erich Körner LakatosUnd dann gibt es noch eine nicht ausgewiesene Satire. Nämlich „Anbaggern durch Eva. Wird Adam zum Lustobjekt? – Betrachtungen über Feminismus und seine Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Geschlechtern“. Diesen Beitrag, der von seinem Titel her wie eine Analyse gesellschaftlichr Gegebenheiten sich anhören sollte, könnte nicht einmal Erich Körner-Lakatos selbst als Satire bezeichnen. Allerdings ist es bei dem Beitrag leicht, diesen einer Kategorie zuzuordnen: „Langbartwitze – irgendwann und irgendwo gehört und nachgeschrieben“. Der Kern seiner profunden Denke über dieses Thema ist schnell erzählt. Es ist von einem derart hohen Niveau, daß dafür zuerst auch ein angemessener Platz gefunden werden muß. Und kein Ort ist dafür geeigneter und angemessener als eine Hochgebirgsalmhütte zur mitternächtlichen Faschingszeit:

„Da erzählt mir ein Schulfreund folgende Begebenheit: ‚Unlängst schlendere ich gedankenversunken durch die Innenstadt. Da kommen mir zwei junge Damen entgegen. Knapp nach dem Vorübergehen höre ich die eine zur anderen flüstern: Der Typ schaut unglaublich gut aus. Natürlich fühle ich mich angesprochen, drehe mich um, verbeuge mich knapp. Weißt Du, was ich da zur Antwort gekriegt hab? Aber geh‘, Vaterl, ich hab doch nicht Dich gemeint!

Ich sitze nichtsahnend bei Zeitung, Kaffee und Butterstriezel, als sich von einem der Plätze an der Fensterfront des Kaffeehauses eine Dame erhebt und lächelnd auf mich zusteuert. Madame ist durchaus attraktiv, sogar recht bakschierlich. Bevor ich mich erheben kann, flötet sie mir ins Ohr: Sie sehen meinem dritten Mann unglaublich ähnlich. Leicht verwirrt höre ich mich fragen: Bitte höflichst die Indiskretion verzeihen zu wollen, aber wie oft waren Gnädigste schon vermählt? Dann vernehme ich die schmachtende Antwort: Zweimal.

Auch damit rechtfertigt Erich Körner-Lakatos ein weiteres Mal eindringlich, weshalb ein Buch von ihm nur in diesem Magazin eines NR der identitären Gemein-Schaft empfohlen werden kann, wie in der Nummer 45 vom 7. November 2014 veröffentlicht: „Ob der verbotene Hitlergruß im Alltag sich überhaupt vermeiden ließe?“

FPÖ-ZZ 47-2014 Nagel Bereicherer BandaZum Schluß soll noch einmal zum in der ZZ freundlichen besprochenen Diktator Banda zurückgekehrt werden, als eine Empfehlung für Wählerinnen und Wähler in Österreich, sich einmal beispielsweise in Malawi umzusehen, in dem Hasting Banda jahrzehntelang regierte und sich persönlich bereicherte, sich vorzustellen, wie Wien heute nach einem jahrzehntelangen diktatorischen Regieren beispielsweise durch einen Bande aussähe, um zu verstehen, was von solchen Vorwürfen tatsächlich zu halten ist, die ebenfalls in der Nummer 47 von Georg Immanuel Nagel unter „Zweifelhaftes Jubiläum. 20 Jahre Wiener Bürgermeister Michael Häupl“ abgedruckt sind:

„Häupl Vision von Wien liegt irgendwo zwischen Chicago, Istanbul und einem afrikanischen Slum.“

„Zerstörungswerk [muß] aufgehalten werden,“ schreibt Georg Immanuel Nagel weiter, „bevor es zu spät ist.“ Damit hat Georg Immanuel Nagel vollkommen recht, das Zerstörungwerk muß aufgehalten werden, ehe es begonnen hat. Und dafür braucht es so wenig. Bloß ein Traumergebnis von 0,88 Prozent für die identitäre Gemein-Schaft in jedweder zukünftigen Wahl, sollen diese auch Wahlen für eine gedeihliche Zukunft für alle Menschen und nicht nur für einen kleinen Kreis sein.

FPÖ-ZZ 47 Martin Pfeiffer Protest jetztPS Leichter ist die Beurteilung der Beiträge von Martin Pfeiffer. Er schreibt nie Satiren. Diesmal, also in der Nummer 47, schreibt er „streunende Afrikaner und Asiaten“ unter dem Aufruf „Protest jetzt!“ Abgewandelt könnte dieser sein Aufruf durchaus verwendet werden: „Aufklärung jetzt!“ Breiteste Aufklärung, auch und endlich durch die Massenmedien in Österreich, zum Beispiel darüber, mit welch einem verklärenden Blick Bereicherer auf Kosten der Menschen von dieser identären Gemein-Schaft gesehen werden. Diese Gemein-Schaft hat sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eines wahrlich verdient: das Wahltraumergebnis von achtundachtzig Stimmen.

 

 

Recep Tayyip Erdoğan kann von Österreich aus bestens mit einem FPÖ-Politiker verglichen werden

Das gleiche gemeingefährlich aberwitzige und unredliche Herumstochern in der Vergangenheit, das gleiche gemeingefährlich aberwitzige und unredliche Basteln einer eigenen, wie sie meinen, glorreichen Vergangenheit, die gleiche Relativierung vergangener Ereignisse, die gleiche Verteilung des Leides in der Vergangenheit auf alle zur Verharmlosung der Handlungen der sogenannten Vorfahren, das gleiche gemeingefährlich aberwitzige Pochen auf eine Identität, die, um sich je noch bewegen zu können, Vergangenheitskrücken braucht … es durchaus nicht unberechtigt ist, zu fragen, was können bei so viel Übereinstimmungen eigentlich die identitären Allahseibeiunse aus Österreich gegen die Gottseibeiunse der erdoğanschen Partei …

AK Parti und FPÖEs kann sogar noch weitergefragt werden, weshalb gibt es eigentlich in Österreich nicht wenig Vorbehalte gegen Menschen aus der Türkei? Sind sie doch etwa in ihrem Wahlverhalten einander zum Erschrecken ähnlich: nicht wenige, viel zu viele in Österreich wählen die Allahseibeiunse und ebenso nicht wenige, viel zu viele in der Türkei die Gottseibeiunse, also diese österreichischen und türkischen Verführer und Verführerinnen in ihren Trachten, die mit Phrasen, falschen Versprechungen und so weiter und so fort …

Das war der Gedanke, als gehört wurde, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sei der Meinung, Muslime hätten Amerika … Das Wort, um diesen Satz vollständig zu beenden, will gar nicht geschrieben werden. Denn im 21. Jahrhundert noch derart darüber zu reden, wer wo wann zum ersten Mal gewesen sei, ist tatsächlich nur noch ein Aberwitz, eine Idiotie. Aber auch die Reaktionen auf die erdoğansche Idiotie, also von jenen, die nun Kolumbus als den ersten Ankommenden in Amerika verteidigen, ist nichts anderes als eine Idiotie, und zeigt bloß erschreckend auf, wie tief dieses weißherrschaftliche Denken immer noch …

Denn, um bei dem von Recep Tayyip Erdoğan angesprochenen Kontinent als Beispiel stellvertretend für die anderen Erdteile zu bleiben, Amerika mußte und konnte nicht entdeckt werden. Amerika war bereits besiedelt, also, wenn es wer so sehen möchte, Amerika war bereits entdeckt, wie eben auch Europa bereits So daß, und das wäre immer noch eine Leistung, wenn unbedingt von Leistung gesprochen werden muß, tatsächlich nur davon die Rede sein kann, Kolumbus, wenn es denn Kolumbus war, sei der erste Reisende aus Europa gewesen, der Amerika erreichte … Mit dem Wort „Entdeckung“ wird nach wie vor eine Leistung verbunden, die den Menschen aus Europa nicht zur Ehre gereicht … Tatsächlich wurde im Zusammenhang mit dem Reisen durch das Wort „Entdeckung“ nichts entdeckt, sondern es wird heute durch das Wort „Entdeckung“ in diesem Zusammenhang verdeckt, also zugedeckt, es wird durch das Wort „Entdeckung“ alles verdeckt und zugedeckt, was durch die „Entdeckungen“ angerichtet wurde …

Anders wäre es mit den „Entdeckungen“, wäre etwa das „entdeckte“ Amerika ein Erdteil gewesen, auf dem zum Zeitpunkt der „Entdeckung“ kein einziger Mensch gelebt hätte. Dem war ganz und gar nicht so. Die „Entdeckungen“ waren blutige und grausame Erobungen, blutige Auslöschungen von Menschen, Unterjochungen, Versklavungen physischer Natur und durch die Missionierungen psychischer und geistiger Natur … Und derart aberwitzige Diskussionen, wie die aktuell durch den türkischen Staatspräsidenten ausgelöste, offenbaren in erschreckendem Ausmaße weiter das Vorhandensein eines kolonialistischen Gehabes … Für die Menschen auf diesem Erdteil, wäre es besser gewesen, diese Art der „Entdeckungen“ hätte es nie gegeben, ihnen wäre ihr Erdteil nicht auf die brutalste und blutigste Art weggenommen worden, auch dadurch, daß ihrem Erdteil ein anderer Name gegeben wurde. Die Menschen wurden nicht als Menschen gesehen, und dementsprechend unmenschlich ist mit ihnen auch verfahren worden, und das steckt bereits tief in diesem Unwort „Entdeckungen“ … Denn ein von Menschen bewohntes Land kann nicht entdeckt werden, es kann besucht werden, aber ein Besuch abverlangt ein gänzlich anderes Verhalten, ein respektvolles, ein höfliches, ein menschliches, ein achtsames, ein fragendes zum Beispiel nach einem ständigen Bleibendürfen …

Das Einzige, was die Allahseibeiunse und Gottseibeiunse noch trennt, ist, Recep Tayyip Erdoğan hat schon den Palast, von dem die von der identitären Gemein-Schaft in Österreich bloß und hoffentlich für immer nur träumen

Beim Lesen der FP-ZZ ist es nicht weit zu NPD und Pétain: „Arbeit, Familie, Vaterland“

In der Ausgabe 46 vom 14. November 2014 ist es E. K. L. ein Bedürfnis, Pétain seinen Gruß zu entbieten, also in der von einem NR geführten ZZ der identitären Gemein-Schaft zu klagen, daß sein Held Philippe Pétain auf einer „gottverlassenen Insel“ sterben mußte, seines Helden „Gebeine auch heute noch auf der Insel Yeu in einer etwas verwilderten Grabstätte [ruhen]“ …

Zur Zeit PétainE. K. L., der Gruß-, Anstands- und Höflichkeitsexperte der ZZ, findet, sein Held müßte wohl auf den „Soldatenfriedhof von Verdun“. Denn: „Dort errang der Marschall im Ersten Weltkrieg seinen größten Triumph.“ Verdun – immer noch Sinnbild des absoluten Grauens eines Krieges. Dennoch schafft es E. K. L. mit einer Leichtigkeit, Verdun mit Triumph in Verbindung zu bringen. Die Hölle von Verdun war ein „Triumph“ der Menschenverachtung, des Menschenhasses, der Menschenfeinde, und wer rund einhundert Jahre später immer noch einen Befehlshaber von Verdun würdigt und von seinem „größten Triumph“ in Verdun lobend schreiben kann, ist ebenso ein …

Aber Pétain ist hier nicht von Interesse, weder als Befehlshaber im Krieg von 1914 bis 1918 noch als „Chef“ (wie er sich selbst nannte) des Vichy-Regimes von 1940 bis 1944, sondern, was E. K. L. erzählt, mehr noch, nicht erzählt, über die Zeit nach 1945.

Spiegel 1964 PétainUnd E. K. L. eröffnet die Würdigung seines Helden mit einem Personal, das seinen „Verdun-Triumphator“ wohl im besten Licht erscheinen lassen soll:

„Der Literatur-Nobelpreisträger Francois Maurice und andere Prominente unterstützen im Herbst 1964 eine Kampagne, deren Ziel die Überführung der sterblichen Überreste von Marshall Philippe Pétain auf den Soldatenfiredhof von Verdun ist.“

An wen, aber das bloß nebenher, er bei Maurice gedacht haben mag, kann nicht gewußt werden, der Nobelpreisträger, den er meinen könnte, jedenfalls heißt Mauriac … Vielleicht befürchtete E. K. L. bloß bei Nennung des richtigen Namens, es könnte wer nach „Pétain und Mauriac“ suchen, und die Suchergebnisse würden bereits seine Bemühungen doch sehr unterlaufen, seinen Helden im strahlendsten Licht …

Ach, „der Literatur-Nobelpreisträger und andere Prominente unterstützen im Herbst 1964“ … Über die „anderen Prominenten“ berichtet „Der Spiegel“ am 13. Mai 1964:

„Der rechtsextreme Rechtsanwalt Tixier -Vignancour, der bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr gegen Charles de Gaulle antreten will, hat den verstorbenen Marschall zum Wahlschlager erkoren: Er versprach, für den Fall seiner Wahl den Letzten Willen Pétains zu erfüllen, dem er 1940 als Propagandachef der Vichy-Regierung gedient hatte. Frankreichs Heros aus dem Ersten Weltkrieg solle seinen Platz in der heiligen Erde von Douaumont bekommen.“

Arbeit Familie Vaterland Zur Zeit NPD„Der rechtsextreme …“ Kann es anders sein? Kann es denn für die von einem NR geführten ZZ „andere Prominente“ geben als eben … Pétain, ein Unsterblicher auch heute noch, für eben jene Kreise, in denen „andere Prominente“ Synonym ist für … Gesinnungsgemäß muß diesen „anderen Prominenten“ heute noch die Proklamation von Pétain gefallen, mit der er eine „nationale Revolution“ entfachen wollte : „Travail, Famille, Patrie – Arbeit, Familie, Vaterland“ und hinwegfegen: „Liberté, Égalité, Fraternité – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ …

Und Jaques Isorni … eine sonderliche Berufsbiographie, wessen Verteidiger er auch noch wurde …

Und noch ein Wort vermeidet E. K. L. im Einsatz für seinen Helden: Kollaboration. Es klingt auch viel harmloser und ehrenvoller bloß zu schreiben, „weil er mit der deutschen Besatzungsmacht zusammengearbeitet habe …“

Zu dem von E. K. L. erwähnten „Sigmaringen“ fällt Céline ein, der ein Schriftsteller war, aber auch ein Antisemit, ein Vichy-Kollaborateur, „ein französischer Nationalsozialist“, wie er auch bezeichnet wurde, nun, dieser Louis-Ferdinand Céline ist in Sigmaringen in Deutschland, mit Pétain und Laval, auf der Flucht … Aber Pétain führte dort für ein paar Monate noch einen „Operettenstaat“ auf, bis es schließlich mit der nationalistischen Massenmorddiktatur des deutschen reiches, die auch dem sogenannten eigenen Volk nicht das versprochene bessere Leben, sondern nur Tod, Elend, moralisches und ethisches Verderben brachte, ganz aus und endlich vorbei … Und in der Deutschland-Trilogie über den Untergang schreibt er auch über Pétain, aber nicht schmeichelnd, nicht wie E. K. L. Jahrzehnte später …

Jahrzehnte später versucht sich wieder einer darin, derart vulgär, unflätig zu schreiben, aber … Der Rat, der Akif Pirinçci gegeben werden kann, ist, er soll von Céline nur die drei Punkte nehmen, um seine Bücher mit diesen ganz zu füllen – ohne einen einzigen Buchstaben dazu

Historiker Stefan Karner distanziert sich „entschieden von krausen Formulierungen“ der Steirischen Wirtschaft

Stefan Karner distanziert sich entschieden von krausen Formulierungen

Stefan Karner: „Ich kenne diese Zeitleiste nicht und distanziere mich entschieden von derartigen krausen Formulierungen[.]“

Es wurde zwar gefragt, aber nicht tatsächlich angenommen, daß ein seriöser Historiker in irgendeiner Weise etwas mit dieser „Zeitleiste“, über die gestern berichtet wurde, zu tun haben kann, und noch desselben Tages bestätigt Stefan Karner, daß die Annahme richtig war.

Es erscheint aber redlich zu sein, die entschiedene Distanzierung von Stefan Karner zu veröffentlichen, um in dieser Angelegenheit nicht den geringsten Schatten auf seine Reputation als Historiker fallen zu lassen:

„Ich kenne diese Zeitleiste nicht und distanziere mich entschieden von derartigen krausen Formulierungen, die in keiner Weise geeignet sind, die Geschehnisse auch nur einigermaßen entsprechend wieder zu geben.“

Um welche „krausen Formulierungen“ es hierbei geht, kann in der Collage auf einen Blick ersehen werden.

„Innenpolitische Wirren“ nennt die Steirische Wirtschaft die christschwarze Diktatur vor 1938

Steirische Wirtschaft - Dollfuß-Diktatur ist gleich innenpolitische Wirren

„5 Jahre faschistische Diktatur mit dem Verbot aller Parteien, Einrichtung von Lagern für politische Gegner und unliebsame Bevölkerungsgruppen wie Bettler als ‚innenpolitische Wirren‘ abzutun, halte ich für ein ziemlich starkes Stück!“

Aus Graz schickte diese Woche ein Leser einen Ausschnitt aus der „Jubelbroschüre der Wirtschaftskammer Steiermark“ vom 12. November 2014 zu, weil er meint, in dieser werde ein „interessantes Geschichtsbild“ transportiert, und nicht nur durch die identitäre Gemein-Schaft

Alles was dazu gesagt werden kann, ist von ihm in seiner E-Mail bereits geschrieben worden:

„Als Beispiel schicke ich Ihnen einen Auszug aus einer Jubelbroschüre der Wirtschaftskammer Steiermark, mit der alle Haushalte der Steiermark diese Woche ‚beglückt‘ wurden,

Unter einem Artikel, der vom Chefredakteur mit geschrieben wurde, findet sich eine Zeitleiste von 1914 bis heute, In der Zusammenfassung der Jahre 1918 bis 1945 finden sich folgende schöne Sätze:

‚… bis zum Schwarzen Freitag 1929. Nach innenpolitischen Wirren und dem Bürgerkrieg marschiert Adolf Hitler 1938 ein.‘

5 Jahre faschistische Diktatur mit dem Verbot aller Parteien, Einrichtung von Lagern für politische Gegner und unliebsame Bevölkerungsgruppen wie Bettler als ‚innenpolitische Wirren‘ abzutun, halte ich für ein ziemlich starkes Stück!“

Bleibt bloß noch die Frage, wer hat diese „Zeitleiste“ erstellt? Der interviewte Historiker Stefan Karner wird es wohl nicht gewesen sein, oder, wird gehofft, er hat die Wirtschaftskammer Steiermark beim Erstellen dieser „Zeitleiste“ nicht einmal beraten …

Und diese Zusendung aus Graz läßt unweigerlich wieder daran denken, wie in der christschwarzen Partei Jahr für Jahr immer noch Leopold Kunschak mit einem Preis ehrend gedacht wird … Aber auch an den Aufmarsch in der Wiener Innenstadt im Juni 2014 mit dem Kruckenkreuz der „Innenpolitischen Wirren“