In Einmütigkeit Burschenschaft, Mädelschaft, Mey, Wader, Wecker bei Zenettis „Kreuz des Jesus Christus“

Sofort wird gesagt werden, die das Werk von Konstantin Wecker bestens kennen, die Musik zu „Das Kreuz des Jesus Christus“ hat nicht Konstantin Wecker geschrieben, sofort wird gesagt werden, Konstantin Wecker sang noch nie „Das Kreuz des Jesus Christus“, sofort wird gesagt werden, auch Reinhard Mey sang noch nie „Das Kreuz des Jesus Christus, sofort wird gesagt werden, auch Hannes Wader sang noch nie „Das Kreuz des Jesus Christus“ …

Konstantin Wecker hat die Musik zu „Das Kreuz des Jesus Christus“ geschrieben, und er hat es eben erst wieder gesungen, im Mai 2023 — auf dem Heldenplatz

und Reinhard Mey und Hannes Wader singen „Das Kreuz des Jesus Christus“, so der tatsächliche Titel des Gedichts von Lothar Zenetti, wie seinem Gedichtband „Texte der Zuversicht – Für den einzelnen und die Gemeinde“ zu entnehmen ist.

Und wenn „Das Kreuz des Jesus Christus“ vorgespielt wird, ob von Mey, ob von Wader, ob von Wecker gesungen, wird sofort nach den ersten drei Wörtern gesagt werden, das ist Was keiner wagt! und nicht Das Kreuz des Jesus Christus!

Freilich ist es Was keiner wagt. Weil Wecker, Wader, Mey den Titel, den Anfang und den Schluß des zenetti’schen Gedichts weglassen

Das Kreuz des Jesus Christus
durchkreuzt was ist
und macht alles neu



Das Kreuz des Jesus Christus
durchkreuzt was ist
und macht alles neu

Das von Konstantin Wecker zum Vertonen Entnommene und Vorgetragene und das von Mey und Wader Nachgesungene ist im Gedichtband eingerückt. Als wäre es zitiert. Vielleicht deshalb die verbreitete Annahme, „Was keiner wagt“ sei nicht von Lothar Zenetti. Da gibt es Zuschreibungen von A. bis G. Und weitere.

Die „Prager Burschenschaft Teutonia zu Würzburg“ etwa meint, das hätte einer ihrer Heldmannen geschrieben, Walter Flex, und auch sie läßt wie Wecker, Mey, Wader den Originaltitel, die erste und die letzte Strophe weg.

Die „akademische Mädelschaft Iduna zu Linz“ hingegen scheint sich damit abgefunden zu haben, daß es Lothar Zenetti ist, aber den Beginn und den Schluß des Gedichts zu verschweigen, muß ihr wie Wecker, Wader, Mey ein hehres Anliegen sein …

Und auch für „Die „alternative Enzyklopädie“ ist Walter Flex der Gedichtheld von „Was keiner wagt, das sollt ihr wagen“, gesinnungsgemäß ohne Spekulation, daß es auch ein Gedicht von Zenetti sein könnte, nein, ihr es nur von Walter Flex sein kann, diesem 1917 schließlich selbst Ermordeten im Krieg von 1914 bis 1918 …

Flex, also der für die nationalsozialistische Propaganda so recht Brauchbare, und nicht die vor kurzer Zeit in Österreich für ihren vorgesehenen verwendungsfremden Gebrauch berühmt gewordene Flex, gesinnungspassend in Eisenach geboren,

Walter Flex mit seinem für ihn gesinnungsgerecht hergerichteten symbolischen Grab in Eisenach

„Fehlende Kriterien der Rasse – Ungläubige“

Es wird, seit dieses Wort

كفّار (kuffār)

in deutscher Übersetzung auf der Website des Bundesministeriums für Justiz in Österreich im Juni 2023 gelesen wurde, ein Bild nicht mehr zu löschen sein, weder aus dem Gedächnis noch aus der Erinnerung,

dieses Bild von Männern und Frauen, die im Bundesministerium für Justiz in Österreich … dieses Bild von Männern im Justizministerium in gekürzten Hosen,

dieses Bild ist nicht mehr zu löschen, dieses Bild mit Frauen im Justizministerium mit Hijab, nicht zu löschen, dieses Bild mit Frauen im Ministerium für Justiz mit Abaya, mit Tschador,

ein unlöschbares Bild, im Justizministerium mit Niqab, dieses Bild von Frauen im Ministerium für Justiz mit Bushiya,

dieses Bild zu löschen nimmermehr, im Justizministerium mit Burka, dieses Bild mit Männern, eingebrannt, im Ministerium für Justiz mit ihren entblößten Fußknöcheln

„Rasse – Ausländer*innen/Ungläubige – und Weltanschauung“ in der Erklärung des Bundesministeriums für Justiz in Österreich im Juni 2023

Es wurde im Kapitel, in dem u. a. der § 283 angesprochen wird, das muß zugegeben werden, herablassend über die Formulierung der „vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse“ im Paragraphen 283 StGB…

5) Die geschützte Gruppe kann sowohl positiv als auch negativ formuliert sein, was durch die Wortfolge „vorhandenen oder fehlenden Kriterien“ zum Ausdruck kommt. Damit unterliegt auch die pauschale Hetze gegen „Ausländer*innen“ oder „Ungläubige“ dem Tatbestand.
6) Darunter wird das Menschen- und Weltbild, die Lebensanschauung einer Person verstanden.

… wie ungerecht das war, muß nun erkannt und eingestanden werden, beim Lesen am 19. Juni 2023 der Erklärung des Bundesministeriums für Justiz in Österreich des Paragraphen 283 StGB, dessen Änderung mit 1. Jänner 2021 in Kraft gesetzt wurde, wonach „Rasse“ nach dieser ministerialen Erklärung und Sicht „Ausländer*innen/Ungläubige“ —

Was für eine recht steile Karriere das Wort „Weltanschauung“ worunter, so das Justizministerium, das „Menschen- und Weltbild, die Lebensanschauung einer Person“ zu verstehen sei, in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts machte, dieses spenglerisch oder rosenbergisch oder überhaupt für eine gesamte Ideologie hauptverwendete Wort,

es kann nur erahnt werden, daß jene die ihre Gesinnung nicht als Ideologie, sondern nach wie vor als Weltanschauung begreifen, im 21. Jahrhundert, wie recht zufrieden mit diesem Paragraphen 283 sie sein werden, der sie, auch sie, mit ihrer Weltanschauung vor „Aufruf zu Gewalt oder Hass“ schützen soll,

weniger wird wohl wird verstanden werden wollen, dieses germanische oder deutsche Wort Weltanschauung fortan nicht mehr zu sagen oder zumindest nicht mehr so leichthin zu verwenden, wie bisher, trotz seines schönen oder einheimelnden Klangs

Wunderliche Rechte in Österreich

Die strafbaren Handlungen gegen die Ehre sind nur auf Verlangen des in seiner Ehre Verletzten zu verfolgen. Sie sind jedoch von Amts wegen zu verfolgen, wenn sie gegen den Bundespräsidenten […] wider einen Seelsorger einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft während der Ausübung seines Amtes oder Dienstes begangen, so hat die Staatsanwaltschaft den Täter mit Ermächtigung des Verletzten und der diesem vorgesetzten Stelle zu verfolgen.

Nach diesem Paragraphen 117 StGB hat also der derzeitige Bundespräsident

Das StGB stellt Üble Nachrede (§ 111 StGB) und Beleidigung (§ 115 StGB) als sogenannte Handlungen gegen die Ehre unter Strafe. Diese Straftaten sind wie Offizialdelikte von Amts wegen zu verfolgen, wenn sie gegen den Bundespräsidenten gerichtet sind (§ 117 Abs. 1 2. Satz StGB). Zu dieser Strafverfolgung hat die Strafverfolgungsbehörde (Staatsanwaltschaft oder Kriminalpolizei) beim Bundespräsidenten eine Ermächtigung einzuholen (§ 117 Abs. 1 Satz StGB). Die genannten Straftaten werden daher „Ermächtigungsdelikte“ bezeichnet. Wie in allen anderen Fällen von Ermächtigungsanfragen durch Strafverfolgungsbehörden wurde auch in dem von Ihnen namentlich angeführten Fall genau in der gesetzlich definierten Art und Weise vorgegangen. Der Herr Bundespräsident hat in seiner Amtszeit auf alle an ihn gerichteten Ermächtigungsanfragen umgehend geantwortet. In 52 Fällen hat er mitgeteilt, keine Ermächtigung zur Strafverfolgung zu erteilen. In sieben Fällen hat er die Ermächtigungen
zur Strafverfolgung erteilt (Stand 1.6.2023).

auf Anfrage eines Parlamentariers, wie seine Präsidentschaftskanzlei am 12. Juni 2023 mitteilt, seine Ermächtigung zur Strafverfolgung erteilt.

Der Parlamentarier schreibt in seiner Anfrage in bezug auf diesen Paragraphen 117 wohl wider besseren Wissens, aber gesinnungsbedienend von einem „Sonderverfolgungsrecht“ —

ein sonderliches Recht ist es allemal, das in diesem Paragraphen festgeschrieben ist.

Wohl wert, diesen Paragraphen genauer zu betrachten.

Der Paragraph stammt aus einer Zeit, von der nicht erwartet wurde, daß solche Paragraphen je noch beschlossen werden, aber es mußten damals wohl insbesondere der Kirche Zugeständnisse über Zugeständnisse gemacht werden, vielleicht auch gerade wegen eines Gesetzes — einer Lösung, die Jahrzehnte später nicht wenige wieder los werden wollen …

Aus dieser Zeit stammt auch, worauf doch immer wieder hinzuweisen ist, noch ein recht sonderlicher Paragraph, der wie der § 117 schon Eingang fand in mehr als ein Kapitel

Dieser Paragraph 117 wurde später geändert, so 2009, in diesem Jahr wurde, und das wird den Parlamentarier gesinnungsgemäß wohl schmerzen, der Absatz

Richtet sich eine der in den §§ 111, 113 und 115 mit Strafe bedrohten Handlungen gegen
die Ehre eines Verstorbenen oder Verschollenen, so sind sein Ehegatte, seine Verwandten in
gerader Linie und seine Geschwister berechtigt, die Verfolgung zu verlangen.

aufgehoben. Und dann erfolgte 2017, in der ersten Amtszeit des derzeitigen Bundespräsidenten, wieder eine Änderung. Freilich, aufgehoben wurde nicht die Überstellung der Kirche, der Religionsgesellschaften. Hinzugekommen aber ist der Hinweis auf den Paragraphen 283, in dem es um die Zugehörigkeit zu Gruppen geht. Auch der Paragraph 283 wurde geändert, ebenfalls in der Amtszeit des derzeitigen Bundespräsidenten, in Kraft gesetzt mit 1. Jänner 2021, so wurden vor dem Wort „Behinderung“ die Worte „körperlichen oder geistigen“ gestrichen,

(1) Wer öffentlich auf eine Weise, 1. dass es vielen Menschen zugänglich wird, zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe […]

geblieben aber ist in diesem Paragraphen, auch in diesem Paragraphen das Wort „Rasse“

Ganz und gar sinnerfüllt ist in diesem Paragraphen die Formulierung „nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse“

Das hat die Qualität der Schönheit und der Eleganz, die der derzeitige Bundespräsident auch in seiner zweiten Amtszeit so an der Verfassung Österreichs überaus schätzt …

Der Bundespräsident, die Parlamentarierin, der Parlamentarier, der Hain und billige Triumphe

Der Freispruch von Florian Machl, wenn auch noch nicht rechtskräftig, bescherte wieder einmal den dieser Gesinnung Anhängenden einen billigen Triumph, billig deshalb, weil es nicht deren Leistung ist, sondern die ihnen durch Unüberlegtheit unfreiwillig gewährte Unterstützung.

Wer den Kommentar von Florian Machl vom 18. September 2022 auf „report24“ liest, hat wohl schon vor der Gerichtsverhandlung, die erst Alexander Van der Bellen als Bundespräsident ermöglichte und somit dafür verantwortlich ist, verstanden, daß das Gericht gar kein anderes Urteil fällen wird können, als das eines Freispruchs …

Alle Freisprüche, ob bereits rechtskräftig oder nicht, werden den Anhängenden dieser Gesinnung zum billigen Triumph, wie auch dieser vor kurzem erfolgte Freispruch, ebenfalls triumphierend von der gesinnungsgemäß zensurierten Website berichtet, und daß im Überschwang des billigen Triumphes auch ein antisemitischer Kommentar nicht fehlen darf, daß im Überschwang des billigen Triumphes ein antisemitischer Kommentar nicht gelöscht werden darf, ist solch einer Gesinnung eingeschrieben …

Es will gar nicht auf das eingegangen werden, was Florian Machl am 18. September 2022 geschrieben hat, zu vernachlässigbar ist dies, zu übergehbar ist dies, was für Alexander Van der Bellen offensichtlich nicht vernachlässigbar, übergehbar war, und was nun das Gericht als vernachlässigbar, übergehbar feststellte, wenn auch noch nicht rechtskräftig, vor allem vor dem Hintergrund, was Florian Machl sonst schon von sich gegeben hat, auch gegen den derzeitigen Bundespräsidenten, als dieser noch ein Kandidat war, werden von Florian Hain, wie sich Florian Machl auch nennt und vielleicht nicht mehr nennt, die Vorgangsweise von einem Lebensmittelkonzern als „identisch zu Hitlers Zeiten“ hingestellt …

Es geht, das soll doch erwähnt werden, wohl vor allem um die Passage, in der Florian Machl davon spricht, der Bundespräsident würde „die Verfassung mit Füßen treten“ … Und das ist unwahr, wahr hingegen ist, der Bundespräsident lobt die Verfassung über alle Maßen, findet sie schön und elegant, während es in Wahrheit doch eine Verfassung ist, die mehr als hinterfragenswert ist, und er spricht von der Verfassung von 1920, während die, die es gibt, von …

Aber Florian Machl ist vernachlässigbar, Florian Machl ist übergehbar, wenn auf das Personal geschaut wird, das im österreichischen Parlament sitzt, und sich für Florian Machl einsetzt, in den billigen Triumph einstimmen, wie Susanne Fürst,

wie der Generalsekretär dieser Gesinnung, der sich sogar mit einem Antrag auf Auskunftspflicht für Florian Machl stark macht, auf den die Präsidentschaftskanzlei am 12. Juni 2023 antwortete, nicht ohne darauf hinzuweisen, daß das von dem Gesinnungsgeneralsekretär genannte „Sonderverfolgungsrecht“ gar nicht gibt; es könnte von einer „Blamage“ des Parlamentariers gesprochen werden, nicht zu wissen, welche Rechte es in Österreich gibt und welche nicht, so wie die Parlamentarierin in ihrer Aussendung davon spricht, der Bundespräsident habe sich „bis auf die Knochen blamiert“ … Der Gesinnungsgeneralsekretär hat sich nicht blamiert, er weiß schon, welche Gesetze es gibt und welche nicht, ebenso weiß er, daß gesinnungsgemäß schon recht gewußt und sofort recht gedeutet wird, was gemeint ist, wenn er von „Sonderverfolgungsrecht“ schreibt … nicht nur Florian Machl wird ihn auf Anhieb verstanden haben —

Hydra

Es heißt, wird dem Ungeheuer ein Kopf abgeschlagen, wachsen dem Ungeheuer sofort zwei Köpfe nach,

es heißt, wie viele Köpfe Hydra auch abgeschlagen werden, doppelt so viele Köpfe wachsen dem Ungeheuer sofort nach, und,

so heißt auch, des Ungeheuers Kopf in der Mitte ist unsterblich …

Erzählt wird aber auch, wie es doch gelang, das Ungeheuer ein für alle Mal auszulöschen, die acht Halsstümpfe wurden ausgebrannt, so daß nicht ein einziger Kopf nachwachsen konnte, so daß aus den acht Halsstümpfen je keine zwei Köpfe mehr nachwachsen konnten, und der für unsterblich gehaltene Kopf in der Mitte des Ungeheuers war, wie es sich durch Tatkraft erwies, nicht unsterblich, auch der mittige Kopf konnte abgeschlagen werden, und, um sicher zu gehen, wurde der abgeschlagene mittige Kopf des Ungeheuers eigens unter einem schweren Felsen begraben, und der nun kopflose Körper des toten Ungeheuers zusätzlich zerschlitzt …

In Wien, in Österreich ist das bekannt, aber nur bis dahin, daß Hydra aus acht und acht Halsstümpfen acht mal zwei und acht mal zwei Köpfe eben sofort nachwachsen, wie Hydra aber endgültig zu besiegen ist, dieser Schluß der Erzählung wird in Wien, in Österreich nicht gewußt, jedenfalls, es wird so getan, daß er nicht gewußt wird, aber der Schluß wird gewußt, bloß nicht erzählt, es müßte dann wohl gehandelt werden, oh, es wird,

freilich wird gehandelt, es wird der Fels gesäubert, es wird der Fels zu einem neuen Sockel betoniert, der, um ihn natürlicher erscheinen zu lassen, etwas schief gestellt wird, und auf dem dann kerzengerade das Ungeheuer mit all seinen Köpfen mythologisch zu einem einzigen Kopf vereint zur Unsterblichkeit …

So lebt Hydra, das Ungeheuer, ewig – in Wien, Österreich, wo das Ungeheuer auch davor bewahrt wird, daß je wer nur den Versuch sich erlaubte, ihm seine Köpfe abzuschlagen, gar seinen mittigen Kopf unter einem Fels zu begraben, so lebt Hydra, das Ungeheuer, ewig – in Wien, Österreich, wo es der Mühe enthoben, je seine abgeschlagenen Köpfe doppelt nachwachsen lasssen zu müssen —

Nächstes Jahr auf dem Karl-Lueger-Platz – Nationalsozialist Josef Müllner herausgeputzt

Ab dem nächsten Jahr wird Nationalsozialist Müllner auf dem Karl-Lueger-Platz herausgeputzt stehen, Josef Müllner selbst wird auf dem Karl-Lueger-Platz im neuen Glanz zu bewundern sein. Denn. Der Nationalsozialist, der im Auftrag von KL (Kunschak Leopold) das Denkmal errichtet, läßt es sich nicht nehmen, sich selbst als eine Figur des Denkmals zu meißeln, sich selbst im Denkmal zu verewigen, sich selbst mit diesem Denkmal KL ein Denkmal zu setzen

Der Nationalsozialist steht auf dem Karl-Lueger-Platz in einer Reihe vor Karl Lueger, und wartet darauf,

daß auch er, Lueger, ihm, Müllner, die Hand reicht, er ist gleich an der Reihe, nur fünf noch sind vor ihm, dann kann er, Müllner, ihm, Lueger, endlich auch die Hand …

Während die Akademie der bildenden Künste, wie im Mai 2023 bekanntgegeben, Nationalsozialist Josef Müllner die Ehrenmitgliedschaft aberkennt, wird im Mai 2023 beschlossen, sein Denkmal KL auf dem Karl-Lueger-Platz zu säubern, zu putzen, zu reinigen …

Und wenn es schon herausgeputzt wird, so soll auch etwas Künstlerisches … der Sockel wird neu betoniert werden, der Sockel wird etwas schief betoniert werden, die Figuren aber bleiben dabei unberührt, die Figuren werden akribisch geputzt, gereinigt, gesäubert …

Wäre Nationalsozialist Müllner in dieser Jury als stimmberechtigtes Mitglied gesessen, er hätte wohl auch diesem Entwurf zugestimmt, wußte er doch, was dieser Stadt guttut, wie er es einst selbst als Mitglied einer Jury bewies, ach, was hätte Wien noch für Denkmäler bekommen,

ein Chamberlain-Denkmal,

ein Schönerer-Denkmal,

wäre die Zeit dafür nur geblieben … diese Denkmäler hat Wien nicht mehr bekommen, dafür vielleicht zum Trost hat ganz Österreich dann doch etwas bekommen, ein Denkmal von einem Nationalratspräsidenten —

Künstler der heutigen Zeit sollen sich aber nicht grämen, Künstlerinnen der heutigen Zeit kann zum Trost gesagt werden, auch wenn sie sich nicht an

einem Chamberlain, an einem Schönerer nach deren

Säuberung künstlerisch versuchen dürfen, es steht noch ein Denkmal auf der Mölker Bastei

und nicht bloß das auf der Mölker Bastei …

Fünfhunderttausend allein für gesäuberte Kontextualisierung des KL-Denkmals

Während in diesem Mai ’23 die Tradition des Verschweigens im ersten Bezirk von Wien, Österreich, ihren Sieg feiert, indem das Karl-Lueger-Denkmal gereinigt auf dem KL-Platz zu bleiben hat, wird in diesem Mai ’23 im siebzehnten Bezirk von Wien, Österreich, auch die Tradition des Herunterspielens und des Verharmlosens zelebriert.

Eines hält Jagsch dennoch schon fest: „Die Umbenennung des Leopold-Kunschak-Platzes war nicht Teil der Befragung.“ Eine solche ist schon lange ein intensiv diskutiertes Thema. Kunschak war ein österreichischer Politiker, ein enger Freund von Wien-Bürgermeister Karl Lueger und trat als Antisemit in Erscheinung.

Und es ist ein Herunterpielen und ein Verharmlosen, über Leopold Kunschak zu sagen, er sei „als Antisemit in Erscheinung“ getreten, während er selbst von sich sagte, er sei ein Antisemit gewesen und er bleibe ein Antisemit, und das nicht vor Auschwitz, sondern nach Auschwitz, womit er sich wohl auch qualifizierte, Nationalrataspräsident zu werden, nach Auschwitz.

Hätte Leopold Kunschak Julius Streicher geheißen, hätte der Platz im siebzehnten Bezirk wohl Julius-Streicher-Platz geheißen, und hieße so wohl noch immer, und über ihn würde heute gesagt werden, er, Streicher, sei „als Antisemit in Erscheinung“ getreten —

Julius Streicher, NSDAP-Gauleiter, in Nürnberg als Hauptkriegsverbrecher zum Tod verurteilt und hingerichtet, Herausgeber des antisemitischen „Stürmers“ —

Aber Leopold Kunschak hieß nicht Julius Streicher, er, Kunschak, wurde bloß der „österreichische Streicher“ genannt.

Er, Kunschak, war, wird in diesem Mai ’23 über ihn geschrieben, „ein enger Freund von Wien-Bürgermeister Karl Lueger,

bloß ein Freund, und was muß er, Kunschak, für ein feiner Mensch gewesen sein, fähig zur Freundschaft, sogar zur engen Freundschaft. Und was ein Freund, was ein enger Freund ist, der tritt auch das Erbe des Freundes an, und das nicht erst mit der Enthüllung des Karl-Lueger-Denkmals, das es bloß gibt, weil er, Kunschak, alles daran setzte, daß es das Karl-Lueger-Denkmal gibt,

weil er, Kunschak und seine Partei ein Denkmal für ihre Demonstration brauchten, weil er,

Kunschak und seine Partei das Denkmal auch für ihre Wahlkämpfe brauchten.

Das Erbe Luegers aber trat Kunschak schon lange vor der Enthüllung des Denkmals an, als er forderte „Auswanderung oder Konzentrationslager für …“

Von Karl Lueger ist nicht bekannt, er sei der österreichischische Streicher genannt worden, wie auch, sein Antisemitismus war noch nicht der streicherische Antisemitismus, bekannt von ihm, Lueger, ist, so jedenfalls haben es u. a. Hein und Salten vermutet, er, Lueger, sei dem Antisemitismus seiner Partei innerlich fremd, es sei der Antisemitismus ihm, Lueger, nicht tiefe Überzeugung …

Bekannt hingegen ist, sogar Figl hat seinen Antisemitismus bestätigt, freilich parteigemäß heruntergespielt, er, Kunschak, sei dem ökonomischen Antisemitismus

Und auch das eine Tradition in Österreich, die Tradition der recht feinen Differenzierung, in die es gut paßt, daß ein Nachfahre von Figl, auch parteigemäßer Nachfahre, eine differenzierte Betrachtung von Karl Lueger verlangt, wie in seinem Umfeld, in diesem Kontext die Sorge vorherrscht, es könnte zu einer nicht differenzierten Betrachtung von Dollfuß …

Und das Denkmal des Kunschak Leopold kostet seit einhundert Jahren und kostet weiter Geld — Steuergeld,

allein einhunderttausend Euro für den für in etwa ein Jahr aufgestellten Bretterverhau,

allein fünfhundertausend Euro für die jetzt vorgenommene Säuberung und Verschiefung,

und es werden wohl gar nicht mehr zusammenrechenbar sein, all die Kosten, die durch die Beschäftigung mit seinem Denkmal über Jahre hinweg entstanden sind …

Denkmal, im Wahlkampfeinsatz

Es ist bloßes Gerücht, aber wie Klischees Wahrheit entbergen können, kann auch manches Gerücht wahr werden.

Es heißt, dem festungskommandantlichen Parteienführer, so wird es also gemurmelt, soll spätestens

mit Beginn des Wahlkampfes zur nächsten Nationalratswahl in Österreich ein ihn künstlerisch gestaltetete Huldigung widerfahren, ihm dafür ein Denkmal errichtet werden.

Was einst im Wahlkampfe sich bewährte, könne doch auch wieder sich bewähren

Hierfür soll aber kein Wettbewerb ausgeschrieben werden, denn es eilt, die nächste Nationalratswahl ist nah, die bittere Erfahrung, wie lange es von der Wettbewerbsjuryentscheidung bis zur Errichtung des Denkmals zu seiner Huldigung dauern kann, soll gelehrt haben,

diese leidvolle Erfahrung nicht zu wiederholen. Und es dauert im Durchschnitt, das zeigte beispielhaft die Errichtung eines Denkmals vor einhundert Jahren und seine Veränderung in diesen Maitagen ’23, um die vierzehn Jahre

Es kann nicht so lange gewartet werden, die nächste Nationalratswahl ist nah, frühestens oder spätestens wohl in einem schwachen Jahr, deshalb soll, das Denkmal auf dem KL-Platz als Vorbild dafür, auf Bestehendes zurückgegriffen werden.

Zumal der Künstler sich nicht nur vor über einhundert Jahren bewährte, sondern auch in den darauf folgenden Jahrzehnten, es ein Künstler ist, der, so wird es gemurmelt, der einzige wäre, der mit Sicherheit wieder in einem Parteienwettbewerb siegte …

Die Wahl soll auf dieses Künstlers „Reiter“ gefallen sein.

Dessen „Reiter“ soll hinzugestellt werden, zum Parteiendenkmal auf der Mölker Bastei

Noch aber steht dessen „Reiter“ in Baden. Bereit aber, so wird gemurmelt,

bereitgemacht für seinen Marschritt gen Wien …

Es soll, so wird es gemurmelt, dem christlichsozialen Bürgermeister von Baden,

diesem Städtchen, das mit diesem Künstlers „Reiter“ in die Klimawende vorreitet, eine Ehre sein, den „Reiter“ der Partei als permanente Leihgabe zu überlassen,

die nun das Land mit seiner Partei führt.

Es soll für dessen „Reiter“, so wird gemurmelt, auch eine Anfrage aus dem sogenannten Ausland gegeben haben, ein Führer, der selbst recht gerne entblößt reitet, soll an dieser Statue des „nackten Reiters“ Interesse bekundet haben, diese wäre für ihn, so wird gemurmelt, künstlerisch gestalteter Ausdruck seiner Führungspersönlichkeit, wert auf einem Platze in seiner Heimat zu seiner Huldigung aufgestellt zu werden.

Es soll ihm beschieden worden sein, in der Heimat des Künstlers habe zu bleiben, was der Heimat Kunst ist, aber er, der Führer könne damit getröstet werden, es solle in einem anderen Land noch einen „nackten Reiter“ dieses Künstlers geben, den, da dieser fern der Heimat entstanden, könne er heimholen.

Es soll aber verabsäumt worden sein, dem Führer zu sagen, in welchem Land der zweite „nackte Reiter“ sich befinde, und so soll der Führer sich aufgemacht haben, diesen zweiten „nackten Reiter“ in vielen Ländern zu suchen, und gegenwärtig soll er diesen seit mehr als einem Jahr in einem Land suchen, in dem er diesen doch nicht finden wird … Freilich, der Führer hätte sein Ebenbild längst gefunden, wäre ihm, so wird gemurmelt, nicht verschwiegen worden, es sei für das Land zum Anlaß der olympischen Spiele geschaffen worden.

Wenn dieses Gerücht, dem festungskommandantlichen Parteienführer ein Denkmal zu schenken, wahr werden sollte,

wird Wien recht bald einen Huldigungsfestzug erleben, für den, so wird gemurmelt, jener vor bald einhundert Jahren Vorbild sein soll, oh, was wird das für ein Umzug werden,

er, das ist wohl gewiß, wird sprechen, und viele andere,

und es wird ein rechter Jubel wieder sein

und vielleicht werden sogar jene vorangehen und sprechen, die so recht von Zukunft was verstehen —

No-one erbaute das Karl-Lueger-Denkmal. Das Denkmal schuf selbst das Denkmal als sein Bild

Wie wäre die Welt, nicht nur morgens um sieben, in Österreich doch in Ordnung, zeigte sich der Antisemitismus in Österreich ebenso unauffällig, wie Karl Lueger ab dem nächsten Jahr kontextualisiert in Schieflage gezeigt werden wird,

hielte sich der Antisemitismus ebenso zurück wie der Anti-Antisemitismus, ginge der Antisemitismus ebenfalls nur mit einer Pinzette daran, da mal und dort mal, in weiter, weiter Ferne, nicht so nah, bloß hie und da, nur so

von Zeit zu Zeit nach dem Antisemitismus zu greifen, wie der Anti-Antisemitismus den Antisemitismus behandelt: mit der Pinzette, zum Schutz des Antisemitismus, als wäre dieser eine Briefmarke, eine kleine Münze.

Selbstverständlich wird nicht der Antisemitismus geschützt.

Wer aber wird dann geschützt

No-one wird geschützt

In Huldigung der Verschwiegenheit.

Mit dem Antisemitismus wird der Antisemitismus verschwiegen.

Also, mit dem Antisemitismus des Karl Lueger, dessen Antisemitismus als seine tiefe Überzeugung von dem Erschaffer von Bambi vor bald einhundert Jahren bezweifelt wurde,

der, wie Oskar Hein vor bald einhundert Jahren erinnert, keinen Hehl daraus machte, daß er, Karl Lueger, den antisemitischen Tendenzen seiner Partei innerlich fremd gegenüberstehe,

wird nun, bald einhundert Jahre später, erklärt, argumentiert, auf seinen Antisemitismus nur beharrt, warum das sein Denkmal mit einer Schieflage kontextualisiert

Mit der schieflagigen Kontextualisierung wird der Kontext dieses Denkmals verschwiegen, wird der Kontext, das Umfeld des Denkmals bis in die Gegenwart hinein verschwiegen,

als hätte no-one den Auftrag zur Errichtung des Denkmals gegeben,

als hätte no-one das Denkmal geschaffen,

als hätte das Denkmal sich selbst erschaffen, fand Österreich eines Morgens zu unruhigen Träumen erwacht einen Platz in Wien zu einem Denkmalplatz verwandelt

No-one wurde gehuldigt, als das sich selbst aufgestellte Denkmal gefeiert wurde, vor bald einhundert Jahren, außer Karl Lueger, der sein Denkmal nicht selbst mit Pathos enthüllen konnte, no-one erteilte den Befehl, die Hülle falle, gefallen blieb von da an die Hülle bis …

No-one trat vor bald einhundert Jahren das, auch das antisemitische Erbe an und verhüllte fortan seinen Antisemitismus nimmermehr

Exemplarisch für das Verschweigen des Umfelds, das dieses Denkmal bescherte, die stadtamtliche Verkündigung vom 31. Mai 2023

Wettbewerb zur permanenten Kontextualisierung des Lueger-Denkmals entschieden: Siegerentwurf stammt von Klemens Wihlidal – Das Projekt „Schieflage (Karl Lueger 3,5°)“ hat die Jury überzeugt. Rathauskorrespondenz vom 31. Mai 2023, Presse-Service der Stadt Wien

ohne den geringsten Hinweis auf den Denkmalauftraggeber, den „österreichischen Streicher“ und Nationalratspräsidenten, ohne den geringsten Hinweis auf den wehrmännischen Denkmalhauer

Das Projekt Schieflage, einfach wie kurz gesagt, aus österreichischer Tradition des Verschweigens, mit der Schieflage siegte die Tradition des Verschweigens in Österreich —

Es wundert nicht, daß die Jury,

Stimmberechtigte Mitglieder der Wettbewerbsjury

Iris Andraschek, Aleida Assmann, Katharina Blaas, Herwig Turk, Markus Figl/Lucia Grabetz, Felicitas Heimann-Jelinek, Sonja Huber, Franz Kobermaier, Hanno Loewy, Herbert Posch, Eva-Maria Stadler, Thomas D. Trummer sowie Heimo Zobernig.

wie der stadtamtlichen Verkündigung zu entnehmen ist, die Tradition der Verschwiegenheit überzeugte, recht besonders wohl den „Lueger-verlangt-eine-differenzierte-Betrachtung“-Dollfußgedenkredner,

dessen Freiheitskämpferie Sorge hat, daß das Texingtalhaus

Das ehrende Gedenken ist im Falle Engelbert Dollfuß eine Verneigung vor dessen mutiger Haltung, die er gegen die drohende Gefahr des Nationalsozialismus an den Tag gelegt hat. Der (linke) Vorwurf einer undifferenzierten Glorifizierung ist unrichtig und geht somit ins Leere, so wie auch das in Diskussion stehende Dollfuß-Museum keine Weihe- oder Pilgerstätte darstellt, wie da und dort fäschlicherweise behauptet wird. Die nunmehr anstehende Neugestaltung des Dollfuß-Museums in Texing gibt Anlass zur Sorge, zumal dem dazu gebildeten Beirat unter anderem die Historikerin Lucile Dreidemy angehört. Dreidemy, einer breiteren Fachöffentlichkeit seit der 2014 erschienenen Monographie „Der Dollfuß-Mythos. Eine Biographie des Posthumen“ (Böhlau Verlag Wien) bekannt, propagiert nicht nur den falschen Begriff Austrofaschismus, sie gibt auch freimütig zu, an einer differenzierten Darstellung der Person Dollfuß nicht interessiert zu sein [..]

Aufgenommen wurde das von diversen Medien dankbar – man arbeitet sich ja, teils peinliche zeitgeschichtliche Wissenslücken offenbarend, gerne an der Person Dollfuß ab. Dreidemy beschäftige sich seit Jahren mit Dollfuß, wird bei jeder ihrer Aussagen betont, sie sei eine „Dollfuß-Expertin“. Tatsächlich hat sie zwar im Zusammenhang mit Dollfuß schon so manches publiziert, worin die Expertise besteht erschließt sich freilich nicht ganz. Ihr Hauptaugenmerk liegt nämlich vor allem im Aufspüren jeder wie auch immer gearteten Erinnerung – die Person Dollfuß darf aus ihrer Sicht im öffentlichen Raum offenbar nicht vorkommen. Es sei denn als dämonisierter Arbeitermörder und bösartiger Wegbereiter der Hitlerei.
Es bleibt zu hoffen, dass man sich bei der Neugestaltung des Dollfuß-Museums nicht auf derartige vermeintliche Experten verlässt.