„pennale Studenten- und Absolventenverbindung Hans Kloepfer zu Voitsberg/Köflach – ein wesentlicher ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Weststeiermark“

Das

Nicht teilen wir die politische Einstellung von Dr. Hans Kloepfer in der Zeit nach 1938!

ist am 20. Februar 2023 auf der Website der „pennalen Studenten- und Absolventenverbindung Hans Kloepfer zu Voitsberg/Köflach“ zu lesen, nicht zu lesen ist auf ihrer Website der zweite Teil der Überschrift: „ein wesentlicher ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Weststeiermark“ …

Sie, die Verbindung, bekennt sich also, da sie das nicht ausschließt, zur kloepferisch-ideologischen Wegbereitung des Nationalsozialismus

Ihre Mitglieder bekennen sich zur Pflege des deutschen Volkstums in Brauch, Wort und Lied und stehen zur Mensur.

Das ist von der Verbindung in einen Satz gebracht, den Hans Kloepfer ohne Einschränkung mit ihr, der Verbindung, zu jeder Zeit teilte, lebte, der für sie noch lebendig, er noch und er würde ihren Satz heute ebenso wie sie formulieren, vielleicht sogar ihr zur Ehre unverändert übernehmen, diesen an die Zeit angepaßten Satz, also nicht mehr so direkt ausgesprochen wie einst, als es, auch von ihm, noch so direkt:

Ein einziges, freies, glückliches und ewiges Deutschland, ein Deutschland, das alle umfaßt, die desselben Blutes und derselben Sprache sind.

Hans Kloepfer war, wie Sigfried Uiberreither in seiner Grabrede auf Hans Kloepfer, dabei wohl mit Stolz auf die aus Berlin oder aus der Wolfsschanze geschickten Ehrenkränze blickend, ein „Kämpfer der Verbotszeit“

Wenn sie „die politische Einstellung von Dr. Hans Kloepfer in der Zeit nach 1938 nicht teilen“, teilen sie dann mit ihm,

teilt die Verbindung dann mit ihm, „Kämpfer der Verbotszeit“ zu sein? Es gab in Österreich bis zum 13. März 1938 die Verbotszeit für die kloepferische Ideologie, wie es die Verbotszeit ab dem 8. Mai 1945 für die kloepferische Ideologie wieder gibt.

Das Kämpfen will geübt sein, und wie kann das Kämpfen recht geübt werden, im Fechtkampf, auf den die Mitglieder auch dieser Verbindung stehen. Und nach solch einem Kampfe darf eine Belohnung nicht fehlen, und was sind die rechten Belohnungen nach solch einem brav gefochtenen Kampfe, auch als pädagogischen Ansporn, weiter brav — die „Akademikerbälle“

Und zum Vorglühen, ehe es auf den Ball geht, eine Schnurre über den Heimatdichter, mit dem geteilt wird und nicht geteilt wird, vom streifzüglerischen Kulturwissenschafter in einer Tageszeitung, von solch einem bleibenden Wert wie die kloepferschen Gedichte, aufbewahrt von dieser Verbindung auf ihrer Website mit ihrem Postkasten Hans Kloepfer …

Wie in Eibiswald, so in Köflach – Wissen, was ist

Was in Eibiswald, im Geburtsort von Hans Kloepfer, an „Wissen was war“ zu erfahren ist, wurde in „Oft vergessen“ erzählt. Nun soll noch erzählt werden, was in Köflach, im Sterbeort von Hans Kloepfer, zu erfahren ist, gemäß dem offensichtlichen Leitspruch des Museums Köflach: „Wissen war war“ …

Wie in Eibiswald, so in Köflach.

Damit ist zusammengefaßt, was im Geburtsort und im Sterbeort an „Wissen was war“ zu erfahren ist – eine besenrein gemachte Heimat der Vergangenheit.

Von Interesse aber an „Wissen war war“ ist das Wissen, was ist. Und wer die Website der Gemeinde Köflach durchsucht, am 18. Februar 2023, erfährt einiges darüber, was ist, oder sollte gesagt werden, was nicht ist …

Auf der Website der Gemeinde Köflach werden „keine Ergebnisse gefunden“ zum „Nationalsozialismus“, zu „Kloepfer“ werden Ergebnisse angezeigt, aber alle haben nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun, genauso, wie Hans Kloepfer …

Es gibt auf der Website der Gemeinde Köflach eine Seite der „Geschichte der Gemeinde Köflach“, die einen Einblick gibt, wie das „Wissen was war“ ist —

1936 Gründung des Arbeiter Sportklubs Köflach. 1939 Stadterhebung 1944 Am 27. Juni 1944 stirbt der Dichterarzt Hans Kloepfer. 1945 Bombenangriffe durch amerikanische Flugzeuge fordern insgesamt neun Todesopfer. 1946 Beginn der Instandsetzung der stark beschädigten Straßen. Gründung der Sing- und Spielgruppe durch Karl Romich. 1947 Gründung der „Gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft der Arbeiter und Angestellten“. Rege Wohnbautätigkeit. 1949 Als erstes Industrieunternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Gradenberger Formen- und Maschinenfabrik gegründet.

Das muß für die Gemeinde Köflach bitter gewesen sein, die

Stadterhebungsfeier konnte jedoch nicht stattfinden, weil am 1. September 1939 der Krieg mit Polen und damit der Zweite Weltkrieg ausbrach.

Es brach der Krieg mit Polen aus. Damals wie heute, ein Krieg bricht einfach aus, zwei Staaten beschließen einvernehmlich, gegeneinander Krieg zu führen, damals der einvernehmliche Krieg zwischen einem Österreicher, der sich Deutschland nannte, und Polen, heute der einvernehmliche Krieg zwischen Putin, der sich Rußland nennt, und der Ukraine, einfach die in gemeinsamer Verhandlung getroffene Entscheidung von zwei Staaten für einen Krieg, und nicht die einsame Entscheidung eines Staates, einen anderen Staat, der keinen Krieg will, zu überfallen, überrennen, erobern, vernichten zu wollen …

Ebenso bitter für die Gemeinde Köflach muß es 1944 gewesen, ihren Dichterarzt zu verlieren. Was für ein armes Begräbnis mußte das gewesen sein, der Österreicher konnte nicht selbst kommen, nur einen Kranz schicken. Und so bitter ging es für die Gemeinde Köflach weiter, 1945 mit den Bombenangriffen durch amerikanische Flugzeuge, neun Todesopfer

Frohen Mutes aber ging es in der Gemeinde Köflach schon 1946 daran, die stark beschädigten Straßen instandzusetzen, es wird die Arbeit leicht von der Hand gegangen sein, unter Begleitung der Sing- und Spielgruppe, gegründet von Karl Romich

Karl Romich wurde am 26. Juni 1911 in Köflach geboren. Er besuchte die Volksschule und die Bürgerschule. Danach absolvierte er eine Lehrerbildungsanstalt. Im Anschluss daran, arbeitete er als Lehrer. Sein Beitritt zum NSLB erfolgte im Oktober 1936. Am 1. Mai 1938 wurde Romich mit der Mitgliedsnummer 6.109.357 in die NSDAP-Ortsgruppe Köflach aufgenommen. In der Kreisleitung war er Leiter des Kulturamtes, welches Teil des Kreispropagandaamtes war. 1941 beantragte Romich die Ausstellung einer anderen Mitgliedsnummer, da er laut eigener Angabe schon 1933 der NSDAP beigetreten war. Da es für diese Behauptung keine Belege gab, wurde der Antrag abgewiesen.

Eine Richtigstellung

Es passierte am 26. Jänner 2023. Was mußte seitdem nicht alles spekuliert werden. Ob es ein Irrtum, ein Fehler oder doch abgründiger … Nun ist es gewiß. Es war bloß ein Irrtum, bloß ein Fehler.

Der Fehler wurde behoben. Richtiggestellt am 16. Februar 2023.

Es muß nicht weiter spekuliert werden. Eines doch, vielleicht. Ob die Richtigstellung mit ein wenig Widerwillen vorgenommen wurde? Aber nein, kein Zeichen eines Widerwillens, es passierte dabei bloß ein weiterer Fehler, ein geringer Fehler, bloß ein Tippfehler, daß auch der zweite Buchstabe großgeschrieben: „LIteraturnobelpreisträger“. Allerdings, ein schöner Tippfehler. So wurde einst „GOtt“ geschrieben, mit zwei großen Buchstaben am Anfang. Ein Tippfehler, der nicht zu verbessern ist. Die Gemeinde Canettis wird es freuen.

Es wird nicht gewußt, das muß eingestanden werden, wie lange diese Sendung, in der wohl weiter der Fehler enthalten ist, der Podcast dieser Sendung abrufbar bleibt, es stellt sich aber doch die Frage, ob nicht auch die Sendung, der Podcast neu aufgenommen werden müßte, die Sendung mit dem bereinigten Fehler noch einmal ausgestrahlt werden müßte, um den Fehler, der nun im Beitragstext auf der Website des Radiosenders berichtigt wurde, nicht auf diese Weise weiter seine Verbreitung …

Aber das soll nicht mehr kümmern. Es fand doch so schon einen guten Schluß der Spekulation. Immerhin, es kann schon nach drei Wochen das letzte hierzu je zu schreibende Kapitel mit dem Satz enden, den am 16. Februar 2023 der Verfasser und Sprecher der Gedanken für den Tag

Jetzt wird genommen und gegeben. Die Preise tragen und die Schriften stellen wieder richtig.

Ein Fehler, der Unwille zur Richtigstellung

Würde es nicht nach wie vor vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitet werden, wie es heute noch, am 15. Februar 2023, auf der Website seines Hochbildungsradiosenders zu lesen ist, daß Elias Canetti kein Literaturnobelpreisträger, sondern nur ein Schriftsteller, dafür James Baldwin Literaturnobelpreisträger, Elias Canetti also sein Literaturnobelpreis genommen, James Baldwin der Literaturnobelpreis gegeben, der diesen je nicht bekam, es wäre zu dem, was bereits hierzu geschrieben wurde, nichts mehr hinzuzufügen.

Aber seit drei Wochen beharren die Macher des Hochbildungsradiosenders auf ihre Verbreitung des Falschen, seit drei Wochen sehen die Macherinnen des österreichischen Hochbildungsradiosenders keine Notwendigkeit der Richtigstellung.

Was sie nicht dazu bewegt, es endlich richtigzustellen, können Gründe sein, über die bereits spekuliert wurde, und da sie nicht dazu zu bewegen sind, es richtig zu stellen, laden sie ein, weiter darüber zu spekulieren. Vielleicht wollen sie jenen, die so begierig darauf aus sind, „Panik“ zu verbreiten, noch eine „Anekdote“ willfährig liefern, die diese dann wieder als Beweis hysterisch verkaufen können, wie sehr inzwischen „Cancel Culture“ —

Wenn „Cancel Culture“ genannt wird, muß sofort dazu das Buch „Cancel Culture Transfer: Wie eine moralische Panik die Welt erfasst“ von Adrian Daub genannt werden, zur Klarstellung, was es mit „Cancel Culture“ auf sich hat: Nichts Neues. Recht sehr Altes, bloß Aufgewärmtes umetikettiert —

Und bevor ein Mensch, der mit größter Wahrscheinlichkeit ein vor lauter Erregung weiß im Gesicht nicht mehr sehr jung seiender Mann sein wird, es als seinen schlagenden Beweis bastelt, um vor „Cancel Culture“ zu warnen, anzuprangern, wie weit es mit der Meinungsfreiheit gekommen ist, wobei er menschgemäß alles seine Argumentation Störende, seine Argumentation null und nichtig Machende weglassen wird, verschweigen wird, daß es nur eine und noch dazu kleine Anekdote ist, soll hier schon klargestellt sein, es ist nicht einmal eine Anekdote, es ist bloß ein Fehler und der Unwille, einen Fehler einzugestehen und vor allem zu berichtigen, aber auch ein solch unberichtigter weiter verbreiteter Fehler kann vor allem solch nicht mehr jungen, weiß angelaufenen Männern …

Dabei, was wäre heute, auch am 15. Februar 2023, alles zu schreiben, wird nur ein Blick auf die Schlagzeilen dieses Tages

„Oft vergessen“

[3] Hans Kloepfer, Eibiswald, Graz 1933. Auch Hans Kloepfer hielt hier seine Dichterlesungen. Während einer seiner Lesungen im August 1928 war der Saal bis zum Bersten voll mit Gästen aus der ganzen Steiermark. Als „größter Sohn der Gemeinde Eibiswald“, dem im Markt auch ein Museum gewidmet ist, gilt Dr. Hans Kloepfer. 1867 als Sohn eines aus Schwaben eingewanderten Wundarztes in Eibiswald geboren, war er zwar Werksarzt in Köflach, wo er 1944 starb, blieb Eibiswald aber eng verbunden. Als Dichter der Weststeirer und Chronist des Marktes ist er unvergessen. Mit ihm ging die „Dynastie” der Stelzer, die auch Hans Kloepfer gewürdigt hat, zu Ende. In der Folgezeit verkaufte Klöpfer, der Vater des berühmten Dichters Hans Kloepfer, einige Grundstücke, unter anderen auch an den Schlosser Pabstmann. 1867 kam in diesem Hause der Dichter und Arzt Dr.Hans Kloepfer auf die Welt. Herrn Klöpfers Ordination lag im Osttrakt des Erdgeschoßes. Der überwiegende Teil seiner Patienten rekrutierte sich aus Arbeitern des Stahlwerkes und der Kohlengruben in der heutigen Gemeinde Pitschgau, bzw. deren Familienangehörigen. 1958 erwarb der Eibiswalder Kultur- und Wirtschaftsförderungsverein das Haus, nachdem schon vier Jahre vorher RR.Othmar Kreuzwirth begonnen hatte, das Erdgeschoß zum Kloepfer- und Heimatmuseum” umzugestalten. Das in seinen Grundmauern barocke Haus, gewichtig am Ortsanfang gelegen, ist das Geburtshaus des steirischen Dichters und Arzt Dr. Hans Kloepfer. In diesem Haus findet man Eibiswalds Universalmuseum en miniature: lokale Frühgeschcihten, bäuerliches Leben und Arbeiten in der Südsteiermark, Koralpenglas und Stahlproduktion werden ausgestellt; ein Raum ist dem aus Eibiswald gebürtigen Dichterarzt Dr. Hans Kloepfer (1867-1944) gewidmet. Über sein dichterisches Werk und seine Arbeit als Volkskundler und Heimatforscher – letztere oft vergessen – informiert eine Sammlung sachlich und kenntnisreich.

Das ist es auch schon, was auf der Website der Marktgemeinde Eibiswald zu Hans Kloepfer, dem Kämpfer der Verbotszeit, zu finden ist, am 14. Februar ’23. Ein Heimatforscher war der Nationalsozialist also auch, bei dessen Lesung der Saal bis zum Bersten voll mit Gästen aus der ganzen Steiermark, ein Heimatforscher war er also auch, der größte Sohn der Gemeinde Eibiswald, ein berühmter Dichter war er, dem im Kloepfer- und Heimatmuseum ein Raum gewidmet ist, ein Dichterarzt war er, Volkskundler und Heimatforscher war er, worauf oft vergessen — Ganz aber kann auf der Website der Marktgemeinde Eibiswald auf die Nazis doch nicht vergessen werden, auch wenn es sich so liest, als wäre es zum besten geben am Wirtshaustisch

Und auch darauf wird nicht vergessen zu berichten, was zu vergraben war, um es aufzubewahren, um, wenn die Russen, die Titos wieder fort, die Zeit wieder ist, wie sie vor ihnen war, dergleichen hervorzuholen, die Auszeichnungen als Legitimation, die Hitlerbüsten als Zeichen der ewigen Treue, zur Erziehung der Kinder …

Haus Nr.157  Gendarmeriewohnhaus

Im Jahre 1943 errichtet, war es von Anfang an für die verheirateten Gendarmeriebeamten und deren Familien bestimmt. Hier wohnte auch Johann Prater, der von Mai 1945 bis 1946 Bezirksgendarmeriekommandant gewesen war. Von ihm erfuhren wir auch so manche interessante Begebenheit: „Bei Kriegsende 1945 hat wahrscheinlich jeder meiner Kollegen etwas im Gemüsegarten hinter dem Haus vergraben. Auszeichnungen, Hitlerbüsten und dergleichen durften nicht von den Russen oder „Titos” gefunden werden. Auch ich vergrub etwas, nämlich meine Tagebücher.”

Das Gedächtnis

Ich erfahre aus den Zeitungen und dem Fernsehen, daß ein zehn Jahre altes türkisches Kind vor Kälte und Erschöpfung gestorben ist, als seine Eltern mit ihm heimlich die […] Grenze überquert haben. Die „Schlepper“ hatten sie in Grenznähe allein gelassen. Sie brauchten nur geradeaus zu gehen bis zum ersten […] Dorf. Sie gingen viele Stunden lang durch Wald und Gebirge. Es war kalt. Am Schluß trug der Vater das Kind auf dem Rücken. Aber es war schon zu spät. Als sie ins Dorf kamen, war das Kind vor Müdigkeit, Kälte und Erschöpfung gestorben.

Meine erste Reaktion ist die jedes beliebigen […]: „Wie können sich Leute mit Kindern auf solche Geschichten einlasssen? Ein so unverantwortliches Verhalten darf nicht hingenommen werden.“ Der Gegenschlag ist heftig und unmittelbar. Ein kalter Novemberwind fährt in mein gut geheiztes Zimmer, und in mir erhebt sich bestürzt die Stimme meines Gedächtnisses: „Wie? Hast du etwa alles vergessen? Du hast das gleich getan, genau das gleiche. Und dein Kind war fast noch ein Neugeborenes.“

Ja, ich erinnere mich.

Ich bin einundzwanzig. Seit zwei Jahren bin ich verheiratet, und ich habe eine kleine Tochter von vier Monaten. An einem Novemberabend überqueren wir die Grenze zwischen Ungarn und Österreich, geführt von einem „Schlepper“. Er heißt Joseph, ich kenne ihn gut.

Wir sind eine Gruppe von etwa zehn Personen, darunter einige Kinder. Meine kleine Tochter schläft in den Armen ihres Vaters, ich trage zwei Taschen. In der einen Tasche sind Fläschchen, Windeln, Kleidung zum Wechseln für das Baby, in der anderen Tasche Wörterbücher. Wir gehen ungefähr eine Stunde schweigend hinter Joseph her. Es herrscht fast vollkommene Finsternis. Manchmal wird alles von Leuchtraketen und Scheinwerfern erhellt, man hört Geknalle, Schüsse, dann kehren Stille und Finsternis zurück.

Am Waldrand bleibt Joseph stehen und sagt zu uns:

„Ihr seid in Österreich. Ihr braucht nur geradeaus weiterzugehen. Das Dorf ist nicht weit.“

Ich umarme Joseph. Alle geben wir ihm das Geld, das wir besitzen, in Österreich würde dieses Geld sowieso wertlos sein.

Wir gehen durch den Wald. Lange. Zu lange. Zweige zerkratzen uns das Gesicht, wir fallen in Löcher, modriges Laub macht unsere Schuhe naß, über Wurzeln stolpernd verstauchen wir uns die Knöchel. Ein paar Taschenlampen brennen, aber sie erhellen nur kleine Flecken, und Bäume, immer noch Bäume. Wir hätten aber schon aus dem Wald herauskommen müssen. Wir haben den Eindruck, uns im Kreis zu drehen.

Ein Kind sagt: „Ich habe Angst. Ich will wieder heim. Ich will ins Bett.“

Ein anderes Kind weint. Eine Frau sagt: „Wir sind verloren.“ Ein junger Mann sagt: „Laßt uns anhalten. Wenn wir so weitergehen, kommen wir wieder nach Ungarn. wenn wir da nicht schon sind. Rührt euch nicht. Ich schaue nach.“

Wieder nach Ungarn kommen, wir wissen alle, was das bedeutet. Gefängnis wegen illegalen Grenzübertritts, und vielleicht sogar betrunkende russische Grenzposten, die auf uns schießen.

Der junge Mann klettert auf einen Baum. Als er wieder herunterkommt. sagt er: „Ich weiß, wo wir sind. Ich habe mich an den Lichtern orientiert. Folgt mir.“ Wir folgen ihm. Bald lichtet sich auch der Wald, und wir gehen endlich auf einem richtigen Weg, ohne Zweige, ohne Löcher, ohne Wurzeln.

Plötzlich werden wir hell angestrahlt, eine Stimme sagt: „Halt!“ Einer von uns sagt auf deutsch: „Wir sind Flüchtlinge.“ Die österreichischen Grenzposten erwidern lachend: „Das dachten wir uns. Kommen Sie mit.“ Sie führen uns auf den Dorfplatz. Dort ist schon eine ganze Schar von Flüchtlingen. Der Bürgermeister kommt: „Die, die Kinder haben, sollen vortreten.“ Wir wir werden bei einer Bauernfamilie untergebracht. Sie sind sehr nett. Sie kümmern sich um das Baby, sie geben uns zu essen, sie geben uns ein Bett.

Merkwürdig ist, wie wenig ich von all dem in Erinnerung behalten habe. Es ist, als hätte sich alles in einem Traum abgespielt, oder in einem anderen Leben. Als weigerte sich mein Gedächtnis, sich an diesen Moment zu erinnern, in dem ich einen großen Teil meines Lebens verloren habe. Ich habe mein in Geheimschrift geschriebenes Tagebuch und auch meine ersten Gedichte in Ungarn zurückgelassen. Ich habe meine Brüder, meine Eltern zurückgelassen, ohne ihnen Bescheid zu sagen, ohne ihnen Lebewohl oder auf Wiedersehn zu sagen. Vor allem habe ich an jenem Tag, an jenem Tag Ende November […], endgültig meine Zugehörigkeit zu einem Volk verloren.

Es gibt in „Die Analphabetin“ von Agota Kristof das Kapitel „Das Gedächtnis“ und noch weitere Kapitel — „Displaced Persons“, „Die Wüste“ –, die ebenso im Gesamten zu zitieren gehörten. Aus denen zu erfahren ist, daß es einerseits für die zwei jungen Menschen mit ihrem Kleinkind gut ausging, sie aufgenommen wurden, sie zurechtkamen, andererseits nicht für alle aus dieser Gruppe, die aus Ungarn flüchten mußten, es so gut verlief, manche freiwillig aus dem Leben schieden …

Das Gedächtnis wird ständig bemüht, aus dem Gedächtnis wird ständig die bald sieben Jahrzehnte alte Bereitschaft, Menschen auf der Flucht aufzunehmen, geholt, es wird ständig angeführt, als den Flüchtlingen aus Ungarn geholfen wurde, wenn es darum geht, Menschen auf der Flucht die Aufnahme in Österreich zu verweigern, als wäre mit der Aufnahme der ungarischen Flüchtlinge ein für alle Mal, in alle Ewigkeit, das österreichische Soll erfüllt worden, das österreichische Soll der Gesetzeseinhaltungen erfüllt worden, Menschen auf der Flucht aufzunehmen.

Und nun?

Das wird von dem bald sieben Jahrzehnte später Österreichischen im Gedächtnis bleiben: das nehammersche Österreich, das orbánsche Ungarn, oder das orbánsche Österreich, das nehammersche Ungarn oder das nehammersch-orbánsche Ungarn und das nehammersch-orbánsche Österreich, oder einfach wie kurz: das NO-Österreich und das NO-Ungarn, oder, noch schlichter wie kurz: das NO-Österreich-Ungarn

Von dem kleinen österreichischen Dorf, in das wir aus Ungarn kommend gelangt sind, fahren wir mit dem Bus nach Wien. Der Bürgermeister des Dorfes bezahlt unsere Fahrscheine. Während der Reise schläft mein Töchterchen auf meinem Schoß. Am Straßenrand ziehen Leuchtpfosten vorüber. Ich habe noch nie Leuchtpfosten gesehen.

In Wien angekommen, finden wir eine Polizeiwache, wo wir uns melden. Dort im Büro wickle ich mein Baby und gebe ihm die Flasche. Es spuckt. Die Polizisten geben uns die Adresse eines Flüchtlingszentrums und zeigen uns die Straßenbahn, die uns umsonst dorthin bringen wird. In der Straßenbahn nehmen gutgekleidete Damen mein Baby auf ihren Schoß, stecken mir Geld in die Tasche.

[…]

Weihnachten naht, als wir den Zug in die […] nehmen. Auf dem Fensterbrett liegen Tannenzweige, Schokolade und Orangen. Es ist ein Sonderzug. Außer den Begleitpersonen sind nur Ungarn darin, und der Zug hält erst an der […] Grenze. Dort empfängt uns eine Blaskapelle, und freundliche Damen reichen uns Becher mit heißem Tee, Schokolade und Orangen durchs Fenster.

[…]

Diejenigen unter uns, die schon einmal eine ähnliche Situation erlebt haben, werden später gestehen, daß sie Angst hatten. Danach sind wir alle erleichtert, uns und vor allem, sauber und bereits gefüttert, unsere Kinder wiederzufinden. Meine kleine Tochter schläft ruhig in einer schönen Wiege, wie sie noch nie eine gehabt hat, neben meinem Bett.

[…]

Wie wäre mein Leben gewesen, wenn ich mein Land nicht verlassen hätte? Härter, ärmlicher, denke ich, aber auch weniger einsam, weniger zerrissen, vielleicht glücklich.

[…]

Vom […] Flüchtlingszentrum aus werden wir über die ganze […] „verteilt“. So kommen wir durch Zufall nach N[…], genauer nach V[…], wo uns eine von den Dorfbewohnern möblierte Zweizimmerwohnung erwartet. Ein paar Wochen später beginne ich in einer Uhrenfabrik in F[…] mit der Arbeit.

[…]

Hier beginnt die Wüste. Soziale Wüste, kulturelle Wüste. Auf die Erregung der Tage der […] und der Flucht folgen die Stille, die Leere, die Sehnsucht nach den Tagen, als wir den Eindruck hatten, an etwas Wichtigem, vielleicht Historischem teilzunehmen, das Heimweh, das Vermissen der Familie und der Freunde.

Wir erwarteten etwas, als wir hier ankamen. Wir wußten nicht, was wir erwarteten, aber sicher nicht das: diese tristen Arbeitstage, diese stillen Abende, dieses erstarrte Leben, ohne Abwechslung, ohne Überraschung, ohne Hoffnung. Materiell leben wir ein bißchen besser als vorher. Wir haben zwei Zimmer anstatt einem. Wir haben genug Kohlen und ausreichend Nahrung. Doch im Vergleich zu dem was wir verloren haben, ist das zu teuer bezahlt.

Im Bus am Morgen setzt sich der Schaffner neben mich, morgens ist es immer derselbe, ein dicker, fröhlicher, er redet die ganze Fahrt über mit mir. Ich verstehe ihn nicht sehr gut, ich verstehe aber, daß er mich beruhigen will, indem er mir erklärt, daß die […] den […] nicht erlauben werden, bis hierher zu kommen. Er sagt, daß ich keine Angst mehr haben soll, daß ich nicht mehr traurig sein soll, daß ich jetzt in Sicherheit bin. Ich lächle, ich kann ihm nicht sagen, daß ich keine Angst vor den […] habe, und wenn ich traurig bin, dann eher wegen meiner jetzigen zu großen Sicherheit, und weil ich nichts anderes tun und denken kann, als Arbeit, Fabrik, Einkaufen, Waschen, Kochen und auf nichts anderes warten kann als auf die Sonntage, um ein bißchen länger zu schlafen und von meinem Land zu träumen.

Wie soll ich ihm, ohne ihn zu kränken und mit den wenigen Wörtern, die ich auf […] kann, erklären, daß sein schönes Land für uns, die Flüchtlinge, nur eine Wüste ist, eine Wüste, durch die wir hindurch müssen, um zu dem zu kommen, was man „Integration“, „Assimilation“ nennt. In diesem Moment weiß ich noch nicht, daß manche nie so weit kommen werden.

Zwei von uns sind nach Ungarn zurückgekehrt, trotz der Gefängnisstrafe, die sie dort erwartete. Zwei andere, junge, unverheiratete Männer, sind weiter weg gegangen […] Vier andere noch weiter weg, so weit man gehen kann, über die große Grenze. Diese vier Personen aus meinem Bekanntenkreis haben sich in den ersten beiden Jahren unseres Exils umgebracht. Eine mit Schlafmitteln, eine mit Gas und zwei mit dem Strick. Die jüngste war achtzehn. Sie hieß Gisela.

Im Gedächtnis muß bleiben, was bald sieben Jahrzehnte später Othmar Karas, Mitglied der Partei des zurzeitigen Bundeskanzlers, wird sagen müssen, in der Pressestunde am 12. Februar 1934 – oh, was für ein Verschreiber, was Othmar Karas am 12. Februar 2023 sagen wird müssen — Und eigentlich gehörte ebenfalls alles, was Othmar Karas am 12. Februar ’23 dazu sagen muß, zitiert

Sie haben jetzt ein großes Thema auf eine einzige Frage reduziert. […] Der Zaun ist eine Einzelmaßnahme, auf die wird ein Thema reduziert, das nicht auf das reduzierbar ist. Ich sage Ihnen, ein Zaun kann nicht sprechen, ein Zaun gibt keine Antworten, ein Zaun registriert nicht. Ich weiß nicht, ob Sie bei sich zu Hause, bei Ihrer Wohnung oder bei einem Haus, einen Zaun haben. Wahrscheinlich schon. Aber Ihr Zaun hat eine Tür, Ihr Zaun hat eine Glocke, Ihr Zaun hat vielleicht eine Überwachungskamera, vielleicht ein Sprachnetzwerk, auch im Mittelalter hatte eine jede Festung eine Zugbrücke. Ich sage schon ganz klar, ich bin nicht bereit, das Thema Flucht und Migration auf einen Zaun zu reduzieren. […]

Ich bedauere die Kommunikation in Österreich im Umgang mit den Ergebnissen des Gipfels. Ich bedauere die Reduzierung auf Asyl-Stopp, den es nicht gibt, Asyl-Bremse, die es nicht gibt, es gibt nur ein Asyl-Recht. Ich halte das für falsch, ich habe das immer für falsch gehalten.

Petra Stuiber: Das heißt, Sie sind enttäuscht von Bundeskanzler Nehammer […]

Kloepferland

Es ist ermüdend, dies zu schreiben, ebenso ermüdend muß es sein, das zu lesen. Deshalb sollen die Kapitel, die noch zu schreiben sind, kurz gehalten sein, diese sollen, um alle daran schreibend und lesend Beteiligten vor Ermüdung und Aufgabe zu bewahren, nicht mehr so lange ausfallen, wie die zwei Kapitel, die bereits zu schreiben waren, zu Hans Kloepfer, dessen Geburtsort Eibiswald ein christlichsozialer Landeshauptmann zum „Kloepfermarkt“ erhob.

Es wird mit den folgenden Kapiteln sich weiter erschließen, daß der einstige Landeshauptmann sich nicht damit hätte bescheiden müssen, bloß Eibiswald zum Kloepfermarkt zu erheben, er hätte die gesamte Steiermark zum Kloepferland ernennen können. Allerdings, wie es sich weiter zeigen wird, ist Kloepferland nicht auf die geographische Steiermark eingegrenzt —

Alles begann, nur daran soll in diesem Kapitel erinnert werden, mit der gesinnungsgemäßen Sorge um das Kindeswohl, der gesinnungsgemäßen Entrüstung über „Kindesmissbrauch“, der gesinnungsgemäßen Benennung der „Kinderschänder“

Und auch und vor allem von der Erziehung wird in den folgenden Kapiteln noch zu schreiben sein, zur Erziehung, wie sie gesinnungsgemäß verstanden wird, auf die gesinnungsgemäß recht wert gelegt, so wie es ein gesinnungsgemäßer Künstler aus dem Kloepferland, von dem bisher nicht gesprochen wurde, illustrierte

Der Mensch kann nur werden durch Erziehung.

In dieser Gesinnungsschaft ist Bildung das recht höchste Gut, nur die Bildungselite kommt ihr zu Wort, und so sind auch diesem Kloepferlandkünstler gesinnungsgemäß nur die Höchsten wie Immanuel Kant wert, mit seinen Holzschnitten verewigt —

Und ein Holzschnitt dieses Kloepferlandkünstlers soll seinem illustrierten Kant beigestellt sein, der anschaulich illustriert, wie Kinder darzustellen sind, mit einer gar schönen Blüte, die gepflückt sein will, in der sich, so will es scheinen, die gesinnungsgemäße Sonne widerspiegelt, derart sind Kinder vorzuführen und also nicht so wie in der heutigen Internetzeit als mißbrauchte und geschändete Kinder, sondern als Kinder, die einladen zu …

Baldwin will ihnen „Literaturnobelpreisträger“ sein, Canetti aber nur ein „Schriftsteller“

Es muß etwas Tiefgründiges, etwas Tiefsinniges sein, das Martin Schenk und der Radiosender „Österreich 1“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Österreichs verbreitet wissen wollen, daß James Baldwin „Literaturnobelpreisträger“ und Elias Canetti nur „Schriftsteller“ ist, während zwar beide Schrifsteller sind, aber nur Elias Canetti ein Literaturnobelpreisträger.

Diese Verkehrung muß einer Tiefgründigkeit, einer Tiefsinnigkeit geschuldet sein und nicht einem banalen Fehler. Denn. Sie, Martin Schenk, der Radiosender, Alexandra Mantler als Gestalterin der Sendung, blieben darüber nicht uninformiert. Einen Fehler hätten sie längst korrigieren können, sind doch seit dieser Verkehrung bereits zwei Wochen vergangen, ohne Berichtigung, daß ein Fehler unterlaufen ist, Elias Canetti der Schriftsteller mit dem Literaturnobelpreis und James Baldwin der Schriftsteller ohne Literaturnobelpreis ist.

Es muß eingestanden werden, heute am 9. Februar 2023, aus dem Beitrag von Martin Schenk und aus dem nach wie vor auf der Website von Ö1 seit zwei Wochen ohne Berichtigung veröffentlichten Beitragstext nicht die Tiefsinnigkeit, nicht die Tiefgründigkeit herauszulesen imstande zu sein, die eine solche Verkehrung der historischen Tatsache, daß Elias Canetti und nicht James Baldwin den Literaturnobelpreis bekam, nachvollziehbar machte.

So kann der Grund für ihre falsche Information nur gedeutet werden. Es könnte ihre Meinung sein, daß in der Vergangenheit an James Baldwin und an Elias Canetti ungerecht gehandelt wurde, es könnte daher ihre Meinung sein, daß sie in der Gegenwart James Baldwin Gerechtigkeit widerfahren lassen müssen, sie die Ungerechtigkeit der Vergangenheit wiedergutzumachen haben, Elias Canetti ohnehin in der Vergangenheit genügend Gerechtigkeit zuteil wurde. Die hehre eigene Meinung höher steht als gesicherte Fakten.

Es kann aber auch banaler und dennoch ebenso abgründig sein, es war einfach ein Fehler, aber einen Fehler einzugestehen, und das ist inzwischen weit, sehr weit verbreitet, kommt nicht mehr in Frage, es wäre ein leidiges Eingeständnis der eigenen Fehlbarkeit, der Fehler der kein Fehler, sondern die eigene Meinung ist, eine Meinung im Dienste der hehren Gerechtigkeit, und nicht die Fakten schaffen Fakten, sondern das eigene Sichten der Welt und das daraus resultierende Eigenmeinen schaffen die Fakten, wie von allen die Welt zu sehen ist, wie die Welt der Vergangenheit in der Gegenwart zu sein hat, und in dieser ist eben James Baldwin der Literaturnobelpreisträger und Elias Canetti der Schriftsteller.

Von ihnen aber offengelassen, stellt sich eine Frage noch, ob für sie James Baldwin auch ein Schriftsteller ist, denn nicht jeder „Literaturnobelpreisträger“ ist zugleich ein „Schriftsteller“.

Landbauers recht seltsame Gänsefüßchen

Wenn der Inhalt fehlt, fallen Zeichen auf, bei denen es zwar müßig ist, darüber zu grübeln, was diese zu bedeuten haben, wie eben die Anführungszeichen des Udo Landbauer, die nichts einschließen, also vollkommen unnütz, total fehl am Platz

Auszuschließen ist es aber nicht, daß diese doch eine Bedeutung haben, wenigstens die Anführungszeichen eine Bedeutung haben, wenn der Inhalt bedeutungslos ist, wenigstens mit den Anführungszeichen etwas vermittelt werden soll, wenn mit dem Inhalt nichts vermittelt werden kann, der Inhalt bloße Wörter sind, bar jeden Inhalts

Er, Landbauer, frage sich, „wann endlich mit derselben Euphorie Geld für die von der Preisexplosion in die Armut getriebenen Österreicher ausbezahlt wird“. Das wären also nach seiner Aufzählung in Summe acht Millionen, die „mit derselben Euphorie“ an die von der Preisexplosion in die Armut getriebenen Österreicher“ auszuzahlen wären.

Wie der Website des Bundeskanzleramtes zu entnehmen ist, datiert mit 14. Juni 2022, hat die österreichische Bundesregierung achtundzwanzig Milliarden gegen die Teuerung und für die Entlastung der Menschen in Österreich — Was sind achtundzwanzig Milliarden gegen acht Millionen, die ein Landbauer mit Euphorie ausbezahlen würde füran wen?

Ja, das ist schon eine Summe, die landbauerische Summe, acht Millionen, da stellte er sich wohl selbst gerne euphorisch auf einem Platze oder auf einem Acker hin, wie einst ein Haider Jörg, um diese höchstselbst zu verteilen, und alle in Österreich lebenden Menschen, also die mit österreichischem Zugehörigkeitsnachweis bis zur x-ten Generation zurück, dürften von ihm, wie einst von HJ, einen echten ganzen Euro empfangen, mit dem sie ihre Armut

Wenn die landbauerischen Wörter in Anführungszeichen eingeschlossen wären, blieben es weiterhin Wörter, die für keinen Inhalt verwendet, aber es könnte unter Einsatz des größten Vorstellungsvermögen für Udo Landbauer mildernd angeführt werden, er mit seiner Gesinnungspartei bediente sich der Gänsefüßchen der Ironie wegen …

Aber die landbauerischen Wörter sind nicht in Anführungszeichen gesetzt, die landbauerischen Wörter sind so nutzlos und fehl gesetzt, wie seine Gänsefüßchen nutzlos und fehl – vor allem auch dann, sollten diese selbst Zitat …

„Hans Kloepfer, Arzt, Dichter, Mensch und tote Kinder“

Es gibt in Österreich die Menschen, ja, diese Menschen gibt es in Österreich, denen zum Namen Hans Kloepfer sofort Nazi einfällt, und die es nicht verwundert, wer sich um sein Werk bemüht, wer sein Ansehen hochhält, wer treu zu ihm, wer für seine Ehre eintritt,

die es nicht überrascht, daß zu denen etwa ein Verlag aus Graz gehört, die ihn verlegen

Es gibt in Österreich die Menschen, die sich daran erinnern, daß sie als Kinder in der Volksschule Gedichte von Hans Kloepfer lernen mußten, in ihren Lesebüchern für die Volksschule ihn abgedruckt hatten, wie eine Zeitzeugin beispielsweise auf Twitter schreibt, die Hans Kloepfer von ihrer Volksschulzeit her kannte, aber nicht erfuhr, daß er ein Nationalsozialist, ein „wesentlicher ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus in der Weststeiermark“, ein „Kämpfer der Verbotszeit“

Sie schreibt jedoch nicht, wann das war, als sie seine Gedichte lernen mußte. Das wird nicht 2017 gewesen sein, sondern viele, viele Jahre früher; 2017 ist die Schule ja um vieles moderner, 2017 wird in der Schule „Kloepfer, seine Gedichte und ich kreativ umgesetzt“ … 2017 müssen keine Gedichte mehr gelernt werden. Und das scheint der enorme Unterschied zu sein, statt seine Gedichte auswendig lernen zu müssen, nun seine Gedichte kreativ

Ausstellung der Musik-NMS Eibiswald im Lerchhaus: „Kloepfer, seine Gedichte und ich“

Vor 150 Jahren wurde der Heimatdichter Hans Kloepfer in Eibiswald geboren. Ihm wird heuer mit der umfangreichen Ausstellung „Dr. Hans Kloepfer – Arzt, Dichter, Mensch“ im Lerchhaus unter Mitwirkung der Musik-NMS Eibiswald gedacht. Im Rahmen der Vernissage am 14.6.2017 präsentierten die Pädagoginnen Ingrid Steininger und Laura Pelzmann die zahlreichen Ausstellungstücke, die von Schülerinnen und Schüler aus allen vier Jahrgängen hergestellt worden sind. „Recherchiert wurde in den Unterrichtsfächern Deutsch und Geschichte. Kreativ umgesetzt hat man die Ideen in den Unterrichtsfächern Bildnerische Erziehung, Werken und im Wahlpflichtfach Kunst. Die ausgestellten Zeichnungen, Töpfereien, Malereien und Webstücke zum Thema „Kloepfer, seine Gedichte und ich“ sind so entstanden. Alte Fotos, die einen Bezug zu den bekanntesten Kloepfer-Gedichten „Dahoam“ und „In da Schul“ ausdrücken, wurden von den Schülerinnen und Schülern frei bestickt. Recherchierte Informationen aus dem Kloepfer-Museum haben die Kinder auf gewebten Traumfängern verewigt. Wolle und Stoffe wurden von den jungen Künstlern mit Naturmaterialien selbst eingefärbt.“ Die anwesenden Gäste staunten über die Qualität und die Präsentation der Arbeiten. Die Kloepfer-Ausstellung ist noch bis Mitte Oktober 2017 geöffnet.

Von diesen Gesinnungsschaften, die heute weiter für Hans Kloepfer eintreten, und es keinen Menschen wundert, weshalb sie für ihn eintreten, soll in diesem Kapitel nicht gesprochen werden. Sondern von jenen Menschen soll gesprochen werden, die – und das kann nur Verwunderung auslösen – das Andenken an Hans Kloepfer nach wie vor wachhalten, geradeso, als wäre das Geschreibe von Hans Kloepfer bloß ein harmloses, ein liebliches, ein lustiges —

Womit beginnen, das nur Verwunderung auslösen kann? In welchem Jahr? Vielleicht mit dem Jahr 1966, als im steiermärkischen Landtag ein sozialdemokratischer Landtagsabgeordneter einem christlichsozialen Landeshauptmannstellvertreter dankt

Abg. Zinkanell: Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir, ein paar Sätze zum Heimat- und Klöpfermuseum in Eibiswald. Ich habe in diesen Tagen eine Pressenotiz zur Kenntnis nehmen dürfen, daß die Höhe Landesregierung sehr kräftige Hilfe leistet und — insbesondere durch die Einflußnahme des Herrn Landeshauptmannstellvertreters Prof. Dr. Koren — sichert, und ich habe mich wirklich sehr gefreut, Weil dieses Geld für eine gute Sache gegeben wird. Eine gute Sache an sich schon und vor allem auch deswegen, weil doch für das nächste Jahr ein Gedenkjahr für Klopfer vorbereitet wird und wir hoffen, daß damit das besonders gut gestaltet werden kann. Es ist aber auch deswegen sehr erfreulich, weil damit die Arbeit eines Menschen Anerkennung findet, der sehr selbstlos und in ungemein emsiger Art Sammler- und Betreuertätigkeit draußen betreibt, nämlich Herr Reg.-Rat Dr. Kreuzwirt sen. wenn ich das sagen darf, der wirklich mit Liebe und Sorgfalt einige hundert Exponate zum Teil selber mit dem Rucksack zusammengetragen hat und sie dort sehr sehr schön zusammengestellt hat. Es sind nun noch einige Räume in Gestaltung, wir hoffen, daß das bis zum nächsten Jahr fertig sein wird und ich würde nur wünschen, daß das Heimat- und Klöpfermuseum etwas mehr Publizität hätte. Ich möchte sehr gerne bei dieser Gelegenheit der Hohen Landesregierung, insbesondere dem Herrn Landeshauptmannstellvertreter Prof. Dr. Koren, aber auch dem Betreuer draußen, dem Herrn Regierungsrat Doktor Kreuzwirt recht sehr für die Arbeit draußen und die Unterstützung hier danken. Bei dieser Gelegenheit möchte ich vielleicht nur kurz darauf hinweisen, daß voriges Jahr hier im Hohen Hause eine ausführliche Naturschutzdebatte geführt wurde […]

19. Sitzung des Steierm. Landtages, VI. Periode — 13., 14., 15. und 16. Dezember 1966 627

Hanns Koren, zu dem sonst vor allem der „Steirische Herbst“ einfällt, und zu seinem Geburtsort Köflach die „Frauenbewegung“ unter einer Ortsleiterin mit ihrem Ausflug in das „Museum unseres Heimatdichters“ zum „gemeinsamen Mittagessen“ im „Kloepferkeller“ …

Im Oktober lud die Frauenbewegung Köflach unter Ortsleiterin […] zu einem Ausflug in das Museum unseres Heimatdichters Hans Kloepfer in Eibiswald. Nach einem sehr interessanten und informativen Vortrag ging es in den Kloepferkeller zum gemeinsamen Mittagessen. Im Anschluss führte der Schlatzer-Bus die Frauen zu Strutzmühle, die in der TV-Sendung „9 Plätze – 9 Schätze“ zum schönsten Platzerl Österreichs 2020 gewählt wurde.

In Köflach wurde Hanns Koren geboren, in Köflach starb Hans Koepfler. Eine Wanderempfehlung fehlt nicht; auf dem „Hans-Kloepfer-Weg“ mit seinen Mundartgedichten, vielleicht hören sich manche auf dem „Hans-Kloepfer-Weg“ über Kopfhörer Werner Slazmar an, wie dieser die kloepferischen Mundartgedichte vorträgt …

Der Verlag F. Sammler „betreut auch das dichterische Werk von Hans Kloepfer“, beworben wird das kloepferische Mundartwerk mit Franz Xaver Steiner „vulgo ‚Steiner Franz‘, der viele Jahre lang die Volkskultur im ORF geleitet hat“, der nun mit „seiner malerischen Seite“ auftrete; seine literarische Seite ist die Kloepfer-Seite, wie im „Kloepferjahr 2017“

Berührend, würdig und einfühlsam – alles in allem ein stimmungsvoller Abend, organisiert von der Eibiswalder Veranstaltungsinitiative (EVI) unter Obmann Christoph Kremser. Professor Franz Steiner, ein ausgesprochener Kloepfer-Kenner, brachte einen bunten Mix aus Hans Kloepfers Werken, gespickt mit lebendigen Erzählungen aus dem Leben des Dichters. Musikalisch hervorragend untermalt wurden die Texte vom „Drei Dirndl Takt“ – Juliana und Magdalena Pauritsch sowie Anna Pühringer. Mucksmäuschenstill war es während der literarischen und musikalischen Darbietungen im voll besetzten Pfarrsaal. Besonders still war es während der Lesung von Kloepfers Prosa- Werk „Sein Vater“. Wohl kaum ein Auge blieb trocken bei der tief berührenden Geschichte vom kleinen Moosbrugger Bertl, der am Heilig‘ Abend voller Freude seinem, ihm noch unbekannten Vater entgegenging und dabei erfror. Was könnte da musikalisch darauf besser passen als „Heidschi Bumbeitschi“ – wundervoll gespielt und gesungen vom „Drei Dirndl Takt“. Den Organisatoren, Prof. Franz Steiner und den Musikerinnen ein herzliches Danke für den würdigen Abschluss des Kloepfer-Gedenkjahres.

Gekauft werden kann das „dichterische Werk von Hans Kloepfer“ auch über den „Faltershop„, und über den Faltershop nicht nur das kloepferische Buch, sondern beispielsweise

auch ein Buch von Erich Körner-Lakatos,

ebenfalls verlegt vom „Verlag F. Sammler“, der zu dem oben erwähnten ehrenreichen Verlag in Graz gehört

mit seinem recht besonderen Staatsspitzenwerber

dessen Titel „So war das alte Wien – Geschichten über vergangene Tage“ vielleicht Inspirationsquelle für einen Landesrat und seinen eben erst geäußerten Ausspruch gegen eine Jugendliche war, am 31. Jänner 2023: „Dann wäre Wien noch Wien“ —

Dann wäre Wien das Wien in Österreich, das Deutschland wäre, das Blutreich, für das Hans Kloepfer kämpfte,

Ein einziges, freies, glückliches und ewiges Deutschland, ein Deutschland, das alle umfaßt, die desselben Blutes und derselben Sprache sind.

mit dem Schwertgriffel in der Hand, 1938

Die kurzfristige Absage des seit langem geplanten Festabends führte zu einigem Unmut in der Bevölkerung. Dass der „Festabend“ in abgespeckter Form schließlich dennoch stattfanden konnte, ist dem Bürgerkomitee „Sechs Eiben“ zu verdanken. „Vorweg stelle ich klar und unmissverständlich fest, dass wir heute hier keine parteipolitisch motivierte Feier und auch keinen Ersatz für den abgesagten Festabend feiern wollen. Das hier und heute ist eine kultur- und gesellschaftspolitische Wertschätzungs-, Gedenk- und Mahnveranstaltung aus Anlass des Geburtstage von Dr. Hans Kloepfer vor 150 Jahren.“ so Johannes Eisner vom Bürgerkomitee „Sechs Eiben“. Hans Kloepfer als Lebensbegleiter Der Kloepferpark gegenüber dem Geburtshaus des Dichterarztes füllte sich zusehends. Bei Kaiserwetter, wie „Bergeibe“ Johannes Eisner, der durch den Abend führte, konstatierte. Meteorologisch begünstigt vielleicht, weil auch Kaiser Franz Joseph I. an einem 18. August – allerdings im Jahr 1830 – geboren wurde. „Hans Kloepfer war ein Lebensbegleiter“, formulierte es ein Besucher. Mit Harmonikaklängen und bekannten Gedichten, gekonnt vorgetragen von Karl Wöss, wurde das Leben und Wirken von Hans Kloepfer gewürdigt. Wie auch in der aktuellen Ausstellung im Lerchhaus wurde dabei auf dessen politische Einstellung eingegangen. In der Chronik geblättert Heimatforscher Herbert Blatnik erinnerte aber ebenso an die karitative Gesinnung Hans Kloepfers. „Jahr für Jahr beschenkte er zwanzig Rothweiner Schulkinder mit Schuhen und Kleidung.“ Blatnik blätterte auch in der Chronik: „Seit 1954 gibt es das Kloepfermuseum und den Kloepferkeller.“ Zu den Gedenktagen von Hans Kloepfer wurden stets eindrucksvolle Feiern abgehalten – die bisher größte im August 1967, als in der so genannten „Kloepfer-Woche“ der 100. Geburtstag mit Dichterlesungen, Konzerten und Theaterveranstaltungen begangen wurde. „Ungefähr 6.000 Besucher zählte man damals, davon viele aus Graz und Köflach. Der damalige Landeshauptmann Josef Krainer nannte bei einem Festabend unseren Ort erstmals ‚Kloepfermarkt Eibiswald’, so Blatnik.

„Die kurzfristige Absage des seit langem geplanten Festabends führte zu einigem Unmut in der Bevölkerung“. 2017. „In der Bevölkerung“ – zu solch einem Satz muß nichts hinzugefügt werden, wessen Geist dieser verströmt — Und 1967 „nannte bei einem Festabend unseren Ort erstmals“ ein christlichsozialer Landeshauptmann: „Kloepfermarkt Eibiswald“ —

Unter den rund 100 Gästen in den Stadtsälen in Voitsberg befanden sich unter anderem der Voitsberger Gemeinde- und Bundesrat Markus Leinfellner, Landtagsabgeordneter Patrick Derler sowie Nationalrat a. D. Günther Kumpitsch und LAbg. a. D. Christian Cramer. Zudem gelang es dem Kulturforum Steiermark erneut, hochkarätige und versierte Experten für seine Veranstaltung zu gewinnen. Prof. Dr. Ernst Lasnik thematisierte in seinen Ausführungen den Werdegang Kloepfers, sein Wirken als Arzt in Eibiswald und Köflach sowie dessen Hinwendung zur Mundartdichtung. Untermalt mit Bildmaterial gelang es Prof. Lasnik eindrucksvoll, Kloepfer auch im Kontext seiner Zeit darzustellen. DPTS Dipl. Päd. Thomas Reischl wiederum brachte als Vortragender dem Publikum zahlreiche bekannte und beliebte Gedichte dar, die Kloepfer vornehmlich in der damals gebräuchlichen weststeirischen Mundart schrieb und die Reischl – in der Region aufgewachsen und lebend – perfekt beherrschte und wiedergab. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Fuchsbartl-Banda. Der Vorsitzende des Kulturforums Gerald Deutschmann zeigte sich nicht nur über die Expertise der Vortragenden und deren Ausführungen, sondern auch über die Annahme der Veranstaltung in der Region hocherfreut. „Die zahlreichen Gäste beweisen, welch außergewöhnliche Rolle Hans Kloepfer für die gesamte Region spielte und immer noch innehat. Es war uns angesichts seines 155. Geburtsjahres sowie der Diskussionen in Graz rund um die Wiederaufstellung der Kloepfer-Büste ein besonderes Anliegen, mit Experten nochmals die Rolle und das Wirken des Heimatliteraten zu beleuchten und ihn dabei auch in einen historischen Kontext zu setzen, war Kloepfer doch neben seiner Rolle als Arzt und Heimatdichter auch ein Kind seiner Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen.“

Kulturforum Steiermark:Expertenrunde beleuchtete das Leben Hans Kloepfers sowie dessen literarisches Wirken. 15. Dezember 20222

Das ist auf der Website der Landtags- und Parlamentspartei zu lesen, an diesem 6. Februar 2023, auf der Website also, von der aus auf Hans Kloepfer gekommen war, auf der Hans Kloepfer mit seinem „großartigen Werk“ Otto Mühl als „Kinderschänder“ gegenübergestellt wird,

der mit Otto Mühl als Straftäter verrechnet wird, wobei sie allerdings, das nur nebenher, eines eint, eine Vorliebe für das Voranstellen von „direkt“; vielleicht ist der Einfluß der Gruppe mit Otto Mühl auf diese Partei größer als diese Partei es selbst …

Hans Kloepfer, der ausgewachsene und auf dem Weg zum alten Mann, „ein Kind seiner Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen“, auch diesen „Experten“ dieser Partei fällt es schwer, diese Zeit klar und deutlich zu benennen, stattdessen nur „Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen“. Vielleicht muß so lieblich formuliert werden, um eingeladen zu werden. Auch das nichts Neues. Hierzu fällt ein weiterer hochangesehener Mundartwerker so nebenher gleich ein, Mitglied der NSDSAP zu sein, und das bereits seit 1933, sind dann bloße „Verwicklungen mit dem NS-Regime“ …

Es gibt dann ein Buch über Hans Kloepfer vom Vitalis-Verlag: „Aber Arzt bin ich geblieben“. Auf der Website dieses Verlages sind „Pressestimmen“ veröffentlicht, die für dieses Buch werben sollen. Eine ist von Georg Immanuel Nagel, der über dieses Buch schreibt:

Der von vielen verehrte und zu Lebzeiten mit zahlreichen Würdigungen überhäufte „Dichterarzt“ wird heute gerne aus politisch korrekten Gründen verfemt, doch die Vita des bodenständigen Mediziners verdient eine tiefere Betrachtung als das pauschalisierende Verdikt der Volks- und Heimatlosen.

Hans Kloepfer, „verfemt, das pauschalierende Verdikt der Volks- und Heimatlosen“ … Das genügt als Zitat, um zu wissen, wessen Geist hier die Treue gehalten wird. Etwas anderes von Georg Immanuel Nagel zu lesen, würde auch überraschen. Und, auch das würde überraschen, würde er das woanders schreiben, als in der ZZ der Familie Mölzer, dessen Vater Mölzer in seinem Werke einem Hermann Nitsch in keiner Weise nachsteht, bloß, daß Andreas Mölzer dem Christian Hafenecker näher ist als Hermann Nitsch … Christian Hafenecker, das nur nebenher, werden „Experten“ oder einst „Historiker“, wie sie es dem Werke Hans Kloepfers bestätigten, wohl auch bestätigen, daß er sich nicht „antisemitisch“ geäußert hat: Denunziation mit zwei z zu schreiben, also „Denunziazion“ — Denunia-zion — ach, heutzutage bloß ein Tippfehler, oder, bloß eine alte, ganz alte Schreibweise, wie sie etwa galt unter den Habsburgischen im 18. Jahrhundert, oder wie Heinrich Heine sie im 19. Jahrhundert anwandte. Es wird bloß ein Verschreiber sein, gerade bei einem Wort, wie das von Christian Hafenecker geschriebene „Denunziazionsplattformen„, um darin „zion“ zu entdecken, muß ein Mensch schon ein schriftstellender Künstler wie Mölzer oder Nitsch sein — Das aber ist für nebenher schon zu viel gesagt …

Von „Kindesmissbrauch“ und „Kinderschänder“ führte der Weg zu Hans Kloepfer, schließlich zum Buch „Aber Arzt bin ich geblieben“, für das mit Georg Immanuel Nagel, der über die „Zersetzung des deutschen Volkes“ gar recht weiß, geworben wird und zugleich auch damit:

Die Jahre des Krieges machten aus dem Heimatdichter gewissermaßen einen weit über die Grenzen hinaus bekannten Volkspoeten. 1938 mit dem Wolfgang-Amadeus-Mozart-Preis in der Grazer Universität geehrt, spricht das Gutachten der Reichsschrifttumskammer davon, dass Kloepfer „wertvolle Bücher“ geschrieben habe, von besonderer Bedeutung seien seine Gedichte in steirischer Mundart und seine Heimaterzählungen.

Salfellner schildert die Auftritte Kloepfers in der Weststeiermark schonungslos. In diesen Leseabenden beschwor der Dichter etwa die „Gefolgschaft und Treue zum Führer“. Sein 1941 verfasster Gedichtband „Dahoam“ wurde Wehrmachtssoldaten an die Front geschickt. Noch 1944 wurden von seinem Band „Erntedank“ 100.000 Bände für Wehrmachtsangehörige gedruckt.

Buchtipp

Alle, die keine Nazis sind, und die das Werk von Hans Kloepfer seit Jahrzehnten treu hegen, in der Steiermark, in Österreich, können allen, die etwas gegen Hans Kloepfer vorzubringen sich genötigt fühlen, das „Gutachten der Reichsschrifttumskammer“ unter die Nase halten: er, Kloepfer, habe „wertvolle Bücher geschrieben, von besonderer Bedeutung seien seine Gedichte in steirischer Mundart und seine Heimaterzählungen“.

Und hat Hans Kloepfer, „Arzt, Dichter, Mensch“, wie es so ehrlich auf das Kloepferjahr-Plakat geschrieben, nicht das Edelste getan, was ein Arzt, ein Dichter, ein Mensch je tun kann? Er dichtete, Lesefutter für das „Kanonenfutter“ … „Noch 1944 wurden von seinem Band ‚Erntedank‘ 100.00 Bände für Wehrmachtsangehörige gedruckt.“ Und der Tod wird ihm wohl auch heute noch in guter Erinnerung haben, allein schon für seinen „Erntedank“, ihm vielleicht seit damals Jahr für Jahr seinen Dank schicken für die reiche Ernte, die ihm auch dieser Arzt, Dichter, Mensch bescherte …

NS Es war nicht die „Zeit mit all ihren Erschwernissen und politischen Irrwegen“, es war die Zeit der nationalsozialistischen Massenmordverbrecher, die Zeit der nationalsozialistischen Massenverbrecherinnen, und so auch die Zeit der größten Kindheitsschändung, des größten Kindheitsmißbrauchs.

NNS Wie gut die Zeit seit damals geworden ist. Hans Kloepfer ist kein Lesefutter für das „Kanonenfutter“ mehr.

Nun ist Hans Kloepfer nur mehr Stoff für das „Stimmvieh“. Ihm von so vielen verabreichter Stoff. Ein Stoff aber, der ihm auf dem Wahlzettel nur mehr eine einzige Partei zum Ankreuzen sehen läßt —

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