Ein Mund für Scheuch Graf und Strache!

Es wird auch von Medien aus nicht nachvollziehbaren Gründen so getan, als ob es zwischen Martin Graf und Heinz-Christian Strache einen Unterschied geben würde … Das Eintreten für Uwe Scheuch zeigt aber einmal mehr, wie in der Collage gelesen werden kann, Martin Graf und Heinz-Christian Strache haben nur einen Mund, mit diesem einen freiheitlichen Mund sprechen auch alle weiteren aus dem freiheitlichen Lager in einheitlichen und nahezu wortidenten Sätzen …

Es ist lange her, daß in Deutschland Bundestagspräsident Philipp Jenninger zurücktrat, er trat nicht zurück, weil er von einem Gericht verurteilt wurde, er trat nicht nach Monaten oder Jahren zurück, er trat einen Tag nach seiner Rede im Bundestag, bereits einen Tag nach seiner Rede trat er zurück, er trat nicht zurück, weil er eine Rede für die Gesinnung der nationalistischen Massenmörder und Massenverbrecher des Deutschen Reiches hielt, Philpp Jenninger trat zurück, weil seine Rede mißverstanden wurde, weil seine Anführungszeichen nicht gehört wurden …

Und noch etwas ist an diesem Rücktritt von Philipp Jenninger bemerkenswert, nicht nur, daß er bereits einen Tag danach zurücktrat, wegen einer Rede, die aufgrund von Betonung und Sprechlage lediglich mißverstanden, er kandidierte auch nicht mehr für ein Mandat …

Dieser Rücktritt von CDU-Mitglied Philipp Jenninger ist das Beispiel schlechthin, wie es um Österreich bestellt ist, sogar noch ein Vierteljahrhundert nach diesem Rücktritt von Philipp Jenninger …

Uwe Scheuch ist nicht unter Anführungszeichen verurteilt

Gegen Martin Graf ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht unter Anführungszeichen, sondern sie ermittelt gegen Dr. Martin Graf …

Heinz-Christian Strache äußert sich ohne Anführungszeichen …

Brigitte Kashofer lebt ohne Anführungszeichen im Zweiten Weltkrieg …

Ohne Anführungszeichen will Harald Stefan die Leistungen der deutschen Wehrmacht positiv erinnert wissen …

Ohne Anführungszeichen will Christian Höbart Jugendliche in Schnupperhaft …

Ohne Anführungszeichen träumt die freiheitliche ZZ von einem elitären Reich …

Ohne Anführungszeichen verbreitet Vater Norbert Hofer Daten und Fakten, die …

Ohne Anführungszeichen biegt Maria Fekter Geschichte zurecht …

Ohne Anführungszeichen stand Michael Spindelegger nichts im Wege, Dr. Martin Graf zu wählen …

Ach, wie viele Beispiele es in Österreich ohne Anführungszeichen gibt, und immer noch werden Freiheitliche in einem Ausmaß gewählt, das unverständlich erscheint, vor allem weil es ein Wählen gegen sich selbst ist, als Wähler und Wählerin für eigene Nachteile und für das eigene Leid in jedweder Art zu stimmen, und das ganz ohne Anführungszeichen -, Anführungszeichen auf dem Stimmzettel sind keine Kreuze bei blauen noch blaßblauen Freiheitlichen noch bei den Christschwarzen …

Sie kennen mit Bestimmtheit genügend weitere Beispiele ohne Anführungszeichen, so daß hier keine weiteren mehr gelistet werden müssen, und der heutige Beitrag mit einem Satz aus der Rede von Philipp Jenninger geschlossen werden kann, der 24 Jahre nach seiner Formulierung sich anhört, als ob er eben für Kärnten, aber nicht nur für Kärnten, geschrieben worden wäre:

Die herrschende Partei hatte in Gestalt ihrer höchsten Repräsentanten Recht und Gesetz suspendiert[.]

Freiheitlicher Traum vom elitären Reich

Es ist in Österreich gerade das freiheitliche Lager, welches vorgibt, für die Demokratie zu sein, welches vorgibt, für den Ausbau der Demokratie zu sein, das mit dem Schlagwort „direkte Demokratie“ hausieren geht …

In der freiheitlichen ZZ zu blättern, erhellt und macht erschreckend kenntlich, was Freiheitliche von Demokratie halten …

Es lohnt, den Artikel „Der Fetisch Mehrheit“ von Arno Delegesta in der freiheitlichen ZZ vergleichend mit seinem Artikel „Demokratie: Wider den Fetisch Mehrheit – Eine Attacke“ auf „eigentümlich frei“ zu lesen, den er als Andreas Tögel veröffentlichte …

Es ist eine Attacke gegen das derzeitige Wahlrecht, nach dem jede Stimme demokratisch gleichviel zählt, nach dem jede Stimme zählt und gezählt wird, und nicht, wie Andreas Tögel mit Schiller träumt, die Stimme zuerst gewogen wird und dann entschieden wird, ob sie ein Wahlrecht bekommt oder nicht. Freiheitliche giert es also wieder nach einem Wahlrecht, von dem wieder viele auszuschießen, also das Folc wieder auszuschließen ist, das Stimmrecht nicht mehr jedem Menschen zugestanden werden soll, wozu der althochdeutsche Ausdruck Folc für Volk bezeichnender ist, bedeutet dieser doch „Haufe, Kriegsschar“, und dieser alte Ausdruck datiert ohne große Erklärung freiheitliche Gesinnung genau als eine Zeit, die weder zur Gegenwart noch Zukunft und nicht einmal zur Vergangenheit der letzten fünfzig Jahre gehört …

Freiheitliche plakatieren „Dem Volk sein Recht“, aber handeln nach „Ihr seid das Folc“, der Haufen. Der Haufen, der von Freiheitlichen hin- und hergeschaufelt werden will, wie es Freiheitlichen gerade einfällt und gelüstet …

In der Collage sind die zwei Artikel zum Vergleich nebeneinandergestellt, und es lohnt nicht, auszuführen, welche Passagen in der ZZ-Version ausgelassen wurden; es sind vor allem die Sätze, die zu offensichtlich ein freiheitliches Selbstbildnis evozieren könnten, zu sehr den Wähler und die Wählerin beleidigen könnten, auf die die Freiheitlichen zurzeit noch angewiesen sind …

Welche Gesellschaftsordnung streben also Freiheitliche tatsächlich an? Eine Buchempfehlung gibt darüber Auskunft, wie in der Collage gelesen werden kann, nämlich für das Buch von Wolfgang Caspart, der die derzeitige Demokratie überführen möchte in eine „meritokratische Aristokratie der Verdienstvollen“ … Aber der „Haufen“ soll von diesem Traum eines elitären Reiches nichts wissen, und dafür wird auch schon durch die Preisgestaltung gesorgt: 42,80 Euro kosten 199 Seiten von Wolfgang Caspart, von dem hier schon berichtet wurde, nicht in Zusammenhang mit Philosophie, sondern in Zusammenhang mit krausen und kruden Vorstellungen … Möglicherweise werden aber Freiheitliche falsch eingeschätzt und sie sprechen ganz uneigennützig einer Gesellschaftsordnung das Wort, von der sie wissen, daß sie in einer solchen Gesellschaftsordnung nicht an der Spitze stehen werden und können, denn zur „Aristokratie der Verdienstvollen“ sind Freiheitliche wahrlich nicht … Es kann aber auch sein, daß vorher die Definition von „Verdienst“ entsprechend geändert werden muß, in die rechte Richtung, also zum Beispiel: zum „Adel der Verdienstvollen“ gehören jene mit den meisten Unschuldsvermutungsnennungen. Das führte dann unweigerlich zu einer freiheitlichen Hocharistokratie …

NS Es ist zwar müßig, weil allzu bekannt, wieder etwas dazu anzumerken, aber Freiheitliche können nicht von der Vergangenheit der nationalistischen Massenmörder und Massenverbrecherinnen des Deutschen Reiches lassen. Ob es nun, wie auch in die Collage aufgenommen, Walter Seledec ist, der mit verklärendem Blick auf das Grab von Walter Nowotny eine Geschichte schreibt, die -, es muß nicht wiederholt werden, was zu Walter Nowotny auch hier bereits geschrieben wurde … Es wäre aber Walter Seledec diesmal nicht erwähnt und nicht in die Collage aufgenommen worden, würde Arno Delegesta/Andreas Tögel nicht auch für den „Nonkonformisten“ schreiben, auch in diesem Medium, wie in der Collage gelesen werden kann, das gleiche Starren auf die Geschichte, der gleiche Zugang zur Geschichte, die gleiche Zurechtbiegung der Geschichte, die anerkennende Wiedergabe der hehren Worte eines „Verdienstvollen“ aus der Zeit der …

NNS Aber Andreas Tögel/Arno Delegesta schreibt nicht nur für den „Nonkonformisten“, auch auf der Website des „Zentralorganisten“ Christian Ortner finden sich viele Beiträge von ihm, und es gibt einen offensichtlich regen Austausch auch mit Andreas Unterberger, der u.a.v.m. neben Udo Ulfkotte als Schreiber von „erstaunlich frei“ gelistet ist …

AEIOU – Ka Nazi bist Du

Es wollte eigentlich die Serie der Vorstellung fortgesetzt werden, welche Bücher von Freiheitlichen wiedergelesen werden, von der freiheitlichen ZZ zur Wiederlesung empfohlen werden, auch in der akuellen Ausgabe 28/2012. Und diesmal wollte Biographisches zu Franz Karl Ginzkey hier angeführt werden, vor allem deshalb, weil die ZZ erstaunlicherweise keine anführte, nur den „Wiesenzaun“ zur Wiederlesung beschrieb -, diesmal wäre es also nicht notwendig gewesen, selektive biographische Angaben der ZZ zu ergänzen, sondern die von der ZZ unüblich ausgelassenen biographischen Angaben erst hinzuzufügen …

Jedoch, diesmal soll nicht die freiheitliche Zur Zeit im Mittelpunkt stehen, um ein weiteres Mal aufzuzeigen, welche Literatur von der ZZ empfohlen wird, von welcher Art Kunst sie Anhängerin ist -, einen Reim könne sich darauf machen, wer will, nämlich darauf, daß gerade zum auch für die nationalistischen Massenmörder und Massenverbrecherinnen des Deutschen Reiches nicht unwichtigen Dürer auf die Wiesn …

Diesmal soll allgemein angemerkt werden, daß es Jahrzehnte nach dem Untergang des deutsch-nationalistischen Reiches der Massenmörderinnen und Masssenverbrecher auch in Österreich endlich Standard sein sollte, biographische Angaben nicht mehr selektiv nach dem im Titel angeführten Auszählreim zu machen, wie in der Collage gelesen werden kann, zum Beispiel von dem österreichischen Kulturinformationssystem …

Es geht dabei ausschließlich um Redlichkeit und nicht um ein Anschwärzen von Schriftstellern, die in diesem massenmörderischen Deutschen Reich recht fleißig waren und anständig verdienten, wie den Tabellen in „NS-Herrschaft in Österreich“ beispielsweise entnommen werden kann, wie eben auch Franz Karl Ginzkey … Derartige Schriftsteller können auch nicht angeschwärzt werden, denn sie haben sich selbst …

Es scheinen aber in Österreich weiterhin viele als sich selbst angeschwärzt zu empfinden, wenn beispielsweise über einen Mitgründer und Kuratoriumsmitglied der Salzburger Festspiele und Verfasser der niederösterreichischen Landeshynme und so weiter und so fort keine selektiven biographischen Angaben gemacht werden würden, und sie sind tatsächlich angeschwärzt, nicht dadurch, daß etwa ein Franz Karl Ginzkey im massenmörderischen Deutschen Reich ein -, sondern durch die ihre unnredliche Selektion biographischer Angaben …

NS Möglicherweise ist die Selektion biographischer Angaben der Furcht geschuldet, solche Schriftsteller würden dann nicht mehr gelesen werden … Es wäre aber eine höchst törichte Fucht. Denn ein Werk kann durchaus abgetrennt von der Biographie seines Schriftstellers, und mag dieser das kriminellste Leben geführt haben, bestehen … Die freiheitliche ZZ  jedoch versucht die Werke von Schriftstellern zu reanimieren, deren Werke, und wären sie die Anständigsten gewesen, auch dann nicht Bestand haben, das literarische Urteil hat deren Werke der Unbedeutsamkeit zugeschlagen, und beispielsweise nicht deren Lobgesänge auf und deren Verstrickungen in das nationalistische Massenmord- und Massenverbrechenreich deutscher …

Brigitte Kashofer und Norbert Hofer – Das Schwingen der Fahne für des rechten Mannes Familie rechtfertigt – auch Falsches

Es gibt, wieder, wurde nebenher mitbekommen, Aufregungen um Aussagen von Brigitte Kashofer, freiheitliche Mandatarin in Amstetten … Es geht dabei, die Berichte darüber wurden lediglich überflogen, um Familie und Kinder und wer die Familien zerstöre -, es ist allzu bekannt, um für derartige Aussagen noch Interesse aufbringen zu können … Jedoch war das Kashofersche Anlaß dafür, nachzuschauen, wie es um das Hofersche bestellt ist, denn auch beim Hoferschen geht es um Familie, Kinder …

Brigitte Kashofer schreibt im Block „FPÖ Amstetten … auf dem rechten Weg“ etwa über einen „menschenwürdigen Umgang“ … Es gibt die Ansicht, zu einem menschenwürdigen Umgang gehöre es auch, Daten und Fakten seriös zu verwenden -, Freiheitliche dürften dazu eine recht entgegengesetzte Ansicht … Es können menschgemäß Fehler passieren, jedoch sind die meisten Menschen dazu bereit, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden, diese zu korrigieren -, Freiheitliche anscheinend nicht, denn für Freiheitliche scheinen Falschheit und Politik, richtiger, Falschheit und Parteipolitik Synonyme zu sein …

Anders kann es kaum erklärt werden, daß zehn Monate nach dem Hinweis sowohl an Norbert Hofer als auch an Thomas Tayenthal, wie in der Collage gelesen werden kann, immer noch die höchst dubiosen Zahlen zu „vaterlosen Familien“ auf TrennungsopferAt abrufbar sind … Möglicherweise wird von den Freiheitlichen gedacht, weshalb sollten diese höchst zweifelhaften Zahlen von der Website genommen werden, wenn, wie noch einmal in der Collage gelesen werden kann, bereits die Vorstellung von Trennungsopfer als eine unabhängige Initiative nicht den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht …

Es mag nicht wiederholt werden, was zu diesen Zahlen bereits geschrieben wurde -, Sie sind eingeladen, es nachzulesen. Aber nicht nur zu diesen Zahlen von äußerst zweifelhafter Herkunft, sondern auch ein wenig über freiheitliche Gesinnung im pädagogischen Bereich …

Mit Zahlen wird es bei Freiheitlichen stets dubios, um nicht zu schreiben, anrüchig

Ing. Norbert Hofer – „ernsthafter Kandidat für ein Ministeramt“

Woher Freiheitliche ihre „Daten und Fakten“ beziehen

„Schnupperhaft für Jugendliche – Christian Höbart

„Tetschn“ – Uwe Scheuch

Norbert Hofer – „das freundliche Gesicht der FPÖ“

Ach ja, Brigitte Kashofer …

„Gender Mainstreaming ist die Fortsetzung des Zweiten Weltkriegs mit effektiveren Waffen“

Ach ja, auch noch, Gruppenbild Norbert Hofer und Brigitte Kashofer mit den „Vätern ohne Rechte“

Und zum Schluß, es scheint Freiheitlichen eine geliebte Konstruktion zu sein, so zu tun, als hätten sie mit gewissen Plattformen nichts zu tun, also nicht nur die oben angesprochene Initiative, sondern beispielsweise auch UnzensuriertAt

Dr. Martin Graf „immer ein Problembär“

Die Abgeordneten des österreichischen Parlamentes machen nun Ferien, und Dr. Martin Graf kann wieder einmal, auch in diesem Jahr, seinen Urlaub als III. Präsident NR antreten und sich dabei schon freuen, genüßlich und entspannt auf einer Sonnenliege -, denn, wieder hat es Dr. Martin Graf geschafft, als III. Präsident NR aus einer Affäre, wieder aus einer Affäre als III. Präsident herauszukommen, oder, richtiger, es wurde im Parlament von den Abgeordneten vornehmlich der christschwarzen und auch der sozialdemokratischen Partei es nicht geschafft, die permanente Affäre Dr. Martin Graf endgültig zu beenden …

Dr. Martin Graf legt wert auf Umfragen, wie darüber bereits geschrieben wurde … Der freiheitliche III. Präsident NR hat während der letzten großen Aufregung um die Gertrud-Meschar-Stiftung und um seine Berufsbezeichnungen Umfragen herangezogen, um sein Beharren darauf, III. Präsident NR zu bleiben, zu untermauern …  Diese Umfragen wurden von Medien längst beendet, es besteht kein Interesse mehr, denn die letzte große Aufregung wurde, wieder einmal, von Dr. Martin Graf und von den vornehmlich christschwarzen Abgeordneten und auch von den sozialdemokratischen Abgeordneten ausgesessen …

Nach wie vor aber nicht abgeschlossen sind die zwei Langzeitumfragen, an denen zu beteiligen Sie weiter herzlich eingeladen sind, besonders zur Beteiligung an der Langzeitumfrage, ob Sie einen wie Dr. Martin Graf beispielsweise zum Dritten Nationalratspräsidenten wählen würden … Der Zwischenstand von heute weist wieder und weiter einen schlechten Wert des Dr. Martin Graf auf, unverändert geben zwei Drittel an, sie würden einen wie Dr. Martin Graf beispielsweise nicht zum Dritten Nationalratspräsidenten wählen …

NS Die Oberösterreichischen Nachrichten zitieren heute Lothar Höbelt im Artikel „Straches Kompass: Wie Herbert Kickl die Strategie der FPÖ bestimmt“:

Immer ein Problembär

Personelle Hemmnisse werden nach der Wahl weggeräumt. Höbelt ist sicher, dass Martin Graf nicht wieder nominiert wird, „der war immer ein Problembär.“

Es gibt Spekulationen, wer Martin Graf beerben könnte respektive möchte, Peter Fichtenbauer wird genannt … Peter Fichtenbauer -, nun … Es ist wohl richtiger, nicht von einer permanenten Affäre Dr. Martin Graf zu sprechen, sondern von einer permanenten Affäre Freiheitliche -, und diese Affäre können tatsächlich nur Wähler und Wählerinnen, die keine vor allem christschwarze Abgeordnete und auch keine sozialdemokratischen Abgeordneten sind, in der nächsten Nationalratswahl endgültig beenden …

Die Tradition oder, was das gleiche ist, die Zukunft mit freiheitlichen Nationalratspräsidenten – Teil 4

Im zweiten Teil war zu lesen von der Bescheinigung, die Hermann Göring dem deutschen Volk in seiner großen Rede im Oktober 1942 ausstellte, daß dieser Krieg der große Rassenkrieg sei … Und in dieser Rede versprach er:

Zuerst kommt das deutsche Volk – Wenn aber durch Maßnahmen des Gegners Schwierigkeiten in der Ernährung auftreten, dann sollen es alle wissen: Wenn gehungert wird, in Deutschland auf keinen Fall! (Erneuter stürmischer Beifall.)

Exemplarischer kann es wohl kaum mehr dargestellt werden, was von nationalistischen Versprechen zu halten ist. Und noch etwas kann aus diesem Beispiel klar herausgelesen werden, sollte etwas nicht funktionieren, dann sind daran stets die Anderen, die nach der nationalistischen Gesinnungsart immer die Gegner sind, es sind also stets, bis zum heutigen Tage herauf, die Gegner schuld, aber niemals die Nationalisten und Nationalistinnen …

Hermann Göring hat aber das sogenannte deutsche Volk nicht belogen, das sogenannte deutsche Volk hat nur nicht genau hingehört, wie das sogenannte Volk bis zum heutige Tage nicht genau hinhört … Hermann Göring gab sich und seinen nationalistischen Parteikameraden das Versprechen, wenn gehungert werden sollte, werde in Deutschland nicht gehungert werden, er sagte nicht, werde das deutsche Volk nicht hungern, sondern es werde in Deutschland nicht gehungert werden, und dieses Versprechen an sich selbst war auch ein Wissen, nämlich das Wissen, daß er und Adolf Hitler und Heinrich Himmler und all die weiteren hohen und höchsten nationalistischen Massenmörder und Massenmörderinnen in ihren Villen in Deutschland nicht hungern werden …

Für das sogenannte deutsche Volk aber gab es bald nach diesem göringschen Versprechen Hunger, einen von den Nationalisten und Nationalistinnen verursachten Hunger, und wer half den Menschen in Deutschland tatkräftigst gegen den Hunger? Es waren nicht die Nationalisten und Nationalistinnen, denn die können nur eines, Katastrophen verursachen, Elend und Tod den Menschen …

„Zuerst“ -, ein Wort, das Jahrzehnte später wieder Programm wurde, in Österreich, 1993 mit dem „Ausländer-Volksbegehren „Österreich zuerst“ von Dr. Jörg Haider …Und seit damals ist dieses freiheitliche „Zuerst“ in allen Farbschattierungen von Blau bis Blaßblau (vulgo Orange) Programm geblieben, und die verursachten Schäden müssen wieder die Anderen beheben, wird beispielsweise allein an Kärnten gedacht, an die Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe für …

Der Beispiele sind so viele, nicht nur kärntnerische, und diese vielen Beispiele sind bestens und breitest bekannt, so daß kein weiteres mehr hier genannt zu werden braucht -, Sie lesen darüber nahezu täglich in den Medien …

Es ist aber keine Beruhigung und kein Trost, daß es heute lediglich finanzielle Schäden sind, denn dieses Steuergeld geht selbstverständlich ab, könnte selbstverständlich dringend gebraucht werden für …

Denken Sie, wenn Sie beispielsweise an einem Plakat mit dem Spruch „Dem Volk sein Recht“ vorübergehen, oder einen Funktionär aus diesem Lager am Fernsehen mit dem Sticker „Genug gezahlt“ auf seinem Revers sehen, denken Sie dabei an Hermann Göring, aber nicht an den nationalsozialistischen Massenverbrecher und Massenmörder, nicht an den Nationalsozialismus, nicht an das Dritte Reich, sondern einfach an den Funktionär einer Partei, die exemplarisch vorgab, ausschließlich für das sogenannte Volk da zu sein, vorgibt, nur dem sogenannten Volk zu dienen, und denken Sie dabei, was innerhalb kürzester Zeit immer wird aus diesen Versprechen Zuerst 

Die Tradition oder, was das gleiche ist, die Zukunft mit freiheitlichen Nationalratspräsidenten – Teil 3

Im zweiten Teil war zu erfahren, daß Hermann Göring dem deutschen Volk bescheinigte, der Zweite Weltkrieg sei der große Rassenkrieg, und der „Völkische Beobachter“ in seiner Wiener Ausgabe vom 6. Oktober 1942 veröffentlichte dazu eine große Besprechung über zwei Seiten des Buches „Mythos des 20. Jahrhunderts“ von Alfred Rosenberg, und diese gleich auf dem Titelblatt beginnend …

In dieser Besprechung wird Alfred Rosenberg als „großer Erzieher“ des deutschen Volkes gewürdigt, dessen „Mythos des 20. Jahrhunderts “ bereits eine Millionenauflage … Aber, was für ein Buch? Es ist ein Buch, das beispielsweise mit Hochrechnungen arbeitet, genauso wie bestimmte zurzeitige Autoren, mit Hochrechnungen, wann beispielsweise die „schwarze Rasse“ … Es ist ein zu höchst antijüdisches Buch, das zur Unterstützung des göringschen Rassenkrieges in der gleichen völkischen Ausgabe noch einmal und wieder und weiter empfohlen wird … Aber es ist nicht nur ein antijüdisches Buch, es ist ein im ehemaligen Deutschen Reich in Millionenauflage verbreitetes Buch, das alles beinhaltet, was auch heute nach wie vor verbreitet wird, vor allem von extrem nationalistisch eingestellten Menschen, gegen die „schwarze Rasse, gegen die „gelbe Rasse“, gegen die „braune Rasse“, gegen andere Weltanschauungen, wie etwa gegen den Islam … Vieles in diesem rosenbergschen Buch erinnert vor allem an Ansichten aus dem nationalistischen Lager in diesem Land, etwa über Emanzipation, über Kunst, über Völker und Abendland, über Einwanderung und Rücksiedelung -, es muß nicht und es wird auch nicht diesem Lager Nationalsozialismus unterstellt, es ist bereits schlimm genug, nicht aus diesen Vorurteilen und Dummheiten, der bereits Nationalsozialisten erlagen, herauszukommen, nicht davon ablassen zu können, gegen alle zu sein, gegen die bereits auch Nationalsozialistinnen waren …

Es wurde im ersten Teil bereits geschrieben, daß die nationalistische Totaldiktatur des Deutschen Reiches nicht interessiert, beklemmend aber ist die Tradition der Dummheit … Denn, wie ein paar rosenbergsche Schnipsel in der Collage bereits zur Genüge zeigen, sind diese rosenbergschen Dummheiten keine, die aus den heutigen Diskussionen verschwundene sind, und das Erschreckende dabei ist, es sind keine Parteikameraden von Alfred Rosenberg, die heute … Und auch heute erreichen Bücher Millionenauflagen, die beispielsweise Hochrechnungen verkaufen, wie etwa jenes von Thilo Sarrazin … Oder es werden Traditionalisten der Dummheit zu Fernsehdiskussionen eingeladen, zum Interview gebeten, wie etwa Gregor Henckel Donnersmarck …

NS Es wird heutzutage vor allem in der breiten Berichterstattung ab und an die Ansicht vertreten, die Nationalisten und Nationalistinnen hätten beispielsweise ihren Antisemitismus gegen einen Antiislamismus getauscht … Dem ist jedoch nicht so, denn auch die Nationalisten und Nationalistinnen des Deutschen Reiches waren bereits u.v.a.m. antiislamisch

Die Tradition oder, was das gleiche ist, die Zukunft mit freiheitlichen Nationalratspräsidenten – Teil 2

Im ersten Teil konnte etwas erfahren werden über die Bescheinigung „dieses Nichtwissen über die Endlösung der Judenfrage im Dritten Reich“ … Gerulf Stix hebt, wie in der dazu veröffentlichten Collage gelesen werden kann, in seiner Besprechung hervor, daß Alfred de Zayas weitere Bescheinigungen ausstellt, so etwa die Bescheinigung, daß die damalige türkische Regierung ihren Massenmord an armenischen Menschen zwar ähnlich aber „weniger perfekt“als Adolf Hitler und Heinrich Himmler geheim -, diese deutsche Tugend der Perfektion nicht hervorzuheben, wäre für einen Freiheitlichen wohl unverzeihlich …

Es wurde im ersten Teil dargestellt, wie es um dieses „Nichtwissen der Judenvernichtung“ im damaligen Deutschland bestellt war … Die von Gerulf Stix gewürdigte Bescheinigung von Alfred de Zayas ist menschgemäß eine Fleißaufgabe gewesen, denn es wissen nie einhundert Prozent alles bis in die letzte Einzelheit genau, was in einem Land passsiert …

Die „perfekte Geheimhaltung gegenüber dem eigenen Volk“ war höchstens eine über die technischen Einzelheiten des Massenmords, aber sowohl in Deutschland als auch in Österreich wurde nicht verschwiegen, daß „dieser Krieg der große Rassenkrieg“ ist, wie Hermann Göring den Krieg in seiner Rede unmißverständlich definierte, die der „Völkische Beobachter“ am 6. Oktober 1942 zur Gänze abdruckte und auch in der Wiener Ausgabe zu lesen war …

Sie haben ja gelesen, was man mit unseren Kindern vorhätte, was mit unseren Männern gemacht würde. Unsere Frauen würden dann eine beute der wollüstigen haßerfüllten Juden werden. Deutsches Volk, du mußt wissen: Wird der Krieg verloren, dann bist du vernichtet! Der Jude steht mit seinem nie versiegenden Haß hinter diesem Vernichtungsgedanken, und wenn das deutsche Volk diesen Krieg verliert, dann wird dein nächster Regent Jude. Und was Jude heißt heißt, das müßt ihr wissen. Wer die Rache Judas nicht kennt, der lese sie nach.

Dieser Krieg ist nicht der zweite Weltkrieg, dieser Krieg ist der große Rassenkrieg.

Ob hier der Germane und Arier steht oder ob der Jude, die Welt beherrscht, darum geht es letzten Endes und darum kämpfen wir draußen. (Stürmischer Beifall.)

Es wurde also gewußt, es geht um Vernichtung, irgendwer muß vernichtet werden, am Ende des „großen Rassenkriegs“ vernichtet sein -, für Hermann Göring gab es „jetzt nur ein Ziel und einen Gedanken – den Krieg gewinnen“ …

Alfred de Zayas ist aber nicht nur ein für Gerulf Stix zu Würdigender, er ist auch einem weiteren freiheitlichen Nationalratspräsidenten nicht unbekannt, wie vor längerer Zeit bereits geschrieben …

Für „Auschwitz-Vergleich“ ein Brief im Sommer vom Bundespräsidenten und ein Geschenk zum Nationalfeiertag: Parlamentarischer Festakt

Der Präsident ist nicht schuld an seiner Wahl

Das war also etwas zur aktuellen Buchempfehlung von einem ehemaligen Nationalratspräsidenten aus dem III. Lager … Wie im ersten Teil angesprochen, nun noch die Empfehlung des zurzeitigen –

III. Präsident NR informiert über einen Geschichtsrevisionisten

Mit Ausblick auf die Zukunft …Vor allem christschwarze Abgeordnete können sich bereits jetzt freuen, welche Bücher beispielsweise Harald Stefan, wenn sie diesen vielleicht zum nächsten freiheitlichen Nationalratspräsidenten wählen werden, dann als III. Präsident NR empfehlen würde, der sich nicht mehr mit der Frage über „Wissen und Nichtwissen“ … Harald Stefan möchte „stolz sein auf die Leistungen der deutschen Wehrmacht“, ihm, Harald Stefan, ist das „Wesentliche die Umdeutung der Geschichte“ …

Was Freiheitliche unter Leistung verstehen – Harald Stefan zum Beispiel

Die Tradition oder, was das gleiche ist, die Zukunft mit freiheitlichen Nationalratspräsidenten – Teil 1

Weit davon entfernt, hier mit dem Krieg von 1939 bis 1945 sich beschäftigen zu wollen, äußerst weit davon entfernt, hier mit der nationalistischen Massenverbrechentotaldiktatur und nationalistischen Massenmordtotaldiktatur des Deutschen Reiches sich beschäftigen zu wollen, absolut davon entfernt, der Nationalismus- und Revisionismusindustrie einen Gefallen dadurch gar erweisen zu wollen, ihre Produkte zu besprechen, ihre Produkte zu widerlegen, ist es dennoch notwendig, ein weiteres Mal notwendig, ein derartiges Produkt anzusprechen, aber nicht mit Blick auf die Vergangenheit, sondern ausschließlich auf die Gegenwart, nicht mit Blick also auf den Massenmord- und Massenverbrechenführer Adolf Hitler, sondern ausschließlich auf die Nationalratspräsidenten des III. Lagers in der Zweiten Republik …

Es geht aber noch mehr um die Zukunft, die aktuell von Michael Spindelegger mit dem Werbespruch „Zukunft aus Tradition“ beschworen wird, und zu dieser Tradition in der Zweiten Republik gehört auch die freiheitliche Tradition, nicht von ihrer Fixierung auf die Vergangenheit lassen können, die angesprochen werden muß, wieder einmal angesprochen werden muß, weil vor allem die christschwarze Partei mit ihrem zurzeitigen christschwarzen Führer eine Regierungskoalition mit ebendiesen Freiheitlichen eine nach wie vor als unbedenklich eingestufte Option darstellt …

Die Nationalratspräsidenten des III. Lagers sind ein recht gutes Beispiel für diese freiheitliche Tradition der Fixierung auf die Vergangenheit, konkret der nun bald vier Jahre gewesene III. Präsident NR und die permanente Affäre Dr. Martin Graf und der ehemalige III. Präsident NR Gerulf Stix …

Zur Tradition von freiheitliche Nationalpräsidenten gehört auch die Empfehlung von Büchern, so daß die Frage berechtigt gestellt werden darf, welche Bücher wird der nächste freiheitliche Nationalratspräsident, der in der Zukunft wieder hauptverantwortlich von christschwarzen Abgeordneten …

Der ehemalige III. Nationalratpräsident Gerulf Stix bespricht mit würdigender Anerkennung ein Buch von Alfred de Zayas, das zum Inhalt hat, wie Gerulf Stix schreibt:

Worum es konkret geht, lässt sich in knappster Formulierung dem Vorwort von Prof. DDr. Karl Doehring zu diesem Buch entnehmen: „Dem Autor geht es um den Nachweis, dass die immer wieder erhobene Behauptung, der größte Teil der Deutschen habe durchaus von der mörderischen Judenverfolgung des NS-Regimes Kenntnis gehabt, der geschichtlichen Wahrheit nicht entspricht. Dieser Nachweis ist m. E. in vollem Umfang gelungen.“Dieses Nichtwissen über das System der unbegreiflichen „Endlösung“ bescheinigt Alfred de Zayas auch der Wehrmacht.

In die Collage sind Ausschnitte aus der Besprechung von Gerulf Stix und von der Website von Alfred de Zaya aufgenommen, die für sich sprechen und bereits sehr gut aufzeigen, wie Seriösität und Redlichkeit erscheischt wird … Es will das, wie eingangs geschrieben, nicht mit einem Widerspruch gewürdigt werden, und doch, jedoch mit größtem Widerwillen, wird der Entschluß gefaßt, dennoch ein Beispiel anzuführen … Dieses Beispiel wird nur mit Pausen geschrieben werden können,  weil die Toilette nicht nur jetzt schon schon aufgesucht werden mußte, sondern immer wieder die Toilette aufgesucht werden wird müssen, um sich weiter zu übergeben …

„Dieses Nichtwissen“, schreibt Gerulf Stix, „bescheinigt Alfred de Zayas auch der Wehrmacht“ … Zitate  dazu aus „Soldaten Protokolle vom Kämpften, Töten und Sterben“ von Sönke Neitzel  und Harald Welzer:

Wir gehen nach Sichtung unseres Materials davon aus, dass das Wissen sowohl um die Tatsache als auch um die Art und Weise der Judenvernichtung unter den Soldaten verbreitet war, sie dieses Wissen aber nicht sonderlich interessierte.

In der Nähe von Städten entstand dabei trotz gegenteiliger Befehle ein Phänomen, das man als „Exekutionstourismus“ bezeichnen könnte. Deutsche jedweder Couleur besuchten während oder außerhalb ihres Dienstes die Erschießungsstätten, um zuzusehen oder zu fotografieren“.

Die Erzählungen der Soldaten – übrigens nicht nur vom Heer, sondern auch von Luftwaffe und Marine – drehen sich um die sogenannten Judenaktionen, wie sie ab der Mitte des Jahres 1941 in den besetzten Gebieten hinter der vorrückenden Front duruchgeführt werden: die systematischen Erschießungen von jüdischen Männern, Frauen und Kindern, denen etwa 900 000 Menschen zum Opfer fielen.

Unteroffizer Kratz, ein Bordmechaniker eines Do 217-Bombers, der mit seiner Einheit, dem Kampfgeschwader 100, 1942 im Süden Russlands eingesetzt war, beschreibt hier die technischen Optimierungen, die die Massenmordaktionen durchlaufen haben. Sachlich führt er aus, dass die zunächst praktizierte Form der Massenerschießung sich nicht als probat erweist, weil man nicht genug Opfer in den Gruben unterbringen kann.

Auch im folgenden Zitat wird deutlich, dass die Judenverfolgung und -vernichtung als sinnvoll betrachtet wird, die konkrete Umsetzung aber auf Kritik stößt.

Nicht die Aufgabe, sondern ihre Umsetzung wird als das Problem betrachtet, und vor diesem Hintergrund muss man sogar Himmlers Klage in seiner berüchtigten Posener Rede vom 4. Oktober 1943 ein gewisses empirirsches Fundament attestieren: „Es gehört zu den Dingen, die man leicht ausspricht. – ‚Das jüdische Volk wird ausgerottet‘, sagt ein jeder Parteigenosse, ‚ganz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung machen wir.‘

Auch in den Abhörprotokollen finden sich Beschreibungen von freiwilligen Teilnahmen an Massenerschießungen oder zu Offerten, dass man mal mitschießen dürfte, wenn man Lust dazu habe. Diese von heute aus gesehen unglaublichen Episoden deuten an, dass die Vernichtungsaktionen keineswegs im Verborgenen stattfanden und auch nicht immer mit Entsetzen und Abscheu wahrgenommen wurden. Im Gegenteil versammelten sich um die Erschießungsgruben wie in einer Arena regelmäßig Zuschauer – Ortsansässige, Wehrmachtssoldaten, Angehörige der Zivilverwaltung – und machten die Massenvernichtung zu semi-öffentlichen Schauveranstaltungen mit Unterhaltungswert, als die sie ausdrücklich nicht geplant waren.

Der Attraktionswert scheint insgesamt größer als die Befürchtung gegen Anordnungen oder Befehle zu verstoßen. Major Rösler beschreibt, dass be einer Erschießung „aus allen Richtungen […] Soldaten und Zivilisten auf einen nahen Bahndamm“ zuliefen, hinter dem sich die Aktion abspielte: „Polizisten mit besudelten Uniformen liefen umher. Soldaten (zum Teil nur mit einer Badehose bekleidet) standen in Gruppen beisammen; Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, schauten zu.“ Am Schluss seines Berichts erklärte Rösler, er habe in seinem Leben schon einige unerfreuliche Dinge erlebt, ein solches Massengemetzel aber, noch dazu in aller Öffentlichkeit, wie auf einer Freilichtbühne, übersteige alles bisher Gesehene. Es verstoße gegen die deutschen Sitten, Ideale usw. Trotz einschlägiger Befehle und erzieherischer Maßnahmen war das Problem des Erschießungstourismus offenbar nicht in den Griff zu bekommen; ein Lösungsversuch für dieses Problem bestand dann etwa darin, „den Tötungseinheiten ‚im Wege guten Einvernehmens‘ nahezulegen, ihre Erschießungen ‚wenn möglich‘ nicht am Tage, sondern bei Nacht durchzuführen“, wie auf einer Konferenz von Militärverwaltungsoffizieren am 8. Mai 1942 beschlossen wurde, allerdings ziemlich folgenlos.

Eine Steigerung des Dabeiseins stellt das bereits erwähnte Mitschießen dar. Oberstleutnand von Müller-Rienzburg von der Luftwaffe erzählt: „Die SS hat eingeladen zum Judenschießen. Die ganze Truppe sind mit Gewehren hingegangen und […] zusammengeknallt. Hat jeder sich aussuchen können, was für einen er wollte.“

Eine der großen geschichtspolitischen Debatten der Bundesrepublik wurde durch die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung ausgelöst. Von 1995 bis 1999 wurde diese Dokumentation von Kriegsverbrechen und der Verstrickung der Wehrmacht in die Jugendvernichtung in zahlreichen Städten gezeigt, oft zur Empörung vor allem älterer Besucher, die selbst Soldaten gewesen waren. Seit diesem Zeitpunkt, heißt es, sei der Mythos von der sauberen Wehrmacht endgültig dahin. Bemerkenswert an den Auseinandersetzungen um die Ausstellung war aber, dass viele Kriegsteilnehmer jede Verstrickung der Wehrmacht in den Holocaust vehement bestritten. Wie unsere Abhörprotokolle zeigen, hatte das weder etwas mit „Verdrängung“ noch mit „Verleugnung“ zu tun: Viele Verbrechen, die heute zu Vernichtungskrieg und Holocaust gerechnet werden, wurden zeitgenössisch ganz anders eingeordnet – als Partisanenbekämpfung etwa. Insofern hat man es hier mit der Unterschiedlichkeit zweier Referenzrahmen – des zeitgenössischen und des gegenwärtigen – zu tun. Aber noch etwas ist an den Abhörprotokollen höchst bemerkenswert: Sie belegen nämlich, dass viele Soldaten über den Prozess der Judenvernichtung en détail Bescheid wussten; zum Teil erzählen sie sogar Aspekte, die die Forschung bis heute noch gar nicht entdeckt hat. Sie stellen aber keine Verbindung zwischen diesen Wissensbeständen und ihrem eigenen Handeln her, obwohl den meisten Soldaten bereits während des Zweiten Weltkrieges bewusst war, dass Einheiten der Wehrmacht eine Vielzahl von Kriegsverbrechen begangen hatten und auch an den systematischen Erschießungen von Juden in den besetzen Gebieten vielfältig beteiligt waren – als Ausführende, als Zuschauer, als Mittäer, als Hilfskräfte, als Kommentatoren. Sehr selten auch als Störfaktoren, etwa in Gestalt einzelner Offiziere, die sich beschwerten, Opfer retteten oder, wie in einer besonders spektakulären Aktion, die SS mit Waffengewalt an der Ermordung einer Gruppe von Juden hinderten. Dies freilich sind solitäre Ausnahmehandlungen gewesen; Wolfram Wette taxiert die Gesamtzahl der Fälle von „Rettungswiderstand“ unter den 17 Millionen Wehrmachtsangehörigen auf etwa 100 Fälle.

„Dieses Nichtwissen bescheinigt“ also Alfred de Zayas, schreibt Geruf Stix in Würdigung und Erleichterung -, er hat ihnen also nicht bescheinigt, diese Handlungen oder diese Nichthandlungen …

Es mag jetzt für den Vormittag nicht weitergeschrieben werden …

Michael Spindelegger würde Zukunft im nachhinein gestalten

Dr. Michael Spindelegger, als er von sich noch nicht als Führer sprach, dürfte noch gewußt haben, was es, in einer Angelegenheit zumindest, heißt zu handeln, den Unterschied zwischen Indikativ und Konjunktiv zu kennen, aber eines wird Dr. Michael Spindelegger damals wohl auch schon nicht gewußt haben, daß Zukunft im nachhinein sich nicht erschauen, erschließen und im nachhinein schon gar nicht gestalten läßt, sondern ausschließlich in der politischen Voraussschau, und was er damals bei sorgfältiger Prüfung der Vergangenheit und Gegenwart für die Zukunft hätte bereits wissen können, mehr, wissen hätte müssen, schlimmer, gewußt haben muß, war, was die Zukunft mit einem Dr. Martin Graf als III. Präsidenten NR nur bringen kann -, nämlich außer Verdruß nichts …

Nun, seit Dr. Michael Spindelegger sich als Führer entdeckt hat, spricht er im führungskompetenten Konjuktiv:

[D]ann würde ich Graf abwählen.

Er, Michael Spindelegger, sehe es

heute anders, daß Graf damals auch mit den VP-Stimmen gewählt wurde.

Ob alle christschwarzen Abgeordeten mit Dr. Martin Graf „lange Gespräche“ führten, ehe sie ihn zu ihrem III. Präsidenten NR machten, ist nicht bekannt, gewußt wird jedoch, daß Michael Spindelegger mit Dr. Martin Graf ein „langes Gespräch“ führte und dann, ganz ohne Konjuktiv, ganz ohne Verrenkungen, für einen Augenblick ganz wie ein Führer, den christschwarzen Abgeordneten verkündete, es stehe einer Wahl von Dr. Martin Graf nichts im Wege