In Österreich am 9. November

In Österreich am neunten November - Kurz Seb ist dankbar

Wie schön Sebastian Kurz sprechen kann, das durfte schon erlebt werden:

Kurz im Hübner

Aber Sebastian Kurz kann auch schön zwitschern, wie er am 9. November 2017 es beweist:

„Bin sehr dankbar, dass ich am Gedenktag zu den Novemberpogromen auch Überlebende des Holocaust treffen durfte. Es ist unsere Verantwortung, die jüdische Gemeinschaft in unserer Gesellschaft zu fördern & uns weiterhin entschieden gegen jede Form des Antisemitismus einzusetzen.“

Und weil Sebastian Kurz gar so dankbar ist, setzt er auch Handlungen, die ein jedes gezwitscherte Wort bestätigen. Und auch die Frauen und Männer der Partei, mit der nun eine Regierung bilden möchte, können das nur bei ihr Ehr‘ bestätigen, allen voran

Norbert Hofer: „Ich bin kein Antifaschist“: Das wird seine Wählenden recht freuen zu hören.

„Wiederbeleben des Faschismus“ – Stein antwortet, Hofer nicht

„Es sollten alle Juden in einer Aufführung von Nathan verbrennen“ – Für die freiheitliche ZZ aber sind Wagners Zeilen antisemitismusfrei

FPÖ unzensuriert, Franz Dinghofer: „Konflikt mit diesen Untermenschen kann man sicher nicht friedlich lösen“

Antisemitismus und das Halsbandmaß des Sebastian Kurz

FPÖ unzensuriert fördert das Rechtbeste zutage: Antisemitismus, NS-Verharmlosung, Mordlust

Hofer-Strache sagen „nicht: Ich bin der Faschismus.“ FPÖ-ZZ schreibt: „Wiederbeleben des Faschismus“

„Ein neuer Eurofaschismus mit Südtirol als symbolischem Startpunkt“ und die Ballpolkarede von He.-Chr. Strache nicht ohne Südtirol

Alphabet of Enlightenment, H to U: Haverbeck, Hofer, Holocaust, Rosenkranz, Strache, Uncut

Antiromaismus und Antisemitismus

Werner Fasslabend vollbringt ein Wunder: ein Antisemit wird gewandelt in ein Kind mit Vorurteilen

Es gibt noch viele weitere Kapitel, die hier gelistet werden könnten, um zu beweisen, daß Sebastian Kurz für seinen zitierten gezwitscherten Einsatz tatsächlich auf die rechtbesten Kräfte im Lande setzt, um gegen …

Wie gut also, daß es dafür Sebastian Kurz gibt. Der sich berufen kann auf eine christliche Tradition des Einsatzes gegen … etwa auf den „österreichischen Streicher“

Was für ein nettes Photo Sebastian Kurz seinem Gezwitscher beifügt, wie brav er mit gefalteten Händen und gesenktem Kopf, gar unschuldig wie … und weil die Tradition schon angesprochen ist, so wird wohl Maria vor ihrem Tischlergatten gestanden sein, als sie ihm erzählte vom Wunder des unbefleckten Fremdgehens mit dem Schuster …

 

Und dann gibt es auch noch den Bundespräsidenten, der erst kürzlich starke Worte fand:

Erinnern ohne das entsprechende Handeln ist Null-Erinnern

Das hat der Bundespräsident nicht gesagt, aber vielleicht doch ein wenig gemeint, als er sagte: „Das Erinnern ist unsere gemeinsame Verantwortung.“

Zukunft geht mit Sebastian Kurz keine Koalition einSo kann es um die Zukunft
Nicht bange werden
Denn zum einen hat
Sebastian Kurz das
Ultimative Heil-
Mittel gefunden
Gegen …: Re-
Gieren mit …
Und verköstigen
Nach Opas ur-
Alten Rezepten
So kann es um die
Zukunft nicht
Bange werden
Denn dermaßen zum
anderen findet die
Zukunft
Nicht wieder
Den Weg nach
Österreich

Vergeben ist der FPÖ-ZZ nicht fremd – „Nazisse“ Ina Seidel hätte es gefreut

Verzeihen ist der identitären Gemein-Schaft nicht fremd, aber damit sie verzeihen kann, dürfen die Menschen ihr nicht fremd sein. Wie großzügig, wie nachsichtig kann sogar die ZZ der identitären Gemein-Schaft sein, wenn, ja, wenn es keine Fremden sind, und „Nazisse“ Ina Seidel ist ihr keine Fremde …

Ina Seidel starb vor Jahrzehnten, aber für die von einem NR der identitären Gemein-Schaft geführten ZZ bleibt sie eine Unvergessene, eine, an die immer wieder zu erinnern ist, eine, die treue Nachsicht verdient, eine der ehrenreich vergeben werden kann, eine, für die das Wort gegen jene ergriffen werden muß, die ihr „bis heute vehement“ einen „Irrtum vorwerfen“, ihr also nicht verzeihen können. Dabei hatte sich Ina Seidel bloß 1933 „von ihrem Schwiegersohn, der ein Freund von Rudolf Heß war, beeinflussen“ lassen und nur „vorübergehend dem Nationalsozialismus“ zugeneigt …

FPÖ-ZZ 40-2014 Ina Seidel vorübergehend zugeneigt„Vorübergehend“ – in welcher Einheit kann eine „vorübergehende Zuneigung“ gemessen werden? In Tagen? In Wochen? In Monaten? Oder gar in Jahren? Vielleicht war Ina Seidel 1939 dem Nationalsozialismus nicht mehr zugeneigt, bloß einem Mann noch zugetan, für den sie ein Gedicht schreibt, das veröffentlicht wird in „Dem Führer – Gedichte für Adolf Hitler“ … Ach, wie unaufmerksam und nachlässig müssen Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten gewesen sein, ehren und würdigen eine Frau mit Preisen, auch noch im Krieg, und merken nicht einmal, daß diese Frau ihnen gar nicht mehr „zugeneigt“ ist – vielleicht … Und 1944 war sie möglicherweise nicht einmal mehr Adolf Hitler zugeneigt, er dafür aber umso mehr, denn Ina Seidel kam auf die hitlerische Sonderliste der „Unersetzlichen Künstler“, der „Gottbegnadeten“ …

Wie begnadet Menschen aus der identitären Gemeinschaft sein können, wenn es gilt, alles zu bedenken, alles abzuwägen, alles zu berücksichtigen, um Menschen, die ihnen keine Fremden sind, mit Nachsicht und Objektivität zu beurteilen, den einzelnen Menschen zu sehen, für sie Vergebung zu erbitten …

Nicht alle aber können mit dieser Großzügigkeit und mit dieser Verweigerung des Aufhußens der identitären Gemein-Schaft rechnen, andere werden mit Schimpf und pauschalen Verdächtigungen bedacht. Aber es darf die identitäre Gemein-Schaft nicht zu sehr gescholten werden, es ist wohl bloß der christlich-humanistische Zorn, die menschliche Wut der Nächstenliebe, daß andere nicht so wie sie vergeben können, der sie antreiben, wie beispielsweise Martin Pfeiffer, der ebenfalls in der Ausgabe 40-2014  das „Gesindel“ nicht verstehen kann, Alexander Löhr seine Kriegsverbrechen weiter vorzuhalten, statt sich beispielsweise an Helge Morgengrauen ein Vorbild zu nehmen, der in ebendieser Ausgabe vom 3. Oktober 2014 so warm und so herzlich und, wie es für eine römisch-katholische identitäre Gemein-Schaft geziemt, so christlich von Ina Seidel zu schreiben weiß … Wie hell muß es Ina Seidel bei den Worten von Helge Morgengrauen im Grabe geworden sein – mußte sie nicht seit 1945 in „Dunkelheit“ leben? In einer „Dunkelheit“, von der sie auch der Tod nicht zu erlösen vermochte? … Diese „Dunkelheit“, die „in jenem Frühjahr endgültig über Deutschland hereinbrach“, von der sie 1960 schrieb, in Erinnerung an den „Tod des Dichters Börries, Freiherrn von Münchhausen am 16. März 1945“ … Sein Tod war ein Selbstmord, und Münchhausen war keine „Nazisse“, aber ein …

PS „Nazisse“ ist aus einem Zitat über Agnes Miegel und Ina Seidel, das nachgelesen werden kann in „9. November 1938 – Erinnerung an die Zukunft“.

9. November 1938 – Erinnerung an die Zukunft

Wer von jenen, die nicht im Lichtdom des Albert Speer³ standen, hätte sich in den madigen zwölf Jahren der nationalistischen Massenmorddiktatur des deutschen reiches gedacht, abgedrängt und brutal in das Dunkle geworfen, daß in der Zukunft, Agnes Miegel und Ina Seidel immer noch ihre Entlaster und Entlasterinnen haben werden, in der Zukunft, wenn das deutsche reich untergegangen sein wird?

FPÖ-ZZ - Agnes Miegel und Ina SeidelWer von jenen, die damals im Dunklen um ihr Leben bangten, von der Zukunft erhofften, es wird eine Zeit kommen, in der Menschen nicht mehr einer „Hirnvernebelung“ verfallen werden, würde heute, im November 2014, verzweifeln und in tiefste Depressionen verfallen, im Angesichte des Umstandes, daß Menschen weiter in großer Anzahl Parteien wählen, die mit einfachen Heilsbotschaften bloßen Qualm erzeugen, mit dem nichts gerettet werden kann, aber alles zerstört, vernichtet, ausgelöscht …

Gerade in Österreich muß am 9. November 2014 daran erinnert werden, wie wenig Zukunft erzeugt wurde, seit dem 9. November 1938. Wie seit damals für zu viele keine Zeit vergangen ist, und hierfür stehen auch zwei Namen, Agnes Miegel und Ina Seidel …

Agnes Miegel¹ und Ina Seidel², die für die ZZ der identitären Gemein-Schaft, die in Wahlen zu viele, viel zu viele  Aufhußstimmen bekommen, nach wie vor zu verehrende Dichterinnen sind, als wäre heute am 5. November 2014 der 9. November 193…

Ina Seidel

„Lichtdom“ von Ina Seidel, verbreitet von „Metapedia“, einer Site, die …

Vom 9. November 1938 aus ist an den 9. November 2014 zu gedenken, wenn der Himmel über der Leopoldstadt erstrahlt werden wird, und es sollte dabei ganz leise sein, um hören zu können, wie viele in diesem von und mit der identitären Gemein-Schaft als „deutsche Stadt“ bezeichneten Wien gerade an diesem Tag, im Angesicht des erhellten Himmels über der Leopoldstadt, den „Lichtdom“ von Ina Seidel flüsternd beten und sich eine Zukunft von der Vorsehung ersehnen, die keine der Morgenröte sein wird, sondern eine des Grauens …

¹ „Idealismus“ der Agnes Miegel für den FPÖ-Bundespressesprecher ein „fehlgeleiteter“ oder ein nicht fehlgeleiteter „Idealismus“?

FPÖ-ZZ singt der Nationalsozialistin Agnes Miegel ein Entlastungslied

² Ina Seidel – Die nächste Hitlerische auf der Wiederlesungsliste der freiheitlichen zur Zeit

³ November-Pogrome 1938 – Hoffentlich keine falschen Erinnerungen durch Lichtstrahlen in der Leopoldstadt