Elfriede Jelinek hat einen Sohn – Vatern ist Heinz-Christian Strache

Heinz Christian Strache - Elfriede JelinekIst das nicht eine alles erweichende Geisteskraft des zurzeitigen freiheitlichen Obmannes, wie diesem die Welt schlicht und einfach gerät – heißt einer Jonny Jelinek, so kann seine Mutter, denkt sich der in seinem Dorf heuer noch Kanzelmeister werdenwollende Heinz-Christian Strache, ja nur Elfriede Jelinek heißen …

Diesen kleindörflerischen Schluß jedenfalls zieht heute Heinz-Christian Strache auf seiner Site des Unternehmens Facebook …

Derart gerührt von dieser messerscharfen Denke des zurzeitigen freiheitlichen Obmannes will jetzt gar nicht darüber nachgedacht werden, was für ein Kalkül dahinterstecken könnte, Jonny Jelinek als den Sohn von Elfriede Jelinek verkaufen zu wollen, es will auch nicht geschrieben werden, das ist eine hochraffinierte Lüge von dem zurzeitigen freiheitlichen Obmann, weil es ja bloß eine Lüge wäre, die jene beleidigte, wieder einmal beleidigte, die der zurzeitige freiheitliche Obmann damit anlügen wollte und soher ziehen auf sein – nun ja – was?

NS Heinz-Christian Strache ist eben ein rechter Freiheitlicher und als anständiger Freiheitlicher bettelt auch er ständig nur um eines, seine Aussagen korrigiert zu bekommen …

Das alte Personal – organisiert in zwei Vereinen – ist auch heuer für WKR-Ball alias Wiener Akademiker-Ball federführend verantwortlich

Zwei Vereine für einen WKR-Ball

Zwei Vereine für einen WKR-Bal alias Wiener Akademikerball

Im Grunde war der nun unter dem Namen „Wiener Akademikerball“ organisierte und besser unter seinem Vulgo-Namen bekannte „WKR-Ball“ immer schon ein Ball der Freiheitlichen, um das festzustellen, hätte es auch den Medien für ihre Berichterstattung gereicht, beispielsweise einen Blick in das Vereinsregister …

Österreichisch wurde dafür halt bloß ein neuer Verein gegründet, genauer, noch ein zweiter Verein:

Wiener Akademiker-Ballausschuss – Verein für Wissenschaft, Forschung, Kultur und Menschenrechte

Der zweite Verein kommt, wie in der Gegenüberstellung gelesen werden kann, mit etwas weniger Vertretern aus. Dafür aber dürfte es geradezu zu einer Bildungszertifiierungsoffensive gekommen sein, denn der zweite Verein ist nicht mehr einfach ein Verein bloß für „Brauchtumspflege“, sondern für „Wissenschaft, Forschung, Kultur und Menschenrechte“.

Der Obmann dieses zusätzlichen nun wissenschaftlichen Vereins ist der freiheitliche Gemeinderat Ing. Udo Guggenbichler, der also weiterhin den WKR-Ball alias Wiener Akademiker-Ball organisiert. Beim „Verein für Brauchtumspflege“ endet seine Obmannschaft erst im Februar 2013.

Der Obmann-Stellvertreter ist Roland Kahlenberg, auch vor 2013 aktiv für den WKR-Ball. Beim „Verein für Brauchtumspflege“ ist er noch Stellvertreter bis Februar 2013.

Schriftwart Herwig Götschober schrieb dazu auch schon mal Erhellendes auf das „burschenschaftliche Nachrichtenportal“. Beim „Verein für Brauchtumspflege“ ist Herwig Götschober „Schriftführer“, noch kein „Schriftwart“, und seine Funktion endet erst 2015.

Säckelwart Michael Podesser informierte bereits 2005 gemeinsam mit Udo Guggenbichler in den „Burschenschaftlichen Blättern“ über den WKR-Ball. Seine Funktion als „Säckelwart“ beim „Verein für Brauchtumspflege“ endet ebenfalls erst 2015.

Renate Danler - Das will ich mir gar nicht anschauen

Ein freiheitlicher Säbel ist ja ein anderer Säbel als ein burschenschaftlicher Säbel.

Und dazu gehören  auch die Antworten auf Fragen wie etwa:

Wer hat sich je dafür massiv eingesetzt, daß es weiter den WKR-Ball alias Wiener Akademiker-Ball in der Hofburg gibt? Es waren Burschenschafter alias Freiheitliche …

Wer tanzt und redet klug auf diesem WKR-Ball alias Akademiker-Ball der recht feinen Gesellschaft, auch schon mal unmittelbar davor? Von Heinz-Christian Strache aufwärts bis Richard Melisch …

Und wie wird darauf reagiert? Auch österreichisch. Auf den Punkt gebracht von Renate Danler, wie ebenfalls in der Collage gelesen werden kann: „Das will ich mir gar nicht anschauen.“ Konkret auf diesen Ball bezogen kann das österreichische Reagieren knapp auch so formuliert werden: Ein freiheitlicher Säbel ist ja ein anderer Säbel freilich,  als ein burschenschaftlicher Säbel …

Freiheitliche Strategien des Wahrheitseinsatzes

In der bereits in

Freiheitliche betteln nach Aufklärung

und

Freiheitliche betteln nach Korrekturen

erwähnten Ausgabe 4/2013 der freiheitlichen ZZ schreibt auch Dr. Martin Graf, und zwar über den Akademiker- vulgo WKR-Ball, wofür er den Titel „Strategien der Intoleranz“ fand -, die Schlagzeile „Freiheitliche Strategien des Wahrheitseinsatzes“ allerdings wäre zutreffender, konkret in bezug auf den Ball, aber nicht nur …

Freiheitliche Strategien des Wahrheitseinsatzes„Zwar gibt es keinen WKR-Ball mehr“, schreibt der III. Präsident NR in der freiheitlichen ZZ, „dafür aber den 1. Wiener Akademikerball, veranstaltet von der Wiener FPÖ“. Daran ist nichts Neues. Auch der alte WKR-Ball wurde von einem Freiheitlichen organisiert und der freiheitliche Mandatar Udo Guggenbichler organisiert auch den Akademikerball vulgo WKR-Ball, wie dem Vereinsregisterauszug über das seltsamste Ballausrichtungskomitee entnommen werden kann: „Wiener Akademikerball-Ausschuss – Verein für Wissenschaft, Forschung, Kultur und Menschenrechte“ …

„Die Freiheitlichen ließen ihrem Eintreten“, schreibt der III. Präsident NR, „für Meinungs- und Versammlungsfreiheit Taten folgen und laden zu ihrem Hofburg-Ball selbstverständlich auch die Mitglieder der Studentenverbindungen ein, deren Aktive mit ihren Damen am 1. Februar traditionsgemäß die Eröffnung gestalten werden.“ Auch daran ist nichts Neues. Wie bekannt ist, sind viele freiheitliche Funktionäre Mitglieder von Burschenschaften, die nun bei Martin Graf zu einfachen „Studentenverbindungen“ mutieren, wohl um Harmlosigkeit zu suggerieren. Freiheitliche laden also auch am 1. Februar 2013 wieder sich selbst zur „Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu ihrem Hofburg-Ball“ …

„Daß sich die Hetze der Linksextremisten nun nicht mehr ’nur‘ gegen die kleine Gruppe der Korporierten richtet, sondern heuer“, schreibt der III. Präsident NR, „gegen die enorme Masse an Menschen, die bei der letzten Wiener Wahl der FPÖ ihre Stimme gegeben haben, macht das Ziel der Jagdgesellschaft transparent und läßt deutlich werden, daß manche nicht davor zurückschrecken, ein knappes Drittel der Bürger ihrer Grundrechte zu berauben“. Es geht hiebei nicht um Raub immaterieller Werte, selbstverständlich ist auch den Schaften ihr Schmißtönnchengschnas gegönnt, aber das symbolische Zentrum der demokratischen Republik Österreich ist nicht der rechte Ort dafür -, es wurden auch schon andere Tanzböden dafür empfohlen, beispielsweise die Wartburg … Und, die Antwort auf die Frage, ob sie zu einer Propagandamasse in Geiselhaft für rein freiheitliche Burschenschafterinteressen weiter verkommen wollen, müssen Wähler und Wählerinnen in den nächsten Wahlen selbst finden …

NS Wie es Freiheitliche selbst mit der Meinungsfreiheit, auf die Dr. Martin Graf auch in der aktuellen freiheitlichen ZZ pocht, halten, mag nicht wieder ausgeführt werden, nur beispielhaft verwiesen werden auf:

Pro WKR-Ball – Vom Löschen anderer Meinungen

Kauft nicht bei …

Menschenspieler Dewinter erholt sich von der Jagd beim freiheitlich-akadmeischen Hofburgtanz

Zur Zeit WKR-Ball

Und so weiter und so fort … Weiteres ist hier einfach zu finden durch Suchen nach Schlagwörtern, wie „Hofburg ohne WKR-Ball“, „Dr. Martin Graf“, „Zur Zeit“, „Unzensuriert“ …

Freiheitliche ZZler können Geschichtsverfälschungen nicht aufgeben

Freiheitliche betteln nach Korrekturen

In der bereits in „Freiheitliche betteln nach Aufklärung“ erwähnten Ausgabe 4/2013 der freiheitlichen ZZ schreibt E. K. L. über einen „Mord im Togoland“ vor fünfzig Jahren:

[D]enn das westafrikanische Togoland ist bis zum Einmarsch der Engländer und Franzosen im Sommer 1914 ein Schutzgebiet des Deutschen Reiches.

Freiheitliche ZZ zimmert sich eine GeschichteEin „Schutzgebiet“: das klingt so gar nicht nach Kolonie, das klingt so nach etwas recht Gutem … „Schutzgebiet“ läßt darauf schließen, daß, wer ein Gebiet schützt, muß ein guter Mensch sein, ein guter deutscher Mensch, ein deutsches Reich, das ein Gebiet schützt, kann kein kolonialistischer und schon gar nicht ein rassistischer Staat sein … Ist es das, was E. K. L. über das Deutsche Reich vor 1914 vermitteln will, die Legende vom guten deutschen Menschen, der nach Afrika mit dem hehren christlich-abendländischen Ziel aufbrach, einzig um Schutz zu bieten, Schutz zu geben?

Ebenfalls in dieser Ausgabe sucht Andreas Mölzer den „guten Deutschen“. Und er findet einen -, im Film. Aber der mölzersche „gute Deutsche“ muß mehr sein als nur ein „guter Deutscher“, es muß für ihn, so eifrig spekuliert Andreas Mölzer, ein „vielleicht 1848 revolutionärer Burschenschafter“ sein … Es ist ein deutscher Kopfgeldjäger, der gar nicht auf die Idee kommt, die von ihm gejagten Verbrecher lebend den Gerichten auszuliefern, sondern sie sofort erschießt, um das Kopfgeld kassieren zu können, es ist wohl einfacher für ihn, tote Körper zu transportieren … Als von Andreas Mölzer spekulierter guter deutscher „Burschenschafter“ kann er ja immerhin darauf verweisen und sich darauf ausreden, es stehe ja dead or alive auf den Steckbriefen … Und mit diesem Kopfgeldjäger hat Andreas Mölzer für die Freiheitlichen einen „deutschen Gutmenschen des 19. Jahrhunderts“ gefunden, wenn auch nur im Film, denn in der Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts werden „Gutmenschen“ von Freiheitlichen -, es soll die Redaktion der freiheitlichen ZZ selbst zu Wort kommen, ebenfalls in der Ausgabe 4/2013:

20 Jahre Gutmenschen-Demo

Die angeblich „größte“ Demonstration der Zweiten Republik“ jährt sich zum 20. Mal. Einige tausend Menschen […] Böse Züngen sprechen vielmehr von einer Jagdgesellschaft, die es sich zu Aufgabe geamcht hat, alles, was nicht links ist, zu denunzieren und zu bekämpfen.

„Einige tausend Menschen“ – Zweihunderttausend bis Dreihunderttausend Menschen (nach unterschiedlichen Schätzungen) sind menschgemäß „einige tausend Menschen“, aber es klingt doch nicht so erfolgreich. Und Freiheitliche mögen „Gutmenschen“ gar nicht Erfolge gönnen. Vom 19. bis zum 21. Jahrhundert biegen sich also Freiheitliche die Geschichte recht ordentlich zurecht, oder, das freiheitliche Zurechtzimmern der Geschichte beginnt ja noch viel früher, um am Schluß auf E. K. L. zurückzukommen, der schon andere fulminate Beispiele dafür …

In der freiheitlichen Zur Zeit hält Gerhard Kurzmann seine Bettlerschale hin

Freiheitliche betteln nach Aufklärung

In der Ausgabe 4/2013 der freiheitlichen ZZ schreibt der freiheitliche steiermärkische Landesobmann und Landesrat Gerhard Kurzmann:

Seit jeher ist die Bettelei keine gesellschaftlich erwünschte „Form der Erwerbsttätigkeit“.

Freiheitliche betteln nach AufklärungMit diesem „Seit jeher“ will der freiheitliche Landesrat seine Forderung nach einem generellen Bettelverbot historisch legitimieren, aber die Geschichte des Abendlands, in der Freiheitliche vorgeben, sich so recht ordentlich auszukennen, ist nicht derart schlicht und eindeutig, wie Freiheitliche versuchen, sie darzustellen, um beispielsweise gegen das Betteln zu agitieren, wobei auch Gerhard Kurzmann nicht umhin kann – sonst wäre er wohl kein recht ordentlicher Freiheitlicher -, gegen Roma und Sinti zu schreiben, die er (aber ohne Anführungszeichen) „Zigeuner-Banden“ …

Gerhard Kurzmann, der mit seiner Schreibe in der freiheitlichen ZZ nach geschichtlicher Aufklärung bettelt, soll ein entsprechendes Almosen gegeben werden, und dieses Almosen kann der freiheitliche Bettler sich auf der Website http://sowi.st-ursula-attendorn.de/be/bedok010.htm abholen, auf der u.v.a.m. ein guter geschichtlicher Abriß über das Betteln veröffentlicht ist, der dieses kurzmannsche „Seit jeher“ zu dem macht, was es ist, die leere freiheitliche Bettlerschale …

Und wer immer Freiheitliche in den Sackgassen mit diesen ihren recht leeren Bettlerschalen sieht, soll nicht achtlos auf dem Weg aus den Sackgassen heraus an ihnen vorübergehen, sondern ihnen etwas in ihre Bettlerschalen respektvoll legen:  historische, soziologische, ökonomische Gaben, Informationen über soziale Gegebenheiten und Bedingungen -, nur ein Almosen aber nicht, weil mit diesem ist den Freiheitlichen so gar nicht geholfen, laufen sie mit diesem doch stets in die entgegengesetzte Richtung, gegen die Mauer: die Wahlstimme …

Ballspende für die Abgeordneten, die Dr. Martin Graf zum III. Präsidenten NR machten

Martin Graf Rücktritte Abgeordnete Zwischenstand 26-01-13

Sie sind weiter herzlich eingeladen, sich an den Langzeitumfragen zu beteiligen.

Vor bald vier Jahren wurde diese nun zur Langzeitumfrage gewordene Erinnerung an das Machen, für das hauptverantwortlich im österreichischen Parlament die christschwarzen Abgeordneten waren, von Dr. Martin Graf zum III. Präsidenten NR am 28. Oktober 2008 gestartet, und nach wie vor ist eine absolute Mehrheit von 61,06 Prozent für Rücktritte, wie am heutigen Zwischenstand abgelesen werden kann, wobei 39,06 Prozent dafür sind, daß all jene Abgeordneten, die Martin Graf zu ihrem III. Präsidenten NR machten, zurücktreten sollen und 22,00 Prozent dafür, daß Dr. Martin Graf allein zurücktreten soll.

Es zeigt sich somit auch im letzten Jahr ihrer Abnickperiode im österreichischen Parlament, daß es diesen Abgeordneten in bald fünf Jahren nicht gelungen ist, zu überzeugen, daß ihre Wahl von Dr. Martin Graf zum III. Präsidenten NR eine gute Wahl war, im Gegenteil. Denn seit der letzten Bekanntgabe eines Zwischenstands haben sich wieder mehr für Rücktritte dieser Abgeordneten als für deren Verbleib im Parlament ausgesprochen. Das ist nicht verwunderlich, denn es hat sich bewahrheitet, was vor der Wahl von Martin Graf im Parlament so vielen bereits klar war, er wird zu einer permanenten Affäre werden, und Dr. Martin Graf wurde zur permanenten Affäre.

Den heutigen Zwischenstand dürfen alle Abgeordneten, die Dr. Martin Graf zum III. Präsidenten NR wählten, als Ballspende an sie verstehen, die ihnen hiermit bereits heute zum bevorstehenden Akademikerball – vulgo WKR-Ball – in den Staatsräumen der Republik am 1. Februar 2013 überreicht wird. Mit dieser Ballspende dürfen sich diese Abgeordneten aber auch trösten, denn sie schneiden nicht so schlecht ab wie Dr. Martin Graf selbst in einer weiteren Langzeitumfrage, in der gemäß heutigem Zwischenstand 73,85 Prozent sagen, sie würden einen wie Dr. Martin Graf beispielsweise nicht zum Dritten Nationalratspräsidenten wählen. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, daß es zu den einzelnen Abgeordneten, die Dr. Martin Graf zu ihrem III. Präsidenten NR machten, keine derartige Umfrage gibt …

Wohin rollst du, Äpfelchen …

Die Wiederlesung in den gutbürgerlichen Stuben der freiheitlichen ZZ

Gutbürgerliche Lektüre der freiheitlichen ZZSeinerzeit sei der Roman in allen gutbürgerlichen Haushalten, schreibt Helge Morgengrauen in der Ausgabe 3/2013 der freiheitlichen ZZ, vorhanden gewesen, und verabsäumt wieder nach bekanntem Muster der selektiven Angaben zu schreiben, in welcher Seinerzeit das war. In Deutschland war es in der Zeit der nationalistischen Totaldiktatur. Und im gutbürgerlichen Haushalt von Rudolf und Ilse Hess waren die Romane von Trygve Emanuel Gulbranssen nicht nur vorhanden, sie wurden auch mit Widmungen verschenkt …

Diese morgengrauensche Wiederlesung erinnert daran, welche Romane in der deutsch-nationalistischen Totaldiktatur es schafften, Beststeller zu werden, ohne aber deshalb nationalsozialistische oder faschistische Literatur in der engsten Auslegung sein zu müssen, und diese Wiederlesung erzählt auch davon, welch gutbürgerlichen Geschmack freiheitliche ZZler nicht von der Zunge kriegen …

„Diese urwüchsigen norwegischen Bauerngestalten und die naturverbundene Handlung passen wohl nicht in die Zeit des US-amerikanischen Raubtierkapitalismus und der Ratingagenturen“, schreibt Helge Morgengrauen in seiner Empfehlung zur Wiederlesung, und es wird der Versuchung nachgegeben, ebenfalls einen Roman zu empfehlen, nämlich einen Roman von Leo Perutz: „Wohin rollst du, Äpfelchen …“. Der Titel wurde in den späten 1920er Jahren in Deutschland zu einer Redewendung, drückte die Sorgen, die Zukunftsängste aus, also kurz bevor das Äpfelchen als nationalistische Massenvernichtungsgranate des deutschen Reiches in den Abgrund rollte … Aber Leo Perutz in der freiheitlichen ZZ je empfohlen zu finden, darauf sollte kein Schilling verwettet werden -, hier ist die freiheitliche ZZ ganz in der österreichischen Tradition nach 1945, in der auf die Literatur etwa von jüdischen Menschen vergessen wurde, in der vor allem auf die männlichen Autoren weiter gesetzt wurde, die bereits in den gutbürgerlichen Haushalten der nationalsozialistischen …

Daran erinnert auch die morgengrauensche Wiederlesung, welche Romane in Österreich nach 1945 beispielsweise als verfilmenswert galten und verfilmt wurden, welche nicht …

Ein Titel, der besser als die singenden Wälder zum Heute paßt …

Brülliante Konzepte des Michael Spindelegger

Heeresreform - christschwarze ReforminkompetenzDie Verhöhnung geht nicht nur in dem Sinn weiter, wie diese hier auf die „Volksbefragung“ selbst bezogen beschrieben wurde, sondern – wie diese jetzt einmal von den Christschwarzen federführend praktiziert wird – durch die Verhöhnung der politischen Zukunftsgestaltung an sich, denn was die ÖVP nun mit ihrem „12-Punkte-Programm“ präsentiert, wofür sie die abgegebenen Stimmen für die Beibehaltung der Wehrpflicht als Druckmittel und soher als erste Wahlkampfbroschüre gegen die SPÖ einzusetzen versucht und also mißbraucht, enthält im großen und ganzen Nacherzählungen von seit 1960 gängiger Praxis im österreichischen Bundesheer, wie Clemens Neuhold in der Wiener Zeitung von heute auflistet …

Dieser Gegenüberstellung muß nichts mehr hinzugefügt werden, denn allein diese sagt bereits alles aus, was zur christschwarzen Reformkompetenz gesagt werden kann. Allerdings auf einen Punkt, der in dieser Gegenüberstellung nicht behandelt wird, soll noch hingewiesen werden, auf den fünften (wie Nicht Genügend) Punkt:

Beim Grundwehrdienst sollen junge Menschen nachweisbar Wissen und Qualifikationen gewinnen. […] Bereits jetzt existierende Ausbildungen, wie Erste Hilfe, Führerscheinausbildung, Schulungen an schwerem Gerät, Ausbildung an der Waffe etc., sollen so angelegt sein, dass sie ins zivile Leben mitgenommen werden können (Anrechenbarkeit gewährleisten).

Die Ausbildung an der Waffe soll also in das zivile Leben gewährleistet anrechenbar mitgenommen werden, das wird beispielsweise Gattinnenmördern dann wohl strafmildernd angerechnet werden können, zumindest mit der Waffe ausbildungsgemäß fachgerecht … Auch die Schulung an schwerem Gerät -, Panzerausbildung ist bestimmt eine hilfreiche Qualifikation für die Arbeit dann auf dem Bauernhof, mit dem Traktor und dem Mähdrescher … Nachdem es heißt, beim  Grundwehrdienst sollen junge Menschen nachweisbar Wissen und Qualifikationen gewinnen, wird wohl der Grundwehrdienst für Frauen kommen müssen, denn sonst wird Österreich zu einem Land, in dem Frauen keine Führerscheinausbildung, keine Ausbildung in Erste Hilfe …

„Brilliant“ nennt Wolfgang Fellner das christschwarze „12-Punkte-Programm“, nein, Wolfgang Fellner nennt lediglich das Auf-den-Tisch-Legen der Reformkonzepte von Michael Spindelegger bereits einen Tag nach dem vorvorvorgestrigen Ja zur Wehrpflicht „taktisch brilliant“, aber inhaltlich – woran in allen kommenden Wahlen zu denken sein wird – ist das Spindeleggerische nur brülliant …

PS „Geistig“ kommt in diesem spindeleggerischen christschwarzen „Reformkonzept“ nur einmal vor, und zwar im Zitat aus der österreichischen Bundesverfassung, an diesem Paragraphen, der von der geistigen Landesverteidigung spricht, haben – kaum überraschend – weder Michael Spindelegger noch Johanna Mikl-Leitner mitgeschrieben …