Alle Religionen sind Kunst

Jesus Christus Mischwesen

Es ist doch erheiternd zu lesen, daß die identitäre Parlamentsparteiwegen eines Kunstprojektmischwesens an Kardinal Christoph Schönborn sich schriftlich wendet, an den Vertreter einer Organisation also, somit ausgerechnet an den höchsten Vertreter einer Kunstorganisation in diesem kleinen Land, das stets Staunen hervorruft, wie in einem derart kleinen Land all das Kunstzeug der schönbornschen Organisation Platz finden kann, Werner Neubauer mit einem offenen Brief einen Kunstfabrikangestellten um Meinung anfleht, deren erste Anbetungsmarke ja ein Mischwesen ist.

Und was ist Jesus Christus anderes als ein Mischwesen: ein Teil Mensch, ein Teil Gott. Es ist eine Mischkulanz, die nur nach einer Nacht der größten Ausschweifung unter Verteilung ganzer Jahresdrogenernten gebraut werden konnte, die zu inszenieren etwa ein Hermann Nitsch mit seinem Puppenschloßorgienmysterientheater nicht einmal träumen kann. Denn. Mischwesen Jesus Christus ist zusätzlich auch noch ein Teil von Gott, der oder die oder das oder geschlechtslos ein Mischwesen aus dem Mischwesen Jesus Christus und einer Taube, die auf den Namen „Heiliger Geist“ hören soll, wobei äußerst fraglich ist, ob sie, die Taube, auf ihren Namen auch wirklich hört.

Und Jesus Christus ist nicht anders gezeugt worden, als es nun Maja Smrekar mit ihrem Mischwesen aus Hund und Mensch versucht. Mit einem Unterschied freilich, als das Mischwesen Jesus Christus gezeugt wurde, war es eine bloße schriftliche Zeugung. Denn. Damals gab es noch nicht die technischen Möglichkeiten einer unbefleckten Empfängnis, die heute Maja Smrekar zur Verfügung stehen, um eine unbefleckte Empfängnis wirklich wahrwerden zu lassen.

Es ist vielleicht nicht von ungefähr, daß es gerade eine Frau ist, die wieder ein Mischwesen gebären will, mit dem Vornamen Maja: die „Hehre“, die „Höhere“. Wird nicht so ihre Kollegin Maria angebetet, vor der zu viele Ehrfurcht haben, und sie, Maria, deshalb nicht beim Kosenamen Maja angekniet wird.

Ja, das Kunstprojekt von Maja Smrekar erinnert wieder einmal daran:

Alle Religionen sind Kunst.

Alle Religionen sind bloße Kunst. Denn. Es ist in jedweder Religion alles vorhanden, was Kunst definiert, Kunst ausmacht, kurz und schlecht gesagt, nur für die Kunstrichtung Religionen aufgezählt: es ist Phantasie dabei, es ist Märchen dabei, es ist der Luxus, der für das nackte Leben nicht gebraucht wird, dabei, es ist Ausschweifung dabei, es sind Halluzinationen dabei, es ist Wirklichkeitsfremdes dabei, es ist Wahn dabei, es ist Begierde dabei, es ist Lust dabei, es ist Krankhaftes dabei, es sind Versteigungen dabei, es sind Irrtümer dabei,  es sind psychische Mängel dabei, und so weiter und so fort.

Alle Religionen sind Kunst, wobei die Kunstsparte Religionen wohl die schwärzeste, die negativste Kunstsparte ist, aber auch die je erfolgreichste Kunstrichtung, die je einflußreichste und damit die je schrecklichste, die je tödlichste Kunst ist, die je alles vernichtende Kunst ist, die der Mensch je ersann und ausübte.

Und als Einschub, weil einer aus der FPÖ und bezeichnenderweise jener mit dem Namen Rosenkranz klagte:

„Wenn es um Mohammed und den Islam geht, trauen sich die Künstler eh nicht mehr“,

kann besonders ihm gesagt, Mohammed war ein schwacher, armer und phantasieloser Künstler, bei dem es nicht einmal dazu reichte, eine solche Mischkulanz an Mischwesen zu ersinnen, dabei hätte er nur die mit Rosenkränzen in den Händen angebetete Mischkulanz abkupfern müssen, aber die Einfalt seines Herzens, das ihm Kunstgeist war, verwehrte ihm den Aufstieg zum großen Künstler …

Und was der Kunstsparte Religionen grundsätzlich ist und diese unverwechselbar macht, ist die Heilserwartung. Maja Smrekar ist eine Vertreterin der Kunstrichtung Religionen. Denn. Auch sie erwartet sich von ihrem Mischwesen im Grunde das, was besonders das Mischwesen ihrer Kollegin seit zweitausend Jahren nicht und nicht erfüllt und auch je nicht mehr erfüllen wird, in bezug auf die Heilserwartung an ein Mischwesen hat das Mischwesen Jesus Christus nicht einmal das zusammengebracht und wird es auch nicht mehr zusammenbringen, was ein Mensch in einer halben Minute unter dem Nagel seines kleinsten Fingers an Schmutz sammeln kann.

Und das wird Maria Smrekar nicht unbekannt sein, die Heilserwartungsenttäuschung des Mischwesensprototyps. Und dennoch ist sie voller Zuversicht, ausgerechnet ihr Mischwesen werde … betet mit ihrer Kunst den Rosenkranz der Heilserfüllung:

„ARTE_mis ist das vierte Projekt der Reihe, bei dem eine Eizelle der Künstlerin eine somatische Zelle ihres Hundes in sich aufgenommen hat. Ergebnis ist eine hybride Zelle, der ein dystopisches Szenario innewohnt, die gleichzeitig aber eine neue Species schaffen könnte, deren Überlebenschancen auf dem Planeten Erde besser sind als unsere – nicht zuletzt deswegen, weil dieses Mischwesen seine Umwelt humaner behandeln würde als wir das tun.“

Alle Religionen sind Kunst. Und was bei einer Aufzählung gerade zur Kunstrichtung Religionen nicht fehlen darf, ist die Fälschung. Über die hat erst vor kurzem Kunstkritiker Schönborn geschrieben, als er eine fromme Rezension des Grabtuches von dem Mischwesen …

Tiroler Schützenkompanie schnupft Schwarzpulver

Oder die Schützinnen schreiben begnadet gottgetränkte Satiren, verbreitet etwa als Presseaussendung …

Heutzutage muß es ja stets für alles eine Erklärung geben, so wird es auch hierfür mehrere geben, allerdings, die mit dem Schnupfen von Schwarzpulver scheint nächstliegend und erklärte aufgrund seiner Zusammensetzung auch einleuchtender als andere das Geschwefel: etwa und vor allem dieser Presseaussendung …

„… Andreas Hofer  … ‚Gottlosen‘ … ‚Volksfremden‘ …  sichergestellt … zukünftiger … Gott … dem Heiligen Vater … glaubhaft Treue … zur … Einheit Tirols … der Diözesangrenzen … 1919 (ohne Vorarlberg) … Mitgliedschaft … Bozen-Brixen in der österr. Bischofskonferenz …“

Was auch für diese Erklärung spräche, die alttirolerischen Schützinnen, die sich als „junge Menschen“ sehen, sind nicht die einzigen, die mit ihren Näschen recht besondere Stoffe aufnehmen … aber nicht nur mit den Näschen, auch mit ihren Äuglein … und je einen rechten Teil mit ihren Mündchen wieder auszuscheiden …

Alt Tyroler Schützen gottlos volksfremd.jpg

Communion of faiths: Gebet Sex

Beim Lesen, Vergewaltiger hätten bei der Urteilsverkündung gebetet, mußte augenblicklich gedacht werden, wieder einmal gedacht werden, was für ein Aufhebens um Unterschiede der Organisierten Glauben doch gemacht wird, während alle Glauben in Wahrheit das erste und einzige Gebot eint, sie zu einer Gemeinschaft der Glauben macht:

Gebet Sex!

Und sind Frauen, weibliche und männliche Kinder nicht bereit, diesem ersten und einzigen Gebot sich bedingungslos zu unterwerfen, dem Befehl Gebet! der Männer uneingeschränkt zu folgen, sich gottesfreudig hinzugeben den allahlüsternen Männern des Kreuzes auf ihren schwerterharten Gebetsteppichen, so werden sie … das aber muß nicht ausgeführt werden.  Berichte darüber gibt es Sonderzahl seit Anbeginn des Glaubens …

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AKP will von ihrem A… abstammen

Wie nun zu lesen ist, soll in der Türkei die Evolutionstheorie des Charles Darwin aus den Lehrplänen der Gymnasien gestrichen werden.

Das wäre keine Aufregung wert. Denn. Charles Darwin ist einer aus der langen Entwicklung der Evolutionstheorie, und mit ihm endet auch nicht die Evolutionstheorie, die seit ihm mannigfache Weiterentwicklungen erfahren hat. Wenn also bloß Charles Darwin aus den Lehrplänen gestrichen werden würde, allerdings nur dann, wenn Schüler und Schülerinnen bis zu ihrem fünfzehnten Lebensjahr in ihrer Schulpflichtzeit im gemeinsamen Unterricht genügend über die Evolutionstheorie auch eines Charles Darwin gehört, gelernt haben, so daß es im Gymnasium bloß noch eine sie langweilende Wiederholung wäre.

Eine Streichung der Evolutionstheorie des Charles Darwin aus den Lehrplänen der Gymnasien machte also nur Sinn, wenn Schülerinnen und Schüler bereits vor dem Besuch eines Gymnasiums je nichts von der Evolutionstheorie gehört hätten, wenn es darum geht, die Evolutionstheorie von Charles Darwin im besonderen und die Evolutionstheorie im allgemeinen gar nicht erst in das Gedächtnis der Menschen …

Was erfuhren sie bisher und was erfahren sie jetzt in ihrer gemeinsamen achtjährigen Schulpflichtzeit in der Türkei über die Entwicklung des Menschen?

Aber einen Sinn dahinter sehen zu wollen, ist wohl mehr als müßig. Es reicht der Hinweis, wer das in der Türkei will, das ist die AKP, die Partei von Recep Tayyip Erdoğan: eine alternative Bezeichnung für Sinn, der auch als Unsinn übersetzt werden kann.

Der Mensch stamme – wie es stets verkürzt heißt – vom tierischen Affen ab. Das ist ein Kompliment, für den Menschen. Wenn die AKP die Streichung der Evolutionstheorie aus den Lehrplänen der Gymnasien durchsetzt, dann ist es in der Türkei kein Kompliment mehr, vom tierischen Affen abzustammen. Denn. An die Stelle des tierischen Affen träte dann ein menschlicher Affe. Es müsse ja auch türkischen in den Gymnasien weiterhin etwas erzählt werden, etwa von wem der Mensch abstamme, . Von Allah, darf angenommen werden, also von einem menschlichen Affen. Auch die Erzählung der Abstammung des Menschen von einem A… ist eine Erzählung der Evolution, also der Entwicklung von einem A… zum Menschen.

Woher die AKP ihre Entwicklungsfabel hat, die sie jetzt in den Gymnasien durchsetzen will? Sie wird darauf beharren, eine eigene Fabel zu besitzen. Aber diese Fabel geht zurück auf eine Urfabel, über die ein Mann in Wien bestens Auskunft geben kann, ein Mann der keinen, wie es nun stets so schön heißt, Hintergrund hat, der auf die Türkei schließen läßt, ein Mann, der es wohl als Beleidigung empfinden würde, würde gesagt werden, der Mensch, also auch er, stamme vom tierischen Affen ab, hingegen er wohl seinen größten Dank sprechen würde, wenn gesagt werden würde, er stamme vom menschlichen Affen mit den drei Köpfen ab, von diesem Affen, von dem sich noch so viele Menschen weltweit, also nicht nur in der Türkei, zum Affen machen lassen. Und da es um Schule, Bildung geht, darf nicht unerwähnt bleiben: Es ist ein Mann aus einer Organisation, die sehr viel über Pädagogik weiß, die nach wie vor auch bei der Pädagogik das große Wort führen will, nicht in der Türkei, aber beispielsweise in Österreich, wo dieser Mann residiert …

Moravagine aber trat auf das Antlitz Gottes

Es gibt eine Stelle im Roman über das Leben von Moravagine, die gefällt, im Moment, weil sie auch eine Erklärung sein kann, für heute, sie es verstehbar macht, für den Augenblick oder für ein Immer, weshalb der Mensch sich kein Bild von den monotheistischen Göttern machen soll …

Einmal nur sprach er den Namen Gottes aus, der ihm gar nicht geläufig schien. Und zwar auf dem Trottoir, vor einem Pissior. Moravagine trat in Unrat. Er erbleichte und klammerte sich an meinen Arm: „Merde“, sagte er, „ich trat gerade auf das Antlitz Gottes!“ Und er stampfte mit dem Fuß, um auch nicht das kleinste Partikelchen mit sich fortzutragen.

Moravagine sah das Antlitz GottesMoravagine trat also auf das Antlitz – in die Scheiße. In das Antlitz Allahs vulgo Gottes – in Hundescheiße? Menschenscheiße? Wie verstehbar es dadurch wird, wie erklärlich, das Gebot, sich kein Bild von Gott vulgo Allah zu machen. Wer könnte je noch vor abgebildeter Scheiße beten? An einen Gott, an einen Allah glauben? Andererseits, wird bedacht, woran alles geglaubt wird, ist es sehr gut vorstellbar, daß auch Scheiße zur Allmächtigen, zur Schöpferin von Himmel und Erde … Auch dann, sogar ohne Bildverbot der absolute Glaube an Scheiße, das Einhalten des absoluten Gebotes, Scheiße gehorsam zu sein und widerspruchslos zu folgen …

Moravagine tritt in das Antlitz GottesWie in diesem Falle wohl die heiligen Schriften geschrieben worden wären, hätte Allah vulgo Gott einen anderen Namen bekommen? Nämlich einen Namen nach seinem Antlitz, wie es Moravagine offenbart ward. Und worüber würden etwa Predigerinnen und Imame beim Übertragen heiliger Schriften beispielsweise in die deutsche Sprache uneinig sein? Für eine Übersetzerin hieße vielleicht eine berühmte Stelle: Im Anfang war das Wort und das Wort ward in der Scheiße. Ein Übersetzer würde möglicherweise bevorzugen: Im Anfang war das Wort und das Wort ward Scheiße. Eine andere vielleicht entgegenhalten: Im Anfang war das Wort und das Wort ward Dreck. Und so weiter und so fort.

Moravagine trat in das Antlitz GottesEs würde Organisierten Gläubigen wohl auch ganz menschgemäß und glaubensvernünftig vorkommen, beispielsweise die Serie Passion Christi sich anzusehen, auch dann, sogar dann, wenn die Lebenswegbildchen das Antlitz zeigten, in das Moravagine trat …

Auf das Leben von Moravagine wird, vielleicht, irgendwann noch einmal eingegangen werden. Wenn, vielleicht, einmal darüber nachgedacht werden will, weshalb ein französisch-schweizerischer Schriftsteller Moravagine ausgerechnet in Ungarn auf die Welt kommen läßt. Diesem Frauenmörder, diesem Monster eine ungarisch-österreichische Identität verpaßt, der aber „fliehen wollte, König- und Kaiserreich verlassen, fern von der Politik der Doppelmonarchie leben, woanders, anonym, in der Menge verloren, in einem unbekannten Land, in der Fremde.“ Der schon im Alter von zehn Jahren nicht und nicht nach Wien wollte, stattdessen lieber versuchte zu fliehen, alles unternahm, um Wien zu entkommen, nicht nach Wien zu müssen, Stallungen in Brand setzte …Was für einen schrecklichen Ruf muß Wien damals gehabt haben, als Blaise Cendrars …